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Deutsche Sprichworte
Über 15.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
Des A bis
Die M
Des Alten Stab sind seine Zähne.

Des andern Segen ist dem Neidischen ein Degen.

Des Armen Tränen erweichen keine Steine.

Des Armen Zorn ist sein eigen Unheil.

Des Bösen denkt man lange.

Des Bösen Wohlstand ist der Frommen Jammer.

Des Bösten soll man sich getrösten.

Des Christen Herz auf Rosen geht, wenn`s mitten unterm Kreuze steht.

Des einen Glück, des andern Ungeschick (Unglück).

Des einen Nein gilt so viel als des andern Ja.

Des einen Schaden ist des andern Nutzen.

Des einen Tod, des andern Brot.

Des Fürsten Schatz liegt am sichersten in des Volkes Händen.

Des Geizes Schlund ist ohne Grund.

Des Glücks Gewalt hat Monds Gestalt.

Des Greisen Stab sind seine Kinnbacken.

Des Guten kann man nicht zu viel tun.

Des Handwerks, des Mangels.

Des Herren Aug ist der beste Mist.

Des Herren Ritt über die Saat lässt goldenen Huf.

Des Herrn Auge füttert das Pferd wohl.

Des Herrn Fuß düngt den Acker.

Des Hirten Not, der Schafe Tod.

Des Königs Sohn muss König oder ein Narr sein.

Des Königs Spreu gilt mehr als andrer Leute Korn.

Des Mannes Ehre ist der Frauen Tugend.

Des Mannes Mutter, der Frauen Teufel.

Des Mannes Sinn ist sein Gewinn.

Des Menschen Freien, sein Verderben oder Gedeihen.

Des Menschen Gedicht wird oft zunicht.

Des Menschen Leben hängt an einem Faden (Zwirnsfaden).

Des Menschen Leben nimmt immer ab, aber seine Begierden nehmen täglich zu.

Des Menschen Willen ist sein Himmelreich.
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, die Unentschlossenheit seine Hölle.

Des Morgens kennt man die Arbeiter, des Abends den Wirt.

Des Nachbarn Braten ist stets feister.

Des Nachbarn Henne scheint uns eine Gans.

Des Pöbels Lob hält nicht die Prob.

Des Reichen Wort gilt, denn es ist mit Gold gefüttert.

Des Schulzen Kuh ist ein anderes!

Des Schulzen Kuh und eines andern Kuh sind zweierlei Kühe.

Des Teufels Märtyrer leiden viel mehr als Gottes Märtyrer.

Des Teufels Maß ist immer zu kurz oder zu lang.

Des Teufels Mehl wird zu Grüsch.

Des Todes Pfad ist stets geebnet.

Des Vaters Strafe ist die rechte Liebe.

Des Zornes Ausgang ist der Reue Anfang.

Deutscher Sinn ist Ehrenpreis, deutsches Herz Vergissmeinnicht, deutsche Treue Augentrost.

Dichten und Malen sind freie Künste.

Dicke Brocken geben fette Vögel.

Dicke Bücher und reiche Freunde trösten oft am meisten.

Dicktun ist mein Leben; Bruder, leih mir einen Sechser.

Dicktun ist mein Reichtum, zwei Pfennig mein Vermögen.

Die allzeit lehren, sich nimmer bekehren.

Die alten Freunde sind die besten.

Die Alten hatten Gewissen ohne Wissen, wir heutzutage haben das Wissen ohne Gewissen.

Die Alten müssen die Jungen lehren.

Die alten Propheten sind tot, den neuen glaubt man nicht.

Die Alten reden vom alten Käs.

Die alten Schuhe soll man nicht verwerfen, man habe denn neue.
Man soll keine alten Schuhe wegwerfen, ehe man neue hat.

Die Alten sind auch keine Narren gewesen.

Die Alten sind der Jungen Spott.


Die Alten sind gut zu behalten.


Die Alten sind zäh, geben tut ihnen weh.

Die Alten sollen das Bergsteigen den Jungen befehlen.


Die Alten zum Rat, die Jungen zur Tat.


