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Sprichwörter in Originalsprachen

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Diese Internetseite wird mehrmals wöchentlich aktualisiert und ergänzt. Diese Internetseite erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und alle Angaben sind ohne Gewähr.
Alle enthaltenen Informationen sind bestmöglich und so genau wie möglich wiedergegeben. Sie sind aus vielen unterschiedlichen Quellen zusammengetragen oder aus fremden Sprachen übersetzt und teilweise erstmalig hier in deutscher Sprache veröffentlicht. Falls trotzdem Angaben ungenau oder falsch sind oder nicht den Tatsachen entsprechen, bitte ich um eine Benachrichtigung.

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Einzelne Sprichwörter kann man für andere Zwecke benutzen.

Es ist aber verboten und strafbar, größere Mengen, ganze Listen oder Länder zu kopieren und in anderen LIsten, Sammlungen oder Sprichwörtersammlungen im Internet, Büchern, Schriften, Computern oder anderswo in anderer, gleicher oder ähnlicher Art und Weise in elektronischen, gedruckten oder anderen Medien zu speichern, zu verarbeiten oder zu veröffentlichen.
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Deutsche Sprichwörter
Über 20.000 deutsche Sprichwörter 
mit vielen Erklärungen der Bedeutung und alter Wörter
Aa bis An den
Flagge von Deutschland
Sehr viele deutsche Sprichwörter haben ihren Ursprung schon vor langer Zeit, manche vor mehreren Tausend Jahren. So geht das deutsche Sprichwort „Eine Schwalbe macht (noch) keinen Sommer.“ auf die Fabel „Der verschwenderische Jüngling und die Schwalbe“ des griechischen Fabeldichters Äsop zurück. Äsop lebte um 600 v. Chr. und war wahrscheinlich Sklave mehrerer Herren, bis einer ihn freiließ. Ebenso haben verschiedene Sprichwörter ihren Ursprung bei den Römern oder Griechen vor 2000 Jahren. Viele beruhen auch auf Bibelstellen, was vergleichbare Sprichwörter in etlichen anderen europäischen Ländern und Völkern zur Folge hatte (ebenso aus römischen und griechischen Quellen).

Ab dem 16. Jahrhundert fingen etliche Autoren an, Sprichwörter zu sammeln und in gedruckten Büchern zu veröffentlichen:

Agricola von Issleben 1530, Sebastian Franck 1541, Chr. Egenolffs Erben 1560, Andream Gartner 1574, M. Fridericum Petri 1605, Jan Gruter 1610, Georg Henisch 1616, Christoph Lehmann 1630, Andreas Sutor 1716, Joachim Christian Blum 1780, Christoph Georg Heinrich Nieter 1798, Samuel Christoph Wagener 1813, Georg von Gaal, 1830, Wilhelm Körte 1837, Karl Simrock 1846, Otto Freiherr von Reinsberg, Freifrau von Reinsberg-Düringsfeld mehrere Bücher von 1863 bis 1872, Otto Sutermeister 1869, und das Deutsche Sprichwörterlexikon in 5 Bänden von Karl Friedrich Wilhelm Wander, veröffentlicht zwischen 1866 und 1880 und viele mehr.

Am umfangreichsten ist das Deutsche Sprichwörterlexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander mit über 220.000 Einträgen. Leider ist es manchmal etwas ungenau oder unrichtig durch fehlende oder falsche Quellenangaben, wodurch manches fremde Sprichwort zum deutschen gemacht wurde. Ebenso hat er einige selbst ausgedacht. Die Ursachen hat Wander selbst im Vorwort des 1. Bandes 1866 erklärt. Auch im Nachwort von Joseph Bergmann im 5. Band sind seine Schwierigkeiten beschrieben. Trotzdem ist das Sprichwörterlexikon in seinem Umfang und seinem einmaligen Quellenverzeichnis bis heute unübertroffen, besonders auch, weil er es alleine und gegen etliche Widerstände zustande gebracht hat. Alles mit der Hand und ohne Computerunterstützung, ohne die heute keiner mehr etwas zuwege bringt.

Da viele Sprichwörter älteren Ursprungs sind, enthalten einige alte oder schon vergessene Wörter, oder handeln von heute unbekannten Vorkommnissen. Aus diesem Grund sind auf diesen Internetseiten bei vielen Sprichwörtern Erklärungen, die Wörter oder Sinn des Sprichworts näher erklären. Auch wenn verschiedene Sprichwörter aus der Mode genommen sind, gehören sie trotzdem zum kulturellen Erbe der Deutschen und ihrer Geschichte. Sonst könnte man auch etliche „Klassiker“ vergessen, (Goethe, Schiller oder andere) nur weil sie schon einige Hundert Jahre alt sind. Bei verschiedenen Sammlern und Autoren haben manche Sprichwörter einen unterschiedlichen Wortlaut, dann stehen hier mehrere Versionen. Da die Sammlung von Simrock bis heute am weitesten verbreitet ist, werden seine Versionen der Sprichwörter wohl die bekanntesten sein. Leider gibt es bei ihm einige sinnentstellende Druckfehler, die bis heute überdauert haben. Wenn bekannt, steht bei den entsprechenden Sprichwörtern die korrekte Version mit einem Hinweis auf den Druckfehler.

Daneben entstehen aber immer auch neue Sprichwörter, die in den alten Sammlungen nicht aufgeführt sein können. Andere Sprichwörter werden aus anderen Sprachen übernommen, wie z. B. „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Es wird heute nur als „deutsches Sprichwort“ zitiert, obwohl das falsch ist. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde das englische Sprichwort „The early bird catcheth the worm.“ im Deutschen übernommen. Es steht so schon 1637 in „A Collection of English Proverbs“ von John Ray auf Seite 101.

In etlichen Sprichwörtern stimmt auch die Rechtschreibung oder Grammatik mit der laut Duden aktuellen nicht überein. Dazu schrieb schon Johann Michael Sailer 1810 auf Seite 64 seiner deutschen Sprichwörter: „Das alte deutsche Sprichwort liebt das Negligé, die bequeme Haustracht, und lässt es den Gottscheden und Kollegen über, sein Verfahren mit der Grammatik auszusöhnen. So sind ihm z. B. der Artikel der, die, das, die Endsilbe e gar oft zu lang, das h zu weich: deshalb bleibt dies alles weg. Wie der Mann im Schlafrocke sich kein Gewissen daraus macht, dass seine Strümpfe nicht streng angezogen sind, so weiß das altdeutsche Sprichwort nichts um die Hofetikette der gebildeten Sprache. Die Zeitwörter sind dem Sprichworte oft gar zu lange: darum beschneidet es die Vorsilbe. Z, B. Werkstatt darf keines Palasts, statt: bedarf.
Ein Grund, warum das altdeutsche Sprichwort so wenig Fleiß auf die Vollendung des Gepräges verwendet, und sich darin so viele Versäumnis zuschulden kommen lässt, ist wohl auch der, dass es den Ursprung hat – mehr im Herzen, das den Sinn gibt, als im Kopfe, der ihn nach der Regel der Sprachlehre herauskleidet.

