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Deutsche Sprichwörter
Über 18.000 deutsche Sprichwörter
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Der K
Flagge von Deutschland
Die Farben Schwarz, Rot und Gold der deutschen Flagge wurden ab 1813 von Soldaten des Lützowschen Freikorps in den Befreiungskriegen gegen Napoleon verwendet. Die Farben befanden sich auf den Uniformen, die sie trugen. Das Schwarz symbolisierte die Knechtschaft, aus der das Volk befreit werden sollte. Rot steht für das Blut, welches in den Schlachten von den Soldaten vergossen wurde und Golden war das Licht der Freiheit, die erreicht werden sollte.

Nach den Befreiungskriegen wurden die Farben von den neu gegründeten Burschenschaften weiterverwendet. Beim Hambacher Fest im Mai 1832 wehten dann erstmalig Fahnen mit schwarz-rot-goldenen Querbalken. Die Bundesversammlung des Deutschen Bundes in Frankfurter legte 1848 die Nationalfahne mit schwarz-rot-goldenen Querstreifen fest. Nach Niederschlagung der Revolution wurden die Farben zunächst wieder aus dem öffentlichen Leben verbannt.

Erst die Weimarer Republik erklärte in ihrer Verfassung vom 11. August 1919 Schwarz-Rot-Gold wieder zu den Reichsfarben. Nach der Zeit des Nationalsozialismus und des Weltkrieges wurde mit dem neuen Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland am 8. Mai 1949 die schwarz-rot-goldene Flagge wieder eingeführt um an die zeitweilig durch die Nationalsozialisten verlorene Demokratie als Grundlage für die Bundesrepublik Deutschland anzuknüpfen. Es ist die Flagge Deutschlands und aller Deutschen und nicht die einer Partei oder Organisation, die sie manchmal als eigenes Zeichen für besondere nationale Gesinnung oder Zwecke missbrauchen.


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarz-Rot-Gold
          https://de.wikipedia.org/wiki/Flagge_Deutschlands

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Der Abend rot, der Morgen grau, bringt das schönste Tagesblau.

Der Abt ist auch zuvor ein Diener gewesen.

Der Abt ist ein Mönch, kein Herr.


Der Abwesende bewegt sich jeden Tag weiter und weiter fort.


Der Abwesende muss Haare lassen.

Der Acker muss schwächer sein, als der Bauer.

Der Adler fängt keine Mücken.

Der Adler heckt keine Zeislein.


Der Adler sieht das Luder wohl, aber nicht den Jäger.


Der Affe bleibt ein Aff, und würd’ er König oder Pfaff.

Der Affe nimmt die Pfoten der Katze, um die Kastanien aus dem Feuer zu ziehen.

Der Alchemie ist niemand wert.

Der alle Hecken fürchtet, soll nicht in den Wald fahren jagen.

Der alles will haben, soll nichts haben.

Der alte Freund sei nicht geschmäht, man weiß nicht, wie der neue gerät.

Der alte Gott lebt noch.

Der alte Kaiser lebt noch.

Der alte Mann schmeckt nach dem jungen.

Der Alten Mut ist allzeit gut.

Der Alten Rat, der Jungen Stab.

Der Alten Rat, der Jungen Tat, macht Krummes grad.

Der Ältere teilt, der Jüngere kiest.
(kiest = aus dem Altdeutschen: wählen. Ein altes Rechtssprichwort aus dem Mittelalter. Es war schon als lateinische Rechtsregel im Römischen Reich in Gebrauch. Es bedeutet, wenn zwei Erben sich ein Erbe teilen sollen, muss der ältere es in zwei Teile teilen, von denen sich der Jünger als Erster eines auswählen kann. Im heutigen Recht ist diese Regelung nicht mehr gültig, auch weil es nur zwei Erben berücksichtigt.  Eine 24-seitige Untersuchung zu diesem Sprichwort aus dem Jahr 2008, Universität Bochum.)
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Der Amboss erschrickt vor dem (fürchtet den) Hammer nicht.
Ein guter Amboss fürchtet keinen Hammer.

Der (Ein) Amboss fragt nach keinem Streich.

Der Amboss ist des Lärms gewohnt.


Der Anfänger (Erfinder) ist aller Ehren wert.

Der Anfang sei, wie er will, das Ende kriegt das Lob.

Der Apfel aber, den Eva brach, brachte uns in alles Ungemach.
(Ein Sprichwort, mit dem jeder Mann nicht nur früher alles Schlechte auf die Frauen abschieben konnte, und alles mit der Begründung, es steht ja schon in der Bibel. Eine Ausrede, die jahrhundertelang die Benachteiligung der Frauen gerechtfertigt wurde und    
heute noch nicht ganz überwunden ist.)


Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
(Sprichwort auch in etlichen anderen Ländern.
Das Sprichwort bedeutet, Kinder beobachten ihre Eltern und folgen ihrem Verhalten.)


Der Apfel schmeckt süß, um den man die Wache betrügt.

Der Apfel sieht rot, doch sitzt ein Wurm darin.

Der Appetit kommt beim Essen.
Wenn jemand zuerst lustlos an eine Sache (Mahlzeit) herangeht und erst dabei auf den Geschmack kommt und Appetit auf mehr entwickelt. Öfter wird mit Appetit im übertragenen Sinn auch Habgier gemeint.
Sprichwort in vielen Ländern. Laut verschiedenen Quellen soll das Sprichwort seinen Ursprung in Frankreich haben.
Bei Wander (Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Bd. 1, S. 112, Appetit10) steht, dass der früherer Lehrer Amiot des französischen Königs Heinrich III von Frankreich (* 1551 bis † 1589) von diesem eine reiche Abtei erhielt. Später wollte Amiot auch das Bistum von Auxerre erhalten. Als Begründung soll er zum König „der Appetit kommt, indem man isst.“ gesagt haben, woraus das Sprichwort entstand.
www.zeno.org/Wander-1867/A/Appetit?hl=appetit
Andere Quellen nennen den Abenteuerroman „Gargantua und Pantagruel“ (1535) von François Rabelais' (1494-1553) als Ursprung. Darin kommt der Satz: „Der Appetit kommt beim Essen, sagt Angeston, aber der Durst verliert sich durchs Trinken.“, vor.
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/D#Der_Appetit_kommt_beim_Essen

Der Appetit kommt erst, wenn man was Gutes vor sich hat.


