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Deutsche Sprichwörter
Über 21.000 deutsche Sprichwörter
Der Hehl bis
Der Pro
Der Hehler ist schlimmer als der Stehler.

Der Hehler macht den Stehler.

Der Heiligen Gut hat der Wehre nicht.

Der heilige Sebastian ist gut, sprach der Mönch: wie ich auch mit ihm teile, so schweigt er und ist zufrieden.

Der Heireri sieht nit wohl, hört nit wohl und kann nit recht reden, drum muss er ein Pfarrer werden.

Der heißt ein rechter weiser Mann, wer Nützliches, nicht viele Dinge kann.

Der Henker ist ein scharfer Barbier.


Der Henker schlägt dem, so vor ihm ist, den Kopf ab und dräut denen, die hinter ihm sind.

Der Hering hängt an seinen eigenen Kiemen.
(Für eigene Taten und Fehler ist man selbst verantwortlich und muss die Folgen selber tragen.)

Der Herren Güter sind nicht denen, die sie verdienen, sondern denen man sie gönnt.

Der Herren Sachen sind Sorgen und Wachen.

Der Herren Sünde, der Bauern Buße.
Der Herren Sünden müssen die Bauern beweinen.

Der Herr gebietet dem Knecht, der Knecht der Katze und die Katze ihrem Schwanze.

Der Herr muss selber sein der Knecht, will er's im Hause haben recht.

Der Herr sieht mit einem Auge mehr als der Knecht mit vieren.
Der Herr sieht mehr mit einem Auge mehr als die Diener mit vieren.

Der Herr soll von Linden sein, der Knecht von Eichen.

Der Herr von Gebhausen ist Tod.

Der heutige Tag ist der Jünger des gestrigen.

Der Himmel ist hoch, man kann sich nicht dran halten.

Der Himmel ist nicht für die Gänse erbaut; für die Gottlosen aber auch nicht.

Der Himmel ist schwer zu verdienen, sprach der Abt, als er vom Bette fiel und die Nonne ein Bein brach.

Der Himmel ist uns überall gleich nahe.

Der Himmel lässt der Ziege den Schwanz nicht zu lang wachsen.

Der Himmel sieht noch gar zu klar aus, dass es Morgen sollte Reichstaler regnen.

Der hinkende Bote bringt die Wahrheit.
(Mit dem hinkenden Boten ist die Reue nach der Süde oder der bösen Tat gemeint.)

Der hinkende Bote kommt eben so weit.

Der hinkende Bote kommt hinterdrein.

Der Hinkende ist unter den Einbeinigen König.

Der Hirten Not (ist) der Schafe Tod.
Des Hirten Not, der Schafe Tod.

Der Hof, die Liebe und die Jagd sind drei betrügliche Dinge.

Der Hoffärtige keift immer.

Der Hof ist ein Platz, da der Neid den Sitz seiner Herrschaft hält.
(Ein Sprichwort 1685 in der Sammlung von Winckler, Nr. 57 in den 600, aus dem Wander „Zu Hofe hat der Neid den Sitz seiner Herrschaft.“ für sein Deutsches Sprichwörter Lexikon macht.)

Der Hof ohne Tugend ist eine Nacht ohne Sterne.

Der Hof trägt wohl gute Früchte, es sind aber wenig, die solche genießen.

Der Honig ist nicht weit vom Stachel.


Der Horcher an der Wand hört seine eigne Schand.

Der Hosenteufel findet statt, seit Adams grünem Feigenblatt.
(Hosenteufel sind Pluderhosen, die im 16. Jahrhundert in Mode waren. Sie wurden bekämpft und verteufelt, wegen der Stoffverschwendung. Man brauchte sehr viel und teuren Futterstoff, meist aus Seide, für das hervorquellende Futter. Deswegen wurden Pluderhosen an vielen Orten von Kirche und Staat verboten oder beim Antreffen in der Öffentlichkeit zerstört, was für die Betroffenen sehr peinlich war, da sie ohne Hosen nach Hause gehen mussten.)

Der Hund benagt das Bein, weil er es nicht verschlingen kann.

Der Hund, der den Hasen aufspürt, ist so gut, als der ihn fängt.
Hunde, die den Hasen aufspüren, sind so gut, als die ihn fangen.

Der Hund, der nicht getroffen ist, schreit nicht.

Der Hunde bellen hindert niemand.

Der Hunde bellen jagt das Schwein aus dem Walde.

Der Hunde Gebete reichen nicht bis an den Himmel.
(Ebensolche Sprichwörter gibt es von Katzen: Katzengebet dringt nicht in den Himmel.)

Der Hund frisst wieder, was er gespien hat.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Der zweite Brief des Petrus, 2, 22. „Es ist ihnen widerfahren das wahre Sprichwort: Der Hund frisst wieder, was er ausgespien hat; und: Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kot.“)

Der Hund hat mit der Haut bezahlt.

