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Deutsche Sprichworte
Über 16.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
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Flagge von Deutschland
Sehr viele deutsche Sprichwörter haben ihren Ursprung schon vor langer Zeit, manche vor mehreren Tausend Jahren. So geht das deutsche Sprichwort „Eine Schwalbe macht (noch) keinen Sommer.“ auf die Fabel „Der verschwenderische Jüngling und die Schwalbe“ des griechischen Fabeldichters Äsop zurück. Äsop lebte um 600 v. Chr. und war wahrscheinlich Sklave mehrerer Herren, bis einer ihn freiließ. Ebenso haben verschiedene Sprichwörter ihren Ursprung bei den Römern oder Griechen vor 2000 Jahren. Viele beruhen auch auf Bibelstellen, was vergleichbare Sprichwörter in etlichen anderen europäischen Ländern und Völkern zur Folge hatte (ebenso aus römischen und griechischen Quellen).

Ab dem 16. Jahrhundert fingen etliche Autoren an, Sprichwörter zu sammeln und in gedruckten Büchern zu veröffentlichen:

Agricola von Issleben 1530, Sebastian Franck 1541, Chr. Egenolffs Erben 1560, Andream Gartner 1574, M. Fridericum Petri 1605, Jan Gruter 1610, Georg Henisch 1616, Christoph Lehmann 1630, Andreas Sutor 1716, Joachim Christian Blum 1780, Christoph Georg Heinrich Nieter 1798, Samuel Christoph Wagener 1813, Georg von Gaal, 1830, Wilhelm Körte 1837, Karl Simrock 1846, Otto Freiherr von Reinsberg, Freifrau von Reinsberg-Düringsfeld mehrere Bücher von 1863 bis 1872, Otto Sutermeister 1869, und das Deutsche Sprichwörterlexikon in 5 Bänden von Karl Friedrich Wilhelm Wander, veröffentlicht zwischen 1866 und 1880 und viele mehr.

Am umfangreichsten ist das Deutsche Sprichwörterlexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander mit über 220.000 Einträgen. Leider ist es manchmal etwas ungenau oder unrichtig durch fehlende oder falsche Quellenangaben, wodurch manches fremde Sprichwort zum deutschen gemacht wurde. Die Ursachen hat Wander selbst im Vorwort des 1. Bandes 1866 erklärt. Auch im Nachwort von Joseph Bergmann im 5. Band sind seine Schwierigkeiten beschrieben. Trotzdem ist das Sprichwörterlexikon in seinem Umfang und seinem einmaligen Quellenverzeichnis bis heute unübertroffen, besonders auch, weil er es alleine und gegen etliche Widerstände zustande gebracht hat. Alles mit der Hand und ohne Computerunterstützung, ohne die heute keiner mehr etwas zuwege bringt.

Da viele Sprichwörter älteren Ursprungs sind, enthalten einige alte oder schon vergessene Wörter, oder handeln von heute unbekannten Vorkommnissen. Aus diesem Grund sind auf diesen Internetseiten bei vielen Sprichwörtern Erklärungen, die Wörter oder Sinn des Sprichworts näher erklären. Auch wenn verschiedene Sprichwörter aus der Mode genommen sind, gehören sie trotzdem zum kulturellen Erbe der Deutschen und ihrer Geschichte. Sonst könnte man auch etliche „Klassiker“ vergessen, nur weil sie schon einige Hundert Jahre alt sind. Bei verschiedenen Autoren haben manche Sprichwörter einen unterschiedlichen Wortlaut, dann stehen hier mehrere Versionen.

Daneben entstehen aber immer auch neue Sprichwörter, die in den alten Sammlungen nicht aufgeführt sein können. Andere Sprichwörter werden aus anderen Sprachen übernommen, wie z. B. „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Es wird heute nur als „deutsches Sprichwort“ zitiert, obwohl das falsch ist. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde das englische Sprichwort „The early bird catcheth the worm.“ im Deutschen übernommen. Es steht so schon 1637 in „A Collection of English Proverbs“ von John Ray auf Seite 101.

