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Deutsche Sprichworte
Über 12.000 deutsche Sprichwörter auf 35 Seiten
Aa bis Argwohn
Aas ist keine Speise für den Adler.

Aas lässt sich nicht vor Geiern verbergen.

Abbitte ist die beste Buße.
(Weil sie beweist, dass die Beleidigung oder Tat nicht aus bösem Herzen kam und man es wieder gut machen will.)

Abbitte nicht, aber Halsstarrigkeit ist Schande.

(Das erste zeigt ein edles, das Zweite aber ein böses Herz an.)

Abendrede und Morgenrede kommen selten überein.

Abendrot bringt gut Morgenrot.

Abendrot, Gutwetterbot.

Abendsegen, Morgensegen.

Abends putzt sich des Kuhhirten Frau.

Abends vull, morgens null.

Abends wird der Faule fleißig.

Aber, Wenn und Gar sind des Teufels War.

Abrechnen ist gut bezahlen.
(Weil so eine Schuld berichtigt, bezahlt, wird oder ein böser Schuldner noch obendrein zur Leistung oder Strafe gezwungen werden kann.)

Abschlag ist gute Zahlung.


Absicht ist die Seele der Tat.

Äbte und Mönche sind des Teufels täglich Brot.


Abt und Kloster sind ein Ding.


Abwarten, sagt der Schulmeister, bis der Teufel den Pfaffen holt.


Abwarten und Tee trinken.


Abwechslung stärkt den Appetit.


Achte dich klein, mit niemand zu gemein, so wirst du wohlgelitten sein.

Achte keinen Ort ohne ein Ohr.

Achte nicht bloß auf das, was andere tun, sondern auch auf das, was sie unterlassen.

Achtest du mein, so acht ich dein.

Acht und Aberacht macht sechzehn.

Ach und Wehe ist das tägliche Brot in der Ehe.


Ackersmann, Schlackersmann, ich lob mir den Handwerksmann.


Ackerwerk, Wackerwerk.


Adam muss eine Eva han (haben), die er zeiht, was er getan.


Adel geht nicht für Ehrbarkeit.

Adel hat kein Erbrecht.

Ade, Lieb, ich kann nicht weinen: Verlier ich dich, ich weiß noch einen.

Adelig und edel sind zweierlei.


Adelig, was ehrlich.


Adelsbrief und Hofsuppen sind gemeiner denn ein Bauernjuppen.


Adel sitzt im Gemüte, nicht im Geblüte.


Adel, Tadel.


Adel, Tugend, Kunst sind ohne Geld umsunst.


Ade, Welt, ich geh ins Kloster!

Ade, Welt, ich geh ins Tyrol!

Adler brüten keine Tauben.


Adler fangen keine Mücken (Fliegen).
(Man gibt sich nicht mit Dingen unter seiner Würde ab. Wenn man nicht aufpasst, geht das leicht nach hinten los.)

Adler haben große Flügel, aber auch scharfe Klauen.

Advokaten, Schadvokaten.

Advokaten und Soldaten sind des Teufels Spielkameraden.


Affen bleiben Affen, wenn man sie auch in Sammet kleidet.
(Ein geschmücktes Äußere macht noch keinen unwürdigen Achtungswert.)

Affen fängt man mit großen Bundschuhen.


Affen sind Affen, wenn sie schon Chorröcke tragen.


Affen und Pfaffen lassen sich nicht strafen.


Afterreden und Zorn gehören sich nicht über Tisch.


Alexander der Große war klein zu Rosse.


All Ding, das sich bessert, ist gut.

All Ding hat ein Ende und die Mettwurst hat zwei.

All Ding ist nur eine Weile schön.

All Ding will vor Rat, dann Tat haben.

Alle Dinge sollen sein in des Mannes Gewalt.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Alle Flüsse laufen ins Meer.

Alle Frachten lichten, sagte der Schiffer, da warf er seine Frau über Bord.

Alle Freier sind reich und alle Gefangene arm.

Alle Gewalt ist Unrecht.

Alle Gleichnisse hinken.

Alle Glieder am Menschen sind Zungen.

Alle grauen Mäntel haben grau Tuch.

