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Deutsche Sprichwörter
Über 17.000 deutsche Sprichwörter
Wer e bis Wer K
Flagge von Deutschland
Karl Friedrich Wilhelm Wander
und das „Deutsches Sprichwörter Lexikon“


Karl Friedrich Wilhelm Wander hat zwischen den Jahren 1867 und 1880 sein fünfbändiges „Deutsches Sprichwörter Lexikon“ veröffentlicht. Über 30 Jahre hat er dafür Sprichwörter gesammelt. Im Deutsches Sprichwörter Lexikon sind ca. 225.000 deutsche Sprichwörter und Redensarten und ca. 60.000 Sprichwörter aus verschiedensten Fremdsprachen. Eine Arbeit eines Einzelnen, ohne die heute möglichen Hilfsmittel, eine einmalige und unvergleichbare Leistung, die man nicht überschätzen kann.

Wer aber meint, ein deutsches Sprichwort zu haben, weil es auch bei Wander im Lexikon steht, hat trotzdem nicht sicher eins, es kann auch falsch sein. Wander selbst schreibt im Vorwort zum 1. Band des Deutsches Sprichwörter Lexikon, das es auch Fehler enthält oder Quellenangaben verloren gingen. Die Quellenangaben sind tatsächlich teilweise falsch oder fehlen vielfach ganz. Erst wenn man ein Sprichwort in den Quellen Wanders wiedergefunden hat, kann man sich über Herkunft und Nationalität sicher sein.

Ein Freund Wanders wurde wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe verhaftet und in Wanders Wohnung fand 1845 wegen angenommener Unterstützung eine Hausdurchsuchung statt. 1853 fand eine weitere Haussuchung bei ihm statt. Seine Vergehen: Er war Lehrer und hatte eine Lehrervereinigung gegründet. Er forderte mehr Selbstbestimmung für die Lehrer, er hatte mehrfach kritische Aufsätze und Bücher über die Schule veröffentlicht und er forderte die staatliche Aufsicht über die Schulen mit Abschaffung der Kirchlichen, unter der das Schulwesen stand. Er befürwortete nicht den Schulmeister alter Prägung, der nur notwendiges Wissen beibrachte und gehorsame Untertanen produzierte, er forderte einen neuen Lehrer, der freie und mitdenkende Bürger mit Selbstverantwortung erzog. Alles zusammen für Kirche und herrschende Obrigkeit revolutionär und unhaltbar für einen Lehrer. Deswegen wurde er 1849 endgültig aus dem Schuldienst entlassen. Durch die Haussuchungen und Umzüge verlor er ein Heft mit Quellenangaben, was zu fehlenden Quellen im Sprichwörterlexikon führte.

Außerdem hatte er 1831/32 unter dem Titel Scheidemünze neue Sprichwörter herausgegeben, das heißt, von ihm erdachte und Sprichwörtern nachempfunden Sprüche. Auch diese fanden Eingang ins Sprichwörterlexikon. Das brachte ihm den Vorwurf, sich die Sprichwörter teilweise auszudenken. Andere Sprichwörter habe er selbst vernommen oder sie wurden ihm als solche übergeben, teilweise ohne Quellen oder Herkunftsangabe. Etliche stammen aus der Literatur, die er an Form und Gepräge des Ausspruchs erkannt haben will, was nicht jedermanns Sache ist, wie er meint. Dazu gehört die erforderliche Aufmerksamkeit und ein für diesen Zweck gebildetes Sprachgefühl, das sogenannte Sprichwörterohr, das er seinen Angaben nach besitzt, viele andere aber nicht. Wenn sein Sprichwörter-Instinkt etwas zum Sprichwort erklärt hatte, war eine weitere Überprüfung nicht notwendig. Der im Lexikon vorhandene Quellennachweis war für ihn ausreichend.

Quellen: Vorrede im 1. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.
            Nachwort im 5. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.

Beispiele für Fehler im Deutschen Sprichwörter Lexikon:

Als Quelle für die Ägyptischen Sprichwörter benutzte Wander das Buch „Arabische Sprüchwörter oder die Sitten und Gebräuche der neueren Aegyptier erklärt aus den zu Kairo umlaufenden Sprüchwörtern übersetzt und erläutert von Johann Ludwig Burckhardt“ aus dem Jahr 1834. In diesem Buch sind 782 Ägyptische Sprichwörter enthalten. Bei Wander findet man aber nur 696 Mal die Quellenangabe Burckhardt und nur 155 Mal den Hinweis auf Ägypten. Die übrigen Ägyptischen Sprichwörter scheinen bei ihm fälschlicherweise „deutsche Sprichwörter“ zu sein. Ähnliches gilt auch für andere Quellen Wanders aus anderen Ländern.

Bei über 4000 Sprichwörtern gibt Wander z. B. Dr. Phil. Julius Altmann an, der 1853-1855 in einigen Zeitschriften Sprichwörter aus Russland, Bulgarien und von den Tataren veröffentlichte, die er dort auf Reisen sammelte. Auch sie sind in Wanders Sprichwörterlexikon enthalten, aber oft ohne den Hinweis auf Russland oder Bulgarien. Wer später von Wander abgeschrieben hat, machte möglicherweise fälschlicherweise aus Mangel am Hinweis aus einem fremden, ein deutsches Sprichwort.

Etliche fremde Sprichwörter erhielten schon ohne vergleichbares deutsches Sprichwort eigene Nummern. Aus Ermangelung entsprechender deutscher Sprichwörter und verlorener Quellen wurde daraus später ein deutsches Sprichwort ohne Quellenangabe.

