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Einzelne Sprichwörter kann man für andere Zwecke benutzen.

Es ist aber verboten und strafbar, größere Mengen, ganze Listen oder Länder zu kopieren und in anderen LIsten, Sammlungen oder Sprichwörtersammlungen im Internet, Büchern, Schriften, Computern oder anderswo in anderer, gleicher oder ähnlicher Art und Weise in elektronischen, gedruckten oder anderen Medien zu speichern, zu verarbeiten oder zu veröffentlichen.
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Deutsche Sprichwörter
Über 20.000 deutsche Sprichwörter
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Sprichwörter aus der Bibel

Der Ursprung vieler Sprichwörter ist in der Bibel zu finden. Damit sind nicht die Sprüche Salomos gemeint, sondern normale deutsche Sprichwörter, die im allgemeinen Gebrauch sind oder waren und deren Ursprung in allen Teilen der Bibel den meisten unbekannt ist. Manchmal sind sie wörtlich aus der Bibel übernommen, teilweise nur dem Sinn nach. Ebenso ist in den meisten Sammlungen ihre Quelle nicht angegeben.

Auf dieser und den anderen Seiten mit deutschen Sprichwörtern sind etliche dieser Sprichwörter enthalten. Meist steht die Bibelstelle (teilweise im Wortlaut) darunter, nach der sie entstanden sind. In neuerer Zeit sind mehrere neue Bibelübersetzungen veröffentlicht worden, in denen der Wortlaut geändert wurde. Ganze Sätze oder Verse lauten heute manchmal anders als in der Entstehungszeit der Sprichwörter vor hundert oder mehr Jahren. Entsprechend gibt es bei einigen Sprichwörtern eine große, bei anderen fast keine offensichtliche Ähnlichkeit. Die zitierten Bibelstellen stammen wenn möglich aus der Bibelübersetzung, die dem Sprichwort am nächsten kommt.

In einigen Übersetzungen sind teilweise die Verszahlen unterschiedlich oder Texte werden mit anderer Bedeutung übersetzt.

Beispiel das Sprichwort: „Torheit zu gelegener Zeit ist die größte Weisheit.
Dazu die entsprechende Stelle beim Prediger Salomo im Kapitel 10, Vers 1. Einmal ist Torheit besser, denn Weisheit, einmal wiegt sie schwerer und einmal verdirbt Torheit die Weisheit:
Lutherbibel 1545
Also verderben die schädlichen Fliegen gute Salben. Darum ists zu weilen besser Torheit, denn Weisheit und Ehre.
Die Andachts-Bibel oder Die ganze Heilige Schrift 1845
Also verderben die schädlichen Fliegen gute Salben. Darum ists zu weilen besser Torheit, denn Weisheit und Ehre.
Lutherbibel 1912
„Schädliche Fliegen verderben gute Salben; also wiegt ein wenig Torheit schwerer denn Weisheit und Ehre.“
Lutherbibel 1984
„Tote Fliegen verderben gute Salben. Ein wenig Torheit wiegt schwerer als Weisheit und Ehre.“
Lutherbibel 2017
„Tote Fliegen verderben gute Salben. Schon ein wenig Torheit verdirbt Weisheit und Ehre.“

Bücher über deutsche Sprichwörter aus der Bibel

Die biblischen Sprichwörter der deutschen Sprache
von Carl Schulze, Vandenhoeck & Ruprecht's Verlag, Göttingen 1860

Biblische Redensarten und Sprichwörter
3000 Fundstellen aus der Lutherbibel gesammelt und erläutert von Heinz Schäfer
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 1998, 2004

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Tadeln ist leicht, besser machen ist schwer.
Tadeln ist leicht, können ist schwer.

Tadeln kann ein jeder Bauer, besser machen wird ihm sauer.

Tages Arbeit, abends Gäste; saure Wochen, frohe Feste.

Tägliche Mäßigkeit ist das beste Fasten.

Täglich essen, täglich arbeiten.

Täglich neuer Plan führt zum armen Mann.

Tag und Nacht währt ewig.


