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Deutsche Sprichworte
Über 16.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
Die n bis
Dz
Die nächsten Freunde, die ärgsten Feinde.

Die nächste Niftel erbt die Gerade.

Die Nächsten treten einem die Schuhe aus.

Die Nacht beschützt ihre Kinder.

Die Nacht hat bessern Frieden als der Tag.

Die Nacht ist keines Menschen Freund.

Die Nacht ist niemals Freund.


Die Narbe bleibt, wenn auch die Wunde heilt.

Die Narren bekommen die besten Karten.

Die Narren haben Gastereien, die Weisen essen sich satt.

Die Narren haben mehr Glück als Recht.

Die Narren meinen.
(Sie meinen, aber wissen es nicht und später reden sie sich heraus. Für Unglück und Missgeschick sind nachher immer die anderen verantwortlich, nicht die wirklich Schuldigen, die haben ja nur gemeint und nichts gesagt.)

Die Narrenschellen klingen vielen besser als Kirchenglocken.

Die Narren schwatzen viel, die Klugen schweigen still.

Die Narren werden ohne Seife barbiert.

(Man treibt Spott mit jemandem.)

Die Natur hängt jedem eine Schelle an.

Die Natur ist die beste Lehrmeisterin.

Die Natur ist Meister.

Die Natur ist mit wenigem zufrieden.

Die Natur kennt weder Belohnung noch Strafen, sondern nur Folgen.

Die Natur lässt sich biegen, aber nicht brechen.

Die Natur lässt sich leicht sättigen, das Auge nimmer.

Die Natur muss den ersten Stein legen.

Die Natur weiß ihre Ware wohl zu verkaufen.

Die Natur will geübt sein, sonst wird sie schimmlig.

Die neidisch wie die Hunde sein, verzehren selbst ihr Mark und Bein.

Die Neige ist für die Frommen.

Diener sind wie Rechenpfennige: wie sie der Herr legt, so gelten sie.

Die neuen Schuhe drücken am meisten.

Die Neuigkeit blüht wohl schön, sie trägt aber böse Früchte.

Die nicht helfen wollen, hindern gern.
(Früher wie heute das Gleiche, heute teilweise noch schlimmer: Bei Unfällen und Katastrophen schon zigmal passiert, Neugierige und Sensationslüsterne behindern die Rettungskräfte. Auf Autobahnen werden keine Rettungsgassen für Einsatz und Rettungsfahrzeuge gebildet, sind sie ausnahmsweise vorhanden, gibt es immer jemanden, der sie missbräuchlich nutzt und so behindert. Auf den Gegenfahrbahnen entstehen durch Neugierige extra Staus und Unfälle. Das Unglück anderer wird mit Smartphones gefilmt, und sofort als Sensation überall veröffentlicht, ohne Rücksicht auf die Privatsphäre der Opfer. Nach Bekanntwerden von Unglücken gibt es teilweise Katastrophentourismus von einzelnen oder Gruppenreisen, um sich am Unglück anderer zu ergötzen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge werden behindert und teilweise angegriffen. Wahrscheinlich meinen jene, selbst nie in eine Notlage zu kommen, wenn doch, wird weitergeschimpft.)

Die nicht hoch genug sind, muss man höher oder kürzer machen.

Die Nonne deckt sich gern mit einer fremden Kutte.

Die Nonnen fasten, dass ihnen die Bäuche schwellen.

Die Nordsee ist eine Mordsee.
(Ein Sprichwort, das verkürzt „Nordsee ist Mordsee“ 1976 auch der Titel eines Films des Regisseurs Hark Bohm war. Das Sprichwort war schon im 19. Jahrhundert in gebrauch. Es entstand wahrscheinlich nach den großen Sturmfluten der vorangegangenen Jahrhunderte, den sogenannten Mandränken (auch Mandrenke, Grote Mandränke „Großes Ertrinken“). Dazu gehören die erste Marcellusflut vom 16. Januar 1219, die zweite Marcellusflut (Erste Mandränke) vom 15. bis 17. Januar 1362 und die Burchardiflut (Zweite Mandränke) in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 1634, bei welchen jeweils bis zu 50.000 Menschen in der Nordsee ertrunken sein sollen. Jedes Mal gingen große Landstriche an die Nordsee verloren. 1219 entstand dadurch die Zuiderzee (‚südliche See‘), das heute künstlich von der Nordsee getrennte IJsselmeer. 1362 ging das sagenumwobene Rungholt unter. 1634 Zertrennung der Insel Strand in mehrere kleinere Inseln. Liste der Sturmfluten an der Nordsee)

Die Not dient dem Menschen und bricht das Gesetz.

Die Notschlang ist über alles Geschütz.

Die Not treibt die Ochsen in den Brunnen.

Die Not zankt gern.

Dienstjahre sind keine Herrenjahre.

Dienst um Dienst ist keine Kuppelei.

Dienst um Geld ist Welt.

Dienst wird um Dienst zu Hause geladen.

Die nüchternen Räte sind die besten.

Die Nürnberger henken keinen, sie hätten ihn denn.

Die Orgel pfeift, so man ihr einbläst.

Die Pfaffen tragen die kleinen Kreuze hintennach, die Bauern die großen voran.

Die Pfaffen und die Hunde Verdienen ihr Brot mit dem Munde.

Die Pfanne ist so schwarz wie der Hafen*14.

Die Pfarrer bauen den Acker Gottes und die Ärzte den Gottesacker.

Die Pferde belaufen die Einkünfte und die Esel genießen sie.

Die Pferde verstehen die Füße im Stall.

Die Pforte zur Hölle steht immer offen.

Die Poesie lacht selten süßer, als wenn sie von der Liebe redet.

Die Raben müssen einen Geier haben.
Die Raben wollen einen Geier haben.