Wenn hier noch ein besonderes, wichtiges, häufiges oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.

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Zachäus ist auf allen Kirchweihen (in allen Schenken).

Zage haben kein Glück.

Zähle nicht das Geld, ehe du es im Sacke hast.
(Das bedeutet, man nur das Geld ausgeben, das man wirklich hat.)

Zahlen lügen nicht.
(Die Zahlen selber lügen nicht, aber die Menschen, die sie benutzen, anderen vorhalten und damit argumentieren lügen teilweise das Blaue vom Himmel herunter! Wer die manipulierten Statistiken und Zahlentricks durchschauen lernen will, hat in den beiden Büchern „Lügen mit Zahlen“ und „Die Zahlentrickser“ eine spannende und aufschlussreiche Lektüre. Man sollte die „Echten Zahlen“ von den „Manipulierten Zahlen“ unterscheiden können. Durch weglassen einiger weniger Zahlen kann man schnell das Gegenteil von der Wirklichkeit beweisen, ein Beispiel: Fett fördert Herzinfarkte. In den angeblichen Beweisen wurden einfach nur die Studien benutzt, die diese These zu bestätigen scheinen. Über die Hälfte der Länderstudien, die etwas anderes zeigten, wurden als irrelevant unberücksichtigt gelassen. Bezahlt wurden die Studien von der Zuckerindustrie. Mit Glyphosat in der EU wurde genauso verfahren, was ein Verbot verhinderte und die Gewinne von Herstellern und Industrie steigert. Die Bücher im Internetwww.luegen-mit-zahlen.de/

Zahltag kommt alle Tag.

Zähnepein ist große Pein, aber ohne Mann sein ist noch größre Pein.

Zähne und Erbe verlassen tut wehe.

Zahnschmerz geht über Weltschmerz.

Zank bringt Zank.

Zanken und Disputieren, tut die Wahrheit verlieren.
Durch zu viel disputieren, tut man die Wahrheit verlieren.
Wenn man viel zankt und disputiert, die Wahrheit bald verloren wird.
Mit viel zanken und disputieren, tut man die Wahrheit leicht verlieren
(Ein Sprichwort, das manchmal auch als Zitat dem österreichischen Schriftsteller und Dichter Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866) untergeschoben wird. Dies ist eindeutig kein Zitat von Vogl, da dieses Sprichwort schon 1601/1603 im 3. Teil des Sprichwörterbuches „Proverbiorum copia“ von Eucharium Eyering auf den Seiten 243/244 aufgeführt und erklärt ist. Ebenso steht es in Spalte 716 im Sprichwörterbuch „Teutsche Sprach und Weissheit“ von Georg Henischii aus dem Jahr 1616. Oben mehrere Varianten, in denen es verbreitet ist.)

Zanken zwei, so haben beide unrecht.

Zänker sind des Nächsten Kränker.

Zänker sind Stänker.

Zartem Ohre halbes Wort.

Zaudern bringt Gefahr.

Zaum und Sattel mit dem Pferde zum Schinder führen.

Zehen Jahr ein Kind,
Zwanzig Jahr ein Jüngling,
Dreißig Jahr ein Mann,
Vierzig Jahr wohlgetan,
Fünfzig Jahr stille stahn,
Sechzig Jahr geht's Alter an,
Siebzig Jahr ein Greis,
Achtzig Jahr nimmer weis,
Neunzig Jahr der Kinder Spott,
Hundert Jahr genade Gott.

Zehn Arme können wohnen in einem Hause zugleich, aber nicht zwei Könige in einem Reich.
Zehn arme Leute haben in einem Hause Raum, aber nicht zwei Könige in einem Lande.

Zehn Gulden*12 wohl geraten sind besser denn hundert übelgeraten.

Zehn Handwerke, das elfte der Bettelstab.

Zehnmal versagen ist besser als einmal Lügen.

Zehn Mönche können wohl unter einer Decke schlafen, aber nicht zwei Könige in einem Reich.