Der Hund ist ein getreues Tier, jedoch ist er lieber bei dem, der ihm ein Stück Brot gibt, als bei dem, der ihn schlägt.
Es ist ein getreues Tier um einen Hund.
(Das erste Sprichwort steht zwei Mal bei Lehmann, ebenso bei Wander. Einmal mit dem Stück Brot (Hund Nr. 208) und einmal mit „der in ätzet“ (Hund Nr. 440), obwohl es nur zwei Variationen desselben sind. Aus dem unteren, wie es 1780 bei Blum unter Nr. 104 steht, macht Wander unter Hund Nr. 441: „Ein Hund ist ein treu Thier.“ Ebenso wird man in vielen anderen „Sprichwörtern“ bei Wander das Original nicht wiedererkennen.)

Der Hund ist ein gutes Tier, eh' er beißt, bellt er.

Der Hund ist tapfer (stolz) auf seinem Mist (Hof).

Der Hund kennt sein Bein.
Der Hund kennt seinen Knochen wohl.

Der Hund wedelt mit dem Schwanz, nicht vor dir, sondern vor dem Brot.

Der Hund weiß seines Herrn Willen wohl.

Der Hund wird nicht ledig, ob er gleich in die Kette beißt.

Der Hunger findet den Doktorhut.

Der Hunger hat kein schwarzes Brot.

Der Hunger ist ein guter Koch und das beste Gewürz, er macht aus Schlehen Weinbeeren, aus rohen Bohnen Gebratenes.

Der Hunger ist ein Unger.

Der Hunger ist niemands Freund.

Der Hunger kostet wenig, der Überdruß viel.

Der Hunger macht alle Speise süß, allein sich selbst nicht.

Der Hunger macht aus Brot Lebkuchen.

Der Hunger scheint ihm zu den Fenstern (Augen) heraus.

Der Hunger treibt den Wolf aus dem Busch (Walde).
Der Hunger treibt den Wolf ins Dorf.

Der Hunger treibt den Wolf über Schnee und Eis.

Der Huren Schönheit ist gleich den Früchten, so auf hohen Felsen wachsen und nur von Raben und anderen Raubvögeln genossen werden.

Der Hypochonder ist bald kuriert, wenn euch das Leben recht kujoniert.
(kujoniert, kujonieren = altes, noch wenig gebrauchte Bezeichnung für überwiegend unnötig und schlecht und bösartig bedrängen, drangsalieren, unwürdig behandeln, schikanieren, jemanden als Dummkopf behandeln, bei der Arbeit schlecht behandeln. Dieses Sprichwort steht so 1837 in der Sammlung von Wilhelm Körte unter Nr. 3101. Schon vorher wurde der Spruch in Goethes (1749–1832) Gedichten unter Sprichwörtliches veröffentlicht.)
Der Igel ist ein witzig Tier, ist für und für wider seinem Feind gerüstet.

Der im Geschrei ist, der muss den Namen haben, wie der Stamm Niemand.
(Geschrei = Gerücht)

Der in der Hölle weiß viel, wovon der Himmel gebaut ist.

Der irrt nicht, der auf unrechtem Wege umkehrt.

Der ist arm, den Sorgen grau gemacht (machen).

Der ist bös, der ihm selbst nur gut ist.

Der ist der Größte, den kein Unglück erniedrigt.

Der ist der Mann, der sich selbst regieren kann.

Der ist der Reichste, der an Begierden der Ärmste ist.

Der ist des Teufels Eigenmann, der nicht sein selbst will müßig gahn.

Der ist ein armer Knecht, der der Gemeinde dient.

Der ist ein Gestreichter, so mit dem Engel gestritten hat.

Der ist ein kluger Mann, der sich in Menschen schicken kann.

Der ist ein Narr, der bei den Narren Verstand sucht.

Der ist ein Narr, der das Fleisch für die Knochen gibt.

Der ist ein Narr, der dem Pferde zu Gefallen zu Fuß geht.

Der ist ein Narr, der den Esel beim Schwanze zäumt.

Der ist ein Narr, der Haare auf dem Ei sucht.

Der ist ein Narr, der keine Ziege tragen kann und doch vermisst, einen Ochsen zu tragen.

Der ist ein Narr, der sein eigen Gut daran setzt, etwas für einen anderen zu gewinnen.

Der ist ein Narr, der sich auf sich alleine verlässt und nichts klüger, der nur mit eines andern Rat leben muss.

Der ist ein Narr, der sich die Augen ausreißt, damit auch andere blind sein mögen.

Der ist ein Narr, der sich durch seinen Leib sticht, um anderer Kleider zu durchbohren.

Der ist ein Narr, der sich nimmt an, was er nicht vollbringen kann.

Der ist ein Narr, der sich zwischen zwei Degen wirft oder seine Hand zwischen Tür und Angel steckt.

Der ist ein Narr, der zu Unzen gewinnt und mit Pfunden wegwirft.

Der ist ein Tor, der hingibt, was er selbst bedarf.

Der ist ein weiser Mann, der Schickelmann zur Hand gehen kann.
(Die Erklärung zu Schickelmann steht in der Sprichwörtersammlung von Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 auf Seite 920 unter Nr. 23: „Also haben die Alten die Zeit genennt und haben gesagt: Schickelmann wohnet an der Straßen. Das ist soviel gesagt: Jedermann lebt in der Zeit und muss drin wandeln, und die Zeit lehrt jeden, was er tun und lassen soll; sie leiht, regiert, straft, bessert, bösert und macht mit den Menschen, was sie will.“)

Der ist fromm, der ungezählt Geld wiedergibt.

