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Deutsche Sprichwörter
Über 21.000 deutsche Sprichwörter
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Wie macht / produziert man Sprichwörter?

Dafür muss man laut Wander: „das für diesen Zweck gebildete Sprachgefühl – ich (Wander) möchte es das Sprichwörterohr nennen – besitzen. . . und dann kann nichts als das rasch erkannte Gepräge, das dem Sammler eigene Sprachgefühl, der Sprichwörter-Instinkt, wenn ich so sagen darf, entscheiden.
Ich habe die Sprichwörter nach den obigen Ansichten aufgenommen, auch von keinem meiner geehrten Mitarbeiter einen tabellarischen Nachweis darüber verlangt, ob es ein wirkliches, normal entstandenes, durch Volksbeschluss als solches bestätigtes Sprichwort und nicht ein untergeschobener Wechselbalg sei; . . und mein Leben schien mir zu kurz, um bei jedem einzelnen Ausspruch, den ich bei einem Schriftsteller, in einer Zeitung angeführt fand, oder der mir von einem Sammler und Mitarbeiter geboten wurde, lange und unfruchtbare Erörterungen obiger Art anzustellen. Wenn ich ein Sprichwort einmal auf der Straße oder im Umgange hörte, wenn ich es einmal in einer Schrift angeführt fand, wenn es mir als Sprichwort zugesandt wurde, so nahm ich es in meine Sammlung auf. So ganz ohne Prüfung bin ich indes nicht verfahren; ich sah zunächst schon auf den sprichwörtlichen Charakter und suchte womöglich die Quelle anzugeben, aus der geschöpft war, das Land oder den Ort, wo es vernommen worden u. s. w.,“
(aus der Vorrede zum ersten Band des Deutschen Sprichwörter Lexikons Seite 13 - 14)

Aus den Text von Abraham a Sancta Clara hat Karl Friedrich Wilhelm Wander geschöpft und laut seinem Vorwort sämtliche Sprichwörter, Gleichnisreden, überhaupt alles, was sprichwörtliches Gepräge habe, sorgfältig gelesen und ausgezogen und 1838 in seinem Buch „Abrahamisches Parömakon“ veröffentlicht. Dass die Sprichwörter augenscheinlich nicht bekannt sind, soll der Ursache geschuldet sein, dass sie von Abraham a Sancta Clara so eigentümlich formuliert sind und wohl selten angewandt werden.

Die ersten 5 „Sprichwörter“ aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara ausgezogen lauten in Wanders Buch „Abrahamisches Parömiakon“ von 1838, teilweise mit anderem Wortlaut als bei A. a Sancta Clara:
 
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich. — Nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwandten Leib erwecken.
 
2. Weiber und Weinbeeren machen alle Beutel leer.
Oder:
3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
 
4. Auf den Weinmonat folgt im Kalender der Wintermonat, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler.
 
5. Die Kandel und Andel bringen einen armen Wandel, deswegen sollte Bacchus von Rechtswegen in der einen Hand einen Regimentsstab, in der andern einen Bettelstab führen; nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren.
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Der Originaltext aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara, Bd. 1. Salzburg, 1686, auf Seite 4 bis 5 lautet:
"Zu Dotrecht in Holland war nicht gar vor vielen Jahren ein Gesell, welcher fein sauber all das Seinige verschwendet durch stete Schlemmerei und Unsauberkeit, denn diese beide gemeiniglich verwandt sind und wenn Bacchus hinter dem Ofen sitzt, so heizt die Venus ein und sind diese so nahe beieinander, wie der Knopf bei der Hose. Auch zeigt es die öftere Erfahrung, dass Feuchtigkeit und nässe den Kalk anzündet, nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwanden Leib erwecken, die Weiber aber und Weinbeere machen mehristen Teil alle Beutel eitel und gleichwie in dem Kalender auf den Weinmonat der Wintermonat folget, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler. Dessenthalben soll Bacchus von Rechts wegen in einer Hand ein Regimentsstab, in der anderen Hand ein Bettelstab führen. Nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren, bringen also die Kandl und Andl einen Menschen zu einem armen Wandel."
(Andere Ausgaben sind gleichlautend.)

Allein das „Sprichwörterohr“ von Wander erkannte diese „Sprichwörter“, unabhängig davon, das sie nicht als Sprichwörter im Umlauf waren. Alle Stellen, in denen diese als „Sprichwörter“ auftauchen, datieren nach 1838 und haben wohl aus Wanders Werk geschöpft. Aus der Zeit vorher gibt es keine auffindbare Quelle, in der einer dieser Sprüche außerhalb des Textes von Abraham a Sancta Clara zitiert, oder als Sprichwort bezeichnet wird. Das schließt nicht aus, das Sancta Clara an anderen Stellen auch Sprichwörter gebraucht hat. Die sind aber dann unabhängig von ihm auch bei anderen Autoren als Sprichwörter zu finden.
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Einträge im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander:
   
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich.
(Stichwort Kalk Nr. 13, angegebene Quelle: Parömiakon, 1.)

