Sprichwörter aus Russland
Hier stehen über 7000 Sprichwörter aus Russland,
seinen Regionen, Föderationskreisen und Republiken
und von über 60 Volksgruppen innerhalb Russlands.
Flagge von Russland Wappen von Russland
Russland ist ein föderativer Staat im nordöstlichen Eurasien. Russlands ist mit 17,075 Millionen Quadratkilometern das flächengrößte Land der Erde (11% der Weltlandfläche, wie etwa Australien und Europa zusammen). Auf Asien entfallen 75 Prozent der Landfläche, auf Europa 25 Prozent. In Russland befindet sich auch der älteste und tiefste Binnensee der Welt (Baikalsee) und es verfügt über das größte Süßwasservorkommen der Welt (Baikal- und Ladogasee. Bis auf die Tropen sind alle Klimazonen vertreten. Mit ca. 144,5 Millionen Einwohnern (2019, ohne Krim) zählt Russland zu den weltweit am dünnsten besiedelten Flächenstaaten.
Der Anfang Russlands geht auf einen Normannen-Fürsten namens Rurik zurück, der 862 von slawischen und finnischen Stämmen zur Herrschaft eingeladen wurde. Für dessen minderjährigen Sohn eroberte der Regent Oleg 882 von Nowgorod aus die Stadt Kiew. Damit wurde das Großreich der Kiewer Rus begründet. 1263 errang das Großfürstentum Moskau die Vormachtstellung, welches durch stetigen politischen und geografischen Machtzuwachs zur Keimzelle des russischen Reiches wurde.
Nachfolgestaat wurde das von Iwan IV., dem Schrecklichen, im Jahr 1547 proklamierte Russische Zarenreich, welches bis 1917 bestand hatte. Nach dem Ende der Sowjetunion am 31.12.1991 ist die Russische Föderation der „Fortsetzerstaat“
Die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) war die älteste, größte und bevölkerungsreichste Unionsrepublik der Sowjetunion. Sie wurde am 7. November 1917 gegründet und gehörte 1922 zu den Gründungsmitgliedern der Sowjetunion. Kurz vor deren Auflösung wurde sie als Russische Föderation unter Wahrnehmung aller Rechte und Pflichten der UdSSR unabhängig. Am 12. Juni 1990 nahm der erste Kongress der Volksdeputierten der RSFSR die Deklaration der staatlichen Unabhängigkeit Russlands an. Seit 1994 ist der 12. Juni als „Tag Russlands“ Nationalfeiertag.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Russland
Seit dem 24.2.2022 ist die Russische Föderation durch den Angriffskrieg auf die Ukraine und den dadurch begangenen Völkerrechtsbruch zum Aggressor geworden. In dem durch nichts begründeten Krieg gegen das Nachbarland versucht Putin mit der russischen Armee die Ukraine zu erobern und zu besetzen um den Ukrainischen Staat auszulöschen. Nach Putins Meinung sei das Ukrainische Volk kein eigenständiges Volk, sondern ein Teil des russischen. Endziel Putins ist damit die Auslöschung des Ukrainischen Volkes und und Staates und Eingliederung des Ukrainischen Territoriums in die Russische Föderation.
Im Zuge von Putins Angriffskrieges auf die Ukraine führt er gleichzeitig einen Meinungskrieg gegen sein eigenes Volk. Alle Medien, die ihm nicht nach dem Mund reden und eine eigene abweichende Meinung äußerten, sind inzwischen verboten. Eine Kritik an Putins Krieg wird mit hohen Geldstrafen und bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft. Damit ist die Meinungsfreiheit in Russland verboten. Über 7000 Russen wurden in der ersten Woche des Krieges gegen die Ukraine schon verhaftet, weil sie öffentlich ein Ende des Krieges forderten, selbst Kinder werden dabei nicht verschont. Zu den verbotenen und mit Strafe belegten Worten gehören die Worte „Krieg“, Angriff“, Angriffskrieg“, „Erobern“ und andere angeblich gegen die russischen Truppen gerichtete Äußerungen. Währenddessen sterben täglich über 1000 russische Soldaten während sie Wohngebiete und Zivilisten in der Ukraine mit Bomben und Raketen zerstören und ermorden.
