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Deutsche Sprichwörter
Über 19.000 deutsche Sprichwörter
Wer a bis Wer d
Flagge von Deutschland
In allen Sprichwörtersammlungen sind auch etliche Rechtssprichwörter enthalten. Einige sind eindeutig erkennbar, anderen sieht man es nur auf den zweiten Blick an. Es sind volkstümlich gewordene Rechtsgrundsätze, die aus Landesrechten oder Gesetzen entlehnt wurden, dem Brauchtum oder Religion entstammen, allgemeine Rechtsregel oder aus Gewohnheitsrecht und Sitten entstanden sind. Nachdem 1532 die Constitutio Criminalis Carolina, auf Deutsch die „Peinliche Halsgerichtsordnung“ von Kaiser Karl V. für das ganze Reich in Kraft trat, wurden auch seine Bestimmungen in Form von Sprichwörtern im Volk bekannt. Ebenso fanden an vielen Orten regionale Besonderheiten ihren Niederschlag. Die überall verstreuten Rechtssprichwörter wurden später von einigen Rechtsgelehrten in extra Sammlungen zusammengeführt. Zum besseren Verständnis fügten einige Autoren zusätzlich mehr oder weniger ausführliche Erklärungen bei. In deutscher Sprache gehören dazu:

Thesaurus Paroemiarum Germanico-Juridicarum, Teutsch-juristischer Sprichwörterschatz von Georg Tobias Pistorius Leipzig 1716-25

Grundsätze der deutschen Rechte in Sprichwörtern, durch Anmerkungen erläutert von Johann Friedrich Eisenhart, mehrere Ausgaben zwischen 1759 und 1823

Rechtsregeln und Sprüche, herausgezogen aus des Wiguläus Xaver Alois Freiherrn von Kreittmayr Anmerkungen zu den bairischen Gesetzbüchern. München 1848.

Deutsche Rechtssprichwörter. Gesammelt und erläutert von Julius Hubert Hillebrand, Zürich 1858.

Deutsche Rechtssprichwörter, unter Mitwirkung von J.C. Bluntschli und K. Maurer gesammelt und erklärt von Eduard Graf und Mathias Dietherr. Nördlingen 1864.

Vorher gab es entsprechende Veröffentlichungen meist in Lateinischer Sprache, wie es auch heute wieder einige gibt:

Lateinische Rechtsregeln und Rechtssprichwörter, zusammengestellt, übersetzt und erläutert von Detlef Liebs. Verlag C. H. Beck München, 1982, 2007, ISBN: 978-3-406-56294-5. Lateinische Rechtsregeln mit deutscher Übersetzung und hinweisen zu entsprechenden heutigen Paragrafen.

Die Liste ist nicht vollständig. Einige alte Bücher sind im Internet verfügbar oder als Nachdrucke wieder zu bekommen. Dazu gilt, die Rechtssprichwörter sind alt, manchmal mehrere Jahrhunderte, sie sind selbst nie Recht gewesen. Sie geben nur geltendes oder vermeintliches Recht früherer Zeiten volksnah als Sprichwort wieder. Manches kann heute noch seine Gültigkeit haben, kann aber auch ganz anders sein. Einige Rechtsnormen haben sich im Vergleich zur noch nicht lange vergangenen Vergangenheit stark geändert: Die Todesstrafe ist abgeschaft; früher wurde man für Diebstal im wert ab 5 Gulden (heute 5 €uro?) am Galgen gehengt. Ebenso hatten Frauen bis nach dem 2. Weltkrieg fast keine Rechte gegenüber den Männern (in vielen Sprichwörtern belegt und von manchen Männern zurückgewünscht). Bevor man sich auf plausible, logische und vermeintlich bekannte Rechtsauffassungen in Sprichwörtern verlässt, sollte man sich beim aktuell gültigen Recht erkundigen.

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Wer akzeptiert, muss bezahlen.

Wer alle Bücher ausführt, wird gar leicht verführt.

Wer alle Büsche scheut, kommt selten zu Holze.

Wer alle Dinge überwinden kann, soll Zorn Hass, Neid auch fahren lan.

Wer alle Dinge verfechten will, der muss nimmer kein Schwert einstecken.

Wer alle Dinge will wissen, der wird auch oft beschissen.
(beschissen = betrogen, übervorteilt, verunglimpft, verdreckt)

Wer alle Dinge wüsste, der täte darnach.

Wer alle Dinge wüst, der tut nimmer Unrecht.

Wer alle Dinge wüsste, würde bald reich.

Wer alle Eier unter eine Henne legt, kann sie leicht alle stinkend finden.

Wer alle Gefahr fürchtet, der darf nicht aufs Meer kommen, er bleibt hinterm Ofen.

Wer allein nach Lust studiert, der wird nimmer reich: Wer mit Unlust studiert, der wird nimmer gelehrt.

Wer allein schläft, bleibt lange kalt, zwei wärmen sich einander bald.

Wer allein zankt, zankt nicht lange.


Wer alle Löcher vermacht, fängt am wenigsten; denn er stopft wohl auch die Löcher zu, durch die die Fische hereinkommen.

Wer alle Löcher will stopfen, der stopft sobald die zu, so nutzen, als die schaden.

Wer alle Löcher will verstopfen, den soll man mit der Peitsche klopfen.

Wer allen dienen will, kommt immer am schlimmsten weg.

Wer allen dient, macht sich keinem verbindlich.


Wer allen genügen kann, der lösche mich aus und schreibe sich an.


Wer alle Prügel aufliest, bekommt bald den Arm voll.

Wer aller guten Montag auswartet, dem nistet kein Storch auf seinem Dach.

Wer allerlei Holz aufliest, hat bald einen Arm voll.

Wer aller Leute Stichblatt ist, kann gut parieren.

Wer allermeist gibt, hat allermeist recht.

Wer aller Narren Meinung in göttlichen Sachen vor der Zeit wissen will, der wird gewiss ein Narr.

Wer alles bedenkt bei der Zeit, der sattelt, ehe er reit.

Wer alles Böse rechen wollte, der wird nimmer still sitzen.
Wer alles will verfechten, der hat gar viel zu rechten.
Wer alles will verfechten, hat allezeit zu rechten.

Wer alles haben will, was die Augen sehen, der heißt Seltenreich.

Wer alles lobt, hat nichts gelobt.

Wer alles sagt, was er will, muss oft hören, was er nicht will.

Wer alle Stauden flieht, kommt nie in einen Wald.
Wer alle Stauden will fliehen, kommt in keinen Wald.