Taler*33 klappen, Worte läppen.

Tannast, die Züricher fliehen fast.
(In den Kappelerkriegen (1529 und 1531), den Reformationskriegen in der Schweiz, war ein Tannenast Symbol der katholischen Partei. Mit dem Sieg der katholischen Partei über die Züricher und Berner wurde die weitere Ausbreitung der Reformation in der deutschsprachigen Schweiz beendet.)

Tanzen lernt man nicht vom Pfeifer.

Tanze, wenn das Glück dir pfeift.

Tanz ist der Huren Finanz.

Tanzt ein Alter, so macht er großen Staub.

Tanzt nicht länger auf dem Vulkan.


Tanz und Gelag ist des Teufels Feiertag.

Tanz und Spiel will ein Ziel.


Tapfer angegriffen ist halb gefochten.

Tapfer Ross achtet nicht der Hunde Bellen.

Tapfrer Mann, der den Zorn meistern kann.

Tat bringt Rat.

Täten wir, was wir sollten, Gott täte, was wir wollten.
Täten wir nur, was wir sollten, täte Gott auch, was wir wollten:
Weil wir nicht tun, was wir sollen, tut auch Gott nicht, was wir wollen.

Tät' er das, der Tanz würd' ihm nicht halb so wohl anstehen.

Tätigkeit ist das Salz des Lebens.

Tatsachen sind stärker als Worte.


Tat steckt einem im Angesicht und Scham in den Augen.

Tauben fliegen einem nicht gebraten in's Maul.

Tauben, Gärten und Teiche machen keinen reiche.

Tauben haben keine Krall (Gall) und sind der Leute überall.

Tauben Ohren ist bös predigen.

Taubenvögel lassen Tauben ein und aus fliegen, die immer neue wieder mit sich bringen.

Tausch ist kein Raub.

Tausendgüldenkraut tut Wunder.

Tausend können mehr als einer.

Tax lässt sich machen, aber nicht Käufer dazu.

Teile die Beute nicht vor dem Siege.
(Auf nichts kann man mit Gewissheit rechnen, da alles ungewiss ist.)

Teilung bricht gesamte Hand.
(Eine Gesamthandsgemeinschaft ist eine Besitzergemeinschaft, der ein bestimmtes Vermögen gemeinschaftlich gehört. Über das Vermögen kann nur gemeinschaftlich verfügt werden. Nach einer Teilung kann jeder einzeln über seinen Anteil verfügen.)

Temperament ist ein vorzüglicher Diener, doch ein gefährlicher Herrscher.

Teuer einkaufen, wenn's wohlfeil, und wohlfeil verkaufen, wenn's teuer ist, macht mit Ehren reich.
(Erklärung zu diesem Sprichwort 1837 in der Sprichwörtersammlung von Wilhelm Körte, erzählt vom Juden Israel Jacob, der am 11.11.1803 in Halberstadt starb: „Wie ich reich geworden bin? Davon bin ich reich geworden, dass ich die beste Ware immer um einen Groschen teurer eingekauft und um einen Groschen wohlfeiler verkauft habe, wie andre Leute.“ – wie das? – „So das: Wenn die Hasenfelle oder die Kalbsfelle oder die Ochsenfelle wohlfeil waren, bezahlte ich für die beste Ware gern einen Groschen mehr wie andere; wurden sie teuer, ließ ich sie gern um ebenso viel wohlfeiler. Hab' ich doch immer also die beste Ware bekommen und die beste Ware geliefert. Machte mir's doch großen Kredit bei denen, die verkauften so wohl, als bei denen die kauften. – Davon bin ich reich geworden!“ Ein Beispiel, nach dem sich auch heutige Geschäftsleute richten sollten, aber wohl die meisten nicht tun.)

Teuer geschätzt ist nicht verkauft.

Teuer getauft ist nicht verkauft.

Teuer in den Sack, teuer wieder hinaus.

Teuer verkaufen ist keine Sünde, wohl aber falsch messen.

Teufel darf man nicht rufen, er kommt wohl von selbst.

Teufel muss man mit Teufeln austreiben.

