Sprichwörter aus Russland
Hier stehen über 7000 Sprichwörter aus Russland,
seinen Regionen, Föderationskreisen und Republiken
und von über 60 Volksgruppen innerhalb Russlands.
Flagge von Russland Wappen von Russland
Russland ist ein föderativer Staat im nordöstlichen Eurasien. Russlands ist mit 17,075 Millionen Quadratkilometern das flächengrößte Land der Erde (11% der Weltlandfläche, wie etwa Australien und Europa zusammen). Auf Asien entfallen 75 Prozent der Landfläche, auf Europa 25 Prozent. In Russland befindet sich auch der älteste und tiefste Binnensee der Welt (Baikalsee) und es verfügt über das größte Süßwasservorkommen der Welt (Baikal- und Ladogasee. Bis auf die Tropen sind alle Klimazonen vertreten. Mit ca. 144,5 Millionen Einwohnern (2019, ohne Krim) zählt Russland zu den weltweit am dünnsten besiedelten Flächenstaaten.
Der Anfang Russlands geht auf einen Normannen-Fürsten namens Rurik zurück, der 862 von slawischen und finnischen Stämmen zur Herrschaft eingeladen wurde. Für dessen minderjährigen Sohn eroberte der Regent Oleg 882 von Nowgorod aus die Stadt Kiew. Damit wurde das Großreich der Kiewer Rus begründet. 1263 errang das Großfürstentum Moskau die Vormachtstellung, welches durch stetigen politischen und geografischen Machtzuwachs zur Keimzelle des russischen Reiches wurde.
Nachfolgestaat wurde das von Iwan IV., dem Schrecklichen, im Jahr 1547 proklamierte Russische Zarenreich, welches bis 1917 bestand hatte. Nach dem Ende der Sowjetunion am 31.12.1991 ist die Russische Föderation der „Fortsetzerstaat“
Die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) war die älteste, größte und bevölkerungsreichste Unionsrepublik der Sowjetunion. Sie wurde am 7. November 1917 gegründet und gehörte 1922 zu den Gründungsmitgliedern der Sowjetunion. Kurz vor deren Auflösung wurde sie als Russische Föderation unter Wahrnehmung aller Rechte und Pflichten der UdSSR unabhängig. Am 12. Juni 1990 nahm der erste Kongress der Volksdeputierten der RSFSR die Deklaration der staatlichen Unabhängigkeit Russlands an. Seit 1994 ist der 12. Juni als „Tag Russlands“ Nationalfeiertag.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Russland
Seit dem 24.2.2022 ist die Russische Föderation durch den Angriffskrieg auf die Ukraine und den dadurch begangenen Völkerrechtsbruch zum Aggressor geworden. In dem durch nichts begründeten Krieg gegen das Nachbarland versucht Putin mit der russischen Armee die Ukraine zu erobern und zu besetzen um den Ukrainischen Staat auszulöschen. Nach Putins Meinung sei das Ukrainische Volk kein eigenständiges Volk, sondern ein Teil des russischen. Endziel Putins ist damit die Auslöschung des Ukrainischen Volkes und und Staates und Eingliederung des Ukrainischen Territoriums in die Russische Föderation.
Im Zuge von Putins Angriffskrieges auf die Ukraine führt er gleichzeitig einen Meinungskrieg gegen sein eigenes Volk. Alle Medien, die ihm nicht nach dem Mund reden und eine eigene abweichende Meinung äußerten, sind inzwischen verboten. Eine Kritik an Putins Krieg wird mit hohen Geldstrafen und bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft. Damit ist die Meinungsfreiheit in Russland verboten. Über 7000 Russen wurden in der ersten Woche des Krieges gegen die Ukraine schon verhaftet, weil sie öffentlich ein Ende des Krieges forderten, selbst Kinder werden dabei nicht verschont. Zu den verbotenen und mit Strafe belegten Worten gehören die Worte „Krieg“, Angriff“, Angriffskrieg“, „Erobern“ und andere angeblich gegen die russischen Truppen gerichtete Äußerungen. Währenddessen sterben täglich über 1000 russische Soldaten während sie Wohngebiete und Zivilisten in der Ukraine mit Bomben und Raketen zerstören und ermorden.
