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Sprichworte aus der Türkei

Flagge der Türkei
Die Nationalflagge der Republik Türkei hat auf rotem Grund einen weißen Halbmond mit Stern, auch als Mondstern oder Rote Flagge mit dem Mondstern bezeichnet. Die Verwendung und das Aussehen der Nationalflagge sind mit einem Gesetz vom 22.9.1983 geregelt.
Ursprünglich war die Flagge ein Halbmond auf blauem Hintergrund. 1793 wurde unter Sultan Selim III. der rote Hintergrund eingeführt und 1844 der fünfzackige Stern hinzugefügt. Die Flagge wurde am 5. Juni 1936 offiziell bestätigt. Die rote Farbe soll dabei an die Soldaten erinnern, die für das Land ihr Leben ließen.
Wappenentwurf von 1925
Emblem der Türkei
                  Wappenentwurf von 1925                                                  Emblem der Türkei

Seit Gründung der Republik führt die Türkei neben der Staatsflagge kein offizielles Wappen. Stattdessen wird ein Emblem oder Siegel mit Halbmond und Stern genutzt, wie es ähnlich schon im Osmanischen Reich verwendet wurde. Lediglich am oberen Rand wurde „Türkiye Cumhuriyeti“ (Republik Türkei) ergänzt. Das damalige Bildungsministerium führte 1925 ein Wettbewerb für ein Staatswappen durch. Sieger wurde der Entwurf von Namık İsmail mit den Staatssymbolen, darunter der graue Wolf, eines der Symbole der Turkvölker. Dieses Wappen wurde jedoch nie abgesegnet.

Die Republik Türkei ist ein Staat in Vorderasien und Südosteuropa. Der Einheitsstaat ist seit seiner Gründung im Jahr 1923 laizistisch und kemalistisch geprägt. Der Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk leitete eine Modernisierung der Türkei durch gesellschaftliche und rechtliche Reformen nach dem Vorbild verschiedener europäischer Nationalstaaten ein. Die Türkei wurde nach dem Ersten Weltkrieg als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches gegründet und hat eine Fläche von 783.562 km² und 76.667.864 Einwohner (31.12.2013).

Seit der Altsteinzeit ist das Gebiet der Türkei besiedelt. Im dritten und zweiten Jahrtausend v. Chr. lebten in Anatolien die Hetiter. Ihr Großreich mit der Hauptstadt Hattuša bestand von 1600 v. Chr. bis um 1200 v. Chr. Die Westküste Anatoliens (unter anderem Milet) wurde bereits seit Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends von Griechen besiedelt, die von dort aus an die Südküste und die Schwarzmeerküste vordrangen. Ab 334 v. Chr. eroberte Alexander der Große ganz Kleinasien. Nach dessen Tod zerfiel sein Großreich wieder. Später übernahm das Römische Reich die Herrschaft in Kleinasien bis zur Reichsteilung in West- und Ostrom (Byzanz) im 4. Jahrhundert n. Chr.. Danach gehörte das Land bis zum Eindringen der Araber und später der Seldschuken und Osmanen zu Byzanz.

Die ursprüngliche Heimat der Türken, genannt Kök-Türken, lag in Zentralasien und Westchina vom 6. bis 8. Jahrhundert und wurde als Kök-Türken-Reich bezeichnet. Die endgültige türkische Besiedlung Anatoliens begann mit dem Eintreffen der Seldschuken im 11. Jahrhundert n. Chr. Die Seldschuken schlugen die byzantinische Armee in der Schlacht von Manzikert im Jahre 1071 vernichtend. 1077 wurde das Sultanat der Rum-Seldschuken gegründet und daraufhin eroberten die Türken große Gebiete Ost- und Mittelanatoliens. Nach dem Überfall der Mongolen bildeten sich mehrere türkische Fürstentümer. Aus einem dieser türkischen Fürstentümer entstand ab 1299 das Osmanische Reich, gegründet von Osman I., Gazi (1259–1326). Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 herrschten die Osmanen über große Teile des Nahen Ostens, Nordafrikas, der Krim, des Kaukasus und des Balkans. Vor Wien wurde das osmanische Heer 1683 am Kahlenberg geschlagen und danach aus seinen europäischen Gebieten bis auf den Zipfel westlich des Marmarameeres, zwischen Istanbul und Edirne, zurückgedrängt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte das Osmanische Reich an der Seite der Mittelmächte. Nach der Niederlage der Mittelmächte verlor das Osmanische Reich infolge des Friedensvertrages von Sèvres alle Gebiete außerhalb von Anatolien und Thrakien und das Gebiet der heutigen Türkei sollte weitgehend zerstückelt werden. Griechenland wurden die Stadt Smyrna (türkisch İzmir) und Teile von Westanatolien zugesprochen, die Region um Adana sollte an die Italiener gehen, und der französische Besitz sollte neben Syrien auch Kilikien umfassen. In den östlichen Landesteilen der heutigen Türkei mit den Städten Kars, Ardahan und Erzurum sollte ein armenischer Staat entstehen. Südlich davon und östlich des Euphrat wurde den Kurden eine autonome Region zugesprochen.

