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Deutsche Sprichwörter
Über 17.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
mit vielen Erklärungen der Bedeutung und alter Wörter
Aa bis Argwohn
Flagge von Deutschland
Sehr viele deutsche Sprichwörter haben ihren Ursprung schon vor langer Zeit, manche vor mehreren Tausend Jahren. So geht das deutsche Sprichwort „Eine Schwalbe macht (noch) keinen Sommer.“ auf die Fabel „Der verschwenderische Jüngling und die Schwalbe“ des griechischen Fabeldichters Äsop zurück. Äsop lebte um 600 v. Chr. und war wahrscheinlich Sklave mehrerer Herren, bis einer ihn freiließ. Ebenso haben verschiedene Sprichwörter ihren Ursprung bei den Römern oder Griechen vor 2000 Jahren. Viele beruhen auch auf Bibelstellen, was vergleichbare Sprichwörter in etlichen anderen europäischen Ländern und Völkern zur Folge hatte (ebenso aus römischen und griechischen Quellen).

Ab dem 16. Jahrhundert fingen etliche Autoren an, Sprichwörter zu sammeln und in gedruckten Büchern zu veröffentlichen:

Agricola von Issleben 1530, Sebastian Franck 1541, Chr. Egenolffs Erben 1560, Andream Gartner 1574, M. Fridericum Petri 1605, Jan Gruter 1610, Georg Henisch 1616, Christoph Lehmann 1630, Andreas Sutor 1716, Joachim Christian Blum 1780, Christoph Georg Heinrich Nieter 1798, Samuel Christoph Wagener 1813, Georg von Gaal, 1830, Wilhelm Körte 1837, Karl Simrock 1846, Otto Freiherr von Reinsberg, Freifrau von Reinsberg-Düringsfeld mehrere Bücher von 1863 bis 1872, Otto Sutermeister 1869, und das Deutsche Sprichwörterlexikon in 5 Bänden von Karl Friedrich Wilhelm Wander, veröffentlicht zwischen 1866 und 1880 und viele mehr.

Am umfangreichsten ist das Deutsche Sprichwörterlexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander mit über 220.000 Einträgen. Leider ist es manchmal etwas ungenau oder unrichtig durch fehlende oder falsche Quellenangaben, wodurch manches fremde Sprichwort zum deutschen gemacht wurde. Die Ursachen hat Wander selbst im Vorwort des 1. Bandes 1866 erklärt. Auch im Nachwort von Joseph Bergmann im 5. Band sind seine Schwierigkeiten beschrieben. Trotzdem ist das Sprichwörterlexikon in seinem Umfang und seinem einmaligen Quellenverzeichnis bis heute unübertroffen, besonders auch, weil er es alleine und gegen etliche Widerstände zustande gebracht hat. Alles mit der Hand und ohne Computerunterstützung, ohne die heute keiner mehr etwas zuwege bringt.

Da viele Sprichwörter älteren Ursprungs sind, enthalten einige alte oder schon vergessene Wörter, oder handeln von heute unbekannten Vorkommnissen. Aus diesem Grund sind auf diesen Internetseiten bei vielen Sprichwörtern Erklärungen, die Wörter oder Sinn des Sprichworts näher erklären. Auch wenn verschiedene Sprichwörter aus der Mode genommen sind, gehören sie trotzdem zum kulturellen Erbe der Deutschen und ihrer Geschichte. Sonst könnte man auch etliche „Klassiker“ vergessen, (Goethe, Schiller oder andere) nur weil sie schon einige Hundert Jahre alt sind. Bei verschiedenen Autoren haben manche Sprichwörter einen unterschiedlichen Wortlaut, dann stehen hier mehrere Versionen.

Daneben entstehen aber immer auch neue Sprichwörter, die in den alten Sammlungen nicht aufgeführt sein können. Andere Sprichwörter werden aus anderen Sprachen übernommen, wie z. B. „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Es wird heute nur als „deutsches Sprichwort“ zitiert, obwohl das falsch ist. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde das englische Sprichwort „The early bird catcheth the worm.“ im Deutschen übernommen. Es steht so schon 1637 in „A Collection of English Proverbs“ von John Ray auf Seite 101.

Wenn hier noch ein besonderes, wichtiges, häufiges oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.

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Aas ist keine Speise für den Adler.

Aas lässt sich nicht vor Geiern verbergen.

Abbitte ist die beste Buße.
(Weil sie beweist, dass die Beleidigung oder Tat nicht aus bösem Herzen kam und man es wieder gut machen will.)

Abbitte nicht, aber Halsstarrigkeit ist Schande.

(Das erste zeigt ein edles, das Zweite aber ein böses Herz an.)

Abendrede und Morgenrede kommen selten überein.

Abendrot bringt gut Morgenrot.

Abendrot, Gutwetterbot.

Abendsegen, Morgensegen.

Abends putzt sich des Kuhhirten Frau.

Abends vull, morgens null.

Abends wird der Faule fleißig.
Am Abend wird der Faule fleißig.

Aber, Wenn und Gar sind des Teufels War.


Abrechnen ist gut bezahlen.
(Weil so eine Schuld berichtigt, bezahlt, wird oder ein böser Schuldner noch obendrein zur Leistung oder Strafe gezwungen werden kann.)

Abschlag ist gute Zahlung.


Absicht ist die Seele der Tat.

Äbte und Mönche sind des Teufels täglich Brot.


Abt und Kloster sind ein Ding.


Abwarten, sagt der Schulmeister, bis der Teufel den Pfaffen holt.


Abwarten und Tee trinken.


Abwechslung stärkt den Appetit.


Ach, es ist zu spät, sprach die Frau, als der Knecht sie bei dem Leichenzug ihres Mannes um Heirat anging.

Ach Gott, meine arme Dreizehn, sagte der Töpfer und fiel mit zwölf Töpfen vom Boden.

Achte dich klein, mit niemand zu gemein, so wirst du wohlgelitten sein.

Achte keinen Ort ohne ein Ohr.

Achte nicht bloß auf das, was andere tun, sondern auch auf das, was sie unterlassen.

