Logo Sprichworte der Welt
____________

Wetterkarte

Diese Internetseite wird mehrmals wöchentlich aktualisiert und ergänzt. Diese Internetseite erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und alle Angaben sind ohne Gewähr.
Alle enthaltenen Informationen sind bestmöglich und so genau wie möglich wiedergegeben. Falls trotzdem Angaben ungenau sind oder nicht den Tatsachen entsprechen, bitte ich um eine Benachrichtigung.

____________



Deutsche Mundarten und Dialekte

Eine Mundart oder Dialekt innerhalb einer größeren Sprachgemeinschaft ist auf ein begrenztes Gebiet beschränkte. Die Mundart weicht von der Standardsprache in verschiedener Hinsicht ab. Für die deutschen Mundarten ist die übergeordnete Standardsprache das Standarddeutsch.

Das Standarddeutsch wird oft mit dem Begriff Hochdeutsch verwechselt. Hochdeutsch ist vielmehr eine regionale Sprachvarietät in den höher gelegenen Gebieten des deutschen Sprachraums, in dem wiederum verschiedene hochdeutsche Dialekte gesprochen werden. Im Norden Deutschlands gibt es dagegen die verschiedensten niederdeutschen Dialekte. Dazwischen liegt ein Gebiet mit mitteldeutschen Mundarten.

Bis Ende des 2. Weltkriegs wurden etliche deutsche Dialekte in großen Teilen Zentral- und Osteuropas gesprochen. Schon während des Zweiten Weltkrieges wurden viele Streusiedlungen aufgelöst. Durch Vertreibung nach Kriegsende verlor die angestammte deutschsprachige Bevölkerung in vielen Gebieten ihre sprachliche Heimat.

Die Mundarten stehen heute aus verschiedenen Gründen unter mehr oder weniger starkem Druck und sind auf dem Rückzug. Überall besteht der Einfluss überregionaler Medien und der Mobilität der Menschen (damit der Vermischung der einzelnen Varianten) und fördert den Rückzug der Dialekte. So wurden 13 deutsche Regionalsprachen, darunter auch Kölsch und Bairisch, von der Weltbildungsorganisation als vom Aussterben bedroht gemeldet. Darüber hinaus gibt es außerhalb Deutschlands in Österreich, der Schweiz, den Beneluxstaaten, Italien, Rumänien und Brasilien, Paraguay und Namibia Deutsch sprechende Menschen mit ihrer eigenen Sprache und Mundart.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Standarddeutsch
            https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Dialekte
            https://de.wikipedia.org/wiki/Niederdeutsche_Sprache
            https://de.wikipedia.org/wiki/Mitteldeutsche_Dialekte
            https://de.wikipedia.org/wiki/Hochdeutsche_Dialekte

Nordfriesische Sprichworte

Amrumer und (Föhrer) Mundart

A Bekkar kêft ni an Stuuten.
(Ein Bäcker kauft nie einen Stuten (Kuchen).

A Büük as fol iar a Uugen.

(Der Bauch ist eher voll als die Augen. Das Sprichwort bedeutet, das man sich mehr zutraut oder vornimmt, als man schaffen kann. Das Sprichwort gibt es in verschiedenen formen: Man füllt leichter den Bauch als die Augen. Die Augen hungern noch, wenn auch der Bauch platzt. Die Augen sind größer als der Bauch. und andere.)

Aldidj krank, an nimmer duad.
(Allzeit krank und nimmer tot.)

Arkan hual sin ânj, do waardt ham eg bidrânj.
(Jeder behalte sein eigenes, dann wird er nicht betrogen.)

Bödder waard eg beegen un a aan.
(Butter wird nicht gebacken in einem Backofen.)

Burrag maget Surrag.

(Borgen macht Sorgen.)

Diar a dik am liagsten es, diar ridj a hüünjer henaauer.
(Wo der Deich am niedrigsten ist, da reiten die Hunde hinüber. Gemeint wird damit die Flut, die zuerst über die niedrigsten Stellen des Deiches überläuft.)

Di föl ênt, di föl skênt.

(Der viel endet, der viel schändet. Das bedeutet, wer viel macht, macht auch öfter Fehler.)

Dü könst ham eg muar nem üüs't skan.
(Du kannst ihm nichts mehr nehmen als das Fell.)

Efter an gratten Erwerwer komt an iargen arger Ferderwer.

(Auf einen guten Erwerber folgt ein arger Verderber.)