Mehrfach stehen Sprichwörter in Mundart mit Hinweis auf die hochdeutschen Varianten, oder umgekehrt, oder beide oder mehrere verschiedene Mundarten als verschiedene Sprichwörter im Sprichwörter Lexikon.
Dass ein Sprichwort von einem Bayern, Hessen, Sachsen oder anderem Deutschen in seiner ihm eigenen Mundart ausgesprochen wird, macht aus einem Sprichwort auch heute noch kein weiteres neues Sprichwort. Ebenso das Umstellen einzelner Wörter, falsches Abschreiben, übersetzen oder weglassen oder verlieren von Quellen. Schon nach Druck der ersten zwei Bände gab es deswegen begründete Kritik eines anderen Sprichwörtersammlers, Otto Freiherr von Reinsberg, der auch auf einen Kommentar im Vorwort der Sammlung von Wilhelm Körte (1837) hinwies. Wanders Antwort darauf steht im Vorwort des 3. Bandes des Sprichwörter Lexikons. Leider waren die gegenseitigen Kritiken von Otto Freiherr von Reinsberg und K. F. W. Wander in deren Veröffentlichungen vorwiegend persönlicher Natur und brachten auf keiner Seite eine Verbesserung ihrer Arbeiten. Im Internet nachzulesen in den Vorworten von Wanders Sprichwörter Lexikon und: http://brema.suub.uni-bremen.de/ . . Reinsberg

Beispiel:

„Schreib a X fer a U, su kimmste der Rechnung zu.“ steht als Schlesisches Sprichwort im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.4 mit dem Hinweis der hochdeutschen Version bei Simrock Nr.11951. Die hochdeutsche Version wie bei Simrock: „Schreib ein X für ein U, so kommst du mit der Rechnung zu.“ steht im 4. Band in Spalte 335 unter Schreiben (Verb.), Nr.21 ohne Quellenangabe. So werden aus einem zwei Sprichwörter und wird  einem bei Wander ein X für ein U vorgemacht.
Wenn dann fast wortgleich Wer ein X schreibt für ein V, kompt in der Welt am besten zu.“ im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.5 (Quelle bei Petri im anderen Teil) und „Wen der wirth schreibt ein X vor ein V, so kombt er seiner rechnung zu.“ im 5. Band in Spalte 283 unter Wirth, Nr.124 (Quelle bei Lehmann Seite 923, Nr.22) dazukommen gibt es immer mehr Varianten, die als einzelne Sprichwörter aufgeführt werden.

Weitere Beispiele auf einigen Seiten im Text. Aus diesem Grund ist das Deutsche Sprichwörter Lexikon als primäre Quelle oder Beweis für ein deutsches Sprichwort nur bedingt geeignet - vielmehr hat es einen unschätzbaren Wert als Hinweisgeber für die weitere Suche nach der wirklichen Quelle.

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Wer edle Taten tut, der ist edel Blut.

Wer Ehre verdient, hat sie nicht, und wer sie hat, verdient sie nicht.

Wer ehrlich ist, braucht nicht viel Heimlichkeiten.

Wer Eier haben will, muss der Henne Gackern leiden.

Wer Eier unter den Füßen hat, muss leise auftreten.

Wer eilt nach fremden Gut, auf den wartet Armut.

Wer ein alt Haus hat und ein jung Weib, hat genug zu tun.

Wer ein alt Weib nimmt des Geldes willen, bekommt den Sack gewiss; wie es um das Geld steht, wird sich finden.

Wer ein Amt bekommt, bleibt nicht, wie er ist, Lung und Leber kehren sich um.

Wer ein Amt genommen, ist der Freiheit verkommen.

Wer ein Bauer auf dem Dorfe ist, der wird schwerlich ein ehrlicher Mann in der Stadt.

Wer ein Biedermann will sein und heißen, der hüte sich vor Tauben und Geißen.

Wer ein böses Auge hat, der soll es mit dem Ellenbogen verbinden.

Wer ein böses Weib hat, braucht keinen Teufel.

Wer ein Ding anfängt mit Dünken, dem geht es aus mit Reuen.

Wer ein Ding besser macht, als es sein soll, der verdirbt`s.

Wer ein Ding zuviel lobt, dem traue nicht.

Wer ein Ding zu viel lobt und liebt, gewöhnlich viel Falsches mit unterschiebt.

Wer eine Ausrede sucht, findet zehn.

Wer eine Elster ausschickt, dem kommt ein bunter Vogel wieder.

Wer eine Gelegenheit hat, soll auf die andre nicht warten.

Wer eine Gewähr hat Jahr und Tag, der hat rechte Gewähr.

Wer eine gute Heirat getroffen, hat den Himmel auf Erden gefunden.

Wer eine Hure nimmt zur Ehe, bedarf keines Unglücks mehr.

Wer ein Eigen kauft, tut damit, was er will.