Wenn hier noch ein besonderes, wichtiges, häufiges oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.

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Aas ist keine Speise für den Adler.

Aas lässt sich nicht vor Geiern verbergen.

Abbitte ist die beste Buße (Genugtuung).
(Weil sie beweist, dass die Beleidigung oder Tat nicht aus bösem Herzen kam und man es wieder gut machen will. Daneben kann auch etwas besseres tun oder nicht wieder tun, wie die Sprichwörter unten meinen, die beste Buße sein. Das Beste aber wäre, etwas Böses, Schlimmes oder Verbotenes erst gar nicht zu tun, dann braucht auch nicht gebüßt werden.)
Besser machen, die beste Buße.
Nicht wieder tun ist die beste Buße.
Nimmer tun ist die beste Buße.

Abbitte nicht, aber Halsstarrigkeit ist Schande.

(Das erste zeigt ein edles, das Zweite aber ein böses Herz an.)

Abendrede und Morgenrede kommen selten überein.

Abendrot bringt gut Morgenrot.

Abendröte bringt klare Zeit, Morgenröte Regen bedeut.

Abendröte und Morgenröte lauten oft nicht überein.

Abendrot, Gutwetterbot.

Abendsegen, Morgensegen.

Abends putzt sich des Kuhhirten Frau.

Abends vull, morgens null.

Abends wird der Faule fleißig.
Am Abend wird der Faule fleißig.

Abend und Morgen sind nicht gleich gut, der Morgen sorgt, der Abend verzehrt.

Aber, Wenn und Gar sind des Teufels War.

Abgerechnet ist gut bezahlt.
Abrechnen ist gut bezahlen.
(Weil so eine Schuld berichtigt, bezahlt, wird oder ein böser Schuldner noch obendrein zur Leistung oder Strafe gezwungen werden kann.)

Abgötterei und Gleisnerei*11 will allweg schön sein.

Abgunst bringt manchen hohen Mann zu Fall.

Abgunst ist schwer und doch gemein, denn ihr nachhängt beide Groß und Klein.

Abgunst richtet selten Gutes an.

Abgunst stößt manchen Reichen aus dem Sattel.

Abgunst verzehrt Mark und Bein.

Abschlag ist gute Zahlung.

Absicht ist die Seele der Tat.

Äbte und Mönche sind des Teufels täglich Brot, keiner wird mehr heilig.

Abt und Kloster sind ein Ding.


Abwarten und Tee trinken.


Ach, es ist zu spät, sprach die Frau, als der Knecht sie bei dem Leichenzug ihres Mannes um Heirat anging.

Ach Gott, meine arme Dreizehn, sagte der Töpfer und fiel mit zwölf Töpfen vom Boden.

Achte dich klein, mit niemand zu gemein, so wirst du wohlgelitten sein.

Achte keinen Ort ohne ein Ohr.
(Ein altes Sprichwort, das sich heutzutage immer wieder beweist, irgendwer hört immer mit und erinnert sich im ungünstigsten Moment bestimmt daran. Falls doch kein natürlicher Zuhörer zugegen sein sollte, holt man ihn selbst ins Haus mit Smartphone, Alexa und Smart Home.)

Achte nicht bloß auf das, was andere tun, sondern auch auf das, was sie unterlassen.

Achtest du mein, so acht ich dein.

Acht gegeben, es sind Schindeln auf dem Dache!
(Dachschindeln früherer Zeiten waren oft aus Holz und konnten leicht Feuer fangen. Das Sprichwort mahnt zur Vorsicht im Umgang mit demselben. Übertragen bedeutet es auch, man sollte in Gegenwart von Kindern und Jugendlichen auf sein Reden achten. Kinder hören oft unbemerkt mit und benutzen Gehörtes, auch unverstanden, im eigenen Gebrauch öffentlich weiter. Wenn Eltern schimpfen (pöbeln), werden ihre Kinder ebenso mit unflätigen Worten um sich werfen. Erziehung beginnt mit der Sprache, die oft bei den Eltern zu wünschen lässt. Lernunfähige Kinder in Schule und Lehre sind die Folge. Kindergarten, Ganztagesbetreuung, Jugendtreffs oder ähnliche öffentliche Angebote für Kinder können Elternversagen niemals kompensieren, geschweige reparieren!)

Acht und Aberacht macht sechzehn.
(Damit spottete Markgraf Albrecht II. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach (* 28.3,1522 - 8.1.1557, Markgraf von 1541 - 1554), als der Kaiser ihm mit der Reichsacht drohte.)

Ach und Wehe ist das tägliche Brot in der Ehe.

Ackersmann, Schlackersmann, ich lob mir den Handwerksmann.


Ackerwerk soll nähren, Kriegswerck soll wehren.

Ackerwerk, Wackerwerk.

Adam muss eine Eva han (haben), die (der) er zeiht, was er getan.

(Das bedeutet, oft wird einem anderen für das eigene Fehlverhalten der Grund zugeschoben und für eigene Fehler verantwortlich gemacht.)

Adams Kinder sind Adam gleich.

Adams Kinder sind nicht alle gleich.

Adam sündigt im Paradies, Luzifer im Himmel.

Adel geht nicht für Ehrbarkeit.

Adel hat kein Erbrecht.

Ade, Lieb, ich kann nicht weinen: Verlier ich dich, ich weiß noch einen.

Adelig und edel sind (ist) zweierlei.


Adelig, was ehrlich.


Adel ist von Bauern her.

Adelsbrief und Hofsuppen sind gemeiner denn ein Bauernjuppen.
Adelsbrief und Hofsuppen sind zu Hof (niemandem versagt) wohlfeiler denn ein Bauernjuppen.

Adel sitzt im Gemüte, nicht im Geblüte.

Adel, Tadel.


Adel, Tugend, Kunst sind ohne Geld umsunst.

Adel, Tugend, Wissenschaft und Kunst, sind ohne Geld umsonst.