Der ist (gar) ein weiser Mann, der von Holdern Abbrech machen kann.
(Mit Holdern ist der Holunder oder Fliederbeerbusch (Sambucus) und mit Abbrech ist abbrechen gemeint. Übertragen bedeutet es, das man Holunder = etwas Holdes (was einem günstig, gnädig, treu, gewogen ist oder gern hat), abbrechen kann, der sich vom Liebsten zu trennen imstande ist. Ein weiser Mann wird seine eigenen Interessen abbrechen und hintenan stellen, wenn es besser für die Allgemeinheit oder dem anderen ist.)

Der ist gescheit, der etwas auf anderer Unkosten lernt.

Der ist glückselig, der auf eines andern Unkosten klug wird.

Der ist Hudelmanns Art, der meint, jeder soll seines Feinds Feind sein.
(Hudelmann = Lumpenmann, liederlicher Mann, ein auf Müßiggang, Faulheit und Kurzweil bedachter Mensch, hudelmanns Gesind = schlechtes Gesindel. Im 16. und 17. Jahrh. oft vorkommendes Wort.)

Der ist kein Feind, der keinen Schaden tut.

Der ist kein Feind, der mit dem Leib unter Feinden, und mit dem Herzen bei Freunden ist.

Der ist lange tot, der vorm Jahre starb.

Der ist nicht arm, der nichts hat, sondern der viel verlangt.

Der ist nicht der Tapferste, der sich niemals gefürchtet, sondern der, der die Furcht überwunden hat.

Der ist nicht Ehren wert, der Geld (Gold) von seinem Buhlen begehrt.
(buhlen = um etwas werben, sich um etwas/jemanden bemühen. Buhle = Liebschaft, Geliebte, Liebesverhältnis)

Der ist nicht frei, der dem Teufel zu eigen ist.

Der ist nicht ganz frei, der noch ein Stück von seinen Banden nach sich schleppt.

Der ist nicht ganze weise, der nicht einmal ein Narr kann sein.

Der ist nirgends, der allenthalben (überall) sein will.

Der ist recht arm, welcher von Gott verlassen ist.

Der ist recht edel in der Welt, der Tugend liebt und nicht das Geld.

Der ist reich, des Reichtums niemand weiß.

Der ist weis' und wohl gelehrt, der alle Dinge zum Besten kehrt.
Der Mann ist aller Ehren wert, der alle Dinge zum Besten kehrt.
Der Mann ist ehrenwert, der alle Dinge zum Besten kehrt.
Der Mann ist weis und wohlgelehrt, der alle Dinge zum Besten kehrt.
Weis ist der und wohlgelehrt, der alles gern zum Besten kehrt.

Der ist zu Hofe am übelsten dran, von dem man weder Gutes noch Böses redet.

Derjenige, dem es selten übel geht, ist zu beklagen, dass er so wenig Mensch ist.
(Bei diesem, über 350 Jahren alten Sprichwort fallen mir spontan die heutigen vielen jungen Unzufriedenen ein, die gegen den Klimawandel oder die Coronabeschränkungen protestieren, und nach den Demonstrationen in gedrängt vollen Kneipen ihren Durst löschen, nach ein paar Monaten mit Beschränkungen auf Parties und vollen Veranstaltungen wieder Spaß haben wollen oder im Urlaub, in den Ferien oder am Wochenende zwischen den wöchentlichen Klimademos mal schnell auf einige Mittelmeerinseln fliegen, um sich zu erholen. Danach fällt mir die Generation nach dem 2. Weltkrieg ein, die nach dem 3. Reich und Zerstörungen des Krieges mit fast nichts und jahrzehntelangen Entbehrungen das Land wieder aufgebaut haben, damit die heutigen jungen Leute das haben, was die für selbstverständlich als ihr Eigentum ansehen, obwohl sie nichts dafür getan haben oder dessen Erhalt tun. Im Gegenteil wird gerade alles aufs Spiel gesetzt - und wahrscheinlich verspielt.)

Der Jugend Fleiß, des Alters Ehre.
Der Jugend Lehre, des Alters (der Alten) Ehre.
(Je gewissenhafter man in der Jugend lernt, umso mehr hat man im Alter davon.)

Der Jugend ist man von Natur hold.

Der Junge hat eben so 'nen linden Bauch, zu sterben, als der Alte.

Der Junge kann sterben, der Alte muss sterben.

Der Jungen Tat, der Alten Rat, der Männer Mut sind allzeit gut.
Der Jungen Tat, der Männer Rat, der Alten Gebet, sind selten umsonst (drei Vorteile gut).

Der Jünger ist nicht über seinen Meister.

Der Junge steigt, wenn der Alte fällt.

Der Kaiser hat mich lieb und wert, wo wäre, der mich nicht begehrt? spricht der Pfennig.


Der Kaiser ist aller Eltern Vormund.

Der Kalendermacher macht den Kalender, aber unser Herrgott das Wetter.
Die Menschen machen Kalender, Gott der Herr das Wetter.

Der kann genug, der schweigen kann.

Der kann nicht fallen, der die Tugend zum Wegweiser hat.