Die Rache ist süß, aber man verdirbt sich leicht den Magen daran.

Die Rache wird nimmer zur Hure.

Die Rasenbank ist des Armen Sofa.

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.


Die Ratte weiß viel, die Katze noch mehr.

Die Reben erfordern einen Herrn.

Die rechten Toten muss man nicht in den Gräbern suchen.

Die Rechte sind links und rechts, wie man sie dreht.

Die Rechtlichkeit und der Palmesel kommen jährlich nur einmal ans Licht.

Die Rede ist des Gemüts Bote.

Die Rede ist des Mannes Bildnis.

Die Rede verrät das Herz.

Die Reichen haben den Glauben in der Kiste.

Die Reichen wissen nicht, wie dem Armen zumut ist.

Die Religion hat den Reichtum geboren, aber das Kind hat die Mutter verschlungen.

Die Ringe tragen, sind Gecken oder Prälaten.

Die Rose, die man lang in den Händen trägt und daran riecht, bleibt nicht.

Die Rosen verblühen, aber die Dornen bleiben.

Die Rose weiß nicht, in welchen Händen sie sticht, noch das Feuer, wessen Kappe brennt.
(Aus diesem einen Sprichwort von Winckler (1685) werden im Sprichwörter Lexikon bei Wander zwei gemacht: Die erste Hälfte steht unter Rose Nr. 14 im 3. Band und die zweite Hälfte steht im 1. Band unter Feuer Nr. 26.)

Die Rosse fressen den Hafer, die ihn nicht verdienen.

Die Rute bricht kein Bein entzwei.

Die Rute für die kleinen Kinder, den Stock für die großen Rinder, der Tod für die argen Schinder.

Die Rute ist neben dem Brot den Kindern so nötig als den Pferden die Sporen neben dem Futter


Die Rute Macht aus bösen Kindern gute.
Die Rute macht böse Kinder gut.

Die Rute macht die Kinder gut.


Die Rute macht fromme Kinder.

Die Rute macht gut.

Die Rute macht keine Beulen.

Die Rute trifft nur, es ist aber der Arm, der die Schläge gibt.

Die Sau gibt nicht Wolle wie ein Schaf.

Die Sau legt sich nach der Schwemme wieder in den Kot.

Die Sau muss die Trauben bezahlen.

Die Sau muss Haar lassen.

Die Sau singt nicht wie ein Zeislein.

Die Sau sticht den König.

Die Sau weiß nicht, wovon sie fett wird.

Die Scham ist in den Augen.

Die Scheide fürchtet keinen Degen.
Die Scheid fürchtet sich vor keinem Schwert (Degen).

Die Schemel wollen auf die Bänke steigen.

Die Schenkel empfinden's wohl, wenn man reitet.

Die Schildkröte trägt ihr Haus zu Wasser und zu Land mit sich, weil sie niemand traut.

Die schlagenden Kühe geben auch Milch.

Die schlechten Nachrichten haben Flügel.

Die Schlüssel hängen nicht alle an einem Gürtel.

Die Schnecke trägt ihr Haus bei sich, weil sie den Nachbarn nicht traut.
(Vergleichbares Sprichwort auch in Dänemark.)

Die schnellen Entschlüsse sind die besten.

Die Schönheit ist ein guter Empfehlungsbrief.

Die Schönheit, so keine Annehmlichkeiten mit sich führet, ist wie das Luder, so auf dem Wasser schwebt, nicht das es etwas fange, sondern, dass es gefangen werde.

Die Schreibfeder will Kaiserin bleiben.

Die Schulden liegen und faulen nicht.

Die Schulden sind der nächste Erbe.
Schulden sind die wahren Erben.
(Das bedeutet, von einem Erbe müssen erst alle Schulden des Erblassers bezahlt werden, bevor ein witerer Erbe etwas bekommen kann.)

Die Schuld kommt mit dem Tag, eh denn das Brot, ins Haus.

Die Schwaben und bös Geld führt der Teufel in alle Welt.

Die Schwaben werden vor dem vierzigsten Jahre nicht gescheit.

Die schwarzen Trauben sind so süß, als die weißen.

Die Schwarzwälder bringen fremde Gelder.

Die schwerste Kunst, sich selber kennen.

Die Schwieger(mutter) liebt nie die Schnur (Schwiegertochter).

Die Schwieger(mutter) weiß nicht, dass sie Schnur (Schwiegertochter) gewesen.

Die Seegroppen sterben nicht, sie ertrinken.
(Sprichwort auch in der deutschsprachigen Schweiz. Seegroppen sind eine Fischfamilie, die zu den Steinfischen gehört und in vielen Binnengewässern vorkommen. Das Sprichwort meint aber die Bewohner an den Ufern der Seen, die vom Fischfang leben und deren Leben auch sonst mit den Gewässern zu tun hat. Da diese Menschen viel auf dem Wasser sind, verunglücken etliche von ihnen und ertrinken. Das Sprichwort meint, das die meisten nicht an Land sterben, sondern im Wasser.)

Die Seele eines Kindes ist ein reiner Spiegel.

Dieselbe Glocke läutet zu Gewitter und Hochzeit.

Dieser jagt das Wild, jener isst den Braten.

Dieses ist die schändlichste Dienstbarkeit, wenn einer sein eigener Sklave ist.

Dieses Jahr wächst wenig Wein – auf dem Schwarzwald.

Diese Suppe ist ihm zu fett.

Die sich aufs Küssen legt, legt sich auch wohl aufs Kissen.
Mit Weibern, die das Küssen erlauben, ist man bald auf dem Bette.
(Gleiche Bedeutung wie das obere Sprichwort.)

Die sich der Ehre wehren, woll'n sich der Ehre nähren.