Der Appetit muss sich nach dem Beutel richten.


Der ärgste Feind ist in uns selbst.


Der Argwohn ist ein Schalk, und wie er ist, verdenkt er jedermann.

Der Arme bedarf wenig zum Leben im Land: den Weg vor sich und den Stock in der Hand.

Der Arme behält seine Hühner, der Reiche seine Tochter nicht lange.

Der Arme gehört hinter die Tür.

Der Arme hat immer Gegenwind.

Der Arme hat seinen Platz hinter der Tür.


Der Arme heißt, dass Gott erbarme.

Der Arme isst, wann er was hat, der Reiche, wann er will.

Der Arme ist gestorben, ehe der Reiche in die Tasche greift.
Der Arme ist längst des Todes verblichen, eh' des Reichen Hülfe kommt geschlichen.

Der Arme ist überall im Wege.

Der Arme kennt seine Verwandten besser als der Reiche.

Der Arme leidet und wird erdrückt durch Wucher, Geiz und böse Tück.

Der arme Mann ist gesund, er lebt von der Hand in den Mund.

Der Arme muss halten, was man ihm gestellt, der Reiche hält, was ihm gefällt.

Der Arme muss sein Wort halten und der Reiche hält's, wenn er Gewinn (Nutzen) davon hat.

Der Arme muss in den Sack.

Der Armen Herberge ist bei Helfdirgott.

Der Arme schläft in Sicherheit.

Der Armut geht viel (wenig) ab, dem Geize alles.


Der Arzt ist ein geschickter Mann, der sich selber heilen kann.


Der Arzt ist krank, wenn ein jeder gesund ist.


Der Arzt ist oft mehr zu fürchten als die Krankheit.


Der auf übelm Weg ist, hat Not davon zu kommen.

Der Ausgang ist oft besser als der Aufgang.

Der Ausgang wird’s lehren.

Der Bart wackert (weckt, wachsam, tüchtig, tapfer) den Mann.

Der Bart war früher als der Mann.

Der Bart ziert den Mann.

Der Bauch hat keine Ohren.

Der Bauch hört keine Predigt.

Der Bauch ist ein böser Ratgeber.


Der Bauch ist ein großer Schalk.

Der Bauch ist ein Wirtshaus, wo es gehet ein und aus.

Der Bauch ist ihm so weich wie mir.

Der Bauch lässt sein nicht vergessen.

Der Bauch lässt sich nichts vorlügen.

Der Bauch lehrt alle Künste.

Der Bauch macht Huren und Buben.

Der Bauch macht uns alle zu Schelmen.

Der Bauer bleibt ein Bauer, auch wenn er schläft bis Mittag.

Der Bauer glaubt nur seinem Vater.

Der Bauer hat nur ein Kind.
(Altes Rechtssprichwort, nach dem im Erbfall ein Bauernhof der jüngste Sohn den Hof im Ganzen erbt und die anderen nur eine verhältnismäßige Abfindung erhalten. Das sollte verhindern, das schon kleine Höfe weiter geteilt werden und zu klein zum Überleben werden.)

Der Bauer ist ein Lauer.

Der Bauer ist nicht zu verderben, man hau` ihm denn Hand und Fuß ab.

Der Bauer ist stolzer als der Barbier, er darf auf sein Werk hofieren.

Der Bauer muss dienen, wie er bespannt ist.

Der Bauer und sein Stier sind ein Tier.
Bauer und Stier sind ein Tier.
(Das bedeutet, beide sind gleich störrisch.)

Der Baum genießt seiner Äpfel nicht.

Der Baum trägt die Äpfel nicht ihm selbst.
Der Baum trägt sich selbst keine Äpfel.

Der Bedürfnislose ist König.

Der Beifall ist das Brot des Künstlers.

Der bekommt keinen Honig zu lecken, der sich von der Bienen Stachel lässt schrecken.


Der Beleidiger verzeiht nie.


Der beste Advokat, der schlimmste Nachbar.


Der beste Anker ist das Haus.

Der beste Arzt ist oft der schlechteste Patient.


Der beste Baum bringt auch wohl eine krüpplige Frucht.

Der beste Honig verdirbt im unreinen Glas.

Der beste Jurist, der schlimmste Christ.

Der beste Kegler kann wohl einmal einen Pudel werfen.

Der beste Prediger ist die Zeit.

Der beste Steuermann ist zuerst im Hafen.

Der beste Wanderer muss vorangehen.

Der beste Weihrauch kommt von den ältesten Bäumen.

Der Bettler feiert sechs Tag' in der Woche und den siebenten sitzt er vor der Kirche.

Der Bettler greift nie fehl.

Der Bettler hat vollauf ohne Müh und Arbeit.

Der Bettler sagt nie: es ist zu viel.

Der Bettler schlägt kein Almosen, der Hund keine Bratwurst, der Krämer keine Lüge aus.

Der Bettler treibt das goldene faule Handwerk, davon er sechs Tage feiert und den siebenten vor der Kirche sitzt.

Der Blödheit der Frauen kommt man zu Hilfe.

Der Bock dient nicht zum Gärtner.

Der Bock lässt wohl vom Bart, aber nicht von Art.

Der Bock traut der Geiß, was er selbst wohl weiß.

Der Bock weiß, dass er Hörner hat.

Der Bogen will nicht immerzu gespannt stehen.

Der Bolz findet die Meise wohl.

Der Borger muss auf den Zahler denken.

Der Böse ist immer böse, denn so er sich fromm stellt.

Der Böse ist nie schlimmer, als wenn er fromm tut (scheint).

Der Bösen Freud' wird ihnen leid.

Der Bösen Missfallen ist ein schönes Lob.

Der Bösen Wohlstand ist der Frommen Jammer.