Der kann nicht reden, der nicht kann schweigen.

Der kann unmöglich andern gefallen, der sich selber missfällt.

Der Kantor hat seine Pause in der Gurgel.

Der Karren ist schon geschmiert, morgen fahren wir.

Der Katze, die den Bratspieß dreht, vertrau den Braten nicht.
Der Katze, die den Spieß leckt, vertrau den Braten nicht.

Der Katzen Scherz ist der Mäuse Tod.

Der Kessel schilt immer den Ofentopf.

Der Kinder Wille steckt in der Rute.

Der Kinnbacken ist des Alten Stütze.

Der Kirchen Gebet tut mehr bei der Regierung denn das Schwert der Obrigkeit.

Der Kirchhof deckt die Sünden der Ärzte zu.
(Eigentlich kein deutsches Sprichwort, sondern ein französisches Sprichwort. Erstmals 1870 verzeichnet es Wander im Deutschen Sprichwörter Lexikon, Band 2, Spalte 1348 unter Kirchhof Nr. 6 ohne deutsche Quelle als Übersetzung aus der französischen Sprache: „La terre couvre les fautes des médecins.“, ebenfalls ohne Quellenangabe. Nach der Menge der Nennungen in deutscher Sprache scheint es aber auch in Deutschland bekannt geworden zu sein.)

Der Kitzel ist der Vettel noch nicht vergangen.

Der Kläger hat's wohl, wenn nur der Prahler etwas hätte!

Der Klügere gibt nach.

Der Gescheitere gibt nach.
Der Klügste gibt nach.
(Wahrscheinlich der Grund, warum Dummheit, Gewalt und Geld die Welt regieren.)

Der Knecht ist nicht besser den sein Herr.

Der Knecht muss keinen Vorteil haben für den Herrn.

Der Knecht soll dem Herrn, die Magd der Frau dienen und die Philosophie der Theologie.

Der Knüppel liegt beim Hunde.
Man muss den Knüttel bei dem Hund legen.

Der Koch muss seines Herren Zunge haben.

Der Koch wird vom Geruch satt.

Der kommt allzeit zu spatt, der auszugehen nimmer die weile hat.

Der kommt nimmer in den Wald, der jeden Strauch fürchtet.
Wer die Stauden flieht, kommt nicht in den Wald.

Der kommt nirgends hin, der sich auf jedwedem Wege aufhält.

Der kommt noch nach Haus und bringt seine Knochen im Sacktuch mit.

Der Könige Zorn ist ein Vorbote des Todes.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Sprüche Salomos, 16, 14. „Des Königs Grimm ist ein Bote des Todes; aber ein weiser Mann wird ihn versöhnen.“ Wander macht im Sprichwörter Lexikon gleich zwei Sprichwörter daraus: Unter König Nr. 63 beginnt es: Des Königs Zorn; unter Zorn Nr. 26 steht: Der Zorn des Königs.)

Der König kann nicht allweg regieren, wie er will.

Der Kopf ist stärker als die Hände.
Der Kopf ist stärker denn die Hand.

Der Kopf muss oben, die Füße unten sein.

Der Krämer wird länger leben wie seine Elle.

Der Kranich hat den Fuchs zu Gast.
(Zwei Betrüger sprechen sich ab und sind nur auf den eigenen Vorteil aus.)

Der Kranke hofft, dieweil ihm der Odem ausgeht.

Der Kranke spart nichts als die Schuhe.

Der Kranke und Gesunde haben ungleiche Stunde.

Der Kränkste muss das Licht tragen.

Der Krebs ist kein guter Botenläufer.

Der Krieg geht allein über armer Leute Beutel.

Der Krieg hat keinen Rat.

Der Krieg hilft manchem auf die Beine, das aus einem Reiter ein Fußgänger wird.

Der Krieg ist das größte Übel.

Der Krieg ist der Vater aller Dinge.
(Ein Sprichwort aus der Zeit, als Krieg noch für Politik mit anderen Mitteln gehalten wurde. Das einzig sichere ist, das im Krieg nur Tod und Verderben über das Land kommt und einer versucht, beim anderen so viel wie möglich zu zerstören. Alles, was während eines Krieges oder vorher für einen Krieg entwickelt wird, dient nur dem einen Zweck, zu zerstören. Neues und Nützliches wird erst später in Friedenszeiten hervorgebracht, auch um die Schäden von Kriegen zu beseitigen.)

Der Krieg seucht wohl, stirbt aber nicht, sprechen die Kriegsleut.
(seucht = er ist verseucht, hat die Seuche und verbreitet eine Seuche, stirbt aber nicht, da er selbst die Seuche ist.)

Der Krieg verderbt Land und Leut; wer lebt, dem bleibt die beste Beut.

Der Krieg viel Unheil bringen tut, drum ist allein der Friede gut.

Der Krieg, wie er sich auch wende, so nimmt er doch mit Schad ein Ende.

Der Krieg wird Freunden und Feinden schwer.

