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Deutsche Sprichwörter
Über 21.000 deutsche Sprichwörter
Der bis
Der Haus
Flagge von Deutschland
Die Farben Schwarz, Rot und Gold der deutschen Flagge wurden ab 1813 von Soldaten des Lützowschen Freikorps in den Befreiungskriegen gegen Napoleon verwendet. Die Farben befanden sich auf den Uniformen, die sie trugen. Das Schwarz symbolisierte die Knechtschaft, aus der das Volk befreit werden sollte. Rot steht für das Blut, welches in den Schlachten von den Soldaten vergossen wurde und Golden war das Licht der Freiheit, die erreicht werden sollte.

Nach den Befreiungskriegen wurden die Farben von den neu gegründeten Burschenschaften weiterverwendet. Beim Hambacher Fest im Mai 1832 wehten dann erstmalig Fahnen mit schwarz-rot-goldenen Querbalken. Die Bundesversammlung des Deutschen Bundes in Frankfurter legte 1848 die Nationalfahne mit schwarz-rot-goldenen Querstreifen fest. Nach Niederschlagung der Revolution wurden die Farben zunächst wieder aus dem öffentlichen Leben verbannt.

Erst die Weimarer Republik erklärte in ihrer Verfassung vom 11. August 1919 Schwarz-Rot-Gold wieder zu den Reichsfarben. Nach der Zeit des Nationalsozialismus und des Weltkrieges wurde mit dem neuen Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland am 8. Mai 1949 die schwarz-rot-goldene Flagge wieder eingeführt um an die zeitweilig durch die Nationalsozialisten verlorene Demokratie als Grundlage für die Bundesrepublik Deutschland anzuknüpfen. Es ist die Flagge Deutschlands und aller Deutschen und nicht die einer Partei oder Organisation, die sie manchmal als eigenes Zeichen für besondere nationale Gesinnung oder Zwecke missbrauchen.


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarz-Rot-Gold
          https://de.wikipedia.org/wiki/Flagge_Deutschlands

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Der Aal stirbt nicht, er werde denn mit einem Trunk Wein begossen.

Der Abend rot, der Morgen grau, bringt das schönste Tagesblau.

Der Abt ist auch zuvor ein Diener gewesen.

Der Abt, so selber ein Mönch gewesen, weiß am besten, was im Kloster herumgeht.

Der Abwesende bewegt sich jeden Tag weiter und weiter fort.

Der Abwesende muss Haare lassen.

Der Ackermann muss erst den Acker bauen, ehe er die Frucht genießt.

Der Acker muss schwächer sein, als der Bauer.

Der Adel macht die Klöster reich und die Klöster den Adel arm.

Der Adler heckt keine Zeislein.


Der Adler sieht das Luder wohl, aber nicht den Jäger.


Der Affe bleibt ein Aff, und würd’ er König oder Pfaff.

Der Affe nimmt die Pfoten der Katze, um die Kastanien aus dem Feuer zu ziehen.

Der Alchemie ist niemand wert.

Der alle Hecken fürchtet, soll nicht in den Wald fahren jagen.

Der alles will haben, soll nichts haben.

Der alte Freund sei nicht geschmäht, man weiß nicht, wie der neue gerät.

Der alte Gott lebt noch.

Der alte Kaiser lebt noch.

Der alte Mann schmeckt nach dem jungen.

Der alte Mann sucht das Leben in der Kanne.

Der Alten Hausrat und Tracht war schlecht und gerecht, albern und fest.

Der alten Leute Meinung ist allzeit die Beste.

Der Alten Mut ist allzeit gut.

Der Alten Rat, der Jungen Stab.

Der Alten Rat, der Jungen Tat, macht Krummes grad.

Der Ältere teilt, der Jüngere kiest.
(kiest = aus dem Altdeutschen: wählen. Ein altes Rechtssprichwort aus dem Mittelalter. Es war schon als lateinische Rechtsregel im Römischen Reich in Gebrauch. Es bedeutet, wenn zwei Erben sich ein Erbe teilen sollen, muss der ältere es in zwei Teile teilen, von denen sich der Jünger als Erster eines auswählen kann. Im heutigen Recht ist diese Regelung nicht mehr gültig, auch weil es nur zwei Erben berücksichtigt.  Eine 24-seitige Untersuchung zu diesem Sprichwort aus dem Jahr 2008, Universität Bochum.)

Der alte Teufel lebt noch.

Der Amboss erschrickt vor dem (fürchtet den) Hammer nicht.
Ein guter Amboss fürchtet keinen Hammer.

Der (Ein) Amboss fragt nach keinem Streich.

Der Amboss ist des Lärms gewohnt.

Der am Steuerruder sitzt, muss wissen, wo Ost und West liegt.

Der Anfänger (Erfinder) ist aller Ehren wert.

Der Anfang ist heiß, das Mittel lau, das Ende gar kalt.
Der Anfang ist hitzig, das Mittel lau, das Ende gar kalt.
Am Anfang hitzig und behänd, laulich im Mittel, kalt im Ende.
Man fängt oft etwas hitzig an, pflegt aber kalt hinaus zu gehen.
(Ein Sprichwort, das schon von Luther benutzt wurde. Ursprung ist wahrscheinlich ein ähnliches lateinisches Sprichwort (Principium favet, medium tepet, ultima frigent.) das öfters im Zusammenhang mit dem Deutschen zitiert wird. Mit Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon verhält es sich ähnlich diesem Sprichwort, dessen Umfang wegen der vielen fremden Sprichwörter und Mehrfachnennungen so groß ist, dass der 5. Band erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde.)