Alle guten Gaben kommen von oben.

Alle guten Geister loben Gott.

Alle guten Geister loben ihren Meister.

Alle Hahnen müssen einen Kamm haben.

Allein getan, allein gebüßt.

Allein ist einem am besten.


Allein lügen am besten.

Allein mein Oder lass gar sein.

Allein singen und allein dreschen ist eine langweilige Arbeit.

Allein Unglück und Armut ist für den Neidhart gut.

Alle Jahr ein Käs, wenig Käs; alle Jahr ein Kind, viel Kind.
(Alles ist relativ, das war schon lange vor Einsteins Relativitätstheorie bekannt. Genauso die Bedeutung von Sprichwörtern, es kommt immer auf den eigenen Standpunkt an.)

Alle kleinen Wasser laufen in die großen.

Alle Kühe sind Kälber gewesen.

Alle Land sind des Weisen Vaterland.

Alle Laster nehmen mit der Zeit ab, nur Geiz und Lüge nehmen zu.

Alle listigen Füchse kommen endlich beim Kürschner in der Beize zusammen.

Alle Mädchen sind Jungfern, solange der Bauch schweigt.

Alle Menschen sind klug, die einen vorher, die anderen nachher.

Alle Menschen wissen nicht, was ein gut Kraut kostet.

Alle Morgen neue Sorgen.

Allen Leuten (Menschen) Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

Allen Tieren ist Friede gesetzt außer Bären und Wölfen.

Aller Adel hat einen Misthaufen zum Vater und die Fäulnis zur Mutter.

Aller Anfang ist schwer.


Aller Anfang ist schwer, sprach der Dieb und stahl zuerst einen Amboss.

Aller Anfang mit Gott.

Aller Dinge soll man mild sein, nur der Zeit nicht.

Aller guten Dinge sind drei.
(aus Ungarn: Die ungarische Wahrheit ist drei.)

Aller Landsknechte Mutter ist noch nicht gestorben.

Allerlei ist zweierlei.

Aller Leute Freund, jedermanns Narr.


Allermanns Freund, jedermanns Geck.


Allermanns Knecht kann's nicht jedem machen recht.

Aller Sieg kommt von Gott.

Aller Tage Abend ist noch nicht gekommen.
(Den Erfolg einer Sache kann man erst am wirklichen Ende beurteilen, nicht am Anfang, womöglich schon nach den ersten kleinen Hindernissen)

Allerwelts Freund, jedermanns Geck.

Alles Gute kommt von oben.

Alles Gute siehst du bei deinem Nachbarn.


Alle sieben Jahr ein Flohjahr, alle sieben Jahr ein Raupenjahr, alle sieben Jahr ein Käferjahr.

Alle sieben Jahr frisst man bei Hof einen Küchenjungen auf.

Alles ist möglich, aber es regnet kein Geld.

Alles kommt an den Mann, nur ich nicht, klagte die Nonne.
Alles kommt an den Mann, nur ich nicht, sprach das Mädchen.

Alles Mehl hat Kleien.

Alles mit Maß, sagte der Bauer, da trank er eine Maß Branntwein.

Alles mit Maß, sagte der Schneider, da schlug er seine Frau mit der Elle tot.

Alles nimmt ab in der Welt, aber die Laster nehmen zu.

Alles soll man dem Nächsten wünschen, sagt der Jude, nur keinen bösen Nachbar.

Alles steht in Gottes Hand.

Alles tun zu seiner Zeit. Sonntagsarbeit nicht gedeiht.

Alle Sünden geschehen freiwillig.


Alles verzehrt vor seinem End, macht ein richtig Testament.

Alles wär`gut, wär`kein Aber dabei.


Alles, was verkehrt ist, das treib ich, und wo man mich nicht gerne sieht, da bleib ich.

Alles zur Morgensuppe verschlingen ist ein böser Imbiss.

Alle Vorteile helfen, sind sie noch so klein.

Alle Wege führen nach Rom.
(Sprichwort in vielen Ländern)

Alle Welt lebt eines Gottes, aber nicht eines Menschen.

Alle wissen guten Rat, nur nicht, wer ihn nötig hat.