Der Böse scheut das Licht, wie der Teufel das Kreuz.

Der böseste Hund schweigt, wenn er mit Fleisch geworfen und auch der ärgste Feind wird versöhnt, wenn man ihn mit goldenen Pfeilen schießt.

Der Brei wird nicht so heiß gegessen, als er aufgetragen wird (vom Feuer kommt).

Der Bube bleibt ein Bube auch unter dem Chorrock.

Der Buchstabe ist ein Sklave.

Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Neues Testament, 2. Brief an die Korinther 3, 6)

Der Buhler Zank ist der Liebe Anfang.

Der Buhler Zorn ist der Liebe Sporn.

Der Büttel*6 löst das Gebot auf, das der Amtmann schließt.

Der da hat die Kühe, der hab' auch die Mühe.

Der da hat keine Mühe,
dem gibt man die Kühe,
und der da hat die Mühe,
dem nimmt man die Kühe
und gibt ihm die Brühe.

Der das Kleine in Ehren hält, ist des Großen desto würdiger.

Der Degen soll ohne Ursache nicht ausgezogen und ohne Ehre nicht wieder eingesteckt werden.

Der Degen und das Geld erfordern kluge Hände.

Der dem Kläffer nicht in seine Nachrede fällt, der bestellt ihn.

Der, dem man gibt, schreibt es in den Sand, dem man nimmt, schreibt es in Stahl und Eisen.

Der den Mond gemacht hat, weiß wohl, wie alt er ist.

Der den Sack aufhebt, ist so schlimm, als der hineinschüttet.

Der Dieb findet so leicht, wie der Glöckner den Kelch.

Der Dieb meint, sie stehlen alle.

Der Dieb ziert den Galgen, wie das Magnifikat die Vesper.
(Magnifikat = rühmen, nach dem ersten Wort der lateinischen Bibel. In der kath. Kirche Teil der Vesper, urchristlicher Lobgesang Marias, der Mutter Jesu.)

Der Diener Ehre, der Herren Ehre.

Der Dilettant will mehr als zehn Künstler können.

Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.

Der Dümmste gibt oft den besten Rat.


Der Durst nach etwas Neuem bleibt uns allezeit in der Kehle und der Hunger zwischen den Zähnen.

Der Edelleute Feste fallen selten in den Christmond.

Der Edelwein am Rhein muss aller König sein.

Der Edle zürnt nicht lange.

Der Egel lässt nicht ab, er sei denn Blutes voll.

Der Ehestand ist ein Hühnerhaus: Der eine will hinein, der andere will heraus.

Der Eid ist ein Ende alles Haders*14.
(Das bedeutet, der Eid eines Zeugen macht allen Spekulationen und Streitereien über eine Sache ein Ende. Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Der Brief an die Hebräer 6, 16: „Die Menschen schwören ja bei einem Größeren, als sie sind; und der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und macht aller Widerrede ein Ende.“)

Der Eifer ist wohl ein guter Diener, aber ein schlechter Herr.

Der Eigennutz ist das fünfte Evangelium im verkehrten Christentum.

Der Eigennutz ist die Spindel am Rocken*27.

Der Eigensinn ist die Energie der Dummen.

Der eine fängt den Hasen, der andre isst ihn.

Der eine fiedert die Pfeile, der andere verschießt sie.

Der eine frisst den Braten, der andere muss den Spieß lecken.

Der eine gewinnt seine Nahrung mit Sitzen, der andre mit Laufen und Schwitzen.

Der eine gibt mir Geld, der andre bezahlt mich.

Der eine hat Arbeit und Fleiß, der andre Nutzen und Preis.

Der eine hat das Geld, der andre den Beutel.

Der eine hat den Genuss, der andre den Verdruss.
Der eine hat's Genießen, der andre das Verdrießen.

Der eine hat die Mühe, der andre hat die Brühe.

Der eine hat Glück, der andre sät darauf.

Der eine ist das Wort, ein anderer der Hort.

Der eine ist von Roggenstroh, der andre ebenso.

Der eine klopft auf den Busch, der andere fängt den Vogel.

Der eine melkt den Bock, der andere hält das Sieb unter.
(Das Sprichwort meint nutzlose Verbindungen. Zwei tun sich zusammen wobei beide nur Unsinniges oder Dummheiten beisteuern.)

Der einen beleidigt, dräut vielen.

Der eine pflanzt den Baum, der andre isst die Pflaum'.

Der eine rafft die Steine, der andre wirft sie.

Der eine sät, der andre schneidet.
Der eine sät, der andre schneidet, der dritte scheuert*31 ein.
Ich habe gesät, ein andrer mäht.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Johannes 4, 37: „Denn hier ist der Spruch wahr: Dieser sät, der andere schneidet.“)

Der eine schert Schafe, der andere Ferkel.

Der eine schlägt den Nagel ein, der andre hängt den Hut daran.


Die 10 oberen Sprichworte:
Der eine hat die Arbeit und das Nachsehen, der andere hat den Nutzen und Vorteil davon, ohne eigene Arbeit oder sich selbst anzustrengen.


Der ein junges Weib und ein altes Haus hat, hat genug zu flicken.

Der Einsame ist entweder ein Engel oder ein Teufel.

Der Elefant macht keine Mücke tot (fängt keine Mücken).

Der Elster ist ein Ei gestohlen!
Der Elster wird wohl auch ein Ei gestohlen.
(Das bedeutet, auch wenn wer selbst ein Dieb ist und besonders vorsichtig, kann von anderen betrogen oder bestohlen werden.)

Der Eltern Freundlichkeit gibt den Kindern Geschicklichkeit.

Der Engländer sagt, dass eine Frau weise genug sei, wenn sie so viel Verstand hat, unterzutreten, wenn es regnet.
(Früher meinte man, Frauen bräuchten nicht viel lernen (außerdem könnten sie es auch nicht), da sie sowieso heiraten und Kinder bekämen. Dabei ist zu viel Wissen oder Klugheit hinderlich, denn sie würden dann weniger den Anordnungen der Männer folgen und ihren eigenen Kopf durchsetzen wollen, es bring also nur Probleme.)