Die sich großer Streiche rühmen, sind selten gute Fechter.

Die sich lassen sagen, denen mag man raten.

Die sich mit Huren befassen, müssen Federn lassen.

Die sich oft der Ehre wehren, wollen sich der Ehre näh`ren.

Die Siechen und Gesunden haben ungleiche Stunden.

Die simulieren, wollen viel gewinnen und wenig verlieren.

Die Söhne sind adeliger denn die Väter, denn sie haben ein Glied mehr.

Die Sonne bringt es an den Tag.
(Sprichwort in Anlehnung an ein Märchen der Gebrüder Grimm von 1812/15: Die klare Sonne bringt's an den Tag. Ein Jude wird ermordet, der vor seinem Tod diesen Satz ausspricht. Jahre später wird der Mörder durch seine Frau im Zusammenhang mit dem Sonnenschein enttarnt und für sein Verbrechen bestraft. Etliche andere schrieben danach ebenfalls ähnliche Geschichten und Adelbert von Chamisso schrieb 1827 seine Ballade mit dem Titel: Die Sonne bringt es an den Tag.)
Die Sonnenuhr zählt nur die heiteren Stunden.
Die Sonne geht alle Tag gegen Abend.

Die Sonne geht auf über Böse und Gute.

Die Sonne hat noch keinen Bauern
zum Lande hinausgeschienen.


Die Sonne ist dem Blinden so Schwartz als die Nacht.

Die Sonne ist hell, wenngleich sie ein Blinder nicht sieht.

Die Sonnenuhr zählt nur die heiteren Stunden.

Die Sonne scheint allen Menschen und Tieren, Gott hilft frommen und bösen.

Die Sonne scheint den Armen wie den Reichen.

Die Sonne scheint den Teufel an und scheidet doch rein von ihm.

Die Sonne scheint heller dann (als) der Mond.

Die Sonne scheint immerdar, ob sie wohl der Blinde nicht sieht.

Die Sonne scheint keinen Hunger ins Land.

Die Sonne scheint sich selber nicht.

Die Sonne scheint über Gerechte und Ungerechte.

Die Sonne schnäuzen und ein alt Weib bessern sind zwei vergebne Dinge.
Die Sonne schnäuzen und eine alte Frau bessern sind zwei vergebliche Dinge.
(Die Sonne ist unerreichbar, genauso unmöglich soll es sein, alte Frauen zu bessern, von denen man(n) von vornherein annahm, das sie schlecht oder böse sind. Manche Frauen sind tatsächlich halsstarrig und unverbesserlich, unabhängig vom Alter. Aber auch genauso viele Männer! Das Sprichwort bedeutet, es wurde vor Jahrhunderten von Männern mit Vorurteilen gemacht, die wohl selbst unverbesserlich waren. Das Obere steht bei Simrock (1846), wie unten würde es von heutigen Männern mit den gleichen Vorurteilen gemacht.)

Die Sonne vertreibt die Wolken.

Die Sonne wenig darnach fragt, was der Blinde von ihrem Schein sagt.

Die Sonne wird oft mit einer trüben Wolke bedeckt, aber nicht versehrt.
(Mit der Sonne wird im Sprichwort die Wahrheit gemeint, die man zwar mit trüben Lügen zeitweise verdecken kann, die Wahrheit wird dadurch aber nicht verändert oder geschädigt. Wie die Sonne kommt die Wahrheit wieder hinter den Wolken der Lügen hervor. Dieses Sprichwort steht deswegen schon im Sprichwörterbuch von Christoph Lehmann 1630 unter der Überschrift „Wahrheit“ und nicht unter Sonne.)

Die Sonne zwingt den Menschen mehr als der stärkste Wind.

Die Sorgen sind wie Gespenster; wer sich nicht vor ihnen fürchtet, dem können sie nichts anhaben.

Die Sperlinge singen's von den Dächern.
(Sperling = Spatz)

Die Spindeln fallen in die Asche.
(Ein Vorhaben oder Plan ist fehlgeschlagen.)

Die Spinne saugt Gift, die Biene Honig aus allen Blumen.

Die Spritzen kommen, wenn das Haus abgebrannt ist.

Die Stärke wächst im Geduldgarten.

Die Steine auf der Gasse reden davon.

Die Sterben für Gewinn achten, sind schwer zu besiegen.

Die Stiege hinauffallen kostet die Elle drei Batzen.

Die Stimme ist größer als der Mann.

Die Stimme seines Gewissens sprach so laut, dass die Nachbarn im Schlaf gestört wurden.

Die Störche fliegen hoch und tragen im Schnabel Kröten und Schlangen.

Die Sünde geht süß ein, aber bitter wieder aus.

Die Sünde ist von Natur ein Gift der Seele, eine Angel des Todes und ein Brandschein des Zornes Gottes.

Die Suppe, die man sich einbrockt, muss man auch auslöffeln.
Man muss die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat.
Wer die Suppe eingebrockt, muss sie auch ausessen.
(Nicht nur in die Suppe wird etwas eingebrockt, sondern überall wird es versucht. Meist wird versucht, die Suppe andere auslöffeln zu lassen, aber seit mehreren Jahrhunderten ist man sich in fast allen Sprichwörtersammlungen in etlichen Varianten einig, wer etwas einbrockt, soll es selbst auslöffeln.→ „ Hast du es eingebrockt, so musst du es auch ausessen.“ Das bedeutet, negative Folgen und Verantwortung für Handlungen und Entscheidungen soll jeder selbst tragen, mit allen resultierenden Folgen. Gleiches gilt auch für den Brei, den man selbst gekocht hat. Die Wirklichkeit sieht teilweise anders aus, wie der Dieselskandal zeigt, bei dem die Dieselfahrzeugkäufer die Suppe auslöffeln sollen, die die Autoindustrie mit der Schummelsoftware eingebrockt hat.)