Wer eine Jungfrau schändet, stirbt keines guten Todes.
Wer eine Jungfrau schändet, stirbt übeln Todes.
(Manchmal ist veraltete oder unmodern gewordene Sprache deutlicher und ausdrucksstärker als jede moderne Ausdrucksweise oder neue Wort. Wer jemand anderen vergewaltigt, fühlt sich möglicherweise, stark, überlegen oder anders positiv. Wer vergewaltigt, übt Gewalt aus und Gerede über mögliche oder ausgebliebene Gegenwehr oder gesetzliche Spitzfindigkeiten verharmlosen nur und ändern nichts am schändlichen Tun.
Wenn wie früher jemand geschändet wurde (nicht wie heute vergewaltigt), war schon durch die Wortwahl klar: Der Schänder hat schändlich gehandelt und dadurch erst recht Schande über sich gebracht, unabhängig von möglichen äußeren Begleitumständen wie Gegenwehr, Schreckensstarre, Gesetzen oder anderem. Wer andere schändet (Jungfer oder nicht, wen und wann auch immer) bringt Schande über sich, lebenslänglich, wer an einen Gott glaubt, noch darüber hinaus.) Worte beeinflussen das Denken der Menschen und dadurch ihr Handeln.)

Wer eine Kröte fressen will, muss sie nicht lange besehen.

Wer eine Lampe braucht, darf's Öl nicht sparen.

Wer einem anderem Fallstricke legt, sich selbst darin zu fangen pflegt.

Wer einem Armen hilft, gedenkt an sich selber.

Wer einem in den Steigbügel hilft, dem muss man zum Dank aus dem Sattel helfen.
Wer einem in Stegreif hilft, den hebt man zu Dank aus dem Sattel.

Wer einem ins Wort fällt, der will sich selbst hören.

Wer einem Reichern schenkt, gibt dem Teufel zu lachen.

Wer einem verständigen Manne seine Tochter gibt, der findet einen Sohn; wer sie einem Narren gibt, der verliert seine Tochter.

Wer einem was geben will, soll nicht erst fragen, ob er's haben wolle.

Wer einem zu Ader lassen will, der muss ihn auch verbinden können.

Wer einen Aal fangen will, macht erst das Wasser trüb.


Wer einen Bauern betrügen will, muss einen Bauern mitbringen.

Wer einen beleidigt, dräuet vielen (droht vielen).

Wer einen Betrüger betrügt und einen Dieb bestiehlt, erhält hundert Jahre Ablass.

Wer einen bösen Namen hat, der ist schon halb gehangen.

Wer einen Dieb bessern will, muss ihm vertrauen.

Wer einen Dieb laufen lässt, den fängt man an seiner statt.

Wer einen Eid bricht, lästert Gott.

Wer einen erwürgt, darf (mag) zehn ermorden.

Wer einen Fuchs fangen will, muss keinen Schöps hinter's Garn stellen.
(Schöps = spätmittelhochdeutsch aus dem Slawischen = Hammel. Garn = Netz, Falle.)

Wer einen Fuß im Hurenhaus hat, der hat den andern im Spital.
Im Hurenhause einen Fuß, im Spital den andern.

Wer einen Gecken aussendet, dem kommt ein Narr wieder.
Wer einen Tropf ausschickt, dem kommt ein Narr wieder.

Wer einen geflickten Stoßärmel hat, muss die Hände zu Hause lassen.

Wer einen Geier schindet, hat einen magern Vogel.

Wer einen Gesellen bei sich hat, der hat auch einen Meister bei sich.

Wer einen großen Sprung tun will, geht erst rückwärts.

Wer einen guten Freund hat, der hat ein gut Pfand.

Wer einen guten Nachbarn hat, ist wohl bewacht bei Tag und Nacht.

Wer einen guten Sprung tun will, geht erst rückwärts.

Wer einen guten Tag will, muss ihn sich machen.


Wer einen Hasen im Busen trägt, der fliehe.

Wer einen Heller*17 erbt, muss einen Taler*33bezahlen.

Wer einen Hinkenden verspotten will, muss selbst gerade sein.
Wer eines Hinkenden spotten will, muss selbst gerade sein.

Wer einen Kopf hat, bekommt leicht einen Hut.

Wer einen lobt in praesentia und schimpft in absentia, den hol' die pestilentia.

Wer einen Narren kauft, muss einen Narren behalten.

Wer einen Narren schickt, dem kommt ein Tor wieder.

Wer einen Neidischen quälen will, darf nur vergnügt sein.

Wer einen Ochsen kauft, kann keine Kuh melken.

Wer einen Schalk fangen will, muss einen Schalk hinter die Türe stellen.

Wer einen Schalk ins Kloster trägt, bringt einen Buben wieder heraus.

Wer einen schilt, der es verdient hat, bleibt ungestraft.

Wer einen Stein aufhebt aus dem Kot, der muss die Hände wieder waschen.

Wer einen Stein über sich wirft, dem fällt er leicht auf den Kopf.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 22, 25: Wer einen Stein in die Höhe wirft, dem fällt er auf den Kopf; und mit einem tückischen Hieb verwundet man sich selbst.)

Wer einen straft, straft hundert.

Wer einen Strick fordert, erhängt sich nicht.

Wer einen Toren sendet, dem kommt ein Narr wieder.

Wer einen voll macht, billig leid't, dass er ihm in den Busen speit.

Wer einen Wolf zum Gevatter hat, der schenk' ihm unterm Mantel einen Hund ins Kindbett.

Wer einen Wolf zum Nachbar hat, geb' auf seine Schafe acht.

Wer einen zur Ader lassen will, der muss ihn auch verbinden können.

Wer einer Nachbarin seinen Kummer erzählt, den wird die andere auslachen.

Wer eine Sache äfert, macht Fürsten uneins.

(Das vergessene Unangenehme immer wieder zur Sprache bringen.)

Wer eines anderen Sache begreift, muss sie aushalten.