Der Erbe folgt in des Toten Recht.

Der Erben Tränen sind ein verdecktes Lachen.
Der Erben Weinen ist heimlich Lachen.

Der Erfolg hat viele Väter. Der Misserfolg ist ein Waisenkind.

Der Erste auf der Mühle schüttet.

Der Erste beim Feuer setzt sich am nächsten.

Der Erste beim Herd setzt seinen Topf, wohin er will.

Der erste Betrug ist ärger als der letzte.
Der letzte Betrug ist ärger, als der erste.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 27, 64. Nach der Kreuzigung sollte das Grab Jesu bewacht werden: „auf dass nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger, als der erste.“ Bei Karl Simrock und allen, die bei ihm abgeschrieben haben, steht das erste der beiden Versionen des Sprichwortes. Die zweite Version entspricht dem Bibeltext und ist daher das richtige Sprichwort, wie es auch bei Körte und bei Kirchhofer steht und ins Sprichwörter Lexikon übernommen wurde.)

Der erste Diebstahl beschwert den andern.

Der Erste fängt an.

Der erste Finder ist auch der erste Muter.
(Rechtssprichwort des früheren, gemeinen deutschen Bergrechts. Der Finder hat als Erster das Recht, das Eigentum an den von ihm gefundenen Mineralen zu beantragen (zu muten). Nach erteilter Mutung ist der Finder der Muter.)

Der Erste in der Schüssel, der Letzte heraus.

Der erste Kauf ist der beste.

Der erste Kaufmann der beste.

Der erste Pillendreher war der Geißbock.

Der erste Schritt ist immer der schwerste.

Der erste und letzte, die über den See gehn, ertrinken.

Der erste Wurf taugt nichts.

Der Ertrinkende klammert sich am Strohhalm fest.


Der Esel gehört in die Mühle, dass er Säcke trägt.

Der Esel hat lieber Stroh denn Gold.

Der Esel hat von Jugend auf graue Haare.

Der Esel nennt sich immer zuerst.

Der Esel schimpft das Maultier Langohr.

Der Esel trägt das Korn in die Mühle und bekommt Disteln.

Der Esel und der Treiber denken nicht eins.
Der Esel und sein Treiber denken nicht überein.

Der Esel will geschlagen, der Pöbel mit Gewalt regiert sein.
Der Esel will Schläge haben
(In vielen Sprichwörtern das Gleiche, die Esel werden geschlagen oder geprügelt, damit sie Lasten tragen. Früher mussten sie die Mehlsäcke schleppen. Heute sind es die Touristen, wie auf Santorin. Im Sprichwort und in der Wirklichkeit, wenn die Esel nicht mehr wollen oder wegen Überbelastung nicht mehr können, werden sie geschlagen, oder aussortiert.
Im Internet zu sehen: 
www.focus.dewww.reisereporter.deTierschutzverein-santorini)

Der Esel will lieber Stroh als Gold.

Der Esel will's mit dem Löwen aufnehmen.

Der ewige Frieden ist auf dem Kirchhof.


Der Faden folgt der Nadel.


Der Faule hat keine Färbung.

Der Faulen ist es ein guter Schutz, dass sie ein Kindlein hat.
Es ist der Faulen ein guter Schutz, dass sie ein Kleinkind hat.

Der Faulenz und das Lüderli sind zwei Zwillingsbrüderli.
Der Faulenz und der Lüderli sind beide gleich Brüderli.

Der Faule spricht: es will nicht Nacht werden.

Der Faule stirbt über seinen Wünschen.

Der Faule sucht einen Herrn, der ihm in der Woche sieben Feiertage gibt.

Der Faule trägt, der Fleißige läuft sich zu Tode.

Der faulsten Sau gehört allweg der größte Dreck.

Der Feige muss weniger Beleidigungen schlucken als der Ehrgeizige.

Der Feinde Fehler soll man kennen, aber nicht nennen.


Der fetten Sau schmiert man nicht den Balg.

Der Finger lehrt den Hintern sch...n.
(Das bedeutet, er versteht nichts davon.)

Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken.
Der Fisch stinkt vom Kopf her.

Der Fisch ist gern im Wasser, der Vogel in der Luft, das brave Weib daheim.

Der Fisch will dreimal schwimmen, im Wasser, im Schmalz und im Wein.
Ein Fisch muss dreimal geschwommen haben; nämlich im Wasser, im Schmalz, im Wein.

Der Fisch will schwimmen.

Der Fleißige tut sich nimmer genug.

Der Flicken muss allemal größer sein als das Loch.

Der flieht das Licht wie der Teufel das Kreuz.

Der Fluch an niemand, denn am Flucher klebt.

Der Fraß richtet sich mit den Zähnen sein Grab zu.

Der Frau Augen kochen wohl, die der Magd nicht.

Der Freunde Fehler soll man kennen, aber nicht nennen.

Der Freunde müssen mindestens zwei sein.

Der Fromme fürchtet das Glück, der Böse das Gesetz.

Der Fromme liebt jeden, der Böse niemand.

Der Frommen Gesellschaft ist aller Heiligen Gemeinschaft.

Der Frosch lässt das Quaken nicht.

Der frühe Vogel fängt den Wurm.
(Dies Sprichwort ist ursprünglich ein englisches Sprichwort, das erst zwischen 1980 und 1990 in Deutschland eingebürgert wurde. Erstmals wird es als „The early bird catcheth the worm.“ 1637 in „A Collection of English Proverbs“ von John Ray auf Seite 101 aufgeführt. Es bedeutet, durch frühes oder schnelles Handeln hat man Vorteile gegenüber anderen langsamen. Wer sich früher um etwas bemüht oder für etwas einsetzt, der wird schneller Erfolg haben. Ähnliche deutsche Sprichwörter: Morgenstund hat Gold im Mund. und Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.)

Der Fuchs ändert den Balg und bleibt ein Schalk; der Wolf ändert das Haar und bleibt, wie er war.

Der Fuchs geht nicht zum zweiten Mal ins Garn.