Der Anfang kommt einem sauer an, das Ende geht mit Freuden hinaus.

Der Anfang, Mitte und End der Ehre, entspringt allein der guten Lehre.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Der Anfang sei, wie er will, das Ende kriegt das Lob.

Der Angießer muss endlich das Bad austragen.

Der Apfel aber, den Eva brach, brachte uns in alles Ungemach.
(Ein Sprichwort, mit dem jeder Mann nicht nur früher alles Schlechte auf die Frauen abschieben konnte, und alles mit der Begründung, es steht ja schon in der Bibel. Eine Ausrede, die jahrhundertelang die Benachteiligung der Frauen gerechtfertigt wurde und heute noch nicht ganz überwunden ist.)

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
(Sprichwort auch in etlichen anderen Ländern.
Das Sprichwort bedeutet, Kinder beobachten ihre Eltern und folgen ihrem Verhalten.)


Der Apfel schmeckt süß, um den man die Wache betrügt.

Der Apfel sieht rot, doch sitzt ein Wurm darin.

Der Appetit ist ein Schalk, er trügt oft.

Der Appetit kommt beim Essen.
Wenn jemand zuerst lustlos an eine Sache (Mahlzeit) herangeht und erst dabei auf den Geschmack kommt und Appetit auf mehr entwickelt. Öfter wird mit Appetit im übertragenen Sinn auch Habgier gemeint.
Sprichwort in vielen Ländern. Laut verschiedenen Quellen soll das Sprichwort seinen Ursprung in Frankreich haben.
Bei Wander (Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Bd. 1, S. 112, Appetit10) steht, dass der früherer Lehrer Amiot des französischen Königs Heinrich III von Frankreich (* 1551 bis † 1589) von diesem eine reiche Abtei erhielt. Später wollte Amiot auch das Bistum von Auxerre erhalten. Als Begründung soll er zum König „der Appetit kommt, indem man isst.“ gesagt haben, woraus das Sprichwort entstand.
www.zeno.org/Wander-1867/A/Appetit?hl=appetit
Andere Quellen nennen den Abenteuerroman „Gargantua und Pantagruel“ (1535) von François Rabelais' (1494-1553) als Ursprung. Darin kommt der Satz: „Der Appetit kommt beim Essen, sagt Angeston, aber der Durst verliert sich durchs Trinken.“, vor.
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/D#Der_Appetit_kommt_beim_Essen

Der Appetit kommt erst, wenn man was Gutes vor sich hat.


Der April macht die Blumen und der Mai hat den Dank dafür.

Der Arbeiter gewinnt kaum das Brot, der Fromme nährt sich mit Angst und Not.

Der arbeitet in des Teufels Werkstatt, der sich von der Leute Krieg und Zank ernährt.

Der Argwohn ist ein Schalk, und wie er ist, verdenkt er jedermann.

Der Arme bedarf wenig zum Leben im Land: den Weg vor sich und den Stock in der Hand.

Der Arme behält seine Hühner, der Reiche seine Tochter nicht lange.
Die Armen pflegen ihre Hühner - und die Reichen ihre Töchter nicht lange zu behalten.
(Die Ersten verkaufen die Hühner wegen Geldnot und die Zweiten geben reichlich Mitgift.)

Der Arme bleibt nicht ungespottet.

Der Arme hat immer Gegenwind.

Der Arme heißt, dass Gott erbarme.

Der Arme isst, wann er was hat, der Reiche, wann er will.
Der Reiche isst, wenn er will, der Arme, wenn er was hat.
Der Reiche isst und trinkt, was und wann es ihm beliebt, der Arme aber, wann er etwas hat.
Reiche essen, wann sie wollen, Arme, wann sie was haben.
Reiche essen, wenn sie wollen, die Armen, wann sie es haben.

Der Arme ist gar wohl geborgen, er hat für wenig nur zu sorgen.

Der Arme ist gestorben, ehe der Reiche in die Tasche greift.

Der Arme ist längst des Todes verblichen, eh' des Reichen Hülfe kommt geschlichen.

Der Arme ist überall dürftig, und zu geringer Kost und Kleidung genötigt.
(Früher genauso richtig wie heute. Trotz der schönsten Gesetze und Hilfen auf dem Papier und in den Vorschriften gibt es im reichsten Land Europas in allen Städten und Gemeinden arme und obdachlose Menschen.)

Der Arme kennt seine Verwandten besser als der Reiche.

Der Arme leidet und wird erdrückt durch Wucher, Geiz und böse Tück.

Der arme Mann muss draußen vor der Tür stehen.

Der arme Mann muss in den Sack, was Geld gibt, hat guten Geschmack.
Der Arme muss in den Sack.

Der Armen Hand ist Gottes Beutel.

Der Armen Herberge ist bei Helfdirgott.

Der Armen Schweiß find man leicht.