Wer eine Schlange im Busen wärmt, der wird von ihr gebissen.

Wer eine Stiefmutter hat, hat auch einen Stiefvater.

Wer eine Weiberhaube aufsetzt, den schlagen die Pferde.

Wer ein Fass vollfüllt, der muss wieder einen haben, der es abzapft.

Wer ein Feuer will löschen, muss anfangs die Funken ersticken.

Wer ein Gesetz gibt, muss darüber wachen.

Wer ein großer Drache will werden, muss zuvor viel kleine Schlangen fressen

Wer ein großes Haus hat, der beherbergt den Kaiser.

Wer ein großes Maul hat, muss einen breiten Rücken haben.

Wer ein gutes Buch verliert, verliert einen Schatz.


Wer ein Haupt von Butter hat, dem wächst kein Horn.

Wer ein Haus kauft, findet's; wer eins baut, bezahlt es.

Wer ein Haus kauft, hat manchen Balken und Nagel umsonst.

Wer ein Haus will bauen, muss den ersten Grundstein auf seinen Beutel bauen.
(Schon früher war Häuserbauen kein billiges Vergnügen. Das die Baupreise jedes Jahr steigen ist nicht erst heute ein Problem, sondern schon in diesem Sprichwort im Jahr 1685 belegt.)

Wer ein Hindernis überwinden will, muss den Blick darüber hinausschweifen lassen.

Wer ein Kalb stiehlt, stiehlt eine Kuh.

Wer ein Kartenhaus aufbaut, dem stürzt ein Kartenhaus ein.

Wer einkauft hat hundert Augen nötig, wer verkauft, nur eins.


Wer ein langes Leben will erringen, halte Maß in allen Dingen.

Wer einmal auf der Straße strauchelt, muss darum das Ausgehen nicht verreden (vermeiden).

Wer einmal in die Mäuler kommt, kommt selten unverletzt heraus.

Wer einmal ist (wird) geschändet, dem hängt es sein Leben lang an.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.

Stiehl einmal und bleib dein Lebtag ein Dieb.
Wer einmal stiehlt, bleibt zeitlebens ein Dieb.
Wer einmal stiehlt, heißt allzeit Dieb.
Wer einmal stiehlt, ist immer ein Dieb.

Wer einmal trifft, der ist noch kein guter Schütze.

Wer einmal will gut leben, der nehme ein gebraten Huhn oder ein hübsches Maidlein; wer zweimal, der nehme eine Gans, am Abend hat er noch Kräglemägle; wer eine Woche, der stech' eine Sau, so hat er Schinken und Würste zu essen; wer einen Monat, der schlacht' einen Ochsen; wer ein Jahr, der nehm' ein Weib – wenn es so lange noch vorhält –; wer aber allzeit gut leben will, der werd' ein Pfaff.

Wer ein Mann ist, steht auf eigenen Füßen.

Wer ein Ross reitet, erkennt seine Art.

Wer ein säugendes Kind hat, der hat eine singende Frau.

Wer ein schelmisch Pferd hat, vertauscht es seinen Freunden.

Wer ein schlechtes Gedächtnis hat, muss gute Beine haben.

Wer ein Schreiner werden will, muss auch harte Bretter bohren lernen.


Wer ein Schriftsass ist, der hat auch einen Landesherrn.
Wer ekel ist, entbehrt manch guten Bissen.

Wer empfing, der rede; wer gab, der schweige.

Wer entbehrt der Ehe, lebt weder wohl noch wehe.

Wer erbt, soll helfen erhalten.

Wer ernten will, muss säen.

Wer ertappt wird, muss das Bad austragen.

Wer erzieht, der regiert.

Wer es allen recht machen will, muss früh aufstehen.

Wer es hält mit keinem Teil, wird zur Beute jedem Teil.

Wer es hat, muss es gebrauchen.

Wer es kocht, der richte es auch an.

Wer etwas kann, den hält man wert, des Ungeschickten niemand begehrt.

Wer etwas will, findet immer einen Weg. Wer nichts will, findet immer einen Ausweg.

Wer etwas will gelten, der komme selten.

Wer fechten will, muss der Streiche warten.

Wer Feinde schont und Freunde erzürnt, ist schlecht bewahrt (sucht Unglück).
Wer Feinde schont und Freunde erzürnt, ist sich selbst feind.

Wer ferne lauft und nicht kauft, dem wird der Weg lang, ihn reut der Wiedergang.

Wer findet, eh verloren ist, der stirbt, eh er krank wird.
Wer findet ehe verloren wird, wird sterben, eh er krank wird.
(Das Sprichwort meint die Spitzbuben und Diebe, die etwas „finden“, was der Besitzer noch nicht verloren hat. Das bedeutet, für Diebe gab es nur die Strafe am Galgen.)

Wer Fische fangen will, muss sich nass machen.
(Wer etwas haben oder erreichen will, muss auch Rückschläge und die damit verbundenen Nachteile in kauf nehmen. Auf dem Weg zum Erfolg liegen oft Hindernisse und man hat manchen Misserfolg bis zum Ziel. Vergleichbare Sprichwörter in Bulgarien: Ohne nasse Hosen werden keine Krabben gefangen. und Trockene Hosen fangen keine Fische.)

Wer Fische fangen will, muss vorher die Netze flicken.

Wer flieht, eh man ihn verjagt, ist allzu verzagt.

Wer flieht, gibt sich schuldig.


