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Sprichworte aus Madagaskar
Flagge Madagaskar
Wappen Madagaskar
                       Flagge von Madagaskar                                     Wappen von Madagaskar

Madagaskar ist eine Insel vor der Ostküste Mosambiks im Indischen Ozean. Auf der Insel befindet sich die gleichnamige Republik Madagaskar mit ca. 22 Millionen Einwohnern. es ist mit 587.295 Quadratkilometern nach Indonesien der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt. Madagaskar wurde erst als eines der letzten Teile der Erde um das Jahr 350 v. Chr. von Menschen besiedelt worden.

Als erster Europäer sichtete der portugiesische Seefahrer Diogo Dias am 10. August 1500 Madagaskar. Die Insel spielte lange Zeit eine nur unbedeutende Rolle im Handelsverkehr. Ein erster französischer Kolonialisierungsversuch (1643–1672) scheiterte zunächst. Daneben nutzten Piraten im 17. und 18. Jahrhundert Madagaskar als Basis. Mit der von 1787 bis 1810 andauernden Herrschaft des Königs Andrianampoinimerinas entstand erstmals ein moderner Staat auf der Insel.

1896 konnten sich die Franzosen schließlich als Kolonialmacht durchsetzen und errichteten ein französisches Protektorat in Madagaskar. Die letzte Königin Ranavalona III. wurde von der französischen Kolonialmacht zur Abdankung gezwungen und ins Exil nach Algerien geschickt. Während der Kolonialzeit 1896–1960 herrschten die Franzosen mit Militärgewalt. Nach mehreren Aufständen gegen die Kolonialmacht wurde Madagaskar 1958 Republik in der Communauté française und erlangte am 26. Juni 1960 schließlich die Unabhängigkeit.

Die Sprichwörter (Ohabolana) in Madagaskar geben nicht nur Alltagssituationen wieder, sie beinhalten die Denkweise und Philosophie der Madagassen. Manche Worte sind selbst schon halbe Sprüche: Die Sonne (masoandro) bedeutet „Auge des Tages“. Die Sprichwörter stammen von jahrhundertealte Volksweisheiten und werden als Weisheit der Ahnen betrachtet. Eine wichtige Rolle in der madagassischen Kultur spielt auch die freie Rede (Kabary), die viele Sprichwörter und Vergleiche enthalten, die mehrfach wiederholt werden.

Wahlspruch von Madagaskar: Vaterland, Freiheit, Fortschritt

   Quelle:  http://de.wikipedia.org/wiki/Madagaskar

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Alle, die unter dem Himmel leben, sind zusammen verwoben, wie eine große Matte.

Ameisen können mit einem Reiskorn angreifen.


Armut wird ihm nicht erlauben, den Kopf zu heben, Würde wird ihm nicht erlauben, ihn zu beugen.


Auch wenn wir wenig Nahrung haben, werden wir es teilen, selbst wenn es nur eine Heuschrecke ist.

Behandel deinen Liebsten nicht wie eine Schwingtür: du bist verliebt, aber schiebst es hin und her.

Bei Krankheit gute Freunde; bei Gesundheit steckt einer dem andern das Haus an.


Besser ein wenig Geld als ein wenig Freundschaft verlieren.


Besser hässlich und gutmütig, als schön und bösartig.


Besser schuldig sein in den Augen der Menschen, als in den Augen Gottes.


Das Bellen des Hundes ist nicht Macht, sondern Angst.


Das Ende eines Ochsen ist Rindfleisch, und das Ende einer Lüge ist Trauer.


Das Kind von einer Ratte ist eine Ratte.


Das Leben ist schön.


Das magere Zebu*2 wird nicht von seinen Artgenossen geleckt.

Den fruchtbaren Reisstängel erkennt man an seiner gebogenen Form.

Denke nicht, es gibt keine Haie, weil das Wasser ruhig ist.


Der eine mag es nicht heiß, der andere mag es nicht kalt, macht es lauwarm, macht ein Abkommen.


Der faule Mann, der einen Spaten leihen geht, sagt: „Ich hoffe, dass ich keinen finde.“


Der Hund bellt nicht aus Stärke, sondern aus Furcht.

Der König erbt das Königreich, das Volk die Arbeit (Plackerei).

Der Kummer (die Trauer) ist wie eine Wolke, wenn sie schwer genug ist, fällt sie.