Der Arme schläft in Sicherheit.

Der Arme weit dahinten steht, wenn er kein Geld im Beutel hat.

Der Ärmste muss das Gelage bezahlen.

Der Armut geht viel (wenig) ab, dem Geize alles.

Der auf übelm Weg ist, hat Not davon zu kommen.

Der Ausgang wird’s lehren.

Der Bart wackert (weckt, wachsam, tüchtig, tapfer) den Mann.

Der Bart war früher als der Mann.

Der Bart ziert den Mann.

Der Bauch hat keine Ohren.

Der Bauch ist ein böser Ratgeber.

Der Bauch ist ein schlechter Ratgeber.

Der Bauch ist ein großer Schalk.

Der Bauch ist ein Meister von allen Künsten.

Der Bauch ist ein Wirtshaus, wo es gehet ein und aus.

Der Bauch ist ihm so weich wie mir.

Der Bauch lässt sein nicht vergessen.

Der Bauch lässt sich nichts vorlügen.

Der Bauch lehrt alle Künste.

Der Bauch macht Huren und Buben.

Der Bauch macht uns alle zu Schelmen.

Der Bauer bleibt ein Bauer, auch wenn er schläft bis Mittag.

Der Bauer glaubt nur seinem Vater.

Der Bauer hat nur ein Kind.
(Altes Rechtssprichwort, nach dem im Erbfall ein Bauernhof der jüngste Sohn den Hof im Ganzen erbt und die anderen nur eine verhältnismäßige Abfindung erhalten. Das sollte verhindern, das schon kleine Höfe weiter geteilt werden und zu klein zum Überleben werden.)

Der Bauer ist ein Lauer.

Der Bauer ist nicht zu verderben, man hau` ihm denn Hand und Fuß ab.

Der Bauer ist nie ärmer, als wenn er eingesammelt hat.

Der Bauer ist stolzer als der Barbier, er darf auf sein Werk hofieren.

Der Bauer muss dienen, wie er bespannt ist.

Der Bauer und sein Stier sind ein Tier.
Bauer und Stier sind ein Tier.
(Das bedeutet, beide sind gleich störrisch.)

Der Baum genießt seiner Äpfel nicht.

Der Baum trägt die Äpfel nicht ihm selbst.
Der Baum trägt sich selbst keine Äpfel.

Der Bedürfnislose ist König.

Der Beifall ist das Brot des Künstlers.

Der beklagt sich zu unrecht über die See, der sich zweimal darauf gewagt hat.

Der beste Advokat, der schlimmste Nachbar.

Der beste Anker ist das Haus.

Der beste Arzt ist oft der schlechteste Patient.


Der beste Baum bringt auch wohl eine krüpplige Frucht.

Der beste Jurist, der schlimmste Christ.

Der beste Kegler kann wohl einmal einen Pudel werfen.

Der beste Prediger ist die Zeit.

Der beste Umgang, der mag sein, ist ein Weib, gut, rein und fein.

Der beste Wanderer muss vorangehen.

Der beste Weihrauch kommt von den ältesten Bäumen.

Der beste Wurf im Spiel ist, gar nicht spielen.

Der Bettelsack hat einen langen Zettel, man trägt aller Welt Garn darein.

Der Bettler feiert sechs Tag' in der Woche und den siebenten sitzt er vor der Kirche.

Der Bettler greift nie fehl.

Der Bettler hat Fett und Mehl, Haus und Hof, Kisten und Kasten bei anderen Leuten.

Der Bettler hat vollauf ohne Müh und Arbeit.

Der Bettler sagt nie: es ist zu viel.
Kein Bettler sagt, es ist zu viel.

Der Bettler schlägt kein Almosen, der Hund keine Bratwurst, der Krämer keine Lüge aus.

Der Bettler treibt das goldene faule Handwerk, davon er sechs Tage feiert und den siebenten vor der Kirche sitzt.

Der bezahlte Knecht hat den Arm gebrochen.

Der Blödheit der Frauen kommt man zu Hilfe.

Der Bock dient nicht zum Gärtner.
(Der Kommentar dazu bei Henisch 1616: „denn er verwüstet und verderbet alles.“)

Der Bock lässt wohl vom Bart, aber nicht von Art.

Der Bock traut der Geiß, was er selbst wohl weiß.

Der Bock weiß, dass er Hörner hat.

Der Bogen will nicht immerzu gespannt stehen.

Der Bolz findet die Meise wohl.

Der Borger muss auf den Zahler denken.

Der Böse ist nie schlimmer, als wenn er fromm tut (scheint).
Der Böse ist nie böser, als wenn er sich fromm stellt.
Der Böse ist nimmer böse, denn so er sich fromm stellt.
(Das untere Sprichwort steht 1846 bei Simrock unter Nr. 1228 und ist falsch. Die beiden oberen Sprichwörter dagegen haben einen Sinn und stehen so in mehreren anderen Sprichwörtersammlungen des 19. Jahrhunderts. Ursache ist wahrscheinlich bei Simrock ein Druckfehler durch ein vergessenes „r“ bei böse. Mit dem richtigen Wort „böser“ stimmen alle Sprichwörter wieder überein.)

Der Bösen Freud' wird ihnen leid.