Der Krieg zum Anfang fordert Geld und den zum Fortgang aber Geld und zum Auswarten eitel Geld.
(Auswarten = überstehen, aushalten und durchhalten. Das bedeutet, ein Krieg kostet immer sehr viel Geld, abgesehen von den Menschenleben. Jeder hofft zu überleben und ein Gewinner zu sein, den die Verlierer bezahlen müssen. Am Ende verlieren alle und müssen bezahlen, die einen mit dem Leben, alle mit Geld. Eine jahrhundertalte Erkenntnis (obiges Sprichwort aus: „Der Teutschen Weissheit“ vom evangelischer Theologen und Sprichwörtersammler Friedrich Petri (Peters) (1549-1617) aus dem Jahr 1605), die zu den heute Verantwortlichen noch nicht durchgedrungen ist.)

Der Krug geht so lange zum Brunnen (zu Wasser), bis er bricht (den Boden verliert).
Der Krug so lang ging zum Bach, bis er endlich einmal brach.
Der Krug so lang zum Wasser geht, bis er zu gebrochen dasteht.
(In vielen Ländern zerbrechen die Krüge einmal, der Kürbis geht wie in Ungarn unter oder man büßt wie in Italien die Pfoten ein. Eine Sache dauert nicht ewig, irgendwann geht alles zu Ende oder zu Bruch)

Der Krüppel kann nicht hinken.

Der Kuckuck behält seinen Gesang,
die Glock ihren Klang,
der Krebs seinen Gang,
Narr bleibt Narr sein Leben lang.

Der Kuckuck legt seine Eier in fremde Nester.

Der Kuckuck ruft seinen eignen Namen.
Der Kuckuck ruft sich selbe aus.

Der kühle Wein macht ein gut Latein.

Der Kunst ist niemand gram, als der sie nicht kann.

Der Küster ist des Pfarrers (Selfkant) Ohrenbläser.
(Ein Ohrenbläser ist jemand, der etwas einflüstert oder andere heimlich verleumdet, ein Zuträger von Dingen, die besonders dem hörenden schmeicheln und für andere meist negativ sind oder verleumden, einer, der üble Nachrede betreibt.)

Der lange Spieß gilt nicht.

Der längste Tag hat auch seinen Abend.

Der Laster Verachtung ist der Tugend Lob.

Der läuft sehr weit, der niemals wiederkommt.

Der Laurer haurt und laurt.

Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand.

Der leere Wagen muss dem vollen ausweichen.

Der Leib ist das Hauptgut.

Der Leider behält das Land.

Der Letzte hat den Sack gestohlen.

Der Letzte macht die Tür zu.

Der letzte und sicherste Arzt ist Vetter Knochenmann; er heilt alle Krankheiten.

Der Liebe Lust währt so lang als ein Löffel von Brot.

Der Liebe Mund küsst auch den Hund.

Der liebe Niemand ist an allem schuld.

Der Liebe und dem Feuer muss man beizeiten wehren.

Der Liebe Wunden kann nur heilen, der (wer) sie schlug.


Der listige Fuchs wird doch endlich unterm Arm zur Kirche getragen.

Der Löwe wollte mit keinem Tier Bündnis machen als mit dem Schwein, darum, dass es seinem Gesellen in Gefahr trefflich zuspringt.

Der Lügner fängt sich selbst in seiner Lüge.

Der Lügner trägt des Teufels Livree.

Der Lügner und der Dieb wohnen unter einem Dache.

Der Lump gilt nichts, wo die Leute teuer sind.

Der Mächtige steckt den andern in den Sack.
Der Starke schiebt den Schwachen in den Sack.

Der Magd Sonntag ist der Kühe stiller Freitag.

Der Magen ist ein offener Schaden.

Der Mahner soll den Beutel nicht mitnehmen.
Der Mahner soll nicht gleich den Beutel mitnehmen.

Der Maler kennt die Farben am besten.

Der Männer Ehr ist auch der Frauen Ehre, der Frauen Schand ist auch der Männer Schande.
Der Männer Ehr, der Frauen Ehre.
Der Weiber Schande, der Männer Schande.
(Ein Sprichwort, dessen zwei Teile meist als ein Sprichwort zitiert werden. Nur vereinzelt kommt eine Hälfte alleine vor, wie beispielsweise 1810 bei Sailer, der beide Hälften einzeln schreibt. Es bedeutet, dass Mann und Frau jeweils Anteil am anderen haben. Wenn dem Einen Ehre zuteilwird, wird damit auch der andere geehrt. Umgekehrt färbt auch die Schande des Einen auf den anderen ab. Mann und Frau sollten im Guten und Bösen gegenseitig für den anderen einstehen und sind mit dessen Schicksal verbunden.)

Der Mann (gehört) in den Rat, die Frau ins Bad.

Der Mann herrscht über seine Frau, der Pfarrer über seine Gemeinde, der Kaiser über das Reich.

Der Mann im Monde hat das Holz gestohlen.

Der Mann ist das Haupt, die Frau sein Hut.

Der Mann ist das Haupt und die Frau sein Leib.

Der Mann ist der Frauen Meister.

Der Mann ist des Weibes Vogt und Meister.

Der Mann ist des Weibes Vormund zu Hand, da sie ihm angetraut wird.

Der Mann ist die Seele in seinem Hause.

Der Mann ist ein Haupt des Weibes.

Der Mann ist nicht besser als sein Wort.