Die Suppe ist versalzen, du bist verliebt.

Die süßesten Trauben hängen am höchsten.

Die Tage folgen einander wohl, aber sie gleichen sich nicht.


Die Tat tötet den Mann.

Die Tat wird es weisen.

Die Tauben, so unter Dach bleiben, sind vor dem Stoßvogel sicher.

Die Täublein müssen Federn lassen.

Die Tochter frisst die Mutter.

Die Tochter geht vor der Mutter, aber der Sohn folgt hinter dem Vater.

Die Töchter sind wie fahrende Habe.

Die Toten sind verschwiegen.

Die Trauben sind sauer, sagte der Fuchs.

Die Träume sind heute noch so wahr als vor hundert Jahren.
(Das heißt, sie sind heute und schon zu allen früheren Zeiten bedeutungslos und nichtig gewesen, so wie es in einem anderen Sprichwort steht: Träume sind Schäume.)

Die Trennung frischt die Liebe auf.

Die Treue ist die Schwester der Liebe.


Die Trommel gellt, weil sie leer ist.

Die Tugend adelt mehr als das Geblüt.

Die Tugend alleine hat die Art an sich, je mehr Buhler, je weniger Eifersucht sie hat.

Die Tür zur Hölle steht immer offen.

Die unfreie Hand zieht die freie nach sich.

Die ungeraden Finger werden eben, sobald man die Hand schließt.

Die ungerade Zahl ist eine heilige Zahl.

Die ungeschicktesten Zimmerleute brauchen die schärfsten Beile.

Die Unschuld muss allemal den Hund heben.

Die Vergnügung der Welt ist gleich einer Kerze, welche wohl zierlich, weil si noch brennt, aber schmutzig, wenn sie verloschen ist.

Die Verleumder stecken ihre Hände zum ersten in ihren eigenen Kot, wenn sie andere damit bewerfen wollen.

Die viel schwatzen, lügen viel.

Die viel wünschen, werden oft reich.

Die vierte Frau bringt die Schüppe.
(Schüppe = Schüppe = Schaufel. Möglicherweise ist damit die Schaufel gemeint, mit der das Grab für den Mann ausgehoben wird. Da die meisten Sprichwörter scheinbar von Männern gemacht wurden und die sowieso meist keine so gute Meinung über Frauen hatten, waren diese wohl so anstrengend, dass ein durchschnittlicher Mann die 4. Frau nicht mehr überlebt hat.)

Die Vögel, die zu früh singen, holt am Abend die Katze.

Die Vögel, die zu viel Federn haben, fliegen nicht hoch.
Vögel, die zu viel Federn haben, mögen nicht allzu hoch fliegen.

Die Vögel gesellen sich zu ihresgleichen.

Die von Straßburg fragen viel darnach, was die von Köln in den Rhein pissen.

Die Vordersten tun, was die Hintersten nicht vermögen.

Die Waage macht zwischen Blei und Gold kein Unterschied.

Die Waage zeigt, ob schwer, ob leicht, aber nicht, ob Gold, ob Silber.

Die Wahrheit bedarf nicht viel Worte, die Lüge kann nie genug haben.

Die Wahrheit geht nicht mit der Sonne unter.

Die Wahrheit gibt wohl ein gutes Gewissen, aber wenig gute Bissen.


Die Wahrheit hat ein schönes Angesicht, aber zerrissene Kleider.

Die Wahrheit hat nur eine Farbe, die Lüge mancherlei.

Die Wahrheit ist bei vornehmen Höfen das beste Wildbret.

Die Wahrheit ist der Welt leid.

Die Wahrheit ist ein Kleinod*19, darum will sie mancher nicht alle Tage zur Schau tragen.

Die Wahrheit ist wie eine Glocke, welche andere in die Kirche läutet, und geht selber nicht darein.

Die Wahrheit kann gedrückt, aber nicht unterdrückt werden.

Die Wahrheit muss bestehen.

Die Wahrheit muss einen harten Schädel haben, denn wie oft wird sie auf den Kopf gestellt.

Die Wahrheit nimmt kein Blatt vor den Mund.
Die Wahrheit nimmt kein Blatt vor den Mund und ändert sich nicht alle zwölf Stund`.

Die Wahrheit vergleicht man zu dieser Zeit mit den schönen Kleidern, die man nur an den Feiertagen anlegt.

Die Wahrheit will an den Tag.

Die Wahrheit wird alt, aber sie stirbt nicht.

Die Wahrheit wird mit Tüchern behängt, wie die Altäre in den Fasten.

Die Wände haben Ohren.
Auch die Wände haben Ohren.

Die warten kann, kriegt auch einen Mann.

Die Wege des Herrn sind unergründlich.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, aus dem Brief des Paulus an die Römer 11, 33 „Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforscht seine Wege.“ Das bedeutet, Ereignisse oder Entscheidungen anderer sind unverständlich und unvorhersehbar oder nicht nachvollziehbar.)

Die Weiber führen das Schwert im Maul, darum muss man sie auf die Scheide schlagen.

Die Weiber haben drei Häute.

Die Weiber haben einen Witz mehr als die Gänse: Wenn es regnet, so gehen sie ins Trockne.

Die Weiber klagen ohne Ursach, lügen ohne Verdacht, gehen, wo sie wollen und weinen, wenn sie wollen.

Die Weiber nehmen Drescher für Tröster.

Die Weiber sind furchtsam und rufen bald St. Peter zu: Steck ein dein Schwert.

Die Weiber werden niemals fertig.

Dieweil der Löffel neu ist, braucht ihn der Koch; wird er alt, so wirft er ihn weg.