Seit Jahrhunderten sind in dem großen Land vielfältige Sprichworte überliefert worden. In der Universität St. Petersburg befindet sich heute eine Sammlung mit über 500.000 russischen Sprichwörtern. Über 2500 russische Sprichwörter befinden sich auf diesen Internetseiten. Mit den Sprichwörtern der verschiedenen Ethnien in Russland sind es über 5000 Sprichwörter. Selbst im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander befinden sich über 4000 russische Sprichwörter, die Julius Altmann in Russland gesammelt und 1852 bis 1855 in Deutschland veröffentlicht hat. Leider hat Wander sie oft verändert oder alleine mit eigener Nr. aufgeführt, das man sie vielfach für deutsche Sprichwörter halten kann.
Wenn hier verzeichnete russische Sprichwörter fälschlich anderswo als angebliche deutsche Sprichwörter zitiert werden, liegt es an dem Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander. Darin hat Wander über 4000 russische Sprichwörter, die Julius Altmann auf seinen Reisen durch Russland gesammelt und später in Deutschland veröffentlicht hatte, übernommen. Teilweise wurde dabei der Wortlaut geändert oder die Herkunftsangaben fehlten. Einige dieser Sprichwörter sind auf der Seite „Keine deutschen Sprichworte“ verzeichnet.
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Wenn der Nackte den Hemdträger sieht, vermisst er einen Rock an ihm.
Wenn der Narr allein singt, hat er keinen Weisen zum Zuhörer.
Wenn der Narr am Meere wohnt, fragt er nach dem Sumpfe, um sich zu baden.
Wenn der Narr am Segeltuch nichts auszusetzen hat, so tadelt er seine Stärke.
Wenn der Narr am Stier nichts zu tadeln weiß, so wirft er ihm sein Vaterland Podolien vor.
(Podolien ist ein historisches Gebiet in der südwestlichen Ukraine und im nordöstlichen Teil der Republik Moldau (die nördliche Hälfte Transnistriens). Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Podolien)
Wenn der Narr an den Elton kommt, will er Salz hineintragen.
(Elton = Eltonsee, abflussloser Salzsee 18 Meter unter dem Meeresspiegel im nördlichen Teil der Kaspischen Senke in der Oblast Wolgograd in Russland. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde Salz aus dem See gewonnen. Dem Salzwasser von Elton wird eine heilsame Wirkung zugeschrieben. https://de.wikipedia.org/wiki/Eltonsee)
Wenn der Narr an den Juchten nichts weiter auszusetzen hat, so tadelt er ihre Dauerhaftigkeit.
(Juchten = Kalbs- oder Rindsleder, das auf eine bestimmte Art mit Weiden- und Birkengerbstoff gegerbt wurde.)
Wenn der Narr ans Meer kommt, fragt er nach der Brücke.
Wenn der Narr auf den Bergen ist, fragt er viel nach dem Meere.
Wenn der Narr beginnt, endet der Weise.
Wenn der Narr den Fischer sieht, will er ihn lehren die Netze kennen.
Wenn der Narr den Ilmensee gesehen hat, dann schreibt er ein dickes Werk über das Weltmeer.
(Der Ilmensee ist ein See in Nordwestrussland, an dem die alte Stadt Weliki Nowgorod liegt und über den Fluss Wolchow in den Ladogasee entwässert wird.)
Wenn der Narr den Stör züchtigen will, dann wirft er ihn in die Wolga.
Wenn der Narr die Blaubeeren im Walde findet, nennt er den Wald einen Garten.
Wenn der Narr die gelben Perlen des Krämers sieht, dann schilt er die Weiße des eigenen Bernsteins.
Wenn der Narr einen Topf voll Honig hat, möchte er die ganze Moskwa süßen.
Wenn der Narr einen Wunsch für die Birke hat, so möcht' er, dass ihre Rinde weiß wäre.
Wenn der Narren Zungen sich bewegen, ruhen des Weisen Ohren.
Wenn der Narr Erbsen suchen soll, geht er nach dem Taubenschlag.
Wenn der Narr in Sokolniki ist, befragt er dich nach den Tannen.