Achtest du mein, so acht ich dein.

Acht gegeben, es sind Schindeln auf dem Dache!
(Dachschindeln früherer Zeiten waren oft aus Holz und konnten leicht Feuer fangen. Das Sprichwort mahnt zur Vorsicht im Umgang mit demselben. Übertragen bedeutet es auch, man sollte in Gegenwart von Kindern und Jugendlichen auf sein Reden achten. Kinder hören oft unbemerkt mit und benutzen Gehörtes, auch unverstanden, im eigenen Gebrauch öffentlich weiter. Wenn Eltern schimpfen (pöbeln), werden ihre Kinder ebenso mit unflätigen Worten um sich werfen. Erziehung beginnt mit der Sprache, die oft bei den Eltern zu wünschen lässt. Lernunfähige Kinder in Schule und Lehre sind die Folge. Kindergarten, Ganztagesbetreuung, Jugendtreffs oder ähnliche öffentliche Angebote für Kinder können Elternversagen niemals kompensieren, geschweige reparieren!)

Acht und Aberacht macht sechzehn.
(Damit spottete Markgraf Albrecht II. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach (* 28.3,1522 - 8.1.1557, Markgraf von 1541 - 1554), als der Kaiser ihm mit der Reichsacht drohte.)

Ach und Wehe ist das tägliche Brot in der Ehe.

Ackersmann, Schlackersmann, ich lob mir den Handwerksmann.


Ackerwerk, Wackerwerk.


Adam muss eine Eva han (haben), die er zeiht, was er getan.


Adams Kinder sind Adam gleich.

Adam sündigt im Paradies, Luzifer im Himmel.

Adel geht nicht für Ehrbarkeit.

Adel hat kein Erbrecht.

Ade, Lieb, ich kann nicht weinen: Verlier ich dich, ich weiß noch einen.

Adelig und edel sind (ist) zweierlei.


Adelig, was ehrlich.


Adelsbrief und Hofsuppen sind gemeiner denn ein Bauernjuppen.

Adelsbrief und Hofsuppen sind zu Hof (niemandem versagt) wohlfeiler denn ein Bauernjuppen.

Adel sitzt im Gemüte, nicht im Geblüte.

Adel, Tadel.


Adel, Tugend, Kunst sind ohne Geld umsunst.

Adel, Tugend, Wissenschaft und Kunst, sind ohne Geld umsonst.

Adel verpflichtet.
(Das bedeutet, man sollte sich seiner Stellung, seinem Amt oder Ansehen entsprechend verhalten, um seinen Ruf nicht zu verlieren. Ursprung ist es die Übersetzung des französischen „Noblesse oblige“ aus dem Buch von 1808 „Maximes et réflexions“ von Pierre-Marc-Gaston de Lévis, Duc de Lévis (1764 - 1830) (Ausgaben 1810 und 1812 auf Seite 24). Anfänglich bedeutete es, der Adel sollte sich entsprechend der Herkunft anderen gegenüber ehrenhaft, großzügig und höflich verhalten. In letzter Zeit scheint es aber immer weniger zu interessieren.)

Ade Sünde, ade Schande!

Ade, Welt, ich geh ins Kloster!

Ade, Welt, ich geh ins Tyrol!

Adler brüten keine Tauben.


Adler fangen keine Mücken (Fliegen).
(Man gibt sich nicht mit Dingen unter seiner Würde ab. Wenn man nicht aufpasst, geht das leicht nach hinten los.)

Adler haben große Flügel, aber auch scharfe Klauen.

Advokaten, Schadvokaten.

Advokaten und Soldaten sind des Teufels Spielkameraden.

(Alter Spruch, der schlechten Advokaten nachgesagt wird: Recht verkehren, tut mich nähren.)

Affen bleiben Affen, wenn man sie auch in Sammet kleidet.
(Ein geschmücktes Äußere macht noch keinen unwürdigen Achtungswert.)

Affen fängt man mit großen Bundschuhen.


Affen sind Affen, wenn sie schon Chorröcke tragen.


Affen und Pfaffen lassen sich nicht strafen.


Afterreden und Zorn gehören sich nicht über Tisch.


Alefanz macht die Schuhe ganz.
(Alefanz = veraltetes Wort für alberne, ungereimte Handlungen. Noch früher in der Zeit der Entstehung dieses Sprichworts war es List, Verschlagenheit, besonders in Anwendung zum Gewinn.)

Alexander der Große war klein zu Rosse.

All Ding, das sich bessert, ist gut.

All Ding hat ein Ende und die Mettwurst hat zwei.

All Ding ist nur eine Weile schön.

All Ding will vor Rat, dann Tat haben.

Alle Bande binden nicht gleich fest.

Alle Dinge haben zwei Seiten.
Alles hat zwei Seiten.
Alles Ding hat zwei Seiten.
(Sehr viele Dinge haben zwei Seiten, manche auch etliche mehr. Hier gibt es 39 Seiten mit deutschen und über 200 mit anderen Sprichwörtern. Ebenso gibt es noch mehr Sprichwörter mit zwei Seiten, die auf einer anderen Seite zu finden sind:
 - Jedes Ding hat zwei Seiten.)


Alle Dinge sollen sein in des Mannes Gewalt.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Alle Dinge stehen in einer Wegscheide.

Alle Flüsse laufen ins Meer.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 1, 7: „Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller;“ Das 1. Kapitel des Prediger Salomo handelt von der vergeblichen Mühe der Menschen, da doch alles immer dasselbe ist. Das Wasser fließt seit ewigen Zeiten und wird auch zukünftig immer wieder fließen, ohne das Meer voller zu machen. Genauso meint das Sprichwort, ist das Tun und Trachten der Menschen immer das Gleiche, 1, 14 „wie das Haschen nach Wind.“)

Alle Frachten lichten, sagte der Schiffer, da warf er seine Frau über Bord.

Alle Freier sind reich und alle Gefangene arm.

Alle Freude steckt in der Weinkarte.

Alle Gewalt ist Unrecht.