Die ältesten Briefe gehen vor.

Die Ämter sind Gottes, aber die Amtsleute des Teufels.

Die Angel zieht auch wohl unwillige Fische.

Die Anklage hören viele, die Rechtfertigung wenige.

Die Anschläge der Zimmerleute halten am längsten.

Die Ansicht eines Weisen und den Rat eines Greisen soll man nicht von sich weisen.

Die Apotheke ist eine teure Küche.

Die Arbeit auf dem Rücken trägt den Lohn, wie man zu sagen pflegt.

Die Arbeit ist unser, das Gedeihen Gottes.

Die ärgsten Schiffe müssen fahren, die besten will man im Hafen bewahren.

Die ärgsten Studenten werden die frömmsten Prediger.

Die Armen helfen alle, dass kein Reicher falle.

Die Armen helfen die Füchse fangen, die Reichen in den Pelzen prangen.

Die Armen müssen geben, dass die Reichen können leben.

Die Armen müssen tanzen, wie die Reichen pfeifen.


Die Armen pflegen ihre Hühner - und die Reichen ihre Töchter nicht lange zu behalten.

(Die Ersten verkaufen die Hühner wegen Geldnot und die Zweiten geben reichlich Mitgift.)

Die Armen sind vor Dieben sicher.


Die Armut ist so klebend, dass man sich davon nicht losmachen kann.


Die Ärzte müssen alt, die Apotheker reich und die Barbierer jung sein.

Die auf der fliehenden Seite haben nie gesiegt.

Die auf einem Schiffe zur See sind, sind gleich reich.

Die aufgehende Sonne hat mehr Anbeter als die untergehende.

Die Augen glauben sich selbst, die Ohren anderen Leuten.

Die Augen haben mehr Glauben als die Ohren.

Die Augen hungern noch, wenn auch der Bauch platzt.

Die Augen sind der Liebe Pforten (Tür).


Die Augen sind der Spiegel der Seele.

Die Augen sind größer als der Bauch.

Die Augen sind keinem aus Butter gemacht.

Die Ausgabe ist die Tochter der Einnahme.

Die Backen aufgeblasen, der König kommt.

Die Bären brummen.

Die Bauern bitten nichts so sehr von Gott, als dass den Junkern die Rosse nicht sterben, sonst würden sie die Bauern mit Sporen reiten.

Die Bauern lehren einen Mores.

Die Bauern schlagen einander tot, aber die Edelleute machen einander die Kinder.

Die Beine sind leicht, wenn der Wille gut ist.

Die Besen kann man am wohlfeilsten geben, die man fertig stiehlt.

Die Besiegten dürfen nicht mucksen.

Die beste Amme ersetzt keine Mutter.

Die beste Kost, die nicht viel kost't.
(Das bedeutet, das Beste ist immer noch das Einfache und Preiswerte, das möglichst wenig kostet. Heute wird die Bedeutung des deutschen Sprichworts in der Werbung um etliches verstärkt mit: „Geiz ist geil!“ Die Kost oder Nahrung wird mit allen käuflichen Dingen gleichgesetzt und die Kosten sollen mit Geiz bis zum Unerträglichen gesenkt werden. Was dabei herauskommt, kann man täglich selbst erfahren: Man kauft oft nur noch mangelhafte Waren und Schrott, der sein Geld nicht wert ist Vergleichbares Sprichwort in Ägypten: „Die beste Kost ist die, welche den Bauch füllt.“ Hier wird aber anstelle der Kosten der Sinn und Zweck der Nahrung hervorgehoben sie soll in erster Linie satt machen Genauso sollte bei allen anderen Dingen nicht die Kosten, sondern die Qualität und der Wert einer Sache ausschlaggebend sein.)

Die beste Krankheit taugt nichts.

Die beste Kuh geht nicht zu Markt.

Die beste Mühle ist zwischen Wasser und Wind.

Die besten Eltern haben oft ungeratene Kinder.


Die besten Fechter werden erschlagen, die besten Schwimmer kriegt`s Wasser beim Kragen.

