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Deutsche Sprichworte
Über 13.000 deutsche Sprichwörter auf 35 Seiten
Einf bis Entz
Einfach, aber niedlich, sagte der Teufel und strich sich den Sterz erbsengrün an.

Ein falscher Freund ist schlimmer als ein offener Feind.

Einfalt hat einen Teufel betrogen.

Einfalt hat schöne Gestalt.

Einfältig ist neunfältig.

Einfalt wird alt.

Ein fauler Apfel macht zehn.

Ein fauler Apfel steckt hundert an.

Ein fauler Mann, ein armer Mann.


Ein faules Ei verderbt den ganzen Brei.


Ein faules Ei verdirbt zehn frische.


Ein Fehler aus Versehen ist leicht geschehen (oder verziehen).

Ein Fehler gibt dem andern die Schnalle in die Hand.

Ein Feind ist zu viel und hundert Freunde nicht genug.

Ein Finger macht keine Hand, ein Balken keine Wand, ein Schwälbchen noch keinen Sommer.

Ein Frauenhaar zieht stärker als ein Glockenseil.

(Das Sprichwort meint nicht die physische (körperliche) Kraft, sondern den Einfluss, den Frauen mit ihren Haaren auf die Männer ausüben können und oft genug auch tun. Eine Eigenschaft der Frauen, die sie auch in anderen Ländern beherrschen. Zum Beispiel zieht ein Frauenhaar in Israel sogar mehr als zehn Ochsen, in Japan stärker als ein Rindergespann und in China verwickeln sich selbst große Elefanten in nur einem Frauenhaar.)

Ein freies Weib kann kein eigenes Kind haben.

Ein Freitaler ist neun Groschen.

Ein fremdes Grab sieht sich an wie eine Rasenbank.

Ein fremd Kleid macht einen fremden Mann.

Ein Freund in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

Ein Freund in der Not ist ein Freund in der Tat.

Ein Freund ist des anderen Spiegel.

Ein freundlich Angesicht ist's halbe Zugemüse.

Ein freundlich Gesicht, das beste Gericht.

Ein Freund wird oft erst erkannt, wenn man ihn verloren.

Ein fröhliches Herz ist die beste Arznei.

Ein fromm Weib beherrscht ihren Mann mit Gehorsam.

Ein fromm Weib ist ihres Mannes Leib.

Ein fromm Weib kann man mit Gold nicht überwägen.

Ein Frosch kann nicht singen wie eine Nachtigall.

Ein Fünkchen ist auch Feuer.

Ein furchtsam Herz ist immer in Gefahr.

Ein Fürst ist so selten im Himmel als ein Hirsch in eines armen Mannes Küche.

Ein Gast ist wie ein Fisch, er bleibt nicht lange frisch.


Eingebracht Gut ergreift auch Erbgut.
(Dies ist ein altes Rechtssprichwort. Bevor Gesetze alles regelten, wurden Rechtsgrundsätze in Sprichwörtern festgelegt und auch danach geurteilt. Dieses Sprichwort bedeutet, das bei einer Ehescheidung die Frau ihre eigene Mitgift und Erbgut von den Eltern plus dem zwischenzeitlich eingebrachten Gut (eine Mehrung des ehefräulichen Vermögens während der Ehe) wieder bekommt (das Frauengut soll kein Schaden leiden, des Mannes Gut steht ihm zu Pfande vor allen anderen Schulden. Der Brautschatz geht vor jeder Schuld.). Erst mit dem restlichen Vermögen des Mannes muss er seine eigenen Schulden begleichen. Das Vermögen der Frau wurde früher immer vom Mann verwaltet, denn nach früherem Recht: „erschien der Ehemann vom Anbeginn der Ehe als der natürliche Vormund seiner Frau und hatte um deswillen die gesamte Vermögensverwaltung in seiner Hand.“ (Zitate aus „Deutsche Rechtssprichwörter von Eduard Graf und Mathias Dietherr“ von 1864, Seite 155 und 159))

Ein Geheimnis juckt auf der Zunge.

Ein Geiger zerreißt viele Saiten, ehe er Meister ist.


Ein Geist hat nicht Fleisch und Bein.
(Ursprung des Sprichwortes ist das Evangelium nach Lukas 24, 39)

Ein Geizhals ist auf der Seite taub, wo er’s Geld hat.