En engel üüb a struat, en düüwel uun a kaat.
(Ein Engel auf der Straße, ein Teufel in der Kate.)

Grat Thaenken an nanthang beaft.
(Gross denken und nichts dahinter. Das bedeutet, man tut wichtig, es ist aber nichts dahinter.)

Ham kaan eg jin a Bâgaaw jibbe. (harn jibb-ens jin an glammem aansmüüs.)

(Man kann nicht gegen den Backofen gaffen. (Man gaffe einmal gegen das glimmende Backofenloch.) Das bedeutet, man sollte nur dahin sehen, wohin zu sehen sich lohnt.)

Ham skal a Buumer büüg wiltzers letj san.
(Man soll die Bäume biegen, während sie klein sind. In Deutschland das gleiche Sprichwort: Den Baum muss man biegen, weil er jung ist.)

Harn as-t lâgt üütjblest.

(Ihm ist das Licht ausgeblasen.)
Hi as bi nuurden amgingen.
(Er ist nach Norden umgegangen.)
Hi as tu-t haal slebbet.
(Er ist zum Loche geschleppt.)
Hi he a skâi apstedt.
(Er hat den Löffel aufgesteckt.)
Hi he sin âier leid.
(Er hat seine Eier gelegt.)
Hi he üütjworpen (üütjferkäft).
(Er hat ausgeworfen (ausverkauft).) Alles Ausdrücke dafür, das jemand gestorben oder dem Tode nahe ist. Anderswo gibt es noch weitere Ausdrücke mit gleicher Bedeutung.)

Hi as (man) hualav beegen, an egh naach grastert.
(Er ist (nur) halb gebacken und nicht genug geröstet. Das Sprichwort bedeutet, das jemand dumm und sehr einfältig ist.)


Hi as me a eers uun a böddertan iinfêlen (Hi as warm tu satten kimmen).

(Er ist mit dem Arsch in eine Buttertonne gefallen (Er ist warm zu sitzen gekommen).)

Hi as so tharstag üüs an smas.

(Er ist so durstig wie ein Schmied.)

Hi mut altidj me 't bâst Bian vörtu.
(Er muss allzeit mit dem besten Bein voran.)

Hi sjogt üütj üüs wan 'r eg tu tiinj tel küüd.

(Er sieht aus als wenn er nicht bis zehn zählen könnte.)

Injriad an Mârenriad kem eg altidj aauer ians.

(Abendroth und Morgenroth kommen nicht immer überein.)

Nei beesmer fâge rianst.
(Neue Besen fegen am reinsten. Im übrigen Deutschland: Neue Besen kehren gut. Neue Besen kehren auch in vielen anderen Ländern gut, deswegen gibt es dieses Sprichwort so oder ähnlich in vielen Ländern.)

Ring aagin as beeder üüs gud gungen.
(Schlecht gefahren ist besser als gut gegangen.)

Sok Oal, sok Jong.
(Solche Alte, solche Junge. Deutsches Sprichwort: Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen.)

Wan't Biarn san Wal hê, de skrialt' t eg.
(Wenn das Kind seinen Willen hat, dann schreit es nicht)

Wat wêl an Lüüs muar nem üüs't Lewant.
(Was willst du einer Laus mehr nehmen als das Leben.)

Wat wêl muar fân an oks ferlang üüs an stak flêsk.
(Was willst du mehr von einem Ochsen verlangen als ein Stück Fleisch.)


Nordmarscher Mundart

Masgonnen bruad ward ok eeden.
(Missgönntes Brot wird auch gegessen.)

Hamburger Sprichwörter
 
Arbeit macht reich, säd' de Paster, is aberst nich wôer, sünst wiere wî Daglöners alltohop rik Lüd'.
(Arbeit macht reich, sagt der Pastor, ist aber nicht wahr, sonst wären alle Tagelöhner allzuhauf reiche Leute.)

Dat is de ole Jakob met de nee Mütz'.
(Das ist der alte Jakob mit der neuen Mütze. Etwas neues wird angekündigt, ist aber nur das Alte ohne eine Verbesserung im neuen Gewand. Der Spruch hat seinen Ursprung von der alte Jakobskirche, die um das Jahr 1820 einen neuen Thurm erhielt, sonst aber die alte war.)

De ên gift mi Geld un de andre betâlt mi.
(Der eine gibt mir Geld und der andere bezahlt mich.)

Énmâl – kênmâl, säd de Brût.
(Einmal ist keinmal, sagt die Braut.)