Mustafa Kemal Pascha organisierte ab dem 19. Mai 1919 den politischen und militärischen Widerstand gegen diese Pläne. Der nachfolgende Krieg endete am 9. September 1922 mit der Rückeroberung Izmirs. Nach Ende der der Kämpfe wurden Griechen und Türken aus dem jeweilig anderen Land vertrieben. Nach dem Sieg der Türkei wurden am 24. Juli 1923 mit dem Vertrag von Lausanne die bis heute gültigen Grenzen des neuen Staates völkerrechtlich anerkannt. Gleichzeitig wurde die wechselseitige Vertreibung der Minderheiten legalisiert. Nachdem alle ausländischen Militäreinheiten Anatolien verließen, rief Mustafa Kemal Pascha am 29. Oktober 1923 die türkische Republik aus. Danach führte Mustafa Kemal Pascha tief greifende Reformen im politischen und gesellschaftlichen System durch, welche die Türkei in einen modernen, säkularen und europäisch orientierten Staat verwandeln sollten. Von der Nationalversammlung erhielt Mustafa Kemal Pascha den Namen Atatürk (Vater der Türken). Unter seiner Führung wurde im Jahre 1922 das Sultanat abgeschafft, am 3.3.1924 folgte die Abschaffung des Kalifats gefolgt von der Scharia. 1926 wurde die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender ersetzt sowie das metrische System eingeführt und in den folgenden Jahren wurden ganze Rechtssysteme aus europäischen Ländern übernommen und den türkischen Verhältnissen angepasst. Am 26. Juni 1945 unterschrieb die Türkei die Charta der Vereinten Nationen und ist damit einer der 51 Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen und 1952 trat sie der NATO bei

   Quellen:  
http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkei
                 http://de.wikipedia.org/wiki/Flagge_der_T%C3%BCrkei

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Türkische Sprichwörter   A bis H    /   I bis Z


Achte nicht auf den, der spricht, achte auf das, was gesprochen wird.


Allah beschütze mich vor dem Richter und dem Doktor.

Allah gab den Narren Münder, nicht zum Sprechen, sondern zum Essen.

Allah gibt ein Brot, einem anderen Appetit.

Alte Besen wirft man aufs Dach.

Alten Städten ziemt kein neuer Brauch.

Alte Schüssel, altes Hamam*2.
(Das bedeutet, es ändert sich nie etwas, es ist immer dasselbe wie schon immer.)

Altes Dampfbad, alte Schöpfschale.
(Gleiche Bedeutung wie das vorherige Sprichwort.)

Altes Stroh muss man nicht aufwühlen, den schlafenden Löwen nicht wecken.

Am Ende der Geduld wartet der Segen.

Anders ist der Honig, anders sein Preis.
(Ähnliche Bedeutung wie das deutsche Sprichwort: Wer den Honig kaufen muss, dem schmeckt er nicht so süß.)

An diesem Ende des Marktes erzählte er eine Lüge, am anderen Ende glaubte er sie selbst.

An einem Regentage, wie viele spenden da den Hühnern Wasser!

Angst hilft nicht gegen den Tod.

Arbeite nicht mit dem Matten, tummle dich nicht mit dem Satten.

Arbeit ist der Spiegel des Menschen.

Armut ist ein Hemd von Feuer.

Auch wenn du tausend Dinge weißt, frag den der ein einziges weiß.

Auf acht Tage Leben kommen neun Tage Arbeit.

Auf einem Seil können nicht zwei Akrobaten tanzen.

Auf einen Baum mit Früchten wirft man Steine.

Auf einen Hieb fällt kein Baum.


Auf jeden Abend folgt ein Morgen.


Auf Verheißungen der Großen und auf Wasser baue nicht, der Abenddämmerung, dem Wort des Weibes und dem Mute des Pferdes vertraue nicht.


Aus alter Baumwolle wird kein Lappen, aus einem alten Feind kein Freund.


Aus dem Maul eines Hundes holt man keinen Knochen.


Aus des Fürsten Brunnen schöpfe nicht.
(Ähnliche Bedeutung wie in Deutschland die Sprichwörter: Mit Herrn ist bös (nicht gut) Kirschen essen. oder: Mit dem Teufel ist nicht gut Kirschen essen.)