Ein Geizhals wird eher einen Zahn aus dem Munde, als einen Groschen aus dem Beutel verlieren.

Ein Geizhals wird reich, indem er den Armen spielt; der Verschwender verarmt, indem er Reichtum markiert.

Ein gelehrter Kopf redet auch nach dem Tode.

Eingenoß baut, zweigenoß reißt nieder.

Ein Gerechter ist Gottes Augapfel.

Ein Gerücht wächst bald.

Ein geschlagener Feind ist noch nicht überwunden.

Ein geschwätzig Maul verwirrt ein ganzes Land.

Ein Gesunder ist geschickt zu wandeln, ein Weiser zu handeln, ein Sanftmütiger zu überkommen.

Ein Gewiss ist besser als zehn Ungewiss.

Ein Glas Wein auf die Suppe ist dem Arzt einen Taler*27 entzogen.

Ein Glaube ohne Tat ist ein Feld ohne Saat.

Ein Gleiches und ein Ungleiches machen ein Gerades.
Ein guter Batzen, der einen Gulden erspart.
Ein Gleichnis hat nicht alle vier Füße.

Ein glückliches Herz macht hüpfende Beine.

Ein grindiger Bock ist einer goldenen Ziege wert.

Ein Grindiger kratzt den andern.

Ein gut Alter ist besser denn eine böse Jugend.

Ein guter Amboss fürchtet keinen Hammer.


Ein guter Arzt bedarf keiner Posaune.


Ein guter Batzen*2, der einen Gulden*11 erspart.

Ein guter Bezahler ist Meister über eines andern Beutel.

Ein guter Freund ist mehr wert als hundert Verwandte.

Ein guter Gaul zieht dreimal.

Ein guter Gedanke verzinst sich reichlich.

Ein guter Hahn kräht auch zweimal.

Ein guter Hahn wird selten fett.

Ein guter Hausvater muss drei Pfennige haben: einen Ehrenpfennig, Zehrpfennig und Notpfennig.

Ein guter Hirte scherrt seine Schafe, ein übler zieht ihnen das Fell ab.

Ein guter Jäger lässt sich nicht aufs Rohr sehen.

Ein guter Koch ist ein guter Arzt.

Ein guter Nachbar ist besser als ein Bruder in der Ferne.

Ein guter Nachbar ist ein edel Kleinod*17.

Ein guter Name, die schönste Mitgift.

Ein guter Namen ist besser als bares Geld.

Ein guter Namen ist besser als Reichtum.

Ein guter Tag fängt des Morgens an.

Ein guter Tag vertreibt zehn schlechte.


Ein gut erzogen Kind ist eine Rechnung ohne Probe.

Ein gutes Buch lobt sich selber.

Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.


Ein gutes Mahl ist Henkens wert.

Ein gutes Wort bringt die Schlange aus der Höhle.

Ein gutes Wort kostet nichts.


Ein gut gespielter Ball findet immer sein Loch.

Ein gut Gewissen ist ein guter Brustfleck.

Ein gut Lied mag man dreimal singen.

Ein gut Lied soll man nicht aussingen.

Ein gut Pferd ist seines Futters wert.

Ein gut Pferd sucht man im Stall, ein brav Mädchen in seinem Haus.

Ein gut Schlafen ist so gut wie ein gut Essen.

Ein Haben ist besser als zwei Kriegen.

Ein Hahn hat so viel Flügel als der Falk und kann doch nicht so hoch fliegen.

Ein Hahn zwingt zwölf Hennen, ein Weib halb so viel Männer.

Ein halbes Ei ist besser als eine ganze Schale.

Ein Handwerk, ein täglicher Gülden.

Ein Handwerker sollte zehn Rentner überzehren.

Ein Handwerksmann kann einen Rentner ausziehen.

Ein hässliches Weib ist ein guter Zaun um den Garten.

Ein hässlich Weib ist eine gute Haushälterin.

Ein Haus darin zwei Frauen sind, wird nicht rein gefegt.

Ein Haus, ein Brand.

Ein Haus ist leichter angezündet als gelöscht.

Ein Haus kann nicht zwei Hunde nähren.

Ein Herr büßt den andern nicht.