Alle Gleichnisse hinken.

Alle Glieder am Menschen sind Zungen.

Alle grauen Mäntel haben grau Tuch.

Alle großen Stücke, so jemals auf Erden gespielt, sind im Himmel gemacht.

Alle guten Gaben kommen von oben.

Alle guten Geister loben Gott.

Alle guten Geister loben ihren Meister.

Alle Hahnen müssen einen Kamm haben.

Allein bist du nirgends allein.
(Das bedeutet, entweder ist ein Schutzengel anwesend, oder der persönliche Teufel flüstert einem gerade etwas ein.)

Allein getan, allein gebüßt.

Allein ist einem am besten.


Allein lügen am besten.

Allein mein oder lass gar sein.

Allein singen und allein dreschen ist eine langweilige Arbeit.

Allein Unglück und Armut ist für den Neidhart gut.

Alle Jahr ein Käs, wenig Käs; alle Jahr ein Kind, viel Kind.
(Alles ist relativ, das war schon lange vor Einsteins Relativitätstheorie bekannt. Genauso die Bedeutung von Sprichwörtern, es kommt immer auf den eigenen Standpunkt an.)

Alle kleine Bäche laufen in die großen.
Alle kleinen Wasser laufen in die großen.

Alle Kühe sind Kälber gewesen.

Alle Land sind des Weisen Vaterland.

Alle Laster nehmen mit der Zeit ab, nur Geiz und Lüge nehmen zu.

Alle Leute konnten nicht treffen, aber mein Sohn schoss dicht vorbei.

Alle listigen Füchse kommen endlich beim Kürschner in der Beize zusammen.

Alle Mädchen sind Jungfern, solange der Bauch schweigt.

Alle Menschen auf Erden könnten noch keinen Schleifstein schinden.

Alle Menschen sind klug, die einen vorher, die anderen nachher.

Alle Menschen wissen nicht, was ein gut Kraut kostet.

Alle möchten wohl gern viel wissen, aber etwas drum geben, tut sie verdrießen.
(Ein Sprichwort, das sich im Internet bewahrheitet. Alle wollen jede nur erdenkliche und neuste Information im Internet frei Haus und umsonst haben. Seriöse und nachgeprüfte Nachrichten machen Arbeit und kosten, was immer mehr Zeitungen und andere Anbieter veranlasst, nicht nur für auf Papier gedruckte, sonder auch für digital im Internet verbreitete Nachrichten einen Geldbetrag zu verlangen. Das ist neu, weil vorher alles kostenlos war, es verdrießt viele, die dann zu den Alternativen, nicht überprüfbaren und willkürlich verbreiteten „Fakten“ in ihre eigene Blase im virtuellen Netz ausweichen. Dort gibt es dann nur die zu einem passenden, ausgedachten und unüberprüfbaren Nachrichten, die wirkliche Welt bleibt draußen.)

Alle Morgen neue Sorgen.

Allen Leuten (Menschen) Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
(Bei Entscheidungen die Wünsche oder Bedürfnisse aller zu berücksichtigen ist bei den Unterschieden der Menschen unmöglich. Bei manchen Entscheidungen hat man aber auch den Eindruck, die Meinung, Wünsche oder Bedürfnisse anderer sind überhaupt egal, alle anderen werden ignoriert oder übergangen.)

Allenthalben, wie Hanswurst in der Komödie.
(Allenthalben = überall, bei jeder Gelegenheit, dauernd wiederholend.)

Allen Tieren ist Friede gesetzt außer Bären und Wölfen.

Allen Wohl und niemand Wehe.

Aller Adel hat einen Misthaufen zum Vater und die Fäulnis zur Mutter.

Aller Anfang ist schwer.


Aller Anfang ist schwer, sprach der Dieb und stahl zuerst einen Amboss.

Aller Anfang mit Gott.

Aller Dinge soll man mild sein, nur der Zeit nicht.

Aller guten Dinge müssen drei sein.
Aller guten Dinge sind drei.
(Vergleichbares Sprichwort aus Ungarn: Die ungarische Wahrheit ist drei.)

Aller Landsknechte Mutter ist noch nicht gestorben.

Allerlei ist zweierlei.

Aller Leute Freund, jedermanns Narr.


Allermanns Freund, jedermanns Geck.


Allermanns Knecht kann's nicht jedem machen recht.

Aller Schatz unter der Erde, tiefer als der Pflug geht, ist Regale.

Aller Sieg kommt von Gott.

Aller Tage Abend ist noch nicht gekommen.
(Den Erfolg einer Sache kann man erst am wirklichen Ende beurteilen, nicht am Anfang, womöglich schon nach den ersten kleinen Hindernissen)

Aller Wasser König, der Rhein, die Donau soll seine Gemahlin sein.

Allerwelts Freund, jedermanns Geck.

Aller Will ist haben viel.

Alles Gute kommt von oben.

Alles Gute siehst du bei deinem Nachbarn.

Alles hat ein Ende.

Alles hat seine Wissenschaft, sagte das kleine Mädchen, da hatt' es das Licht mit dem Hintern ausgepustet.
(aus Holstein)

Alles hat seine Zeit.

Alles hat seine Zeit, nur die alten Weiber nicht.

Alle sieben Jahr ein Flohjahr, alle sieben Jahr ein Raupenjahr, alle sieben Jahr ein Käferjahr.

Alle sieben Jahr frisst man bei Hof einen Küchenjungen auf.
Alle sieben Jahre muss man einen Küchenjungen essen.
(Diese Sprichwort ist ein Spott auf die unsauberen Zustände in den Küchen früherer Zeiten. Weil sich Köche und Küchenpersonal vor der Arbeit nicht die Hände wuschen und auch sonst Reinlichkeit nicht hoch im Kurs stand, kam etliches mit in die Speisen, was nicht mit hineingehörte. Diese eigentlich unerwünschten Zutaten sollen nach dem Sprichwort in Hofküchen in der Summe nach sieben Jahren das Gewicht eines Küchenjungen ausmachen. Mit diesem Wissen würden wohl viele heutigen Menschen im Mittelalter lieber verhungern, als die unbekannten Zutaten mitessen zu wollen. Zum Glück leben wir heute nicht mehr in diesen Zeiten, manche Lebensmittelkontrolleure vermuten aber anderes, da es zu wenige von ihnen gibt.)