Befreunde dich nicht mit dem Hungrigen; sagt er auch, ich esse nicht, er füllt sich dennoch den Bauch.


Beginne wie ein Türke und beende wie ein Deutscher.

(Das bedeutet, man sollte eine Aufgabe nicht nur mit großem Eifer beginnen (wie ein Türke), sondern auch gewissenhaft und diszipliniert zu Ende zu bringen (wie ein Deutscher).

Behalte das Heu. Die Zeit es zu verwenden wird kommen.
(Das bedeutet, etwas kann so schlecht sein, wie es will. es ist trotzdem noch zu etwas zu gebrauchen. Vergleichbare deutsche Sprichwörter: Es ist nichts so bös, es ist zu etwas gut. und Es ist nichts so schlecht, es ist zu etwas gut.)

Beim Geliebten ist alles vortrefflich.

Beobachte die Mutter und heirate die Tochter.

Berge kommen nicht zusammen, aber Menschen.


Besitz kann man irgendwo finden, Leben nicht.


Besser arm und schuldenfrei, als ein Fürst sein.


Besser ein Ei allein als eine Henne in Gemeinschaft.

(Siehe auch das türkische Sprichwort mit gleicher Bedeutung: Lieber ein Kalb für sich als einen Ochsen mit anderen.)

Besser ein offenbarer Feind als ein versteckter Freund.

(Deutsche Sprichworte mit ähnlicher Bedeutung: Besser ist ein offener Feind als ein schmeichlerischer Freund. und Öffentliche Feinde sind besser denn Heuchler.)

Bessere Rede gibt es nicht als: Mir ist nichts bekannt, ich habe nichts gesehen.


Besser heute ein Ei als morgen ein Huhn.

Besser heute ein Huhn als morgen eine Gans.

(Die Sprichwörter haben die gleiche Bedeutung wie in Deutschland das: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.)

Besser ist es wach zu bleiben, als schreckhafte Träume sehen.

Besser mit vollem Magen sterben, als mit leerem leben.

Besser schlaflos liegen als böse Träume haben.

Besser schweigen als zu viel reden.


Bewahre das Heu, die nutzbare Zeit wird kommen.


Billigkeit ist halbe Religion.

Bis der Kluge die Brücke gefunden hat, hat der Dumme das Wasser durchschritten.


Bis man über der Brücke ist, muss man zum Bären Onkel sagen.

Blut, das fließen soll, bleibt nicht in den Adern.


Böses am Morgen ist besser als Gutes am Abend.

(Gleiche Bedeutung wie das deutsche Sprichwort: Morgenstund hat Gold im Mund.)

Böse Worte bringen den Menschen um seinen Glauben, süße Worte bringen die Schlange aus ihrem Loch.


Das Antlitz des Schuldigen erbleicht.


Das Auge des Herrn ist der Striegel des Pferdes.


Das Auge des Herrn macht die Kuh fett.

(Ähnliches Sprichwort auch in Kroatien.)

Das Auge des Verliebten ist blind.


Das erste Glas macht dich zur verspielten Gazelle, das zweite zum feurigen Zebra, das dritte zum brüllenden Löwen und das vierte zum albernen Esel.


Das Geschäft kennt weder Vater noch Mutter.


Das Gesetz ist nur für die Armen, Recht nur für die Reichen.

Das Glück ist von Glas, blinkt es am hellsten, springt es am schnellsten.
(Deutsches Sprichwort mit gleicher Bedeutung: Glück und Glas, wie leicht bricht das.)

Das gute Wort bringt die Schlange aus der Höhle.

Das Herz lässt sich nicht befehlen.

Das Huhn von heute ist besser als die Gans von morgen.

Das hungrige Huhn träumt von Getreide.

Das Küchenmesser macht noch nicht den Koch.


Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.


Das Leichentuch hat keine Tasche.

Das Mädchen, das seiner älteren Schwester vertraut, bleibt ohne Mann.

Das Maul ist schnell gefüllt, aber langsam das Auge.


Das Meer kann nicht ohne Wellen sein und das Herz nicht ohne Liebe.


Das Pferd fällt um, der Sattel bleibt; der Mensch stirbt, aber sein Name dauert.

Das Pferd ist dessen, der es reitet, der Säbel dessen, der damit streitet.

Das rohe Wort trifft den Urheber.


Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.


Das Waisenkind schneidet sich selbst die Nabelschnur ab.

(Hier wird etwas Unmögliches verlangt. Sinngemäß bedeutet das Sprichwort, wenn man allein ist, muss man alles alleine machen und sich selbst helfen, da man von anderen nichts erwarten kann.)