Adel verpflichtet.
(Das bedeutet, man sollte sich seiner Stellung, seinem Amt oder Ansehen entsprechend verhalten, um seinen Ruf nicht zu verlieren. Ursprung ist es die Übersetzung des französischen „Noblesse oblige“ aus dem Buch von 1808 „Maximes et réflexions“ von Pierre-Marc-Gaston de Lévis, Duc de Lévis (1764 - 1830) (Ausgaben 1810 und 1812 auf Seite 24). Anfänglich bedeutete es, der Adel sollte sich entsprechend der Herkunft anderen gegenüber ehrenhaft, großzügig und höflich verhalten. In letzter Zeit scheint es aber immer weniger zu interessieren.)

Aderlassen ist gut, wen es nottut, wer's aber nicht bedarf, dem ist lassen das Beste.

Ade Sünde, ade Schande!

Ade, Welt, ich geh ins Kloster!

Ade, Welt, ich geh ins Tyrol!

Adler brüten keine Tauben.


Adler fangen nicht Fliegen.
Adler fängt keine Mücken.
Der Adler fängt keine Fliegen (Mücken).
(Man gibt sich nicht mit Dingen unter seiner Würde ab. Wenn man nicht aufpasst, geht das leicht nach hinten los.)

Adler haben große Flügel, aber auch scharfe Klauen.

Advokaten, Schadvokaten.

Advokaten und Soldaten sind des Teufels Spielkameraden.

(Alter Spruch, der schlechten Advokaten nachgesagt wird: Recht verkehren, tut mich nähren.)

Affen bleiben Affen, wenn man sie auch in Sammet kleidet.
(Ein geschmücktes Äußere macht noch keinen unwürdigen Achtungswert.)

Affen fängt man mit großen Bundschuhen.


Affen sind Affen, wenn sie schon Chorröcke tragen.


Affen und Pfaffen lassen sich nicht strafen.


Afterreden und Zorn gehören sich nicht über Tisch.


Alchemisten Kunst ist niemand wert, er habe denn Haus und Hof verzehrt.

Alefanz macht die Schuhe ganz.
(Alefanz = veraltetes Wort für alberne, ungereimte Handlungen. Noch früher in der Zeit der Entstehung dieses Sprichworts war es List, Verschlagenheit, besonders in Anwendung zum Gewinn.)

All dein Anfang und Ende befehle Gott in seine Hände.

All Ding, das sich bessert, ist gut.

All Ding hat ein Ende und die Mettwurst hat zwei.

All Ding im Hui sich kehren um, was recht ist, kam bald werden krumm.

All Ding ist nur eine Weile schön.

All Ding ist unbeständig.

All Ding verkehret sich, Lieb vnd Freundschaft am allerleichtesten.

All Ding will vor Rat, dann Tat haben.

Alle Anschläge fehlen in dem Krieg, wo Gott nicht selber gibt den Sieg.

Alle Bande binden nicht gleich fest.

Alle bösen Tücken bezahlen sich selbst.

Alle bösen Wetter klaren auf gegen den Abend.

Alle Bosheit ist Scherz gegen eines bösen Weibes Bosheit.

Alle Bosheit von der Zunge fährt, dass man gar manchen Meineid schwört.

Alle Dinge finden Ursachen.

Alle Dinge haben zwei Seiten.
Alles hat zwei Seiten.
Alles Ding hat zwei Seiten.
(Sehr viele Dinge haben zwei Seiten, manche auch etliche mehr. Hier gibt es 39 Seiten mit deutschen und über 200 mit anderen Sprichwörtern. Ebenso gibt es noch mehr Sprichwörter mit zwei Seiten, die auf einer anderen Seite zu finden sind:
 - Jedes Ding hat zwei Seiten.)


Alle Dinge sollen sein in des Mannes Gewalt.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Alle Dinge stehen in einer Wegscheide.

Alle eigenen Ratschläge fehlen gewisslich.

Alle Fische im Meer stehen Gott zu Gebot.

Alle Flüsse laufen ins Meer.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 1, 7: „Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller;“ Das 1. Kapitel des Prediger Salomo handelt von der vergeblichen Mühe der Menschen, da doch alles immer dasselbe ist. Das Wasser fließt seit ewigen Zeiten und wird auch zukünftig immer wieder fließen, ohne das Meer voller zu machen. Genauso meint das Sprichwort, ist das Tun und Trachten der Menschen immer das Gleiche, 1, 14 „wie das Haschen nach Wind.“)

Alle Frachten lichten, sagte der Schiffer, da warf er seine Frau über Bord.

Alle Fragen sind frei.

Alle Freier sind reich und alle Gefangene arm.

Alle Freude steckt in der Weinkarte.

Alle Frommen sind reich, aber nicht alle Reichen fromm.

Alle Gedanken der Gottlosen sind in Gottes Hand.

Alle Gewalt ist Unrecht.

Alle Gleichnisse hinken.

Alle Glieder am Menschen sind Zungen.

Alle grauen Mäntel haben grau Tuch.

Alle großen Stücke, so jemals auf Erden gespielt, sind im Himmel gemacht.

Alle guten Gaben kommen von oben.

Alle guten Geister loben Gott.

Alle guten Geister loben ihren Meister.

Alle Hahnen müssen einen Kamm haben.

Alle Händel*14allein haben wollen, ist der Anfang zum Verderben.

Alle Handwerker dienen einem anderen mehr, denn ihnen selbst.

Alle Handwerker sind gut, wenn nur das gut ist, das ihnen aus den Ärmeln hängt.

Alle hastigen Dinge taugen nicht viel.

Allein bist du nirgends allein.
(Das bedeutet, entweder ist ein Schutzengel anwesend, oder der persönliche Teufel flüstert einem gerade etwas ein.)

Allein der Arme tut Unrecht und hat das Kalb in ein Auge geschlagen.

Allein der Wahn oder die Achtung ist reich oder arm.

Allein die Tugend fürchtet das Alter und den Tod nicht.

Allein getan, allein gebüßt.

Allein ist einem am besten.


Allein lügen am besten.

Allein mein oder lass gar sein.

Allein singen und allein dreschen ist eine langweilige Arbeit.

Allein Unglück und Armut ist für den Neidhart gut.

Alle Jahr ein Käs, wenig Käs; alle Jahr ein Kind, viel Kind.
(Alles ist relativ, das war schon lange vor Einsteins Relativitätstheorie bekannt. Genauso die Bedeutung von Sprichwörtern, es kommt immer auf den eigenen Standpunkt an.)