Seit Jahrhunderten sind in dem großen Land vielfältige Sprichworte überliefert worden. In der Universität St. Petersburg befindet sich heute eine Sammlung mit über 500.000 russischen Sprichwörtern. Über 2500 russische Sprichwörter befinden sich auf diesen Internetseiten. Mit den Sprichwörtern der verschiedenen Ethnien in Russland sind es über 5000 Sprichwörter. Selbst im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander befinden sich über 4000 russische Sprichwörter, die Julius Altmann in Russland gesammelt und 1852 bis 1855 in Deutschland veröffentlicht hat. Leider hat Wander sie oft verändert oder alleine mit eigener Nr. aufgeführt, das man sie vielfach für deutsche Sprichwörter halten kann.
Wenn hier verzeichnete russische Sprichwörter fälschlich anderswo als angebliche deutsche Sprichwörter zitiert werden, liegt es an dem Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander. Darin hat Wander über 4000 russische Sprichwörter, die Julius Altmann auf seinen Reisen durch Russland gesammelt und später in Deutschland veröffentlicht hatte, übernommen. Teilweise wurde dabei der Wortlaut geändert oder die Herkunftsangaben fehlten. Einige dieser Sprichwörter sind auf der Seite „Keine deutschen Sprichworte“ verzeichnet.
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Wagen und handeln ist mutig.
Wähle die Frau nicht mit den Augen, sondern mit den Ohren.
Wahre Liebe verbrennt nicht im Feuer und ertrinkt nicht im Wasser.
Während der Feldherr das Beilager hält, hört er die Kanonen nicht schießen.
Während der Geizhals in seines Weibes Armen liegt, berechnet er seine Zinsen.
Während die Narren poltern, schweigen die Klugen still.
Während Peter und Paul sich streiten um den Schlitten, fährt Iwanjuschka damit in das Nachbardorf zum Kindstaufschmause.
Wahrheit benötigt nur wenige Worte.
Wahrheit brennt nicht im Feuer und versinkt nicht im Wasser.
Wahrheit ist wie die Wespe, sie sticht ins Auge.
Wahrheit kommt mit wenig Worten aus.
Wahrheit liebt Licht, Lüge liebt`s dunkel.
Wahrheit scheut das Licht nicht.
(Trotz Strafandrohung demonstrieren täglich landesweit in über 100 russischen Städten viele Russen gegen Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine. Über 7000 friedliche Demonstranten wurden in der 1. Kriegswoche in Russland schon verhaftet. Viele Russen sagen damit offen ihre Meinung und die Wahrheit scheut trotz Verbot und Gefahr nicht das Licht der Öffentlichkeit. Am 4. März 2022 wurde jetzt das Wort „Krieg“ in Russland verboten. Russlands Parlament Duma hat für die Verbreitung angeblicher Falschinformationen oder Fake News über die russische Arme oder den Angriffskrieg gegen die Ukraine Geldstrafen und bis zu 15 Jahre Gefängnis beschlossen. Ebenso stehen Aufrufe zu Sanktionen gegen Russland unter Strafe. Zu den angeblichen Falschinformationen gehören, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit „Krieg“, „Invasion“, Angriff“, Angriffskrieg“ oder Vergleichbarem zu bezeichnen. Der Föderationsrat und noch amtierende Präsident Putin müssen dem Dumabeschluss noch zustimmen. Damit werden per Gesetz die russischen Richter Krumm gemacht und die grade Wahrheit über Russlands Krieg verboten. Da am 3. März die UN-Vollversammlung mit 141 Zustimmungen den Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilt hat, wurden mit diesem Duma-Beschluss alle Bürger und politischen Vertreter der 141 Ländern in Russland zu Straftätern erklärt!)
Wahrheit spricht sich rum.
Wahrheit wiegt schwerer als Gold und geht im Wasser doch nicht unter.
Wandele lieber mit nackter Haut als mit nackter Seele.
Wäre der Stör ein Hecht, so würde der Hecht Kaviar geben.
Wäre der Teufel ein Bauer, er würde wenig Anhänger haben.