Das weiße Geld ist für schwarze Tage.

Das Werkzeug tut die Arbeit, aber die Hand wird gepriesen.

Deines Esel Schwanz stutze nicht vor den Leuten; einer findet ihn zu lang, der andere zu kurz.

Dein Ruf ist es, der dein Werk mit Erfolg krönt, nicht du selbst.
Dein Ruf ist`s, der dein Werk gelingen macht, nicht du selbst.

Dem Faulen ist jeder Tag ein Festtag.

Dem Gesunden ist jeder Tag ein Festtag.


Dem Hahn, der zu früh kräht, dreht man den Hals um.

Dem Narren ist jeder Tag Festtag.

Dem Ochsen ist sein Horn, dem Vogel sein Flügel keine Last.

Dem toten Löwen rauft man den Bart aus.


Dem Türken scheint die Stadt ein Gefängnis.


Dem Türken bleibe nichts schuldig, am Hochzeitstag oder am Bayramfest
*1 wird er seine Schuld eintreiben.

Den Allerglücklichsten nenne ich den, der noch träumend in der Wiege liegt.


Den Bauch kann man füllen, das Auge füllt nur Grabstaub.

Den Stein, den ein Verrückter in einen Brunnen wirft, können 40 Kluge nicht wieder heraufholen.

Den Toten beweint man an seinem Tage.

Den Wert des Goldes kennt der Wechsler.

Der als tüchtiger Schüler sich gezeigt, wird im Wert den Meister übertreffen.

Der ängstliche Händler macht zwar keinen Verlust, aber auch keinen Gewinn.

Der Apfel fällt nicht weit von seinem Baume.

(Ein Sprichwort, das in vielen Ländern so oder ähnlich bekannt ist.)

Der aufrecht stehende Bauer ist größer als der, der das Knie beugt.


Der Bär hat 100 Geschichten, 99 sind von Birnen.

Der Bär hat vierzig Lieder. Alle handeln von der Holzbirne.
Der Bär kennt neun Lieder, alle handeln von wilden Birnen.

Der Berggipfel ist nie ohne Wolken.

Der Charakter steckt unter der Seele, solange man diese nicht aushaucht, gibt man jenen nicht auf.

Der dem eben dem Ei entschlüpften Vöglein das Nest macht, ist Gott.

Der Dieb mag lügen, der Diebstahl nicht.

Der echte Edelstein gibt sich selbst kund.

Der Eine sät, der Andere erntet.


Der entwischte Fisch scheint groß.

Der Ertrinkende klammert sich an die Schlange.

Der Esel, dem etwas weh tut, läuft schneller als das Maultier.


Der Esel stirbt auf den Weiden, das Haus muss den Schaden leiden.


Der Fisch stinkt zuerst am Kopf.


Der Freund schaut auf den Kopf, der Feind auf den Fuß.

Der Fuchs, der die Trauben nicht erreichen kann, sagt, sie sind sauer.
(Das bedeutet, von dem, was man nicht kann, wird behauptet, es nie gewollt zu haben oder sowieso nicht zu brauchen. Gleiches Sprichwort auch in Deutschland.)

Der Fuchs wechselt sein Fell, aber nicht sein Wesen.

Der Gast ist dem Gast nicht willkommen, aber beide dem Wirt.

Der Gewerbefleiß der Väter soll der Kinder Erbe sein.

Der Hase war dem Berg böse, der Berg merkte es nicht.


Der Herr des Hauses ist der Gast des Dieners.

Der Hund, den man gegen seinen Willen auf die Jagd nimmt, fängt kein Wild.

Der hungrige Esel läuft schneller als das satte Rennpferd.

Der Hungrige springt sogar ins Feuer.

Der Hungrige zankt, mit wem es sei.


Der ist töricht, der spricht und sich selber zuhört.

Der Kamin entzündet sich von innen.

Der Kluge bemüht sich, alles richtig zu machen. Der Weise bemüht sich, so wenig wie möglich falsch zu machen.


Der Kluge denkt, bevor er spricht, der Dummkopf spricht, bevor er denkt.

Der Kluge will wissen, der Dumme will reden.

Der Kommende lässt den Gehenden vermissen.
(Das bedeutet, wenn man etwas neues besseres hat, kann man getrost auf das alte verzichten.)

Der Kopf wird nach der Zunge gemessen.

Der Kummer des Toren ist, immer froh sein zu wollen.

Der Kundige braucht keine Erklärung.


Der Leidende wird zum Schwätzer.

Der Lohn für den Freund der Wahrheit ist, dass man ihn aus der Stadt jagt.