Allgemach kommt auch weit.

Allgemach kommt wohl nach.


Allgemeiner Ruf ist selten grundlos.

Allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit glücklich ist betrüglich, eins ums andere ist vergnüglich.
(Dies wird an verschiedenen Stellen als deutsches Sprichwort genannt. Verschiedene andere Quellen nennen den gleichen Spruch als Zitat von Joseph von Radowitz (* 06.02.1797 - † 27.12.1853). Radowitz war preußischer Generalleutnant, Diplomat und Politiker, nahm an den Befreiungskriegen teil und war 1850 kurzzeitig preußischer Außenminister.)

Allzeit fröhlich ist unmöglich.


Allzeit gewinnen macht verdächtig; allzeit verlieren macht verächtlich.


Allzu behänd hat`s oft verfehlt.


Allzu fein bricht leicht ein Bein.


Allzu fein ist eitel Schein.


Allzu fromm ist Nachbars Spott.

(Übertreibung schadet)

Allzu fromm taugt nicht.


Allzu früh kommt auch unrecht.


Allzu gemein macht dich klein (verachtet).


Allzu gerecht tut Unrecht.


Allzu gesund ist ungesund.

Allzu gute Worte haben wenig Glaubens.

Allzugut Fördert Armut.

Allzugut ist Andermanns Narr.
Allzu gut ist seines Nachbarn Geck.

Allzu gut ist liederlich (verdirbt`s ganz).
Allzugut ist lüderlich.

Allzu gutmütig ist Nachbars Narr.

Allzu gut taugt auch nichts.


Allzu klug ist dumm.


Allzu klug macht närrisch.

Allzu mild hilft zur Armut.

Allzu scharf macht schartig.

(Alles Übertriebene taugt nichts.)

Allzu spitzig ist nicht witzig.


Allzu spitzig sticht nicht.


Allzu spitz wird leicht stumpf.


Allzu teuer geboten macht die Ware unwert.

Allzuviel ist nicht genug.

Allzuviel ist ungesund.

Allzu weis ist töricht.

Allzu witzig ist unnützig.


Almosen, das von Herzen kommt, dem Geber wie dem Nehmer frommt.


Almosen geben armet nicht, Kirchengehen säumet nicht, Wagenschmieren hindert nicht, unrecht Gut wuchert nicht, Gottes Wort trügt nicht.

Almosen ist des Reichen bester Schatz.


Als Adam hackt`und Eva spann, wer war da wohl der Edelmann?
(Ein sogenannter Edelmann muss sich durch edle Gesinnung und durch bewunderungswürdige Handlungen auszeichnen, denn nicht der Geburts- sondern der Verdienstadel flößt Achtung ein.)

Als alles brannte, brannte das Wasser nicht.

Als Christus allein war, versuchte ihn der Teufel.

Als David kam ins Alter, da sang er fromme Psalter.


Als der Bauernbub in eine andre Haut schlüpfte, gewann die Magd ein Kind.

Als man rief Waden, Verstand er Spaden.

Also geht es in der Welt, der eine steigt, der andre fällt.

Also hat Gott die Welt geliebt, und der Pfaff seine Köchin.

Als Petrus zu Hofe kam, verleugnete er seinen Herrn und Meister.

Alte Affen, junge Pfaffen, wilde Bären soll niemand in sein Haus begehren.

Alte Bäume sind bös biegen.

Alte Beutel schließen übel.

Alte Bienen geben wenig Honig.

Alte Böcke, steife Hörner.

Alte Diener, Hunde und Pferde sind bei Hof in gleichem Wert.

Alte Eier, alte Freier, alter Gaul, sind meistens faul.

Alte Fässer rinnen gern.

Alte Feindschaft wird leicht neu.

Alte Freunde soll man nicht verkaufen, denn man weiß nicht, wie die neuen geraten.

Alte Freunde und Wege sollte man nicht verlassen.

Alte Geigen bezieht man auch mit neuen Saiten.

Alte Geiß leckt auch gern Salz.

Alte Geschichten zu erzählen macht neuen Zorn.

Alte Gewohnheit ist stärker als Brief und Siegel.