Alles ist möglich, aber es regnet kein Geld.

Alles kommt an den Mann, nur ich nicht, klagte die Nonne.
Alles kommt an den Mann, nur ich nicht, sprach das Mädchen.

Alles Mehl hat Kleien.

Alles mit Maß, sagte der Bauer, da trank er eine Maß Branntwein.

Alles mit Maß, sagte der Schneider, da schlug er seine Frau mit der Elle tot.

Alles nimmt ab in der Welt, aber die Laster nehmen zu.

Alles Schnickschnack – ohne Geld!

Alles soll man dem Nächsten wünschen, sagt der Jude, nur keinen bösen Nachbar.

Alles steht in Gottes Hand.

Alles tun zu seiner Zeit. Sonntagsarbeit nicht gedeiht.

Alle Sünden geschehen freiwillig.


Alles Unglück ist gut, wenn man Brot dabei hat.

Alles vergeht, Tugend besteht.

Alles versoffen bis ans End, macht ein richtig Testament.
Alles verzehrt vor seinem End, macht ein richtig Testament.

Alles wär`gut, wär`kein Aber dabei.


Alles, was verkehrt ist, das treib ich, und wo man mich nicht gerne sieht, da bleib ich.

Alles zur Morgensuppe verschlingen ist ein böser Imbiss.

Alles zu seiner Zeit, ein Buchweizenkuchen im Herbste.

Alles zu seiner Zeit, sagt der weise Salomon: Zu seiner Zeit essen, zu seiner Zeit trinken, zu seiner Zeit an die Pump tasten.

Alletag weh, stirbt nimmermehr.

Alle Tierlein leben gerne.

Alle vergessenen Sünden sind quitt.

Alle Vorteile gelten.

Alle Vorteile helfen, sind sie noch so klein.

Alle Wappen müssen Gold oder Silber haben.

Alle Wege führen nach Rom.
(Sprichwort in vielen Ländern)

Alle Welt hat nur einen Willen: dass es ihr wohlgehe.

Alle Welt lebt eines Gottes, aber nicht eines Menschen.

Alle Werktag um den Herd ist des Sonntags schämenswert.

Alle wissen guten Rat, nur nicht, wer ihn nötig hat.

Alle Zeichen lügen nicht.

Allezeit angel, so hast kein'n Mangel.

Alle zwanzig Jahr eine neue Welt.

Allgemach kommt (man) auch weit.

Allgemach kommt wohl nach.


Allgemeiner Ruf ist selten grundlos.

Allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit glücklich ist betrüglich, eins ums andere ist vergnüglich.
(Dies wird an verschiedenen Stellen als deutsches Sprichwort genannt. Verschiedene andere Quellen nennen den gleichen Spruch als Zitat von Joseph von Radowitz (* 06.02.1797 - † 27.12.1853). Radowitz war preußischer Generalleutnant, Diplomat und Politiker, nahm an den Befreiungskriegen teil und war 1850 kurzzeitig preußischer Außenminister.)

Allzeit fröhlich ist unmöglich.


Allzeit gewinnen macht verdächtig; allzeit verlieren macht verächtlich.


Allzu behänd hat`s oft verfehlt.


Allzu fein bricht leicht ein Bein.


Allzu fein ist eitel Schein.


Allzu fromm ist Nachbars Spott.

(Übertreibung schadet)

Allzu fromm taugt nicht.


Allzu früh kommt auch unrecht.


Allzu gemein macht dich klein (verachtet).


Allzu gerecht macht's meist schlecht.

Allzu gerecht tut Unrecht.

Allzu gesund ist ungesund.

Allzu gute Worte haben wenig Glaubens.

Allzugut Fördert Armut.

Allzugut ist Andermanns Narr.
Allzu gut ist seines Nachbarn Geck.

Allzu gut ist liederlich (verdirbt`s ganz).
Allzugut ist lüderlich.

Allzu gutmütig ist Nachbars Narr.

Allzu gut taugt auch nichts.


Allzu klug ist dumm.


Allzu klug macht närrisch.

Allzu mild hilft zur Armut.

Allzu scharf macht schartig (schneidet nicht).

(Alles Übertriebene taugt nichts.)

Allzu spitzig ist nicht witzig.


Allzu spitzig sticht nicht.


Allzu spitz wird leicht stumpf.


Allzu teuer geboten macht die Ware unwert.

Allzuviel ist nicht genug.

Allzuviel ist ungesund.

Allzu weis ist töricht.

Allzu witzig ist unnützig.


Almosen, das von Herzen kommt, dem Geber wie dem Nehmer frommt.


Almosen geben armet nicht, Kirchengehen säumet nicht, Wagenschmieren hindert nicht, unrecht Gut wuchert nicht, Gottes Wort trügt nicht.

Almosen ist des Reichen bester Schatz.


Als Adam hackt' und Eva spann, wer war da wohl der Edelmann?
Als Adam grub und Eva spann, wo war da wohl der Edelmann?
(Ein sogenannter Edelmann muss sich durch edle Gesinnung und durch bewunderungswürdige Handlungen auszeichnen, denn nicht der Geburts- sondern der Verdienstadel flößt Achtung ein. Kaiser Maximilian I (22.3.1459 - 12.1.1519) forschte nach seiner uralten Abstammung, da soll jemand heimlich dieses Sprichwort an eine Wand geschrieben haben. Kaiser Maximilian schrieb darunter:
Ich bin ein Mann wie ein andrer Mann, nur dass mir Gott die Ehre gann!)

Als alles brannte, brannte das Wasser nicht.

Als Christus allein war, versuchte ihn der Teufel.

Als David kam ins Alter, da sang er fromme Psalter.
(da macht' er Psalter.)