Der Lügner braucht ein gutes Gedächtnis.

Der Magen der Waise wird nicht satt.


Der Magen des Gierigen wird satt, sein Auge nicht.


Der Mensch erwirbt durch die Zunge und verdirbt durch die Zunge.


Der Mensch ist des Menschen Spiegel.


Der Mensch macht schwarze Erde aus dem grünen Blatte.

Der Mensch tötet keinen, den nicht Gott tötet.

Der Mund wird nicht süßer, indem er »Honig, Honig« sagt.


Der Nagel beschützt das Hufeisen, das Hufeisen das Pferd, das Pferd den mann, der Mann das Land.


Der Satte kennt nicht die Leiden des Hungrigen.

Der Schlange, die schläft, tritt nicht auf den Schwanz.
(Ähnliche Bedeutung wie das deutsche: Schlafende Hunde soll man nicht wecken.)

Der Schönheit steht alles.


Der Schwur des Betrunkenen reicht nur bis zur nächsten Kneipe.


Der Sohn des Geizhalses wird ein Trotzkopf.


Der Spiegel des Menschen sind seine Taten, auf die Worte kommt es nicht an.


Der Tatar verkauft auch seinen Vater.


Der Teufel greift in Angelegenheiten ein, sobald diese schnell und unüberlegt erfolgen.


Der Teufel verführt alle Menschen, aber Faule verleiten den Teufel.

Der Tod ist ein schwarzes Kamel, das an jedermanns Tor kniet.

Der Tor gleicht einem Hahn, der zur Unzeit kräht.


Der ungefähre Stein schlägt dir den Schädel ein.


Der Vater schenkte dem Sohn den Weingarten, der Sohn gab dem Vater nicht einmal eine Traube.


Der wahre Mann weiß auch aus Stein sein Brot herauszuschlagen.


Der weltliche Besitz bleibt auf der Welt.
(Deutsches Sprichwort mit gleicher Bedeutung: Das letzte Hemd hat keine Taschen.)

Der Wolf liebt trübes Wetter.

Der Wurm nagt am Baum, die Sorge am Menschen.

Der Zeuge stirb, aber der Schuldschein nicht.

Der Zucker behält seinen rechten Geschmack, ob er weiß oder schwarz ist.

Des blinden Vogels Nest baut Gott.

Des Hirten Geschenk ist Fichtenharz.

Des Lügners Haus war verbrannt, niemand hat es geglaubt.

Des Teufels Freundschaft reicht bis zum Gefängniseingang.

Die Ausgabe ist die Tochter der Einnahme.

Die Ausnahme macht die Regel nicht ungültig.


Die Bären fressen die feinsten Birnen.

Dieb und Dieb gesellt sich gern.
(Sprichwort in Deutschland: Gleich und Gleich gesellt sich gern.)

Die Faulheit und die Hilflosigkeit heirateten, das geborene Kind nannten sie Reue.


Die Freundschaft des Teufels endet am Galgen.


Die Gäste essen nicht, was sie erwarten, sondern was man ihnen vorsetzt.

Die Hand, die nicht abzuschneiden ist, küsse.

Die Hölle hat kein Feuer, jeder bringt sein Feuer selber mit.

Die Hunde bellen (Der Hund bellt), aber die Karawane zieht weiter.
Die Hunde bellen (Der Hund bellt), die Karawane zieht weiter.
Die Hunde bellen (Der Hund bellt) und die Karawane zieht weiter (vorüber).
„bellen“ über jemanden gehässig reden (kritisieren, schlecht machen). Sich nicht um das Gerede von Kritikern und anderen kümmern, sondern unbeirrt vom Widerstand die eigenen Ziele weiter verfolgen.
International verbreitetes Sprichwort (armenisch, deutsch, spanisch, indisch, kurdisch), wahrscheinlich türkischen Ursprungs.

Die hungrige Henne findet von selbst das Korn in der Scheune.


Die Katze frisst nicht immer Rahm.

Die Kerze des Lügners brennt bis zum Sonnenuntergang.

Die Kutte macht den Derwisch nicht.


Die Maus passte nicht ins Loch, und dazu hatte sie einen Kürbis an den Schwanz gebunden.


Die Mutter eines feigen Sohnes hat nicht geweint.

Die Nase fällt nicht aus dem Gesicht.

Die Prügel stammt aus dem Paradies.

Die Ratschläge der Frauen taugen nur für Frauen.

Die Schlange, die mich nicht beißt, soll tausend Jahre leben.


Die Seele ist das Schiff, Vernunft das Steuer und die Wahrheit der Hafen.