Wer flieht, macht seine Mutter nicht weinen.
(Das bedeutet, wer in aussichtsloser Lage flieht, stirbt nicht, sondern überlebt. Möglicherweise kann er es bei einer besseren Gelegenheit erneut versuchen. Bei Wander steht dieses Sprichwort unter Fliehen Nr. 35 mit Körte (1837) als Quelle, ein zweites Mal statt „Wer flieht“ mit „Der ihn fürcht (oder fleucht)“ am Anfang unter Fürchten Nr. 2 mit Sebastian Franck (1541) als Quelle. Zwei Varianten, aber beide meinen dasselbe Sprichwort.)

Wer flieht, wird gejagt.

Wer flüstert, lügt.
(Sprichwort auch in Indien)

Wer folget der Natur, kommt der Wahrheit auf die Spur.


Wer fortgeht, ist bald vergessen.


Wer fragt, der lernt.


Wer fragt, gibt nicht gern.
Wer lange fragt, gibt nicht gern.
Wer viel fragt, der gibt nicht gerne.
(Das bedeutet, wer einen Bedürftigen oder Notleidenden erst fragt, ob er Hilfe braucht, der will sich wahrscheinlich irgendwie herausreden, warum er nicht helfen kann. Wer wirklich helfen will, der hilft ungefragt, so gut er kann.)

Wer Frauen hütet, wütet.

Wer freien will, hat vier Scheffel*29 über dem Gesicht.

Wer freien will, muss erst ausdienen.
(Dienen bedeutet in diesem Sprichwort die Arbeit eines Dienenden, Arbeiters oder Angestellten bei seinem Dienstherrn oder Arbeitgeber. Meist wurde zwischen Dienendem und Dienstherrn eine bestimmte Laufzeit vereinbart, die oft Jahre dauerte. Diese Vertragslaufzeit der Verträge und Dienstverhältnisse konnten von einer Seite nur wegen eines außergewöhnlichen und unvorhersehbaren Ereignisses gekündigt werden. Das Freien (Heiraten) des Dienenden gehörte oft nicht zu diesen Ereignissen. Das bedeutete, wenn ein Dienender heiraten wollte, musste er erst ausdienen und bis nach Ende seiner Dienstzeit, manchmal Jahre, warten, bevor er heiraten konnte. Ausnahmsweise war im alten Lübischen und Hamburger Recht das Freien (Heiraten) ein solches außergewöhnliches Ereignis. Quelle: Deutsche Rechtssprichwörter von Eduard Graf, Seite 182.)

Wer fremden Hunde anbindet, gewinnt nichts als den Strick.

Wer Freund sei, sagt die Armut frei.
(Das bedeutet, wahre Freunde sind auch in Zeiten der Not und Armut da, wenn es für andere nichts zu holen gibt oder wenn man womöglich selbst etwas geben soll.)

Wer Friede haben will, muss zum Kriege rüsten.

Wer Frieden haben will, tut übel, dass er Streit anfängt.

Wer fröhliche Nacht sucht, verliert guten Tag.

Wer fromm gelebt, hat lange gelebt.

Wer fromm will sein, soll es ohne andrer Leute Schaden tun.

Wer früh aufsteht, dem hilft Gott.


Wer früh aufsteht, dem viel aufgeht; wer lange liegen bleibt, dem Gott alles geit.

Wer früh aufsteht, kann viel erfahren.

Wer früh aufsteht, oft wenig ermäht, wer lange schläft, den Gott berät.


Wer früh aufsteht, sein Gut verzehrt; wer lange schläft, den Gott ernährt.
(Das ist ein Lieblingssprichwort der Faulen.)

Wer früh aufsteht, viel verzehrt, wer spät aufsteht, den Gott ernährt.

Wer früh aufsteht, wird weise.

Wer früh nicht rast, der rast spät.

Wer früh will aufstehen, muss mit den Hühnern zu Bette gehen.

Wer Fuchs mit Füchsen fangen will, bedarf wohl guter Witze viel.

Wer für andre lebt, hat am besten für sich gelebt.

Wer für den andern bittet (betet), erlöst sich selbst.

Wer für die Armen sorgt, der ist Gottes Helfer.

Wer für die Freiheit streitet, hat zwanzig Hände und noch so viel Herz.

Wer für einen andern Bürge bleibt, bezahlt für ihn.

Wer gäbe, solange man nähme, der vergäbe sich vor Nacht, wenn er auch dreier Fugger Gut hätte.

Wer Gäste lädt, gehe vorher hübsch auf den Fleischmarkt.

Wer gebunden ist, der sitzt fest.

Wer Gefahr nicht fliehen kann, stehe tapfer als ein Mann.

Wer gegen den Wind speit, besudelt seinen Bart.

Wer gehen will, den soll man nicht halten.

Wer geht nach Giebichenstein, kommt selten wieder heim.

Wer Geld genug hat, der kauft, was er will.

Wer Geld in der Tasche hat, braucht keinen Staat zu machen.

Wer Geld in Händen hat, dem bleibt allzeit etwas kleben.

Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 5, 9: „Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon habe.“)

Wer Geld setzt in der Lotterie, der kommt darum, er weiß nicht wie.

Wer gelehrt, der wert.

Wer gen Rom zieht, sucht einen Schalk, zum andern Mal findet er ihn, zum dritten Mal bringt er ihn mit.

Wer geringe Dinge wenig acht't, sich um geringre Mühe macht.

Wer gern borgt, bezahlt nicht gern.

Wer gern borgt, lügt gern.