Alte Gewohnheit lässt sich schwerlich verändern.

Alte Gewohnheit soll man nicht brechen.


Alte Häute sind zäh und bedürfen viel Gerbens, das sie aber nicht leiden.

Alte Hennen geben fette Suppen, haben aber zähes Fleisch.

Alte Hunde ist schwer, bellen lehren.

Alte Hunde reiten auf dem A-.

Alte Hunde sind bös ziehen.

Alte Huren sind der Buhler beste Boten.

Alte Karren gerne knarren.

Alte Kessel machen rußig.

Alte Kirchen haben dunkle Fenster.

Alte Kirchen haben gut Geläut.

Alte Krähen sind schwer zu fangen.

Alte Kuh gar leicht vergisst, dass sie ein Kalb gewesen ist.

Alte Leute, alte Häute.


Alte Leute, alte Pferde, hält niemand wert.


Alte Leute, alte Ränke, junge Füchse, neue Schwänke.


Alte Leute müssen ihre Stärke aus der Schüssel nehmen.


Alte Leute sehen am besten in die Ferne.


Alte Leute sind bös jung machen.


Alte Leute sind wunderlich: Das nimmt ihnen niemand als die Schaufel.


Alte Leute sind wunderlich: Wenn es regnet, wollen sie Heu machen.


Alte Leute sind zweimal Kinder.


Alte Leute werden pumplich.


Alte Liebe rostet nicht.
Alte Liebe rostet nicht, und wenn sie zehn Jahre im Schornstein hinge.

Alte Liebe welket nicht, auch wenn es dir das Herze bricht.

Alte Marksteine soll man nicht verrücken.

Alten Schmutz muss man nicht aufrühren.

Alte Ochsen machen gerade Furchen.

Alter Freunde, alten Weins und alter Schwerter soll man sich trösten.

Alter Fuchs kommt nicht ins Garn.

Alter Fuhrmann hört noch gerne klatschen.

Alter Hader ist bald wieder neu.

Alter hilft vor Torheit nicht.
Alter schützt vor Torheit nicht.


Alter ist ein schweres Malter.


Alter kommt mit mancherlei.


Alter Leute Meinung ist allzeit die Beste.


Alter macht zwar immer weiß, aber nicht immer weise.


Alter Mann, guter Rat.


Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im Ohr.


Alter Mann und junges Weib, gewisse Kinder, Junger Mann und altes Weib, nur arme Sünder.


Alter Mann und jung Weib besser als alt Weib und junger Mann.

Alter schadet der Torheit nicht, Jugend schadet der Weisheit nicht.


Alter Schlauch hält neuen Most nicht.

Alter Schmutz ist schwer wegzuwaschen.

Alter Wein, gesunder Wein.


Alter wünscht jedermann, und so es kommt, hasst man's.

Alter Zank wird bald erneut.

Altes Brot ist nicht hart, kein Brot, das ist hart.

Alte Schäden sind bös heilen.

Alte Schuld rostet nicht.

Altes Fleisch gibt fette Suppen.

Alte soll man ehren, Junge soll man lehren, Weise soll man fragen, Narren vertragen.

Alte Stiefel bedürfen viel Schmierens.


Alte Sünden machen neue Schande.
Alte Sünde macht oft neue Schande.

Alte Vögel sind schwer zu rupfen.


Alte Wachteln sind übel fangen.

Alte Wege und alte Freunde soll man in Würden halten.

Alte Wunden bluten leicht.

Alte Wunden soll man nicht aufreißen.

Alt Freund, alt Wein, alt Geld führt den Preis in aller Welt.

Alt Geld macht neuen Adel.

Alt Holz brennt besser als junges.

Alt Holz gibt gut Feuer.

Alt ist drum nicht Recht.

Altklug nie Frucht trug.