Die Sonne lässt sich nicht mit Lehm zuschmieren.
(Nichts lässt sich dauerhaft verbergen. Deutsches Sprichwort mit gleicher Bedeutung: Die Sonne bringt es an den Tag.)

Die Taugenichtse sind in der Schenke zu Hause.

Die Tiere suchen durch Belecken, die Menschen durch Befragen einander zu entdecken.


Die Trägheit schreitet langsam und findet das Elend unterwegs.


Die Traube wird schwarz, indem sie die andere Traube anschaut.
(Das bedeutet, etwas oder jemand Gutes kann durch schlechte Gesellschaft beeinflusst und ebenso schlecht werden. Vergleichbare deutsche Sprichwörter: Böse Gesellschaft verdirbt gute Sitten. und Schlechte Beispiele verderben gute Sitten. und Ein schlechtes Ei verdirbt den gesamten Pudding.)

Die ungenagelte Dachschindel entführt der Wind.

Die Unverschämten sind niemals ohne Wunden.


Die Wand hat Ohren, der Wind hat eine Stimme.

Die Wasserflasche ist auf dem Wege zum Wasserholen zerbrochen.
(In vielen Ländern zerbrechen die Krüge einmal, der Kürbis geht wie in Ungarn unter oder man büßt wie in Italien die Pfoten ein. Eine Sache dauert nicht ewig, irgendwann geht alles zu Ende oder zu Bruch)

Die Wissenden reden nicht, die Redenden wissen nicht.


Die Wunde vom Säbel wird heil, die Wunde von der Zunge nicht.

Die Zunge hat keine Knochen, aber sie zermalmt Knochen.

Die Zunge hat keinen Knochen, sie spricht.

Die Zunge in deinem Munde halte gefangen.

Die Zunge ist schärfer als das Schwert.

(Sprichwort auch in Vietnam)

Die zwei Hände dienen dem einen Kopf.


Dränge dich nicht zwischen Nagel und Fleisch.


Dreck bleibt Dreck, und wenn er auch den Euphrat überquert.

Durch eine Hand von Gold schneidet kein Messer.

Durch Irren wird man klug.
Echte Freunde werden an schlechten Tagen offenkundig.

Eifersüchtig schwillt der Mond, sieht er unserem Kusse zu, kommt nach einem Monat erst wieder in die alte Ruh.

Ein alter Freund, ein altes Bad.

(Beide wechselt man nicht gern.)

Ein ängstlicher Kaufmann macht keinen Gewinn und keinen Schaden.

Ein Bär, der hungrig ist, spielt nicht.

Ein Bauer, der aufrecht steht, ist höher als ein Edler, der kniend fleht.

Ein bitteres Wort kommt aus bitterem Herzen.

Ein böser Nachbar stiftet Unheil bis ins siebente Stadtviertel.

Ein Dummer bekommt vom Feiern, ein Kind vom Spielen nie genug.


Eine Blume macht keinen Sommer.

(Gleiche Bedeutung wie in Deutschland das Sprichwort: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.)

Eine böse Erfahrung bringt mehr als tausend Ermahnungen.


Eine einzelne Hand gibt keinen Ton.

Eine Hand wäscht die andere, beide waschen das Gesicht.
(Ursprünglich aus „Apocolocyntosis“ (Verkürbissung) von Seneca im Sinne von Veräppelung. Original lat.: „Manus manum lavat“ Die Fortsetzung lautet: . . gib etwas und du bekommst etwas. Wurde auch zum Sprichwort in Deutschland und etlichen anderen Ländern.)

Ein einziger Freund ist wenig, ein einziger Feind ist viel.


Ein einziger Vorteil ist tausend Zaubereien wert.

Eine Lanze passt nicht in den Sack.

Einem faulen Schaf wird selbst sein Fell zur Last.


Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul.

(Sprichwort auch in Deutschland und anderen Ländern.)

Einem Pferd, das hinkt, schlägt man nicht aufs Bein.


Einen Geizhals zu bitten, heißt, einen Graben ins Meer schaufeln.


Einen Leichnam benütze nicht als Brücke.


Einen Satten gut zu bewirten ist schwer.


Einer bitteren Aubergine schadet der Raureif nicht.

Eine schlechte Gewohnheit ist schlimmer als jedes aufbrausende Gefühl.

Eine Sprache, ein Mensch. Zwei Sprachen, zwei Menschen.
(Das bedeutet, wer zwei Sprachen sprechen und verstehen kann, gilt als zwei Menschen und kann zur Verständigung verschiedener Menschen beitragen.)

Eine Stunde Gerechtigkeit geübt, gilt mehr als 70 Jahre Gebet.
Eine Stunde Gerechtigkeit ist mehr als siebzig Jahre Gebet.