Zehn Phantasten geben erst einen Narren.

Zehn Straßenräuber können einem Nackten kein Hemd ausziehen.

Zehn Versagen sind besser als ein Lügen.

Zeige mir den Wirt, ich zeige dir den Gast.

Zeige mir eine glückliche Ehe und ich zeige dir zwei Menschen, die sich keine Gedanken darüber machen, wer von ihnen die bessere Hälfte ist.

Zeig mir den Lügner, ich zeig dir den Dieb.
(auch Sprichwort in Griechenland und den USA)

Was unter „Zeit“ nicht zu finden ist, kann möglicherweise unter „Die Zeit“ stehen, da die Sprichwörter auch in den alten Büchern unterschiedlich geschrieben werden. Wenn ein Sprichwort gänzlich fehlen sollte, bitte eine Nachricht senden.
Zeit bringt alles, wer warten kann.
Zeit bringt alles, wer warten kann.

Zeit bringt Bescheid.

Zeit bringt Getreide (nicht der Acker).

Zeit bringt Rosen, aber auch Dornen.

Zeit bringt Rosen (nicht der Stock).

Zeit bringt Rosen und nimmt sie wieder hin.

Zeit darf man nicht nehmen, Gott gibt sie umsonst.

Zeit, Ebbe und Flut wartet auf niemand.

(Die) Zeit frisst Stahl und Eisen.
Zeit frisst Berg und Tal, Eisen und Stahl.

Zeit frisst uns das Herz ab.

Zeit gebiert Wahrheit.

Zeit gedenkt und vergisst aller Dinge.

Zeit gewonnen, viel gewonnen; Zeit verloren, viel verloren.

Zeit gibt und nimmt alles.


Zeit hat Ehre, sprach die Magd, als sie zur Mettezeit vom Tanz nach Hause ging.

Zeit hat Ehre, Zucht hat Zierde.

Zeit hätte man wohl genug, wenn man sie nur wohl anlegte.

Zeit heilt alle Wunden.


Zeitiger Dieb verrät sich selbst.

Zeitig reif, zeitig rot, zeitig weis, zeitig Tod.

Zeitig zum Markte, langsam zum Kruge.

Zeit ist an keinen Pfahl gebunden.

Zeit ist der beste Ratgeber.

Zeit ist der Stoff, woraus das Leben gemacht ist.

Zeit ist des Zornes Arznei.

Zeit ist ein gnädiger Gott.

Zeit ist Geld.
(Wer das glaubt, sollte einmal sein Geld nehmen und versuchen, damit Zeit zu kaufen. Man kann damit Arbeitskraft und Arbeitszeit von anderen bezahlen, ebenso Arzt und Krankenhausrechnungen, aber selbst der reichste Mensch kann sich für all sein Geld keine zusätzliche Lebenszeit erkaufen. Richtiger ist meist, mit diesem Sprichwort als Argument wird immer mehr kleinen Leuten mit wenig Geld ihre Lebenskraft, Arbeitskraft und Zeit einfach zum Leben entzogen.)

Zeit ist Schickelmann.
(Die Erklärung zu Schickelmann steht in der Sprichwörtersammlung von Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 auf Seite 920 unter Nr. 23: „Also haben die Alten die Zeit genennt und haben gesagt: Schickelmann wohnet an der Straßen. Das ist soviel gesagt: Jedermann lebt in der Zeit und muss drin wandeln, und die Zeit lehrt jeden, was er tun und lassen soll; sie leiht, regiert, straft, bessert, bösert und macht mit den Menschen, was sie will.“)

Zeit macht gesund.

Zeit macht Heu.

Zeit macht und tötet die Leute.

Zeit stillt den Zorn.

Zeit und Erfahrung bilden den Verstand.

Zeit und Gelegenheit hat niemand im Ärmel.

Zeit und Staat bringt manchen Unflat.

Zeit und Stroh macht die Mispeln reif.