2. Weiber und Weinbeer machen alle Beutel leer.
(Stichwort Weib Nr. 1128, angegebene Quelle: Parömiakon, 2, Leipziger Tageblatt, Nr. 260 vom 16.9.1864, Seite 1 (Spruch von Abr. a Sancta Clara))
(Möglicherweise hat Wander diesen Spruch in Anlehnung an ein anderes Sprichwort bei Sailer, Seite 100 formuliert: „Drei W machen viel Beutel leer: Würfel, Weiber, Weinbeer'.“ Würfel oder Spiel in Verbindung mit Weib und Wein oder Weinbeere kommen auch in anderen Sprichwörtern und bei anderen Autoren öfters vor.)

3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
(Stichwort Beutel Nr. 24, im Sprichwörter Lexikon von Wander ohne Quellenangabe.)

4. Auf den Weinmonat folgt der Wintermonat.
(Stichwort Weinmonat Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 4.)

5. Kandel und Andel bringen einen armen (bösen) Wandel.
(Stichwort Kandel Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
    Andel und Kandel machen einen bösen Wandel.
(Stichwort Andel (Diminutiv von Anna), angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
Weitere von Wander angegebene Quellen, in denen aber ein etwas anderer Text für das Sprichwort steht. Wander bemängelt den anderen Text bei Karl Simrock als Druckfehler. Wahrscheinlich hat Braun 1840 von Wander (1838) abgeschrieben und den Text etwas verändert, alle anderen dann von ihm.:
    Kandel und Andel bringen einen warmen Mantel.
(Braun 1840, Nr. 1740; Marbach 1842, Seite 52; Simrock 1846, Nr. 5395; Wilhelm Körte zweite Auflage 1861, Nr. 4085 (sind ein warmer Mantel.) Nicht in Körtes 1. Auflage von 1837 enthalten)
.............

Von Wander angegebenen Quellen zu Sprichwörtern von Abraham a Sancta Clara stammen aus seinem eigenen Buch „Abrahamisches Parömakon“ von 1838, also von ihm selbst oder von anderen, die ihrerseits von ihm abgeschrieben haben. So kann man aus Texten vieler Autoren mit etwas Geschick und Sprichwörterohr Sprichwörter herausziehen und mit Wortumstellungen zu Sprichwörtern machen. Auf Seite 5 der Vorrede in Band 1 des Sprichwörter Lexikons zitiert Wander aus einem Gutachten der Gesellschaft für deutsche Sprache in Berlin „Weil es als Münze, unbesehen und unverändert umläuft, wird nicht jeder Denk- noch Sinnspruch zum Sprichwort." Leider richtet sich Wander nicht danach. Etliche seiner „Sprichwörter“ sind keine Sprichwörter, da sie nie als Sprichwörter unter den Menschen bekannt geworden sind oder umgehen. Sie bleiben, was sie vorher waren, Zitate aus Büchern anderer Autoren, auch wenn sie später bei Wander als „Sprichwörter“ abgeschrieben wurden. Nur wenn sie auch in anderen Quellen zu finden sind, sind es wahrscheinlich wirklich Sprichwörter.

Ein weiteres Beispiel auf dieser Seite:

In seinen Büchern „Scheidemünze oder neue deutsche Sprichwörter“, 2 Bände aus den Jahren 1831 und 1832 und „Sprichwörtergarten“ aus dem Jahr 1838 veröffentlichte Wander selbst fabrizierte Sprüche, den Sprichwörtern nachempfunden. Diese selbst gemachten „Sprichwörter“ seiner vorangegangenen Bücher nahm er ebenso als Quelle für sein Sprichwörter Lexikon, wie alles andere.
Im “Sprichwörtergarten“ Nr. 204 und in „Scheidemünze“ 1. Band, Nr. 4519 steht der von ihm gemachte Spruch „Wem's in den Füßen zuckt, der tanzt ohne Musik.“. Der wird mit entsprechenden Quellenangabe in in Band 1 des Deutschen Sprichwörter Lexikons in Spalte 1299 unter Fuss Nr. 116 übernommen, wobei „zuckt“ durch „juckt“ ersetzt wird.
Einige Sprichwörterbücher der letzten 20 Jahre, ebenso andere Bücher und Internetseiten übernahmen daraus nun den von Wander fabrizierten Spruch als deutsches Sprichwort. Ein Beleg für den tatsächlichen Umlauf als Sprichwort ist nicht vorhanden.