Eine Tasse Kaffee kann der Beginn einer lebenslangen Freundschaft sein.

Eine Waffe ist ein Feind, selbst für ihren Besitzer.

Ein Fisch kommt nur zur Vernunft, wenn er im Netz gefangen ist.
(Das bedeutet, erst wenn das Unglück eingetreten ist, überlegt man sich, wie man es hätte vermeiden können. Vergleichbare deutsche Sprichwörter: Durch Schaden wird man klug. und Mit Scham und Schaden wird man klug und gelehrt.)

Ein Freund ist mehr wert, denn ein Verwandter.

Ein Freund sagt auch bittere Wahrheiten.

Ein grober Knuff gilt dem Bauern als Scherz.

Ein guter Wein und ein schönes Weib sind zwei süße Gifte.

Ein Haus ohne Streit ist wie eine Hochzeit ohne Musik.

Ein „heute“ ist besser als zwei „morgen“.


Ein hungriger Bär tanzt nicht.


Ein hungriger Hund wird nicht wütend.


Ein hungriges Huhn träumt vom Weizen in der Scheune.

Ein Jahr sagst du, ein Blitz ist es.

Ein Kamel springt eher über einen Bach, als dass ein Dummer seinen Verstand benutzt.

Ein lachender Essigverkäufer macht bessere Geschäfte als ein Honigverkäufer mit saurer Miene.

Ein leerer Sack bleibt nicht stehen.

Ein Narr wirft einen Stein in den Brunnen, hundert Intelligente schaffen es nicht, ihn herauszuholen.


Ein niedriger Esel ist leicht zu reiten.

Ein offener Mund bleibt nicht hungrig.
(Das bedeutet, dass wer verlangt und fordert, oft auch etwas bekommt.)

Ein öffentlicher Hochzeitszug ist ein Festtag.

Ein Pfeil trifft nie zwei Vögel.

Einsamkeit ist das Nest der Gedanken.

Ein schlechtes Gewissen verrät sich selbst.

Ein Sklave bin ich dessen, der mich schätzt; ein Meister dessen, der mich verletzt.

Ein törichter Freund ist eine größere Plage als ein weiser Feind.


Ein Vater erhält neun Kinder; neun Kinder können keinen Vater erhalten.

Ein Versprechen gilt als Schuldigkeit.


Ein Verstand ist dem anderen Verstand überlegen.

Entgangenes kehrt nicht wieder.


Erborgtes Geld geht mit Lachen, kommt mit Weinen.


Erst binde deinen Esel fest, dann empfehle Gott den Rest.


Erst denken, dann reden.


Er streut Salz und Pfeffer auf seine Wunde.

Esel bleibt Esel, auch mit einem goldenen Sattel.

Es gibt keinen Menschen ohne Kummer. Gibt es einen solchen, dann ist er kein Mensch.

Es gibt Menschen, es gibt auch Menschlein.

Es gibt Worte, die zum Erfolg führen, und es gibt Worte, die den Kopf kosten.


Es ist leicht tausend Herzen zu brechen, aber schwer eines zu gewinnen.

Etwas nicht zu wissen ist keine Schande, etwas nicht zu lernen ist eine.


Faule Bohnen finden einen blinden Käufer.


Feuchtigkeit zerstört die Mauer, Gram und Sorge den Menschen.


Frage, damit du weißt.

Frag nicht den Arzt, frag den Kranken.

Für den, der etwas bekommt, ist ein Mückensummen Musik, für den, der nichts bekommt ist Trommel und Pfeife zu wenig.

Für den Dieb den Strick, für den Verbrecher das Gefängnis.
(Ähnliche Bedeutung wie das deutsche Sprichwort: Kleine Diebe hängt man, die großen lässt man laufen.)

Für den dummen Kopf werden die Füße bestraft.
(Vergleichbares deutsches Sprichwort: Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben.)

Für den Ledigen ist die Ehescheidung einfach.

Für eine Laus verbrennt man keine ganze Bettdecke.

Für einen Freund isst man auch ein rohes Hühnchen.

Für Talent gibt es keine Schule.

Für Verrückte ist jeder Tag ein Fest.

Geborgtes Geld geht lachend hin und kommt weinend zurück.

Geduld ist der Schlüssel zur Freude.

Geld dient klugen Menschen und beherrscht dumme Menschen.

Gespaltene Pfähle lassen sich nicht einschlagen.


Gewinne Freunde, Feinde kann dir sogar deine Mutter zur Welt bringen.


Gib dein Herz nicht einem Verheirateten, er wird nach Hause gehen und dich vergessen.