Zeit und Stunde rennt durch den rausten Tag.

Zeit und Stunde sind ungleich.

Zeitungen liefern große Lügen für kleines Geld.

Zeit verdeckt und entdeckt alles.

Zeit verrät und entdeckt alles.

Zeit verrät und hängt (henkt) den Dieb.


Zeit vertan, Geld vertan.

Zeit, Wind, Frauen und Glück, verändern sich all' Augenblick.

Zeit zu reden, Zeit zu schweigen, Zeit aufzuhören.

Zerbrochene Töpfe gibt's überall.

Zerrissene Kleider soll man nicht gleich wegwerfen.

Zersprungene Blasen und verlorene Ehre sind nicht wieder zu ergänzen.

Zerstreutes Feuer brennt nicht lange.

Zeuge von Hörensagen gilt im Recht nicht.

Zeug gen Straßburg: da findest du den Tisch gedeckt.

Zieh dich bei deiner Nase.

Zieh (Zeuch) einen Bauer aus dem Kote, so soll er dich zur Dankbarkeit selber hineinstoßen. (stößt er dich zum Dank hinein.)
(Kot = veraltend - aufgeweichte Erde, schlammiger Schmutz auf einem Weg od. einer Straße.)

Zieht ein Esel über Rhein, kommt ein I-ah wieder heim.

Zielen ist nicht genug, es gilt treffen.

Ziel und Bolz ist nah beisammen.

Zigeunerleben, Greinerleben.
(Verschiedene Bedeutungen von früher: Greinerleben = Jammerleben; Greiner = Zänker, Tadler, Schelter, alter Geizhals, der über Mangel klagt; greinerisch = zänkisch, weinerlich, klagen, jammern)

Zimmerleut und Maurer sind die ärgsten Laurer: Mit Essen, Trinken und sich Besinnen geht der halbe Tag von hinnen.

Zinsen machen alt und jung.

Zins hat schnelle Füße, er läuft, eh man sich umsieht.

Zins und Miete schlafen nicht.

Zion soll man nicht mit Fleisch und Blut bauen.
(Zion = Einer der Hügel Jerusalems, den David eroberte, Altes Testament, Zweites Buch Samuel 5, 6ff.)

Zirlimirli machen fördert nicht.
(Zirlimirli = ein altes Fingerspiel, bei dem man die Händ umeinander wickelt, mit Reimen, die Ausflüchte, Ausreden haben, Umschweife machen, ausweichende Reden führen, verwirren, auch sich mit Albernheiten abgeben bedeuten.)

Zorn altert langsam.

Zorn beginnt mit Torheit und endet mit Reue.

Zorn betört den Mann.

Zorn erwürgt den Toren.

Zornes Ausgang, der Reue Anfang.

Zorn gebiert Zorn.

Zorn hängt den Narren um.

Zornigem soll man das Schwert nehmen.

Zorn ist kurze Unsinnigkeit.

Zorn macht den Menschen verworren.
Zorn macht verworren.

Zorn ohne Macht wird verlacht.

Zorn tut nichts im (mit) Rat.

Zorn und Geld verwirren die Welt.

Zu aller Stund weint die Frau und pisst der Hund.

Zu Ämtern braucht man nicht Landeskinder, sondern Männer.

Zu Bacharach am Rheine, zu Klingenberg am Maine, zu Würzburg an dem Steine, da wachsen gute Weine.

Zucht bringt Frucht.

Zucht, Demut und Höflichkeit zieren mehr denn ein golden Kleid.

Zucht der Jugend ist eine Anzeige der Tugend.

Züchtige Ehr kriegt bald ein Wandel.

Züchtiger Mann ist ein Hort.

Züchtig, fromm, bescheiden sein, das steht allen Menschen fein.

Zucht ist das beste Heiratsgut.

Zucht ist junger Leute bester Schmuck.

Zuckend, wie der Wolf das Lamm fraß.