(Sokolniki = früher ein Vorort von Moskau mit großen Waldgebieten, heute ein Stadtteil von Moskau.)
Wenn der närrische Knecht die Birkenrute findet, legt er sie in des Herren Hand.
Wenn der Narr keinen andern Boten hat, schickt er die Katze nach dem Speck.
Wenn der Narr seinen Fischstand vermehren will, setzt er Hechte in den Karpfenteich.
Wenn der Narr sich einen Weiher kauft, so tut er es der Jagd halber.
Wenn der Narr zu viel Rosen hat, so pflanzt er Disteln darunter.
Wenn der Narr zu viel Speck hat, setzt er die Fledermaus zur Wächterin darüber.
Wenn der Neid wie Talg röche, man könnte es vor Stank nicht aushalten.
Wenn der Pilz auf dem Maulwurfshügel wächst, schreit er Hurra!
Wenn der Poet zum Kloster kommt, hält er den Glöckner für den Archimandriten.
(Archimandrit = Abt)
Wenn der Priester dich besucht, freu dich nicht; bald wird er anfangen zu betteln.
Wenn der Reiche das Korn leiht, so nimmt er die Saat dafür wieder.
Wenn der Reiche ein schlechtes Tuch kaufen soll, dann verteuere es ihm.
Wenn der Reue die Besserung folgt, dann war sie vonnöten.
Wenn der Rote Teich vom Roten Meer hört, schlägt er hohe Wellen.
Wenn der Rubel läutet, wird jeder andere Klang überhört.
Wenn der Schenkende kommt, öffnet sich ihm das Tor von selber.
Wenn der Schiffer Land ruft, sollst du noch nicht vom Schiff steigen.
Wenn der Schiffer vom Hanf hört, denkt er an die Taue.
Wenn der Schmied vom Gaul träumt, so träumt er auch von den Hufeisen.
Wenn der Schnee auf den Kot fällt, zergeht er.
Wenn der Schwimmer den Tod sucht, ertränkt er sich nicht.
Wenn der Seiler etwas binden will , fehlt es ihm an einem Strick.
Wenn der Sturm trinken will, giebt Gott der Moskwa Brüste.
Wenn der Tag vorüber ist, kann man ihm seine Länge ansehen.
Wenn der Teufel Eier legt, so sind es schwarze.
Wenn der Teufel einen Mann beim Müßiggang erwischt, wird er ihn zur Arbeit bringen.
Wenn der Teufel eine reiche Tochter hätte, die Söhne der Vornehmen würden sie wohl heiraten mögen; wäre sie auch hübsch dabei, freite selbst der Zar um sie.
Wenn der Teufel sich nackt zeigt, schämt sich jeder vor ihm.
Wenn der Teufel wie ein brüllender Löwe kommt, ist er nicht so gefährlich denn als wedelndes Hündchen.
Wenn der Treiber selbst faul ist, wehrt sich der Esel den Sack zu tragen.
Wenn der Vertuer zum Sparer wird, dann ist nichts mehr zu verschwenden.
Wenn der Wald Beeren gibt, rechnet er sich gleich zu den Gärten.
Wenn der Wallach am Gestüt vorbeigeht, speit er aus.
Wenn der Wein in den Mist fiel, ist es schwer ihn aufzuschöpfen.
Wenn der Weise schon hundert Jahr tot ist, redet sein Mund noch große Worte.
Wenn der Weise seine Zunge zur Waffe macht, so macht er sie zum Schilde, nicht zum Schwert.
Wenn der Weise unter Narren für klug gelten will, muss er sich zum Narren machen.
Wenn der Wind auf dem Dudelsack pfeift, tanzt das Meer.
Wenn der Wind bläst, kann man die Flöten sparen.
Wenn der Wind flötet, posaunen die Segel.
Wenn der Wind ruft, ist die Kljasma das Echo.
(Kljasma = 686 km langer Fluss, der nördlich von Moskau entspringt. Linker Nebenfluss der Oka, die zur Wolga fließt.)
Wenn der Wind weht, braucht der Müller Sturm, wenn es stürmt, braucht er Wind.
Wenn der Wolf sich verwandelt, wird ein Lämmerwürger aus ihm.