Der Ratschlag ist ein Fremdling, ist er willkommen, so bleibt er über Nacht, ist er es nicht, so geht er am selben Tag nach Hause.


Der sterbende Mensch kann nicht warten, bis das Leichentuch gewebt wurde.


Der Tadel ist wie der Wind: Man sieht ihn nicht, aber man spürt ihn.


Die Ehe ist kein fester Knoten, sondern ein loser Knoten.

Die Ehe ist nicht mit einem festen Knoten, sondern mit einem Ziehknoten geknüpft.


Die Erde ist ein riesiger Kochtopf und Männer sind das Fleisch darin.


Die Erde ist Gottes Braut - sie versorgt und pflegt die Lebenden die Toten.

Die Erde ist Gottes Hauptfrau, sie erhält die Lebenden und beschützt die Toten.


Die Faulheit geht so langsam, dass das Elend sie bald erreicht hat.


Die Jungen sind überhängende Felsen, die Alten Bäume am Rande eines Abgrunds, niemand weiß, wer zuerst stürzen wird.


Die Menschen sind wie Pflanzen im Wind: Sie beugen sich und erhebt sich wieder.


Die Schwanzfedern von Hähnen: schön, aber immer hinten.


Die Sorge ist wie ein kostbarer Schatz, den man nur den Freunden zeigt.

Die Tugenden sind der Frauen Spielzeug.


Du arbeitest, wenn du gesund bist, damit du aufhören kannst, wenn du krank bist.


Du denkst, dass die Maispflanzen stark sind, aber die Bohnenrebe erwürgt sie schon.


Du verfügst nicht über dein Vermögen, wenn du ein Vater bist.


Eine Frau vor der Scheidung hat viele Fehler, ein unverheiratetes Mädchen sieht vorzüglich aus, und mit einer Frau, die noch nicht Schwiegermutter ist, scheint man gut auskommen zu können.


Eine gute Rede kann sogar den Hunger besiegen!


Ein Ei bekämpft keinen Stein.

Einem Mann, der Problemen bekommt, geht es besser, als einem Mann, der sich scheiden lässt, wenn seine Frau ihn das erste Mal wütend macht.

Ein Huhn, das die Eier eines Krokodils ausbrütet, sucht Schwierigkeiten.
Ein hungriges Krokodil ist nie angenehm.
Ein hungriges Krokodil ist nie angenehm.

Ein Kanu weiß nicht, wer König ist. Wenn es sich dreht, wird jeder nass.

Ein leerer Sack kann nicht stehen.

Ein Mann findet viele Fehler in einer Frau, wenn er sich scheiden lassen will, und findet viele Reize in seiner Verlobten.

Ein Patient, der Essen schlucken kann, bringt die Krankenschwester zum Zweifeln.

Ein Reiskorn gesät, einhundert geerntet.


Ein Skandal ist wie ein Ei, wenn es ausgebrütet ist, bekommt es Flügel.

Ein wenig Regen jeden Tag füllt die Flüsse zum Überlaufen.

Eisen klingt nicht von allein.

Entehrt wie ein (Schande einem) Mann, dessen eigenes Haustier ihn beißt.

Erschreck nicht die Vögel, die du schießen willst.

Es gibt wenig Lügen, aber viele Worte mit doppeltem Gesicht.

Es ist besser, sich zu weigern, als zu akzeptieren und nicht zu gehen.

Es ist die Weichheit vom Kalk, die für den Vogel tödlich ist.


Feuerstein und Schießpulver: Jedes Mal wenn sie sich treffen, gibt es eine Explosion.

Freunde sind solche, die denselben Vater, Liebende solche, die dieselbe Mutter haben.

Freundschaft ist kostbarer als Geld. Lieber Geld verlieren als Freunde.

Freundschaft kann man nicht kaufen.

Geld ist wie ein Gast: Es kommt heute und geht morgen.

Grüße, wen du triffst, denn du weißt nie, wer deine letzten Schwiegereltern sein werden.

Gute Worte sind Nahrung, schlechte Worte Gift.

Gut zusammenleben ist wichtiger als Geschäfte machen.

Hast du Schulden, so legst du dich wohl nieder, schläfst aber nicht.

Heilen ohne Medizin ist eine gute Sache.


Helfe keinem Bullen aus einem Graben heraus, wenn er aus ihm heraus ist, wird er dich mit dem Kopf stoßen.


Hüten dich vor französischen Menschen, die vortäuschen, miteinander zu streiten: Sie werden dich zusammen bekämpfen.