Alt und jung essen Küfen zu Tisch und zu Bett.
(Aus dem Altdeutschen: Küfen (Kiefen, Kieferbsen) = grüne Erbsen in Schoten; küfen (kiefen) = keifen, zanken oder mühsam kauen. Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird. In diesem Sprichwort ist es ein Wortspiel mit den zwei Bedeutungen eines Worts und bedeutet, wenn ein alter Mann eine junge Frau heiratet, essen sie Erbsen und streiten sich die übrige Zeit oft. Es ist eins der Sprichworte, welche die Unvereinbarkeit von alt und jung in der Ehe zum Thema haben. Sie sollten alle aber nicht zur eigenen Entscheidungsgrundlage gemacht werden, sie dienen allenfalls als Rechtfertigung nach einem möglichen Scheitern )

Alt werden, das ist Gottes Gunst. Jung bleiben, das ist Lebenskunst.

Alt werden will jeder, älter werden, niemand.

Am Abend wird der Faule fleißig.


Am Dünken und gespannten Tuch geht viel ein.

Am eigenen Korn sieht man wohl, wenn des Nachbars Roggen reif ist.

Ameisen haben auch Galle.

Am Ende ist nichts ohne Furcht als ein gut Gewissen.


Am Ende kennt man das Gewerbe.

Am Ende soll man ein Ding loben.

Am Ende weiß man, wie viel es geschlagen hat.

Amen ist des lieben Gottes großes Siegel.

Am ersten April schickt man die Narren, wohin man will.

Am Feiertage gesponnen hält nicht.

Am Geding ist keine Folge.

Am Gelde riecht man es nicht, womit es verdient ist.

Am Gesang kennt man den Vogel.

Am Giebel und am Dach Spürt man des Wirtes Hausgemach.

Am Grabe der Stief (Schwieger-) mutter weinen.
(Schmerz heucheln, wo man sich freut.)

Am Handel erkennt man die Ware.

Am Handel lernt man den Wandel.

Am Lachen erkennt man den Toren.

Am Lachen und Flennen ist der Narr zu erkennen.

Am Lande ist gut schiffen.

Am längsten behält man, was man in der Jugend gelernt hat.


Am längsten liebt man, was man in der Jugend geliebt hat.

Am Morgen ist der Himmel golden.

Am Spiel erkennt man, was in einem steckt.

Am Tage ein Bettler, nachts ein Dieb.

Ämtchen bringt Käppchen.

Ämter und Zünfte müssen so rein sein, als wären sie von Tauben gelesen.

Ämter wären schon gut, wenn nur das Rechnungtun nicht wäre.

Amtleute geben dem Herrn ein Ei und nehmen den Untertanen zwei.

Amtleute sollen den Bauern hegen und nicht fegen, sich ihrer erbarmen und sie nicht verarmen, in der Not erfreuen, nicht mit Strafe bedräuen, ihre Arbeit ehren und nicht beschweren.

Amt ohne Sold macht Diebe.

Amt wird keinem zur Ehe gegeben, drum soll man`s brauchen, weil man`s hat.

Am vielen Fragen erkennt man den Narren.

Am Weib schlägt der Mann seine Schande.

Am Zorn erkennt man den Toren.

An altem Kuhfleisch ist viel Kochens.

An alten Häfen*12 und Schälken ist das Waschen verloren.

An alten Häusern und alten Weibern ist stets was zu flicken.

An alten Wölfen und bösen Menschen ist Hopfen und Malz verloren.

An andrer Leute Kindern und fremden Hunden hat man das Brot verloren.

An Anschlägen verliert man am meisten.

An Armen weiß man nichts zu gewinnen.

An armer Leute Bart lernt der Junge scheren.
An den Federn erkennt man den Vogel.
An armer Leute Hoffart wischt der Teufel den A--- .

An böser Ware ist nichts zu gewinnen.


An dem Gaste wird's verspürt, wie der Wirt den Handel führt.

An dem Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.

An dem ist Chrisom*7 und Tauf verloren.

An dem Schwachen will sich jeder reiben.

An dem Wort erkennt man den Toren wie den Esel an den Ohren.


An den Augen sieht man, was einer ist und was er kann.


An den Enden erkennt man die Naht.

An den Federn erkennt man den Vogel.

An den Gesellen erkennt man den Gesellen.

An den Ort, wo ich gerne bin, zieht man mich an ei'm Härlein hin.

An den Scherben erkennt man den Topf.

An den Tod denken ist der Weg zur Weisheit.