Alle Kinder müssen die Züchtigung leiden.
(Die alten Gesetze und Vorschriften zur Kindererziehung und den Rechten der Eltern haben sich seit früheren Zeiten wesentlich geändert. Daher ist dieses Sprichwort schon eine geraume Zeit nicht mehr gültig. Wenn Eltern oder andere es trotzdem anwenden sollten, machen sie sich heute strafbar.)

Alle kleine Bäche laufen in die großen.
Alle kleinen Wasser laufen in die großen.

Alle Kraft und Herrlichkeit der Welt wehrt eine kleine Zeit wie eine Blume.

Alle Kreaturen dienen dem Menschen, der Mensch Gott.
(Ein 500 Jahre altes Sprichwort, das auch heute noch von vielen Menschen für war gehalten wird. Wer hat eigentlich den Menschen das Recht gegeben, nach Willkür über die ganze Welt zu herrschen, sie auszubeuten, nach Gutdünken mit ihr umzuspringen und letztendlich zu zerstören? Der Mensch hat auch die Verantwortung und Verpflichtung, eine für allen gerecht werdende Umwelt zu erhalten. Leider tut das die Mehrheit nicht. Gott dienen heißt auch, die Schöpfung Gottes zu pflegen und zu erhalten, warum hält sich keiner daran? Die Klimaveränderung mit den resultierenden Katastrophen ist die Folge. Die Umwelt passt sich den von Menschen gemachten Veränderungen an, der Mensch wird sich an diese veränderte Umwelt wahrscheinlich nicht anpassen können.)

Alle Kühe sind Kälber gewesen.

Alle Land sind des Weisen Vaterland.

Alle Laster all, bringen mit sich Gift und Gall'.

Alle Laster nehmen mit der Zeit ab, nur Geiz und Lüge nehmen zu.

Alle Leute konnten nicht treffen, aber mein Sohn schoss dicht vorbei.

Alle listigen Füchse kommen endlich beim Kürschner in der Beize zusammen.

Alle Mädchen sind Jungfern, solange der Bauch schweigt.

Alle Menschen auf Erden könnten noch keinen Schleifstein schinden.

Alle Menschen sind klug, die einen vorher, die anderen nachher.

Alle Menschen sind Lügner.

Alle Menschen tragen einen Schalk im Busen.

Alle Menschen wissen nicht, was ein gut Kraut kostet.

Alle möchten wohl gern viel wissen, aber etwas drum geben, tut sie verdrießen.
(Ein Sprichwort, das sich im Internet bewahrheitet. Alle wollen jede nur erdenkliche und neuste Information im Internet frei Haus und umsonst haben. Seriöse und nachgeprüfte Nachrichten machen Arbeit und kosten, was immer mehr Zeitungen und andere Anbieter veranlasst, nicht nur für auf Papier gedruckte, sonder auch für digital im Internet verbreitete Nachrichten einen Geldbetrag zu verlangen. Das ist neu, weil vorher alles kostenlos war, es verdrießt viele, die dann zu den Alternativen, nicht überprüfbaren und willkürlich verbreiteten „Fakten“ in ihre eigene Blase im virtuellen Netz ausweichen. Dort gibt es dann nur die zu einem passenden, ausgedachten und unüberprüfbaren Nachrichten, die wirkliche Welt bleibt draußen.)

Alle Morgen neue Sorgen.

Alle Müh und Sorg vergebens geht, wo Gottes Hilfe nicht bei uns steht.

Allen Leuten (Menschen) Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
(Bei Entscheidungen die Wünsche oder Bedürfnisse aller zu berücksichtigen ist bei den Unterschieden der Menschen unmöglich. Bei manchen Entscheidungen hat man aber auch den Eindruck, die Meinung, Wünsche oder Bedürfnisse anderer sind überhaupt egal, alle anderen werden ignoriert oder übergangen.)

Allen Menschen gefallen ist nicht möglich.

Allenthalben, wie Hanswurst in der Komödie.
(Allenthalben = überall, bei jeder Gelegenheit, dauernd wiederholend.)

Allen Tieren ist Friede gesetzt außer Bären und Wölfen.

Allen Wohl und niemand Wehe.

Aller Adel hat einen Misthaufen zum Vater und die Fäulnis zur Mutter.

Aller Anfang ist schwer.


Aller Anfang ist schwer, sprach der Dieb und stahl zuerst einen Amboss.

Aller Anfang mit Gott.

Aller Dinge soll man mild sein, nur der Zeit nicht.

Aller guten Dinge müssen drei sein.
Aller guten Dinge sind drei.
(Vergleichbares Sprichwort aus Ungarn: Die ungarische Wahrheit ist drei.)

Aller Landsknechte Mutter ist noch nicht gestorben.

Allerlei ist zweierlei.

Aller Leute Freund, jedermanns Narr.

Aller Leut' Freund ist aller Leut' Geck.
Allermanns Freund, jedermanns Geck.
Wer jedermanns Freund sein will, muss jedermanns Narr sein.

Allermanns Knecht kann's nicht jedem machen recht.

Aller Schatz unter der Erde, tiefer als der Pflug geht, ist Regale.

Aller Sieg kommt von Gott.

Aller Tage Abend ist noch nicht gekommen.
Es ist noch nicht Allerheiligen Abend.
(Den Erfolg einer Sache kann man erst am wirklichen Ende beurteilen, nicht am Anfang, womöglich schon nach den ersten kleinen Hindernissen)

Aller Wasser König, der Rhein, die Donau soll seine Gemahlin sein.

Allerwelts Freund, jedermanns Geck.

Aller Will ist haben viel.

Alles andre Gut verliert man bald, Weisheit und Kunst behält man fest.

Alles Gute kommt von oben.

Alles Gute siehst du bei deinem Nachbarn.

Alles hat ein Ende.

Alles hat seine Wissenschaft, sagte das kleine Mädchen, da hatt' es das Licht mit dem Hintern ausgepustet.
(aus Holstein)

Alles hat seine Zeit.

Alles hat seine Zeit, nur die alten Weiber nicht.

Alle sieben Jahr ein Flohjahr, alle sieben Jahr ein Raupenjahr, alle sieben Jahr ein Käferjahr.