Der Mann kann nicht so viel zum Tor hereinbringen als die Frau zum Hinterpförtchen heraustragen.

Der Mann macht Nägel mit Köpfen.

Der Mann muss Haar lassen, er mag eine Alte oder Junge heiraten.

Der Mann muss seine Frau fassen und führen.

Der Mann muss seine Frau tun bis auf den Kirchhof.

Der Mann soll seiner Frau das kurze Messer geben, das längere soll er selbst behalten.
(Ähnliches Sprichwort auch in Dänemark: Reiche deiner Frau das kurze Messer und behalte das lange für dich selbst.)

Der Mann taub und die Frau stumm, gibt die besten Ehen.


Der Mann, welcher mit Weibern streiten will, muss eine geläufige Zunge haben.

(Sprichwort in Finnland: Dem Mann, der mit Weibern zankt, darf (muss) die Zunge nicht mit Grütze verbrannt sein.)


Der Mann wird reich, dem die Frauen übel geraten und die Immen wohl.

Der Mann zerbricht die Häfen*15, die Frau die Schüsseln.

Der Mantel ist des, den er deckt; die Welt des, der ihrer genießt.

Der Markt lehrt dich's, nicht der Tempel.

Der Maulesel nur treibt viel Palaver, dass seine Voreltern Pferde waren.
Der Maulesel macht viel palarn, wie seine Eltern gut Pferdt waren.
Maulesel treiben viel Parlaren, dass ihre Voreltern Pferde waren.
(Das bedeutet, ein erfolgloser, heruntergekommener oder ehrloser Mensch rühmt sich mit den Erfolgen und Heldentaten seiner Vorfahren.)

Der Mausdreck will allzeit unter den Pfeffer.
Der Meiner und der Lügner sind zwei Brüder.

Der Meister einer Kunst nährt Weib und sieben Kinder; ein Meister aller sieben Künste nährt sich selber nicht.

Der meiste Streit ist um Ja und Nein, Mein und Dein.

Der Mensch denkt, (aber, und) Gott lenkt.

(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 16, 9: „Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lekt seinen Schritt.“)

Der Mensch ist eher geboren als der Amtmann.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Der Mensch ist so lange Weise, als er die Weisheit sucht, wenn er aber meint, er habe sie gefunden, so wird er zum Narren.

Der Mensch ist vor allen anderen Geschöpfen ein auf Hoffnung gestelltes Wesen.
(Dieser Spruch wird manchmal als Sprichwort genannt, aber meist als Zitat vom deutscher Kulturphilosoph, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Karl Wilhelm Friedrich Schlegel (1772 - 1829) zitiert.)

Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen.
Der Mensch ist zur Arbeit wie der Vogel zum Fliegen gemacht.

Der Mensch kann alles, was er will.

Der Mensch kann arzneien, Gott gibt das Gedeihen.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
(Ein Sprichwort, das auf die Bibel im Evangelium nach Matthäus 4, 4 zurückgeht.)

Der Mensch lebt nicht vom Überfluss.

Der Mensch liebt nur einmal.

Der Mensch ohne Tugend ist ein ungeprägter Pfennig.

Der Mensch steht im Mittelpunkt, und deshalb steht er allen im Weg.

Der Mensch verschläft viel Ungemach.

Der Milde hat allein, was er gegeben hat.

Der Missetäter hat das Schelten auf der Straße verloren.

Der mit einem Trunkenen hadert*14, der zankt mit einem Abwesenden.
Wer mit einem Trunknen hadert*14, zankt mit einem, der nicht da ist.
Wer mit einem Vollen hadert*14, der zankt mit einem, der nicht da ist.

Der Mönch antwortet, wie der Abt singt.
(Im Deutschen Sprichwörter Lexikon führt Wander dieses Sprichwort unter Mönch Nr. 15 auf, mit 6 gleichlautenden Quellenangaben. Es steht aber auch zusätzlich unter Abt Nr. 51 in umgekehrter Reihenfolge: „Wie der Abt singt, so antwortet der Mönch.“ mit Graf Seite 536, Nr. 33 als Quelle. Diese Quelle hat er ebenso, aber korrekt, als eine Quelle zum Sprichwort: „Der Mönch antwortet, wie der Abt singt.“ angegeben. So werden bei ihm durch Umstellen von Wörtern oder Satzteilen aus einem gleich mehrere Sprichwörter unter einem anderen Stichwort, manchmal sogar unter demselben.)

Der Mönche Pantoffelholz ist von dem Feigenbaume gemacht, zu dem Christus sprach: Von nun an (und ins Künftige) sollst du nimmer Frucht tragen.

Der Mönch ist Fuchs und Hase, je nachdem die Jagd ist.

Der Mönch legt die Kutte wohl ab, aber nicht den Sinn.

Der Mond ist nicht allzeit voll.

Der Morgen grau, der Abend rot, ist ein guter Wetterbot.

Der Morgen sorgt, der Abend verzehrt.

Der Mühe gibt Gott Schaf und Kühe.

Der Müller ist fromm, so Haare auf den Zähnen (oder in der Hand) hat.

Der Müller mit der Metze, der Bäcker mit der Breze, der Schneider mit der Scher, wo kommen die drei Diebe her?
Der Müller mit der Metzen, der Weber mit der Krätzen, der Schneider mit der Scher, wo kommt ihr Diebe her?