Ein Herr, kein Herr; zwei Herrn, ein Herr.

Ein Herz ist des andern Spiegel.

Ein Heute ist besser denn zehn Morgen.

Ein Hirt muss seine Schafe kennen.

Ein Holzapfel schmeckt wie der andere.

Ein Huhn und Reben tun nichts vergeben.

Ein Hund, der mit den Wölfen geht, wird mit den Wölfen erschlagen.

Ein Hund, der nach zwei Hasen jagt, fängt keinen.


Ein Hund ist nicht lang an eine Bratwurst gebunden.

Ein Hund riecht am andern, ob er den Pfeffer nicht habe.

Ein Hund schnappt nach einer Fliege.

Ein hungriger Bauch hat keine Ohren.

Ein hungriger Bauch hat keine Scham.

Einigkeit ein festes Band, hält zusammen Leut und Land.

Einigkeit macht stark.

Ein Irrtum bringt den anderen.

Ein Jäger und ein Schütz tun manchen Gang unnütz.

Ein Jäger und sein Hund essen zu jeder Stund.

Ein Jäger unverdrossen hat es oft genossen.

Ein Jäher gibt keinen guten Jäger.

Ein Jäher ist kein guter Mäher.

Ein Jahr belehrt das andre nicht.

Ein Jahr böse, hundert Jahr böse.

Ein Jahrmarkt ohne Diebe, schön Mädchen ohne Liebe, eine Scheuer*26 ohne Mäuse, ein Bettler ohne Läuse, eine Vettel ohne Schelten: Die fünfe find't man selten.

Ein jeder denkt, sein Unglück sei das größte.

Ein jeder Dieb stiehlt Frauenlieb.

Ein jeder dingt so genau, als er kann.

Ein jeder für sich und Gott für uns alle.

Ein jeder hat je einmal seine Rasezeit.

Ein jeder hat seinen Wurm.

Ein jeder hat seinen Zwickel.

Ein jeder Herr ist Kaiser in seinem Lande.

Ein jeder Herr ist Papst in seinem Lande.

Ein jeder ist seines Gutes mächtig.

Ein jeder ist sich selbst der größte Feind.

Ein jeder kehr' vor seiner Tür, er find't wohl Kot genug dafür.

Ein jeder schläft bei seiner Frau auf seine Weise.

Ein jeder tut, soviel er kann.

Ein jeder warte das Seine und laufe nicht weiter.

Ein jeder will Hahn im Korbe sein.

Ein Jetzt ist besser als zwei Dann.

Ein Jud lieh` keinen Pfennig auf alten Adel.

Ein junger Arzt muss drei Kirchhöfe haben.


Ein junger Knab muss leiden viel, wenn er zu Ehren kommen will.

Ein junger Mann kann neunmal verderben und doch nicht sterben (und dennoch wiederum genesen).

Ein junger Mann muss viermal verderben, eh er hausen lernt.

Ein Junger muss sieben Jahre nacheinander narren: Wenn er eine Viertelstunde davon versäumt, so muss er die Narrenjahre von vorn anfangen.

Ein junges Weib bei einem alten Mann ist des Tags eine Ehefrau und des Nachts eine Witwe.
Ein Kahler schilt den andern Glatzkopf.
Ein Kantor gäb' einen guten Küchenmeister.
Ein karger Reicher ist Salomons Esel.
Ein Keil treibt den andern.
Ein Kind, Angstkind, zwei Kinder, Spielkinder.

Ein Kind, das eine Stiefmutter bekommt, bekommt auch einen Stiefvater.

Ein Kind, das nicht spielt und dem nicht wackelt der Mund, ist nicht gesund.

Ein Kind, kein Kind; zwei Kind, ein halb Kind; drei Kind, ein Kind.

Ein Kind, kein Kind; zwei Kind, Spielkind; drei Kind, viel Kind; vier Kind, ein ganzes Haus voll Kinder.

Ein Kind merkt es, dass ein Kalb ein Vieh ist.

Ein Kind, Notkind.

Ein Kind ohne Mutter steht fern, auch wenn es neben der Stiefmutter steht.

Ein Kind redet, wie es weise ist.

Ein Kind wie eine Maus macht einen Hader wie ein Haus.