Alle sieben Jahr frisst man bei Hof einen Küchenjungen auf.
Alle sieben Jahre muss man einen Küchenjungen essen.
(Diese Sprichwort ist ein Spott auf die unsauberen Zustände in den Küchen früherer Zeiten. Weil sich Köche und Küchenpersonal vor der Arbeit nicht die Hände wuschen und auch sonst Reinlichkeit nicht hoch im Kurs stand, kam etliches mit in die Speisen, was nicht mit hineingehörte. Diese eigentlich unerwünschten Zutaten sollen nach dem Sprichwort in Hofküchen in der Summe nach sieben Jahren das Gewicht eines Küchenjungen ausmachen. Mit diesem Wissen würden wohl viele heutigen Menschen im Mittelalter lieber verhungern, als die unbekannten Zutaten mitessen zu wollen. Zum Glück leben wir heute nicht mehr in diesen Zeiten, manche Lebensmittelkontrolleure vermuten aber anderes, da es zu wenige von ihnen gibt.)

Alles ist möglich, aber es regnet kein Geld.

Alles kommt an den Mann, nur ich nicht, klagte die Nonne.
Alles kommt an den Mann, nur ich nicht, sprach das Mädchen.

Alles lustige Saitenspiel machen Freud und Kurzweil viel.

Alles Mehl hat Kleien.

Alles mit Gott.

Alles mit Maß, sagte der Bauer, da trank er eine Maß Branntwein.

Alles mit Maß, sagte der Schneider, da schlug er seine Frau mit der Elle tot.

Alles nimmt ab in der Welt, aber die Laster nehmen zu.

Alles Schnickschnack – ohne Geld!

Alles soll man dem Nächsten wünschen, sagt der Jude, nur keinen bösen Nachbar.

Alles steht in Gottes Hand.

Alles tun zu seiner Zeit. Sonntagsarbeit nicht gedeiht.

Alle Sünden geschehen freiwillig.


Alles Unglück ist gut, wenn man Brot dabei hat.

Alles vergeht, Tugend besteht.

Alles versoffen bis ans End, macht ein richtig Testament.
Alles verzehrt vor seinem End, macht ein richtig Testament.

Alles vertrau, nur keine Heimlichkeit.

Alles wär`gut, wär`kein Aber dabei.

Alles, was verkehrt ist, das treib ich, und wo man mich nicht gerne sieht, da bleib ich.

Alles will einen Willen haben.

Alles wissen macht Kopfweh.

Alles zur Morgensuppe verschlingen ist ein böser Imbiss.

Alles zu seiner Zeit, ein Buchweizenkuchen im Herbste.

Alles zu seiner Zeit, sagt der weise Salomon: Zu seiner Zeit essen, zu seiner Zeit trinken, zu seiner Zeit an die Pump tasten.

Alle Tag' um den Herd, ist des Sonntags schämenswert.

Alletag weh, stirbt nimmermehr.

Alle Tierlein leben gerne.

Alle vergebenen Sünden sind quitt.
Alle vergessenen Sünden sind quitt.

Alle Verleumder und Lügner werden endlich zuschanden.

Alle Vorteile gelten.

Alle Vorteile helfen, sind sie noch so klein.

Alle Wappen müssen Gold oder Silber haben.

Alle Wege führen nach Rom.
(Sprichwort in vielen Ländern)

Alle Welt hat nur einen Willen: dass es ihr wohlgehe.

Alle Welt lebt eines Gottes, aber nicht eines Menschen.

Alle Werktag um den Herd ist des Sonntags schämenswert.

Alle wissen guten Rat, nur nicht, wer ihn nötig hat.

Allezeit angel, so hast kein'n Mangel.

Alle zwanzig Jahr eine neue Welt.

Allgemach kommt (man) auch weit.

Allgemach kommt wohl nach.


Allgemeiner Ruf ist selten grundlos.

Allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit glücklich ist betrüglich, eins ums andere ist vergnüglich.
Allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit glücklich ist unmöglich, eins um's andre ist vergnüglich.
Allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit aufrichtig ist ehrlich.
(Dies ist in verschiedenen Variationen verbreitet und an verschiedenen Stellen als deutsches Sprichwort genannt. Verschiedene andere Quellen nennen den gleichen Spruch als Zitat von Joseph von Radowitz (* 06.02.1797 - † 27.12.1853). Im Sprichwörter Lexikon von Wander steht die unterste Variation unter Traurig Nr. 1 ohne Quellenangabe. Radowitz war preußischer Generalleutnant, Diplomat und Politiker, nahm an den Befreiungskriegen teil und war 1850 kurzzeitig preußischer Außenminister.)

Allzeit fröhlich ist unmöglich.


Allzeit gewinnen macht verdächtig; allzeit verlieren macht verächtlich.


Allzu behänd hat`s oft verfehlt.


Allzu bekannt hat wenig Ehre und viel Schand.

Allzu fromm taugt nicht.


Allzu früh kommt auch unrecht.


Allzu gemein macht dich klein (verachtet).


Allzu gerecht macht's meist schlecht.
Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, auf dass du nicht dich, noch deinen Bruder verderbest!
Sei nicht allzu weise.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 7, 16: „Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest.“ Andere ähnliche Sprichwörter gehen wahrscheinlich ebenfalls auf diese Bibelstelle zurück.)

Allzu gerecht tut Unrecht.

Allzu gesund ist ungesund.

Allzu gute Worte haben wenig Glaubens.

Allzu gut fördert Armut.

Allzu gut ist Andermanns Narr.
Allzu gut ist seines Nachbarn Geck.

Allzu gut ist liederlich (verdirbt`s ganz).
Allzu gut ist lüderlich.

Allzu gutmütig ist Nachbars Narr.

Allzu gut taugt auch nichts.


Allzu klug ist dumm.


Allzu klug macht närrisch.

Allzu mild hilft zur Armut.

Allzu scharf macht schartig (schneidet nicht).

(Alles Übertriebene taugt nichts.)

Allzu spitzig ist nicht witzig.


Allzu spitzig sticht nicht.


Allzu spitz wird leicht stumpf.


Allzu teuer geboten macht die Ware unwert.

Allzu viel ist nicht genug.

Allzu viel ist ungesund.

Allzu weis ist töricht.

Allzu witzig ist unnützig.


Almosen, das von Herzen kommt, dem Geber wie dem Nehmer frommt.


Almosen geben armet nicht, Kirchengehen säumet nicht, Wagenschmieren hindert nicht, unrecht Gut wuchert nicht, Gottes Wort trügt nicht.

Almosen ist des Reichen bester Schatz.


Als Adam hackt' und Eva spann, wer war da wohl der Edelmann?
Als Adam grub und Eva spann, wo war da wohl der Edelmann?
(Ein sogenannter Edelmann muss sich durch edle Gesinnung und durch bewunderungswürdige Handlungen auszeichnen, denn nicht der Geburts- sondern der Verdienstadel flößt Achtung ein. Kaiser Maximilian I (22.3.1459 - 12.1.1519) forschte nach seiner uralten Abstammung, da soll jemand heimlich dieses Sprichwort an eine Wand geschrieben haben. Kaiser Maximilian schrieb darunter:
Ich bin ein Mann wie ein andrer Mann, nur dass mir Gott die Ehre gann!)