An der Armen Truh wischt jedermann die Schuh.
An der Armut will jeder den Schuh wischen.

An der Ausdauer erkennt man den Mann.

Andere Länder, andere Sitten.


Andere Leute kochen auch mit Wasser.

Anderer Fehler sind gute Lehrer.
Anderer Leute Fehler sind gute Lehrer.


Anderer Kopf, andere Gedanken.


Anderer Meinung soll man hören und mit Verstand sich daran kehren.
(Ähnliche Sprichwörter auch in Böhmen und Polen.)


Andere sehen zu, er hat zugegriffen.

Ander Jahr, Ander Haar.
Anderes Jahr, anderes Haar.
(Das bedeutet, selbst ein Jahr kann schon große Veränderungen im Leben bewirken.)

Andere Zeiten, andere Sitten.

An der Frucht erkennt man den Baum.

An der Geduld erkennt man den Mann.

An der Glückseiche wächst die Hochmutsflechte.

An der Hunde hinken, an der Huren Winken, an der Weiber Zähren und des Krämers schwören, soll sich niemand kehren.

Ander Leut Gut ist ander Leut Sorge.

Ander Mann, ander Glück.

Andern ist gut predigen.

Ändern ist nicht bessern.

Ändern und bessern sind zwei.

An der Tafel des Gastmahls gibt`s mehr Freunde als an der Tür des Kerkers.


Anderwärts ist auch gut Brot essen.

An des Armen Barte lernt der Junge scheren.

An des Nachbarn Fall soll man sich spiegeln.


Andre Hütten, andre Sitten.

An drei Dingen erkennt man einen Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.

Andren Leuten flickt er den Sack, seinen lässt er die Mäuse fressen.

Andrer Leute Kreuz lehrt das eigene tragen.

Andrer Leute Kühe haben immer größre Euter.

Anderer Mann, anderes Glück.

An einem Fuchs bricht man nicht Wildbann.

An einem Gaste und an einem Weibe hat man nach drei Tagen genug.

An einem runden Tisch ist jeder Platz der erste.


An einem schmutzigen Lumpen kann man sich nicht sauber waschen.

An einer Frau und an einer Mühle gibt es immer was zu flicken.

An Entschuldigungen wird es niemand leicht fallen.

Anerkennung ist der Sauerstoff für menschliche Beziehungen.

Anfangen ist leicht, Beharren ist Kunst.

Anfang heiß, Mitte lau, Ende kalt.

Anfang ist kein Meisterstück.

Anfang und Ende reichen sich die Hände.

An fauler War ist kein gut Haar.

Anfechtung macht gute Christen.

An fremden Fehlern erkennt man die eigenen.


An fremden Hunden riechen die andern.

An fremden Hunden und Kindern ist das Brot verloren.

Angeboren ist unverloren.

Angebotene Hülfe hat keinen Lohn.

Angebotener Dienst ist henkenswert.

Angebotener Dienst ist unwert (halb umsonst).

Angebotene Ware stinkt.

An Gedanken und gespanntem Tuche geht viel ein.

Angerührt, heimgeführt.

Angesicht, falscher Wicht.

Angle, willst du Fische fangen.

An Gottes großem Kram sind alle Waren um Arbeit feil.

An Gottes Segen ist alles gelegen.
(Das bedeutet, ohne Gottes Segen geht nichts, hat auch der Erfolg keinen Sinn.)

An großen Öfen ist gut sich wärmen, sie bedürfen aber viel Holzes.

Angst macht auch den Alten laufen.

Angst und Schrecken bringen den Lahmen auf die Beine.

An Höfen fällt es schwer, hohes Alter zu erreichen.


An Höfen gibt es mehr Achitophel als Josephe.
(Ein Sprichwort in Anlehnung an die Bibel. Achitophel, Ahitofel oder Ahitophel war ein Ratgeber König Davids. Er verbündete sich mit dessen Sohn Abschalom, der einen Aufstand gegen seinen Vater David zur eigenen Thronbesteigung ausführen wollte. Der Aufstand scheiterte und Abschalom starb dabei. Achitophel kehrte nach Hause zurück und erhängte sich. Quelle: Altes Testament, 2. Buch Samuel 15 - 18. Das Sprichwort sagt, dass es an Königshöfen mehr heimliche Feinde als treue Diener gebe.)