Wären die Spatzen seltener, so würde man Jagd auf sie machen.
Wärme wie die Sonne, so giltst du für eine Sonne.
Warum so errötet? Ich möchte heiraten. Warum so bleich? Ich habe geheiratet.
Was am Abend dunkel scheint, erleuchtet der Morgen.
Was aus einem Kohlensack fällt, ist schwarz von Farbe.
Was aus höllischen Eiern schlüpft, sind Schlangen, nicht Hühnlein.
Was das Schaf an Milch gibt, lässt es an Wolle fehlen.
Was dem Feuer nicht gelingt, das gelingt dem Dampf.
Was dem Kranken schmeckt, das ist Arznei für ihn.
Was dem Sommer an Wärme fehlt, hat der Winter an Kälte.
Was dem Zar nicht gelingt, gelingt der Zeit.
Was der Gusla nicht gelingt, das gelingt dem Dudelsack.
(Gusla = ein Streichinstrument mit nur einer Rosshaarsaite, die über eine tamburinähnliche Felldecke gespannt ist.)
Was der Habicht in den Klauen hat, lässt er nicht fahren.
Was der Mann dem Weibe vor der Umarmung sagt, das soll sie sich nach derselben wiederholen lassen.
Was der Mensch nicht von der Natur lernt, lernt er von keinem Lehrer.
Was der Nüchterne im Sinn hat, hat der Betrunkene auf der Zunge.
Was der Wind bringt, das trägt der Wind auch wieder fort.
Was der Wurm in der Nuss, ist die Traurigkeit im Herzen.
Was die Fische lockt, ist der Wurm, nicht der Angelhaken.
Was die Hand schreibt, dafür muss der Kopf haften.
Was du dem Klöppel sagst, das läutet die Glocke ins ganze Land.
Was du einmal wieder abfordern musst, das verleihe nicht.
Was du heute der Wolga sagst, das sagt die Wolga morgen dem Kaspischen Meere.
Was du im Lenz säst, wirst du im Herbst ernten.
Was du nicht ändern kannst, sollst du leiden.
Was du säst, das wirst du ernten.
Was du verspottest, dem wirst du auch dienen.
Was einem weh tut, davon redet er auch.
Was ein Sumpf ist, kann wohl Blüten bringen, aber nicht Duft.
Was ein Wolchow werden kann, fließt wohl in den Ilmen ein, aber verläset ihn auch wieder.
(Der Ilmensee ist ein See in Nordwestrussland, an dem die alte Stadt Weliki Nowgorod liegt und über den Fluss Wolchow in den Ladogasee entwässert wird.)
Was frommt die Nase den Sumpfbewohnern?
Was frommt es dem Sterlet, dass er auf des Kaisers Tafel kommt?
Was frommt es den Stören, dass sie von den Fischern so geachtet werden?
Was fürchtest du den Tod, Väterchen? Es hat ja noch Keiner erlebt, dass er gestorben ist.
Was gelogen ist, ist faul.
Was Gott den Zweigen gibt, das gibt er auch dem Baume.
Was Gott der Reseda an Farbe versagt hat, das hat er ihr an Duft gegeben.
Was Gott genäht hat, wird niemand zerreißen.
Was Gott pflanzt, das gießt er auch an.
Was Gott zerreißt, da hilft kein Ausflicken.
Was großen Dieben durchgeht, dafür schlägt man die Kleinen.
Was helfen die Augen, wenn man sie nicht zum Sehen braucht?
(So helfen sie auch Putin nicht zu sehen, das die Ukrainer keine Russen sind.)
Was helfen die Straßen, wenn die Häuser fehlen?
Was hilft der Brand der Nessel, da wir doch kein Ei dabei sieden können?
Was hilft die Scheune, wenn kein Korn darin ist.
Was hilft ein Laib Brot, wenn hundert Hunger haben?
Was hilft es, einem Blinden den Kronleuchter anzuzünden?
Was hilft es, wenn man einen silbernen Sarg hat und muss darin liegen.
Was hilft mir das Schloss, wenn ich den Schlüssel nicht habe?