Wenn der Wolf stirbt, legen die Schafe kein Trauergewand an.
Wenn der Wolf stirbt, wird ihm kein Totenfest von den Schafen gehalten.
Wenn der Zar Braten speist, bleiben viele Knöchlein übrig.
Wenn der Zar die linke Hand nach Petersburg ausstreckt, so kann er mit der rechten Moskau fassen.
Wenn der Zar durstig zum Brunnen kommt, fragt er nicht nach dem goldenen Becher.
Wenn der Zar lacht, wackeln den Ministern die Bäuche.
Wenn der Zar sich erkältet hat, hat ganz Russland den Schnupfen.
Wenn der Zar sündigt, muss das Reich Busse tun.
Wenn der Zwerg in den Hutladen kommt, findet er keinen Hut groß genug für sein Haupt.
Wenn des Bauern Kuh so fett ist als des Kaisers Kuh, geben beide gleich viel Milch.
Wenn des Hasen Fell im Winter weiß wird, so zählt er sich zu den Hermelinen.
Wenn des Kaisers Hengst des Bauers Stute sieht, belegt er sie.
Wenn des Narren Mund fleißig ist, sind des Weisen Ohren taub.
Wenn des Schmieds Frau ein Näglein braucht, mag sie es vom Krämer kaufen.
Wenn des Teufels Eier auch weiß sind, es werden doch schwarze Hühnlein hervorkriechen.
Wenn die Äbtissin ein Kind hat, so hat jede Nonne zwei.
Wenn die Ameisen nicht schon im Lenz anfingen an ihrem Haufen zu bauen, würde er im Winter nicht so hoch sein.
Wenn die Biene den Bären auf den Pelz sticht, ists keine Strafe für ihn.
Wenn die Braut in der Wiege liegt, sollte der Bräutigam alt genug sein, reiten zu lernen.
Wenn die Brunnenkette herunter geht, geht das Brunnenholz herauf.
Wenn die Demut den Reichtum gebiert, wird die Mutter von der Tochter aufgefressen.
Wenn die Dirne zum Flachsfeld kommt, denkt sie an ihr Brauthemd.
Wenn die Edelfrau niederkommt, so geschieht's auch nicht aus ihrer Rocktasche.
Wenn die Ehe kommt, geht die Liebe beiseite.
Wenn die Elster von bunter Farbe spricht, so meint sie die schwarze und die weiße.
Wenn die Engerlinge gedeihen, missraten die Raben.
Wenn die Fahne zerfetzt aus dem Kriege kommt, wird sie darum nicht weggeworfen.
Wenn die Familie beisammen ist, ist die Seele auf ihrem Platz.
Wenn die Faust fehlt, fehlen fünf Finger.
Wenn die Frau den Hahn rühmt, soll die Magd schon nach der Pfanne langen.
Wenn die Frau die Katze trägt: wie willst du wissen, wer miaut?
Wenn die Freundschaft den Verdacht geboren hat, dann stirbt sie an den Folgen der Entbindung.
Wenn die Freundschaft einen Riss hat, gibt es keinen Faden, der ihn flicken kann.
Wenn die Goldsucher des Knjesen sind, so sind auch die Goldfinder des Knjesen.
(Knjesen = Fürsten)
Wenn die Haselnüsse groß geraten sind, meint der Haselstrauch griechische Nüsse*) zu tragen.
(Laut Altmann nennt der Russe die Wallnüsse griechische Nüsse.)
Wenn die Hechte flögen, würden die Geier schwimmen.
Wenn die Heiligen verhungert sind, legt man ihre Leichen in silberne Särge.
Wenn die Henne im Topfe ist, hats mit dem Eierlegen ein Ende.
Wenn die Hennen krähen könnten, so würden sie den ganzen Tag krähen.
Wenn die Hunde nicht daheim sind, so ist der Wolf der Schafe König.
Wenn die Hure einen zapft, so zapft sie ihn zweimal.
Wenn die Jungen getauft werden, taucht man sie ein, würden die Alten getauft werden, möchte man sie gar ersäufen.
Wenn die Katze Flügel hätte, würden die Lerchen teuer sein.
Wenn die Katze stirbt, tanzen die Mäuse einen Festreigen.
