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Deutsche Sprichwörter
Über 19.000 deutsche Sprichwörter
Weder bis
Wenn der
Flagge von Deutschland
Wie macht / produziert man Sprichwörter?

Dafür muss man laut Wander: „das für diesen Zweck gebildete Sprachgefühl – ich (Wander) möchte es das Sprichwörterohr nennen – besitzen. . . und dann kann nichts als das rasch erkannte Gepräge, das dem Sammler eigene Sprachgefühl, der Sprichwörter-Instinkt, wenn ich so sagen darf, entscheiden.
Ich habe die Sprichwörter nach den obigen Ansichten aufgenommen, auch von keinem meiner geehrten Mitarbeiter einen tabellarischen Nachweis darüber verlangt, ob es ein wirkliches, normal entstandenes, durch Volksbeschluss als solches bestätigtes Sprichwort und nicht ein untergeschobener Wechselbalg sei; . . und mein Leben schien mir zu kurz, um bei jedem einzelnen Ausspruch, den ich bei einem Schriftsteller, in einer Zeitung angeführt fand, oder der mir von einem Sammler und Mitarbeiter geboten wurde, lange und unfruchtbare Erörterungen obiger Art anzustellen. Wenn ich ein Sprichwort einmal auf der Straße oder im Umgange hörte, wenn ich es einmal in einer Schrift angeführt fand, wenn es mir als Sprichwort zugesandt wurde, so nahm ich es in meine Sammlung auf. So ganz ohne Prüfung bin ich indes nicht verfahren; ich sah zunächst schon auf den sprichwörtlichen Charakter und suchte womöglich die Quelle anzugeben, aus der geschöpft war, das Land oder den Ort, wo es vernommen worden u. s. w.,“
(aus der Vorrede zum ersten Band des Deutschen Sprichwörter Lexikons Seite 13 - 14)

Aus den Text von Abraham a Sancta Clara hat Karl Friedrich Wilhelm Wander geschöpft und laut seinem Vorwort sämtliche Sprichwörter, Gleichnisreden, überhaupt alles, was sprichwörtliches Gepräge habe, sorgfältig gelesen und ausgezogen und 1838 in seinem Buch „Abrahamisches Parömakon“ veröffentlicht. Dass die Sprichwörter augenscheinlich nicht bekannt sind, soll der Ursache geschuldet sein, dass sie von Abraham a Sancta Clara so eigentümlich formuliert sind und wohl selten angewandt werden.

Die ersten 5 „Sprichwörter“ aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara ausgezogen lauten in Wanders Buch „Abrahamisches Parömiakon“ von 1838, teilweise mit anderem Wortlaut als bei A. a Sancta Clara:
 
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich. — Nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwandten Leib erwecken.
 
2. Weiber und Weinbeeren machen alle Beutel leer.
Oder:
3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
 
4. Auf den Weinmonat folgt im Kalender der Wintermonat, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler.
 
5. Die Kandel und Andel bringen einen armen Wandel, deswegen sollte Bacchus von Rechtswegen in der einen Hand einen Regimentsstab, in der andern einen Bettelstab führen; nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren.
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Der Originaltext aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara, Bd. 1. Salzburg, 1686, auf Seite 4 bis 5 lautet:
"Zu Dotrecht in Holland war nicht gar vor vielen Jahren ein Gesell, welcher fein sauber all das Seinige verschwendet durch stete Schlemmerei und Unsauberkeit, denn diese beide gemeiniglich verwandt sind und wenn Bacchus hinter dem Ofen sitzt, so heizt die Venus ein und sind diese so nahe beieinander, wie der Knopf bei der Hose. Auch zeigt es die öftere Erfahrung, dass Feuchtigkeit und nässe den Kalk anzündet, nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwanden Leib erwecken, die Weiber aber und Weinbeere machen mehristen Teil alle Beutel eitel und gleichwie in dem Kalender auf den Weinmonat der Wintermonat folget, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler. Dessenthalben soll Bacchus von Rechts wegen in einer Hand ein Regimentsstab, in der anderen Hand ein Bettelstab führen. Nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren, bringen also die Kandl und Andl einen Menschen zu einem armen Wandel."
(Andere Ausgaben sind gleichlautend.)