Was hilft's dem Bauer, den Zaren in den Bann zu tun?
Was hilft's dem Zaren, „Nein" zu sagen, wenn Gott „Ja" sagt?
Was hinter dem Gurt ist, heißt Busen bei Jungen und Alten.
Was im Herzen brennt, man im Gesicht erkennt.
Was im Schlaf empfangen ist, wird doch wachend geboren.
Was ist die Ehre wert, wenn's nichts zu essen gibt.
Was kann die weiße Birke dafür, wenn der schwarze Kater sich an ihr reibt?
Was keinen Besen gibt, kann Ruten geben.
Was man am Mehl gewinnt, mag man an den Kleien verlieren.
Was man beim Rind nicht am Fleisch hat, hat man am Talg.
Was manchem Vogel an den Krallen fehlt, das hat er am Schnabel.
Was man fürchtet, trifft eher zu, als was man hofft.
Was man Gott weihen will, muss man nicht zuvor dem Teufel widmen.
Was man in den Magen legt, verdirbt nicht in der Schublade.
Was man nicht durch Faustballen erreicht, das erreicht man durch Rückenbiegen.
Was man schiebt, braucht man nicht zu ziehen.
Was man schmalzt, braucht man nicht zu buttern.
Was mit der Feder steht geschrieben, hackt die Axt nicht weg.
Was mit der Milch eingezogen wurde, geht erst mit der Seele wieder hinaus.
Was mit Gewalt genommen, wird dir nicht frommen.
Was nach dem Blitzschein folgt, ist Finsternis.
Was nach der Milch kommt, ist Blut.
Was nicht Bretter gibt, gibt Späne.
Was nutzt die goldene Brille dem Blinden?
Was schon Vogel ist, bedarf keiner Flügel.
Was sein soll, das ist nicht zu vermeiden.
Wasser aus Nachbars Brunnen schmeckt besser als Wasser aus eigenem Quell.
(Dem russischen Präsidenten Putin reicht nicht das Wasser, das er vom Nachbarn abschöpfen kann, er will gleich die ganze Quelle des Nachbarn dazu, ohne den Nachbarn, der einfach umgebracht wird. So will er die Ukraine, ohne die Ukrainer, denen er die Lebensberechtigung abgesprochen hat, da es sie nach seinem Verständnis ja nicht gibt.)
Wasser kann man nicht trinken, es ist kein Wodka.
Was sich zwischen Hammer und Amboss legt, wird breitgeschlagen.
Was sind das für Titel, die zur Kohlsuppe keinen Schinken geben!
Was soll dem Kahlkopf der goldene Kamm?
Was soll der nackten Fürstin der Schleppenträger?
Was vom Wagen fällt, ist verloren.
Was wäre die Telege*8 ohne uns, sagte die Fliege, die auf dem Gaule sass.
Was wir in der Jugend begehrten, das werfen wir im Alter weg.
Was wir nicht wissen, davon bricht uns der Kopf nicht.
Weder einen alten, noch einen jungen Löwen kann man zur Jagd abrichten.
Weg aus den Augen, fort aus dem Herzen.
Wegen eines faulen Balkens kann ein ganzes Haus zusammenstürzen.
Weglaufen ist nicht ruhmreich, aber sehr gesund.
Weiberaugen sehen um Mitternacht schon den Tag anbrechen.
Weiber klagen meist grundlos, lügen bedachtlos, weinen vor ihren Männern offenkundig, lachen mit ihren Buhlen insgeheim.
Weiberlist geht über Meerestücke.
Weiberlist geht noch über Teufelslist.
Weil das Fleisch der Auster so weich ist, hat Gott ihr eine so harte Schale gegeben.
Weil die Krankheiten so teuer sind, so hat man die Schmerzen obendrein.
Weil die Lerchen noch nicht genug den Frühling verkünden, lässt Gott auch die Rosen blühen.
Weil du nach Birken fragst: da ist die Fichtenlehde.
(Fichtenlehde = ein wüstes Stück Land, auf welchem Fichten wachsen oder gesät wurden.)
Weil Gott den Bauern den Traubenwein versagt hat, so hat er ihnen den Birkensaft gegeben.