Wenn die Kerker sich mehren, mindert sich das Recht.
(Dieses alte Sprichwort bewahrheitet sich heute wieder: Seit dem völkerrechtswidrigen Putins Überfall auf die Ukraine und russischem Eroberungskrieg füllen sich die russischen Kerker und Gefängnisse mit Putins Kritikern und das Recht und freie Meinung wurden in Russland abgeschafft.)
Wenn die Keuschheit sich in die Sonne stellt, so ist sie von Wachs.
Wenn die Kuh auch den Melkkübel umstößt, sie wird doch wieder gemolken.
Wenn die Liebe den Willen unterstützt, was machte es für Mühe, Berge abzutragen?
Wenn die Luga auch nicht meint, dass das baltische Meer durch sie entstehe, so glaubt sie doch, dass der finnische Meerbusen von ihr komme.
Wenn die Mädchen zu Tanze gehen, lassen sie oft die Mädchenschaft dort.
Wenn die Maus der Ratte entgangen ist, soll sie nicht zur Katze gehen, ihre Freude darüber zu äußern.
Wenn die Maus schon zwischen der Katze Klauen ist, was hilft ihr da das Gelübde der Vorsicht?
Wenn die Menschen auch die Zukunft wüssten, es würden doch alle handeln, als wüssten sie sie nicht.
Wenn die Nadel den Dolch sieht, sagt sie: mein Bruder!
Wenn die Narrheit ein Feuer wäre, es würde nicht wärmen, sondern nur verbrennen.
Wenn die Newa gebären will, hilf Gott uns vor Sandbänken!
Wenn die Räder zerbrochen sind, gilt der Wagen nicht.
Wenn die Reichen sich in den Wagen der Hoffnung setzen, pflegt sich das Glück demselben vorzuspannen.
Wenn die Rose Früchte trägt, sind`s Hagebutten.
Wenn die Rubel zu pflücken wären, würden den Reichen die Sträucher gehören.
Wenn die Schlösser stürzen, gibts einen harten Fall.
Wenn die Schote nicht gilt, gilt vielleicht die Erbse.
Wenn die Soldaten einander gram sind, so hat der Feind gewonnen Spiel.
Wenn die Spatzen seltener wären, würde man auf sie Jagd machen.
Wenn die Städte sinken, fallen auch die Schwalbennester.
Wenn die Stute erst den Reiter aufsitzen lässt, dann soll sie sich auch reiten lassen.
Wenn die Tage zunehmen, wird das Öl billiger.
Wenn die tote Katze des Zaren ist, so nimm vor ihr den Hut ab.
Wenn die Wahrheit auch oft bettlägerig ist, sie erhebt sich doch allezeit wieder von ihrem Krankenlager.
Wenn die Wahrheit in die Kirche geht, muss sie auf der Büßerbank sitzen.
Wenn die Wahrheit nicht überzeugt, so überzeugt ein weißer Zettel (Geldschein).
Wenn die Weiber, auch von Glas wären, sie würden doch undurchsichtig sein.
Wenn die Weiber reden, können die Frösche schweigen, denn man versteht sie nicht.
Wenn die Weiber Zungenfehde führen, ist wohl Waffenstillstand möglich, aber nicht Friede.
Wenn die Weide Palmen trägt, spricht sie gern vom Morgenland.
Wenn die Wolga im kaspischen See ist, wie sollte sie da noch des Seliger Sees gedenken?
Wenn die Wolga übertritt, meint der Regentropfen, es geschehe durch ihn.
Wenn die Wollust sich häutet, wächst ihr ein Hurenfell.
Wenn die Zobel aussterben, geht der Buntmarkt von selber ein.
Wenn dir der Archijerej nützen soll, so nenne ihn Metropolit.
(Archirej, Archijerej = Erzpriester, Mitglied des höheren Klerus in den orthodoxen christlichen Kirchen Russlands, Grichenlands und anderer. Metropolit = seit dem frühen Christentum (200 - 400 n. Chr.) Oberbischof, Erzbischof, der einem Verbund von Bistümern vorsteht mit Sitz in der Provinzhauptstadt (metropolita, mētrópolis = Mutterstadt).)