Als Demut weint' und Hoffart lacht', da ward der Schweizerbund gemacht.

Als der Bauernbub in eine andre Haut schlüpfte, gewann die Magd ein Kind.

Als man rief Waden, Verstand er Spaden.

Also geht es in der Welt, der eine steigt, der andre fällt.

Also hat Gott die Welt geliebt, und der Pfaff seine Köchin.

Als Petrus zu Hofe kam, verleugnete er seinen Herrn und Meister.

Alte Affen, junge Pfaffen, wilde Bären soll niemand in sein Haus begehren.

Alte Bäume sind bös biegen.

Alte Beutel schließen übel.

Alte Bienen geben wenig Honig.

Alte Böcke, steife Hörner.

Alte Diener, Hunde und Pferde sind bei Hof in gleichem Wert.

Alte Eier, alte Freier, alter Gaul, sind meistens faul.

Alte Fässer rinnen gern.

Alte Feindschaft wird leicht neu.

Alte Freunde soll man nicht verkaufen, denn man weiß nicht, wie die neuen geraten.

Alte Freunde und Wege sollte man nicht verlassen.

Alte Geigen bezieht man auch mit neuen Saiten.

Alte Geiß leckt auch gern Salz.

Alte Geschichten zu erzählen macht neuen Zorn.

Alte Gewohnheit ist stärker als Brief und Siegel.

Alte Gewohnheit lässt sich schwerlich verändern.

Alte Gewohnheit soll man nicht brechen.


Alte Häute sind zäh und bedürfen viel Gerbens, das sie aber nicht leiden.

Alte Hennen geben fette Suppen.
Alte Hennen geben fette Suppen, haben aber zähes Fleisch.
(In diesem Sprichwort stehen die alten Hennen für ältere Frauen, die einen jüngeren Mann heiraten. Die fette Suppe, die sie geben, ist die Erfahrung, die ältere Menschen schon vorher gesammelt haben. Jugendlicher Leichtsinn oder Fehler sind wahrscheinlich nicht mehr zu erwarten. Es kann auch ein Trost über schon vergangene Schönheit sein. Umgekehrt gilt es aber auch. Vergleichbare Sprichwörter gibt es auch in anderen Ländern.)

Alte Hunde ist schwer, bellen lehren.

Alte Hunde reiten auf dem A-.

Alte Hunde sind bös ziehen.

Alte Huren sind der Buhler beste Boten.

Alte Karren gerne knarren.

Alte Kessel machen rußig.

Alte Kirchen haben dunkle Fenster.

Alte Kirchen haben gut Geläut.

Alte Krähen sind schwer zu fangen.

Alte Kuh gar leicht vergisst, dass sie ein Kalb gewesen ist.

Alte Leute, alte Häute.


Alte Leute, alte Pferde, hält niemand wert.


Alte Leute, alte Ränke, junge Füchse, neue Schwänke.


Alte Leute müssen ihre Stärke aus der Schüssel nehmen.


Alte Leute sehen am besten in die Ferne.

Alte Liebe rostet nicht, und wenn sie zehn Jahre im Schornstein hinge.
Alte Leute sind bös jung machen.

Alte Leute sind wunderlich: Das nimmt ihnen niemand als die Schaufel.

Alte Leute sind wunderlich: Wenn es regnet, wollen sie Heu machen.


Alte Leute sind zweimal Kinder.


Alte Leute werden pumplich.


Alte Liebe rostet nicht.
Alte Liebe rostet nicht, und wenn sie zehn Jahre im Schornstein hinge.

Alte Liebe welket nicht, auch wenn es dir das Herze bricht.
Alte Marksteine soll man nicht verrücken.
Alte Marksteine soll man nicht verrücken.

Altem Wein gehört kein neuer Kranz.

Alte Narren, wenn sie geraten, sind bessere Narren als andere Narren.

Alten Schmutz muss man nicht aufrühren.

Alte Ochsen machen gerade Furchen.

Alter erfährt alle Tage was Neues.
Das Alter erfährt alle Tage eine neue Zeitung.
(Damit ist gemeint, je älter einer wird, je mehr Zipperlein und Gebrechen stellen sich ein. Man ist körperlich nicht mehr so widerstandskräftig und bekommt schneller Infektionen, über die man in jungen Jahren nur gelacht hätte.)

Alter Freunde, alten Weins und alter Schwerter soll man sich trösten.

Alter Fuchs kommt nicht ins Garn.

Alter Fuhrmann hört noch gerne klatschen.

Alter Hader*13 ist bald wieder neu.

Alter hilft vor Torheit nicht.
Alter schützt vor Torheit nicht.

Alter schützt vor Torheit nicht, Jugend schad't der Weisheit nicht.
(Das bedeutet, die Weisheit kommt nicht automatisch mit dem Alter, man muss schon seinen Geist anstrengen und wohl gebrauchen, damit die Weisheit kommen kann. Ebenso kann man sich schon in der Jugend Gedanken machen und Weisheiten hervorbringen. Wenn man sich die heutige Jugend ansieht, so ist diese Gefahr aber nicht sonderlich groß. Ebenso ist Alter kein Hinweis oder Garant für Klugheit, Alte können dumm oder töricht sein und unvernünftige Dinge tun. Dieses Sprichwort stammt aus dem Drama Antonius und Cleopatra von William Shakespeares (1564 - 1616) Drama, in dem Kleopatra (1607) sagt: „Wenn mich das Alter auch nicht schützt vor Torheit, doch wohl vor Kindischsein.“)

Alter ist ein schweres Malter.
(Das bedeutet, da die jugendlichen und sinnlichen Freuden mit der Zeit abnehmen, bis sie irgendwann fast gänzlich versiegen, sollte man sich schon früh auch den geistigen Freuden zuwenden, die den Geist auch in späteren Jahren jugendlich erhalten.)

Alter kommt mit mancherlei.

Alter Leute Meinung ist allzeit die Beste.


Alter macht zwar immer weiß, aber nicht immer weise.


Alter Mann, guter Rat.


Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im Ohr.