Gib ihm fünf Geldstücke, damit er redet und zehn Geldstücke, damit er schweigt.


Gib wenig, bitte um viel.

Gilt es zu hören, sei der Erste! Sei der Letzte, wenn es zu reden gilt!


Glaube nicht alles, was du hörst, sag nicht alles, was du siehst.

Gläubiger haben ein besseres Gedächtnis als ihre Schuldner.


Glaub nicht, dass jeder, der dich anlächelt, ein Freund ist.


Gleich, an welchem Punkt eines Irrweges man umkehrt: es ist immer ein Gewinn.

Gleichgültig, wie weit du auf der falschen Straße gegangen bist, kehre um!

Gott bereitet dem blinden Vogel das Nest.

Gott gab den Toren Münder nicht, damit sie reden, sondern damit sie essen.

Gott schiebt auf, aber versäumt nicht.

Grausamkeit ist Dummheit.

Großer Besitz kann nicht ohne Unrecht, viele Worte können nicht ohne Lüge sein.

Großer Kopf, große Sorgen.


Guten Rat kann man erteilen, gute Sitten nicht.


Guter Wein und ein reizendes Weib sind zwei süße Gifte.


Gute Taten gehen nie verloren.

Habgier im Kleinen bringt Schaden im Großen.

Halt die Augen offen, sonst öffnen sie dir andere.

Hast du Geld, so bist du weise. Hast du keines, bist du ein Narr.


Hast du Traubensirup, kommen die Fliegen bis von Bagdad her.


Hat die Erde ein Oben, so hat sie auch ein Unten.

Hätte der Kahle eine Salbe, würde er sie auf den eigenen Kopf streichen.

Heimat ist nicht da, wo man geboren ist, sondern da, wo man satt wird.


Heraus mit dem Auge, das mir unnütz!


Herz und Zunge sind klein, aber sie zeigen die Größe des Mannes.

Hoffen, dass ein Imam*3 Almosen reiche, heißt Tränen aus den Augen einer Leiche erwarten.

Hoffnung ist das Brot der Armen!
(Das bedeutet, egal wie schlecht es einem geht, man hofft immer auf mehr und Besserung der eigenen schlechten Lage. Ähnliche deutsche Sprichwörter: Den Narren macht die Hoffnung reich. und Die Hoffnung sättigt nicht.)

Hör hundertmal, denk tausendmal, sprich einmal.

Hund und Katze sind überall, wo man sie nicht ruft.


Hüte dich vor dem, dem du einen Gefallen getan hast.

Türkische Sprichwörter   A bis H    /   I bis Z
*1  Bayram - ist die türkische Bezeichnung für Feiertage. Es bezeichnet sowohl die religiösen Feiertage als auch die staatlichen Feiertage. Die beiden kanonischen Hauptfeste des Islam tragen in der Türkei beide den Namen Bayram. Wegen des islamischen Mondkalenders wandern sie durch alle Jahreszeiten. Der Ramadan Bayramı beendet als Fest des Fastenbrechens den Ramadan. Das Fest dauert drei Tage. Für die muslimische Bevölkerung ist es eines der bedeutendsten und volkstümlichste Fest. An diesem Tag küssen Jüngere als Zeichen des Respekts den Älteren die Hände und werden ihrerseits mit Bonbons, Geld oder anderen Geschenken belohnt.                                Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bayram
   
*2 Hamam = Hammām ist ein Dampfbad im arabischen Kulturraum. Es ist ein wichtiger Bestandteil der islamischen Bade- und Körperkultur und ist auch unter den Namen „Türkisches Bad“ oder „Orientalisches Bad“ bekannt. Neben dem Reinigen und Schwitzen dienen Hammāms auch viel zur Schönheitspflege. Der Hammām ist eine Weiterentwicklung des griechisch-römischen Bades, das die Byzantiner benutzt haben, welches später die Araber übernommen haben.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hammām

*3 Imam - ist ein arabischer Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen. Im Koran hat er die Bedeutung von „Vorsteher, Vorbild, Anführer“. In der klassisch-islamischen Staatstheorie bezeichnet er das geistliches Oberhaupt der islamischen Gemeinschaft in Nachfolge des Propheten und Religionsstifters Mohammed. Daneben wird auch der Vorbeter beim Ritualgebet Imam genannt. Er wird auch als Ehrentitel für herausragende muslimische Gelehrte und Persönlichkeiten verwendet.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Imam
   
*4 Ramadan (der heiße Monat) ist der Fastenmonat der Muslime und neunter Monat des islamischen Mondkalenders. In ihm wurde nach islamischer Auffassung der Koran herabgesandt.