Ein Beispiel für ein echtes Sprichwort durch ältere Quellen:
„Er schickt sich in alle Sättel.“ steht in „Abrahamisches Parömakon“ unter Nr. 2764. Bei A. a Sancta Clara steht im „Wohl angefüllter Weinkeller“ auf Seite 471: „Ein Schmeichler schickt sich in alle Sättel.“ Hier hat auch Sancta Clara ein Sprichwort zur Verdeutlichung seiner Gedanken verwendet. Ältere Quellen finden sich in der deutschen Ausgabe der Baierische Chronik von Johannes Aventin (1477 - 1534), herausgegeben 1566 (Auf alle Sachen und alle Sättel geschickt.), in „Florilegium Ethico-Politicum“ von Jan de Gruytere (1560 - 1627) aus dem Jahr 1612 und 1630 im Politischen Blumengarten von Christoph Lehmann (1568 - 1638), (bei beiden : „Zu schimpf und ernst auf alle Sättel gerecht.“).
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Weder nie noch immerfort, ist der Liebe Losungswort.

Wegen böser Leute kommen schwere Zeiten.

Wegen dem Denken kann man einen nicht henken, aber wegen dem Sagen gar oft aufs Maul schlagen.

Wegen dichter Saat darf niemand seine Scheuer*31 größer bauen.

Wegen einem Stück Fleisch geben die Hunde die Freundschaft auf.

Wegen Nichtachtung des Vertrags darf man den Vertrag nicht brechen.

Weh den Eseln oder Pferden, so die Bettler reiten werden.

Wehe dem, der sich vor dreien nicht hütet: Wollust*35, Wein und Würfel.

Wehe dem Herrn, der seinem Knecht muss zu Willen sein.

Wehe dem Land, wo der Herr ein Kind ist.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 10, 16: „Weh dir, Land, dessen König ein Kind ist und dessen Fürsten in der Frühe tafeln!“)

Wehe denen, die bei sich selbst weise sind, und halten sich selbst für klug.

Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse heißen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen.

Wehe denen, die der Geizteufel besitzt.

Wehe denen, so Helden sind Wein zu saufen und Krieger in Völlerei.

Wehe der Heldenhaufen ob ihrem Weinsaufen.

Wehe der Statt und Land, da Wölfe kriegen Oberhand.
(Statt = aus dem Mittelhoch- und Althochdeutschem - stat von Stehen = Stätte, Stelle, Platz, ein bestimmter Ort.)

Wehrende Hand schuf Gott.

Wehrender Hand wird immer Rat.

Wehrt man nicht, so wachsen die Tannen in die Tischlade.

Weiben und Mannen ist sorglich.

Weiber an den Fenstern und Tauben auf der Gasse sind stets in Gefahr.

Weiberaugen, (sind) Feuerspiegel.
Weiberaug ist ein Feuerspiegel.
(Das bedeutet, sie verbrennen das Herz des Mannes.)

Weiber fangen selten was Gutes an, nehmen oft ein Drescher vor einem Tröster.

Weiber findet man nimmer ohne Rede.

Weiber führen das Schwert im Maule, drum muss man sie auf die Scheide schlagen.

Weiber geraten nicht allemal wohl.

Weibergestalt ist nur gemalt.

Weiberglaube schadet den Männern nicht.

Weiber, Feuer und Meer sind drei gefährliche Dinge.

Weiber, Glück und Gold sind allen Narren hold.

Weiber haben langes Haar und kurzen Sinn.
(Dieses Sprichwort ist mit der Bezeichnung Frauen oder Weiber oder ganz ohne diesen Hinweis in Umlauf. Es deutet darauf hin, das dieses Sprichwort wie etliche andere von Männern gemacht wurde und das die den Frauen keine große Intelligenz zutrauten. Ein Vorurteil, das viele Männer dank ihrer beschränkten Intelligenz auch heute noch haben.)

Weiberhitze und List übertrifft Löwenstärke.

Weiber hüten ist vergebliche Arbeit.

Weiberkleider decken des Nachts wohl.

Weiber können weinen und lachen, wenn sie wollen.

Weiber können Wunden hauen, aber nicht heilen.

Weiberkrieg gilt nichts.

Weiberlieb und Herrengunst sind nicht mehr als blauer Dunst.

Weiberlist geht über alle List.
Weiberlist, nichts drüber ist!
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 25, 19: Alle Schlechtigkeit ist gering gegen die Schlechtigkeit einer Frau;)

Weiberlist, Gottes Gnade und der Bauern Schalkheit hat nimmer ein Ende.