Allein das „Sprichwörterohr“ von Wander erkannte diese „Sprichwörter“, unabhängig davon, das sie nicht als Sprichwörter im Umlauf waren. Alle Stellen, in denen diese als „Sprichwörter“ auftauchen, datieren nach 1838 und haben wohl aus Wanders Werk geschöpft. Aus der Zeit vorher gibt es keine auffindbare Quelle, in der ein Spruch außerhalb des Textes von Abraham a Sancta Clara zitiert wird.
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Einträge im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander:
   
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich.
(Stichwort Kalk Nr. 13, angegebene Quelle: Parömiakon, 1.)

2. Weiber und Weinbeer machen alle Beutel leer.
(Stichwort Weib Nr. 1128, angegebene Quelle: Parömiakon, 2, Leipziger Tageblatt, Nr. 260 vom 16.9.1864, Seite 1 (Spruch von Abr. a Sancta Clara))
(Möglicherweise hat Wander diesen Spruch in Anlehnung an ein anderes Sprichwort bei Sailer, Seite 100 formuliert: „Drei W machen viel Beutel leer: Würfel, Weiber, Weinbeer'.“ Würfel oder Spiel in Verbindung mit Weib und Wein oder Weinbeere kommen auch in anderen Sprichwörtern und bei anderen Autoren öfters vor.)

3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
(Stichwort Beutel Nr. 24, im Sprichwörter Lexikon von Wander ohne Quellenangabe.)

4. Auf den Weinmonat folgt der Wintermonat.
(Stichwort Weinmonat Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 4.)

5. Kandel und Andel bringen einen armen (bösen) Wandel.
(Stichwort Kandel Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
    Andel und Kandel machen einen bösen Wandel.
(Stichwort Andel (Diminutiv von Anna), angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
Weitere von Wander angegebene Quellen, in denen aber ein etwas anderer Text für das Sprichwort steht. Wander bemängelt den anderen Text bei Karl Simrock als Druckfehler. Wahrscheinlich hat Braun 1840 von Wander (1838) abgeschrieben und den Text etwas verändert, alle anderen dann von ihm.:
    Kandel und Andel bringen einen warmen Mantel.
(Braun 1840, Nr. 1740; Marbach 1842, Seite 52; Simrock 1846, Nr. 5395; Wilhelm Körte zweite Auflage 1861, Nr. 4085 (sind ein warmer Mantel.) Nicht in Körtes 1. Auflage von 1837 enthalten)
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Von Wander angegebenen Quellen zu Sprichwörtern von Abraham a Sancta Clara stammen aus seinem eigenen Buch „Abrahamisches Parömakon“ von 1838, also von ihm selbst oder von anderen, die ihrerseits von ihm abgeschrieben haben. So kann man aus Texten vieler Autoren mit etwas Geschick und Sprichwörterohr Sprichwörter herausziehen und mit Wortumstellungen zu Sprichwörtern machen. Auf Seite 5 der Vorrede in Band 1 des Sprichwörter Lexikons zitiert Wander aus einem Gutachten der Gesellschaft für deutsche Sprache in Berlin „Weil es als Münze, unbesehen und unverändert umläuft, wird nicht jeder Denk- noch Sinnspruch zum Sprichwort." Leider richtet sich Wander nicht danach. Etliche seiner „Sprichwörter“ sind keine Sprichwörter, da sie nie als Sprichwörter unter den Menschen bekannt geworden sind oder umgehen. Sie bleiben, was sie vorher waren, Zitate aus Büchern anderer Autoren, auch wenn sie später bei Wander als „Sprichwörter“ abgeschrieben wurden. Nur wenn sie auch in anderen Quellen zu finden sind, sind es wahrscheinlich wirklich Sprichwörter.

Ein weiteres Beispiel auf dieser Seite:

In seinen Büchern „Scheidemünze oder neue deutsche Sprichwörter“, 2 Bände aus den Jahren 1831 und 1832 und „Sprichwörtergarten“ aus dem Jahr 1838 veröffentlichte Wander selbst fabrizierte Sprüche, den Sprichwörtern nachempfunden. Diese selbst gemachten „Sprichwörter“ seiner vorangegangenen Bücher nahm er ebenso als Quelle für sein Sprichwörter Lexikon, wie alles andere.
Im “Sprichwörtergarten“ Nr. 204 und in „Scheidemünze“ 1. Band, Nr. 4519 steht der von ihm gemachte Spruch „Wem's in den Füßen zuckt, der tanzt ohne Musik.“. Der wird mit entsprechenden Quellenangabe in in Band 1 des Deutschen Sprichwörter Lexikons in Spalte 1299 unter Fuss Nr. 116 übernommen, wobei „zuckt“ durch „juckt“ ersetzt wird.
Einige Sprichwörterbücher der letzten 20 Jahre, ebenso andere Bücher und Internetseiten übernahmen daraus nun den von Wander fabrizierten Spruch als deutsches Sprichwort. Ein Beleg für den tatsächlichen Umlauf als Sprichwort ist nicht vorhanden.