Wer gerne gibt, lässt sich nicht lange bitten.
Wer gern gibt, fragt nicht lange.

Wer gern hadert*14, wird oft geschlagen.

Wer gerne krank ist, der lacht den Arzt aus.

Wer gerne kürbäumt, faulbäumt gern.

Wer gerne trägt, dem lädt jedermann auf.

Wer gern fährt, schreckt sich nicht am Fuhrmann.

Wer gern flucht, der wird verflucht.

Wer gern frägelt, schwatzt auch gern.

Wer gern Kirschen isst, lernt bald (leicht) klettern.

Wer gern lügt, kann viel Neues sagen.


Wer gern lügt, stiehlt auch gern.

Wer gern neue Zeitungen hört, dem werden auch viele zugetragen.

Wer gern tanzt, dem ist leicht gepfiffen.

Wer gern trinkt, dem beschert Gott genug; ist's nicht Wein, so ist es Wasser.

Wer gern zankt, findet leicht eine Ursache.

Wer gern zu tun hat, dem gibt Gott zu schaffen.


Wer gesunde Beine hat, braucht keine Krücken.


Wer getadelt sein will, muss freien; wer gelobt sein will, sterben.


Wer getroffen wird, der regt sich.

Wer gewinnen will, lerne vertragen.

Wer gewinnen will, muss einsetzen.

Wer gewinnt, der spielt am besten.

Wer gibt, der ist lieb.

Wer gibt, der liebt.

Wer gibt, was er hat, ist wert, dass er lebt.

Wer Glück haben will, darf nichts dem Glück überlassen.

Wer Glück hat, dem legt der Hahn Eier.


Wer Glück hat, fängt auch wohl mit einem Esel eine Gans, der Unglückliche selbst mit dem Königsfalken keine Maus.


Wer Glück hat, spielt mit schlechten Karten gut.


Wer Glück hat und eine Nussschale voll Witz, der kann die halbe Welt regieren.

Wer Gold hat, wird dadurch nicht edel.

Wer Gott finden will, muss sich selbst verlieren.

Wer Gott fürchtet, hat nichts anders zu fürchten.

Wer Gott lässt Fuhrmann sein, dem geht sein Fuhrwerk wie geschmiert.

Wer Gott liebt, der ehrt auch seine Boten.

Wer Gott vertraut, hat nicht auf Sand gebaut. (hat wohl gebaut.)

Wer Gott zum Freunde hat, dem schadet keine Kreatur.

Wer Grillen jagt, wird Grillen fangen.

Wer grob ist, ist noch lange nicht stark.

Wer Großes will, muss Großes wagen.

Wer groß Leibgeding hat, stirbt nicht gern.

Wer Grundeln fängt, der fängt auch Fische.

Wer gut bezahlt, mag wieder borgen.

Wer gute Beine hat, hat oft schlechte Stiefel.
(Wie mancher, der schöne Stiefel hat, hat schlechte Beine.)

Wer gute Nachbarn hat, bekommt einen guten Morgen.

Wer gute Nachbarn hat, kann gut schlafen.

Wer Gutes zum Schlechten tut, ist des Teufels Vorläufer.

Wer gut futtert, der gut buttert.

Wer gut Honig will haben, der muss der Immen Biss gewärtig sein.

Wer gut ist, bedarf keines Lobs.


Wer gut sattelt, reitet gut.

Wer gut schmeert, der gut fährt.

Wer gut schmiert, der fährt auch gut auf der Lebensreise.

Wer gut tut, der soll's gut finden.

Wer hängen soll, ersäuft nicht.

Wer hat, dem wird gegeben.

Wer hat es den Läusen so bald gesagt?

Wer heilen will, muss wehtun.

Wer heimlich sticht, der verwundet sich selbst.


Wer heiratet, tut wohl, wer ledig bleibt, tut besser.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther 7,38 „Demnach, welcher seine Jungfrau verheiratet, der tut wohl; welcher sie aber nicht verheiratet, der tut besser.“ Ein missverständliches Sprichwort, das oft falsch ausgelegt wird. Es bedeutet nicht, dass es für Männer besser wäre, nicht zu heiraten, weil Frauen gefährlich, böse oder sündhaft sind und der Mann sich dadurch in Gefahr begibt. Die Aussage des Sprichworts ist aus dem Zusammenhang gerissen und ist lediglich eine Zusammenfassung des vorangegangenen Textes, ohne den man es nicht verstehen kann. Darin wird gesagt, dass ledige Männer und Frauen recht tun, wenn sie ledig bleiben und ein gottgefälliges Leben führen. Genauso tun aber auch die heiraten wohl, die sich dann um ihre Partner kümmern, dass es denen gut geht. Gott ist eben beides gleich recht, egal ob verheiratet oder nicht, nur Sünde oder Unrecht sind nicht erlaubt und als schlecht zu verwerfen. Der Ledige tut laut Paulus nur dann besser, wenn er sein Leben Gott weiht und sich um Gottes Sache sorgt.)

Wer heute gegessen, den hungert morgen wieder.

Wer heute mit (wohl) rudert, soll morgen mitfahren.

Wer heute spart, hat morgen etwas.

Wer hinaufsteigen will, muss unten anfangen.

Wer hinter mir baut, muss hinter mir wohnen.

Wer hoch klimmt, der fällt hart.

Wer hoch steht, den sieht man weit.

Wer hoch steigt, fällt tief.