Wer alles verfechten will, darf nie das Schwert einstecken.

Wer alles vorher wüsste, würde bald reich.


Wer alles will, bekommt nichts.

Wer alles will rächen, die Kraft wird ihm gebrechen.

Wer alles wissen will, weiß gewöhnlich nichts.

Wer alle Tage feiert, fragt nicht nach dem Sonntag.

Wer alle Welt fressen will, muss ein großes Maul haben.

Wer alle Welt gar täuschen will, der wird gar leicht ein Affenspiel.

Wer alle Welt zum Freund will han, der ist ein Narr bei jedermann.
(Dieses Sprichwort wird oft fälschlich als Zitat dem österreichischen Schriftsteller Johann Nepomuk Vogl (*07.02.1802 - 16.11.1866) zugeschrieben, da es sich in seinem Buch „Fruchtkörner“ auf Seite 69 (Drittes Hundert, Nr. 40) befindet. Dieses Sprichwort stammt eindeutig nicht von ihm, da es sich schon ab 1566 im Buch „Proverbialia Dicteria“ lateinische und deutsche Sprüche, Sprichwörter in Reimen von Andreas Gartner, von Marienberg, befindet (mehrere Ausgaben von 1566 bis 1619). In der Ausgabe von 1574 steht es auf Seite 105b, in der Ausgabe von 1575 auf Seite 106a.)

Wer allezeit einen schwangeren Beutel hat, ist seiner Sparsamkeit viel schuldig.

Wer allezeit mit den Letzten bäckt, bringt selten gutes Brot nach Hause.

Wer all Gefährde will erwiegen, bleibt ewig hinterm Ofen liegen.

Wer allzeit angelt, dem nimmer mangelt.
Wer allzeit braucht die Angel, hat selten großen Mangel.

Wer allzeit auf den Wind will sehen, der wird nicht säen und nicht mähen.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 11, 4: „Wer auf den Wind, der sät nicht, und wer auf die Wolken sieht, der erntet nicht.“)

Wer allzeit säuft und allzeit schlemmt, behält zuletzt kein ganzes Hemd.

Wer allzu streng ist, um den gibt man nichts.

Wer als Freund nicht nützt, kann als Feind viel schaden.

Wer als Schalk in's Kloster geht, kommt als Bube wieder heraus.

Wer alte Narben aufreißt, schafft neue Wunden.

Wer altes Unrecht duldet, lädt neues ins Haus.


Wer altet, der kaltet.


Wer alt will werden, tue beizeiten dazu.


Wer am Galgen hat seine Stelle, der stirbt nicht in der Welle.


Wer am Galgen vertrocknen soll, ersäuft nicht im Wasser.

Wer am längsten badet, der lebt am längsten.

Wer am längsten lebt, gewinnt alles.

Wer am meisten gibt, der hat den Kauf.

Wer am stärksten ist, der hat das Recht gewonnen.

Wer am Wege baut, hat viele Meister.

Wer am wenigsten kann, der ist am besten dran.

Wer am wenigsten redet, hat am wenigsten zu verantworten.

Wer am wenigsten verschuldet hat, der muss die Buß erlegen.

Wer anbeißt, lässt selten davon.

Wer an den Tod denkt, fängt an zu leben.

Wer andere anschwärzt, ist drum nicht weiß.

Wer andere betrügt, klage nicht über Untreue.
Wer andere betreugt, klage nicht über Untreu.
Wer andere betrügt, muss nicht über Untreu klagen.
(Dreimal dasselbe Sprichwort bei Wander in Band 1: Oben in Spalte 77 unter Andere Nr. 16 ohne Quellenangabe, das Mittlere in Spalte 345 unter Betrügen Nr.14 mit Winckler 19.Hundert Nr. 16 als Quelle (Schreibweise entspricht der Quelle) und das Dritte zwei Zeilen darunter unter Betrügen Nr.16 wieder ohne Quellenangabe.)

Wer andere jagt, kann selbst nicht ruhen.

Wer andere jagt, muss selber laufen.

Wer andere jagt, wird selber müde.

Wer andere Leute will lehren, der soll sich erst bekehren.

Wer andere necken kann (will), muss auch (selbst) Scherz verstehen.


Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

(Ein Sprichwort, das in der Bibel gleich an mehreren Stellen zu finden ist. Im Alten Testament in Prediger Salomo steht unter 10,8: „Wer eine Grube gräbt, der kann selbst hineinfallen, und wer eine Mauer einreißt, den kann eine Schlange beißen.“ In den Sprüchen Salomos steht unter 26,27: „Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.“ Bei Jesus Sirach 27, 29: „Wer eine Grube gräbt, der fällt selbst hinein; wer einem andern eine Falle stellt, der fängt sich selbst.“ Dieses Sprichwort wurde wie viele andere aus der Bibel auch in etlichen Ländern und Kulturen übernommen.)

Wer andere plagt, hat selbst keine Ruhe.

Wer andere quält, schläft selbst nicht gut.


Wer andere regieren will, muss zuvor sich selbst beherrschen können.


Wer anderer Ehre kränkt, ist selten an seiner Ehre gesund.

Wer anderer Feuer schürt, dem verlöscht das eigene.

Wer andere verurteilt und richt, der verdammt sich selber.

Wer andern ein Kissen unterlegt, findet wohl anderwärts ein Bett.

Wer andern gibt, dass er verdirbt, den soll man schlagen, dass er stirbt.

Wer andern ist zu Schaden gesinnt, dessen Unglück blüht und sich bald find.

Wer andern nichts gönnt, der hat selber auch selten etwas.

Wer anders redet als er denkt, der handelt auch anders, als er redet.

Wer andre anschwärzt, ist drum nicht weiß.

Wer andre strafen will, muss selbst rein sein.

Wer antwortet auf unnützes Gespei, der macht aus einem Unglück zwei.

Wer antwortet, ehe er hört, dem ist's Narrheit und Schande.
Wer antwortet, ehe er hört, der zeigt an seine Torheit und wird zuschanden.
Wer antwortet ungefragt, der ist nicht gescheit.
Ein Narr antwortet, ehe er hört.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Sprüche Salomos, 18, 13: „Wer antwortet, ehe er hört, dem ist es Torheit und Schande.“)

Wer arbeitet, dem vergehen die Hundsgedanken.

Wer Arbeit kennt und danach rennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.


Wer Arbeit liebt und sparsam zehrt, der sich in aller Welt ernährt.

Wer argen Bauern Gutes tut, nährt Schlangen im Busen.