Weinende Braut, lachende Frau; lachende Braut, weinende Frau.
Wein hat die Kräfte eines Riesen.
Wein ist Gift für die Jungen und Arznei für die Alten.
Wein und Freundschaft laufen zugleich ab.
Weisheit und Einfachheit gesellen sich gern.
Weisheit wird angeboren, Narrheit angelernt.
Weiß sind die Eier der Schlange, schwarz ist sie selbst.
Weiss sind die Lenden der Weiber, schwarz ist ihre Galle.
Weiter als bis Sibirien jagt man dich nicht, und auch das gehört dem Zaren.
Weiter als nach Sibirien wird man nicht verbannt.
Weiter als zur Sonne verbannt man dich nicht.
Weites Verdienst hüllt sich in einen engen Mantel.
Weit sieht das Auge, doch weiter der Verstand.
Welche Frau ist schöner als meine, sagte der Mann der Buckligen, als er ihr Nachts beiwohnte.
Welches Wild Gott haben will, das braucht er nicht erst zu jagen.
Welle, so hoch du auch dich hebst, du gehörst doch zum Meere.
Wem das Glück dient, dem dienen auch die Leute.
Wem das Glück ein Bein vorsetzt, den will es zu Fall bringen.
Wem das Holz fehlt, dem fehlen auch die Scheite.
Wem das Horn wächst, der lernt auch stoßen.
Wem das Mehl zuwächst, der achtet des Brotes nicht.
Wem der Teufel einmal ins Schlüsselloch hineinguckt, dem steht er bald im Zimmer.
(Gleiches gilt für Putin: In welches Land Putin hineinguckt, dem steht er bald mit seinen Truppen im Land und will es haben. Teilweise schon in Georgien und der Krim, jetzt die ganze Ukraine.)
Wem der Zar das linke Auge blendet, dem schärft Gott das rechte.
Wem die Tür zu niedrig ist, der muss sich bücken.
Wem du das schwarze Brot schenkst, der will auch die weiße Butter.
Wem geklagt wird, der ist gebeten.
Wem Gott den Froschmagen gibt, den lässt er auch die Fliegen verdauen.
Wem Gott den Ural gibt, dem gibt er auch die Goldbergwerke.
Wem Gott im Schlaf erscheint, der dank es ihm wachend.
Wem Gott Zähne gibt, dem gibt er auch etwas zu beißen und wär' es ein Felsstein.
Wem man den Speck gibt, dem soll man auch das Bier geben.
Wen der Himmel hebt, den wird die Erde nicht fallen lassen.
Wen Gott fallen lässt, den kann keiner aufheben.
Wen Gott fallen lässt, der sinkt tief.
Wen Gott mit Ruten strafen will, dem bindet er erst die Hände.
Wen Gott verlassen hat, der findet kein Asyl auf Erden.
Wen Gott verstoßen hat, für den gibt es keine Heimat.
Wen Gott zum Fliegenschnappen bestimmt hat, dem gibt er auch einen Froschmagen.
Weniger lügen heißt ruhiger leben.
(Nach diesem Sprichwort dürfte Putin und die ganze russische Regierung kein ruhiges, sondern ein sehr aufregendes Leben haben.)
Wen man blenden will, suche man unter den Sehenden.
Wen man in der Schmiede trifft, der soll den Pferden die Hufe beschlagen.
Wenn auch das Jahr 365 Tage hat, so hat doch der Tag nur 24 Stunden.
Wenn auch der beste Arzt die Ader schlägt, es fließt kein anderes Blut heraus, als in ihr ist.
Wenn auch die Kröte in die Kirche kriecht, die Kirche bleibt darum doch ein Haus Gottes.
Wenn auch die Schwalbe die Glocke beschmeißt, sie verliert darum nichts am Klange.
Wenn das Glück nackt zu dir kommt, dann hänge ihm deinen Mantel um.
Wenn das Glück wie eine Hure zu dir kommt, dann umarme es nicht.
Wenn das Gras Kornähren tröge, würde das Roggenstroh ohne Ähren sein.
Wenn das Haus sinkt, sinkt das Dach mit.