Ich würde lieber sterben, als etwas essen, das fady
*1 ist.

Im Bitteren findest du Süßigkeit.
Im Bitteren ist es, wo man Süßigkeit findet.


Indem man ärgerlich (zornig) wird, zeigt man, dass man unrecht hat (sich irrt).


In einem Kampf mit einem Dummkopf ist es ein weiserer Mann, der beendigt.


In welche Hand man sich auch schneidet, der ganze Körper spürt den Schmerz.


Jeder Mensch hat zwei Gemahlinnen: seine Frau und seine Zeit.

Jeder Weg trifft einmal einen anderen Weg.

Junge Frau, schlechter Koch.

Keine zu bearbeitende Erde widersteht einem geschärften Spaten.

Krähen beklagen das tote Schaf, und fressen es dann.


Krähen sind überall schwarz.


Kreuze sind Leitern, die in den Himmel führen.


Lass deine Liebe wie Nieselregen sein: Sie kommt leise, schwillt aber zu einem Fluss.


Leben ist ein Schatten und ein Nebel; es geht schnell vorüber und ist nicht mehr.


Leben ist keine Belohnung und Sterben ist kein Verbrechen.


Liebe ist einfach wie junger  Reis, pflanze sie woanders, und sie wächst.


Lobe deine Frau nicht vor einem Jahr.


Man gibt seinem Kind keine Ratschläge bei der Rückkehr, sondern wenn es aufbricht.


Man kann keine Heuschrecke einem Kind geben, wenn man es noch nicht gefangen hat.


Menschen sind wie Aale im Wasser, sie wandern die Wege hin und her.


Messe nicht das Holz, bevor der Baum gefällt ist.


Möge deine Freundschaft nicht wie ein Stein sein: wenn sie bricht kann man die Stücke nicht zusammenfügen. Möge sie wie Eisen sein: wenn sie bricht, kann man die Stücke wieder zusammenschweißen.


Nichts ist so schwierig, dass Fleiß es nicht meistern kann.


Nichts ist so voll von Sieg wie Geduld.


Nimm keinen zweiten Bissen, bevor du den erste geschluckt hast.

Nimm nicht noch einen Bissen, bevor du geschluckt hast, was in deinem Mund ist.

Ohne den Wald gibt es kein Wasser mehr, ohne Wasser wird es kein Reis mehr geben.


Rat ist ein Fremder; wenn er willkommen ist, bleibt er für die Nacht; wenn nicht, verlässt er einen am gleichen Tag.

Regiere ein Land, wie du ein Krokodil auf einem Spieß braten würdest.

Reichtum ist wie Haare in der Nase: Es schmerzt, von wenigen oder von vielen getrennt zu werden.


Sanfte und gut gewählte Worte ebnen den Weg zum Reichtum.


Scheide eine junge Frau und du machst einen anderen Mann glücklich.

Schulden machen den Dieb.


Sei nicht hochfahrend gegen deinen Nächsten.


Sei nicht so besessen von der Liebe, dass du nicht bemerkst, wenn es zu regnen beginnt.

Sei nicht wie ein Geizhals, der für jene spart, die dich begraben werden.

Sei wie der Mund und die Hand: Wenn die Hand weh tut, bläst der Mund darauf, wenn der Mund weh tut, reibt ihn die Hand.


Selbst die Toten wünschen, in großer Zahl zu sein.


Sieben Kinder halten keinen Ehemann, aber viel Einsicht hält ihn.


Skandal ist wie ein Ei: Wenn er ausgebrütet ist, bekommt er Flügel.

Solange die Maus still bleibt, kann man sicher sein, dass die Katze auf Wache bleibt.

Sorge ist ein kostbarer Schatz, den man nur den Freunden zeigt.


Sprich im Walde nicht von Bäumen.


Traurigkeit (Trauer) ist ein wertvoller Schatz, den man nur lieben Menschen (Freunden) zeigt.


Trauer ist wie Reis auf einem Dachboden: du verwendest jeden Tag ein wenig und am Ende ist es alles weg.


Trete nicht das Kanu weg, das dir half, den Fluss zu überqueren.


Trete keinen schlafenden Hund.

Tue der Mauer Gutes, sie ist gut zum Daranlehnen, tu dem Stein Gutes, er ist gut zum Sitzen.


Überquere den Fluss in der Gruppe, und das Krokodil wird dich nicht fressen.