Er sieht aus, as wenn he de Höll anblaset hädde.
(Er sieht aus, als wenn er die Hölle angeblasen hätte.)

He lett sick nich hissen, nich locken.
(Er lässt sich nicht hetzen, nicht locken.)

Ik bün kên Kôrndräger, ik dên nig vört halve Geld.
(Ich bin kein Kornträger, ich dien nicht für halbes Geld. Kornträger trugen früher im Hamburger Hafen die Kornsäcke aus den Schiffen in die Lagerhallen. Trotz der schweren Arbeit wurden sie dafür unverhältnismäßig schlecht bezahlt.)

Sie sütt ut, as wenn se vum Pesthofe weglopen weer.
(Sie sieht aus, als wenn sie vom Pesthof weggelaufen wäre. Das Sprichwort bezeichnet elend und schlecht gekleidete, ähnlich der Pestkranken aus der Zeit, in der die Pest in Hamburg wütete.)

Sla dick 'nen Knutten in de Näse.
(Schlag dir einen Knoten in die Nase. Das bedeutet, wenn man sich an etwas erinnern und keineswegs vergessen will, macht man sich einen Knoten ins Taschentuch.)

Utan de bewysinge affgeyt, so ghan de eede tho.
(Wo der Beweis abgeht, da gehen die Eide zu.)

Wann kummt, kummt op'n mal, säd' de Snîder, un dar krêg he twê Pôr Strümp to flicken un dat op'n Wînachtabend.
(Wenn es kommt, kommt es auf einem Mal, sagt der Schneider und dakriegt er zwei Paar Strümpfe zu flicken und das am Weihnachtsabend.)

Sprickwürd ut Mekelnborg
(Sprichwörter aus Mecklenburg)

Dat sünd nich all Gelihrte, de in de Böker kieken, säd`de Buer.

(Das sind nicht alles Gelehrte, die in die Bücher gucken, sagte der Bauer.)

De Fulen drägen sick doot un de Flitigen lopen sick doot.

(Die Faulen tragen sich tot und die Fleißigen laufen sich tot. Das bedeutet, man soll weder zu langsam noch zu eilig sein.)

De Gös gahn allerweg barft.

(Die Gänse gehen allerwärts barfuß. Das bedeutet, überall gibt es irgendeinen Mangel.)

En god` Fru kann `n slechten Mann regieren,, ower keen god` Mann kann `ne slechte Fru regieren.

(Eine gute Frau kann einen schlechten Mann regieren, aber kein guter Mann kann eine schlechte Frau regieren.)

Et is bäter, toväl to betahlen, as toväl to drinken.

(Es ist besser, zu viel zu bezahlen, als zu viel zu trinken.)

Gode Deerns un gode Gös, säd` de Deern, kamen bietieden nah Huus.

(Gute Mädchen und gute Gans, sagt das Mädchen, kommen beizeiten nach Haus.)

Ihr un Rikdom dörben sick nich grot nömen, so as de en het, süht de anner ut, un wat de en gelt, is de anner wirth.
(Ehr und Reichtum dürfen sich nicht groß nennen, so wie der eine heißt, sieht der andere aus, und was der eine gilt, ist der andere wert. Das bedeutet, beide können hochmütig machen.)

Lütt Kinner danzen de Mudder up de Schört, gro Kinner up `t Hart.

(Kleine Kinder tanzen der Mutter auf der Schürze, große Kinder auf dem Herz.)

Rennlichkeit is `t halw Läben, säd de oll Fru, Deern fäg den Disch mit `n Bessen af.

(Reinlichkeit ist das halbe Leben, sagt die alte Frau, Mädchen fege den Tisch mit dem Besen.)

'T sünd allerweg terbraken Pött.

(Es sind allerwärts (überall) zerbrochene Töpfe. Das bedeutet, jeder hat seine Last.)

Wat de Kopp vergett, dat möten de Fäut nahhalen, säd`de Snider

(Was der Kopf vergisst, das müssen die Füße nachholen, sagte der Schneider.)

Wenn du so lang as dumm wirst, denn künnst du den Mand küssen.

(Wenn du so lang als dumm bist, dann kannst du den Mond küssen.)

Wenn twee Arm sik wat gäben, freuen sik de Engel in `n Himmel.

(Wenn zwei Arme sich etwas geben, freuen sich die Engel im Himmel.)


Wo drei Frugens in `n Hus sünd, hett de Düwel sin Spill.