Die besten Feinde sind, die zuvor drohen.

Die besten Freunde stecken im Beutel.

Die besten Gedanken kommen hinten nach.

Die besten Käse werden von den Mäusen angefressen.

Die besten Kirschen fressen die Vögelein.

Die besten Mahner sind die schlimmsten Zahler.

Die besten Schützen sind, so da fehlen.

Die besten Schwimmer ersaufen, und die besten Fechter werden erschlagen.
Die besten Schwimmer ertrinken, und die besten Klimmer brechen den Hals.

Die beste Schwiegermutter auf der Gänseweide (oder die ein grün Kleid anhat).
Die beste Schwiegermutter ist, die einen grünen Rock anhat.
(Das bedeutet, dass die beliebtesten Schwiegermütter die sind, auf deren Grab schon das Gras wächst.)

Die beste Zucht ist, die der Mensch sich selber tut.

Die beste Zucht sind gute Worte und harte Strafe.

Die Bettler sind den Hunden feind und die Hunde den Bettlern.

Die Bitte ist immer heiß, der Dank kalt.

Die bitterste Medizin ist die heilsamste.

Die blutige Hand nimmt kein Erbe.

Die böse Rut' tut bösen Buben gut.


Die Bosheit steht dir in den Augen.


Die Bratwurst sucht man nicht im Hundestall.

Die Brillen, durch die man in die Welt sehen will, müssen von Golde sein.

Die Buben haben Lust zu reiten und zu kriegen, die Mädchen zu Docken (Puppen) und zu Wiegen.

Die Buhler wissen allzeit, wie viel es geschlagen hat.

Die dem Manne traut, die trauet auch den Schulden.

Die den Fürsten verführen, vergiften den Brunnen des Landes.

Die den Hausvater Beelzebub heißen, die heißen vielmehr also seine Hausgenossen.

Die den Mann traut, die traut auch die Schuld.

Die der Lampe bedürfen, füllen sie mit Öl.

Die Deutschen kriegen mit Eisen, nicht mit Gold.

Die Dinge scheinen, die Menschen meinen.

Die Dummen haben das meiste Glück.


Die dümmsten Bauern ernten (haben) die dicksten Kartoffeln.


Die Dümmsten sind überall die Schlimmsten.

Die Edelleute in Bayern mögen jagen, so weit sich das Blaue am Himmel erstreckt.

Die Ehe ist Himmel und Hölle.

Die Ehen werden im Himmel geschlossen und die Torheiten auf Erden begangen.

Die Ehrbarkeit ist ein Baum, der seine Fruchtbarkeit von dem Tau des Himmels nimmt und nicht von dem Mist der Erde.

Die Eifersucht ist eine böse Tochter von gutem Hause, nämlich von Ehre und Liebe.

Die einem drohen, wollen einem nichts tun.

Die eine webt, was die andere spinnt.
(Die eine erzählt das von der anderen gehörte weiter. Üble Nachrede und anderes werden weitergetratscht)

Die Einfalt meint, wenn es vor ihrer Türe nass ist, so regnet`s allenthalben.

Die Einsamkeit ist die Schule der Weisheit.

Die Elle dauert länger als der Kram.

Die Elster kann das Hüpfen nicht lassen.
Die Elster lässt ihr Hüpfen nicht.
(Das Wesen seiner Natur kann man nicht ändern.)

Die Eltern haben die Kinder lieber als die Kinder die Eltern.

Die Ente lacht über das Watscheln der Gans.

Die Erben des Geizigen sind allmächtig, denn sie können Tote erwecken.
(Mit den Toten ist das gehortete Geld des Geizigen gemeint. Solange der Geizige lebt, ist sein Geld sinnbildlich tot und gestorben, da er es zu seinen Lebzeiten nie gebrauchen würde. Erst wenn er gestorben ist, steht das Vermögen wieder für andere zum Gebrauch zur Verfügung und lebt wieder.)

Die Erde kann gegen den Himmel nicht pochen.

Die Ernte hängt von der Saat ab.

Die Ernte steht noch in weitem Felde.