Zucker in der Jugend macht faule Zähne im Alter.
(Trotz allgemeiner und jahrhundertelanger Kenntnis in der Bevölkerung wird dieses Sprichwort vom Großteil der Jugend und deren Eltern missachtet, bis Zahnärzte später dessen Wahrheitsgehalt schmerzhaft bestätigen.)

Zu dem Wahne taugt der Glaube nicht.
(Wahn = aus dem mittelhochdeutschem - Meinung; Hoffnung; Verdacht, bedeutet: Einbildung, irrige Annahme; falsche Vorstellung, die sich festgesetzt hat. Aus der Medizin: Krankhafte nicht zu begründende zwanghafte Einbildung, Psychose, Verfolgungswahn und andere.)

Zu den erschlagenen Franken gehört eine große Hölle.

Zu den Heiligen laufen, macht müde Beine.

Zu diesen Zeiten sind die besten, die weder Fisch noch Vogel, weder Feigen noch Rosinen sind.

Zu Ehren (be)darf man Glück, zu Frömmigkeit (be)darf man Witz.

Zu ehren ein Biedermann, bisweilen (zuweilen) muss Zehrung haben.

Zu Ehren gehören starke Beine.

Zu ehren soll man helfen.

Zu Ehren soll man nichts sparen.

Zu einem bösen Hunde gehört ein Knüppel.

Zu einem glücklichen Leben gehören (werden diese) drei Stücke (erfordert): mit wenigen vergnügt sein, Freundschaft halten und keinen Feind fürchten.

Zu einem Koch gehören drei Kellner.

Zu einem lebendigen Menschen muss man sich Gutes und Böses versehen.

Zu einem Loche muss es doch heraus.

Zu einem Ohr hinein, zum andern wieder heraus.

Zu einer Lüge gehören immer sieben Lügen.

Zu einer rechten Gewähr gehört guter Glaube.

Zu enger Schuh drückt, zu weiter schlottert.

Zuerst gewonnen, zuletzt verspielt.

Zuerst verlacht, dann nachgemacht.

Zu fest hält nicht, zu lose bindet nicht.


Zu frei bringt Reu.

Zufriedenheit ist der größte Reichtum.

Zufrieden sein wandelt Wasser in Wein.


Zufriedenheit wohnt mehr in Hütten als in Palästen.


Zufrieden sein ist hohe Kunst,
zufrieden scheinen bloßer Dunst,
zufrieden werden großes Glück,
zufrieden bleiben Meisterstück.


Zu früh gefreit hat manchen (oft) gereut.


Zu Geschäften braucht man den Senf nicht mitzubringen, man wird ihn finden.

Zu geschehenen Dingen soll man das Beste reden.

Zu geschwind fahren bricht das Rad.

Zu Gottes Hülfe (Hilfe) gehört Arbeit.

Zu Gott hinken die Leute, zum Teufel laufen sie.

Zu grober Lüge soll man pfeifen.

Zu große Ehre ist halbe Schande.
Zu viel große Ehr ist halbe Schande; zu sehr gelobt ist halb gescholten.
(Wenn einer von Haus aus bescheiden ist und ihm wird zu viel Ehre erwiesen, wird er nicht geehrt, sondern nur beschämt, da er ja weiß, dass ihm diese Ehre nicht zukommt.)

Zu große Freundschaft mit den Weibern hat den Teufel im Beutel.

Zu großen Flüssen laufen die kleinen ein.

Zu großer Sorge wird liederlich Rat.

Zu große Vertraulichkeit erzeugt Verachtung.

Zu gutem Zeug ein wackrer Meister.

Zu hart bringt selten Freundschaft.

Zu Hause Löwen, im Treffen Hasen.

Zu Hofe dienen alle der Suppen, nicht der Herrn wegen.
Zu Hofe dient man nicht um des Herrn, aber um der Suppe willen.

Zu Hofe gibt man viel Hände, aber wenig Herzen.
Zu Hof gibt man Hände ohne Herzen.
(Das bedeutet, mit unverbindlichen Freundlichkeiten ist man freigiebig, aber einforderbare Zusagen oder Versprechen gibt es nicht.)