Der Bösen Missfallen ist ein schönes Lob.

Der Bösen Wohlstand ist der Frommen Jammer.

Der Böse scheut das Licht, wie der Teufel das Kreuz.

Der böseste Hund schweigt, wenn er mit Fleisch geworfen und auch der ärgste Feind wird versöhnt, wenn man ihn mit goldenen Pfeilen schießt.

Der bös gedenkt, dem gibt Gott bös.

Der Brei wird nicht so heiß gegessen, als er aufgetragen wird (vom Feuer kommt).

Der Bube bleibt ein Bube auch unter dem Chorrock.

Der Buchstabe ist ein Sklave.

Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Neues Testament, 2. Brief an die Korinther 3, 6)

Der Buhler Zank ist der Liebe Anfang.

Der Buhler Zorn ist der Liebe Sporn.

Der Büttel*6 löst das Gebot auf, das der Amtmann schließt.

Der da hat die Kühe, der hab' auch die Mühe.

Der da hat keine Mühe,
dem gibt man die Kühe,
und der da hat die Mühe,
dem nimmt man die Kühe
und gibt ihm die Brühe.

Der das dünnste Kleid anhat, muss am nächsten bei der Tür sitzen.

Der das Kleine in Ehren hält, ist des Großen desto würdiger.

Der das wenigste kann, hat insgemein das meiste zu sagen.
(Schon früher, 1685 bei Winckler, war das oft der Fall. Wander änderte das Original von Winckler im Deutschen Sprichwörter Lexikon unter Können Nr. 76 in: „Wer das wenigste kann, hat das meiste zu sagen.“)

Der Degen soll ohne Ursache nicht ausgezogen und ohne Ehre nicht wieder eingesteckt werden.

Der Degen und das Geld erfordern kluge Hände.

Der dem Kläffer nicht in seine Nachrede fällt, der bestellt ihn.

Der, dem man gibt, schreibt es in den Sand, dem man nimmt, schreibt es in Stahl und Eisen.

Der den Mond gemacht hat, weiß wohl, wie alt er ist.

Der den Sack aufhebt, ist so schlimm, als der hineinschüttet.

Der Dieb findet so leicht, wie der Glöckner den Kelch.

Der Dieb meint, sie stehlen alle.

Der Dieb ziert den Galgen, wie das Magnifikat die Vesper.
(Magnifikat = rühmen, nach dem ersten Wort der lateinischen Bibel. In der kath. Kirche Teil der Vesper, urchristlicher Lobgesang Marias, der Mutter Jesu.)

Der Diener Ehre, der Herren Ehre.

Der die Pfanne bei dem Stiel hält, kehrt sie, wo er hin will und darum lässt er sie nicht gern von sich.

Der die Schuhe bindet mit Basten (Bast), füllt seinem Herrn Speicher und Kasten.

Der Dilettant will mehr als zehn Künstler können.

Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.

Der Dümmste gibt oft den besten Rat.


Der Durst nach etwas Neuem bleibt uns allezeit in der Kehle und der Hunger zwischen den Zähnen.

Der Edelleute Feste fallen selten in den Christmond.

Der Edelwein am Rhein muss aller König sein.

Der Edle zürnt nicht lange.

Der Egel lässt nicht ab, er sei denn Blutes voll.

Der Ehestand ist ein Hühnerhaus: Der eine will hinein, der andere will heraus.

Der Eid ist der Zeuge der Wahrheit.
(Julius Hubert Hillebrand erklärt das Sprichwort 1858 in seinem Rechtssprichwörterbuch so: „Man glaubt, die Ehrfurcht vor dem angerufenen Gegenstand werde den Schwörenden hindern, den heiligen Namen zum Deckmantel der Lüge zu missbrauchen.“ Bei den vielen beeideten Falschaussagen auch heute vor Gericht ist an der Richtigkeit der Erklärung und dem Sprichwort zu zweifeln. Obwohl dieses Sprichwort in 2 verschiedenen deutschen Rechtssprichwörterbüchern und bei Wander verzeichnet ist, ist es wahrscheinlich trotzdem ein altes schweizerisches Sprichwort, da alle gegenseitig abgeschrieben haben und die einzige wirkliche Quelle die Sammlung schweizerischer Sprichwörter von Melchior Kirchhofer aus dem Jahr 1824 ist.)

Der Eid ist ein Ende alles Haders*14.
(Das bedeutet, der Eid eines Zeugen macht allen Spekulationen und Streitereien über eine Sache ein Ende. Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Der Brief an die Hebräer 6, 16: „Die Menschen schwören ja bei einem Größeren, als sie sind; und der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und macht aller Widerrede ein Ende.“)

Der Eifer ist wohl ein guter Diener, aber ein schlechter Herr.

Der Eigennutz ist das fünfte Evangelium im verkehrten Christentum.

Der Eigennutz ist die Spindel am Rocken*27.

Der Eigensinn ist die Energie der Dummen.

Der eine fängt den Hasen, der andre isst ihn.

Der eine fiedert die Pfeile, der andere verschießt sie.

Der eine frisst den Braten, der andere muss den Spieß lecken.

Der eine gewinnt seine Nahrung mit Sitzen, der andre mit Laufen und Schwitzen.

Der eine gibt mir Geld, der andre bezahlt mich.