Als alles brannte, brannte das Wasser nicht.

Als Christus allein war, versuchte ihn der Teufel.

Als David kam ins Alter, da sang er fromme Psalter.
(da macht' er Psalter.)

Als Demut weint' und Hoffart lacht', da ward der Schweizerbund gemacht.

Als der Bauernbub in eine andre Haut schlüpfte, gewann die Magd ein Kind.

Als man rief Waden, Verstand er Spaden.

Also geht es in der Welt, der eine steigt, der andre fällt.

Also hat Gott die Welt geliebt, und der Pfaff seine Köchin.

Als Petrus zu Hofe kam, verleugnete er seinen Herrn und Meister.

Alte Affen, junge Pfaffen, wilde Bären soll niemand in sein Haus begehren.

Alte Bäume sind bös biegen.
(Das bedeutet, alte Menschen haben lange Erfahrungen gesammelt und sich meist eine Meinung von allem gemacht. Sie sind daher nur noch schwer (bös = schwer, mit großem Aufwand, Anstrengung) von anderen Dingen zu überzeugen, ändern ihre Meinung nur widerwillig.)

Alte Beutel schließen übel.

Alte Böcke, steife Hörner.

Alte Diener, Hunde und Pferde sind bei Hof in gleichem Wert.

Alte Eier, alte Freier, alter Gaul, sind meistens faul.

Alte Fässer rinnen gern.
(Das bedeutet, das alte Menschen gerne schwatzen.)

Alte Feindschaft wird leicht neu.

Alte Freunde, alten Wein und alte Schwerter soll man nicht vertauschen.

Alte Freunde soll man nicht verkiesen, denn man weiß nicht, wie die neuen geraten wollen.
(Sprichwort schon 1530 bei Agricola. In späteren Jahrhunderten wurde das schon im 19. Jahrhundert veraltete Wort verkiesen durch verkaufen ersetzt. verkiesen = aus dem altdeutschen, bis ins 18. Jahrhundert; verschiedene Bedeutungen = übersehen, zurückweisen, verzichten, verlassen, verwerfen. Mit der Vorsilbe „ver“ negativees Wort von kiesen = prüfend auswählen.)
Alte Freunde soll man nicht verkaufen, denn man weiß nicht, wie die neuen geraten.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach (neu 9, 10) alt 9, 14: „Gib einen alten Freund nicht auf; denn du weißt nicht, ob du so viel am neuen kriegst.“)

Alte Füchse sind schwer zu fangen.

Alte Geigen bezieht man auch mit neuen Saiten.

Alte Geiß leckt auch gern Salz.
Alte Ziegen lecken auch gern Salz.

Alte Gewohnheit ist stärker als Brief und Siegel.

Alte Gewohnheit lässt sich schwerlich verändern.

Alte Gewohnheit soll man nicht brechen.


Alte Haut bedarf des Gerbens.

Alte Häute sind zäh und bedürfen viel Gerbens, das sie aber nicht leiden.

Alte Hennen geben fette Suppen.
Alte Hennen geben fette Suppen, haben aber zähes Fleisch.
(In diesem Sprichwort stehen die alten Hennen für ältere Frauen, die einen jüngeren Mann heiraten. Die fette Suppe, die sie geben, ist die Erfahrung, die ältere Menschen schon vorher gesammelt haben. Jugendlicher Leichtsinn oder Fehler sind wahrscheinlich nicht mehr zu erwarten. Es kann auch ein Trost über schon vergangene Schönheit sein. Umgekehrt gilt es aber auch. Vergleichbare Sprichwörter gibt es auch in anderen Ländern.)

Alte Hunde ist schwer, bellen lehren.

Alte Hunde reiten auf dem A-.

Alte Hunde sind bös ziehen.

Alte Hunde sind bös zu bändigen.
(bös = schwer, gilt auch für einige andere Sprichwörter)

Alte Huren sind der Buhler beste Boten.

Alte Karren gerne knarren.

Alte Kessel machen rußig.

Alte Kirchen haben dunkle Fenster.

Alte Kirchen haben gut Geläut.

Alte Krähen sind schwer zu fangen.

Alte Kuh gar leicht vergisst, dass sie ein Kalb gewesen ist.

Alte Leute, alte Häute.


Alte Leute, alte Pferde, hält niemand wert.


Alte Leute, alte Ränke, alter Fuchs, alte List.

Alte Leute, alte Ränke, junge Füchse (Leute), neue Schwänke.

Alte Leute müssen ihre Stärke aus der Schüssel nehmen.


Alte Leute sehen am besten in die Ferne.

Alte Liebe rostet nicht, und wenn sie zehn Jahre im Schornstein hinge.
Alte Leute sind bös jung machen.

Alte Leute sind wunderlich: Das nimmt ihnen niemand als die Schaufel.
              : Das nimmt ihnen niemand, denn die Hauen und Schaufeln.

Alte Leute sind wunderlich: Wenn es regnet, wollen sie Heu machen.

Alte Leute sind zweimal Kinder.


Alte Leute werden pumplich.


Alte Leut' und alte Pferd', hält niemand wert.

Alte Liebe rostet nicht.
Alte Liebe rostet nicht, und wenn sie zehn Jahre im Schornstein hinge.

Alte Liebe welket nicht, auch wenn es dir das Herze bricht.
Alte Marksteine soll man nicht verrücken.
Alte Marksteine soll man nicht verrücken.

Altem Wein gehört kein neuer Kranz.

Alte Narren, wenn sie geraten, sind bessere Narren als andere Narren.

Alten Schmutz muss man nicht aufrühren.

Alte Ochsen treten hart.

Alter erfährt alle Tage was Neues.
Das Alter erfährt alle Tage eine neue Zeitung.
(Damit ist gemeint, je älter einer wird, je mehr Zipperlein und Gebrechen stellen sich ein. Man ist körperlich nicht mehr so widerstandskräftig und bekommt schneller Infektionen, über die man in jungen Jahren nur gelacht hätte.)

Alter Freunde, alten Weins und alter Schwerter soll man sich trösten.

Alter Friede wird leicht erneut.

Alter Fuchs, alte List.

Alter Fuchs ändert den Pelz und behält den Schalk.
Alter Fuchs ändert wohl das Haar, aber nicht den Sinn.
(In anderen Sprichwörtern wird das Gleiche auch von Wölfen und Mönchen gesagt.)