Der Fuchs grüßt den Zaun um des Gartens willen.

Der Fuchs kann seinen Schwanz nicht bergen.

Der Fuchs verkehrt wohl seine Haut, aber nicht sein Gemüt.

Der Fuchs weiß mehr denn ein Loch.

Der Fuchs wird in seinem Bau gefangen.

Der Fuhrmann kann nicht allweg fahren, wie er will.

Der Funke glimmt auch unter der toten Asche.

Der Furchtsame sieht überall Gespenster.

Der Galgen gibt es viel, der Galgenstricke aber noch mehr.


Der Galgen ist der Diebe Kanzel.

Der Gang vermag tausend Gulden*13.

Der Gebrauch ist in allen Sachen der beste Lehrmeister.
(Deswegen auch ein anderes Sprichwort: Übung macht den Meister.)

Der Geduldige treibt den Ungeduldigen aus dem Lande.

Der Geduld Sieg behält allein den Stich.

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
(Ursprung des Sprichwortes ist das Evangelium nach Matthäus 26, 41, wo wörtlich steht: „Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“ Das bedeutet, das Fleisch ist stärker als der vom Geist beeinflusste Wille. Das Fleisch, die Fleischeslust, wird immer wieder (vom Teufel) versucht oder verführt, und der Geist, der gut und gottesfürchtig ist zu schwach, sich dagegen zu wehren. Die Gewalt und Stärke der sinnlichen Neigungen gegenüber den geistigen Einflüssen ist zu übermächtig.)

Der Geiz hat keinen Boden.

Der Geiz hat seinen Gott im Kasten.

Der Geizige hat allweg ein' Ursach, die Händ' an sich zu ziehen.

Der Geizige ist allweg arm.
(Das bedeutet, der Geizige ist deswegen immer arm, weil er nicht das Geld hat, sondern das Geld hat ihn.)

Der Geizige ist das Ross, das Wein fährt und Wasser säuft.

Der Geizige ist ein reicher Bettler.

Der Geizige ist keinem gut, ihm selber der Ärgste.

Der Geizige ist sein eigener Folterknecht.

Der Geizige nicht voll werden kann; wer sammelt, spart's für 'nen andern Mann.

Der Geizige trägt seine Seele feil.

Der Geiz ist die Wurzel alles Übels.
Geiz ist eine Wurzel alles Übels.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, aus dem 1. Brief des Paulus an Timotheus 6,10 „Denn Habsucht (Geiz) ist eine Wurzel alles Übels; wie etliche gelüstet hat und sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.“)

Der Geiz ist seine eigene Stiefmutter.

Der Geiz macht sich seine Höllenfahrt sauer.

Der Geiz muss Hunger leiden, weil der Teufel den Schlüssel zum Geldkasten hat.

Der Geiz sammelt sich arm, die Milde gibt sich reich.
Der Milde gibt sich reich, der Geizhals nimmt sich arm.

Der Geiz und der Bettelsack sind bodenlos.
Geiz und Bettelsack sind bodenlos.
Geiz ist bodenlos, dem Bettelsack der Boden aus.
Den Geiz und Bettelsack kann niemand füllen.

Der Geiz wächst mit dem Gelde.

Der Geiz will nicht leiden, dass man das Licht bei ihm anzünde.

Der Geiz wird täglich jünger.
(Das bedeutet, wenn jemand geizig ist, wird dieses Laster meist größer, je älter der Geizige wird.)

Der Gelehrt' wird bei der Geduld bewährt.

Der gelindeste Weg ist der beste.

Der gerade Weg ist der beste.

Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 12, 10: „Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig.“)

Der Gerechte muss viel leiden.

Der gesamten Hand muss man Folge leisten.
(Eine Gesamthandsgemeinschaft ist eine Besitzergemeinschaft, der ein bestimmtes Vermögen gemeinschaftlich gehört. Über das Vermögen kann nur gemeinschaftlich verfügt werden.)

Der Gesandte ist unverletzlich.

Der Gescheite soll den Narren auf dem Rücken tragen.

Der gestohlene Pfennig gilt so viel als ein anderer.

Der Gesunde ist unwissend reich.

Der Gesunde kann dem Kranken wohl raten.

Der Gesunde weiß nicht, wie reich er ist.

Der getreue Eckart warnt jedermann.

Der gewinnt mit Geben, der Würdigen gibt.

Der gewinnt übel, der alles vertut.

Der gewinnt viel, der eine Hure verliert.

Der Glaube lässt sich nicht zwingen.

Der Glaube macht selig.

Der Glaube macht selig, der Tod störrig.

Der Glauben empfängt, die Liebe gibt.

Der Glaube versetzt Berge.

Der Gläubigen Vaterunser und heiße Tränen sind wohl zu fürchten.

Der Gleisner*11 Reden sind durcheinander gehaspelt wie ein verworrener Strang Garn.

Der glücklichen Braut fällt der Regen in den Schoß.
Der glücklichen Braut regnet es in den Schoß.

Der Greis verkehrt selten seine Weis.

Der Grindige kratzt sich leicht blutig.

Der Groschen, den die Frau erspart, ist so gut, als den der Mann erobert (erwirbt).

Der größte Fürst hat an einem Feind zu viel und an tausend Freunden zu wenig.

Der größte Schimpf der Kunst widerfährt, wenn sie dem dient, der's hält unwerth!

Der größte Schritt ist der aus der Tür.

Der Gute fragt mehr nach Worten, als der Narr nach Schlägen.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Sprüche Salomos, 17, 10: „Ein Scheltwort dringt tiefer bei dem Verständigen als hundert Schläge bei dem Toren.“)

Der gute Name ist der beste Same.

Der Gutgenug hat sein Lebtag nichts getaugt.

Der Gutgenug macht's schlecht genug.

Der gut ins Holz ruft, kriegt eine gute Antwort.

Der gut kaut, der gut verdaut.

Der Haber (Hafer) wird nicht vor der Gerste reif.

Der Habichte gibt es viele, die wie Tauben aussehen.