Wer Arges tut, der hasst das Licht.
Wer Böses tut, der scheut das Licht.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Johannes 3, 20: „Wer Arges tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, auf dass seine Werke nicht an den Tag kommen.“)

Wer Armen gibt, wird nimmer arm.
Wer den Armen gibt, dem wird's nicht mangeln.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 28, 27: „Wer den Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird von vielen verflucht.“)

Wer arm ist, dem hilft niemand.

Wer Armut ertragen kann, ist reich genug.

Wer Armut fürchtet, jage nicht nach Reichtum.

Wer Armut hat, der hat die Hölle.

Wer Armut nicht ehrt, ist der Armut nicht wert.

Wer A sagt, kommt zuletzt bis zum Z.
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Wer A sagt, muss auch B sagen.
(Die Erklärung des Sprichworts, wie sie fast überall zu finden ist und auch verständlich und plausibel klingt: Wer eine Sache anfängt, sollte sie auch weiterführen und vollenden, auch wenn dabei Schwierigkeiten auftauchen; wer etwas verspricht, sollte das Versprechen einlösen. Als Herkunft wird oft das Alphabet mit „A“ als ersten Buchstaben genannt, dem logischerweise das „B“ folgt.

Klingt alles logisch und einleuchtend und ist deshalb weit verbreitet, aber leider nicht zutreffend, auch wenn es bei https://de.wiktionary.org oder Duden oder an vielen anderen Stellen so steht, ist es falsch. Viele gebrauchen es zwar mit der obigen Bedeutung, es ist aber nicht die richtige Herkunft und ursprüngliche Bedeutung. Wie bei anderen Sprichwörtern hat sich das Verständnis zur Bedeutung verändert, weil die alten Voraussetzungen zur Entstehung sich veränderten und vergessen wurden.

Eine andere Erklärung zur Herkunft bezieht sich auf die 43 Kilometer lange Münstersche Aa, einem linken Nebenfluss der Ems, der durch Münster fließt. Die Münstersche Aa soll früher angeblich als dreckigster Fluss Deutschlands bekannt gewesen sein. Daher soll das Sprichwort in Mundart entstanden sein: „Wer d’ Aa seiht, muß ooch Bäh säggen.“ (Wer die Aa sieht, muss auch Bäh sagen, um sein Missfallen auszudrücken.) Auch diese Erklärung ist falsch.

Die richtig Erklärung ist, das Sprichwort stammt aus dem alten Deutschen Rechtswesen. Wie früher oft üblich gab es keine Gesetzbücher wie heute. Vielfach wurden gängige Rechtsregeln in Sprichwörtern festgehalten.
Belegt ist die Erklärung in dem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“, gesammelt und erklärt von Eduard Graf und Mathias Dietherr, unter Mitwirkung der Professoren J.C. Bluntschli und K. Maurer aus dem Jahr 1864 auf den Seiten 438 bis 441:
Bei Gerichtsverfahren wurde früher der Ankläger Ansager oder Asager genannt. Der Beklagte musste sich vor dem Gericht rechtfertigen und war zum Antworten verpflichtet. Das Antworten hieß vor Gericht besagen. Wenn der Angeklagte vor Prozessende eine Widerklage gegen seinen Ankläger erhob, war dasselbe Gericht zuständig. Somit war der Ankläger (der Asager) verpflichtet auf die Widerklage zu antworten (besagen), der Rechtsgrundsatz hieß also: Wer ansagt, muss auch besagen. Daraus entstand das Wortspiel: Wer A sagt, muss auch B sagen.


Zum gleichen Schluss kommt Hillebrand 1858 im Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ auf Seite 220: „Dem Beklagten gestattet das gemeine Recht bei demselben Gericht, wo der betreffende Prozeß anhängig ist, Gegenforderungen in Klagform vorzubringen, wenn jenes auch nicht das Forum des Klägers sein sollte.“ und bezieht sich dabei auf das Sprichwort.„Wer A sagt, muss auch B sagen“

Vergleichbare Sprichwörter mit der gleichen Bedeutung:
Wo der Mann klagt, da muss er auch antworten.
Wo der Mann Recht fordert, da soll er auch Recht nehmen.

In Bertolt Brechts Stück „Der Jasager und der Neinsager“ von 1930 wird zitiert: „Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, das A falsch war.“ Wenn ein Kläger seine Klage zurückzieht, weil er sie als falsch erkennt, hat Berthold Brecht mit dieser Aussage recht, dann ist die Widerklage gegenstandslos und man braucht kein B mehr zu sagen.

Es gibt weiter die Rechtssprichwörtersammlung von Johann Friedrich Eisenhart aus dem Jahr 1822, der das Sprichwort dahin gehend auslegte, das bei Verträgen alle Vertragspartner dazu verpflichtete, nicht nur den ersten Teil zu akzeptieren, sondern auch alle daraus verbundenen und resultierenden Folgen. Eine Erklärung, wie es zur Bildung des Sprichworts mit A und B kam, liefert er nicht. Eisenhart war ein ehemaliger Braunschweiger Hofrat und Lehrer der Rechte in Helmstedt und sammelte alleine Sprichwörter. Eduard Graf und Mathias Dietherr wurden vom König von Bayern, Maximilian II unterstützt und zum Buch veranlasst. Sie stellten das Recht in ihren Fokus und holten sich Hilfe durch sachkundige Professoren und werden auch durch Hillebrand bestätigt, was ihre Ausführungen glaubhaft macht.)

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Wer auf beiden Achseln trägt, setzt sich zwischen zwei Stühlen in die Asche.


Wer auf dem Markte singt, dem bellt jeder Hund ins Lied.

Wer auf dem Pflaster rennt und auf der Brücke springt, ein Weib nimmt, das er nicht kennt, bleibt ein Narr bis an sein End.

Wer auf dem Wasser fährt, hat den Wind nicht in der Hand.

Wer auf der Bank schläft, den sticht weder Feder noch Stroh.

Wer auf der See ist, hat den Wind nicht in der Hand.

Wer auf des andern Schuhe wartet, bis er tot ist, der geht barfuß.
Wer auf die Schuhe wartet, die er erben soll, muss barfuß gehen.
Wer auf eines andern Kleid wartet, muss lang zerfetzt und barfuß gehen.

Wer auf die Bank trachtet, kommt bald darauf.

Wer auf die Zeit wartet, dem mangelt die Zeit.

Wer auf Erde kriecht, hat keinen Fall zu fürchten.

Wer auf Gnade dient, den lohnt man mit Barmherzigkeit.
Wer auf Gnade dient, muss der Gnade warten.
Wer auf Gnade dient, wird mit Barmherzigkeit gelohnt.