(Wo drei Frauen in einem Haus sind, hat der Teufel sein Spiel.)

Spreckwörder ut Neddersassen
(Sprichwörter aus Niedersachsen)

Allto fromm is Nawers Spott.

(Allzu fromm ist Nachbars Spott.)

Dat Muul bringt den Deef an `n Galgen.
(Das Maul bringt den Dieb an den Galgen.)

De den Hund tarrt, de mutt mit Bieten reken.
(Wer den Hund reizt, der muss mit Bissen rechnen.)

De Koh het faken vergeten, dat se `n Kalv wän is.
(Die Kuh hat oft vergessen, das sie ein Kalb gewesen ist.)

De langsam geiht, geiht seker.
(Wer langsam geht, geht sicher.)

De sik mit `n Nawer will good verstahn, de mutt em ut de Sünne gahn.
(Wer sich mit dem Nachbarn will gut verstehen, der muss ihm aus der Sonne gehen.)

De to `n Swienetroge tohauen is, ward keene Vigeline.
(Wer beim Schweinetrog zu Hause ist, wird keine Violine.)

De Verleumder het jümmer den Düwel up de Tungen.
(Der Verleumder hat immer den Teufel auf der Zunge.)

Een` gooden Fründ mutt `n nich to faken kamen.
(Einem guten Freund musst du nicht zu oft kommen.)

Jedeen mut siene eegene Huut to Marke drägen.
(Jeder muss seine eigene Haut zu Markte tragen.)

Je höger de Boom, je deeper de Fall.
(Je höher der Baum, je tiefer der Fall.)

Klook sünd alle Lüe, awer plietsch mutt `n wän.
(Klug sind alle Leute, aber schlau muss man sein.)

Vör een` Deef kann ik de Dör afschluten, awer vör een` Lögner nich.
(Vor einem Dieb kann ich die Tür abschließen, aber vor einem Lügner nicht.)

Man mutt sik keene neegen Fiende up `n Hals laden.
(Man muss sich keine neuen Feinde auf den Hals laden.)

Wat hängen schall, dat versuupt nich.
(Was hängen soll, das ersäuft nicht.)

Wenn et ümsünst it, smeckt et an `n besten.
(Wenn es umsonst ist schmeckt es einem am besten.)

Wenn `t Brie regent, hebbt de Dummen keenen Lepel.
(Wenn es Brei regnet, haben die Dummen keinen Löffel.)

Wer de Neese to hoch holt, stött licht an.
(Wer die Nase zu hoch hält, stößt leicht an.)

Wer mit den Düwel speelt, mutt Füer in `t Muul hebben.
(Wer mit dem Teufel spielt, muss Feuer im Maul haben.)

Sprickwürd ut Ostpreißen
(Sprichwörter aus Ostpreußen)

Abwechs'lung mot sön, seggt de Diewel on frett de Bottermelk möt e Mestgawel.

(Abwechslung muss sein, sagte der Teufel und frisst die Buttermilch mit der Mistgabel.)


Aflâte kömmt ömmer tomât.
(Ablassen kommt immer zur rechten Zeit. Beim Handeln versucht man erst einen hohen Preis zu erhalten, Ablassen und mit dem Preis heruntergehen kann man immer noch mit der Zeit.)

Arbeit öss kein Haske, sei rennt nich weg.

(Arbeit ist kein Hase, sie rennt nicht weg.)

Ärger di erscht am drödde Dag.

(Ärger dich erst am dritten Tag.)

Bäter e Luus im Komst als goar keen Fleesch.

(Besser eine Laus im Kohl als gar kein Fleisch.)

Dat biske Lew öss dem Arme sin Broade.

(Das bisschen Liebe ist des Armen Braten.)

Dat geit wie e Mötz - dat öss mi man e Mötz.
(Das geht wie eine Mütze - das ist mir eine Mütze. Das bedeutet, die Sache ist leicht abgetan, das macht man mit links.)

Dat Ôle öss got to behole.

(Das Alte ist gut zu behalten. Das bedeutet, man behält lieber das bekannte Alte, bevor man sich auf unbekanntes Neues einlässt.)

Dat öss e schlechter Brade, von dem nuscht afdröppt.

(Das ist ein schlechter Braten, von dem nichts abtropft. Das muss ein sehr magerer, das bedeutet schlechter, Braten sein, bei dem kein Fett heruntertropft.)

Dat öss mîn Acker on Plôg.