Ein kläffend Weib ist selten stumm, ein stilles Weib liebt man um und um.

Ein klarer Tag vertreibt viel düstre Tage.

Ein kleiner Dieb an den Galgen muss, von großen nimmt man Pfennigbuß.

Ein kleiner Fisch auf dem Tisch ist besser als ein großer im Bach.

Ein kleiner Gewinn und oft ist besser als ein großer und selten.

Ein kleiner Mann macht oft einen großen Schatten.

Ein kleiner Regen macht nicht nass.

Ein kleiner Riss ist besser zu flicken als ein großer.

Ein kleines Verzeihen bringt großes Gedeihen.

Ein Krämer, der nicht Mausdreck für Pfeffer aufschwätzen kann, hat sein Handwerk nicht gelernt.

Ein Kranker ist gut schlagen.

Ein Krieger, der darniederliegt, sowohl ein Krieger, als der da siegt.

Ein Kuss in Ehren mag niemand wehren.

Ein Kuss ohne Bart ist wie eine Supp ohne Salz

Ein Land trägt nicht alles.

Ein Laster kostet mehr denn zwei Kinder.

Ein Lautenist bricht viel Saiten, eh er Meister ist.

Ein Leben ohne Freunde ist wie ein Leben ohne Sonne.

Ein leerer Topf am meisten klappert, ein leerer Kopf am meisten plappert.

Ein liederlich Weib kann in der Schürze mehr verschleppen, als der Mann auf dem Wagen in das Haus führen kann.

Ein lindener Herr überdauert einen eichenen Knecht.

Ein Lockvogel singt den andern ins Garn.

Ein Löffel voll Tat ist besser als ein Scheffel*24 voll Rat.

Ein Löwe geht mit keinem Hasen schwanger.

Ein Lügner muss ein gutes Gedächtnis haben.

Ein Mädchen bekommt so leicht ein Leck, als ein weißes Kleid ein Fleck.


Ein Mädchen macht keinen Tanz.

Ein Mädchen muss nach einer Feder über drei Zäune springen.

Ein Mädchen muss nicht so lange müßiggehen, als eine Taube ein Korn aufnimmt.

Ein magerer Vergleich ist besser als ein fetter Prozess.

Einmal betroffen, neunmal getan.

Einmal Bürgermeister, allzeit Bürgermeister.

Einmal des Jahres ist nicht oft.

Einmal erröten, macht zehnmal erblassen.

Einmal geben und wieder nehmen, ist schlimmer als stehlen.

Einmal gegeben, einmal genommen, den dritten Tag in die Hölle gekommen.

Einmal geht hin.

Einmal geht hin, kommt aber zum andermal nicht wieder.

Einmal geschrieben ist so gut wie zehnmal gelesen.

Einmal (ge)sehen ist besser als zehnmal hören.

Einmal getan heißt noch nicht wirklich gekonnt oder gar schon verinnerlicht!

Einmal Hure, immer Hure.

Einmal in der Leute Mund, kommt man schwer wieder heraus.

Einmal ist genug, das zweite Mal ist der Tod.

Einmal ist keine Gewohnheit.

Einmal ist keinmal.

Einmal ist keinmal, sagte der Arzt und amputierte auch das gesunde Bein.

Einmal ist nicht immer, zweimal ist schon schlimmer, dreimal ist nicht wohlgetan, viermal fängt die Sünde an.
(Das bedeutet, erst nach dem 4. Seitensprung des Mannes wertet es dieses Sprichwort als eine Sünde. Dagegen war die Frau schon beim ersten Mal eine Ehebrecherin. Manche Sünden wurden je nach Mann oder Frau früher anders bewertet und verurteilt. Trotz etlicher Sprichwörter, die es relativieren, Tatsache ist: Einmal ist einmal, ähnlich einem anderen Sprichwort: Schande ist Schande, man halte sie dafür oder nicht.)

Einmal müssen wir alle dran.

Einmal Unrecht, allzeit Unrecht.

Ein Mann - ein Wort, eine Frau - ein Wörterbuch.

Ein Mann kann keinen Tanz machen.

Ein Mann kann machen, dass ihn seine eigenen Hunde beißen.

Ein Mann kann nicht mehr denn mit einem Mund essen.