Teure Arznei hilft immer, wenn nicht dem Kranken, doch dem Apotheker.

Teurer Honig, den man aus Dornen muss lecken.

Thomas, zweifelst du noch? So leg deinen Finger in mein Loch.

Tiefe Schwimmer, hohe Klimmer Sterben auf den Betten nimmer.

Tiefe Wasser schleichen, aber rauschen nicht.

Tiefe Wasser tragen ihren Reichtum an Fischen nicht zur Schau.


Tief innen liegt der Mendelberg (Freudenberg).

Tiere sind auch unseres Herrgotts Kostgänger.

Tierschinder, Leuteschinder.

Tier und Vögel, die sind so weis, sie ruhn ein Stündlein auf ihr Speis.

Titel kostet kein Geld.

Titel ohne Mittel sind wie ein Haus ohne Dach.

Töchter sind eher gut zu erziehen, als gut zu verheirathen.
Töchter sind leicht zu erziehen, aber schwer zu verheiraten.

Todesfurcht verbittert das Leben.

Todes Gedächtnis sündigt nicht.

Tod ist der Sünde Sold und Obendrauf.

Tod ist des Lebens Botenbrot.

Tod ist Todes Ausgang.

Tod macht uns im Grabe gleich, in der Ewigkeit ungleich.

Tod und Ehrabschneiden, muss ein jeder leiden.

Toll ist glückhaftig.

Tollkühn ergreift das Glück.

Torgauer Bier ist der Armen Malvasier.
(Malvasier = nach dem italienischen Namen Malvasia für die griechischen Stadt Monemvassia für einen likörartig süßen und schwerer Weißwein, der von dort kommt.)

Torheit ist die schwerste Krankheit.

Torheit schmeckt wohl, ist aber schwer zu verdauen.
(Dazu meint Wilhelm Körte: „Torheit ist der Welt eben das, was die Säure dem Magen; nur das zu viel oder zu wenig ist nachteilig.“)

Torheit und Stolz wachsen auf einem Holz.

Torheit wohnt bei den Reichen.

Torheit zu gelegener Zeit ist die größte Weisheit.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Der Prediger Salomo 10, 1, Lutherbibel 1545: „Also verderben die schädlichen Fliegen gute Salben. Darum ists zu weilen besser Torheit, denn Weisheit und Ehre.“; Lutherbibel 1912: „Schädliche Fliegen verderben gute Salben; also wiegt ein wenig Torheit schwerer denn Weisheit und Ehre.“ (ähnlich 1984) und die Lutherbibel 2017: „Tote Fliegen verderben gute Salben. Schon ein wenig Torheit verdirbt Weisheit und Ehre.“ Das Sprichwort hält zeitweise ein wenig Torheit für besser, als große Weisheit und hält sie gar für Weisheit, entsprechend der alten Bibelübersetzung von 1545. Neuere Übersetzungen aus den alten Originaltexten übersetzen den Text aber mit einem anderen Sinn: Große Weisheit kann schon durch kleine Torheiten verdorben werden. Ähnliches meinen auch andere Sprichwörter: Ein faules Ei verdirbt den ganzen Brei. Diese Bedeutung wird auch heute vielfach bestätigt, wenn beispielsweise durch kleinste Verunreinigungen (tote Fliege) große Mengen von Erzeugnissen (Salben) verunreinigt und verdorben werden. Ebenso sind in Krankenhäusern kleine Hygienemängel manchmal Ursache von erheblichen Komplikationen oder Todesfolgen. Bei den Autoren vor über 2000 Jahren war es schon eine allgemeine Erkenntnis. Entsprechend resultiert das Sprichwort nur aus einem alten Übersetzungsfehler und sollte nicht zu Handlungen veranlassen, die voraussichtlich falsch sind.)

Tor, lass dir machen ein Ohr.

Tote Hunde beißen nicht.

Tote Katzen beißen auch die Maus.

Toter Mann macht keinen Krieg.

Totgesagte leben länger.

Trachte auf die Bank, du kommst wohl darunter.