Die erste Frucht der fleischlichen Liebe ist die letzte von der Weisheit.

Die erste Heirat ist ein Eh, Die zweite ein Weh, Die dritte nichts meh.

Die Erste in der Kirche, die Letzte beim Tanz sind zwei Blumen im Mädchenkranz.

Die erste Maulschelle ist besser als zwei andre.

Die ersten Gedanken sind die besten.

Die Ersten sollen die Letzten sein.

Die erste Nuss ist nützlich, die zweite schädlich, die dritte tödlich.

Die Eule gewinnt Adlersfedern.

Die Eule lobt den Tag nicht.

Die Eule trägt ihr Recht auf dem Buckel.

Die Eule weiß nichts vom Sonntage.

Die Faulen kehren sich lang im Bett und wenden dem Teufel den Braten.

Die Faulen und Dreisten schreien am meisten.

Die Feder auf den Hut, das Schwert an die Seite.

Die Feder regiert das Schwert, drum steckt man sie auf den Hut.

Die Feder schwimmt oben.

Die Filialisten gehören der Mutter tot und lebendig.

Die Finger sticht, wer Rosen bricht.

Die Finsternis sei noch so dicht, dem Lichte widersteht sie nicht.

Die Fische haben gut leben, sie trinken, wann sie wollen.

Die fleißige Hand erwirbt, die faule (Hand) verdirbt.

Die Fliege ist, wird der Sommer heiß, der kühnste Vogel, den ich weiß.


Die Fliege setzt sich immer auf ein mageres Pferd.

Die Flinte kennt ihren Herrn nicht.

Die Flucht siegt.

Die Frauen gehen in der Liebe weiter als die meisten Männer, aber Männer sind größer in der Freundschaft.

Die Frauen sind die Schlauen.


Die Frauen sind unrichtige Uhren.


Die Frau hat die Hosen an.

Die Frau kann mit der Schürze mehr aus dem Hause tragen, als der Mann mit dem Erntewagen einfährt.
Die Frösche sind allweg des Storchen Speise.
Die Frau macht oft ein bös Gesicht und der Mann verdient es nicht.

Die Frau muss selber sein die Magd, soll`s gehen, wie es ihr behagt.

Die Freude ist der Schlüssel zum Glück.

Die Frommen siegen im Erliegen.


Die Frösche gehn dem Bache zu, legt man sie schon an Ketten.

Die Frösche sind allweg des Storchen Speise.

Die Frösche tun sich selber Schaden,
wenn sie den Storch zu Hause laden.


Die Frucht ist wie ein Baum.

Die Furcht ist oft größer denn die Gefahr.

Die Furcht tut viel weher als die Gefahr selbst.

Die Fürsten haben der Pferde Art: Sie stallen gern, wo es schon nass ist.

Die Fürsten haben viele Augen, lassen aber nur zweie sehen.
Die Gabe, die zurückgenommen, wird in Besitz des Teufels kommen.

Die Gaben sind wie die Geber.


Die Galgen hat man abgeschafft, die Diebe sind geblieben.

Die Gänse gehen überall barfuß.

Die Gans geht so lange zur Küche, bis sie am Spieß stecken bleibt.

Die Gans lehrt den Schwan singen.

Die ganze Nacht gesoffen ist auch gewacht.

Die gebratenen Tauben fliegen einem nicht ins Maul.

Die Geduld ist aller Schmerzen Arznei.

Die Gefahr flieht, wenn man ihr ins Auge sieht.


Die Gefahr ist da, auch wenn man sie nicht sieht (wenn man sie leugnet).


Die Gefahr ist nicht vorbei, liegt neben dem Feuer das Heu.


Die gefährlichsten Sommer sind die fruchtbarsten.

Die Gegenwart ist unser.

Die Geiß kriegt früh einen Bart.