Weiberlist übertrifft aller Welt Weisheit.

Weiberlist und süße Worte überwältigen Mannesstärke.

Weiber nehmen gern Drescher für Tröster.

Weiber nehmen ist kein Pferdehandel.

Weibern und Geschossen soll niemand trauen.

Weibern und Jungfrauen war ausgehen nie so gut, daheimbleiben war besser.

Weiberrache hat keine Grenzen.

Weiberreden, armes Reden.

Weiberregiment nimmt selten gut End.

Weiberröcke sollen mit Scham und Zucht verbrämt sein.

Weiber schlagen gibt schlechte Ehre.

Weiberschönheit, das Echo im Wald und Regenbogen vergehen bald.

Weiberschönheit hat manchen verderbt und betrogen.

Weiberschönheit ist ein verdeckter Unflat.

Weiber sind anfangs leicht, werden aber immer schwerer.

Weiber sind außen mit stolzen Kleidern und innerlich mit Falschheit gefüttert. Wenn mit ihnen rechnest, so übersteigt bei ihnen Zins und Unkosten das Kapital.

Weiber sind des Teufels Kloben, darin er fängt, was aufsitzt.

Weiber sind Katzen mit glatten Bälgen und scharfen Tatzen.

Weiber sind klug von Natur und Närrinnen aus Neigung.

Weiber sind veränderlich wie Aprilwetter.

Weiber sollen mit dem Plewel und nicht immer mit dem Maul waschen.
(Plewel, Pleuel = ein kurzes, breites und flaches Holz, ähnlich eines Dreschflegels oder einer Flachs- oder Hanfschwinge. Früher wurde besonders den Frauen nachgesagt, das sie abschätzige Reden führen, wenn mehrere miteinander reden. Sie waschen dabei schmutzige Wäsche zum Nachteil anderer. Das weibliche Sprechen wurde grundsätzlich abgewertet, es wurde als Geräusch ohne Sinn oder Verstand gewertet. Ein Geräusch ähnlich dem Klatschen von Dreschflegeln, womit die Verbindung hergestellt war. Schon Luther hat öfters vom unnützen Waschen mit den Mäulern gesprochen und geschrieben, was zur Verbreitung von Ausdrücken und Sprichwort sorgte.)

Weiber und Geld schulden all' Übel der Welt.

Weiber und Hühner verlieren sich bald auf der Straße.

Weiber verschweigen nur, was sie nicht wissen.

Weiber weinen, trunkenen Bauern beten und Spieler schwören geschieht alles ohne Andacht.

Weiber, Wein und Würfelspiel Verderben manchen, wer's merken will.

Weiberwitz ist federleicht.

Weiber wollen gern schön sein und ist doch besser, wenn sie fromm sind.

Weiberzorn ist heftig.

Weiberzunge ist glatt.

Weibes Mutter ist nicht Tod.

Weibsbild soll nicht sein wild.

Weibs und Kinder vergessen ist kein Kinderspiel.

Weibsweinen will den Mann fällen.

Weib und Kind sind lieber, denn Vater und Mutter.

Weib und Leinwand kauft man nicht bei Lichte.
Weiber und Leinwand kauf nicht bei Lichte.
(Mit dem Licht ist wohl das unzureichende künstliche Licht gemeint, denn Wilhelm Körte meint dazu: „es gehört heller Tag dazu, wenn du nicht willst betrogen sein.“)

Weich bald, weich fern, komm langsam wieder, damit vertreibt die Pest ein jeder.

Weich du mir, so weich ich dir.

Weiche Betten helfen nicht allzeit zum Schlaf.

Weichen ist keine Schand, bist du übermannt.

Weichlicher Arzt macht faule Wunden.

Weichst du mir, so weich ich dir.

Weidenkopf und stolzen Bauer soll man alle drei Jahre behauen.
Weiden und Bauern muss man alle drei Jahre beschneiden, sonst werden sie zu geil.

Weil das Gras wächst, stirbt das Pferd.

Weil dem Geizigen der Odem geht, ist er zu nehmen stets bereit.

Weil der Hund bellt, so frisst der Wolf das Schaf.

Weil der Hund bellt, verliert er den Knochen.

Weil der Hund pisst, entläuft ihm der Hase.

Weil der Schad das Gesinde nicht brennt, so löscht es auch das Feuer nicht viel.

Weil die Henne legt, so legt man ihr auch.

Weil die Kohlen riechen, bleibt die Köchin beim Pfaffen.

Weil die Obrigkeiten in der Schrift Götter heißen, so meint jeder Amtmann, er wäre ein Ölgötz.