Der Hafen*15 straft den Kessel, dass er rußig ist.

Der Hahn ist König auf seinem Miste.

Der Hahn kann nicht so viel zusammentragen, als die Henne verscharren mag.

Der Hahn kräht am kühnsten auf eigenem Mist.
Der Hahn ist kühn auf seinem Mist.

Der Hahn kräht, so er die Henne getreten.

Der Hahn schließt die Augen, eh er kräht - weil er's auswendig kann.

Der Hammer und der Amboss geben harten Widerstoß.

Der Harnisch ist gut, wer sein (ihn) zu brauchen weiß.

Der Hase geht selbander zu Busch und kommt selbfünfzehnter wieder.
(selbander = seit kurzem (nach ~1950) veralteter Begriff aus dem mittelhochdeutschem stammend. Das Wort ist praktisch aus zwei einzelnen zusammengesetzt: Das selb aus selber oder selbst, und das ander aus der/die/das andere oder anders. Früher wurde der andere noch als der zweite verstanden, so hieß selbander man selbst und ein zweiter = zu zweit. Entsprechen sind auch mehr Personen möglich: selbdritt, selbviert und mehr. Als Synonym werden heute meist zusammen, gemeinsam, miteinander oder andere gebraucht. Je nach Kontext können sie aber ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Das Sprichwort bedeutet, der Hase geht zu zweit in den Busch und kommt mit 13 Jungen wieder.)

Der Hase will allezeit wieder dahin, wo er geworfen ist.

Der hat einen gelenken Kopf, der sich vorn und hinten flöhen kann.

Der hat gut ratgeben, dem es wohl geht.

Der hat gut tanzen, dem das Glück aufspielt.


Der hat seinen Dreck nicht weggetan, der ihn unter sein Fenster fegt.

Der Hättich und der Wolltich haben beide nichts.

Der Hausfrau Augen kochen wohl.

Der Hausfriede kommt von der Hausfrau.

Der Haushalt hat ein großes Maul.

Der Hehler ist schlimmer als der Stehler.

Der Hehler macht den Stehler.

Der Heiligen Gut hat der Wehre nicht.

Der heilige Sebastian ist gut, sprach der Mönch: wie ich auch mit ihm teile, so schweigt er und ist zufrieden.

Der Heireri sieht nit wohl, hört nit wohl und kann nit recht reden, drum muss er ein Pfarrer werden.

Der heißt ein rechter weiser Mann, wer Nützliches, nicht viele Dinge kann.

Der heißt mit Unrecht mir ein Mann, der seine Frau nicht meistern kann.

Der Henker ist ein scharfer Barbier.


Der Henker schlägt dem, so vor ihm ist, den Kopf ab und dräut denen, die hinter ihm sind.

Der Hering hängt an seinen eigenen Kiemen.
(Für eigene Taten und Fehler ist man selbst verantwortlich und muss die Folgen selber tragen.)

Der Herren Güter sind nicht denen, die sie verdienen, sondern denen man sie gönnt.

Der Herren Sachen sind Sorgen und Wachen.

Der Herren Sünde, der Bauern Buße.

Der Herr muss selber sein der Knecht, will er's im Hause haben recht.

Der Herr sieht mit einem Auge mehr als der Knecht mit vieren.

Der Herr soll von Linden sein, der Knecht von Eichen.

Der heutige Tag ist der Jünger des gestrigen.

Der Himmel ist hoch, man kann sich nicht dran halten.

Der Himmel ist nicht für die Gänse erbaut; für die Gottlosen aber auch nicht.

Der Himmel ist schwer zu verdienen, sprach der Abt, als er vom Bette fiel und die Nonne ein Bein brach.

Der Himmel ist uns überall gleich nahe.

Der Himmel lässt der Ziege den Schwanz nicht zu lang wachsen.

Der Himmel sieht noch gar zu klar aus, dass es Morgen sollte Reichstaler regnen.

Der hinkende Bote kommt eben so weit.

Der hinkende Bote kommt hinterdrein.

Der Hinkende ist unter den Einbeinigen König.

Der höchste Berg ist die Türschwelle.

Der Hoffärtige keift immer.

Der Hof trägt wohl gute Früchte, es sind aber wenig, die solche genießen.

Der Honig des Reichtums kommt aus dem Bienenstock des Fleißes.

Der Honig geht schwer ein, wenn man ihn essen muss.

(Sprichwort in Russland mit der gleichen Bedeutung: Sauer ist der Honig dem, der ihn essen muss.)

Der Honig ist nicht weit vom Stachel.


Der Horcher an der Wand hört seine eigne Schand.

Der Hosenteufel findet statt, seit Adams grünem Feigenblatt.
(Hosenteufel sind Pluderhosen, die im 16. Jahrhundert in Mode waren. Sie wurden bekämpft und verteufelt, wegen der Stoffverschwendung. Man brauchte sehr viel und teuren Futterstoff, meist aus Seide, für das hervorquellende Futter. Deswegen wurden Pluderhosen an vielen Orten von Kirche und Staat verboten oder beim Antreffen in der Öffentlichkeit zerstört, was für die Betroffenen sehr peinlich war, da sie ohne Hosen nach Hause gehen mussten.)

Der Hund, der den Hasen aufspürt, ist so gut, als der ihn fängt.

Der Hund, der nicht getroffen ist, schreit nicht.

Der Hunde bellen hindert niemand.

Der Hunde bellen jagt das Schwein aus dem Walde.

Der Hund frisst wieder, was er gespien hat.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Der zweite Brief des Petrus, 2, 22. „Es ist ihnen widerfahren das wahre Sprichwort: Der Hund frisst wieder, was er ausgespien hat; und: Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kot.“)

Der Hund hat mit der Haut bezahlt.

Der Hund ist tapfer (stolz) auf seinem Mist (Hof).

Der Hund kennt sein Bein.
Der Hund kennt seinen Knochen wohl.

Der Hund weiß seines Herrn Willen wohl.

Der Hund wird nicht ledig, ob er gleich in die Kette beißt.

Der Hunger findet den Doktorhut.