Die Geiß soll weiden, wo sie angebunden ist.
(Die Ziege kann sich nur im Bereich bewegen, wo sie angebunden ist. Deswegen kann sie auch nur im für sie erreichbaren Bereich das Gras fressen. Das Sprichwort bedeutet, auch die Menschen können sich nur mit den Mitteln ernähren oder ihrer bedienen, die im Bereich ihrer Möglichkeiten liegen. Wer mehr oder Unmögliches will, wird Probleme bekommen und scheitern. Für Unternehmungen bedeutet das zu viel wollen den Konkurs. Vergleichbare Sprichwörter in vielen Ländern auch in Afrika.)

Die Geistlichen sollen bei ihrer Bibel bleiben.

Die Geiß will auch einen langen Sterz.

Die Gelehrten, die Verkehrten.

Die Gelehrtesten sind nicht immer die Klügsten.

Die Gerade geht nicht über die Brücke.

Die Gerechtigkeit ist wohl oft krank, sie stirbt aber nicht.

Die Gerechtigkeit und Wahrheit sind die ältesten Töchter vom Himmel, weil Gott ihr Vater ist.
Die Wahrheit ist die älteste Tochter vom Himmel, weil Gott ihr Vater ist.
(Ähnliches Sprichwort: Wahrheit ist der Zeit Tochter.)

Die Gerste wird vor dem Hafer reif.

Die Gestalt im Spiegel, das Herz im Wein.

Die Gesunden und Kranken haben ungleiche Gedanken.

Die geteilten Mahle sind die besten.

Die Gewaltigen handeln mit Geld, die Schwachen mit Recht.

Die gezählten Schafe frisst der Wolf auch.

Die giftigsten Zeitlosen sind bei Hofe.

Die Glocken klingen weit anders, wenn einem sein Freund stirbt.

Die Glocke ruft zur Kirche, kommt aber selbst nicht hinein.

Die Glückseligen sterben beizeiten.

Die graue Stute ist das beste Pferd.
(Sprichwort auch in England. Die Frau hat im Haus die Hosen an und bestimmt über den Haushalt.)

Die großen Gedanken kommen aus dem Herzen.

Die großen Humpler machen die meisten Späne.

Die großen (größten) Stümper machen die meisten Späne.

Die Größe tut's nicht, sonst überliefe die Kuh den Hasen.

Die größte Eintracht wächst nicht eben, wo jeder will, was der andre.

Die größten Räuber sind Weiber, Wein und Würfelspiel.

Die Gunst eines Fürsten ist mit Gefahr umgeben.

Die Gunst ist besser als die Gabe.

Die gute Meinung deckt alle Fehler.

Die guten Christen sind dünn gesät.

Die guten Jahre müssen die schlechten tragen.
Die Hab ist wie der Haber.

Die Hand, die man nicht abhauen kann, muss man küssen.

Die Hand Gottes schlägt manchen stolzen Helden zu Tode.


Die Hand, so den Eid aufnimmt, kann ihn auch erlassen.

Die Hand vom Sacke! das Mehl ist verkauft!

Die Haue will einen Stiel haben.

Die Hausehre liegt am Weibe.

Die Hausfrau hat fünf K zu besorgen: Kinder, Kammer, Küche, Keller, Kleider.

Die Haut ist kein Narr: wenn sie alt wird, so rümpft sie sich (runzelt sie).

Die Hechte werden deswegen in die Teiche gesetzt, damit die andern Fische nicht faul werden.

Die Hechte werden von kleinen Fischen groß.
Von kleinen Fischen werden die Hechte groß.
(Vergleichbares Sprichwort: Große Fische fressen die kleinen. Das bedeutet, von der Arbeit der Masse der kleinen Leute profitieren die Großen und Mächtigen.)

Die Heiligen holen ihr Wachs wieder.

Die Heiligen lassen nicht mit sich spaßen.

Die Heiligen reden nicht und rächen sich dennoch.

Die heiße Sonne sticht nach einem Regen.

Die Henne, die zu früh gackert, legt auf den Tag ein Windei.

Die Henne kann nicht scharren, ehe sie aus der Schale gekrochen.
(Es braucht alles seine Zeit und es geht nur eins nach dem anderen.)

Die Herren sind schon gut, nur die Diener sind des Teufels.