Weil dir die Füße noch los sind, so geh.

Weil einer kann, so braucht man ihn; darnach schlägt man ihn ins Gras.

Weil ich hab Geld genommen, kann die Wahrheit nicht aus mir kommen.

Weil man hat gelernt durch die Finger sehen, ist den Brillenmachern groß Schad geschehen.

Weil Nutz der Pfennig bringen kann, so ist dem Pfennig niemand gram.

Weil's Markt ist, muss man kaufen.

Wein auf Salat, schad’t dem Doctor einen Dukat.

Weinende Braut, lachende Frau.

Weinen hilft vor den Tod nicht.

Wein, Geld und Gut verkehrt der Weisen Mut.
Zu viel Wein, Geld und Gut verkehrt der Weisen Mut.

Wein gibt Mut und frisches Blut.

Wein hält nicht rein.

Wein hat keinen Riegel vor.

Wein hat keinen Schrein.

Wein hat offnen Schrein.

Wein hilft dem Alten aufs Bein.
Der Wein hilft den Alten aufs Bein.
(Ein Trugschluss, meist zieht er allen, auch den Jungen, die Beine weg.)

Wein, Hurenlieb und Kartenspiel hat gebracht in Not und Armut viel.

Wein ist der Poeten Heiliger Geist.

Wein lehrt lallen.

Wein macht aus manchem weisen Mann, dass er die Narrenkappe streift an.

Wein macht fröhliche Leute.

Wein macht neu Geblüt.

Wein macht Unmuts vergessen.

Wein mäßig trinken ist sehr gut, erfreut das Herz und gibt frisches Blut.

Wein red't viel; aber bös Latein.
Der Wein redet schlecht latein.
(Der Wein löst die Zungen, aber selten kommt dann etwas Vernünftiges oder gar Brauchbares, und wenn, dann nur für andere, die Geheimnisse erfahren. Ein Sprichwort, das meist zutrifft, selten das Nachfolgende.)

Wein sagt die Wahrheit.

Wein schiebt keine Riegel vor.

Wein spricht Latein.

Wein trinken heißt Wein bezahlen.
Wein trinken, Wein bezahlen.
Wer Wein trinkt, muss Wein bezahlen.

Wein und Bier folgen dem Zapfen.

Wein und Bier schmeckt süß, versauf ich gleich die Schuh, behalt ich doch die Füß.

Wein und Brot gibt auch eine Suppe.

Wein und Saitenspiel erfreuen das Herz.

Wein und Weiber betören die Weisen.
(betören = aus dem Mittelhochdeutschen = betrügen - zum Toren machen. Jemanden hinreißen, berücken verliebt machen, der nüchternen Überlegung berauben, zu etwas verführen. Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 19, 2: „Wein und Weiber betören die Weisen;“)

Wein und Weiber machen alle Welt zu Narren.

Wein, Weiber und Würden ändern den ganzen Menschen.

Wein, Weißbrot, gebraten Fleisch und Fisch, das macht das Blut und leben frisch.

Weise Buben sind die schädlichsten.

Weiße Hühner legen auch wohl die Eier in die Nesseln.

Weise Hut behält ihr Gut.

Weise ist, der von jedem Menschen lernen kann.
(Dieser Spruch wird teilweise auch als Zitat aus dem Talmud oder als Sprichwort aus Persien Zitiert.)

Weise Kinder kriegen wohl graue Röcke, aber nicht graue Köpfe.

Weise Kinder sind der Eltern Freud.

Weise Leute erkennen, das ihre Weisheit nichts sei, Narren wissen alles und können nicht hören.

Weise Leute gehören in den Rat, Narren für den Tisch und Reiter ins Feld.

Weise Leute haben ihren Mund im Herzen.
Weise Leute haben ihre Zunge im Herzen, die Narren das Herz auf der Zunge.

Weise Leute, starke (reiche) Leute.

Weise Leute, weise Worte.

Weise Leute widerlegen viel mit Stillschweigen.

Weise mir den Wirt, ich weise dir den Gast.

Weisem Kind ist man feind.

Weiß erkennt man am besten, wenn man Schwarz dagegen hält.

Weiser Mann hat Ohren lang und Zunge kurz.

Weiser Mann, starker Mann.

Weise sein ist nicht allzeit gut.

Weise Sprüche, gute Lehren soll man tun und nicht bloß hören.

Weisheit hat bei Armut Leid.

Weisheit ist des Lebens Auge.

Weisheit kommt allein von Gott.

Weisheit kommt nicht in eine boshafte Seele.

Weisheit kommt nicht vor den Jahren.