Zu Hofe hat der Neid den Sitz seiner Herrschaft.
Der Hof ist ein Platz, da der Neid den Sitz seiner Herrschaft hält.

Zu Hofe ist eine Gunststunde besser als zehnjährige Dienste.

Zu Hof gilt gleich, der hinter die Tür hofiert und der's auskehrt.

Zu Hof kann man sich wohl wärmen, aber auch verbrennen.

Zu Hof küsst man (zuweilen) die Finger, die man lieber abbeißen wollte.

Zu höflich wird tölpelig.

Zu Ingolstadt zeigt man einem die Feige.

Zu jung ist ein Fehler, der sich täglich bessert.

Zukünftiges ist uns alles verborgen.

Zu Lande sind die besten Steuerleute.

Zuletzt muss doch der Fuchs zum Loch heraus.

Zuletzt muss man es doch suchen, wo es ist.

Zuletzt siegt Wahrheit, Tugend und Mut.

Zum Begräbnis der Wahrheit gehören viele Schaufeln.


Zum Beten kann man nicht nöten.

Zum bösen Spiel muss man gute Miene machen.

Zum Denken stets bereit, zum Handeln nimm dir Zeit.

Zum einen Ohr hinein, zum andern wieder hinaus.

Zum Freien gehört mehr als ein Paar Schuhe.

Zum groben Block gehört eine Bauernaxt.

Zum Haus gehört, was Niet und Nagel begreift.

Zum Heiraten und Seefahren muss man die Worte sparen.

Zum Krieg gehört Geld, Geld und wieder Geld.

Zum Lästern hat er Maul, zum Loben ist er faul.

Zum Laufen hilft nicht schnell sein.
Zum Laufen gehört mehr als schnell sein.

Zum lebendigen Menschen muss man sich Gutes und Böses versehen.

Zum Lernen ist niemand zu alt.

Zum Müßiggang gehört hoher Zins oder hoher Galgen.

Zum Rat weile, zur Tat eile.

Zum Reiten gehört mehr, als ein Paar (zwei) Schenkel über ein Pferd hängen.

Zum Reiten gehört mehr als ein Paar Stiefel.

Zum Todesschlaf ist keiner müde.

Zum Verlieren ist nichts besser als Vergessen.

Zum Weinen hilft kein Saitenspiel.

Zunächst beim Blut, zunächst beim Gut.
(Eins der ältesten Rechtssprichwörter zur Erbschaft. Der nächste Blutsverwandte ist der Erbe.)

Zu oft fortgesetzter Baum bringt langsame Früchte.

Zu oft gesehene Wahre verliert den Wert.

Zupfe dich bei deiner Nase.

Zu Pfingsten auf dem Eise!

Zu Pfingsten gilt das Korn am mindesten.

Zur Knechtschaft wird keiner gezwungen, der zu sterben bereit ist.

Zur Notdurft spar', zehr' vom Gewinne, nicht geude, dass dir's zerrinne.

Zur Not ist niemand arm.

Zur Not steckt man blanke Schwerter in rostige Scheiden.

Zu Rom ist alles frei, außer der kein Geld hat.

Zu Rom ist keine größere Sünde, denn kein Geld haben.

Zu Rom mag man tun, was man will, nur fromm sein hilft da nicht viel.

Zur Rach eine Schnecke, zur Wohltat ein Vogel.

Zur Rach', sei gemach.

Zur Reinlichkeit gibt's kein besser Mittel als Menschengebein.

Zur Trommel muss man pfeifen.

Zur Weisheit gehört mehr denn ein roter Hut.

Zur Zeit ein Narr sein ist auch eine Kunst.

Zusagen ist der Feierabend vom Halten.

Zusagen ist eine Brücke von Worten.

Zusagen macht Schuld.

Zusagen steht im Willen, aber dem Halten ist ein Seil über die Hörner geworfen.

Zu satt macht matt.

Zu schnell fängt nichts.