Wenn dir der Zar ein Ei schenkt, nimmt er eine Henne von dir dafür wieder.
Wenn dir Gott eine Kuh gibt, will er dir auch eine Wiese geben.
Wenn du auch aus Spaß stiehlst, wirst du doch im Ernst gehangen.
Wenn du auch die Wahrheit in eine Pfütze wirfst, sie wird davon noch reiner als zuvor.
Wenn du auf das Glas schlägst, musst du des Zerplatzens gewärtig sein.
Wenn du das Auge auftust, fällt dir ein Stück Himmel hinein.
Wenn du dein Bett gemacht hast, will sich jeder hineinlegen.
Wenn du deinen Wünschen nachgibst, so wirst du ihr Sklave.
Wenn du dem Starosten*7 neun Würste gibst und eine im Rauchfang hängen lässt, so hast du ihm keine gegeben.
Wenn du den Arzt rufst, dann rufe auch den Gerichtsmann, dass er dein Testament aufsetze.
Wenn du die Kelter der Traube mangeln lässt, wirst du deinen Tisch auch mangeln lassen des Weines.
Wenn du die Vernunft nicht hören willst, wird sie dir sicher auf die Finger klopfen.
(In Russland spürt es bisher leider nicht Putin, sondern nur seine Kriegsopfer.)
Wenn du ein gutes Weib und eine würzige Kohlsuppe hast, so suche nichts weiteres.
Wenn du glücklich geboren bist, wird sogar dein Hahn Eier legen.
Wenn du in den Sumpf Fische setzest, so setze Grundeln hinein.
Wenn du ins Rudel geraten bist, musst du bellen oder zumindest mit dem Schwanz wedeln.
Wenn du keinen Grund erkennst, sollst du nicht durchs Wasser laufen.
Wenn du lebst, ohne Vater geworden zu sein, wirst du sterben, ohne ein Mensch gewesen zu sein.
Wenn du nie gestohlen hast, ist Dieb kein Schimpfwort für dich.
Wenn du nur nicht so bitter wärst, schalt der Ysop die Quitte.
Wenn du trinkst, stirbst du, wenn du nicht trinkst, stirbst du, also ist es besser zu trinken.
Wenn du tust, was du schon immer getan hast, bekommst du, was du immer bekommen hast.
Wenn du unter den Wölfen heulst, dann heule so, dass jeder die Hundestimme hindurch höre.
Wenn ein Baum aus der Eichel wächst, ist es eine Eiche.
Wenn eine Dirne zum Fluss kommt, so watet sie mit dem Zeug hindurch, wenn ihrer zwei beisammen sind, so schürzen sie ihr Gewand bis zum Knie, sind es aber ihrer drei, so gehen sie nackt durch den Fluss.
Wenn ein einbeiniger Zar regiert, erlässt er einen Ukas*9, der das Hinken anordnet.
Wenn ein Eisenstück vom Dache fällt, liegt allemal ein Hund darunter, der erschlagen wird.
Wenn einer gegeißelt werden soll, finden zwei die Knute*3.
Wenn einer nach dir mit einem Stein wirft, dann bewirf du ihn mit Brot.
Wenn ein großes Haus aufbrennt, gibt es viele verkohlte Balken.
Wenn ein Hund bellt, bellen die andern.
Wenn ein Sänger verlangt wird und vier zum Amte sich melden, dann darfst du schwören, dass drei Huster darunter sind.
Wenn eins verloren sein soll, Haue oder Stiel - so sei's die Haue, sagte der Narr.
(So will Putin in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine lieber Hunderttausende seiner Soldaten (und viele Ukrainer) verlieren, opfern und töten, als das er das von der Ukraine gestohlene Land aufgibt.)
Wann ein Zar fällt, tut er einen schweren Fall.
(Aus diesem Grund wird Putin alles erdenkliche tun, um seinen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine nicht zu verlieren, und wenn es ganz Russland kosten sollte. Vorbilder gibt es dafür in der jüngsten Geschichte: Hitler und die Nazis haben nicht aufgegeben, bis sie tot und ganz Deutschland und Europa verwüstet waren. Putin hat schon einmal mit Atomwaffen gedroht, um seine Absichten zu verdeutlichen.)