(Das ist mein Acker und Pflug.)

Dat öss schön, seggt de Meller, wenn 't regent.

(Das ist schön, sagte der Müller, wenn es regnet.)

De Buuke öss kein Spegel, on de Arsch öss kein Landstrasse.

(Der Bauch (Magen) ist kein Spiegel und der Arsch ist keine Landstraße.)

De es nich under de Schwien to liede.

(Der ist nicht unter den Schweinen zu leiden. Das bedeutet, dass er unausstehlich ist.)

De es vonne Trepp gefalle.

(Er ist von der Treppe gefallen. Das bedeutet, er hat sich die Haar schneiden lassen.)

Dei danzt nich mött söck allên.

(Die tanzt nicht mit sich allein. Wird von einer Frau gesagt, die schwanger ist.)

Dei öss barwt bett an en Hals.
(Die ist barfuß bis an den Hals. Das bedeutet, sie hat nichts an und ist nackt.)

Dei söck schölle, dei söck wölle.

(Die sich schelten, die sich wollen.)

De Kiekels welle emmer kleker sen als de Kluck.
(Die Küken wollen immer klüger sein als die Glucke.)

De schnett seck vor Giez eher in ehre Finger als enne Worscht.

(Der schneidet sich vor Geiz eher in den Finger als in die Wurst. Das bedeutet, er spart vor Geiz am falschen Ende und schadet sich dadurch nur selbst.)

De Schôlmeister on de Schmödt die frête allerwegen möt.
(Der Schulmeister und der Schmied die fressen überall mit. Bei Festen wird der Schmied meistens zusammen mit dem Schullehrer eingeladen. Beide standen beim niederen Volke in keinen besonderen Ehren.)

Det Oeller geit vär, säd de Diewel, on schmeet sine Grossmutter de Trepp runder.

(Das Alter geht vor, sagte der Teufel und schmeißt seine Großmutter die Treppe runter. Das (Rechtssprichwort) bedeutet, das bei zwei gleichberechtigten Forderungen der Schuldner die ältere Forderung zuerst bezahlen und ausgleichen muss.)

Erscht ett Kös, onn dann drink Wien, dann ward dir schmecke de Wien önn Wollin, wie önn Stettin.

(Erst ess Käse und dann trink Wein, dann wird dir schmecken der Wein in Wollin wie in Stettin. Das bedeutet, wenn erst einmal der Geschmack verdorben oder abhandengekommen ist, ist es gleich wo oder was man trinkt, es schmeckt alles gleich.)

Fiew Finger, een Grabsch.

(Fünf Finger, ein Griff. Das bedeutet, jemand hat im Vorbeigehen etwas mitgehen lassen und gestohlen.)

Frösches Brot on frösche Botter, olet Bêr onn e junge Mutter, dat schmeckt onsem Voder got.

(Frisches Brot und frische Butter, altes Bier und eine junge Mutter, das schmeckt unserem Vater gut.)

He hett 't upt, is 'n richtig Testament.

(Er hat es auf, ist ein richtiges Testament. Das bedeutet, er hat seinen ganzen Besitz bis zum Lebensende aufgebraucht. Er hat sein ganzes Vermögen für sich selbst verbraucht und vererbt nichts mehr. Ähnliches Sprichwort: Alles verfressen und versoffen vor seinem End`, macht das beste Testament.)

Hei blegt wie e Ros' öm Rennstên.

(Er blüht wie die Rose im Rinnstein. Wie, wenn ein Betrunkener im Rinnstein liegt.)

Hei foahrt, als wenn de Kujel seicht.

(Er fährt, als wenn der Eber pinkelt. Das bedeutet, er fährt Schlangenlinien und ist wahrscheinlich betrunken.)

Hei öss, wie de Bûre ut Schönföld.

(Er ist wie der Bauer aus Schönfeld. In Schönfeld in Ostpreußen sollen die Bauern auf zwei Stühlen sitzen, wenn die Scheuer voll ist. Ist sie halb voll, sitzen sie auf einem Stuhl und ist sie vollkommen leer, so sitzen zwei auf einem Stuhl.)

Helpt et nich mi, so helpt et doch mînem Bîedel.