Alter Mann und junges Weib, gewisse Kinder, Junger Mann und altes Weib, nur arme Sünder.


Alter Mann und jung Weib besser als alt Weib und junger Mann.

Alte Röhren tropfen gern.

Alter Schaden blutet leicht.

Alter schadet der Torheit nicht, Jugend schadet der Weisheit nicht.

Alter Schlauch hält (fasst) neuen Most nicht.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 10, 16: „Man füllt auch nicht jungen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißen die Schläuche.“)

Alter Schmutz ist schwer wegzuwaschen.

Alter Wein, gesunder Wein.

Alter wünscht jedermann, und so es kommt, hasst man's.

Alter Zank wird bald (leicht) erneut.

Alte Säckel schließen übel.

Altes Brot ist nicht hart, kein Brot, das ist hart.

Alte Schäden sind bös heilen.

Alte Schuhe verwirft man leicht, alte Sitten schwer.

Alte Schuld rostet nicht.

Alte Schwäre sind übel zu heilen.
(Schwäre = alte Bezeichnung für ein eiterndes Geschwür.)

Alte Schweine haben harte Mäuler.

Altes Fleisch gibt fette Suppen.
Alt Fleisch macht fette Suppen.

Alte soll man ehren, Junge soll man lehren, Weise soll man fragen, Narren vertragen.

Alte Stiefel bedürfen viel Schmierens.


Alte Sünden machen neue Schande.
Alte Sünde macht oft neue Schande.

Alte Vögel sind schwer zu rupfen.


Alte Wachteln sind übel fangen.

Alte Wege und alte Freunde soll man in Würden halten.

Alte Wunden bluten leicht.

Alte Wunden soll man nicht aufreißen.

Alte Ziegen lecken auch gern Salz.

Alt Freund, alt Wein, alt Geld führt den Preis in aller Welt.

Alt Geld macht neuen Adel.

Alt Holz brennt besser als junges.

Alt Holz gibt gut Feuer.

Alt ist drum nicht Recht.

Altklug nie Frucht trug.

Alt und jung essen Küfen zu Tisch und zu Bett.
(Aus dem Altdeutschen: Küfen (Kiefen, Kieferbsen) = grüne Erbsen in Schoten; küfen (kiefen) = keifen, zanken oder mühsam kauen. Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird. In diesem Sprichwort ist es ein Wortspiel mit den zwei Bedeutungen eines Worts und bedeutet, wenn ein alter Mann eine junge Frau heiratet, essen sie Erbsen und streiten sich die übrige Zeit oft. Es ist eins der Sprichworte, welche die Unvereinbarkeit von alt und jung in der Ehe zum Thema haben. Sie sollten alle aber nicht zur eigenen Entscheidungsgrundlage gemacht werden, sie dienen allenfalls als Rechtfertigung nach einem möglichen Scheitern )

Alt werden, das ist Gottes Gunst. Jung bleiben, das ist Lebenskunst.

Alt werden will jeder, älter werden, niemand.

Am Besten hat man den besten Kauf.

Am Dünken und gespannten Tuch geht viel ein.

Am eigenen Korn sieht man wohl, wenn des Nachbars Roggen reif ist.

Ameisen haben auch Galle.

Am Ende ist nichts ohne Furcht als ein gut Gewissen.


Am Ende kennt man das Gewerbe.

Am Ende soll man ein Ding loben.

Am Ende weiß man, wie viel es geschlagen hat.

Amen ist des lieben Gottes großes Siegel.

Am ersten April schickt man die Narren, wohin man will.

Am Feiertage gesponnen hält nicht.

Am Geding ist keine Folge.

Am Gelde riecht man es nicht, womit es verdient ist.

Am Gesang kennt man den Vogel.

Am Gewäsche den Gimpel, den Segler am Wimpel!

Am Giebel und am Dach Spürt man des Wirtes Hausgemach.

Am Grabe der Stief (Schwieger-) mutter weinen.
(Schmerz heucheln, wo man sich freut.)

Am Handel erkennt man die Ware.

Am Handel lernt man den Wandel.

Am Jüngsten Tage muss man ihn totschlagen.

Am Jüngsten Tage wird's erschaut, was mancher hier für Bier gebraut.

Am Lachen erkennt man den Toren.

Am Lachen und Flennen ist der Narr zu erkennen.

Am Lande ist gut schiffen.

Am längsten behält man, was man in der Jugend gelernt hat.


Am längsten liebt man, was man in der Jugend geliebt hat.

Am Morgen ist der Himmel golden.

Am Narren hilft weder Chrisam noch Taufe.
(Chrisam ist ein in katholischen und orthodoxen Kirchen bei der Spendung verschiedener Sakramente verwendetes Salböl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Chrisam] )

Am schönen weißen Zeug sieht man bald einen Flecken (als erstes).

Am Selbende erkennt man das Tuch.
(Selbende = Webrand = Webkante = Webleiste = Geweberand = der Ausgang des Gewebes, die Kante, die schon bei der Herstellung beim Weben des Tuches entstanden ist.)

Am Sonntag bet und sing, am Werktag schaff dein Sach.

Am Spiel erkennt man, was in einem steckt.

Am Tage ein Bettler, nachts ein Dieb.

Ämtchen bringt Käppchen.

Ämter und Zünfte müssen so rein sein, als wären sie von Tauben gelesen.

Ämter wären schon gut, wenn nur das Rechnungtun nicht wäre.

Amtleute geben dem Herrn ein Ei und nehmen den Untertanen zwei.

Amtleute sollen den Bauern hegen und nicht fegen, sich ihrer erbarmen und sie nicht verarmen, in der Not erfreuen, nicht mit Strafe bedräuen, ihre Arbeit ehren und nicht beschweren.

Amt ohne Sold macht Diebe.

Amtseid wird manchem leid.

Amt wird keinem zur Ehe gegeben, drum soll man`s brauchen, weil man`s hat.

Am übel gewonnenen Gut hat der dritte Erbe weder Freud noch Mut.

Am vielen Fragen erkennt man den Narren.

Am Weib schlägt der Mann seine Schande.