An jungen Bäumen, wenn sie gerade wachsen sollen, muss man immer etwas abhauen.

An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst.

An Lügen gewinnt man nicht, denn dass man ihm nächstens desto weniger glaubt.

An manchem Kopf ist das Beste der Zopf.

An Meinen bindet niemand sein Pferd an.
An Meinen und Glauben bindet man kein Pferd fest.

Anschauen macht Gedanken.


Anschauen macht Liebe, Gelegenheit Diebe.

Anschläge gehen mit der Sonne auf und nieder.

An schmierigen Händen bleibt viel hangen.

An schmutzigen Händen bleibt viel hängen.

An schwarzen Kesseln kann man sich nicht weiß brennen.

Ansehen kostet nichts.

Ansehen macht gedenken.

Anstatt zu klagen, dass die Rosen Dornen haben, Freude sollst du haben, dass der Dornenstrauch Rosen trägt.

Antichristus kann Christentum nicht predigen.

An überstandene Leiden erinnert man sich gern.

An Weibern liegt keine Macht.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Anweisung ist keine Zahlung.

Anwerbung macht keine Verbindung.
Appetit ist die beste Soße.

Aprilen-Blutt tut selten gut.

April tut, was er will.

Arbeit, die vorüber, ist uns umso lieber.

Arbeite brav, das gibt guten Schlaf.


Arbeiten bringt Brot, Faulenzen Hungers Not.


Arbeiten hat seine Zeit, und Feiern hat seine Zeit.


Arbeiten im Lande ist besser als in der Wüste beten.


Arbeiten und Sparen macht zusehends reich.

Arbeit erhält die Gesundheit.

Arbeit gebiert Ruhe.

Arbeit gewinnt allezeit (etwas).

Arbeit gewinnt Feuer aus Steinen.

Arbeit hat allezeit Vorrat.

Arbeit hat bittere Wurzel, aber süße Frucht.

Arbeit ist bei Armut gut.

Arbeit ist des Ruhmes Mutter.

Arbeit ist Irrtums Lohn.

Arbeit ohne Lohn ist halb Spott, halb Hohn.

Arbeit ohne Vorteil wird sauer.

Arbeitsamkeit ist die beste Lotterie.

Arbeit, Sorg und Herzeleid ist der Erde Alltagskleid.


Arbeitsschweiß an den Händen hat mehr Ehre als ein goldener Ring am Finger.


Arbeit und Sparen macht reiche Knechte.

Arg lässt ärger Kind.

Arglist hilft nicht.

Arglist ist nicht Weisheit.

Argwohn betrügt den Mann.

Argwohn erzeugt Furcht und Furcht ist ein stetes Sterben.


Argwohn, Hoffart, Grimm und Zorn, machen aus den Weisen Toren.


Argwohn isst mit dem Teufel aus einer Schüssel.


Argwohn ist der Freundschaft Gift.
(Ähnliche Sprichworte auch in Dänemark und Frankreich.)

Argwohn ist des Teufels Hure.

(Der Argwohn kann so viel Unheil anrichten, dass man ihn ein Werkzeug in der Hand des Teufels nennen kann.)

Argwohn ist ein böser Nachbar.

Argwohn ist ein Schalk.


Argwohn ist kein Beweis.

Argwohn ist leicht zu betrügen.

Argwohn macht aus Spinnweben Schiffstaue.


Argwohn riecht den Braten, bevor das Kalb geschlachtet worden ist.


Argwohn sieht einen weißen Hund für einen Müllerknecht an.


Argwohn stellt auf und der Teufel fängt.


Argwohn tötet die Freundschaft.

(Sprichwort in Italien: Der Verdacht ist das Gift der Freundschaft.)


Argwohn und Feindschaft sind Nachbarn.


Argwohn und unbedacht hat manchen in groß Leid gebracht.

Argwohn weicht nicht, es scheine ihm denn die Wahrheit ins Gesicht.


Argwohn wittert in jedem Räuchlein eine Brandstiftung.


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