Die Herren von der Klerisei versalzen uns gar oft den Brei.
(Klerisei = veraltet für Klerus; geistlicher Stand, Priesterschaft, Pfaffentum; wird oft abwertend gebraucht.)

Die Herrscher wechseln nie, es wechseln nur die Namen.

Die Hessen können vor neun nicht sehn.

Die Hintertür lass offen stehn und den Doktor seiner Wege gehn.

Die Hiobspost kommt nach.

Die hoch stehen, müssen viel übersehen.

Die Hoffart misst sich nach der langen Elle.

Die Hoffnung ist das Seil, daran wir uns alle zu Tode ziehen.

Die Hoffnung ist ein wunderliches Ei, da einer die Schalen, der andere das Weiße und wenige den Dotter finden.

Die Hoffnung ist (mir) in den Brunnen gefallen.

Die Hoffnung ist unser, der Ausgang Gottes.

Die Hoffnung sättigt nicht.

Die Hofzucht bringt die Franzosen.

Die Hölle ist voll guter Meinungen.

Die Hölle und der Argwohn werden nimmer satt.

Die Holsten verteidigen ihr Recht mit dem Schwert.

Die hölzernen Anschläge sind die besten.

Die Hunde bellen (Der Hund bellt), aber die Karawane zieht weiter.
Die Hunde bellen (Der Hund bellt), die Karawane zieht weiter.
Die Hunde bellen (Der Hund bellt) und die Karawane zieht weiter.
„bellen“ über jemanden gehässig reden (kritisieren, schlecht machen). Sich nicht um das Gerede von Kritikern und anderen kümmern, sondern unbeirrt von Widerstand die eigenen Ziele weiter verfolgen.
International verbreitetes Sprichwort (armenisch, spanisch, indisch, kurdisch, türkisch), wahrscheinlich türkischen Ursprungs.

Die Hühner legen Eier durch den Kröpf.

Die Hure kommt schnell ins Haus, aber langsam (wieder) heraus.

Die Husaren beten um Krieg und der Doktor ums Fieber.

Die Immen können das Fluchen nicht leiden.

Die in eines Brot sind, müssen auch in seinem Besten sein.

Die Jahre biegen den stärksten Mann.

Die Jugend ist ein kurzweiliger Rausch und das Alter eine langweilige Nüchternheit.

Die Jugend ist kein Fehler und das Alter kein Verdienst.

Die Jugend muss sich austoben.

Die Jugend soll erwerben, was das Alter verzehrt.

Die Jugend weiß nicht, das Alter kann nicht.

Die Jungen bringen den Alten selten was.

Die jungen Raben brauchen Futter.

Die jungen Raben sind wie die alten geschnäbelt.

Die Jungfer gibt's billig und willig.

Die Jungfernschaft ist ehrenwert, doch nimm vorlieb, was Gott beschert.

Die Jungfrau sieht schön aus, hat aber bösen Sinn.
(Mancher mit schönem Aussehen hat einen schlechten Charakter und hat Böses im Sinn.)

Die Kanzlei ist eines Fürsten Herz.

Die Kapaunen*15 werden doch keine Hahnen mehr, darum muss man ihnen das Krähen mit dem Bratspieß vertreiben.

Die Kapuze macht den Mönch nicht.

Die karge Frau geht am meisten zur Kiste.

Die Karte gibt's nicht.

Die Kart und die Kanne macht manchen zum armen Manne.

Die Katze fängt die Mäuse nicht in Handschuhen.

Die Katze frisst gern Fische, sie will aber nicht ins Wasser.

Die Katze hat bald vergessen, dass sie das Licht halten muss.

Die Katze ist am liebsten da, wo man sie streichelt.
Die Katze ist gerne, wo man sie streichelt.
(Das Streicheln verursacht eine angenehme Empfindung (meinen die Menschen) und sie sind verständlicherweise gerne dort, wo sie sich wohlfühlen und ihnen Gutes getan wird (Futter, Wärme, Schlafplatz). Übertragen wird das auch von Menschen angenommen.)

Die Katze lässt das Mausen nicht.

Die Katze liest in der Bibel.