Wer höher fliegt, als er Federn hat, der kommt zum Lohn (dadurch) in Spott und Schad.

Wer höher steigt, als er sollte, fällt tiefer, als er wollte.

Wer Honig essen will, der muss leiden, dass ihn die Bienen stechen.


Wer Honig lecken will, muss den Stachel der Bienen nicht scheuen.


Wer Honig will, muss der Bienen Sumsen leiden.

Wer Honig will sammeln und Rosen will brechen, muss leiden, dass Bienen und Dornen ihn stechen.

Wer horcht an der Wand, vernimmt seine Schand.


Wer ihm mit essen und trinken zu viel getan hat, der kann mit fasten und Krankheit abbüßen.

Wer im Alter jung sein will, muss in der Jugend alt sein.

Wer im Argwohn steckt, der steckt in der Gefahr.


Wer im Bett liegt, ist ein braver Mann.

Wer im Busch ist, muss mit den Wölfen heulen.

Wer im dreißigsten Jahre nichts weiß, im vierzigsten nichts ist, im fünfzigsten nichts hat, der lernt nichts, wird nichts und kommt zu nichts.

Wer im eignen Haus beregnet und beschneit wird, des erbarmt sich auch Gott nicht.

Wer im Finstern doppelt, verliert die Würfel.

Wer im Frühjahr nicht sät, wird im Spätjahr nicht ernten.

Wer im Galopp lebt, fährt im Trab zum Teufel.

Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeißen.
Der ein gläsern Dach hat, muss nicht auf andere Häuser Steine werfen.
Wer ein gläsern Dach hat, muss andere nicht mit Steinen werfen.
(Das bedeutet, man sollte keine Fehler bei anderen kritisieren oder anprangern, die man selbst hat. Z. B. wird in manchem Kommentar mit falscher Rechtschreibung die Rechtschreibung anderer Artikel im Internet kritisiert oder ein Raucher verurteilt den anderen wegen des Rauchens. Erklärung im Sprichwörter Lexikon von Wander 1867 dazu: „Der selbst Schuldige muss den Schuldigen nicht verdammen und anklagen.“ Vergleichbare Sprichwörter gibt es auch im Plattdeutschen und in etlichen anderen Ländern. Sprichwort in den Niederlanden: Wer Butter auf dem Kopf hat, sollte die Sonne meiden.)
(Bei Wander gibt es etliche fast gleichlautende Sprichwörter unter verschiedenen Stichwörtern: Dach, Glasdach, Glasfenster, Glashaus, Haus, Kopf und Stein. Überall soll wegen des Glases nicht mit Steinen geworfen werden. Bis auf eins ohne deutsche Quelle und oft nur als Übersetzung aus verschiedenen anderen Sprachen. So entstehen schnell neue Sprichwörter in zweistelliger Zahl.)

Wer im Grabe liegt danieder, den bringt kein Flehen wieder.

Wer im Grabe liegt, dem ist wohl gebettet.


Wer im Gras schläft, hat grüne Träume.


Wer im Holz arbeitet, wird nicht reich.

Wer im Kleinen anfängt zu stehlen, der treibt ins Große.

Wer im Kleinen nicht treu ist, der ist es noch weniger im Großen.

Wer im Kleinen spart, kann im Großen freigebig sein.

Wer im Kopf hat leeres Stroh, ist gemein und stolz und roh.

Wer im Krieg will Unglück han, fang es mit den Deutschen an.

Wer immer aus dem Mehlfasse nimmt und nichts wieder hineinschüttet, kommt bald auf den Grund.

Wer immerdar sauer sieht, um den gibt man nichts.

Wer immerfort rechnet, was er kostet, isst nimmer guten Kohl.

Wer immer lügt, wird nicht mehr rot.

Wer immer mit dem Strom schwimmt, erreicht niemals die Quelle.

Wer immer predigt, kriegt leere Bänke.

Wer immer zu früh zu kommen meint, kommt oft zu spät.

Wer im Rausch besonnen bleibt, der hat Verstand.

Wer im Rohr sitzt, hat gut Pfeifen schneiden.

Wer im Rohr sitzt, steckt andre in den Sack.

Wer im Ruf ist, früh aufzustehen, mag lange schlafen.

Wer im Sacke kauft und sich mit Toren rauft, ist töricht.

Wer im Schach ziehen und ein Bergwerk bauen will, darf seine Augen nicht in die Tasche stecken.

Wer im Singen zu hoch anfängt, kommt nicht aus.

Wer im Sommer die Kleider verreißt, muss im Winter frieren.

Wer im Sommer nicht arbeitet, muss im Winter Hunger leiden.
Wer im Sommer nicht mag schneiden, muss im Winter Hunger leiden.

Wer im Stocke*32 sitzt, singt nicht hoch.

Wer im Sumpf steckt, möchte auch andere hineinziehen.

Wer im Trockenen sitzt, lacht über den Regen.


Wer im Zorn handelt, geht im Sturm unter Segel.

Wer im Zweifel schwört, ist meineidig.

Wer in allen Farben spielt, ist in keiner echt.

Wer in allen Gassen wohnt, wohnt übel.


Wer in den Krieg will, der nehm' ein Weib.

Wer in der Ferne pocht, schweigt in der Nähe.

Wer in der Jugend nicht töricht war, wird im Alter nicht weise sein.

Wer in der Trunkenheit stiehlt, wird nüchtern gehangen.
Wer stiehlt, wenn er trunken ist, wird gehängt, wenn er nüchtern ist.