Der eine hat Arbeit und Fleiß, der andre Nutzen und Preis.

Der eine hat das Geld, der andre den Beutel.

Der eine hat das Geschrei, der andere hat den Nutz.
(Geschrei = Gerücht)

Der eine hat den Genuss, der andre den Verdruss.
Der eine hat's Genießen, der andre das Verdrießen.

Der eine hat die Mühe, der andre hat die Brühe.

Der eine hat Glück, der andre sät darauf.

Der eine ist das Wort, ein anderer der Hort.

Der eine ist von Roggenstroh, der andre ebenso.

Der eine klopft auf den Busch, der andere fängt den Vogel.

Der eine melkt den Bock, der andere hält das Sieb unter.
(Das Sprichwort meint nutzlose Verbindungen. Zwei tun sich zusammen wobei beide nur Unsinniges oder Dummheiten beisteuern.)

Der einen beleidigt, dräut vielen.

Der eine pflanzt den Baum, der andre isst die Pflaum'.

Der eine rafft die Steine, der andre wirft sie.

Der eine sät, der andre schneidet.
Der eine sät, der andre schneidet, der dritte scheuert*31 ein.
Ich habe gesät, ein andrer mäht.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Johannes 4, 37: „Denn hier ist der Spruch wahr: Dieser sät, der andere schneidet.“)

Der eine schert Schafe, der andere Ferkel.

Der eine schlägt den Nagel ein, der andre hängt den Hut daran.


Die 10 oberen Sprichworte:
Der eine hat die Arbeit und das Nachsehen, der andere hat den Nutzen und Vorteil davon, ohne eigene Arbeit oder sich selbst anzustrengen.


Der ein junges Weib und ein altes Haus hat, hat genug zu flicken.

Der Einsame ist entweder ein Engel oder ein Teufel.

Der Elefant achtet keine Flohstiche.

Der Elefant fängt keine Mäuse.
Der Elefant macht keine Mücke tot.
Elefanten fangen nicht Mäuse.

Der Elster ist ein Ei gestohlen!
Der Elster wird wohl auch ein Ei gestohlen.
(Das bedeutet, auch wenn wer selbst ein Dieb ist und besonders vorsichtig, kann von anderen betrogen oder bestohlen werden.)

Der Eltern Freundlichkeit gibt den Kindern Geschicklichkeit.

Der Engländer sagt, dass eine Frau weise genug sei, wenn sie so viel Verstand hat, unterzutreten, wenn es regnet.
(Früher meinte man, Frauen bräuchten nicht viel lernen (außerdem könnten sie es auch nicht), da sie sowieso heiraten und Kinder bekämen. Dabei ist zu viel Wissen oder Klugheit hinderlich, denn sie würden dann weniger den Anordnungen der Männer folgen und ihren eigenen Kopf durchsetzen wollen, es bring also nur Probleme.)

Der Erbe folgt in des Toten Recht.

Der Erben Tränen sind ein verdecktes Lachen.
Der Erben Weinen ist heimlich Lachen.

Der Erfolg hat viele Väter. Der Misserfolg ist ein Waisenkind.

Der Erste auf der Mühle schüttet.

Der Erste beim Feuer setzt sich am nächsten.

Der Erste beim Herd setzt seinen Topf, wohin er will.
Der erste am Herd setzt sein Häflein*15 wohin er will.
Wer zuerst zum Herd kommt, setzt seinen Topf, wohin er will.

Der erste Betrug ist ärger als der letzte.
Der letzte Betrug ist ärger, als der erste.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 27, 64. Nach der Kreuzigung sollte das Grab Jesu bewacht werden: „auf dass nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger, als der erste.“ Bei Karl Simrock und allen, die bei ihm abgeschrieben haben, steht das erste der beiden Versionen des Sprichwortes. Die zweite Version entspricht dem Bibeltext und ist daher das richtige Sprichwort, wie es auch bei Körte und bei Kirchhofer steht und ins Sprichwörter Lexikon übernommen wurde.)

Der erste Diebstahl beschwert den andern.

Der Erste fängt an.

Der erste Finder ist auch der erste Muter.
(Rechtssprichwort des früheren, gemeinen deutschen Bergrechts. Der Finder hat als Erster das Recht, das Eigentum an den von ihm gefundenen Mineralen zu beantragen (zu muten). Nach erteilter Mutung ist der Finder der Muter.)

Der Erste in der Schüssel, der Letzte heraus.

Der erste Kauf ist der beste.

Der erste Kaufmann der beste.

Der erste Pillendreher war der Geißbock.

Der erste Schritt ist immer der schwerste.

Der erst Streich gilt zwei.

Der erste und letzte, die über den See gehn, ertrinken.

Der erste Wurf taugt nichts.

Der Ertrinkende klammert sich am Strohhalm fest.


Der Esel gehört in die Mühle, dass er Säcke trägt.

Der Esel hat lieber Stroh denn Gold.

Der Esel hat von Jugend auf graue Haare.

Der Esel ist König, denn sein Geschlecht regiert unter allen Tieren.

Der Esel kann nicht Hasen jagen, der Hund kann nicht Säcke tragen.

Der Esel muss sich nicht um die Laute noch der Blinde um den Spiegel bewerben.