Wenn das Kind entwöhnt ist, was fragt man nach den Brüsten der Amme?
Wenn das Messer nur ein wenig lang ist, zählt es sich gleich zu den Säbeln.
Wenn das Pferd nicht auf den Sporn achtet, so achtet es auch nicht auf die Peitsche.
Wenn das Rad geteert ist, nennt es sich einen Gesalbten.
Wenn das Reh so stolz ist, dass es sich in einen roten Kaftan kleidet, dann wird es bald vom Jäger erlegt werden.
Wenn das Ross den Reiter nicht tragen will, wird es an die Telege*8 gespannt.
Wenn das Schicksal nach der Scheibe schießt, trifft es in die Mitte.
Wenn das Schleifrad sich dreht, soll man das Messer daranhalten.
Wenn das Senkblei tief genug geht, findet es Grand.
Wenn das Wasser abgelaufen ist, steht die Mühle.
Wenn dein blinder Gaul soll sehen können, dann verschenk' ihn.
Wenn dein Weib dir schmeichelt, hat sie was Übles vor (im Sinn).
Wenn dem Eber der Hauer nur etwas zu lang wächst, hält er sich gleich für einen Elefanten.
Wenn dem Fuchs die Trauben fehlen, müssen es die Hühner büßen.
Wenn dem Geizhals nach Kaviar verlangt, kauft er den rogenen Hecht.
Wenn dem Narren der Sumpf halb ausgetrocknet ist, dann leitet er frisches Wasser darauf.
Wenn dem Weisen das Brot entgleitet, fällt es in den Essigtopf, wenn es dem Narren entsinkt, fällt es in den Honignapf.
Wenn dem Weisen zu wohl ist, heiratet er.
Wenn den Pfau nicht sein Schweif verrät, so verrät ihn seine Stimme.
Wenn der Abt ein Gläschen trinkt, so trinken die Mönche volle Flaschen.
Wenn der Abt nicht Gottes ist, so sind die Mönche des Teufels.
Wenn der Archimandrit das Singen nicht liebt, leiden die Mönche an Heiserkeit.
Wenn der Archimandrit gähnt, schlafen die Mönche.
(Archimandrit = Abt)
Wenn der Arme zum Geizhals kommt, so sieht er, dass es noch einen Ärmeren gibt.
Wenn der Bart langwachsen soll, dann verschneid' ihn nicht.
Wenn der Bauer betrunken ist, hält er sich für seinen eigenen Herrn.
Wenn der Bauer es der Gutsfrau antut, gilt es ihm nicht als Frondienst.
Wenn der Bauer klagt, ist der Adlige immer im Recht.
Wenn der Bettler auch nackt schläft, Läuse und Flöhe hüllen ihn ein.
Wenn der Dichter an das Meeresufer kommt, will er Sand kaufen.
Wenn der Dieb die Rute des Richters zerbricht, so wird er gehängt werden.
Wenn der Eber sich einen Gott schafft, gibt er ihm einen Rüssel.
Wenn der Esel den Elefanten lobt, so ist's wegen der grauen Farbe.
Wenn der Esel von Disteln hört, schart er im Sande.
Wenn der Faule auch Augen für die Arbeit hat, so findet er doch keine Hände dazu.
Wenn der Faule das Wasser nicht tragen mag, freut er sich, wenn die Quelle versiegt.
Wenn der Finger fehlt, hört die Sorge für den Ring auf.
Wenn der Fisch der Angel entging, kann er noch ins Netz fallen.
Wenn der Fischer Unglück haben soll, fliegen ihm die Fische aus dem Garn.
Wenn der Fisch sterben soll, fängt er sich auch in einem zerrissenen Netze.
Wenn der Floh beim Hunde bleibt, hat er es gut, wenn er sich auf den Elefanten setzt, muss er verhungern.
Wenn der Fluss austritt, ists nicht an der Seite des Hügelufers.
Wenn der Frosch die Fliegen nicht mehr fressen kann, so schnappt er doch danach.
Wenn der Fuchs kommt, wird das Huhn schon gackern.
Wenn der Fürst huren will, wird jedes Weib im Lande zur Mätze.