Ein Mann kann sich eher zu Tode grämen als eine Frau.

Ein Mann, kein Mann.

Ein Mann macht keinen Markt.

Ein Mann macht keinen Tanz.

Ein Mann soll immer mehr wollen, als er leisten kann.

Ein Mann wiegt zehn Weiber auf.

Ein Mantel und ein Haus decken viel Schande.

Ein Mensch, der gegen seinen Willen überzeugt wird, hat immer noch seine Meinung.

Ein Mensch ist des andern Gott.

Ein Mensch ist des andern Teufel.

Ein Mensch ist des andern wert.

Ein Mensch mit bewältigtem Pflichtenkreis und gutem Gewissen gleicht einem geordneten Hause mit aufgeräumtem Keller.

Ein Mensch mit Geist ist viel, mit Charakter mehr, mit Herz alles.

Ein Mensch ohne Bildung ist ein Spiegel ohne Politur.

Ein Messer wetzt das andere.

Ein Metzger tut manchen vergebnen Sprung, ein Hund noch mehr.

Ein Mietling achtet der Schafe nicht.

Ein Mitnehmer ist besser als zwei Nachbringer.

Ein Mohr schwärzt den andern nicht.

Ein Mönch ist nirgends besser als im Kloster.

Ein Müßiggänger kostet mehr als (denn) zehn Arbeiter.

Ein Nachbar an der Hand ist besser als ein Freund über Land.

Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

Ein Nachbar ist dem andern einen Brand schuldig.

Ein Nagel bewahrt ein Eisen, ein Eisen ein Pferd, ein Pferd einen Mann, ein Mann eine Burg, eine Burg ein Land.
Ein Nagel erhält ein Eisen, das Eisen ein Ross, das Ross den Mann, der Mann eine Burg und die Burg das ganze Land.

Ein Narr denkt, dass andere nichts denken.

Ein Narr, der fragen darf, sieht gescheiter aus als ein Gescheiter, der antworten muss.

Ein Narr fragt in einer Stunde mehr, als zehn Gescheite in einem Jahr beantworten können.

Ein Narr ist genug im Haus, der Kluge müßte sonst hinaus.

Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise sagen.

Ein Narr kann mehr fragen als zehn Gescheite beantworten.

Ein Narr kann mehr verneinen, als zehn Gescheite behaupten können.

Ein Narr lässt sich nicht raten.

Ein Narr lobt den andern.

Ein Narr macht eine Tür auf, die er nicht wieder zumachen kann.

Ein Narr macht zehen.

Ein Narr macht zehn Narren, aber tausend Kluge noch keinen Klugen.

Ein Narr schüttet alles auf einmal aus.

Ein nasses Land bedarf keines Wassers.

Ein neidischer Mann gäb gern ein Auge hin, wenn der Nachbar auf beiden nicht sähe.

Ein neidisch Herz hat Qual und Schmerz.

Ein Nein zur rechten Zeit erspart viel Widerwärtigkeit.

Ein Nimmhin ist besser denn zehn Helfgott.

Ein offnes Ohr kann jeder haben.

Ein Paar, dass man an allen Orten finden kann, ist eine schöne Frau und ein gehörnter Mann.

Ein Pfeil dringt auch wohl durch einen Harnisch.

Ein Pfennig in der Sparbüchse macht mehr Gerassel, als wenn sie voll wäre.

Ein Pfennig klingt nicht.

Ein Pferd, das zu viel Futter kriegt, schupft seinen Herrn.
(schupfen = stoßen, anstoßen: Jemanden von hinten stoßen.)

Ein Pferd vertritt sich, ein Mensch verspricht sich.

Ein Pfund Federn wiegt so viel als ein Pfund Blei.

Ein Quäntchen Gunst gilt mehr als ein Scheffel*24 Recht.

Ein Quäntchen Gunst tut mehr denn ein Pfund Gerechtigkeit.

Ein Quäntchen Mutterwitz ist besser als ein Zentner Schulwitz.

Ein Quäntlein Glück ist besser als ein Pfund Weisheit.

Ein Quäntlein Gold wiegt mehr als ein Zentner Recht.

Ein räudiges Schaf steckt die ganze Herde an.

Ein rechter Hausvater ist der Erste auf, der Letzte nieder.