Der Esel nennt sich immer zuerst.
Der Esel nennt sich selbst zuerst.
(Die untere Variante steht so 1880 im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander, wie viele andere auch ohne Quellenangabe. Es ist aber keine Schöpfung von Wander, wie etliche andere, wie das Buch „Sprichwörterlese aus Burkhard Waldis“ von Franz Sandvoss aus dem Jahr 1866 beweist, in dem der Wortlaut auf auf Seite 34 steht. Die obere Variante ist wahrscheinlich erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts in Umlauf, da keine älteren Belege zu finden sind. Beide sind heute nebeneinander verbreitet und bedeuten dasselbe. In der heutigen egoistischen Welt halten sich aber immer weniger an diesen oder andere guten Ratschläge, vom Ungebildeten bis hinauf zu Präsidenten.)

Der Esel schimpft das Maultier Langohr.

Der Esel trägt das Korn in die Mühle und bekommt Disteln.

Der Esel und der Treiber denken nicht eins.
Der Esel und sein Treiber denken nicht überein.

Der Esel will geschlagen, der Pöbel mit Gewalt regiert sein.
Der Esel will Schläge haben
(In vielen Sprichwörtern das Gleiche, die Esel werden geschlagen oder geprügelt, damit sie Lasten tragen. Früher mussten sie die Mehlsäcke schleppen. Heute sind es die Touristen, wie auf Santorin. Im Sprichwort und in der Wirklichkeit, wenn die Esel nicht mehr wollen oder wegen Überbelastung nicht mehr können, werden sie geschlagen, oder aussortiert.
Im Internet zu sehen: 
www.focus.dewww.reisereporter.deTierschutzverein-santorini)

Der Esel will lieber Stroh als Gold.

Der Esel will's mit dem Löwen aufnehmen.

Der ewige Frieden ist auf dem Kirchhof.


Der Faden folgt der Nadel.


Der fängt wohl an, der das Ende bedenkt.

Der Faule hat keine Färbung.

Der Faulen ist es ein guter Schutz, dass sie ein Kindlein hat.
Es ist der Faulen ein guter Schutz, dass sie ein Kleinkind hat.

Der Faulenz und das Lüderli sind zwei Zwillingsbrüderli.
Der Faulenz und der Lüderli sind beide gleich Brüderli.

Der Faule spricht: es will nicht Nacht werden.

Der Faule stirbt über seinen Wünschen.

Der Faule sucht einen Herrn, der ihm in der Woche sieben Feiertage gibt.

Der Faule trägt, der Fleißige läuft sich zu Tode.

Der Faulheit Acker stehet voller Nesseln.
(Bei Wander verwandeln sich die Nesseln erklärlicherweise in Disteln (Faulheit Nr. 2), obwohl er die richtige Quelle bei Winckler angibt.)

Der faulsten Sau gehört allweg der größte Dreck.

Der Feige muss weniger Beleidigungen schlucken als der Ehrgeizige.

Der Feinde Fehler soll man kennen, aber nicht nennen.


Der fetten Sau schmiert man nicht den Balg.

Der Finger lehrt den Hintern sch...n.
(Das bedeutet, er versteht nichts davon.)

Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken.
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Fische fangen insgemein am Haupt an zu stinken.

Der Fisch ist gern im Wasser, der Vogel in der Luft, das brave Weib daheim.

Der Fisch will dreimal schwimmen, im Wasser, im Schmalz und im Wein.
Ein Fisch muss dreimal geschwommen haben; nämlich im Wasser, im Schmalz, im Wein.

Der Fisch will schwimmen.

Der Fleißige tut sich nimmer genug.

Der Flicken muss allemal größer sein als das Loch.

Der flieht das Licht wie der Teufel das Kreuz.

Der Fluch an niemand, denn am Flucher klebt.

Der Franzose gedenkt auf das Gegenwärtige, der Spanier auf das Künftige und der Deutsche auf das Vergangene.

Der Fraß richtet sich mit den Zähnen sein Grab zu.

Der Frau Augen kochen wohl, die der Magd nicht.

Der Freiheit Verlust ist schwere Klage.

Der Freunde Fehler soll man kennen, aber nicht nennen.

Der Freunde müssen mindestens zwei sein.

Der Fromme fürchtet das Glück, der Böse das Gesetz.

Der Fromme liebt jeden, der Böse niemand.

Der Frommen Gesellschaft ist aller Heiligen Gemeinschaft.

Der Frommen Hoffnung fehlt nichts, denn was sie glauben, das geschieht.

Der frommen Menschen Sorgen nimmt Gott auf sich.

Der Frosch lässt das Quaken nicht.

Der Frucht des Herrn mangelt nichts.

Der frühe Vogel fängt den Wurm.
(Dies Sprichwort ist ursprünglich ein englisches Sprichwort, das erst zwischen 1980 und 1990 in Deutschland eingebürgert wurde. Erstmals wird es als „The early bird catcheth the worm.“ 1637 in „A Collection of English Proverbs“ von John Ray auf Seite 101 aufgeführt. Es bedeutet, durch frühes oder schnelles Handeln hat man Vorteile gegenüber anderen langsamen. Wer sich früher um etwas bemüht oder für etwas einsetzt, der wird schneller Erfolg haben. Ähnliche deutsche Sprichwörter: Morgenstund hat Gold im Mund. und Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.)