Der Müller und sein Esel haben nicht allezeit einerlei Gedanken.

Der Mund grüßt dich, das Herz flucht dir.

Der Mund ist des Bauches Henker und Arzt.

Der Mund lügt alles und nicht das Herz.

Der Müßiggang in der Jugend bringt die schwerste Arbeit im Alter.

Der muss beizeiten aufstehen, der die Mutter mit dem Jungen fangen will.

Der muss das Maul weit aufmachen, der sich mit dem Backofen vergleichen will.

Der muss einen langen Löffel haben, der mit dem Riesen will Brei essen.

Der muss eines Narren sehr nötig haben, der sich selber dazu macht.

Der muss ein guter Kerzenmacher sein, der Gott will eine wächserne Nase machen.
Der muss ein guter Wachszieher sein, der unserm Herrgott eine wächserne Nase drehen will.
Du musst ein guter Kerzenmacher sein, oder du musst viel Wachs haben, willst du Gott eine wächserne Nase drehen.
Du musst ein guter Kerzenmacher sein, wenn du Gott eine wächserne Nase drehen (machen) willst.
Es muss ein guter Kerzenmacher sein, der Gott eine wächserne Nase andreht.
Es muss ein guter Kerzenmacher sein, der Gott eine wächserne Nase machen könnt.
(In etlichen alten Sprichwörtersammlungen muss es ein guter Kerzenmacher oder Wachszieher sein, der Gott eine wächserne Nase macht. Die meisten haben ihre eigene Variation desselben Sprichworts, bei Wander stehen gleich 5 als verschiedene Sprichwörter unter unterschiedlichen Stichwörtern.)

Der muss früh aufstehen, der es allen Leuten gefallen will.

Der muss gewiss viel Kot gesogen haben, der so viel Unflat ausspeit.

Der muss viel können, der Gott will blenden.

Der muss wohl gerne Schaffleisch fressen, der auch die Wolle aufs Brot streut.

Der muss wohl rechtschaffen blind sein, der die Sonne nicht sehen kann.

Der Mutter schenk ich, der Tochter denk ich.

Der Nachdruck tut's.

Der nach einem Stein greift, kann wohl davor ein Dreck ergreifen.

Der Nächste am Blut, der Erste zum Gut.

Der Nächste beim Feuer wärmt sich.

Der nächste zur Sippe, der nächste zum Erbe.

Der Nachteule gefällt auch ihr Junges.

Der Nackte ist übel berauben.

Der Name Gottes muss sich zu allen Anfängen brauchen lassen.

Der Name tut nichts zur Sache.

Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt.

Der Narr bleibt ein Narr, gäbst du ihm gleich ein Pfarr'.

Der Narrenfresser kommt, hüte dich!

Der Narren Glück, ihr Unglück.

Der Narren Unfall ist der Weisen Besserung.

Der Narr hat Vorteile in allen Landen.
(Ebenso wie früher stimmt der Zusatz, den Wilhelm Körte 1837 darunter schrieb: „Die Weisheit meist alleine staht, wenn großes Volk die Torheit hat.“)

Der Narr und sein Geld sind leicht geschieden.

Der Nase nach gehen.
(Das bedeutet, einfach so aufs Geratewohl, ohne ein bestimmtes Ziel, zu gehen. Das kann wörtlich oder sinnbildlich gemeint sein. Wenns die eigene Nase ist, ist der Betreffende möglicherweise eigensinnig und hört auf keine fremden Ratschläge. Eigentlich eine Redewendung, die aber als Sprichwort gebraucht wird und sich schnell dazu verändern kann, wenn jemand sagt,: Er geht der Nase nach. Die erstgenannte Form steht so in vielen Sammlungen des 20. Jahrhunderts und wird 1840 in der Sammlung von Joseph Eiselein auf Seite 490 gleich mit „Die Welt geht je der Nase nach.“ ergänzt.)

Der Nehmer muss dem Geber nachgeben.

Sprichwörter, die nicht unter „Der Neid“ stehen, könnten auch unter „Neid“ stehen.

Der Neider Sinn ist frommer Gewinn.

Der Neid frisst seinen eigenen Herrn.
Den Neidhard frisst sein eigner Neid.
Neid neidet seinen eigenen Herrn.

Der Neid gönnt dem Teufel nicht die Hitze in der Hölle.

Der Neidhart ist gestorben, hat aber viel Kinder hinterlassen.
Neidhard ist tot, hat aber viele Brüder hinterlassen.

Der Neidhart mag die Wahrheit anfechten, aber nimmermehr obsiegen.

Der Neid hat eine hohe Stange, damit er kann durch die ganze Welt reichen.

Der Neid hat noch keinen reich gemacht.

Der Neid hätte gern nur ein Aug, dass der nächst gar blind wäre.

Der Neidische ist sein eigner Henker.


Der Neid isst nichts Böses.

Der Neid ist der Gefährte des Ruhms.

Der Neid ist eine rechte Eule, so das Licht eines andern Glücks nicht vertragen kann.

Der Neid ist ein so grausames Tier, das seine eigene Beine benagt, wenn es andern nicht haben kann.