Weisheit macht eine glückliche Hand.

Weisheit und guter Rat, im fetten Wanst wenig Raum hat.

Weisheit und Verstand stecken nicht im Kleidertand.

Weit beherret, nah geschwägert.
Weit beherret und nah befreundet.
(beherren = der Herr über etwas sein. Wenn etwas weit beherret ist, ist die Kontrolle des weit entfernten Herrn nicht so gründlich und man kann viel nach eigenem Ermessen tun. Von nahen Freunden oder Schwägern hat man größeren Nutzen.)

Weit davon ist gut vorm Schuss.

Weit vom Geschütz macht alte Kriegsleute.

Weit vom Streite macht alte Kriegsleute.

Weit von Hof hat wenig Verdruss.

Welche langsam zürnen, die zürnen lang.

Welchem Herrn du dienst, dessen Kleider du trägst.

Welcher dir hat viel gegeben, hofft, Gleiches zu erleben.

Welcher Fehler hat keinen Fehler?

Welches der vordere Zipfel an der Bratwurst sei, erfährt man, wenn man sie auf die Achsel legt.

Welches Kind ist frei und echt, das behält des Vaters Recht.

Welches Land liefen die Schwaben nicht aus?

Welch fremder Mann sich frei sagt, den soll man für frei halten.

Welsch*34 Blut tut keinem Deutschen gut.

Welsche*34 Andacht und deutsche Fasten gelten eine Bohne.

Welt ist Welt, wer sich drauf lässt, der fällt.

Weltlich Gut lässt sich geistlich machen, aber geistlich Gut nicht weltlich.

Welt, wie du willst, Gott ist mein Schild.

Wem alle Sterne gram sind, den wird der Mond nicht lieb haben.

Wem das Ferkel geboten wird, soll den Sack bereit haben.

Wem das Gefieder will zu groß werden, dem schneidet die Welt die Federn ab.
Wem das Gefieder zu groß werden will, dem zieht die Welt die Schwungfedern aus.

Wem das Glück den Finger reicht, der soll ihm die Hand bieten.

Wem das Glück die Hand bietet, dem schlägt's gern ein Bein unter.

Wem das Glück lacht, der gewinnt im Traum.

Wem das Glück nicht wohl will, der bricht sich das Bein auf ebener Erde.

Wem das Glück pfeift, der tanzet wohl.

Wem das Glück wohl will, dem will niemand übel.

Wem das Glück zu wohl ist, den macht's zum Narren.

Wem das Wasser ins Maul geht, der lernt schwimmen.

Wem der Bettelstab einmal in der Hand erwarmt, der tut nimmer gut zur Arbeit.

Wem der Frieden wohl tut, der hält seine Zunge in hut.

Wem der Teufel einheizt, den friert nicht.

Wem die Augen in der Jugend ausgestochen sind, der sieht sein Lebtag nichts.

Wem die Heiligen hold sind, der mag leise beten.

Wem die Heirat übel gerät, der hat das Fegefeuer sein Leben lang im Haus.

Wem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern.

Wem die Sonne scheint, der fragt nicht(s) nach den Sternen.

Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand.
(Leider stimmt das nicht, oder liegt es daran, das immer mehr Menschen von sich aus Karriere machen, bis sie auf einem Posten ankommen, von dem sie keine Ahnung haben? Danach werden diese Menschen wegen Inkompetenz nicht mehr weiter befördert und bleiben auf der Stelle, auf der sie erstmals versagten. So werden es immer mehr, die nichts von dem Verstehen, was sie machen sollen. Das gilt für die Wirtschaft und ebenso erst recht in Politik und Verwaltung: Dafür gibt es auch ein Sprichwort: Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.)

Wem Gott hilft, dem ist wohl geholfen.

Wem Gott reichlich gibt, der soll nicht täglich St. Martins Abend halten.

Wem Gott wohl will, dem leihet der Wind Holz.

Wem Gott wohl will, dem will St. Peter nicht übel.

Wem ich meinen Leib gönne, dem gönn` ich auch mein Gut.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet und sich ihm hingibt, überlässt sie ihm auch ihren gesamten Besitz und Vermögen zur Verwaltung. Er kann darüber rechtsgültig verfügen und sie muss ihn um Erlaubnis fragen, wenn sie selbst etwas davon verwenden will. Diese Erlaubnis konnte der Mann ohne Angabe von Gründen verweigern.)

Wem man das Gut gegeben hat, dem hat man es auch versprochen.

Wem man ein(e) Handbreit gönnt (gibt), der nimmt ein(e) Ellenlang.

Wem man gibt, der schreibt's in Sand, wem man nimmt, in Stahl und Eisen.