Die Weinreden haben ihren Wert nur beim Wein.

Die weiße Gans brütet gut.
(Die weiße Gans ist die Schneedecke im Winter, welche die Saat und den Boden vor dem Frost schützt. Die schwarze Gans ist die Erde ohne Schnee, die schutzlos der Witterung ausgesetzt ist.)

Die Weisheit lässt ihre Stimme hören auf der Gasse, aber niemand achtet ihrer.

Die Weisheitszähne kommen spät und fallen früh wieder aus.

Die Welt betrügt und will betrogen sein.

Die Welt gibt bösen Lohn.

Die Welt glaubt nicht, bis ihr das Wasser ins Maul rinnt.

Die Welt hat sich umgekehrt, drum hab ich arme Esel pfeifen gelehrt.

Die Welt ist auch nicht an einem Tage erschaffen worden.

Die Welt ist blind, lässt sich regieren wie ein Kind.


Die Welt ist des Teufels Braut.

Die Welt ist ein Dorf.
(Das bedeutet, man trifft in den entferntesten Winkeln der Erde auf Bekannte aus der Heimat. Durch Flugzeuge und Schifffahrt ist man tatsächlich in kürzester Zeit überall, wie zu Fuß in einem Dorf, mit der Gewissheit, durch die Treibstoffemissionen einen erheblichen Anteil zum Klimawandel beigetragen zu haben.
Ursprünglich soll es das italienische Sprichwort „Tutto il mondo è paese.“ gewesen sein, dass sich in Deutschland mit dieser Übersetzung und Bedeutung eingebürgert hat.
Auf der italienischen Seite von Wikipedia liest es sich aber etwas anders:   https://it.wikipedia.org/wiki/Tutto_il_mondo_è_paese

Die Übersetzung des Sprichworts von google lautet: „Die ganze Welt ist ein Land.“ Die italienische Erklärung der Bedeutung weicht noch mehr von der Bedeutung des deutschen Sprichworts ab:  Jedes Volk und jede Nation hat Fehler, die Teil der menschlichen Natur sind. Es hat keinen Sinn, sich darüber zu beklagen. Fehler und Defekte treten in jedem Land der Welt auf und sind Teil der menschlichen Natur.)
Zwei weitere Internetseiten dazu, wenn die Welt wirklich ein Dorf wäre:

www.orbit9.de/wissen/wenn-die-welt-ein-dorf-waere
www.br.de/themen/wissen/welt-dorf

Die Welt ist ein Hurenhaus der Sünden.

Die Welt ist kein Strumpf.

Die Welt ist nicht größer als das Fenster, das du ihr öffnest.

Die Welt ist nicht mit Brettern zugenagelt.
Die Welt ist nirgends mit Brettern vernagelt.
(Wenn man will, kann man es überall zu etwas bringen.)

Die Welt ist nun einmal voll Haken und Ösen.

Die Welt ist rund und will sich drehn.

Die Welt ist unseres Herrgotts Spielkarte.

Die Welt ist voll Lappen und Diltappen.

Die Welt kann der Schreiber und Lumpen nicht entbehren.

Die Welt lässt sich nicht mit dem Paternoster*24 regieren.

Die Welt lohnt wie der Bock, wenn er Hörner kriegt.

Die Welt schaltet, Gott waltet.

Die Welt spinnt lauter grobes Garn.

Die Welt wäre schon gut genug, wenn nur die Leute was nutze wären.

Die Welt will grob Garn.

Die Welt will Nachteulen haben, sich zu verwundern.

Die wildesten Fohlen werden die besten Pferde.

Die Wirkung ändert sich im Bad, ist einem nutz, dem andern schad.


Die Woche zwier, macht des Jahres hundertvier, schadet weder mir noch dir.
(Früher wurde Sex mit Wollust gleichgesetzt und galt als Sünde und war außerhalb der Ehe verboten. Nur in der Ehe war er erlaubt und auch da nur, um Kinder zu bekommen. Die Erfüllung dieser ehelichen Pflichten wurde anfangs einmal in der Woche als normal betrachtet. Schon zur Zeit Luthers hat man die Verdopplung aber für angemessen und unschädlich gehalten.)

Die Wölfe fressen keinen Zahltag.
Der Wolf frisst kein Ziel.

Die Worte sind gut, sprach der Wolf, aber ich komm ins Dorf nicht.

Die Wunden heilen übel, die man sich selber schlägt.

Die Wurzel der Gelehrsamkeit ist bitter, aber die Früchte sind süß.


Was unter dem Stichwort „Die Zeit“ nicht zu finden ist, kann möglicherweise unter „Zeit“ stehen, da die Sprichwörter auch in den alten Büchern unterschiedlich geschrieben werden. Wenn ein Sprichwort gänzlich fehlen sollte, bitte eine Nachricht senden.

Die Zeit beschwert die Strafe.

Die Zeit bringt alles an den Tag.

Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen.

Die Zeit frisst alles.

Die Zeit frisst jeden Strick und wär er noch so dick.

Die Zeit galoppiert mit dem Verbrecher zur Richtstätte und schleicht mit der Braut zum Brautgemach.

Die Zeit gibt Bescheid und verrät alle Bosheit.

Die Zeit gibt's.

Die Zeit hat Flügel.

Die Zeit heilt alle Wunden.

Die Zeit heißt Schickelmann.
Zeit ist Schickelmann.
(Die Erklärung zu Schickelmann steht in der Sprichwörtersammlung von Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 auf Seite 920 unter Nr. 23: „Also haben die alten die Zeit genennt und haben gesagt: Schickelmann wohnet an der Straßen. Das ist soviel gesagt: Jedermann lebt in der Zeit und muss drin wandeln, und die Zeit lehrt jeden, was er tun und lassen soll; sie leiht, regiert, straft, bessert, bösert und macht mit den Menschen, was sie will. Der ist ein weiser Mann, der Schickelmann zur Hand gehen kann.“)

Die Zeit hilft zuweilen sogar dem Arzt.