Alter Fuchs kommt nicht ins Garn.

Alter Fuhrmann hört noch gerne klatschen.

Alter Hader*14 ist bald wieder neu.

Alter hilft vor Torheit nicht.
Das Alter hilft für Torheit nicht, Jugend hat den Verstand nicht.
Alter schadet der Torheit nicht, Jugend schadet der Weisheit nicht.

Alter schützt vor Torheit nicht, Jugend schad't der Weisheit nicht.
(Das bedeutet, die Weisheit kommt nicht automatisch mit dem Alter, man muss schon seinen Geist anstrengen und wohl gebrauchen, damit die Weisheit kommen kann. Ebenso kann man sich schon in der Jugend Gedanken machen und Weisheiten hervorbringen. Wenn man sich die heutige Jugend ansieht, so ist diese Gefahr aber nicht sonderlich groß. Ebenso ist Alter kein Hinweis oder Garant für Klugheit, Alte können dumm oder töricht sein und unvernünftige Dinge tun. Dieses Sprichwort stammt aus dem Drama Antonius und Cleopatra von William Shakespeares (1564 - 1616) Drama, in dem Kleopatra (1607) sagt: „Wenn mich das Alter auch nicht schützt vor Torheit, doch wohl vor Kindischsein.“)

Alter ist ein schweres Malter.
(Das bedeutet, da die jugendlichen und sinnlichen Freuden mit der Zeit abnehmen, bis sie irgendwann fast gänzlich versiegen, sollte man sich schon früh auch den geistigen Freuden zuwenden, die den Geist auch in späteren Jahren jugendlich erhalten.)

Alter kommt mit mancherlei.
(Erklärung dazu in „Schöne weise Klugreden“ von Egenolff 1560: „Alle Tage findet sich etwas Neues, ein neu Unglück ein, bis in den Tod. Darum wird das Alter von ihm selbst ein Plag und Krankheit genannt.“ Ich glaube, wenn der Autor in der heutigen Zeit mit den Fortschritten in der Medizin und gestiegener Lebenserwartung leben würde, hätte er einen anderen Kommentar geschrieben.)

Alter Leute Meinung ist allzeit die Beste.

Alter macht zwar immer weiß, aber nicht immer weise.


Alter Mann, guter Rat.


Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im Ohr.


Alter Mann und junges Weib, gewisse Kinder, Junger Mann und altes Weib, nur arme Sünder.


Alter Mann und jung Weib besser als alt Weib und junger Mann.

Alte Röhren tropfen gern.
(Das bedeutet, das alte Menschen gerne schwatzen.)

Alter Schaden blutet leicht.

Alter Schlauch hält (fasst) neuen Most nicht.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 10, 16: „Man füllt auch nicht jungen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißen die Schläuche.“)

Alter Wein, gesunder Wein.
Alter Wein, guter Wein.

Alter wünscht jedermann, und so es kommt, hasst man's.

Alter Zank wird bald (leicht) erneut.

Alte Säckel schließen übel.

Altes Brot ist nicht hart, kein Brot, das ist hart.

Alte Schäden sind bös heilen.

Alte Schäden und Gebräuche muss man lieber dulden, als sie unzeitig arzneien.

Alte Schuhe verwirft man leicht, alte Sitten schwer.

Alte Schuld rostet nicht.

Alte Schwäre sind übel zu heilen.
(Schwäre = alte Bezeichnung für ein eiterndes Geschwür.)

Alte Schweine haben harte Mäuler.

Altes Fleisch gibt fette Suppen.
Alt Fleisch macht fette Suppen.
(Das bedeutet, wenn man eine ältere Frau heiratet, ist man meist gut versorgt. In etlichen Sprichwörtern wird es als schlecht gesehen, ältere Frauen zu heiraten, auch wenn die Liebe durch den Magen geht, sollte man überlegen, ob gutes Essen alleine reicht. Umgekehrt ist es auch nicht besser, wenn man an das Sprichwort denkt: Ein junges Weib bei einem alten Mann ist des Tags eine Ehefrau und des Nachts eine Witwe.)

Alte soll man ehren, Junge soll man lehren, Weise soll man fragen, Narren vertragen.

Alte Stiefel bedürfen viel Schmierens.


Alte Sünden machen neue Schande.
Alte Sünde macht oft neue Schande.
Alte Sünde richtet oft neue Schande an.

Alte Vögel sind schwer zu rupfen.

Alte Wachteln sind übel fangen.

Alte Wege und alte Freunde soll man in Würden halten.

Alte Wunden bluten leicht.

Alte Wunden soll man nicht aufreißen.

Alte Zeichen lügen nicht.
Alle Zeichen lügen nicht.
(Das Sprichwort „Alle Zeichen lügen nicht.“ steht so 1846 bei Simrock und wird bis heute so in verschiedenen Sprichwörtersammlungen abgeschrieben, ist aber falsch. Es entstand wohl als Druckfehler 1840 in der Sammlung von J. M. Braun, aus der Simrock wahrscheinlich den Fehler ebenfalls abgeschrieben hat. Seither haben alle aus dessen Sammlung das falsche Sprichwort übernommen. Richtig heißt das Sprichwort: „Alte Zeichen lügen nicht.“ Es stand jahrhundertelang in etlichen Sammlungen bis 1837 bei Wilhelm Körte. Aus dessen Sammlung hat Braun es mit 4000 anderen übernommen und fälschlich das „t“ durch ein „l“ ersetzt. Selbst die richtige Schreibweise im 5. Band von Wanders Sprichwörter Lexikon 1880 konnte den Fehler bis heute in keiner neueren Sammlung beheben.
Erklärung bei Wander dazu: „Die Hausmarke ist das rechtliche Eigentums- und Besitzzeichen, von dem es im Sprichwort heißt: Alte Zeichen lügen nicht. Sie bleibt bei allem Wechsel der Besitzer oder des beweglichen Zubehörs eines Gutes für dieses stets dieselbe, und ist also erblich und käuflich.“ Heute ist der Grundbucheintrag für Immobilien das rechtliche Eigentums- und Besitzzeichen. Selbst bei neu angelegten Grundbüchern hatten schon nachweisliche Fehler auch vor Gericht Bestand vor bekannten älteren Tatsachen.)

Alt Freund, alt Wein, alt Geld führt (führen) den Preis in aller Welt.

Alt Geld macht neuen Adel.

Alt Holz brennt besser als junges.