Wem man nicht hold ist, dem steckt man keine Maien.

Wem man nichts gelobt, dem ist man nichts schuldig.

Wem man oft schenkt, der lernt fordern.

Wem man seine (die) Not klagt, der ist sattsam (genug) gebeten.
(Das bedeutet, wenn man schon jemandem seine Not klagt, braucht man nicht noch um Hilfe zu bitten. Der soll auch so sehen, das er helfen soll, ohne extra gebeten zu werden. Heutzutage hilft auch fast keiner, auch wenn man ihn extra bittet oder anfleht, auch wenn sie verpflichtet sind.)

Wem man weich bettet, der wird faul.

Wem nicht zu raten ist, dem ist (auch) nicht zu helfen.

Wem's allzeit zu früh dünkt, der kommt meist zu spät.

Wem Schafe schwärmen, der darf sich nicht härmen.

Wem sehr nach der Heimat verlangt, der fragt gern nach dem Weg.

Wem's Glück wohl will, der fährt auf einem Besenreis über den Rhein.

Wem's Gott vergönnt, der wird schlafend reich.
(Ähnlich in der Bibel: Altes Testament, Psalm 127, 2: „Es ist umsonst, dass ihr früh austeht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen seinen Freunden gibt er es im Schlaf.“)

Wem's in den Füßen juckt, der tanzt ohne Musik.
(Ein von Karl Friedrich Wilhelm Wander fabrizierter Spruch in seinem Sprichwörter Lexikon (Fuss Nr. 116), der verschiedentlich vermeintlich als „Sprichwort“ abgeschrieben wurde. siehe oben)

Wem's juckt, der kratzt sich.

Wem soll der nützen, der sich selber nicht nützt?

Wem viel befohlen ist, von dem wird viel gefordert.
(Das Sprichwort stammt aus der Bibel, Das Evangelium nach Lukas 12, 48: „Denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und welchem viel befohlen ist, von dem wird man viel fordern.“)

Wem viele drohen, der lebt wohl 100 Jahre.

Wem viel gegeben ist, von dem wird man viel fordern.

Wem wohl ist, der bleibe.

Wem wohl ist, der schweige.


Wem zu wohl ist, der ringt nach Unglück.

Wem zu wohl wird, der nehm ein Weib.
Wen andere Leute nicht plagen, den quälen seine eignen Kinder.

Wen das Gerücht zum Buben macht, der bleibt sein Leben lang veracht.
Wen das Geschrei zum Buben macht, der bleibt sein Leben lang veracht.

Wen das Glück blend't, der fällt in seine Wänd'.

Wen das Glück hebt aus der Nieder, den stürzt es plötzlich wieder.

Was das Glück hebt, das will es werfen.
Wen das Glück in die Höhe hebt, den will's werfen.

Wen das Glück reich macht, den macht es auch wieder arm.

Wen das Glück verderben will, den zärtelt es wie eine Mutter.

Wen das Glück zärtelt, dem will es den Strick um den Hals werfen.

Wen das Land ernährt, der soll das Land schützen.

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dir.
(Sprichwort auch in Äthiopien, Südafrika, Thailand)

Wen der Haber (Hafer) sticht, der ist schwer zu halten.

Wen der Kaiser adelt, der genießt des Kaisers Adel.

Wen der Kellner liebt, der trinkt oft.

Wen der März nicht will, den nimmt der April.

Wen der Schuh wringt und das Weib dringt, der ist ein armer Mann.

Wen der Teufel ärgern will, schickt er böse Weiber ins Haus.

Wen der Teufel bescheißen will, dem gibt er Glück und Reichtum viel.

Wen der Teufel treibt, der hat Eile.

Wen der Teufel treibt, der muss wohl laufen.

Wen der Teufel verführen will, der ist auch am Altar nicht sicher.
Wen der Teufel will hinführen, der ist auch auf dem Altar nicht sicher.

Wen der Wolf rächt, ist wohl gerochen.

Wen die Liebe kitzelt, dem ist der Tod nicht verhasster als Aufschub.

Wen die Liebe überwind, der ist verwegen, toll und blind.

Wen die Wahrheit nicht kann überzeugen, dem muss man harte Taler*33 zeigen.

Wen die Wahrheit trifft, der hasset sie.


Wen die Welt zärtelt, dem will sie den Strick um den Hals legen.


Wen dünkt, dass er niemand bedarf, der kratzt sich an Dornen scharf.

Wen ein Mädchen lachet an, den will sie drum nicht alsbald han.