Zu schnell macht müde Beine.

Zusehen ist des Glückes Bruder.

Zusehen ist Reichtums Bruder.

Zu seinem Honig legt der Teufel einen Löffel, zum fremden zwei.

Zu seiner Zeit gilt ein Trunk Wasser ein Glas Wein, ein Heller einen Gulden.

Zu solchem Wild gehört solcher Waidmann.

Zu spitz sticht nicht, zu scharf schneid't nicht.

Zu Tisch und Bett soll man sich nicht schämen.

Zu unwitzigem Rat gehört eine hölzerne Glocke.

Zuviel Arbeiter richten wenig aus.

Zu viel Demut ist halber Stolz.


Zu viel Demut ist Hochmut.


Zu viel Dünger düngt nicht wohl.

Zu viel Fleiß fällt auf dem Eis.

Zu viel Freud, ein' Leichtfertigkeit (wird dir Leid).

Zu viel gut ist böse.

Zu viel hat keine Ehre.

Zu viel Honig ist bitter (bekommt nicht).
Zuviel ist bitter, und wenn es lauter Honig wäre.

Zu viel ist Satans Spiel.

Zu viel ist ungesund.

Zuviel ist zu viel, sagte jener Mann und hatte seine Frau totgeschlagen.

Zuviel Lust bringt Unlust.

Zuviel Melken gibt Blut.

Zuviel Milde ist vertan.

Zuviel muss bald brechen.

Zu viel Neues stört alte Treue.


Zuviel Pflege tötet das Kind.

Zu viel Putz ist kein Nutz.


Zu viel Rat ist Unrat.

Zu viel Rauch in der Küche beißt zum Haus den Herrn hinaus.

Zu viel Recht hat manchen Herrn gemacht zum Knecht.


Zu viel Recht ist Unrecht.

Zu viel reden und zu viel schweigen, das ist allen Narren eigen.

Zuviel Säcke, des Esels Untergang.

Zu viel schweigen schadet auch.

Zuviel Sorge fällt in den Kot.

Zuviel Sorge zerbricht das Glas.

Zu viel Trauen ist unbequem.

Zuviel und zuwenig ist ein Ding.

Zu viel verderbt gut Spiel.

Zuviel Weisheit ist Narrheit.
Zuviel Weisheit ist Torheit.

Zu viel zerreißt den Sack.
Allzuviel zerreißt den Sack.
Zu viel reißt den Sack entzwei.

Zu voll schläft faul.

Zuvor ein Kalb, jetzt ein Ochs.

Zuwachs an Kenntnis ist Zuwachs an Unruhe.

Zuweilen ein Narr sein ist auch eine Kunst.


Zu weise ist Narrei.

Zuwenig kann einen Zusatz leiden, aber zuviel hat kein Rezept.

Zu wenig und zu viel ist aller Narren Ziel.

Zu wenig und zu viel ist des Teufels Spiel.


Zu wenig und zu viel, verdirbt alles Spiel.

Zu Wetzlar an dem Dom sitzt der Teufel auf der Nonn.

Zu Wolfsfleisch gehört ein Hundszahn.

Zu Zeiten gilt ein Becher Wasser mehr, als ein Eimer Wein und ein Groschen mehr als ein Gulden*12.

Zwang ist ein Pechpflaster, das Geld aus dem Säckel zieht.

Zwang ist kein guter Wille.

Zwang macht keine Christen.

Zwang währt nicht lang.


Zwanzig Handwerke und ein halb Brot.

Zween (zwei) böse Hunde beißen selten einander (einander nicht).

Zween (zwei) sind eines Meister, drei sein Tod.

Zwei Augen decken vier.

Zwei Augen sehen mehr als eins.

Zwei Augen, zwei Ohren, nur ein Mund.

Zwei böse Heller*16 finden sich gern in einem Beutel.

Zwei böse Hunde beißen selten einander.

Zwei Dinge merke: Rede und schweige, wenn's Zeit ist.

Zweie sind eines Herr, dreie fressen ihn gar.