Der Hunger ist ein Unger.

Der Hunger ist niemands Freund.

Der Hunger kostet wenig, der Überdruß viel.

Der Hunger macht alle Speise süß, allein sich selbst nicht.

Der Hunger treibt den Wolf aus dem Busch (Walde).
Der Hunger treibt den Wolf ins Dorf.

Der Hunger treibt den Wolf über Schnee und Eis.

Der Huren Schönheit ist gleich den Früchten, so auf hohen Felsen wachsen und nur von Raben und anderen Raubvögeln genossen werden.

Der Hypochonder ist bald kuriert, wenn euch das Leben recht kujoniert.
(kujoniert, kujonieren = altes, noch wenig gebrauchte Bezeichnung für überwiegend unnötig und schlecht und bösartig bedrängen, drangsalieren, unwürdig behandeln, schikanieren, jemanden als Dummkopf behandeln, bei der Arbeit schlecht behandeln. Dieses Sprichwort steht so 1837 in der Sammlung von Wilhelm Körte unter Nr. 3101. Schon vorher wurde der Spruch in Goethes (1749–1832) Gedichten unter Sprichwörtliches veröffentlicht.)
Der irrt nicht, der auf unrechtem Wege umkehrt.

Der ist arm, den Sorgen grau gemacht (machen).

Der ist arm gewisslich, der spricht: hätt' ich.


Der ist beredt, den man gern hört.


Der ist bös, der ihm selbst nur gut ist.

Der ist der Mann, der sich selbst regieren kann.

Der ist doppelt arm, der reich gewesen ist.

Der ist ein armer Knecht, der der Gemeinde dient.

Der ist ein Gestreichter, so mit dem Engel gestritten hat.

Der ist ein kluger Mann, der sich in Menschen schicken kann.

Der ist ein Narr, der sich nimmt an, was er nicht vollbringen kann.

Der ist ein verständig Mann, der nicht alles will, was er kann.

Der ist ein weiser Mann, der Schickelmann zur Hand gehen kann.
(Die Erklärung zu Schickelmann steht in der Sprichwörtersammlung von Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 auf Seite 920 unter Nr. 23: „Also haben die Alten die Zeit genennt und haben gesagt: Schickelmann wohnet an der Straßen. Das ist soviel gesagt: Jedermann lebt in der Zeit und muss drin wandeln, und die Zeit lehrt jeden, was er tun und lassen soll; sie leiht, regiert, straft, bessert, bösert und macht mit den Menschen, was sie will.“)

Der ist ein weiser Mann, der sich selber raten kann.

Der ist fromm, der ungezählt Geld wiedergibt.

Der ist (gar) ein weiser Mann, der von Holdern Abbrech machen kann.
(Mit Holdern ist der Holunder oder Fliederbeerbusch (Sambucus) und mit Abbrech ist abbrechen gemeint. Übertragen bedeutet es, das man Holunder = etwas Holdes (was einem günstig, gnädig, treu, gewogen ist oder gern hat), abbrechen kann, der sich vom Liebsten zu trennen imstande ist. Ein weiser Mann wird seine eigenen Interessen abbrechen und hintenan stellen, wenn es besser für die Allgemeinheit oder dem anderen ist.)

Der ist glücklich genug, der keine Zeit hat, unglücklich zu sein.

Der ist lange tot, der vorm Jahre starb.

Der ist nicht arm, der nichts hat, sondern der, welcher viel verlangt.

Der ist nicht arm, der nie gehabt, sondern der besessen und verloren hat.


Der ist nicht arm, der wenig hat, arm ist allein der Nimmersatt.


Der ist nicht der Tapferste, der sich nie gefürchtet, sondern der, der die Furcht überwand.


Der ist nicht frei, der dem Teufel zu eigen ist.

Der ist nicht ganz frei, der noch ein Stück von seinen Banden nach sich schleppt.

Der ist recht arm, welcher von Gott verlassen ist.

Der ist recht edel in der Welt, der Tugend liebt und nicht das Geld.

Der ist reich, des Reichtum niemand weiß.

Der ist und bleibt arm, der nicht praktizieren, lügen und trügen kann.

Der ist weis' und wohl gelehrt, der alle Dinge zum Besten kehrt.
Der Mann ist aller Ehren wert, der alle Dinge zum Besten kehrt.
Der Mann ist ehrenwert, der alle Dinge zum Besten kehrt.
Der Mann ist weis und wohlgelehrt, der alle Dinge zum Besten kehrt.
Weis ist der und wohlgelehrt, der alles gern zum Besten kehrt.

Der ist wohl ein echter Geck, der streiten will mit einem Dreck.

Der Jugend Fleiß, des Alters Ehre.
Der Jugend Lehre, des Alters (der Alten) Ehre.
(Je gewissenhafter man in der Jugend lernt, umso mehr hat man im Alter davon.)

Der Jugend ist man von Natur hold.

Der Junge hat eben so 'nen linden Bauch, zu sterben, als der Alte.

Der Junge kann sterben, der Alte muss sterben.

Der Jungen Tat, der Alten Rat, der Männer Mut sind allzeit gut.
Der Jungen Tat, der Männer Rat, der Alten Gebet, sind selten umsonst (drei Vorteile gut).

Der Jünger ist nicht über seinen Meister.

Der Junge steigt, wenn der Alte fällt.

Der Kaiser hat mich lieb und wert, wo wäre, der mich nicht begehrt? spricht der Pfennig.


Der Kaiser ist aller Eltern Vormund.

Der Kalendermacher macht den Kalender, aber unser Herrgott das Wetter.

Der kann genug, der schweigen kann.

Der kann nicht reden, der nicht kann schweigen.

Der kann sanft schlafen, der keine Sorgen hat.

Der kann sich der Armut nicht erwehren, der mehr will verzehren, als sein Pflug kann ernähren.


Der Katze, die den Spieß leckt, vertrau den Braten nicht.

Der Katzen Scherz ist der Mäuse Tod.

Der Kessel schilt immer den Ofentopf.

Der Kinder Wille steckt in der Rute.