Am Zapfen sparen und am Spundloch herauslassen spart nicht.

Am Zorn erkennt man den Toren.

An altem Kuhfleisch ist viel Kochens.

An alten Häfen*14 und Schälken ist das Waschen verloren.

An alten Häusern und alten Weibern ist stets was zu flicken.

An alten Stiefeln mag der Hund sich abkiefeln.

An alten Wölfen und bösen Menschen ist Hopfen und Malz verloren.

An andrer Leute Kindern und fremden Hunden hat man das Brot verloren.

An Anschlägen verliert man am meisten.

An Armen weiß man nichts zu gewinnen.

An armer Leute Bart lernt der Junge scheren.
An den Federn erkennt man den Vogel.
An armer Leute Hoffart wischt der Teufel den A--- .

An böser Ware ist nichts zu gewinnen.


An dem feinsten Laken ist der größte Betrug.

An dem Gaste wird's verspürt, wie der Wirt den Handel führt.

An dem Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.

An dem ist Chrisom*8 und Tauf verloren.

An dem Schwachen will sich jeder reiben.

An dem Wort erkennt man den Toren wie den Esel an den Ohren.

Man kennt den Esel an den Ohren, an den Worten kennt man Toren.

An den Augen sieht man, was einer ist und was er kann.

An den Enden erkennt man die Naht.
An den Enden erkennt man Naht und Gewebe.

An den Federn erkennt man den Vogel.
Man kennt den Vogel an den Federn.

An den Gesellen erkennt man den Gesellen.

An den Ort, wo ich gerne bin, zieht man mich an ei'm Härlein hin.

An den Scherben erkennt man den Topf.

An den Tod denken ist der Weg zur Weisheit.


An der Armen Truh wischt jedermann die Schuh.
An der Armut will jeder den Schuh wischen.

An der Ausdauer erkennt man den Mann.

Andere Länder, andere Sitten.


Andere Leute kochen auch mit Wasser.

Anderer Fehler sind gute Lehrer.
Anderer Leute Fehler sind gute Lehrer.


Anderer Kopf, andere Gedanken.


Anderer Meinung soll man hören und mit Verstand sich daran kehren.
(Ähnliche Sprichwörter auch in Böhmen und Polen.)


Anderer Torheit bemerkt man eher als eigene.

Anderer Torheit sei deine Weisheit.

Andere sehen zu, er hat zugegriffen.

Ander Jahr, Ander Haar.
Anderes Jahr, anderes Haar.
(Das bedeutet, selbst ein Jahr kann schon große Veränderungen im Leben bewirken.)

Andere Zeiten, andere Sitten.

An der Frucht erkennt man den Baum.

An der Geduld erkennt man den Mann.

An der Glückseiche wächst die Hochmutsflechte.

An der Hunde hinken, an der Huren Winken, an der Weiber Zähren und des Krämers schwören, soll sich niemand kehren.

Ander Leut Gut ist ander Leut Sorge.

Ander Mann, ander Glück.

Andern ist gut predigen.

Ändern ist nicht bessern.

Ändern und bessern sind zwei.

An der Red erkennt man den Mann.

An der Red erkennt man den Toren wie den Esel an den Ohren.

An der Schale beißt sich mancher die Zähne aus, eh er zum Kern kommt.

Ander Städtchen, ander Mädchen.

An der Tafel des Gastmahls gibt`s mehr Freunde als an der Tür des Kerkers.

Änderung im Regiment nimmt selten gut End.

Anderwärts ist auch gut Brot essen.

An des Armen Barte lernt der Junge scheren.

An des Nachbarn Fall soll man sich spiegeln.


An die Berge scheint die Sonne zuerst.

Andre Hütten, andre Sitten.

An drei Dingen erkennt man einen Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.

Andren Leuten flickt er den Sack, seinen lässt er die Mäuse fressen.

Andrer Leute Kreuz lehrt das eigene tragen.

Andrer Leute Kühe haben immer größre Euter.

Anderer Mann, anderes Glück.

Andre Zeit, andre Lehre.

An dummen Leuten sind Rüben und Sack verloren.

An einem Fuchs bricht man nicht Wildbann.

An einem Gaste und an einem Weibe hat man nach drei Tagen genug.

An einem nassen Sack kann man sich nicht trocknen.

An einem Pfennig sieht man, wie ein Gulden*12 gemünzt ist.

An einem runden Tisch ist jeder Platz der erste.

An einem rußigen Kessel kann man sich nicht sauber reiben.

An einem schmutzigen Lumpen kann man sich nicht sauber waschen.

An einer Frau und an einer Mühle gibt es immer was zu flicken.

An Entschuldigungen wird es niemand leicht fallen.

Anerkennung ist der Sauerstoff für menschliche Beziehungen.

Anfangen ist leicht, Beharren ist Kunst.

Anfangen und ringen ist ob allen Dingen.

Anfang heiß, Mitte lau, Ende kalt.

Anfang ist ein gut Behagen, die Last, die muss das Ende tragen.

Anfang ist kein Meisterstück.

Anfang und Ende reichen sich (einander) die Hände.

Anfang und Ende sind nicht immer gleich.

An fauler War ist kein gut Haar.

Anfechtung lehrt aufs Wort merken.

Anfechtung macht gute Christen.

An fremden Fehlern erkennt man die eigenen.


An fremden Hunden riechen die andern.

An fremden Hunden und Kindern ist das Brot verloren.

Angeboren ist unverloren.

Angebotene Hülfe hat keinen Lohn.

Angebotener Dienst ist henkenswert.

Angebotener Dienst ist unwert (halb umsonst).

Angebotene Ware stinkt.

An Gedanken und gespanntem Tuche geht viel ein.

Angenommene Weis zergeht wie Eis.
(Das bedeutet, wenn man sich in einer Weise verhält, die nicht dem eigenen Charakter entspricht, wird man es anderen nicht lange vormachen können. Früher oder später verrät man sich doch und im entscheidenden Moment tritt die wirkliche Wesensart zum Vorschein.)