Ein rechter Tappinsmus!
Er ist ein Hans Tapps in's Mus. (Es ist ein Hans Dapp ins Mus.) (Ein Tapp in's Mus.)
Ein Platz in Brei. (Es ist ein Platzinbrei.)
(Gemeint ist jemand, der ungeschickt und plump ist und in wichtigen Dingen unüberlegt handelt. Es ist aber nicht mehr das Mus, in das man hineintappt, heute stehen überall die Fettnäpfchen, in die man hineintappen kann.)

Ein reicher Bauer kennt seine Verwandtschaft nicht.

Ein reicher Geizhals hat weder Freunde noch Verwandte.

Ein Reicher ist ein Schelm oder eines Schelmen Erbe.

Ein Reicher muss klug sein, wenn er schon ein Narr ist.

Ein Reicher und Geiziger ist Salomons Esel.

Ein Riss in die Ehr heilt nimmermehr.

Ein Roter traut dem andern nicht.
(Gegen rote Haare und Bärte gab es schon immer unbegründete Vorurteile. Im Zweifel oder bei unbekannter Ursache waren immer andere Schuld, oder anders aussehende. Da rote Haare und Bärte im Vergleich zu anderen Haarfarben eine Minderheit sind (nur ca. 2 %), war und ist es einfach, ihnen für alles Unglück oder Schlechte die Schuld zu geben. Gegen Vorurteile helfen die besten Beweise nichts, sieh heute in der Politik und den Parteien! Meist schreien diejenigen „Lügenpresse“, die selbst die größten Unwahrheiten verbreiten. Viele Menschen versuchen auch heute noch andere für eigenes Versagen oder Unvermögen haftbar zu machen, auch wenn es nur die Aufdeckung eigener Täuschungsversuche ist.)

Ein rotköpfiger Mann ist Weibern ein lieber Nachtkumpan.

Einsamkeit bringt Traurigkeit.

Einsamkeit ist eine Schule der Weisheit.

Einsamkeit ist eine schwere Last, wenn du Gott nicht bei dir hast.

Einsammeln mit Schöffeln und ausgeben mit Löffeln.


Ein Sammler will einen Verschwender haben.

Ein schabicht Füllen wird oft das beste Pferd.
(schabicht = alter Ausdruck für: voller Schaben, mit Schaben behaftet oder anders unrein oder schlecht; heute = schäbig, unrein)


Ein schäbig Pferd leidet keinen Striegel.

Ein Schaf ist wohl fromm, es graset aber genau.
(Wo Schafe hingekommen sind, da findet das Rindvieh nichts mehr.)

Ein schelmischer Abt macht schurkische Mönche.

Ein Schiff auf dem Rhein ist ein Nachen zur See.


Ein schlechter Handel, wo niemand gewinnt!

Ein schlechter Hering gibt einen guten Bücking.

Ein schlechter Korporal, der nicht denkt, General zu werden.

Ein schlechter Schmied, der den Rauch nicht vertragen kann.

Ein schlechter Schütze, der keine Ausrede weiß.

Ein schlechtes Ei verdirbt den gesamten Pudding.

Ein schlechtes Fass zerbricht nicht leicht.


Ein schlechtes Handwerk, das seinen Meister nicht ernährt.


Ein schlechtes Schaf, das mit dem Wolf spazieren geht.

Ein schlecht Pferd, das sein Futter nicht verdient.

Ein schmeichelndes Kalb saugt zwei Mütter aus.

Ein Schmeichler - ein Heuchler.

Ein Schreiber ohne Feder,
ein Schuster ohne Leder,
ein Landsknecht ohne Schwert
sind keinen Heller wert.

Ein schöner Rock ziert den Stock.

Ein Schuh ist nicht jedermann (jedem) gerecht.

Ein Schuster, der schlechte Stiefel macht, kommt in die Hölle.

Ein Schwert hält das andre in der Scheide.

Ein Schwert wetzt das andere.

Ein Sehen ist besser denn zehn Hören.

Ein seltener Genuss erhöht das Vergnügen.

Eins folgt aus dem andern wie das Kalb aus der Kuh.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

Einsiedler sind nicht alle so fromm, als sie sich stellen.

Eins ist besser denn uneins.

Ein Skorpion ist gut für Skorpionsstiche.