(Vergleichbares deutsches Sprichwort: Gemeinsam sind wir stark.)

Unentschlossenheit ist wie das Stiefkind: Wenn er seine Hände nicht wäscht, wird er schmutzig genannt, wenn er es tut, vergeudet er das Wasser.


Unglücklich ist, wer keinen Freund hat, mit dem er Leid und Schmerz teilen kann. Er gleicht einem Baum, der auf dem Rücken eines Berges allein dem Wind ausgesetzt ist.

Verhalte dich wie das Chamäleon: sieh vorwärts und beobachten hinten.

Von allen Fischen im Topf kannst du nur eine Suppe machen.


Während der Krankheit gute Freunde, bei Gesundheit steckt der eine dem anderen das Haus an.


Wahrheit ist wie Zuckerrohr - selbst wenn du lange darauf herumkaust, schmeckt es noch süß.


Was deiner Frau zustößt, stößt dir selber zu.


Welche Hand geschnitten wird, der ganze Körper empfindet den Schmerz.


Wenn deine Liebe auseinandergerissen ist, kannst du die Stücke nicht wieder zusammennähen.


Wenn der König herrscht, ist es dank der Menschen; wenn ein Fluss singt, ist es dank den Steinen.


Wenn die Enten quaken nehmen die Frösche es als Warnung.


Wenn die Krokodile gehen, kommen die Kaimane.


Wenn du eine Trommel in deinem eigenen Dorf verkaufst, bekommst du das Geld und behältst den Ton.

Wenn du jemanden wie eine wilde Katze behandelst, wird er deine Hühner stehlen.

Wenn du nach einem Land ohne Grabsteine suchst, wirst du ein Land von Kannibalen finden.


Wenn du weißt, was dir weh tut, dann weißt du, was anderen weh tut.


„Wenn es kein Junge wird, wird es ein Mädchen sein“, sagt die Wahrsagerin.


Wer nur stark ist, ohne vorsichtig zu sein, den erwartet kein langes Leben.

Worte sind wie Eier: wenn sie ausgebrütet sind, haben sie Flügel.

Zusammen mit einer Frau essen, ist, wie mit dem Teufel frühstücken.


*1 Fady sind Verbote auf Madagaskar, die das tägliche Leben in allen Bereichen regeln. Sie betreffen die elterliche Autorität, Schicksalsfragen, Verbote für den Verzehr von Tieren und Pflanzen, die Gründung eines Hauses, eine Beerdigung und die Umwendung der Toten. Die fady entstehen im familiären Bereich einer Dorfgemeinschaft und haben den Rang eines religiösen Gebotes. Nur das älteste Mitglied einer sozialen Gruppe hat das Recht und die Pflicht, neue fady auszusprechen und alte aufzuheben, wenn dies zur Erhaltung des Lebens notwendig ist. Oft ist die Verletzung eines Tabus für einen Madagassen schlimmer als der Tod.
Es gibt fady, die jedes Mitglied eines Dorfes beachten muss, und solche, die nur für die Frauen oder nur für die Männer gelten. Andere wiederum sind auf eine Familie oder sogar nur eine einzelne Person beschränkt.
Das Wort fady ist verwandt mit dem indonesischen Wort 'pali' oder 'padi' und entspricht dem aus der polynesischen Sprache bekannten Wort „tabou“.                                                                   Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fady_%28Verbote%29

*2 Das Zebu auch Buckelrind (Bos primigenius indicus) ist ein domestiziertes Hausrind, welches vom indischen Subkontinent stammt. Es ist besser an tropisches und subtropisches Klima angepasst als europäische Hausrindrassen. Zebus geben nur wenig Milch und wachsen langsamer heran als andere. Sie sind ideal für Extensivhaltung und Pflege von schwer zugänglichen Flächen. Wo andere Rinder nicht genügend Futter finden, genügen ihnen karge und mit Unkraut und Büschen überwucherte Flächen und verhindert so das verwildern.In Afrika sind viele Hausrindrassen aus Kreuzungen mit Zebus entstanden, um deren Hitzeverträglichkeit und Krankheitsresistenz zu erhalten. Sie stammen von einer anderen Unterart des Auerochsen ab als europäische Rinder. Die heutigen Hausrinder gehören zwei verschiedenen Linien ab und scheinen sich schon im wilden Zustand vor rund 600.000 Jahren getrennt zu haben.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zebu