Wer auf Hoffnung jagt, der fängt Nebel.

Wer auf Hoffnung traut, hat auf Eis gebaut.

Wer auf jede Feder acht’t, nie das Bette fertig macht.

Wer auf sein Land kein Korn sät, der wird Disteln ernten.

Wer auf sich nimmt, was er nicht mag, der steckt sich selber in den Sack.

Wer auf Zank geht aus, kehrt mit Stößen wieder nach Haus.


Wer auf zwei Hasen zielt, trifft keinen.


Wer auf zwei Stühlen sitzen will, fällt oft mittendurch.


Wer Ausdauer hat, kommt mit allem zu Ende.


Wer aus dem Weg ist, wär' gern wieder drein.

Wer aus der Tür ist, hat ein gut Teil der Reise getan.

Wer aus einem Stein einen Hosenbändel machen will, der hat unnütze Arbeit.

Wer ausgelernt sein will, muss im Grabe liegen.

Wer ausgibt, muss auch einnehmen.

Wer ausgibt und nicht Rechnung führt, verarmt, ohne dass er`s spürt.

Wer ausharrt, dem gelingt`s.


Wer ausharrt, hat Erfolg.


Wer aus Liebe heiratet, hat gute Nächte, aber schlechte Tage.


Wer ausreist, weiß wohl seine Ausfahrt, aber nicht seine Wiederkunft.

Wer ausschlägt, bricht den Frieden.

Wer austeilen will, muss auch einnehmen.

Wer aus vielen Büchsen schießt, trifft selten die Scheibe.

Wer bald anfängt, muss bald aufhört.

Wer bald glaubt, wird bald und oft betrogen.

Wer bald läuft, ist bald gejagt.

Wer barfuß geht, dem drücken die Schuhe nicht.

Wer barfuß geht, muss nicht Dornen säen.

Wer bass kann, der tue bass.

Wer bauen will, muss zwei Pfennige für einen rechnen.

Wer bauet an der Straßen, der muss sich meistern lassen.
Wer da bauet an der Straßen, muss die Leute reden lassen.

Wer baut auf Gott, fürcht't keinen Tod.

Wer baut, findet Geld.

Wer befehlen will, muss gehorchen lernen.

Wer beginnt mit Lügen, endet mit Betrügen.

Wer bei dem Stelzler dient, lernt bald hinken.

Wer bei den Hunden zu Gevattern gestanden, darf hernach wegen ihrer keinen Stock tragen.

Wer bei der Erde bleibet, der bricht den Hals nicht.
(aus Schlesien)

Wer bei der Schmiede wohnt, gewöhnt sich ans Hämmern.


Wer bei einer Hure niedersitzt, der stehet bei einer Hure wieder auf.

Wer bei Frauen will Gunst behalten, leg nie das Gesicht in ernste Falten.

Wer beim Götzen will werden reine, macht leeren Säckel und müde Beine.

Wer beim Holzhauer steht, der hat einen Span am Kopf zu Lohn.

Wer beim Spiel borgt, gewinnt.

Wer beim Spiel wegleiht, verliert.
(Oben zwei Sprichwörter mit genau der gegenteiligen Aussage. Es ist also egal, was man macht, Zufall, Glück oder das Können entscheidet.)

Wer beim Wolf zu Gevatter stehen will, muss einen Hund unterm Mantel haben.

Wer bei sich gut Gewissen trägt, zur Nacht sich fröhlich schlaffen legt.

Wer bei Tage nach Haus geht, dem trägt unser Herrgott die Leuchte vor.

Wer bei Tisch singt, bekommt ein närrisch Weib.

Wer bei Tisch was vermag, kann auch werken den ganzen Tag.

Wer bereits des Teufels ist, der hat gut schwören.

Wer Besserung ins Alter spart, hat seine Sache schlecht verwahrt.

Wer betrügen will, spinnt feine Fäden.

Wer billig kauft, kauft teuer.


Wer bis an den Jüngsten Tag warten kann, ist leicht Herr der ganzen Welt.

Wer bittet den Armen zur Hochzeit?

Wer bleibt, dem darf man den Rock nicht zerreißen.

Wer blutdürstig viel Leute verdirbt, auf den seine Tyrannei auch erbt.
(Das Sprichwort hat die gleiche Bedeutung, wie die letzten Worte von Pierre Victurnien Vergniaud (1753 - 1793), ein Führer der Girondisten in der Französischen Revolution, vor seiner Hinrichtung: „Die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder.“)

Wer blutschuldig ist, schändet das Land.

Wer borgen will, dem leih, doch merk vor, wer es sei.

Wer borgen will, soll nicht viel dingen.
Wer borgen will, der soll nicht lang markten.

Wer borgt, der ist des Leihers Knecht.

Wer borgt, der muss zahlen.

Wer borgt ohne Bürgen und Pfand, dem sitzt ein Wurm im Verstand.

Wer böse Botschaft bringt, der kommt früh genug, wenn er gleich nicht sehr eilt.

Wer böse Nachbarn hat, darf für Schande nicht sorgen.

Wer böse Nachbarn hat, muss sich selber loben.

Wer bösen Gedanken wehrt, so sie noch Blut sind, der wehret bösen Werken; werden sie flügge, so suchen sie mancherlei Nester.

Wer bösen Weibern dienen tut, ist alles verloren Gut.

Wer Böses mit Bösem heilen will, der macht des Bösen noch so viel (mehr).

Wer Böses pflügt, der erntet Übeltat.

Wer böse Zähne im Munde hat, der esse Brei, tut ihm nicht schad.

Wer brennend Kohle in Kleider legt und Schlangen in dem Busen trägt und in den Taschen zeugt eine Maus, solch Gesten tun wenig nutz im Haus.

Wer bringt, ist willkommen.

Wer Brot hat, dem gibt (leiht) man Brot.

Wer Brot hat, der stirbt nicht hungers.

Wer Brot und Wasser genügsam hat, zur Speis und Trank kann werden satt.

Wer Buben bittet oder tröst der taugt selber nichts.
Wer Buben bittet, taugt selber nichts.

Wer Buben hassen soll, da gehört ein Mann zu.

Wer Buben straft, den Frommen Heil schafft.

Wer buhlen will, muss leiden viel.

Wer Bürge bleibt, gibt den Schlüssel zu seinem Gute.

Wer Christo nachfolgt, der kommt an den Galgen.

Wer da eilt nach fremdem Gut, auf den wartet schon die Armut.