Trachte nach der Nahrung, nicht nach der Mästung.
(Ein Sprichwort, das augenscheinlich bei vielen in Vergessenheit geraten ist, da sie übergewichtig sind.)

Trachte nach Geld, so hast die Welt.

Trag auf und zettle nicht.

Trag du Wasser zu und lass Gott kochen.

Trage jeder seinen Sack zur Mühle.

Trag Gott mit Freuden, die Welt mit Geduld.

Trägheit geht langsam voran, Armut holt sie bald ein.

Trägheit schwächt, Arbeit stärkt.

Trag Holz und lass Gott kochen.

Trägt einer gar zu hoch den Kopf, so ist er wohl ein eitler Tropf.

Tränen bringen niemand aus dem Grabe zurück.

Tränen sind des Leidenden Balsam.

Traue, aber nicht zu viel.

Traue dem Hasen das Fähnlein nicht an.

Traue dem Landfrieden nicht.

Traue keinem (niemandem), du habest denn ein Scheffel*29 Salz mit ihm gegessen.

Traue keinem Judaskusse, fremden Hund und Pferdefuße.

Traue nicht dem, der viel mit vielen spricht.
Dem, der viel mit vielen spricht, dem traue nicht.

Traue nicht lachenden Wirten und weinenden Bettlern.
Trau nicht den lachenden Wirten und den weinenden Bettlern.

Trauern kann nicht lange dauern.

Trau keinem Wetter im April und keinem Schwörer bei dem Spiel.

Träume sind Fäume.

Träume sind Gäume (Wahrnehmungen).

Träume sind Schäume.
(Die drei letzten Sprichwörter sagen eigentlich dasselbe: Träume sind flüchtige Wahrnehmungen im Schlaf, die nichts bedeuten und die man nicht zu ernst nehmen darf. Sie sagen keinesfalls etwas über die Zukunft, was manche Traumdeuter einem weismachen wollen und sind genauso real wie ein Kinofilm, der nach dem Ende vorbei ist.)

Traunit ist Betrugs quitt.

Traunicht ist gut vor Betrug.

Traurigkeit heckt alle Nacht neuen Harm aus.

Traurigkeit macht Herzeleid.

Trau, schau wem.

Trautes Heim, Glück allein.

Trauwohl ritt das Pferd hinweg.

Trauwohl stahl die Kuh aus dem Stall.

Treff ist Trumpf.

Treib einen Farren* nach Montpelier, kommt er heim, er bleibt ein Stier.
Man treib' einen Farren* nach Montpelier, kommt er wieder, er bleibt ein Stier.
(* geschlechtsreifes männliches Hausrind)

Treibe jeder, was er kann.

Treib's, so geht's.

Treib, was du kannst, das ist ein gut Ding!
(Auch der bekannteste Sprichwörtersammler des 19. Jahrhunderts Simmrock hat 1846 nur von anderen abgeschrieben, davon manches ungenau. So steht bei diesem Sprichwort bei 1837 Körte nur der 1. Teil. Die 2. Hälfte steht dort nur als Kommentar darunter, nicht als Teil des Sprichworts. Simrock fügte den Kommentar als Teil zum Sprichwort hinzu und nachfolgende schrieben wiederum von ihm ab.)

Treue Hand geht durchs ganze Land.

Treue hat Brot, Untreue leidet Not.

Treue ist ein selten Wildbret.

Treue ist ein seltner Gast, halt ihn fest, wenn du ihn hast.

Treue kann man nie genug vergelten, Untreue nie genug bestrafen.

Treuem Diener spart Gott den Dank zusammen.

Treuen Dienst lohnt Gott.

Treuer Knecht, ein Schatz im Hause.

Treue wird um Treu erkauft.

Treu gedient, wohl gelohnt.

Treu ist klein, Hoffart gemein, Wahrheit gefangen, Gerechtigkeit vergangen.

Treu und frank, Gott und Menschen zu Dank.

Treu und Glauben ist besser als bares Geld.

Trieb macht lieb.

Trifft der erste Wurf nicht, so fällt die Birn vom andern.

Trinken, dass die Zungen hinken.