Angerührt, heimgeführt.

Angesicht, falscher Wicht.

An gleicher Bürde trägt sich keiner müde.

Angle, willst du Fische fangen.

An Gottes großem Kram sind alle Waren um Arbeit feil.

An Gottes Segen ist alles gelegen.
(Das bedeutet, ohne Gottes Segen geht nichts, hat auch der Erfolg keinen Sinn.)

Angriff ist die beste Verteidigung.

An großen Öfen ist gut sich wärmen, sie bedürfen aber viel Holzes.

Angst macht auch den Alten laufen.

Angst und Schrecken bringen den Lahmen auf die Beine.

An Höfen fällt es schwer, hohes Alter zu erreichen.


An Höfen gibt es mehr Achitophel als Josephe.
(Ein Sprichwort in Anlehnung an die Bibel. Achitophel, Ahitofel oder Ahitophel war ein Ratgeber König Davids. Er verbündete sich mit dessen Sohn Abschalom, der einen Aufstand gegen seinen Vater David zur eigenen Thronbesteigung ausführen wollte. Der Aufstand scheiterte und Abschalom starb dabei. Achitophel kehrte nach Hause zurück und erhängte sich. Quelle: Altes Testament, 2. Buch Samuel 15 - 18. Das Sprichwort sagt, dass es an Königshöfen mehr heimliche Feinde als treue Diener gebe.)

An jungen Bäumen, wenn sie gerade wachsen sollen, muss man immer etwas abhauen.

An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst.

An kleinen Riemen lernen die Hunde Leder fressen.

An kurzen Rossen und langen Stieren Ist nichts zu verlieren.

An Lügen gewinnt man nicht, denn dass man ihm nächstens desto weniger glaubt.

An manchem Kopf ist das Beste der Zopf.

An Meinen bindet niemand sein Pferd an.
An Meinen und Glauben bindet niemand seinen Gaul (Pferd) fest.

Anschauen macht Gedanken.


Anschauen macht Liebe, Gelegenheit Diebe.

Anschläge gehen mit der Sonne auf und nieder.

An schmierigen Händen bleibt viel hangen.

An schmutzigen Händen bleibt viel hängen.

An schwarzen Kesseln kann man sich nicht weiß brennen.

Ansehen kostet nichts.

Ansehen macht freien.

Ansehen macht (deit, tut) gedenken.
(Dieser Spruch soll dadurch entstanden sein, dass ihn ein Bäcker über sein Schild mit gemalten Backwaren geschrieben hat.)

Ansehn tut mehr denn Macht.

Anstatt zu klagen, dass die Rosen Dornen haben, Freude sollst du haben, dass der Dornenstrauch Rosen trägt.

Antichristus kann Christentum nicht predigen.

An überstandene Leiden erinnert man sich gern.

An verlegenem Fleisch kauft man allzeit zu teuer.

An Weibern liegt keine Macht.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Anweisung ist keine Zahlung.

Anwerbung macht keine Verbindung.

An Worten und ungenetztem Tuche geht viel ein.
Appetit ist die beste Soße.

Aprilen-Blutt tut selten gut.

April tut, was er will.

Arbeit adelt.

Arbeit, die vorüber, ist uns umso lieber.

Arbeite brav, das gibt guten Schlaf.


Arbeiten bringt Brot, Faulenzen Hungers Not.


Arbeiten hat seine Zeit, und Feiern hat seine Zeit.


Arbeiten im Lande ist besser als in der Wüste beten.


Arbeiten und Sparen macht zusehends reich.

Arbeit erhält die Gesundheit.

Arbeit gebiert Ruhe.

Arbeit gewinnt allezeit (etwas).

Arbeit gewinnt Feuer aus Steinen.

Arbeit hat allezeit Vorrat.

Arbeit hat bittere Wurzel, aber süße Frucht.
Arbeit hat eine bittere Wurzel, sie gewinnt aber süße Früchte.

Arbeit ist bei Armut gut.

Arbeit ist des Lebens Würze.

Arbeit ist des Ruhmes Mutter.

Arbeit ist Irrtums Lohn.

Arbeit löscht Feuer- und Liebes-Brunst.

Arbeit ohne Lohn ist halb Spott, halb Hohn.

Arbeit ohne Vorteil wird sauer.

Arbeitsamkeit ist die beste Lotterie.

Arbeit, Sorg und Herzeleid ist der Erde Alltagskleid.


Arbeitsschweiß an den Händen hat mehr Ehre als ein goldener Ring am Finger.


Arbeit und Sparen macht reiche Knechte.

Arg lässt ärger Kind.

Arglist hilft nicht.

Arglist ist nicht Weisheit.

Argwohn betrügt den Mann.

Argwohn erzeugt Furcht und Furcht ist ein stetes Sterben.


Argwohn, Hoffart, Grimm und Zorn, machen aus den Weisen Toren.


Argwohn isst mit dem Teufel aus einer Schüssel.


Argwohn ist der Freundschaft Gift.
(Ähnliche Sprichworte auch in Dänemark und Frankreich.)

Argwohn ist des Teufels Hure.

(Der Argwohn kann so viel Unheil anrichten, dass man ihn ein Werkzeug in der Hand des Teufels nennen kann.)

Argwohn ist ein böser Nachbar.

Argwohn ist ein Schalk.


Argwohn ist kein Beweis.

Argwohn ist leicht zu betrügen.

Argwohn macht aus Spinnweben Schiffstaue.


Argwohn riecht den Braten, bevor das Kalb geschlachtet worden ist.


Argwohn sieht einen weißen Hund für einen Müllerknecht an.


Argwohn stellt auf und der Teufel fängt.


Argwohn tötet die Freundschaft.

(Sprichwort in Italien: Der Verdacht ist das Gift der Freundschaft.)


Argwohn und Feindschaft sind Nachbarn.


Argwohn und unbedacht hat manchen in groß Leid gebracht.

Argwohn weicht nicht, es scheine ihm denn die Wahrheit ins Gesicht.


Argwohn wittert in jedem Räuchlein eine Brandstiftung.