Eins macht keins.

Eins macht keins, was sich aber paart, das dreit sich gern.

Eins nach dem andern, so isst der Bauer seine Wurst.

Eins nach dem andern, so wird man kahl.

Ein solcher Löffel gehört in solch Futteral.

Ein Sprichwort, ein Wahrwort.

Ein Stahl bricht den andern.

Ein Stein ist auch fromm, doch stößt man sich übel daran.

Ein Stich ist bald geschehen in einen nackenden Menschen.

Ein Stich, so nicht blutet, wird mit drei Hellern vergutet.

Ein stinkend Fellchen gibt klinkend Geldchen.

Ein Stoß ans Schienbein macht lautre Augen.

Ein Stottrer versteht einen Stammler.

Ein Streich macht den Stockfisch nicht weich.

Ein Stück Brot in der Tasche ist besser als eine Feder auf dem Hut.

Ein stumpf Messer ist keiner samtnen Scheide wert.

Eins ums andre, nichts umsonst.

Ein Tag ist des andern Lehrmeister.

Ein Tag ist des andern Schulknabe.

Ein Tag kann bringen, was ein Jahr nicht bringen mag.

Ein Tag lehrt den andern.

Ein Tag vergeht nach dem andern, bis der Letzte kommt.

Ein Tag verleiht, was das ganze Jahr weigert.

Ein toller Hund läuft sieben Jahr.

Eintracht bringt Macht.

Eintracht ernährt, Zwietracht verzehrt.


Eintracht trägt ein.

Ein Traum gewährt, was man wachend begehrt.

Ein Traum ist ein Dreck; wer dran glaubt, ist ein Geck.


Ein Traum ist ein halber Prophet.


Ein trauriger Geist verdorrt Mark und Bein.

Ein trocknes Jahr gibt zwei nassen zu essen.

Ein Tropfen Honig macht das Meer nicht süß.

Ein Tropfen macht das Meer nicht voller.


Ein Tropfen Wasser verdirbt eine Flasche Wein nicht.


Ein Tropfen Wermut macht süßen Trank bitter.


Ein Tuch ins Grab, damit schabab.

Ein Übel, das man kennt, ist halb geheilt.

Ein Übel, das man nicht kennt, kann man nicht heilen.

Ein Übel, von dem der Nachbar nichts weiß, ist vom Himmel gekommen.

Ein unbedachter Augenblick zerstört oft unser ganzes Glück.


Ein Undankbarer schadet zehn Armen.


Ein unerfahrener Mann ist ein ungesalzenes Kraut.

Ein ungerechter Heller*14 frisst einen Taler*27.

Ein ungerechter Pfennig frisst zehn andre.

Ein ungeziert Weib ist die beste Hausfrau.

Ein Unglück kommt selten allein.

Ein unsteter Mensch kommt zu nichts.

Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.

Ein verdorbener Bauer gibt einen guten Hof- und Schirrmeister ab.

Ein Verehrer gibt gute Worte.

Ein verheirateter Mann ist ein Vogel im Käfig.

Ein Verleumder hat einen starken Rücken, er kam viel Leute zugleich eine Stiege hinan tragen.

Ein Verleumder ist ärger denn einer Schlange und schädlicher denn ein Dieb.

Ein Verleumder mit falschem Mund den Nächsten hart verwund.

Ein vermessen Mensch macht sich selbst viel Unglück.

Ein vernünftiger Mann behält den Glimpf*10; ein stürmender Neidhammel und Grunzer ist selbst bös und gibt Ursach zu viel Bösem.

Ein vernünftiger Mensch wird einer Hoffnung, die ins Wasser fiel, nie nachspringen.

Ein vernünftiger Mund ist ein edel Kleinod*17.

Ein vernünftiges Aufmerken ist niemand verboten.

Ein vernünftig Weib kann wohl aus einem Löwen ein Lamm machen.

Ein verrücktes Weib ist ein rechtes Fegefeuer.

Ein Verständiger entgeht oft vielem Unglück.

Ein Vielleicht sind anderthalb Lügen.

Ein Vogel den andern isst,
Ein Tier das andre frisst,
Ein Fisch den andern schlindet,
Ein Mensch den andern schindet.
(schlindet = schlucken, verschlingen)

Ein Weib, ein Esel und eine Nuss, diese drei man klopfen muss.