Wer in der Wurzel bös ist und kein gut Geblüt hat, der ist nicht zu bessern.

Wer in Dinkel fällt, kommt staubig heraus.

Wer in einen sauren Apfel gebissen hat, dem schmeckt der süße desto besser.

Wer in Einfalt wandelt, der wandelt wohl.

Wer in Frieden will walten, muss leiden und stillhalten.

Wer in Hoffnung lebt, tanzt ohne Musik.

Wer in Ruhe leben kann, ist ein glücklich Mann.

Wer in Schande kommt, zieht auch andere gern hinein.

Wer in seinem eigenen Hause beschneit oder beregnet, des will sich Gott nicht erbarmen.

Wer in seinen Beutel lügt, niemand als sich selbst betrügt.

Wer in sein Nest hofiert, besch– sich selber.

Wer ins Feuer bläst, dem fliegen die Funken in die Augen.

Wer Irrwischen folgt, der kommt in Gefahr.


Wer ist eselweis, geht nur einmal aufs Eis.

Wer jählings reich wird, nimmt kein gut Alter.

Wer jede Gefahr scheut, ist am meisten in Gefahr.

Wer jedem das Maul stopfen wollte, müsste viel Mehl haben.

Der muss viel Mehl haben, der allen Leuten das Maul verkleistern will.
Wer jedermann den Mund stopfen wollte, bedürfte viel Mehl.

Wer jede Gefahr will fliehen, der muss hinter den Ofen ziehen.
(Hinterm Ofen läuft man aber Gefahr, sich zu verbrennen. Egal was man macht, dem Schicksal entgeht man nicht.)


Wer jung nichts taugt, bleibt auch alt (im Alter) ein Taugenichts.

(Was man sich jung angewöhnt hat, lässt man auch im Alter nicht.)
Wer Kammerjungfern freit und gern Kaldaunen isst, der frage nicht nachher, was drin gewesen ist.

Wer kämpft, kann schon mal verlieren. Wer nicht kämpft, hat sowieso schon verloren.

Wer kann allen Gänsen Schuh machen?

Wer kann bei sich ermessen, wie viel der Nachbar Fleisch gegessen.

Wer kann für Unglück, wenn's Haus voll ist!

Wer kann Honig speien, wenn er den Mund voll Galle (Wermut) hat.

Wer kaufen will, was er sieht, muss verkaufen, was er hat.

Wer kauft, was er nicht braucht, muss verkaufen, was er braucht.

Wer kegeln will, muss aufsetzen.

Wer kein Edelmann ist, gilt als Bauer.

Wer keine Freunde hat, lebt nur zur Hälfte.

Wer keine Gefahr fürchtet, ist in großer Gefahr.

Wer keine Hand hat, kann keine Faust machen.

Wer keine Hand hat, macht keine Faust.

Wer keine Hemden machen kann, muss die alten flicken.

Wer keine Kinder hat, weiß nicht, warum er lebt.

Wer keinem Herrn dient, ist halber Herr.

Wer keine Neider hat, hat auch kein Glück.

Wer keinen Fehler hat, muss im Grabe liegen.

Wer keinen Feind hat, der hat auch keinen Freund.


Wer keinen Honig im Bienenkorbe hat, muss ihn im Munde haben.

Wer keinen Kalk hat, muss mit Gift (Lehm) mauern.

Wer keinen Kopf hat, braucht keinen Hut.

Wer keinen Spaß mag verstehn, soll nicht unter Leute gehn.

Wer keinen Stuhl hat, muss auf der Bank sitzen.

Wer keine Prügel hat, muss mit Bratwürsten um sich werfen.

Wer keine Scham hat, der hat auch keine Ehre.

Wer keine Sorgen hat, macht sich welche.


Wer keine Taube hat, der hat Mücken.

Wer keine Zeit hat, ist ärmer als der ärmste Bettler.

Wer kein Geld hat, braucht nicht zu Markt zu gehen.

Wer kein Geld hat, dem entfällt keine Münze.

Wer kein Geld hat, dem fällt es nicht durch die Finger.

Wer kein Geld hat, muss Bürgen stellen.

Wer kein Geld hat, muss mit der Haut bezahlen.

Wer kein Glück hat, dem verbrennt das Brot im Ofen.

Wer kein Kreuz hat, muss sich eins schnitzen.

Wer kein Ohr hat, dem kann man keins abschneiden.

Wer kein Ross hat, der muss zu Fuß gehen.

Wer kein Unglück gehabt hat, der weiß von keinem Glück zu sagen.

Wer kieft, mit dem ist gut spielen, den er gewinnt nicht, sonst kiefet er nicht.
(Aus dem Altdeutschen: Kiefen, Kieferbsen = grüne Erbsen in Schoten; kiefen = keifen, zanken oder mühsam kauen. Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird. Die Sprichwort bedeutet, wer verliert, der keift und schimpft deswegen. Für Mitspieler ist das gut, da sie gewinnen.)

Wer klagen will, der klage fest.

Wer kleine Sünden meidet, fällt nicht in große.

Werkleute findet man leichter als Meister.

Wer klug ist, legt die Hand nicht zwischen Hammer und Amboss.

Wer klug ist, weiß es nicht.

Wer kommt nach Giebichenstein, kommt selten wieder heim.

Wer Kopf hat, der hat ein Ehrenamt.

Wer krank ist, den ärgert die Fliege an der Wand.

Wer Krieg predigt, ist des Teufels Feldprediger.