Wenn er fischen wollte, das Netz würd' ihm zerreißen.
Wenn es an den Tod geht, lernt selbst der Teufel beten.
Wenn es aus den Wolken des Himmels platzregnet, dann können wir auch den Donner Gottes sehen.
Wenn es ein ungerechter Rubel auch bis zur Schwangerschaft bringt, so gebiert er nur Kopeken, der gerechte aber, wenn er in Wochen kommt, gebiert gleich Rubel.
Wenn es keine Äpfel gibt, dann gehn auch kleine Möhren.
Wenn es nicht Geilheit gäbe, hätten die Huren einen harten Stand.
Wenn es nur Gold regnen wollte, die Satten würden sich schon finden.
Wenn es regnet, tritt auch der Narr unter, wo er ein Dach findet.
Wenn es Rubel regnet, hat man keinen Sack; hat man einen Sack, regnet's keine Rubel.
Wenn es zum Prügelpfahl geht, werden kleine Schritte genommen.
Wenn Fleiß zur Mutter wird, so wird der Reichtum geboren.
Wenn Gott dem Fluss die Bergufer schenkt, so schenkt er sie ihm doppelt.
Wenn Gott den Esel strafen will, lässt er ihm Hörner wachsen.
Wenn Gott den Sünder geißeln will, bindet er Seide um die Knute*3.
Wenn Gott den Zaren segnet, segnet er zugleich Russland.
(Umgekehrt gilt es aber auch bei Fluch und Verdammnis, besonders heute beim verbrecherischen Angriff und Krieg Russlands gegen die Ukraine.)
Wenn Gott der Reichen Schoß unfruchtbar macht, gibt er den Armen gleich zwei Kinder auf einmal.
Wenn Gott dir eine Tür zuschlägt, öffnet er dir ein Fenster.
Wenn Gottes Posaune tönt, wird mancher verstummen.
Wenn Gott mit im Netz ist, sind viel Fische darinnen.
Wenn Gott schläft, sind auch die Engel übermütig.
Wenn Gott sich zu Sündern setzt, so steht er mit Bekehrten auf.
Wenn Gott uns mit Stören segnet, dann segnet er uns auch mit Kaviar.
Wenn ich ein Rücken bin, so dulde ich Schläge, wenn ich zum Stocke werde, so schlage ich zu.
Wenn jede Hure gestäupt werden sollte, wo wollte man Besen hernehmen?
Wenn jede Lüge einen Rubel kostete, es würde viel wahrhaftige Leute geben.
Wenn kein Ei mehr im Eierstock ist, dann hört auch die fleißigste Henne mit Legen auf.
Wenn Liebe erst in Scherben ging, fügt sie kein Kitt zusammen.
Wenn man am Strand ist, hatten die Riffe nichts zu bedeuten.
Wenn man auch im Scherz die Hand ins Feuer steckt, man wird sich doch im Ernst verbrennen.
Wenn man das Ersaufen gelernt hat: was hat man von seiner Kunst?
Wenn man das Hemd auch einen Monat lang im Regen hängen lässt, es wird nicht trocken werden.
Wenn man den Kopf des Nagels trifft, trifft man auch seine Spitze.
Wenn man den Narren auch an der Brust presst, er gibt doch keine Milch.
Wenn man den Rossdreck auch Moschus nennt, er duftet doch nicht.
Wenn man den Sand als Mehl brauchen könnte,dann wäre mancher Küste geholfen.
Wenn man den Sumpf in den See leitet, wird man zwei Sümpfe haben.
Wenn man der Katze die Milch befiehlt, so befiehlt man sie ihrem Magen.
Wenn man die Birke nicht fällen mag, so hat man eine stumpfe Axt.
Wenn man die Birke umhauen will, so ist sie schief gewachsen.
Wenn man die Enteneier auch dem Schwan unterlegt, er wird doch keine Schwäne aus ihnen herausbrüten.
Wenn man die Gurke auch in ein Mistbeet setzt, es wird darum keine Melone daraus wachsen.
Wenn man die Hehler schon zu Tode knutet*3, was will man den Dieben tun?
Wenn man die Kirschen verloren hat, dann läuft einem erst das Wasser im Munde zusammen, wenn man ihrer gedenkt.
