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Sprichworte aus Turkmenistan
Flagge von Turkmenistan
Wappen von Turkmenistan

  Flagge von  
Turkmenistan
(links)


Wappen von
Turkmenistan

                  (rechts) 
Turkmenistan ist ein Binnenstaat in Zentralasien am Kaspischen Meer. Das Land hat eine Fläche von 488.100 km² und ca. 5,9 Millionen Einwohner (2019). Rund 95 % der Landfläche werden von der Wüste Karakum eingenommen, die aus Sand- und Geröllwüstengebieten besteht. Trotz der Wüsten und Trockengebieten leben zahlreiche gefährdete und seltene Steppen und Wüstentierarten in Turkmenistan. Dazu gehören Halbesel, Kropfgazellen, Urials, Wildziegen sowie wenigen Persischen Leoparden als größtem Raubtier.

In der Antike eroberte Alexander der Große das Gebiet im 4. Jahrhundert v. Chr. auf seinem Weg nach Indien. 150 Jahre später errichtete das Partherreich seine Hauptstadt in Nisa, einem Gebiet um das heutige Aşgabat. Später standen Teile des Gebiets unter Herrschaft des Sassanidenreichs und der iranischen Hunnen. Im frühen 8. Jahrhundert n. Chr. kamen die Araber in die Region und brachten den Islam und die Kultur des Nahen Ostens mit und die Seidenstraße wurde zu einem wichtigen Handelsweg zwischen Asien und Europa.

Nach Jahrhunderten unter verschiedenen Herrschern und Stammeskriege untereinander kam das Gebiet bis 1894 unter die Herrschaft des russischen Reichs und nachfolgend der Sowjetunion. 1925 wurde Turkmenische Sozialistische Sowjetrepublik schon mit den heutigen Grenzen ausgerufen. Beim ersten Unabhängigkeitsreferendum im März 1991 stimmten 99,8 % der Wähler für den Verbleib bei der Sowjetunion. Durch den Zerfall der Sowjetunion wurde Turkmenistan am 27. Okt. ein eigenständiger Staat. Ein zweites Referendum ergab eine 94%ige Zustimmung für eine Selbstständigkeit.

Die Bevölkerung besteht zu 77 % aus Turkmenen, größten Minderheiten sind Usbeken (9 %), Russen (7 %), Kasachen (2 %), Tataren (1,1 %), Aserbaidschaner (0,8 %) und wenige andere.

Ca. 90 % der Einwohner sind Muslime (Sunniten der hanafitischen Rechtsschule und 120.000 Schiiten). 72 % der Einwohner sprechen Turkmenisch als Muttersprache, 12 % Russisch und durch die multinationaler Erdöl- und Erdgasfirmen einige auch Malaiisch, Türkisch, Französisch und Englisch.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Turkmenistan

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50 der Sprichwörter aus Turkmenistan wurden von der Russistin Gisela Reller auf Reportagereisen in die Sowjetunion, die sie für die Illustrierte FREIE WELT unternahm, jahrzehntelang zwischen 1964 und 1990 vor Ort gesammelt. Weitere bisher unveröffentlichte Informationen über diese und 50 anderer  Völker der ehemaligen Sowjetunion auf der Webseite von Gisela Reller:   www.reller-rezensionen.de/
   
Informationen zu 50 Völker Russlands, von Abasiner bis Zachuren, in einem Lesebuch mit 1001 Sprichworten und über 100 Fotos und ethnografischen Illustrationen von Gisela Reller:
„Die Heimat ist eine goldene Wiege“, ISBN 978-3-8305-3934-6, erschienen am 27.08.2019.
Ein Blick ins Buch:   
www.bwv-verlag.de/detailview?no=3934

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Auch eine Tochter des Bais mit schiefem Maul ist eine wählerische Braut.
(Bai = Großbauer in Mittelasien)

Barfuß auf den Dornen gehen wird dich verletzen.

Bau auf Gott, doch deinen Esel binde trotzdem schön fest.

Beim Anblick von Gold wird sogar ein Heiliger zum Wüstling.

Besser Bettler im eigenen Land als Schah in Misr.
(Schah = Herrschertitel im Orient. Misr = arabische Bezeichnung für Ägypten. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Misr)

Besser einen Klumpen Erde ohne Vorwürfe essen, als sich bei Honigschlecken Vorhaltungen anhören müssen.

Besser ohne Totenhemd ins Grab als ohne Geldbeutel auf den Basar.

Bist du Besitzer von drei Ziegen, bist immer du der Lügner; hast du hundert Ziegen, glaubt man dir aufs Wort.

Bist du zornig, beiße in deine Nase.

Breite deinen Teppich aus und ich werde in deinem Herzen lesen.

Das letzte Kamel wird das Erste.

Das Pferd ist für den Menschen wie die Flügel für den Vogel.