Wer da fällt, über den läuft alle Welt.

Wer da hadert*14 um ein Schwein, nehm' eine Wurst und lass' es sein.
Wer will hadern*14 um ein Schwein, nehm' die Wurst und lass' es sein.

Wer da hält, dem hält man wieder.

Wer da hat die Kühe, muss auch haben die Mühe.

Wer da hat Gott zum Freunde mit, denselben kein Unglück betritt.

Wer da hat viel Pfeffernuss, der pfeffert auch damit sein Mus.

Wer da liegt, dem hilft niemand auf.

Wer da liegt, über den läuft alle Welt hin.

Wer da mag 'ne Jungfrau schwächen, mag wohl auch 'ne Kirch' erbrechen.

Wer da meint, der weiß nicht fürwahr.

Wer dankbar ist und Keuschheit hält, bei Gott und Menschen wohl gefällte.

Wer dankbar jeden Sonnenstrahl genießt, wird auch mit dem Schatten zu leben wissen.

Wer dankt, will mehr haben.

Wer darf eine Jungfrau schwächen, der darf auch wohl eine Kirche brechen.

Wer darnach ringt, dem gelingt.

Wer das Alte hat erfahren, der fürchtet auch das Zukünftige.

Wer das Alter ehrt, der wird alt.

Wer da sät, der hofft zu schneiden; wer nicht sät, der wird nicht schneiden.

Wer das Beste zur Sache redet, von dem redet man wieder das Beste.

Wer das Böse nicht straft, lädt es zu Hause.
Wer's Übel nicht straft, lädt es zu Hause.

Wer da schlägt sein Weib, trifft seinen eignen Leib.

Wer das Einbrocken bezahlt, dem schenkt man die Milch.

Wer das Erbe nimmt, der schuldet.
Wer das Erbe nimmt, der soll die Schuld gelten.
Wer erben will, soll auch gelten.
(Das bedeutet, wer ein Erbe annimmt, der muss auch die Schulden des Erblassers bezahlen.)

Wer das Feuer haben will, muss den Rauch leiden.

Wer das Feuer nötig hat, sucht es in der Asche.
Wer des Feuers bedarf, sucht es in der Asche.
Wer Feuer bedarf, sucht es in der Asche.

Wer das Gesetz gibt, ist nicht daran gebunden.

Wer das große will, muss das Kleine opfern.


Wer das Gute hat genossen, sei des Übels unverdrossen.

Wer das Gut hat, bedient sich auch des Holzes.

Wer das Handwerk versteht, der verrate (verrät) den Meister nicht.
Wer das Handwerk versteht, verrät (beschämt) den Meister nicht.
Wer die Kunst weiß, der verrate den Meister nicht.

Wer das Kleine achtet, ist des Großen würdig.

Wer das Kleine nicht acht't, dem wird's Große nicht gebracht.

Wer das Kleine nicht acht't, hat zum Großen nicht Macht.

Wer das Kleine nicht ehrt, ist des Großen nicht wert.


Wer das Leben verachtet, fürchtet den Tod nicht.

Wer das Licht scheut, hat nichts Gutes im Sinn.

Wer das Licht zu knapp schneuzt, der löscht es.
Wenn man das Licht zu genau putzt, löscht man's aus.

Wer das Maul verbrannt hat, bläst die Suppe.

Wer das meiste Geld gibt, ist dem Gut am nächsten.
(Bei Versteigerungen auch heute noch üblich.)

Wer das Placebo domino nicht wohl singen kann, der bleibe von Hofe.

Wer das Recht beugt, bricht es.

Wer das Recht nicht will leiden, darf über Unrecht nicht klagen.

Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen.
Wer das Schwert nimmt, der kommt durchs Schwert um.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 26, 52: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“)

Wer das Sündigen nicht hindert, wo er kann, der gebietet es.

Wer da steht, sehe zu, dass er nicht falle.

Wer das Tuch zum Mantel stiehlt, dem schafft der Teufel das Unterfutter.

Wer das Übel flieht, den verfolgt es.

Wer das Ungemach fürchtet, muss daheim bleiben.

Wer das Unterste aus der Kanne trinkt, dem fällt der Deckel auf die Nase.

Wer das wenigste kann, hat das meiste zu sagen.


Wer das Wenn erstiegen, sieht das Aber liegen.

Wer davor ist, muss hindurch.

Werde jung alt, so bleibst du lang alt.

Wer dem Altar dient, soll auch vom Altar leben.
Wer vom Altar lebt, soll auch dem Altar dienen.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinter 9,13 „Wisset ihr nicht, dass, die da opfern, vom Opfer essen und die am Altar dienen, vom Altar genießen? 14 So hat auch der Herr befohlen, dass, die das Evangelium verkünden, sollen sich vom Evangelium nähren.)

Wer dem andern den Finger ins Maul steckt, der will gebissen sein.

Wer dem andern seinen guten Namen raubt, macht ihn arm und bereichert sich nicht.

Wer dem Armen das Brot nimmt, dem wird es zu Kieselsteinen.

Wer dem Armen leiht, dem zahlt Gott die Zinsen.
Wer den Armen leiht, dem zahlt Gott die Zinsen.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 19, 17: „Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat.“)

Wer dem Armen sein Ohr verstopft, den hört auch St. Peter nicht, wenn er klopft.
Wer den Armen sein Ohr verstopft, den hört St. Peter nicht, wenn er klopft.
Wer sein Ohr den Armen verstopft, den hört auch St. Peter nicht, wenn er klopft.
Wer sein Ohr für den Armen zustopft, den hört Gott auch nicht, wenn er klopft.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 21, 13: „Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird einst auch rufen und nicht erhört werden.“)

Wer dem Bächlein nachgeht, kommt zu dem Brunnen.

Wer dem Fremden sein Brot gibt, der verliert seinen Lohn.

Wer dem Gaul seinen Willen lässt, den wirft er aus dem Sattel.

Wer dem Haufen folgt, hat viele Gesellen.

Wer dem Henker entläuft, entläuft deshalb dem Teufel nicht.

Wer dem Hunde nicht wehrt, der hetzt ihn.

Wer dem Kinde die Nase wischt, küsst der Mutter den Backen.

Wer dem Nachbarn Schaden tut, tut sich selbst kein Gut.

Wer dem Pferde seinen Willen lässt, den wirft es aus dem Sattel.


Wer dem Pöbel dient, hat einen üblen (schlimmen) Herrn.

Wer dem Publikum dient, ist ein armes Tier; er quält sich ab, niemand bedankt sich dafür.