Alt Holz gibt gut Feuer.

Altklug nie Frucht trug.

Alt und jung essen Küfen zu Tisch und zu Bett.
(Aus dem Altdeutschen: Küfen (Kiefen, Kieferbsen) = grüne Erbsen in Schoten; küfen (kiefen) = keifen, zanken oder mühsam kauen. Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder klein geschrieben wird. In diesem Sprichwort ist es ein Wortspiel mit den zwei Bedeutungen eines Worts und bedeutet, wenn ein alter Mann eine junge Frau heiratet, essen sie Erbsen und streiten sich die übrige Zeit oft. Es ist eins der Sprichworte, welche die Unvereinbarkeit von alt und jung in der Ehe zum Thema haben. Sie sollten alle aber nicht zur eigenen Entscheidungsgrundlage gemacht werden, sie dienen allenfalls als Rechtfertigung nach einem möglichen Scheitern )

Alt werden will jeder, älter werden, niemand.

Am Besten hat man den besten Kauf.

Am Dünken und gespannten Tuch geht viel ein.

Ameisen haben auch Galle.

Am Ende findet man die Wahrheit.

Am Ende ist nichts ohne Furcht als ein gut Gewissen.

Am Ende kennt man das Gewerbe (Gewand).

Am Ende sieht man, was die Glocke geschlagen hat.

Am Ende soll man ein Ding loben.

Am Ende weiß man, wie viel es geschlagen hat.

Amen ist des lieben Gottes großes Siegel.

Am ersten April schickt man die Narren, wohin man will.

Am Feiertage gesponnen hält nicht.

Am Gaste man's spürt, wie der Wirt seinen Handel führt.

Am Geding ist keine Folge.

Am Gelde riecht man es nicht, womit es verdient ist.

Am Gesang kennt man den Vogel.

Am Gewäsche den Gimpel, den Segler am Wimpel!

Am Giebel und am Dach spürt (merkt) man des Wirtes Hausgemach.

Am Grabe der Stief (Schwieger-) mutter weinen.
(Schmerz heucheln, wo man sich freut.)

Am Handel erkennt man die Ware.

Am Handel lernt man den Wandel.

Am Jüngsten Tage muss man ihn totschlagen.

Am Jüngsten Tag wird offenbar, wer hier ein guter Pilgrim war.
(veraltet: Pilgrim = Pilger: aus dem Kirchenlatein, der nach Rom wallfahrende Fremde, jemand, der aus Frömmigkeit eine längere Fußreise zu einem religiös verehrten Ort unternimmt.)

Am Jüngsten Tage wird's erschaut, was mancher hier für Bier gebraut.

Am Lachen erkennt man den Toren.
An vielem Lachen erkennt man den Hachen (Narren).

Am Lachen und Flennen ist der Narr zu erkennen.

Am Lande ist gut schiffen.

Am längsten behält man, was man in der Jugend gelernt hat.


Am längsten liebt man, was man in der Jugend geliebt hat.

Am Meinen und Glauben bindet niemand sein Pferd fest.

Am Morgen ist der Himmel golden.

Am Narren hilft weder Chrisam noch Taufe.
(Chrisam ist ein in katholischen und orthodoxen Kirchen bei der Spendung verschiedener Sakramente verwendetes Salböl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Chrisam] )

Am schönen weißen Zeug sieht man bald einen Flecken (als erstes).

Am Selbende erkennt man das Tuch.
(Selbende = Webrand = Webkante = Webleiste = Geweberand = der Ausgang des Gewebes, die Kante, die schon bei der Herstellung beim Weben des Tuches entstanden ist.)

Am Sonntag bet und sing, am Werktag schaff dein Sach.

Am Spiel erkennt man, was in einem steckt.

Am Tage ein Bettler, nachts ein Dieb.
Am Tag ein Bettler, zu nachts ein Dieb.

Ämtchen bringt Käppchen.

Ämter und Zünfte müssen so rein sein, als wären sie von Tauben gelesen.

Ämter wären schon gut, wenn nur das Rechnung tun nicht wäre.

Amtleute geben dem Herrn ein Ei und nehmen den Untertanen zwei.

Amtleute sollen den Bauern hegen und nicht fegen, sich ihrer erbarmen und sie nicht verarmen, in der Not erfreuen, nicht mit Strafe bedräuen, ihre Arbeit ehren und nicht beschweren.

Amt ohne Sold macht Diebe.

Amtseid wird manchem leid.

Amt wird keinem zur Ehe gegeben, drum soll man`s brauchen, weil man`s hat.

Am übel gewonnenen Gut hat der dritte Erbe weder Freud noch Mut.

Am vielen Fragen erkennt man den Narren.

Am Weib schlägt der Mann seine Schande.

Am Zapfen sparen und am Spundloch herauslassen spart nicht.
Er spart's am Zapfen und lässt's am Spundloch wieder heraus.
Man spart am Zapfen und lässt's am Spundloch auslaufen.

Am Zorn erkennt man den Toren.
Beim Zorn erkennt man den Tor'n.

An altem Kuhfleisch ist viel Kochens.

An alten Häfen*15 und Schälken ist das Waschen verloren.

An alten Häusern und alten Weibern ist stets was zu flicken.

An alten Stiefeln mag der Hund sich abkiefeln.

An alten Wölfen und bösen Menschen ist Hopfen und Malz verloren.

An andrer Leute Kindern und fremden Hunden hat man das Brot verloren.
An den Federn erkennt man den Vogel.
An Anschlägen verliert man am meisten.

An Armen weiß man nichts zu gewinnen.

An armer Leute Bart lernt der Junge scheren.
An des Armen Barte lernt der Junge scheren.

An armer Leute Hoffart wischt der Teufel den A--- .

An böser Ware ist nichts zu gewinnen.

An dem feinsten Laken ist der größte Betrug.

An dem Gaste wird's verspürt, wie der Wirt den Handel führt.

An dem Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.

An dem ist Chrisom*8 und Tauf verloren.

An dem Wort erkennt man den Toren wie den Esel an den Ohren.
Man kennt den Esel an den Ohren, an den Worten kennt man Toren.

An den Enden erkennt man die Naht.
An den Enden erkennt man Naht und Gewebe.

An den Federn erkennt man den Vogel.
Den Vogel erkennt man an den Federn.
Man kennt den Vogel an den Federn.
Man sieht an den Federn wohl, was Vogel er ist.

An den Gesellen erkennt man den Gesellen.

An den Ort, wo ich gerne bin, zieht man mich an ei'm Härlein hin.

An den Scherben erkennt man den Topf.