Die Katze mag so begierig sein, als sie will, so macht sie sich doch an keine heißen Suppen.

Die Katze sieht den Bischof an, ist doch ein geweihter Mann!

Die Katze spielt mit den Mäusen, wenn sie satt ist.

Die Katze will auch Bratwürste.

Die Katz ist hungrig, wenn sie ans Brot geht.

Die Kerze, die vorgeht, leuchtet schön.

Die Kerze ist auf den Nagel gebrannt.

Die Kirche hat einen Straußenmagen, sie kann die härtesten Dinge vertragen.

Die Kirche hat in allen Dingen den Vorrang.

Die Kirche wird nicht in Anschlag gebracht.

Die Kirch ist kein Hase.

Die Kitzlein heißen alle wie ihre Mutter, Geiß.

Die kleinen Bächlein laufen in die großen.

Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen.

Die kleinen Diebe hängt man in Gegenwart der großen.
Es geschieht nicht selten, dass die kleinen Diebe in Gegenwart der großen gehangen werden.

Die kleinen Krebse und Fische sind die besten, wenn man große nicht haben kann.

Die kleinen Leute hat Gott erschaffen, und die großen Bengel wachsen im Wald.

Die kleinste Zehe verhindert oft die größte Reise.

Die Konkurrenz schläft nicht.


Die köstlichsten Schiffe sind die nächsten am Hafen.

Die Krähe lässt ihr Hüpfen nicht.

Die Krähe will's mit dem Adler wagen.

Die Kranken haben oft die besten Gedanken.

Die Krankheiten kommen zu Pferde und mit der Post, gehen aber zu Fuß und mit Schneckenschritten wieder weg.

Die Krankheit kommt zu Pferde und geht zu Fuß wieder weg.

Die Krankheit sagt uns, was wir sind.

Die Krume der Muhme, die Rinde dem Kinde.
(Muhme = aus dem Altdeutschen bedeutet, die Schwester der Mutter = Tante des Kindes.)

Die krumme Hand kennt man zu Hofe.

Die Kugel läuft, es kann noch Kegel geben.

Die Kühe, die am meisten brüllen, geben am wenigsten Milch.

Die Kühe melkt man durch den Hals.

Die Kuh leckt kein fremdes Kalb.

Die Kuh milcht durchs Maul.

Die Kuh muss mit dem Kalbe gehen.

Die Kuh stößt den Kübel um.

Die künftigen Herren machen die vorigen fromm.

Die Kunst bedarf des Glücks, und das Glück bedarf der Kunst.

Die Kunst ist lang, das Leben kurz.

Die kurze Qual ist die beste.

Die Kutte macht den Mönch nicht aus.
(In etlichen Ländern, wie z. B. Frankreich Italien, Spanien oder anderen tragen auch Leute eine Kutte, ohne damit Mönche zu sein. Oft wird etwas nur vorgetäuscht und der äußere Anschein trügt.)


Die Lacher hat Gott lieb.

Die Ladung bringt das Geleit mit sich.

Die Lahmen und die Blinden sind allezeit dahinten.

Die lange Haar am Hals hat, bekommt einen reichen Mann.

Die Länge hat die Fährde.
(Fährde, Fährnis = aus dem Althochdeutschen; kann Gefahr, Gefährdung, Risiko, Unsicherheit, drohendes Unheil, Unsicherheit oder Arglist bedeuten.)

Die Langeweile ist die Not derer, die keine Not kennen.

Die langsamen Turniere werden gern gut.

Die Laster stehlen der Tugend die Kleidung.

Die Lästerzunge ist ein Schwert, das mit einem Streich drei zugleich tötet: Sich selbst, den Beleidigten und den Zuhörer.

Die lateinische Küche ist die kostbarste.

Die Laterne leuchtet andern, sich selber nicht.

Die Laus, die erst in den Pelz kommt, ist schlimmer, als die darin gewachsen ist.

Die Laus weidet im Grinde sich fett und geht im alten Pelz auf Stelzen.

Die Leute führen das Recht in der Tasche.