Wer dem Regen entlaufen will, fällt oft ins Wasser.

Wer dem Schmeichler zuhört, muss ihn füttern.

Wer dem Spiele zusieht, kann's am besten.

Wer dem Vater nicht folgen will, der folge dem Kalbsfell.

Wer dem Verleumder nicht in die Rede fällt, bestellt ihn.

Wer dem Volke dient, hat des Teufels Dank.

Wer dem Wasser wehren will, muss die Quellen stopfen.


Wer den Aal hält bei, dem Schwanz dem bleibt er weder halb noch ganz.

Wer den Aal fangen will, macht erst das Wasser trüb.

Wer den Acker nicht baut, dem wächst Unkraut.

Wer den Acker pflegt, den pflegt der Acker.
(Sprichwort nach der Bibel, Die Sprüche Salomos 12, 11)

Wer den andern betrügt, der macht einen Sack, darin er sich selbst fangen wird.

Wer den andern jagt, wird auch müde.

Wer den andern Saures essen sieht, dem stumpfen die Zähne.

Wer den andern übersieht, der hat das beste Ziel.

Wer den andern vermag, der steckt ihn in den Sack.
(Das Sprichwort soll auf Andreas Eberhard Rauber (1507 - 1575), Hofkriegsrat von Kaiser Maximilian II. Der wegen Größe und Körperkraft „Deutscher Herkules“ genannte Rauber. Um die Tochter Kaiser Maximilians II., die der mit einer Hofdame seiner Mutter hatte, warben Rauber und ein reicher Spanier. Beide sollten einen Zweikampf ausführen, bei dem einer den anderen in einen Sack stecken sollte. Vor den Augen des Kaisers steckte Rauber den Spanier in einen Sack und entschied den Zweikampf für sich und bekam des Kaisers Tochter als Braut.)

Wer den anderen warnt, der ist sein Freund.

Wer den Armen gibt, leihet dem Herrn.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 19, 17: „Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat.“)

Wer den Armen verachtet, der verachtet Gott.

Wer den Balg verliert, muss den Schwanz dreingeben.
(Das bedeutet, wenn jemand Bankrott gegangen ist, muss er auch sein letztes Hemd, alles bis auf den letzten Pfennig seines Privatvermögens abgeben.)

Wer den Bart lässt wachsen, der hat eine Schalkheit getan oder hat eine im Sinn.

Wer den Baum gepflanzt hat, genießt selten seine Frucht.

Wer den Boden im Wasser nicht sieht, der lasse den Fuß heraus.

Wer den Bogen überspannt, dem zerbricht er in der Hand.
Wer den Bogen überspannt, der sprengt ihn.
(Das bedeutet, wenn man eine Sache übertreibt und auf die Spitze treibt, wird sie endlich gerade deswegen keinen Erfolg mehr haben und misslingen. Vergleichbares findet man schon in Schillers (1759 - 1805) Drama Wilhelm Tell (1803/04): „Zu weit getrieben verfehlt die Strenge ihres weisen Zwecks, und allzu straff gespannt, zerspringt der Bogen.“, bei Grimmelshausen (1622 - 1676) im Simplicius Simplicissimus 1668: „Wenn man den Bogen überspannt, so muss er endlich zerbrechen.“ und bei anderen.)

Werden die Tage länger, so wird die Kälte strenger.

Wer den Dreck rührt, (der) muss ihn auch riechen.

Wer den Ehrenberg ersteigt und die Leiter nicht nachzieht, dem treten sie leicht die Schuh' aus.

Wer den Eltern nicht folgen will, muss endlich dem Büttel*6 folgen (dem Kalbfell; der Karre).
(Das bedeutet, wer in der Jugend ungehorsam ist und nichts Richtiges lernt, kann auch später nichts und gerät leicht auf die schiefe Bahn. Wer später dem Büttel folgen muss, wurde wegen Straftaten verurteilt und musste im Extremfall dem Büttel zum Galgen folgen oder der Karre zur Zwangsarbeit folgen. Viele ungelernte junge Männer ließen sich auch als Landsknechte oder Soldaten anwerben. Die mussten dann dem Kalbfell, welches auf die Trommeln der Soldaten gespannt wurde, mit unbedingtem Gehorsam und schweren Strafen bei Verfehlungen, folgen.)

Wer den Eltern nicht folgt, hat einen dummen Mut.

Wer den ersten Tag aus seinem Hause kommt, hat schon einen guten Teil seiner Reise verbracht.

Wer den Frieden binnen den gebundenen Tagen bricht, den schirmen die gebundenen Tage nicht.

Wer den Fuchs fangen will, muss mit den Hühnern aufstehen.

Wer den Gast nicht leiden kann, nehm' ihn lieber gleich nicht an.


Wer den Glauben hat, kann so gut auf dem Ofen backen wie drin.


Wer den Groschen nicht ehrt wie den Gulden*13, kommt bald zu Schulden.

Wer den Hecht gut essen will, muss die Galle wegwerfen.

Wer den Heller*17 nicht ehrt, ist des Talers*33 nicht wert.
(Vergleichbare Sprichwörter auch mit Pfennigen.)

Wer den Heller*17 nicht spart, wird keines Pfennigs Herr.

Wer den Herren zu nahe ist, der will ersticken, und wer zu weit von ihnen ist, der will erfrieren.

Wer den Herzen nicht hofieren kann, der muss bleiben ein armer Mann.

Wer den Honig kaufen muss, dem schmeckt er nicht so süß.

Wer den Honig mit dem Bären teilt, bekommt stets das wenigste.


Wer den Karren in den Dreck geschoben hat, soll ihn auch wieder herausziehen.


Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.

Wer den kleinen Finger gibt, dem nimmt man die ganze Hand.

Wer den Kopf hat, schiert den Bart.

Wer den Kredit verloren hat, der ist tot für die Welt.

Wer den Kreuzer nicht achtet, wird keinen Gulden*13 wechseln.

Wer denkt, seine Katze werf ein Kalb, der verliert seine Mühe mehr denn halb.
Wer den Nagel am Hufeisen nicht achtet, der verliert auch das Pferd.
Wer den letzten Tropfen schnappen will,
dem fällt der Deckel auf den Schnabel.

Wer den Leuten aufhilft, dem greift man gerne an seine Bürde.

Wer den Lüsten nicht das Messer an die Kehle setzt,
den bringen sie um.


Wer den Markt versäumt,
dem schlägt man keinen neuen Kram auf.

Wer den Mund nicht auftut, muss das Portemonnaie auftun.

Wer den Nachbar tritt, leidet selber mit.