Der Kinnbacken ist des Alten Stütze.

Der Kirchen Gebet tut mehr bei der Regierung denn das Schwert der Obrigkeit.

Der Kirchhof deckt die Sünden der Ärzte zu.

Der Kitzel ist der Vettel noch nicht vergangen.

Der Kläger hat's wohl, wenn nur der Prahler etwas hätte!

Der kleine Spaziergang hat mir wohl getan, sagte der Mann, als er vom Begräbnis seiner Frau zurückkam.

Der Klügere gibt nach.

Der Gescheitere gibt nach.
Der Klügste gibt nach.
(Wahrscheinlich der Grund, warum Dummheit, Gewalt und Geld die Welt regieren.)

Der Klügere gibt nach, sagte der Fuchs, als ihm der Jäger das Fell über die Ohren zog.

Der Kluge träumt nur, wenn er schläft, der Dumme auch, wenn er wacht.

Der Knecht ist nicht besser den sein Herr.

Der Knecht muss keinen Vorteil haben für den Herrn.

Der Knecht soll dem Herrn, die Magd der Frau dienen und die Philosophie der Theologie.

Der Knüppel liegt beim Hunde.

Der Koch muss seines Herren Zunge haben.

Der Koch wird vom Geruch satt.

Der kommt allzeit zu spatt, der auszugehen nimmer die weile hat.

Der kommt nimmer in den Wald, der jeden Strauch fürchtet.

Der kommt noch nach Haus und bringt seine Knochen im Sacktuch mit.

Der Könige Zorn ist ein Vorbote des Todes.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Sprüche Salomos, 16, 14. „Des Königs Grimm ist ein Bote des Todes; aber ein weiser Mann wird ihn versöhnen.“ Wander macht im Sprichwörter Lexikon gleich zwei Sprichwörter daraus: Unter König Nr. 63 beginnt es: Des Königs Zorn; unter Zorn Nr. 26 steht: Der Zorn des Königs.)

Der König kann nicht allweg regieren, wie er will.

Der Kopf ist stärker als die Hände.
Der Kopf ist stärker denn die Hand.

Der Kopf muss oben, die Füße unten sein.

Der Krämer wird länger leben wie seine Elle.

Der Kranich hat den Fuchs zu Gast.
(Zwei Betrüger sprechen sich ab und sind nur auf den eigenen Vorteil aus.)

Der Kranke hofft, dieweil ihm der Odem ausgeht.

Der Kranke spart nichts als die Schuhe.

Der Kranke und Gesunde haben ungleiche Stunde.

Der Kränkste muss das Licht tragen.

Der Krebs ist kein guter Botenläufer.

Der Krieg geht allein über armer Leute Beutel.

Der Krieg hat keinen Rat.

Der Krieg hilft manchem auf die Beine, das aus einem Reiter ein Fußgänger wird.

Der Krieg ist der Vater aller Dinge.
(Ein Sprichwort aus der Zeit, als Krieg noch für Politik mit anderen Mitteln gehalten wurde. Das einzig sichere ist, das im Krieg nur Tod und Verderben über das Land kommt und einer versucht, beim anderen so viel wie möglich zu zerstören. Alles, was während eines Krieges oder vorher für einen Krieg entwickelt wird, dient nur dem einen Zweck, zu zerstören. Neues und Nützliches wird erst später in Friedenszeiten hervorgebracht, auch um die Schäden von Kriegen zu beseitigen.)

Der Krieg seucht wohl, stirbt aber nicht, sprechen die Kriegsleut.
(seucht = er ist verseucht, hat die Seuche und verbreitet eine Seuche, stirbt aber nicht, da er selbst die Seuche ist.)

Der Krieg verderbt Land und Leut; wer lebt, dem bleibt die beste Beut.

Der Krieg viel Unheil bringen tut, drum ist allein der Friede gut.

Der Krieg, wie er sich auch wende, so nimmt er doch mit Schad ein Ende.

Der Krieg wird Freunden und Feinden schwer.

Der Krieg zum Anfang fordert Geld und den zum Fortgang aber Geld und zum Auswarten eitel Geld.
(Auswarten = überstehen, aushalten und durchhalten. Das bedeutet, ein Krieg kostet immer sehr viel Geld, abgesehen von den Menschenleben. Jeder hofft zu überleben und ein Gewinner zu sein, den die Verlierer bezahlen müssen. Am Ende verlieren alle und müssen bezahlen, die einen mit dem Leben, alle mit Geld. Eine jahrhundertalte Erkenntnis (obiges Sprichwort aus: „Der Teutschen Weissheit“ vom evangelischer Theologen und Sprichwörtersammler Friedrich Petri (Peters) (1549-1617) aus dem Jahr 1605), die zu den heute Verantwortlichen noch nicht durchgedrungen ist.)

Der Krug geht so lange zum Brunnen (zu Wasser), bis er bricht (den Boden verliert).
Der Krug so lang ging zum Bach, bis er endlich einmal brach.
Der Krug so lang zum Wasser geht, bis er zu gebrochen dasteht.
(In vielen Ländern zerbrechen die Krüge einmal, der Kürbis geht wie in Ungarn unter oder man büßt wie in Italien die Pfoten ein. Eine Sache dauert nicht ewig, irgendwann geht alles zu Ende oder zu Bruch)

Der Krüppel kann nicht hinken.

Der Kuckuck behält seinen Gesang,
die Glock ihren Klang,
der Krebs seinen Gang,
Narr bleibt Narr sein Leben lang.

Der Kuckuck legt seine Eier in fremde Nester.

Der Kuckuck ruft seinen eignen Namen.

Der kühle Wein macht ein gut Latein.

Der Kunst ist niemand gram, als der sie nicht kann.

Der Küster ist des Pfarrers (Selfkant) Ohrenbläser.
(Ein Ohrenbläser ist jemand, der etwas einflüstert oder andere heimlich verleumdet, ein Zuträger von Dingen, die besonders dem hörenden schmeicheln und für andere meist negativ sind oder verleumden, einer, der üble Nachrede betreibt.)