(Hilft es nicht, so hilft es doch meinem Beutel. Laut Frischbier 1865, soll dieser Spruch dem Bischof Borowski in Königsberg einmal das Leben gerettet haben. An einem Halsübel schwer erkrankt und von den Ärzten aufgegeben, bot ihm eine alte Frau, der er manche Wohltaten erwiesen, ihre Hilfe an. Die Frau bestrich ihn mit einem Stahle den Hals und murmelte die Worte. Der Bischof musste laut lachen, das Halsgeschwür brach auf, und er war gerettet.)

Helpt et nich so schad`t et nich.

(Hilft es nicht so schadet es nicht.)

He schämt söck wie e Beddseicher.

(Er schämt sich wie ein Bettnässer.)

He wull mi faats ön de Tasch springe.

(Er will fast in die Tasche springen. Das bedeutet, er ist stark erregt.)


Junge Mönsche ziert dat Jesöcht, ohle de Kleeder.

(Junge Menschen ziert das Gesicht, alte die Kleider.)

Korte Beene moake dem Wegg lang.
(Kurze Beine machen den Weg lang.)

Mank sine Wörd kann man e Mötz dorchschmiete.

(Zwischen seinen Worten kann man eine Mütze durchschmeißen.)

Oerscht e Bliew, denn e Wiew.

(Erst eine Bleibe, dann ein Weibe. Bevor man heiratet und eine Familie gründet, sollte man eine Wohnung haben.)

Ohle motte starwe, Junge könne starwe.

(Alte müssen sterben, Junge können sterben.)

Önne Schnapsbuddel versupe mehr Mönsche als em Wasser.

(In der Schnapsflasche ertrinken mehr Menschen als im Wasser.)

Probere geit äwer stodere.

(Probieren geht über studieren.)

So'n schött kein Boll op Erden.

(So einen scheißt kein Bulle auf Erden. Das Sprichwort drückt die Verachtung gegenüber dem anderen aus.)

So was krauft auf de Lucht nicht rum.

(So etwas kriecht auf dem Dachboden nicht herum. Das bedeutet, so etwas gibt es nicht oder ist sehr unwahrscheinlich.)

Veel Geschrie on wenig Woll, säd de Diewel on schoor de Sau.

(Viel Geschrei und wenig Wolle, sagte der Teufel und schor die Sau. Das bedeutet, man macht viel aufhebens um nichts.)

Wat nuscht faret Oog öss, öss ook nuscht faret Hart.

(Was nichts fürs Auge ist, ist auch nichts fürs Herz.)

Wenn ene Koh dem Zoagel heewt, denn heewe se em alle on bisse los.

(Wenn eine Kuh den Schwanz hebt, heben sie ihn alle und rennen los. Das bedeutet, wenn einer etwas macht, machen es ohne zu überlegen alle nach.)


Wer de Wahrheit seggt, de hoast nicht lang.

(Wer die Wahrheit sagt, der hustet nicht lange. Das bedeutet, er wird Opfer der Lügner.)

Wer lang froagt, de gäfft nich gern.

(Wer lange fragt, der gibt nicht gern.)

Wer lang hoost, lewt lang.

(Wer lange hustet, lebt lange.)

Wer sick nich bestöwe wöll, mot nich op de Mähl gahne.

(Wer sich nicht will bestauben, muss nicht auf (in) die Mühle gehen.)

Wo de Diewel op dem Göldsack huckt, kömmt ommer mehr dartau.

(Wo der Teufel auf dem Geldsack hockt, kommt immer mehr dazu.)

Sprichwörter aus der Pfalz

Die Pfalz befindet sich im Süden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Die Region ist 5451,13 km² groß und hat ca. 1,4 Millionen Einwohner. Die Pfalz unterteilt sich in die Vorderpfalz, die Hinterpfalz (Westpfalz), die Nordpfalz und die Südpfalz. In allen Teilen wird die pfälzische Mundart gesprochen, in der es auch viele Sprichwörter gibt.

Das baßt wie ener Sau e goldenes Halsband.
(Das passt wie einer Sau ein goldenes Halsband. Das bedeutet ungefähr das Gleiche wie das deutsche Sprichwort: Man muss der Sau keine Perlen anhängen. oder in Thailand dem Affen einen Kristall geben.)

De Deiwel scheißt immer uff de greeschde Haufe.
(Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Das bedeutet, wo etwas ist, kommt immer noch mehr dazu. Andere Sprichwörter in Deutschland: Gleich und Gleich gesellt sich gerne. Wo Geld ist, da kommt Geld ein hin.)


Dem sei Rädche geht links erom.
(Dem sein Rädchen geht links herum. Das Sprichwort besagt, des einer verwirrt oder ein Narr ist.)