Trinke Wein, wie die Kuh Wasser.

Trinke, wenn du am Brunnen bist.

Trink nicht in die Suppe.

Trink und iss, der Armen nicht vergiss.

Trink und iss, Gottes nicht vergiss.

Trink Wasser wie ein Ochs und Wein wie ein König.

Trink Wein, beschert dir Gott Wein.

Trink Wein und erwirb, trink Wasser und stirb: Besser Wein getrunken und erworben als Wasser getrunken und gestorben.

Trink wie die Gans, aber friss nicht wie die Gans.

Tritt nicht übers Ziel.

Trittst du mein Huhn, so wirst du mein Hahn.
(Das bedeutete nach altem Recht, dass ein freier Mann, der eine Leibeigene Frau heiratete, dadurch selbst zum Leibeigenen wurde; denn die unfreie Hand zog die freie nach sich.)

Trocken Brot mit Freuden ist besser, denn Gebratenes mit Kummer.

Trockne Fasten, gutes Jahr.

Trockne Hand gibt ungern.

Trockner Husten ist des Trompeters Tod.

Trocknes Brot mit Freuden ist besser als Gebratenes mit Kummer.

Troja ist einmal durch ein Pferd in Asche gelegt, heutzutage wird die ganze Welt von Eseln verwüstet.

Tröste Gott den Herrn, den der Knecht lehren muss.

Tröste Gott den Kranken, der den Arzt zum Erben setzt.

Trübe Wolken sind selten ohne Regen.

Trübsal bringt Geduld, Geduld bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung lässt uns nicht zuschanden werden.

Trübsal lehrt aufs Wort merken.

Trübsal macht gläubig.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, aus dem Brief des Paulus an die Römer 5, 3-5 „Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, weil wir wissen, dass Trübsal Geduld bringt; Geduld aber bringt Bewährung; Bewährung aber bringt Hoffnung; Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen. in unser Herz“)

Trüge jeder Narr einen Kolben, das Holz würde teuer.

Trügt ein Jude den andern, ein Pfaffe den andern, ein Weib das andre, so lacht Gott im Himmel.

Trunkenbold hat Schimpf zum Sold.

Trunkene Freude, nüchternes Leid.
Trunken Freud, nüchtern Leid.

Trunkener Kutscher, taumelnde Pferde.

Trunkener Kutscher, taumelnde Pferde.

Trunkener Mund verrät des Herzens Grund.
Trunkner Mund meldet des Herzens Grund.

Trunkener Mund, wahrer Mund.

Trunkenes Haus speit den Wirt aus.

Trunken geschwatzt, nüchtern vergessen.

Trunken gestohlen, nüchtern gehängt.

Trunken gesündigt, nüchtern gebüßt.
Was einer trunken sündigt, muss er nüchtern büßen.

Trunkenheit ist kleiner Wahnsinn.

Trunkenheit macht viel Bosheit.

Trunkenheit Sünde, Schaden, Schande.

Trunken klug, nüchtern närrisch.

Trunken Weib, gemeiner Leib.

Trunk gilt für Sprung.

Trutzende Schönheit raubt kein Herz.
(Trutzig = veraltete Form von trotzig; bedeutet Gegenwehr und Widerstand.)

Tückische Feinde sind die bösesten.

Tu das deine, Gott tut das Seine.

Tu den Eierkuchen unter dem Arm hinweg.

Tue Gutes und sieh dich nicht um.

Tu ein Ding, das es getan heißt.

Tue keinem etwas Böses, der dir was ägers beweisen kann.

Tue recht und scheue niemanden.

Tu es recht, oder lass es ungetan.

Tu gemach, sieh, hinter wem du sitzest.

Tu gemach und fahre lieber einen guten harten Weg um.

Tu gemach und lach, so gewinnst alle Sach.