Die Zeit ist der beste Arzt.

Die Zeit ist des Menschen Lehrmeisterin.

Die Zeit ist ein Meister von allen Dingen.

Die Zeit ist unstet wie ein Rohr, wer ihr vertraut, der ist ein Tor.

Die Zeit ist vorbei, da Bertha spann.

Die Zeit kann kommen, da die Kuh ihren Sterz braucht.

Die Zeit überwindet alles.

Die Zeitung ist eine Lügnerin.

Die Zeit verbindet auch die größten Wunden.

Die Zeit vergeht, der schlechte Nachbar bleibt.

Die Zeit vergeht, nicht aber wir.

Die Zeit verrät alle Bosheit.

Die Zeit wartet auf niemanden.


Die Zeugen, denen man das Recht in die Hand legt, reden am besten.

Die Zicklein heißen alle wie ihre Mutter Geiß.

Die Ziege, die am meisten meckert, gibt die wenigste Milch.

Die Ziege muss grasen, wo sie angebunden ist.


Die Ziegen haben es in sich.

Die zu hastig vorwärts treiben, müssen endlich hinten bleiben.

Die Zunge ist der falscheste Zeuge des Herzens.

Die Zunge ist des Herzens Dolmetscher.

Die Zunge lässt sich nicht meistern.

Die Zunge soll nicht klüger sein als der Kopf.

Die Zuschauer sehen mehr als die Spieler.

Die Zuschauer sind oft ärger als der Tänzer.


Die zu sehr eilen, haben spät Feierabend.


Die zuverlässigste Frau ist die, welche keiner will.


Diez verlässt sich auf den Kiezen, Kiez verlässt sich auf den Diezen.

Die Zwiebel hat sieben Häute, ein Weib neun.

Dings gespielt ist bar bezahlt.
(„Eine Nachforderung auf Spielgeld gibt es nicht, wer also auf Borg (dings) spielt, ist bar bezahlt.“ Quelle: „Deutsche Rechtssprichwörter von E. Graf und M. Dietherr, 1864, Seite 233“)

Dir ist es in Worten wie manchem im Sinn.

Disputierer sind ein schlimmes Pack, suchen meist nur den fünften Zipfel am Sack.

Disteln sind dem Esel lieber als Rosen.

Disteln sind des Esels Salat.

Disteln tragen keine Trauben.
(Böse Gesinnungen können nie gute Handlungen erzeugen. Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 7, 16: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?“ Vergleichbares Sprichwort von derselben Bibelstelle: Von Dornen kann man keine Trauben lesen.)

Disteln und Dornen stechen sehr, falsche Zungen noch viel mehr.

Dochte sind keine Lichter.

Dohlen hecken keine Tauben.

Doktor Luthers Schuhe sind nicht jedem Dorfpriester gerecht.

Donau und Rhein fließen nicht zusammen.

Donner im Winterquartal bringt Eiszapfen ohne Zahl.

Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.

Doppelt genäht hält gut (besser).


Dörfer haben auch Weichbild.
(Weichbild ist das urbane Erscheinungsbild eines Dorfs, Stadt oder anderen Ortes.)

Dorn und Disteln stechen sehr, falsche Zungen noch viel mehr.

Dost, Harthau und weiße Heid, tun dem Teufel viel Leid.
(Alles Heilkräuter die im Mittelalter gegen den Teufel, Gespenster und das Böse allgemein helfen sollten. Harthau/Hartheu - Johanniskraut. Dost - Wohlgemut - Origanum vulgare)

Drauf los! es ist ein Hesse!

Drauf los wie ein blinder Hesse!

Draußen ein Luchs, daheim ein Maulwurf.

Draußen hat man hundert Augen, daheim kaum eins.

Draußen hundert Augen, daheim ein Maulwurf.

Draußen Ruhm erlangen bedarf Schnaufens.

Dreckdorf, Speckdorf.

Dreck löscht auch Feuer.

Dreck muss den Misthaufen mehren.

Drei Buchstaben machen uns eigen und frei(Eva, Ave: Kurzform für Ave-Maria).

Drei Dinge lassen sich nur bei drei Gelegenheiten erkennen: die Kühnheit in der Gefahr, die Vernunft im Zorn und die Freundschaft in der Not.

Drei Dinge leiden keinen Genossen: Regiment, Liebe, Geheimnis.

Drei Dinge machen einen guten Meister: Wissen, Können und Wollen.
Wissen, Können, Wollen, macht 'nen guten Meister.
Wissen, Wollen, Können macht 'nen guten Meister.

Drei Dinge muss man tun, oder sie tun es selber: Seine Wirtschaft einrichten, seine mannbare Tochter verheiraten und den Hintern wischen.

Drei Dinge sind böse Gäste: Feuer im Schoß, eine Schlange im Busen und eine Maus in der Weste.

Drei Dinge sind gesund: Fülle nicht den Schlund, übe dich all Stund, lauf nicht wie ein Hund.

Drei Dinge sind lästig: ein Wurm im Ohr, ein Rauch im Auge, ein zänkisch Weib im Hause.

Drei Dinge sind nicht eins im Haus: Zwei Hahnen, und die Katz und Maus; die Schwieger jagt die Schnur hinaus.

Drei Dinge sind nicht zu ermüden: ein Knab auf der Gassen, ein Mädchen beim Tanz, ein Pfaff im Opfer.

Drei Dinge tragen, was man ihnen auflädt: eines Weibsbild Kopf, eines Esels Rücken, eines Mönchs Gewissen.