Den Erfolgreichen fragt man nicht, wer seine Eltern sind.

Den letzten Tee schenk dem Freund ein.

Den Wert des Ernährers erkennt man erst, wenn man selber einer geworden ist.

Der Fisch verfault vom Kopf.
(dts.: Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken.)

Der Schweif macht die Schönheit des Pferdes, das Kopfhaar die der Frau.

Der Vagabund kennt tausend Türen.

Der Vogel nimmt für den Flug kein Geld von den Flügeln.

Die Kohle war schuld oder das Eisen – sagt der schlechte Schmied.

Die Schlange hasst Minze, aber die Minze wächst am Eingang ihres Heims.

Die Sprache des stummen Sohnes versteht nur die Mutter.

Ein Begleiter ist noch kein Gefährte.

Einen Dummkopf bringt nur ein Knüppel auf den Weg.

Ein Kamel weiß nicht, dass sein Hals krumm ist, und macht das Gekrümmte der Schlange zum Vorwurf.

Ein kleines Volk ist schneller zu kränken.

Ein Mensch am anderen Ort hat andere Gewohnheiten.

Es kann nicht schaden, wenn ein Spieler begreift, wenn er verloren hat.

Findet ein Armer etwas zu essen, hat er gerade kein Behältnis dafür.

Für den Armen ist Feiertag, wenn er etwas Neues anziehen kann.

Gold lehne ab, Dankbarkeit nimm an.

Gold und Silber werden nicht zum Greis, Mutter und Vater haben keinen Preis.

Gras wächst aus den eigenen Wurzeln.

Hast du eine gute Frau, wozu dann zum Volksfest gehen?

Hast du Gerste ausgesät, erwarte keinen Weizen.

Hast du's gesehen, schweige nicht; hast du's nicht gesehen, schwatze nicht.

Hast du Verstand, so folge ihm, hast du keinen, so folge dem Sprichwort.

Heimat ist, wo man sich heimisch fühlt.

Immer frisst die süßeste Melone der Schakal.

Jede Füchsin lobt ihren eigenen Schweif.

Kichere nicht, wo geweint wird.

Konnte sich die Erde nicht satt trinken, kann sich der Mensch nicht satt essen.

Mach dich über deinen Nachbarn im Unglück nicht lustig, auch zu dir kann das Leid kommen.

Manch einer bekommt erst auf Reisen einen klaren Kopf.

Mit einer Nadel gräbt man keinen Brunnen.

Mitunter hilft es sogar, einem Kamel gut zuzureden.

Nicht die Erde spendet Leben, sondern das Wasser.

Nur das Sagen, „Honig! Honig!“ macht deinen Mund nicht süß.

Säst du „wenn – würde“, erntest du „dann –wäre.

Strecke deine Beine nur zur Länge deiner Decke aus.

Studieren ist so schwierig wie das Graben eines Grabes mit einer Nadel.

Viele Nachbarn sind gut, wenn sie dich in Ruhe lassen.

Wähle keine Frau mit den Augen eines Witwers, kaufe kein Pferd mit den Augen eines Fußgängers.

Während der Kluge noch hin und her überlegt, hat der Dumme seinen Sohn schon verheiratet.

Was auch immer du in deinen Topf legst, kommt auf deinen Löffel.

Wenn der Maulesel zu fett wird, wirft er seinen Herrn ab.

Wenn dir danach ist, raufe und fluche, aber lass Platz für die Versöhnung.

Wenn du in einem Schiff sitzt, streite dich nicht mit dem Eigentümer des Schiffes.

Wenn du nicht auf eine Schlange trittst, wird sie dich nicht beißen.

Wenn du's nicht straff ziehst, kriegst du's nicht fest.

Wenn ein Baum nicht von innen durch Insekten verzehrt wird, kann er tausend Jahre leben.

Wer die Zeit mit lahmen Leuten verbringt, lernt wie sie zu hinken.

Wer ein Kind mit einer Bestellung ausschickt, muss bald schon nach dem Kind schicken.

Wer keinen Baum gepflanzt hat, kann auch nicht im Schatten sitzen.

Wer viele Handwerke versteht, wird damit zwar nicht zum Bai, aber er bleibt auch nicht hungrig.
(Bai = Großbauer in Mittelasien)

Wünsche lieber dir ein langes Leben als dem Feind den Tod.

Zum Festschmaus gehe satt und gut gekleidet.

Zwei Reiche haben auf einem Teppich Platz, für zwei Padischahs ist ein ganzes Land zu klein.
(Padischah = Nebenform von Schah, einem Herrschertitel im Orient. Der Titel bedeutet „Herrscher“ oder „Großkönig“, vergleichbare dem Kaiser in Europa, dem höchsten Rang eines Herrschers. Im heutigen Iran „König“.)