Wer den Nagel am Hufeisen nicht achtet, der verliert auch das Pferd.
Über einen Nagel ging's Hufeisen verloren*.
(*Nachsatz in der Sprichwörtersammlung von Wilhelm Körte 1837: „übers Hufeisen das Pferd, übers Pferd der Mann! Also sieh aufs Kleinste, wie aufs Größte.“)

Wer den Papst zum Vetter hat, ist bald Kardinal (kann bald Kardinal werden).

Wer den Pfennig nicht achtet, wird keinen Gulden*13 wechseln.
Wer den Pfennig nicht achtet, wird keines Gulden*13 Herr.
Wer den Pfennig nicht achtet, gelangt auch nicht zum Taler*33.
Wer keinen Pfennig achtet, der wird nimmer eines Gulden*13 Herr.
Wer den Pfennig nicht so lieb hat, als einen Gulden*13, der wird nicht reich.

Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers*33 nicht wert.
(Vergleichbare Sprichwörter auch mit Hellern.
Heute müsste das Sprichwort „Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euros nicht wert“ heißen. Das bedeutet, wer kleine Geldbeträge nicht die nötige Aufmerksamkeit schenkt, wird nie größere Summen erwerben. Viele kleine Teile ergeben später ein großes Teil. Manche sind schon mit Bruchteilen von Prozenten, die andere unbeachtet ließen, reich geworden.)

Wer den Rauch fängt, wird selbst schwarz.


Wer den Rauch fürchtet, der kommt nicht zum Feuer.


Wer den Rauch nicht will leiden, der mag auch das Feuer meiden.


Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht sorgen.


Wer den Schalk hinter sich lässt, hat eine gute Tagreise gemacht.

Wer den Schalk verbergen kann, ist zu Hof ein weiser Mann.

Wer den Schnepperer einen großen Schwätzer heißt, tut keine Sünde daran.
(Mit Schnepperer ist wahrscheinlich der Hans Rosenblüt (Rosenplüt) (1400 - 1460) aus Nürnberg gemeint. Neben seinem Beruf als Rotschmied, später städtischer Büchsenmeister von Nürnberg, verfaste er zwischen 1431 und 1460 ca. 25 Fastnachtsspiele, Gedichte, Reimreden und sprichwortartige Priameln. In einigen seiner Gedichte heißt er „der Schnepperer“, was gewöhnlich mit „Schwätzer“ übersetzt wurde.)

Wer den Schindel hat, darf kein Schieferdecker (Dachdecker) werden.

Wer den Sieg behält, der hat recht.

Wer den Staub scheut, bleibe von der Tenne.

Wer den Stein nicht heben kann, der muss ihn wälzen.

Wer den Teufel bannen will, muss rein sein von Sünden.

Wer den Teufel fürchtet, den holt er.

Wer den Teufel geladen hat, der muss ihm auch Arbeit geben.

Wer den Teufel im Schiff hat, der muss ihn fahren.
Wer den Teufel ins Schiff nimmt, muss ihn auch hinüberfahren.
Wer den Teufel einmal geschifft hat, muss ihn immer fahren.

Wer den Teufel schrecken will, muss überlaut schreien.

Wer den Teufel zum Freunde haben will, der zündet ihm eine Fackel an.

Wer den Teufel zum Freund hat, hat's gut in der Hölle.

Wer den Tod nicht kennt, muss sich den Schlaf ansehen.

Werden und sterben ist allen Menschen gemein.

Wer den Vögeln den Flug untern Himmel kann wehren, der kann auch die Gedanken arrestieren, dass sie nicht in Kopf steigen.

Wer den Weg ans Meer nicht weiß, gehe nur dem Flusse nach.

Wer den Wein getrunken, der trinke auch die Hefen.

Wer den Wolf schont, der gefährdet die Schafe.
Wer des Wolfes schont, der gefährdet die Schafe.

Wer den Zorn reizt, der zwingt Hader*13 heraus.

Wer der Arbeit zusieht, wird davon nicht müde.

Wer der Gefahr frisch unter die Augen geht, dem entweicht sie.


Wer der Gemeinde dient, dem dankt niemand.

Wer der Gemeinde dient, hat einen übeln (schlimmen) Herrn.

Wer der Padde den Kopf abbeißt, getröstet sich des Giftes.
(Padde = älterer Name für die Erdkröte, an deren Hinterseite sich paarige Drüsen befinden, die Hautgifte zur Abwehr von Fressfeinden enthalten.)

Wer der Welt am besten dient, dem lohnt sie am übelsten.

Wer der Zeit dient, dient wohl.

Wer der Zeit nicht tut ihr Recht, der fährt in Geschäften schlecht.
Wer der Zeit nicht tut ihr Recht, der wird oft ein armer Knecht.

Wer des andern Gut nimmt, ist mit derselben Habe ein Dieb.

Wer des (die) Bösen schont, schadet den Frommen.

Wer des Funkens nicht achtet, brennt leicht ab.

Wer des Geleites will genießen, muss nicht neue Böcke schießen.

Wer des Geleits will genießen, muss sich geleitlich halten.

Wer des Königs Kuh gefressen, muss hundert Jahr die Knochen bezahlen.
(Sprichwort in der Sammlung von Winckler 1685 unter Neuntes Hundert Nr. 77. Bei Wander werden mit etwas verändertem Wortlaut zwei Sprichwörter daraus: einmal unter König Nr. 170 mit der Quelle Winckler, XI, 77 und ein Mal unter Kuh Nr. 426 ohne Quellenangabe. Das Sprichwort soll bedeutet, das die Obrigkeit sehr lange sehr nachtragend ist und Verfehlungen von Untertanen nicht vergisst.)

Wer des Nachts Korn stiehlt, verschuldet den Galgen.

Wer des Spiels nicht kann, soll zusehn.

Wer des Tags witzig ist, den hält man nachts nicht für einen Narren.

Wer des Wassers bedarf, sucht es im Brunnen.

Wer d’Hände versilbert und d’Finger vergoldet, hat was, wenn, wie er will des Richters Huld.

Wer dich einmal betrogen hat, dem traue dein Lebtag nicht wieder.

Wer dich einmal betrügt, tut dir unrecht; wer zweimal, tut dir eben recht.

Wer dich gen Rom trüge und setzte dich einmal unsanft nieder, so wär' alles verschüttet.

Wer dich kennt, der kauft dich nicht.

Wer dich kratzt, den kraue wieder.

Wer dich richtet, ist dein Herr.

Wer dich ungewöhnlich liebkost, hat dich betrogen oder will dich betrügen.