Der Fuchs ändert den Balg und bleibt ein Schalk; der Wolf ändert das Haar und bleibt, wie er war.

Der Fuchs geht nicht zum zweiten Mal ins Garn.

Der Fuchs hat mehr als eine Höhle.
Der Fuchs weiß mehr denn ein Loch.

Der Fuchs grüßt den Zaun um des Gartens willen.

Der Fuchs kann seinen Schwanz nicht bergen.

Der Fuchs verkehrt wohl seine Haut, aber nicht sein Gemüt.

Der Fuchs will ein Pilger werden.
(Das bedeutet, ein Schelm und Betrüger will sich in seinen alten Tagen bessern und gut werden. Dabei sollte man auf gar keinen Fall das vorangegangene Sprichwort vergessen und auf der Hut sein.)

Der Fuchs wird in seinem Bau gefangen.

Der Fuhrmann kann nicht allweg fahren, wie er will.

Der Funke glimmt auch unter der toten Asche.
Unter grauer Aschen liegen öfters brennende Kohlen.

Der Furcht des Herrn mangelt nichts.

Der Furchtsame sieht überall Gespenster.
(Die Übersetzung eines lateinischen Spruchs von Publilius Syrus, die inzwischen zum Sprichwort geworden ist.)

Der Furchtsame trägt sein Gemüt im Angesicht.

Der Galgen ist der Diebe Kanzel.

Der Gang vermag tausend Gulden*13.

Der Gebrauch ist in allen Sachen der beste Lehrmeister.
(Deswegen auch ein anderes Sprichwort: Übung macht den Meister.)

Der Geduldige treibt den Ungeduldigen aus dem Lande.

Der Geduld Sieg behält allein den Stich.

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
(Ursprung des Sprichwortes ist das Evangelium nach Matthäus 26, 41, wo wörtlich steht: „Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“ Das bedeutet, das Fleisch ist stärker als der vom Geist beeinflusste Wille. Das Fleisch, die Fleischeslust, wird immer wieder (vom Teufel) versucht oder verführt, und der Geist, der gut und gottesfürchtig ist zu schwach, sich dagegen zu wehren. Die Gewalt und Stärke der sinnlichen Neigungen gegenüber den geistigen Einflüssen ist zu übermächtig.)

Der Geiz hat keinen Boden.

Der Geiz hat seinen Gott im Kasten.

Der Geizige hat allweg ein' Ursach, die Händ' an sich zu ziehen.

Der Geizige ist allweg arm.
(Das bedeutet, der Geizige ist deswegen immer arm, weil er nicht das Geld hat, sondern das Geld hat ihn.)

Der Geizige ist ärger als ein Dieb; der Dieb stiehlt dem andern das Geld aus der Tasche, der Geizige sich selbst das Mark aus den Beinen.

Der Geizige ist das Ross, das Wein fährt und Wasser säuft.

Der Geizige ist ein reicher Bettler.

Der Geizige ist keinem gut, ihm selber der Ärgste.

Der Geizige ist sein eigener Folterknecht.

Der Geizige macht sich seine Fahrt zur Hölle sauer.

Der Geizige nicht voll werden kann; wer sammelt, spart's für 'nen andern Mann.

Der Geizige trägt seine Seele feil.

Der Geiz ist die Wurzel alles Übels.
Geiz ist eine Wurzel alles Übels.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, aus dem 1. Brief des Paulus an Timotheus 6,10 „Denn Habsucht (Geiz) ist eine Wurzel alles Übels; wie etliche gelüstet hat und sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.“)

Der Geiz ist seine eigene Stiefmutter.

Der Geiz macht sich seine Höllenfahrt sauer.

Der Geiz (Geizige) muss Hunger leiden, weil der Teufel den Schlüssel zum Geldkasten hat.

Der Geiz sammelt sich arm, die Milde gibt sich reich.
Der Milde gibt sich reich, der Geizhals nimmt sich arm.

Der Geiz und der Bettelsack sind bodenlos.
Geiz und Bettelsack sind bodenlos.
Geiz ist bodenlos, dem Bettelsack der Boden aus.
Den Geiz und Bettelsack kann niemand füllen.

Der Geiz wächst mit dem Gelde.

Der Geiz will nicht leiden, dass man das Licht bei ihm anzünde.

Der Geiz wird täglich jünger.
(Das bedeutet, wenn jemand geizig ist, wird dieses Laster meist größer, je älter der Geizige wird.)

Der Gelehrt' wird bei der Geduld bewährt.

Der gelindeste Weg ist der beste.

Der gerade Weg ist der beste.

Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 12, 10: „Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig.“)

Der Gerechte muss viel leiden.

Der gesamten Hand muss man Folge leisten.
(Eine Gesamthandsgemeinschaft ist eine Besitzergemeinschaft, der ein bestimmtes Vermögen gemeinschaftlich gehört. Über das Vermögen kann nur gemeinschaftlich verfügt werden.)

Der Gesandte ist unverletzlich.

Der Gescheite soll den Narren auf dem Rücken tragen.