(Mätze, Metze = Bezeichnung aus dem Spätmittelalter für Prostituierte, Hure, in unehrbarer Bedeutung die Pfaffenköchin, Zuhälterin eines Pfaffen, ursprünglich ein Mädchen von geringem Stand; ein leichtfertiges Weibsbild; in schamloser Tracht. Andere Bedeutung kann auch eine Koseform vom Vornamen Mechthild, Mathilde sein oder Name für eine, die man nicht näher bezeichnen kann oder will.)
Wenn der Fürst schläft, ruhen die Geschäfte.
Wenn der Gast kommt, ist allezeit Mittag.
Wenn der Gaul auch ein Hufeisen findet, er langt's nicht auf.
Wenn der Gaul zu stolz ist, den eigenen Gerstensack zu tragen, dann geschieht es ihm recht, dass er verhungert.
Wenn der Geizhals die Sonne pachten könnte, würde der Arme stete Nacht haben.
Wenn der Geizhals dir auch den Weißfisch schenkt, so wird er doch den Rogen für sich behalten.
Wenn der Geizhals sich ersticht, so tut er's mit einer Nadel, der Ersparnisse halber.
Wenn der Geizige das Holz verbrannt hat, will er die Asche weiter brennen.
Wenn der Geizige das Schwein verkauft, möchte er das Wurstfleisch noch besonders verkaufen.
Wenn der Geizige das Schwein zum Markt bringt, möcht er es dreimal verkaufen: „einmal als Fleisch, einmal als Speck und einmal als Schinken."
Wenn der Geizige einen Spiegel und eine Trommel verschenkt, so legt er jenen in eines Blinden, diese in eines Tauben Hand.
Wenn der Glückliche das Netz im Teich auswirft, springen die Karpfen von selbst hinein.
Wenn der Gutsherr siecht, gilt der Bauern Gesundheit für ein Verbrechen.
Wenn der Hase ins Kohlfeld kommt, hält er sich für einen Bauer.
Wenn der Hase sich mit der Häsin kurzweilt, vergisst er des Jägers.
Wenn der Hecht den Karpfen liebt, frisst er ihn.
Wenn der Hecht den Kaviar sieht, trauert er um seine Brut.
Wenn der Herrscher die Pocken hat, hat das Land die Narben.
Wenn der Himmel Milch regnen liesse, würden nur die Reichen Krüge zum Füllen haben.
Wenn der Hohlkopf ans Meer kommt, fragt er nach der Brücke.
Wenn der Hund gestorben ist, hört das Bellen auf.
Wenn der Hund selbst die Haselhühner liebt, ist er dem Jäger nichts nütze.
Wenn der Hund tot ist, steckt ihm jedes Kind die Hand in den Rachen.
Wenn der Iswotschik nicht von seinem Gaul träumt, so träumt er von seiner Droschke.
(Iswotschik = Kutscher)
Wenn der Junge die Alte freit, gibt es Kindtaufen im anderen Dorfe.
Wenn der Kaiser eine Uniform trägt, trägt er die eines Generals.
Wenn der Kaufmann von den Schafen spricht, so meint er das Tuch.
Wenn der Knecht klagt, ist das Recht immer des Edelmanns.
Wenn der Letten trocken wird, verspottet er die Härte des Granits.
(Letten = verschiedene zähe und fetter Erdarten - Töpferton, zähe, fette und schmierige Erde, Lehm.)
Wenn der Löwe alt, lauert er am Mauseloch.
Wenn der Lügner die Diebin freit, wird der Mörder geboren.
Wenn der Mann trinkt, brennt das halbe Haus; wenn die Frau trinkt, steht das ganze Haus in Flammen.
Wenn der Mensch an das Kind denkt, denkt Gott gleich an die Milch.
Wenn der Mensch wüsste, wohin er fallen würde, so streute er vorher Stroh hin.
Wenn der Mond auf meiner Seite ist, brauche ich keine Sterne.
Wenn der Morast gefroren ist, kann man des Dammes sparen.
Wenn der Müller nicht vom Mehl spricht, so spricht er von den Säcken.