Drei Dinge treiben den Mann aus dem Hause, ein Rauch, ein übel Dach und ein böses Weib.

Dreie leben friedlich, wenn zweie nicht daheim sind.

Drei Erbsen in der Hülse machen mehr Lärm, als wenn sie voll wäre.

Dreier Weiber Gezänk macht einen Jahrmarkt.

Drei Finger im Salzfass ist der Bauern Wappen.

Drei Finger vor Tag, das hält von elf bis Mittag.

Drei Frauen (Weiber), drei Gänse und drei Frösche machen einen Jahrmarkt.

Drei Frauenhaare ziehen stärker als ein hänfen Seil.

Drei halten gut Freundschaft, wenn zwei nicht daheim sind.
Drei leben friedlich, wenn zwei nicht daheim sind.

Drei ist uneben.

Dreimal ist Bubenrecht.

Dreimal selig ist der Mann, der Herrendienst entraten kann.

Dreimal über Tisch getrunken ist das Allergesündeste.

Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.

Drei R gehören Gott allein: rühmen, rächen, richten.

Drei Schlösser auf einem Berg, drei Kirchen auf einem Kirchhof, drei Städt in einem Tal hat ganz Elsass überall.

Drei Schüsseln leer und in der vierten nichts.

Drei S gehören Gott dem Herrn zu: Sorgen, Segen und Seligmachen.

Drei sind nicht müde zu machen: ein Knab auf der Gassen, ein Mädchen im Tanz und ein Priester im Opfern.

Drei sind Unüberwindliche: Wahrheit, Not, Gewissen.

Dreitägiger Fisch taugt auf keinem Tisch.

Dreitägiger Gast ist eine Last, den vierten stinkt er fast.

Dreitägiger Gast ist jedermann zur Last.

Drei Viel und drei Wenig sind schädlich:
Viel reden und wenig wissen,
viel vertun und wenig haben,
viel sich dünken und wenig denken.

Drei W bringen Pein: Weiber, Würfel und der Wein.

Drei W sind große Räuber: Wein, Würfelspiel und Weiber.

Dreizehn Nonnen, vierzehn Kinder.

Drohungen sind Waffen des Bedrohten.

Druck erzeugt Gegendruck.


Du arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!

Du bist ein Armer zu Nacht, kommst erst am Morgen.

Du bist ein Narr und kannst nicht geigen, du hast ein Maul, das kann nicht schweigen.

Du bist mein Herzblatt, wenn ich dich sehe, bin ich dich satt.

Du bist mir so lieb wie dem Müller der Dieb.

Duck dich, lass vorübergahn, das Wetter will seinen Willen han.

Du darfst nur sagen: Tischchen deck dich!

Du gäbst einen bösen Zigeuner, du kannst nicht wahrsagen.
Ein Lügner gibt einen bösen Zigeuner oder Propheten, er kann nicht wahrsagen.
Lügner sind schlechte Zigeuner (weil sie nicht Wahrsagen können).
Lügner geben keine Zigeuner.

Du gäbst einen guten Pfaffen, aber einen bösen Propheten.

Du hast Ammenweise: was das Kind nicht verzehrt, issest du.

Du hast dem Kind die Beine noch nicht gesehen.

Du hast den Genuss, so hab auch den Verdruss.

Du hast mich geladen, nun musst du mich fahren.

Du hast mir ein Knie gesehen, du darfst nun keine Nonne mehr werden.

Du hast noch kein Erbe mit ihnen geteilt.

Du hast recht, du kommst neben die Mutter Maria in den Himmel.

Du hast viel zu regieren in andrer Leute Häusern.

Du heiliger St. Martin! Sie opfern dir einen Pfennig und stehlen dir ein Pferd!

Du hörst übel, ich muss dich einmal zum Bade führen.

Du kannst gut reimen und renken, es wär' dir gut ein Taler*32 schenken.

Du kannst mir keinen Fischteich in Brand stecken.

Du kannst nach dem Tode nicht besser sein, als du im Leben geworden bist.

Dukaten werden beschnitten, Pfennige nicht.

Du kommst hintennach wie die alte Fastnacht*10.

Dulden, Schweigen, Lachen hilft viel bösen Sachen.
(Dieses Sprichwort bewahrheitet sich heute immer deutlicher. Weil die Meisten, die schweigende Mehrheit, nichts gegen unrechte oder böse Dinge sagt oder unternimmt, breiten sich das Böse und das Unrecht immer weiter aus. Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sind seit der Wiedervereinigung Deutschlands überall verbreitet und ungezählte Straftaten wurden verübt. Vermehrte Flüchtlinge sind seit 2015 ein größeres Ziel für fremdenfeindliche Angriffe geworden, aber nicht die Ursache! Weil die schweigende Mehrheit nichts sagt oder tut, entsteht ein falscher Eindruck und alternative Fakten und Lügen werden immer mehr verbreitet. Einmal wird es zu spät sein und wie zwischen 1933 und 1945 in Deutschland oder jetzt in der Türkei oder einigen anderen Ländern wird berechtigte Kritik und selbst eine andere Meinung als Straftat verfolgt.)

Dulden und Hoffen ist der Christen Losung.

Du liebe Rut, wie tust du mir so gut.

Du magst nicht mit einer Tochter zwei Eidame*9 machen.

Dummheit ist immer Natur, Klugheit ein Kunstprodukt.

Dummheit und Stolz, wachsen auf einem Holz.

Du musst dem Teufel die Herberge aufkündigen, wenn Gott bei dir einkehren soll.