Wen es gelüst, der greift einer Sau um eine Handvoll feist in Hintern.
Wen es gelüstet, der greift einer Sau des Fettes wegen in Ars. . .
(Dieses Sprichwort steht 1630 bei Christoph Lehmann unter der Überschrift: „Ob ein Junger Man ein alt Weib wegen Geld und Guts soll nehmen.“)

Wen Falschheit kränkt und Undank quält, der geh beizeiten aus der Welt.

Wen Gott am liebsten hat, den führt er jung heim.
Was Gott am liebsten hat, führt er jung heim.

Wen Gott betrügt, der ist wohl betrogen.

Wen Gott grüßt, der soll es ihm danken.

Wen Gott nass macht, den macht er auch wieder trocken.

Wen Gott nicht hält, der fällt.

Wen Gott schickt, den macht er geschickt.

Wen Gott und die Natur zeichnet, vor dem soll sich Ross und Mann hüten.

Wenig bar Geld macht genau zehren.

Weniger ist mehr.

Weniger Rat und vieler Hände.

Wenig gedeiht, zu viel zerstreut.

Wenig Gesetz, gutes Recht.
(Zu Beginn der Bundesrepublik Deutschland gab es nur kleine und dünne Gesetzbücher. 70 Jahre später sind daraus etliche unübersehbare dicke Wälzer geworden, nicht mitgezählt die europäischen Gesetze, die gleichfalls beachtet werden müssen. Täglich gibt es so viel neue Gesetze, das die Juristen und Richter nur noch mit dem Dazulernen beschäftigen müssen und keine Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben haben. Daraus folgt: Das Recht und die Gesetze werden immer schlechter und wenn Recht gesprochen wird, ist es wahrscheinlich falsch und entspricht nicht mehr den Gesetzen.)

Wenig Gewissen und grosser Fleiß machen goldenen Beutel.

Wenig Gut, leichtes Blut.

Wenig Honig versüßt viel Bitterkeit.

Wenig Kopf, viel Schwindel.

Wenig Küh', wenig Milch.

Wenig Kühe, wenig Mühe.

Wenig mit Liebe, viel mit Kolben.

Wenig mit Recht ist besser als viel mit Unrecht.

Wenig reden altert die Frauen.

Wenig reden und essen hat niemand gereut.
Wenig reden, wenig essen, wenig trinken, hat wenig gereut.

Wenig regieren macht guten Frieden.

Wenig schadet wenig.

Wenig und gut.

Wenig und oft macht zuletzt viel.
Wenig zu wenig macht zuletzt viel.

Wenig unternehmen gibt viel Frieden.

Wenig Verstand und viel Hochmut regieren die Welt.

Wenig Zuwenig macht zuletzt viel.

Wen man fürchtet, den liebt man nicht.


Wen man im Sacke findet, den schüttelt man heraus.

Wen man nicht jagt, der soll nicht laufen.

Wenn alle hinken, meint jeder, er gehe recht.

Wenn alle in den Brunnen springen, würdest du nachspringen?

Wenn alle Kugeln träfen, möchte der Teufel Soldat sein.

Wenn alle Menschen fromm wären, so dürfte man keine Tür noch Tor zuschließen.

Wenn alle Sünden alt werden, wird der Geiz jung.

Wenn alle Träume wahr wären, bliebe keine Nonne fromm.

Wenn Allzu dazu kommt, taugt Nichts was.

Wenn alte Hunde bellen, ist's Zeit, dass man ausschaut.

Wenn alte Leute tanzen, ist der Himmel in einer Farbe.

Wenn alte Scheuern*31 brennen, hilft kein Löschen.

Wenn alte Weiber tanzen, machen sie viel Gestäub.

Wenn Äpfel und Nüsse kommen, soll man schäkern.

Wenn Armut zur Tür eingeht, fliegt die Liebe zum Fenster hinaus.
Wenn die Armut kommt zur Tür herein, so entflieht die Liebe durchs Fensterlein.

(Ebenso wie mit der Armut verhält es sich mit dem Kummer.)

Wenn auch der Adler stirbt, die Eule wird nicht König.

Wenn auf Lust nicht Unlust folgt, so ist es eine gute Lust.

Wenn Bacchus das Feuer schürt, so sitzt Venus beim Ofen.

Wenn Bauern nicht wären und ihre Güld', wär' ein Bettelsack der Edelleut' Schild.

Wenn Bescherung ist, soll man den Sack auftun und das Zuknüpfen nicht vergessen.

Wenn Blinde und Scheele*28 zusammenkommen, stoßen sie einander über den Haufen.

Wenn Bürger und Bauern Freiheit haben zu jagen, münzen und fischen, so gehen sie den Herren zur Seite.
(Wenn alle die gleichen Regeln befolgen, wird das heute Demokratie genannt.)