Wer die Asche auf dem Herd sparen will, dem verschwindet sie.

Wer die Augen bei sich hat, stolpert nicht.

Wer die Augen nicht auftut, muss den Beutel auftun.
Wer die Augen nicht will auftun, der muss den Beutel auftun.

Wer die besten Früchte ernten will, muss auf den Baum steigen. Wem die verbeulten genügen, der wartet darauf, dass sie herunterfallen.

Wer die Braut hat, der ist Bräutigam.

Wer die Dame berührt, muss des Spieles pflegen.

Wer die Dornen scheut, kommt nicht in den Busch.

Wer die Eltern ehrt, den ehrt Gott wieder.

Wer die Feigen frisst, muss sie wieder speien.

Wer die Finger im Feuer nicht gehabt hat, der weis nicht, das es heiß ist.

Wer die Finger zwischen Tür und Angel steckt, der klemmt sich gern.

Wer die Flut versäumt, des Schifflein bleibt auf der ersten Sandbank sitzen.

Wer die Gefahr am meisten flieht, der begegnet ihr am Ersten.


Wer die Geiß anbindet, muss sie hüten.

Wer die Geiß angenommen hat, muss sie hüten.

Wer die Geiß im Hause hat, dem kommt der Bock vor die Tür.

Wer die Gelegenheit versäumt, dem weist sie den Hintern.

Wer die Häfen*15 macht, darf sie auch zerbrechen.

Wer die Hand aus den Muffen steckt, kriegt Ringe an die Finger.

Wer die Hand im Blute badet, muss sie mit Tränen waschen.
Wer die Hand in Blut wäscht, muss sie in Tränen baden.

Wer die Harfe nicht spielen kann, der werd' ein Pfeifer.

Wer die Hure nimmt zur Eh, bedarf keines Unglücks meh.

Wer die Hure zur Ehe nimmt, ist ein Schelm oder will einer werden.

Wer die Jugend verschläft, muss im Alter wachen.


Wer die Katze ins Wasser trägt, der trägt sein Glück aus dem Haus.

Wer die Kinder verzärtelt, setzt sie ins leichte Schiff.

(Wenn Kinder in der Jugend alles von den Eltern bekommen und ihnen keine Grenzen aufgezeigt werden, sind sie später nicht in der Lage, sich selbstständig zu versorgen. Sie verschulden sich, weil sie den Umgang mit Geld nicht gelernt haben. Wenn sie etwas sehen, wird gleich alles gekauft, ohne die eigenen Möglichkeiten abschätzen zu können. Nur weil andere es auch haben, werden Schulden gemacht, die später zu Überschuldung, Insolvenz und Armut führen. Sie können keine Partnerschaften eingehen, weil sie nicht gelernt haben, Kompromisse zu schließen. Sie werden vor jedem Problem kapitulieren, weil sie das normale Leben nicht kennen. Sie sitzen in einem zu leichtem Schiff, das beim geringsten Seegang kentert und untergeht.)

Wer die Kirche hat, der hat auch den Kirchhof.

Wer die Krätze hat, reibt sich gern.

Wer die Kuh kauft, hat das Kalb.

Wer die Kunst nicht übt, verliert sie bald.

Wer die Last trägt, der fühlt, was sie wiegt.

Wer die Leiter hält, ist so schuldig als (wie) der Dieb.

Wer die Leiter hinauf will, muss mit der untersten Sprosse anfangen.

Wer die Leute schreckt, der muss sich fürchten.

Wer die meiste Arbeit tut, der hat den wenigsten dank in der Welt.

Wer die meiste Mühe mit den Kühen hat, genießt ihrer am wenigsten.

Wer die meisten Stimmen hat, hat das meiste Recht.

Wer die Mühle fleucht, der flieht auch das Mehl

Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.

Wer die Musik bezahlt, soll auch dabei tanzen.

Wer die Nacht sucht, muss die Sterne in Kauf nehmen.

Wer die Nahrung nicht in sein Haus treibt, der jagt sie aus dem Hause.

Wer die Nase hart schnäuzt, der zwingt Blut hervor.
Wer die Nase zu sehr schnäuzt, dem blutet sie.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 30, 33: „und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus, und wer den Zorn reizt, ruft Streit hervor.“)

Wer die Nase will in allen Löchern haben, der muss sie oft beschissen nach sich ziehen.
(beschissen = beschmiert, verdreckt, betrogen)

Wer dient, bis das er wird Unwert, dem ist Undank zum Lohn beschert.

Wer dient der Welt, der dient nicht Gott und kommt daher in Not und Spott.

Wer dient, ist so gut, als wer lohnt.

Wer die Ordnungsliebe treibt zu weit, der stiehlt sich und anderen die Zeit.

Wer die Räude fürchtet, kriegt den Grind.

Wer die Rose bricht, muss leiden, dass sie ihn sticht.

Wer die Rute schont, der hasst seinen Sohn.

Wer die Schafe schiert, dem wird die Wolle.

Wer die schwächsten Schultern hat, muss die größten Päcke tragen.

Wer die Stecknadel nicht achtet, kommt nicht zur Nähnadel.

Wer die Tochter haben will, halt es mit der Mutter.

Wer die Ursache der Dinge erkennen kann, das ist ein weiser Mann.

Wer die Ware schilt, hat lust dazu.

Wer die Wahrheit auf großer Herren Tisch bringen will, muss viel süße Brühen daran (daraus) machen.

Wer die Wahrheit geigt, dem schlägt man den Fiedelbogen um den Kopf.


Wer die Zeit der Saat verschläft, braucht in der Ernte nicht zu schwitzen.

Wer die Zeit ehrt, den ehrt sie wieder.

Wer Dirnen vertraut seinen Rat,
den Gänsen seine Saat,
den Böcken seinen Garten,
der darf des Glücks nicht warten.

Wer dir schmeichelt ins Gesicht, von hinten dir den Rücken bricht.

Wer dir von andern schlecht spricht, spricht auch andern schlecht von dir.


Wer drei Feinde hat, muss sich mit zweien vertragen.

Wer droht, macht dich nicht tot.

Wer droht, (der) warnt.

Wer durch den Besitz des Erwünschten seine Begierde zu befriedigen wünscht, der will das Feuer mit Stroh löschen.
Feuer zum Stroh legen.

Wer durch die Welt will, muss sich krümmen.
(Wer Karriere machen und Erfolg haben will, muss skrupellos und charakterlos sein.)

Wer durchs Gitter sieht, sieht oft, was er nicht gerne sieht.