Denn kann ich so gut leide wie en Spreissel im Aasch.
(Den kann ich so gut leiden wie einen Splitter im Arsch. Bei diesem Sprichwort fallen jedem bestimmt mehrere andere ein.)

Der ä is arm, de anner reich, vorm Dood sin allmitnanner gleich.
(Der eine ist arm, der andere reich, vorm Tod sind alle miteinander gleich.)

Der guckt wie e Maikäwwer im November.
(Der guckt wie ein Maikäfer im November. Der November ist die unpassendste Zeit für Maikäfer, es bedeutet, man hat einen schlecht gelaunten Gesichtsausdruck.)

Der guckt wie e Ochs, wann's blitzt.
(Der guckt wie ein Ochse, wenn es blitzt. Das bedeutet, man guckt erschreckt und ängstlich.)

Der hot siwwe Deiwel im Leib.
(Der hat sieben Teufel im Leib. Wer sieben Teufel in sich hat, muss schon ein sehr böser Mensch sein.)

Der is hinnerm Geld her wie de Deiwel hinner de arm Seel.
(Der ist hinter dem Geld her wie der Teufel hinter den armen Seelen.)

Der is hoorisch wie e Krott.
(Der ist haarig wie eine Kröte. Das bedeutet, man hat gar keine, weder auf dem Kopf noch einen Bart.)

Dess is so iwwerflissich wie en Krobb.
(Das ist so überflüssig wie ein Kropf (früher eine durch Jodmangel öfter krankhaft vergrößerte Schilddrüse). Etwas, auf das man wirklich gerne verzichten kann und will.)

De Doot sitzt em uf de Zung.
(Der Tod sitzt ihm auf der Zunge. Das bedeutet, dass er bald sterben wird.)

E g'scheit Hinkel legt aach emol newe's Nescht.
(Ein gescheites Huhn legt auch einmal neben das Nest.)

Er fercht sich net vor’m Deiwel seiner Großmudder.
(Er fürchtet sich nicht vor dem Teufel seiner Großmutter. Das bedeutet, wer sich selbst vor des Teufels Großmutter nicht fürchtet, muss sehr mutig sein.)

Er hat hunnert Morche Schadde hinnerm Haus.
(Er hat hundert Morgen Schatten hinter dem Haus. Das bedeuted, er hat nichts.)

Er is verschwunne wie de Deiwel vor'm Kreiz.
(Er ist verschwunden wie der Teufel vor dem Kreuz.)

Er sitzt do, wie e Aff uf’m Schleifstään.
(Er sitzt da wie ein Affe auf dem Schleifstein. Das bedeutet, man ist ungeschickt, hat eine unpassende oder steife Körperhaltung.)

Es geheert em alsemol mit’m Besemstiel de Buckel abgeriwwe.
(Es gehört ihm allemal mit dem Besenstiel der Buckel abgerieben. Wenn jemand eine Abreibung mit einem Besenstiel auf den Rücken bekommen soll, kann das nur Prügel mit einem Schlagstock bedeuten.)

Golden Pfalz, Gott erhalt's!
(Der Spruch der Pfälzer der ihr Selbstgefühl und Stolz zu ihrer Heimat ausdrücken soll.)

Ich schlaan der in de Bahnhof, dass der sämtliche Gesichtszieg entgleise.
(Ich schlage dir in den Bahnhof, dass dir sämtliche Gesichtszüge entgleisen. Das ist ein eindeutiges angebot für eine ordentliche Tracht Prügel.)

In de Not freest de Deiwel Micke un de Fuchs Meis.
(In der Not frisst der Teufel Mücken und der Fuchs Mäuse. Das bedeutet, in Notzeiten, wenn an allem Mangel herrscht, muss man mit dem vorlieb nehmen, was da ist oder was man gerade bekommen kann.)

Jetzt hawwichs demm doch versproche, jetzt will der aach noch, dass ichs halt.
(Jetzt hab ichs dem doch versprochen, jetzt will der auch noch, dass ichs halte. Ein Versprechen ist meist schon die Hälfte der Erledigung, die Erfüllung des Versprchens kann dann auch noch warten.)

Kummt die Sens, duckt sich es Gras.
(Kommt die Sense, duckt sich das Gras. Das bedeutet, wenn Gefahr droht, versucht jeder so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Das gilt besonders für den Tod, wenn der mit seiner Sense kommt, will ihm jeder ausweichen.)