Wenn man die Schafe hütet, hütet man auch die Wolle.
Wenn man durch Arbeit zu Reichtum kommen würde, dann müssten die Mühlen den Eseln gehören.
Wenn man einen Berg abträgt, wird wieder ein Berg daraus.
Wenn man gedroschen hat, kann man den Flegel wieder aufhängen.
Wenn man in das Meer fährt, denkt man nicht an die Wellen, wenn man darauf ist, bemerkt man sie.
Wenn man in das Wasser schlägt, so spritzt es.
Wenn man in der Steppe ist, soll man der Bäume schonen.
Wenn man mit Blättern ausreicht, soll man der Blüten schonen.
Wenn man Most von den Trauben macht, kann man keinen Wein davon machen.
Wenn man sich auch noch so viel mit Teer waschen wollte, man würde doch davon nicht weiß werden.
Wenn man trinkt, stirbt man; wenn man nicht trinkt, stirbt man; da ist es besser, man trinkt.
Wenn man vom ersten Mai spricht, tragen die Birken Trauer.
(Erklärung dazu von Julius Altmann 1853: „Es ist eine russische Sitte, am ersten Maitage seine Zimmer mit Maien auszuschmücken, wie der Deutsche es in den Pfingsttagen tut.“)
Wenn man vom Leder spricht, läuft es kalt über den Rücken des Kalbes.
Wenn man von Blättern spricht, denkt der Krautgärtner an Kohl.
Wenn man von den Kühen spricht, denkt der Gerber an die Felle.
Wenn man von der Knute*3 spricht, schauert es den Dieb über den Rücken.
Wenn man von der Sünde spricht, heiligt man sie.
Wenn man von der Zeche kommt, weiß jeder, ob er Bier oder Meth getrunken hat.
Wenn man zu sehr drückt, kommt Blut.
(Die Unterdrückung in Russland zeigt es deutlich: Schon über 300000 Russen sind im 1. Monat von Putins blutigem Krieg gegen die Ukraine aus Russland ins Ausland geflohen und Zehntausende gestorben. Aus der Ukraine sind schon mehrere Millionen vor ihm geflohen. Sieht so seine „Befreiung“ aus? Er will die Welt von Freiheit und der Ukraine befreien!)
Wenn Mascha sich auf den Kopf stellt, so fallen ihr die Röcke herunter.
Wenn nur Brot da wäre zum Essen! Zähne würden sich schon finden.
Wenn nur die Gerechten in den Hütten wohnten, dann würden viele Dörfer leer stehen.
Wenn nur die Hölle nicht wäre, dann hätte der Teufel gewonnenes Spiel.
Wenn Pfeil und Bogen im Streit sind, ist der Schütze ein verlassener Geselle.
Wenn Ross und Reiter in der Furt ertrunken sind, schlägt man eine Brücke über den Fluss.
Wenn sich die Adler erst einmal auf den Mäusefang legen, dann jagen sie nie mehr einen Hasen auf.
Wenn sich die Elefanten aneinander scheuern, ist es um die Mücken geschehen.
Wenn sich die Motten mehren, mehren sich auch die Spechte.
Wenn sich die Rubel und die Kopeken streiten, behalten die Rubel recht.
Wenn sich zwei Rubel begegnen, dann grüßen sie sich.
Wenn sie schlafen geht, tut auch die Keusche ihre Kleider von sich.
Wenns regnet, fährt man nicht zu Schlitten, aber wenns schneit.
Wenn's zum Sterben kommt, ist auch der Narr verdrossen.
Wenn unserm Väterchen Zar ein Goldbergwerk im Ural versiegt, öffnen sich ihm zwei im Altai.
Wenn vom Kloster geredet wird, bekreuzigen sich die Mönche.
Wenn vom Riff gesprochen wird, bekreuzigt sich der Schiffer.
Wenn Zorn und Rache sich vermählen, so wird die Grausamkeit geboren.
Wenn zwei Hirten ein Schaf hüten, geht es verloren.
Wenn zwei Sonnen am Himmel ständen, würde keine scheinen wollen.
Wen's nicht trifft, für den gilt's nicht.