Ein Weibermarkt ist fünf Schilling wert.

Ein Weib hat nicht alle Schlüssel anhängen.

Ein Weib kann nicht Brot backen ohne Mehl.

Ein Weib soll weder geben noch nehmen.

Ein Weib vertraut dem Mann beid` Gut und Haut.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet und sich ihm hingibt, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Ein wenig ausgehen könntest du, sagte die Frau, als ihr Mann sie fragte, was er zu ihrer Zerstreuung tun könne, weil sie sich langweile.

Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Trog.

Ein wenig Verwandtschaft hält gute Freundschaft.

Ein wenig zu spät ist viel zu spät.

Ein Wetzstein schneidet das Eisen nicht, er macht es nur scharf.

Ein wildes Tier ein Verleumder ist, ein Schmeichler wie ein zahmes beißt, doch beider Biss gleich giftig ist.

Ein Williger ist besser als viele Gezwungene.

Ein williges Pferd bedarf des Sornes nicht.

Ein willig Pferd soll (muss) man nicht zu viel reiten.

Ein Witwer eine Witwe nahm, der Teufel zu seiner Großmutter kam.

Ein Witwer ist ein Stecken ohne Rebe.

Ein Wolf im Schlaf fing nie ein Schaf.

Ein Wort holt das andere.

Ein Wort ist ein Wind, wer's sehet, ist ein Kind.

Ein Wort ist kein Pfeil.

Ein Wort oft kann, Zorn richten an.

Ein Wort wohl ein Ansehen hat, wenn drauf erfolgt die Tat.

Ein wunderlich Mann stirbt nicht ehe er werde denn erst fromm vor seinem Ende.

Ein wüster Regent (König) verderbt Land und Leute.

Ein wütiger Hund läuft nur neun Tage.

Ein Zänker will immer das letzte Wort haben.

Ein zänkischer Mensch richtet nur Unglück an.

Ein Zank kommt aus dem andern.

Ein Zaun dazwischen mag die Lieb erfrischen.

Ein Zaun wehret drei Jahre, ein Hund überwehret drei Zäune, ein Pferd drei Hunde, ein Mensch drei Pferde.

Ein Zeuge ist einäugig.

Ein Zeuge, kein Zeuge.


Einziger Sohn, liebes Kind.

Einzig Kind, liebes Kind.

Ein zorniger Kopf ist leicht blutend zu machen.

Ein zwanzigjährig Kalb gibt keine geschickte Kuh mehr.

Eisener Hafen*12 und irdener Topf ist ungleiche Gesellschaft.

Eisen kalt und hart, im Feuer schmeidig ward.

Eisen wetzt Eisen.

Eisern Vieh stirbt nie.

Eitel Honigrede ist nicht ohne Gift.

Eitelkeit ein schlimmes Kleid.

Eitle Ehre ertrinkt bald.

Eitle Ehre überlebt den dritten Tag nicht.

Eitle Ehr ist ein bös Geschwär.

Eitle Ehr ist fahrende Hab, heute lieb, morgen schabab.

Ei, wer wollte das nicht? sprach der Abt von Posen.

Ei, wie lausig geht's zu, sagte jener, als man ihn hängte.

Elendiglich ausgesehen ist genug gebeten.

Elend ist unbegrabener Tod.

Elternliebe ist oft Affenliebe.

Eltern sollen den Zaum, solange sie leben, nicht aus den Händen geben.

Eltern verachten ist ein Stück von einem gottlosen Menschen.

Ende gut, alles gut.
(Sprichwort mit der gleichen Bedeutung in Russland: Alles ist gut, was gut endet.)

Endlich bleibt nicht ewig aus.

Endlich ist nicht ewig.

Enge Schornsteine ziehen besser als weite.

England ist der Weiber Paradies, der Knechte Fegefeuer und der Pferde Hölle.

Eng Recht ist ein weit Unrecht.

Eng und wohl ist besser als weit und wehe.

Entbehr und genieße.

Entfloh`ner Augenblick kommt nie mehr zurück.

Entschuldigen sie, sagte der Teufel und gab einem einen Fußtritt.

Entweder, oder!

Entzwei und gebiete.
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