Mer schlooft net immer, wammer die Aache zu hott.
(Wir schlafen nicht immer, wenn wir die Augen zu haben. Das bedeutet, das einige, von denen man es nicht erwartet oder hofft, mehr mitbekommen als die anderen glauben.)

Middach macht mer, wammer will, de Owend kummt vun selwer.
(Mittag mach ich, wann ich will, der Abend kommt von selber.)

Sbeschd an de Worschd isses Stick zwischen de Zippel.
(Selbst an der Wurst ist ein Stück zwischen den Zipfeln. Zwischen Anfang und Ende muss noch genug vorhanden sein, von dem man etwas hat.)

Trucke Brot mit ohne Worschd is genauso schlimm wie Dorschd.
(Trocken Brot mit ohne Wurst ist genauso schlimm wie Durst. Für den Pfälzer ist Durst und kein Wein zum Trinken meist schlimmer, als wenn er nichts aufs Brot hat.)

Uffem harte Boddem wachstes beschde Holz.
(Auf dem harten Boden wächst das beste Holz. Das bedeutet, wer es im Leben schwer und hart hatte, der gehört zu den Widerstandsfähigen. Er ist abgehärtet und wird auch mit widrigen Umständen fertig.)

Wammer aähne will, derf mer die Aache net zudrigge.
(Wenn man sehen will, darf man die Augen nicht zudrücken. Das bedeutet, wenn man nicht überrascht werden und alles mitbekommen will, soll man genau hinsehen.)

Wie äner beim Esse is, so isser aach beim Schaffe.
(Wie einer beim Essen ist, so ist er auch beim Schaffen (arbeiten). Leider stimmt das nicht immer, viele können essen, ohne hinterher zu arbeiten.)

Wo der pfälzer Bauer seinen Fuß hinsetzt, steht der Wald ab.
(Nach Meinung der pfälzer Forstleute holen die Weinbauern alles aus dem Wald, was zu Boden fällt. Durch das Entfernen des Streuwerks könne kein Humus für neues Wachstum mehr entstehen.)



Plattdüütsche Spreckwörder
(Plattdeutsche Sprichwörter)

Plattdeutsch oder Niederdeutsch wird in Norddeutschland und im Osten der Niederlande gesprochen und unterteilt sich in eine Vielzahl unterschiedlicher Dialektformen. Das Plattdeutsch ist eine westgermanische Sprache mit einer Vielzahl unterschiedlicher Dialektformen, die sich aus dem Altsächsischen entwickelt hat. In der älteren Sprachwissenschaft wurden auch die niederländischen Dialekte zum Niederdeutschen gerechnet. Die niederdeutschen Dialekte weisen noch heute Ähnlichkeiten mit dem Englischen und dem Friesischen auf, die auf einer gemeinsamen Herkunft dieser Sprachen beruhen. „Plattdeutsch“ ist nicht gleich „Platt“. „Platt“ bezieht sich nicht ausschließlich auf das Niederdeutsche, sondern wird auch in manchen mitteldeutschen Regionen und in den Niederlanden gebraucht und meint schlicht „Dialekt“.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Niederdeutsche_Sprache

Dat een Unglück kann dat anner nich aftöven.
(Das eine Unglück kann das nächste nicht abwarten. = Ein Unglück kommt selten allein.)

De dat Glück man hett, geiht mit de Bruut to Bett.

(Wer das Glück nur hat, geht mit der Braut ins Bett. Ein unverdientes Glück.)

De Giezknüppel kriggt den Hals nich ehr vull, as bet he em vull Eer hett.

(Der Geizhals kriegt den Hals nicht eher voll, als bis er ihn voll Erde hat. = aus Armenien: Nur die Erde kann das Auge des Geizigen sättigen.)

De Lögenbuck mutt `n goot Gedächtnis hebben.

(Der Lügenbock muss ein gutes Gedächtnis haben. = Ein Lügner muss ein gutes Gedächtnis haben.)

Den een gifft Gott Botter, den annern Schiet.

(Dem einen gibt Gott Butter, den anderen Dreck. Die Welt ist ungerecht.)

Je höger de Aap stiggt, je mehr wiest he den Moors.

(Je höher der Affe steigt, je mehr zeigt er den Hintern. = aus Afrika: Je höher der Affe klettert, um so besser sieht man seinen Hintern.)

Wenn de Bur wat hat, hat he keen Fatt.
(Wenn der Bauer was hat, hat er kein Fett.)