Zweie tun immer verschieden.

Zweifel hat viel Deckmantel.

Zweifel macht den Berg, den der Glaube versetzen kann.

Zwei Fliegen mit einem Schlage.
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.


Zwei Frauen in einem Haus sind ihrer drei zu viel.

Zwei Füchse in einem Loch.

Zwei für eins ist Wrakesrecht.

Zwei Hähne auf einem Mist vertragen sich nicht.
Zwei Hähne taugen nicht auf einem Mist.

Zwei harte Steine mahlen selten kleine (feine).

Zwei Hund an einem Bein kommen selten überein.
Zwei Hunde an einem Knochen vertragen sich nicht.
(Wenn zwei oder mehr das selbe haben, benutzen oder darüber bestimmen wollen, gibt es Streit. Vergleichbare Sprichwörter auch in anderen Ländern.)

Zwei kalte Steine, die sich reiben, fangen auch Feuer.

Zwei Katzen und eine Maus, zwei Weiber in einem Haus, zwei Hunde an einem Bein, kommen selten überein.

Zwei können wohl schweigen, so man einen davontut.

Zwei Mahlzeiten schlagen sich nicht.

Zweimal darf man wohl ausbleiben.

Zwei Narren in einem Haus haben allzeit Streit und Strauß.

Zwei Narren stecken unter einer Kappe.
(Narren lieben Gesellschaft.)

Zwei Narren unter einem Dach und zwei Töpfer in einem Dorf vertragen sich nicht.


Zwei Pferde, ein Kutscher, vier Bestien.

Zwei Schelme braucht Geld und Gut, einen, der's gewinnt, und einen, der's vertut.

Zwei Schelme will ungerecht Gut: Einen, der's gewinnt, und einen, der's vertut.
Ungerecht Gut will zwei Schelme haben, einen, der es erwirbt, und den andern, der es wiederum verschwendet: So gehe ich für zwei Mann, sagte jener, dieweil ich alles selber vertue, was ich erwerbe.

Zwei Streitköpfe werden nimmer eins.

Zwei um ein ist fadenrecht.

Zwei Ungleiche machen ein Grades.

Zwiebeln trägt man hin, Knoblauch bringt man wieder.

Zwietracht oft Freundschaft macht.

Zwinge dich selber, als dass du dich zwingen lassest.

Zwinge mich, so tu ich keine Sünde, sprach das Mädchen.

Zwischen Armut und Reichtum ist das beste Leben.

Zwischen dem Maul und dem Löffel wird viel Suppe verschüttet.

Zwischen der Suppe und dem Mund kann sich vieles ereignen.

Zwischen ehrlichen Leuten bedarf`s keiner Rechnung.

Zwischen eines Weibes Ja und Nein lässt sich keine Nadelspitze stecken.

Zwischen Freud und Leid ist die Brücke nicht breit.

Zwischen Nachbars Garten ist ein Zaun gut.

Zwischen Ostern und Pfingsten heiraten die Unseligen.

Zwischen Reden und Tun, Versprechen und Halten, werden auch Kleider und Schuhe zerrissen.
Zwischen Reden und Tun werden viel Schuhe zerrissen.

Zwischen Totschlag und eine Maid beschweren ist ein großer Unterschied.

Zwischen Tür und Wand lege niemand seine Hand.
(Das bedeutet, bei Streitigkeiten zwischen Mann und Frau sollte sich keiner einmischen, da sie dann möglicherweise beide über den dritten herziehen. Mindestens einen macht man sich immer zum Feind.)

Zwischen Zahn und Hand geht viel zuschand.

Zwischen zwölf und Mittag gar vieles noch geschehen mag.

Zwist nährt oft die Herzen.

Zwist unter Liebesleuten hat nicht viel zu bedeuten.

Zwo Hosen eines Tuchs.

Zwölf Stunden sind im Tag: was eine nicht bringt, das bringt die andere.

Zwo (Zwei) Zungen stehen übel in einem Munde.