Tu gemach, willst du haben Gemach.
(Schon 1541 steht dieses Sprichwort bei Sebastian Franck, noch ohne das Wort „du“. Das „du“ war kurze Zeit später schon bei Georg Henisch in seiner Sammlung „Teutsche Sprach und Weissheit“ aus dem Jahr 1616 eingefügt, wie es auch unter Nr. 10285 bei Simrock zu finden ist. Bei Simrock findet man das Sprichwort noch ein 2. Mal unter Nr. 3376, aber leider falsch wiedergegeben: Tu gemach, wir haben Gemach.)

Tugend altert nie.

Tugend bedarf des Glücks nicht.

Tugend braucht keines Ausrufens.

Tugenden muss man achten, Untugenden kann man lieben.

Tugend hat bittere Wurzeln, aber süße Frucht.

Tugend hat eine tiefe Wurzel.

Tugend hat ewige Jugend.

Tugend ist auch ohne Glück Tugend.

Tugend ist der beste Adel.

Tugend ist der beste Schmuck.

Tugend ist des Lands vertrieben, Untreu und Bosheit drin verblieben.

Tugend ist ein Ehrenkleid, drum spart es jedermann.

Tugend ist schwer, drum kleiden sich die Leut mit ihrem Schein.

Tugend kennt sich selber nicht.

Tugend kommt nicht um.

Tugend leid't oft Not, aber nicht den Tod.

Tugend macht edel, aber Adel gibt keine Tugend (macht keine Tugend.).

Tugend macht und erhält Freundschaft.

Tugend ohne Gold gibt keinen Speck in die Wurst, keinen Zucker auf den Reis, kein Mehl in den Sack.

Tugendreich ist wohlgeboren.

Tugend stößt keinen von sich.

Tugend überwindet Gewalt.

Tugend und Gewürz werden je mehr gestoßen, je stärker.

Tugend und gute Sitten erben nicht.

Tugend und Jugend sind selten beisammen.

Tugend und Öl schwimmen immer über Wasser.

Tugend wächst im (in eitel) Unglück.

Tugend wird gedrückt, aber nicht erstickt.

Tu Gutes und schweig dazu, andere mögens sagen.
(In der heutigen Zeit werden die meisten wohl lange darauf warten können.)

Tu ich`s nicht, so tut`s ein anderer.

Tu ihm recht oder lass es ungetan.

Tun geht vor Meinen.

Tu nicht alles, was du kannst und willst.

Tu nichts Böses, so widerfährt dir nichts Böses.
(Der Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 7, 1. Das Sprichwort entspricht dem Text der Lutherbibel 2017)

Tu nichts ohne Rat, so reut dich nicht die Tat.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 32, 19: Tu nichts ohne Rat, so gereut's dich nicht nach der Tat.)

Tu nur das Rechte in deinen Sachen; das andre wird sich von selber machen.

Tu Pfad, der Landvogt kommt.

Tu recht, lass alle Vöglein singen.

Tu recht, lass Gott walten.
(Leider verlassen sich früher Könige, heute Präsidenten, nicht darauf und versuchen zu aller Menschen Nachteil selbst alles zu regeln.)

Tu recht und eile, doch rat mit Weile.

Tu recht und fürchte dir übel dabei.

Tu recht und lass die Leute aufs Kerbholz reden.

Tu recht und scheue (niemand) den Teufel nicht.

Tut dir Gewinn wohl, so lass dir Verlust nicht wehe tun.

Tut dir's Kratzen wohl, so lass dich hernach das Beißen nicht verdrießen.

Tu übel und wähne nicht Besseres.

Tu, was du tust.

Tu wie andere Leute, so narrst du nicht.

Tu, wie du kannst.

Tu wohl, sieh nicht, wem, das ist Gott angenehm.
Tu wohl, und schau nicht um, das ist Gott angenehm.

Tyrannengewalt wird nicht alt.

Tyrannen machen weit wannen.
(wannen = waschen, schwingen, reinigen des Getreides um die Spreu vom Weizen zu trennen. Andere Bedeutung: plagen, beunruhigen. Das Sprichwort meint, Tyrannen plagen und beunruhigen in weitem Umkreis, meist durch Gewalt und Willkür.)

Tyrannen sind unter den wilden und Schmeichler unter den zahmen Tieren die gefährlichsten.