Du musst die Schämelschuh zertreten, willst du etwas haben.
(Mit Schämelschuh ist ein schüchternes, zurückhaltendes Wesen gemeint, das beim kleinsten Widerstand zurückweicht und meint, etwas falsch gemacht zu haben und sich schämt. Das bedeutet, man sollte seine eigene Meinung vertreten, auch gegen Widerspruch und bereit sein, auch einmal zu stolpern oder in ein Fettnäpfchen zu treten. Nur wer etwas wagt, gewinnt etwas. Aber nur in Maßen, wer übers Ziel hinausschießt, verliert möglicherweise alles.)

Du musst ein guter Kerzenmacher sein, wenn du Gott eine wächserne Nase drehen willst.

Du musst lange spotten, bis du mir ein Ohr abspottest.

Du musst lange zürnen, ehe du einem ein Bein abzürnst.

Du musst Recht finden und nicht Recht bringen.

Dünkel geht auf Stelzen.

Dünn geschlagen ist bald geschliffen.

Durch den Trichter gießt der Wirt in sein Fass, was er will.

Durch Fallen lernt man gehen.

Durch Fragen wird man klug, aber unwert.

Durch fremden Schaden wird man klug.

Durch Gedränge zum Gepränge.

Durch Geschwätz verrät die Elster ihr Nest.

Durch Glückes Rühmen kam Unglück ins Haus.

Durch Sagen und Wiedersagen wird ein Geheimnis durch die Stadt getragen.

Durch Schaden wird man klug, ist aber teures Lehrgeld.

Durch Schaden wird man klug.
(Vergleichbares Sprichwort aus Russland: Aus Fehlern lernt man.)

Durch Schaden wird man selten klug.
(Eigentlich müsste das obige Sprichwort immer stimmen, aber leider ist dieses zu oft richtig.)

Durch Schlechtmachen lernt man das Rechtmachen.

Durch Schweigen verdirbt viel Freundschaft.


Durch Tiefen zu fahren, muss der Knecht voran.

Durch Traurigkeit wird das Herz gebessert.

Durch Vorkauf und Auskauf, böser Münze freien Lauf wird der Arme gefressen auf.

Durch zu hartes Proben wird der Topf zerkloben.

Durch zweier Zeugen Mund wird allerwärts die Wahrheit kund.
(Nicht nur einer, auch 10 Zeugen können falsch aussagen. Durch wiederholte Experimente und Tests ist bewiesen worden, dass Zeugen nur selektiv beobachten und nur Einzelteile von komplexen Vorgängen beobachten oder wiedergeben können, und teilweise nicht einmal das. Bei der Vorgabe, bestimmte Aktionen einer von zwei gleichzeitig agierenden Gruppen sehr weniger und gut unterscheidbaren Menschen zu beobachten und hinterher wiederzugeben, zeigten sich die Mängel der Zeugen. Keiner der vorbereiteten Beobachter bemerkte in dem nur 2 Minuten langen Test, dass von der anderen Gruppe am Ende Personen fehlten. Ebenso hat keiner bemerkt, dass ein Mensch in Affenkostüm langsam durch beide Gruppen ging und den Beobachtern zuwinkte. Erst ein Videobeweis überzeugte hinterher auch die, die es vorher kategorisch ausschlossen. Wie sollen denn Zeugen im Alltag unvorbereitet Dinge Aussagen können, die vor einem Unfall oder anderen Ereignis passierten oder Menschen beschreiben, wenn es selbst mit Vorbereitung und Hinweisen, sich auch Nebensachen zu merken, keinem gelingt?)

Dürr Holz unten im Feuer frisst das grüne oben auf.

Dürr und gesund läuft hindurch wie ein Jägerhund.

Durst ist der beste Kellner.

Durst kommt von Dürre.

Durst macht aus Wasser Wein.

Du siehst den Splitter in deines Bruder Auge, aber den Balken in deinem Auge siehst du nicht.
Ehe du des Nachbars Splitter rügst, betrachte deinen Balken.
Mancher hat einen Balken in seinem Auge und will einem andern ein Splitterlein ausziehen.
Man sieht den Splitter im fremden Auge, im eigenen den Balken nicht.
Splitterrichter vergessen ihren Balken und ärgern sich über den Splitter in des Nächsten Auge.
Torheit ist's, den Splitter in der andern Auge bemerken, aber den eignen Balken nicht fühlen.
Warum siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und siehst den Balken in deinem eigenen Auge nicht?
Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders und den Balken im eigenen nimmst du nicht wahr.
Wenn man den Balken im Auge hat, darf man für den Splitter des andern nicht sorgen.
Wer den Splitter richten will in eines andern Aug, der sehe zuvor auf den Balken in seinem eignen Aug.
Werd erst an deinem Balken Ritter, danach zieh aus des Nächsten Splitter.
Wer selbst einen Balken im Auge hat (und behält), der will aller Welt den Splitter herausziehen.
Zieh als Erstes den Balken aus deinem Auge.
(Hier sind über 10 Variationen eines Sprichwortes aus den letzten 500 Jahren bis heute, dessen Ursprung in der Bibel zu finden ist: Evangelium nach Matthäus 7.4-5. Unter 7, 5 steht: „Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruder Auge ziehst.“ Das Sprichwort bedeutet, kleine Fehler sieht man und kritisiert sie sofort bei anderen, die eigenen größeren werden aber übersehen.)

Du sollst allen Geistern nicht glauben.

Du sollst auch noch Schuhe für deine Füße finden.

Du sollst die Füße nicht unter eines andern Tisch stellen.

Du suchst den Bären und stehst vor ihm.

Du suchst den fünften Zipfel am Sack.

Du suchst den Gaul und reitest drauf.

Du urteilst wie der Blinde von der Farbe.

Du verklagst den Teufel bei seiner Mutter.

Du wirst dir damit keinen grauen Rock verdienen.

Du wirst noch Hunde führen müssen.

Du wirst noch was von Umstoßen kosten, wenn du stehend stirbst.