Die Leute geben der Tugend die Hände, aber nicht das Herz.

Die Leute leben eines Gottes, aber nicht eines Kopfes.

Die Leute sagen immer, die Zeiten werden schlimmer! Die Zeiten bleiben immer, die Menschen werden schlimmer.

Die Liebe geht unter sich, nicht über sich.

Die Liebe ist blind und macht blind.

Die Liebe ist nicht blind, aber sie sieht nichts.

Die Liebe ist wie der Tau, sie fällt auf Rosen und Kuhfladen.

Die Liebe macht Lappen.
(Lappen vom mittelhochdeutschen lappe. = schlaff. Herabhängendes, verw. mit schlafen, schlaff werden.)

Die Liebe treibt die Furcht aus.

Die Liebe trinkt nicht Rotwein.

Die Lieb ist süß, bis ihr wachsen Hand und Füß.

Die Lieb ist übel angelegt, die keine Lieb herwider trägt.

Die liebsten Gäste kommen von selbst.

Die linke Hand geht von Herzen.


Die Luft bläht die Sackpfeifen auf und Hoffart den Narren.

Die Luft macht leibeigen.

Die Lüge bedarf gelehrter, die Wahrheit einfältiger Leute.

Die Lüge hängt zusammen wie Sand, man kann ihn nicht ballen.

Die Lüge ist das Schild des Feigen.

Die Lüge krümmt sich, wie eine Schlange, sie gehe oder stehe, so ist sie nimmer gerad.

Die Lust baut das Land.

Die lustigsten Studenten geben die besten Pfarrer.

Die Mädchen beten gern vor dem Spiegel.

Die Männer beim Schmause, die Weiber zu Hause.

Die Männer machen die Gesetze und die Frauen die Mode.

Die Marterwoch lass still vergehn, dein Heiland wird schon auferstehn.


Die Mauern machen das Kloster nicht.

Die Maus soll das Loch suchen, nicht das Loch die Maus.

Die Meile hat der Fuchs gemessen und den Schwanz dreingegeben.

Die Meinung von heute ist nicht immer die Meinung von gestern.

Die meisten glücklichen Ehen werden seufzend, die meisten unglücklichen jubelnd geschlossen.

Die meisten Stimmen gelten.

Die Menschen sind des Herrgotts Spielkarten.

Die Metzger sagen, es ist nichts mehr mit den Bauern zu machen, seit sie in der Bibel lesen und die Kinder selbst machen.

Die Milch balgt wohl, aber sie talgt nicht.
(Das bedeutet, wer viel Milch trinkt, bekommt wohl einen dicken Balg (Bauch), aber er bekommt keinen Talg (Fett, in der Milch immer unter 4%), kein Fett und keine Kraft. Man bekommt als keine Muskeln und Kraft vom Milchtrinken, man wird nur dick.)

Die mit Eitelkeit schwanger sind, gebären meist ein Lügenkind.

Die Mittelstraß ist die sicherst und die Beste.

Die mit Unglück schwanger sind, gebären mühe.

Die Mönche fahren allzeit mit paaren zum Teufel.

Die Mönche teilen sich in Stadt und Land.

Die Mönche verneigen sich nicht vor dem Abt, sondern vor seinen Schüsseln.

Die Morgenröt und stille Zeit, Luft, Hülf und Lieb zum Lernen gibt.

Die Morgensonne hat mehr Anbeter als die Abendsonne.

Die Morgenstunde hat die Arbeit im Munde.

Die Mücke fliegt so lang ums Licht, bis sie sich versengt.

Die Mücken sehn all einander gleich.

Die Mühle dreht sich nicht vom gestrigen Wind.

Die Mutter alles dem Kind anhängt, ob sie gleich Dreck zu Lohn empfängt.

Die Mutter eine Hexe, die Tochter auch eine Hexe.

Die Mutter ein Hur, der Vater ein Dieb, hast du Geld, so bist du lieb.

Die Mutter gibt's teuer und die Tochter nicht wohlfeil.

Die Mutter sagt's, der Vater glaubt's, und ein Narr zweifelt daran.