Der gestohlene Pfennig gilt so viel als ein anderer.

Der Gesunde ist unwissend reich.
Der Gesunde weiß nicht, wie reicher ist.

Der Gesunde kann dem Kranken wohl raten.

Der Gesunde weiß nicht, wie reich er ist.

Der getreue Eckart warnt jedermann.

Der gewinnt mit Geben, der Würdigen gibt.

Der gewinnt übel, der alles vertut.

Der gewinnt viel, der eine Hure verliert.

Der Glaube macht selig.

Der Glaube macht selig, der Tod störrig.

Der Glauben empfängt, die Liebe gibt.

Der Glaube versetzt Berge.

Der Gläubigen Vaterunser und heiße Tränen sind wohl zu fürchten.

Der Gleisner*11 Reden sind durcheinander gehaspelt wie ein verworrener Strang Garn.

Der glücklichen Braut fällt der Regen in den Schoß.
Der glücklichen Braut regnet es in den Schoß.

Der Greis verkehrt selten seine Weis.

Der Grindige kratzt sich leicht blutig.

Der Groschen, den die Frau erspart, ist so gut, als den der Mann erobert (erwirbt).

Der größte Fürst hat an einem Feind zu viel und an tausend Freunden zu wenig.

Der größte Schimpf der Kunst widerfährt, wenn sie dem dient, der's hält unwerth!

Der größte Schritt ist der aus der Tür.

Der Gute fragt mehr nach Worten, als der Narr nach Schlägen.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Sprüche Salomos, 17, 10: „Ein Scheltwort dringt tiefer bei dem Verständigen als hundert Schläge bei dem Toren.“)

Der gute Tag fängt bald vom Morgen an.

Der gute Wille sieht weit.

Der gute Wille tut viel.

Der Gutgenug hat sein Lebtag nichts getaugt.

Der Gutgenug macht's schlecht genug.

Der gut ins Holz ruft, kriegt eine gute Antwort.

Der gut kaut, der gut verdaut.

Der Haber (Hafer) wird nicht vor der Gerste reif.

Der Habichte gibt es viele, die wie Tauben aussehen.

Der Hafen*15 straft den Kessel, dass er rußig ist.

Der Hahn ist König auf seinem Miste.
Der Hahn weiß sich viel auf seinem Miste.

Der Hahn kann nicht so viel zusammentragen, als die Henne verscharren mag.

Der Hahn kräht am kühnsten auf eigenem Mist.
Der Hahn ist kühn auf seinem Mist.

Der Hahn kräht, so er die Henne getreten.

Der Hahn schließt die Augen, eh er kräht - weil er's auswendig kann.

Der Hammer und der Amboss geben harten Widerstoß.

Der Harnisch ist gut, wer sein (ihn) zu brauchen weiß.

Der Hase geht selbander zu Busch und kommt selbfünfzehnter wieder.
(selbander = seit kurzem (nach ~1950) veralteter Begriff aus dem mittelhochdeutschem stammend. Das Wort ist praktisch aus zwei einzelnen zusammengesetzt: Das selb aus selber oder selbst, und das ander aus der/die/das andere oder anders. Früher wurde der andere noch als der zweite verstanden, so hieß selbander man selbst und ein zweiter = zu zweit. Entsprechen sind auch mehr Personen möglich: selbdritt, selbviert und mehr. Als Synonym werden heute meist zusammen, gemeinsam, miteinander oder andere gebraucht. Je nach Kontext können sie aber ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Das Sprichwort bedeutet, der Hase geht zu zweit in den Busch und kommt mit 13 Jungen wieder.)

Der Hase will allezeit wieder dahin, wo er geworfen ist.

Der hat einen elenden Zustand, der keinen Feind hat.

Der hat einen gelenken Kopf, der sich vorn und hinten flöhen kann.

Der hat einen guten Engel gehabt.

Der hat gefährlich zu arbeiten, der mit Zweiflern hat zu streiten.

Der hat gut schinden, der es nicht empfindet.

Der hat gut tanzen, dem das Glück aufspielt.
(Ein seit Jahrhunderten bekanntes Sprichwort. Es wurde in mehreren Jahrhunderten immer wieder als deutsches Sprichwort (z.B. 1873 im „Sprichwörterschatz der Deutschen Nation“ von Wilhelm Binder) oder als Übersetzung aus einer anderen Sprache in alten Wörterbüchern aufgeführt. Wander hat es in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon als „Der tanzt wohl, dem das Glück aufspielt.“ unter Tanzen Nr. 6 ohne deutsche Quelle, nur mit vergleichbaren Sprichwörtern in dänischer, englischer, französischer und italienischer Sprache. Alleine Ida von Düringsfeld und Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld haben 1872 in ihrem Buch „Sprichwörter der germanischen und romanischen Sprachen vergleichend zusammengestellt“, 1. Band unter Nr. 607 unter der Überschrift: „Wem das Glück pfeift, der tanzt wohl.“ 15 Varianten aus etlichen Ländern aufgeführt.)

Der hat seinen Dreck nicht weggetan, der ihn unter sein Fenster fegt.

Der Hausfrau Augen kochen wohl.

Der Hausfriede kommt von der Hausfrau.

Der Haushalt hat ein großes Maul.