Der Neid ist gegen ihn selbst ein rechter Richter, gegen andern ein Tyrann.

Der Neid ist ihm selbst allein günstig, sonst niemand.

Der Neid ist sein Schindmesser.

Der Neid kocht sein eigen Glieder.

Der Neid lacht nicht ehe, bis ein Schiff mit Leuten untergehe.

Der Neid leid oft willig einen Schaden, damit der nächste auch werd' beladen.
Der Neid mag nichts essen, außer sein Herz.
Der Neid mag nichts essen, außer sein Herz.

Der Neid schaut ihm zu den Augen heraus.
Der Neid sieht ihm aus den Augen.
Es schaut ihm der Neid zu den Augen heraus.

Der Neid wächst aus Glück und Heil.

Der Neid will andern die Brücke ablaufen.

Der Neid wohl keinen schaden tut,
doch bringt er einem einen schweren Mut.


Der Neugierigen Gilde führt Böses im Schilde.

Der Neuling folgt jähen Räten.

Der Neuling soll mich nicht beißen.

Der Neutrale wird von oben begossen, von unten gesengt.

Der nichts kann als fromm sein, muss betteln.

Der obere Stock steht öfter leer als der untere.

Der Ochse zieht langsam, er macht aber grade Furchen.

Der Ochs geht langsam, zieht aber wohl.
(Ochsen sind langsamer als Pferde, dafür aber Kräftiger und ausdauernder. Das bedeutet, es kommt nicht auf Geschwindigkeit, sonder auf Dauer und Qualität an.)

Der Ochs kann auch auf vier Füßen laufen wie der Hirsch, aber nicht so schnell.

Der Ochs will den Hasen erlaufen.
Ein Ochs ist ein großes Tier, doch kann er keinen Hasen erlaufen.

Der Ofen verweist den Schornstein, dass er schwarz ist.

Der Ölberg ist schmerzlicher als das Kreuz.
Der Ölberg ist schrecklicher als das Kreuz.

Der Österreicher Ungnad' ist besser, denn der Sachsen Gnade.
(Früher soll das Recht Sachsens wesentlich strenger gewesen sein, als das in Österreich.)

Der Papst frisst Bauern, säuft Edelleute und sch– Mönche.

Der Papst ist auch ein Schüler gewesen.

Der Passbrief zum Spital sind Karten und Huren.

Der Pastor ist kein Has und die Kirche kein Feldhuhn.

Der Pastor predigt nicht zweimal.

Der Pastor singt keine zwei Messen für ein Geld.

Der Person Freund, der Sache Feind.
Der Sache feind, der Person freund.
Freund der Person, der Sache Feind.

Der Pfaffe hat den Doppelschlüssel, zum Himmel und zur vollen Schüssel.

Der Pfaffe predigt nur einmal des Tags.

Der Pfaff in Waffen, die Jungfer geil, im Märzen Blüte, bringt wenig Heil.

Der Pfaff lebt ein Jahr nach seinem Tode.

Der Pfaff`liebt seine Herde, doch die Schafe mehr als die Widder.

Der Pfaff mag singen, wie er wöll', spricht Amen dazu sein Gesell.

Der Pfarrer hat keine gute Predigt, der einen langen Text hat.

Der Pfarrer samt dem Kastellan, singt besser nicht, als er es kann.

Der Pfeil findet auch das Meischen wohl.

Der Pfennig gilt nirgend mehr, als wo er geschlagen (gemünzt) ist.

Der Pöbel macht die Herren weise.

Der Pole ist ein Dieb, der Preuß ein Verräter, der Böhme ein Ketzer und der Schwab ein Schwätzer.

Der Pole würde eher am Sonntag ein Pferd stehlen als am Freitag Milch oder Butter essen.
(Verschieden Sprichwörter mit negativen Vorurteilen über Polen, gegen Juden und andere Völker wurden erst durch die Sprichwörterbücher von Wilhelm Körte (1837), Eiselein (1840), Braun (1840), Karl Simrock (1846) und andere verbreitet und bekannt gemacht und von Wander mit weiteren ins Sprichwörterlexikon übernommen. Selbst im ausgehenden 20. Jahrhundert erfreuten sie sich noch großer Beliebtheit und nähren unterschwellig Vorurteile gegen Polen und Fremdes allgemein. Ebenso sind Begriffe wie „Polnische Wirtschaft“ weithin bekannt und beliebt und bestätigen damit die eigenen Vorurteile zum Schaden aller, auch dem eigenen.
Ausführlich nachzulesen in: "Polnische Wirtschaft": zum deutschen Polendiskurs der Neuzeit von Hubert Orłowski,
Band 21 von Studien der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund,
Otto Harrassowitz Verlag, 1996, ISBN 9783447038775)

Der Priester Zänkerei, des Teufels Jubilei.

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande.
Der Prophet gilt nirgend weniger als in seinem Vaterlande.
Es ist kein Prophet angenehm in seinem Vaterlande.
Kein Prophet ist geachtet in seinem Vaterland.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Das Evangelium nach Matthäus, 13, 57. Jesus sagte es, nachdem die Menschen seine Weisheit und Taten anzweifelten.)