Ein Beispiel für ein echtes Sprichwort durch ältere Quellen:
„Er schickt sich in alle Sättel.“ steht in „Abrahamisches Parömakon“ unter Nr. 2764. Bei A. a Sancta Clara steht im „Wohl angefüllter Weinkeller“ auf Seite 471: „Ein Schmeichler schickt sich in alle Sättel.“ Hier hat auch Sancta Clara ein Sprichwort zur Verdeutlichung seiner Gedanken verwendet. Ältere Quellen finden sich in der deutschen Ausgabe der Baierische Chronik von Johannes Aventin (1477 - 1534), herausgegeben 1566 (Auf alle Sachen und alle Sättel geschickt.), in „Florilegium Ethico-Politicum“ von Jan de Gruytere (1560 - 1627) aus dem Jahr 1612 und 1630 im Politischen Blumengarten von Christoph Lehmann (1568 - 1638), (bei beiden : „Zu schimpf und ernst auf alle Sättel gerecht.“).
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Weder nie noch immerfort, ist der Liebe Losungswort.

Wegen böser Leute kommen schwere Zeiten.

Wegen dem Denken kann man einen nicht henken, aber wegen dem Sagen gar oft aufs Maul schlagen.

Wegen dichter Saat darf niemand seine Scheuer*31 größer bauen.

Wegen einem Stück Fleisch geben die Hunde die Freundschaft auf.

Wegen Nichtachtung des Vertrags darf man den Vertrag nicht brechen.

Weh den Eseln oder Pferden, so die Bettler reiten werden.

Wehe dem, der sich vor dreien nicht hütet: Wollust, Wein und Würfel.

Wehe dem Land, wo der Herr ein Kind ist.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 10, 16: „Weh dir, Land, dessen König ein Kind ist und dessen Fürsten in der Frühe tafeln!“)

Wehe der Gans, die dem Fuchse traut.

Wehrende Hand schuf Gott.

Wehrender Hand wird immer Rat.

Wehrt man nicht, so wachsen die Tannen in die Tischlade.

Weiberaugen, (sind) Feuerspiegel.
Weiberaug ist ein Feuerspiegel.
(Das bedeutet, sie verbrennen das Herz des Mannes.)

Weiber findet man nimmer ohne Rede.

Weiber führen das Schwert im Maule, drum muss man sie auf die Scheide schlagen.

Weiber, Glück und Gold sind allen Narren hold.

Weiber haben langes Haar und kurzen Sinn.
(Dieses Sprichwort ist mit der Bezeichnung Frauen oder Weiber oder ganz ohne diesen Hinweis in Umlauf. Es deutet darauf hin, das dieses Sprichwort wie etliche andere von Männern gemacht wurde und das die den Frauen keine große Intelligenz zutrauten. Ein Vorurteil, das viele Männer dank ihrer beschränkten Intelligenz auch heute noch haben.)

Weiber hüten ist vergebliche Arbeit.

Weiberkleider decken des Nachts wohl.

Weiberkrieg gilt nichts.

Weiberlieb und Herrengunst sind nicht mehr als blauer Dunst.

Weiberlist geht über alle List.
Weiberlist, nichts drüber ist!
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 25, 19: Alle Schlechtigkeit ist gering gegen die Schlechtigkeit einer Frau;)

Weiber nehmen gern Drescher für Tröster.

Weiber nehmen ist kein Pferdehandel.

Weibern und Geschossen soll niemand trauen.

Weibern und Jungfrauen war ausgehen nie so gut, daheimbleiben war besser.

Weiberrache hat keine Grenzen.

Weiberreden, armes Reden.

Weiberregiment nimmt selten gut End.

Weiber schlagen gibt schlechte Ehre.

Weiberschönheit, das Echo im Wald und Regenbogen vergehen bald.

Weiberschönheit ist eine verdeckte Unflat.

Weiber sind anfangs leicht, werden aber immer schwerer.

Weiber sind außen mit stolzen Kleidern und innerlich mit Falschheit gefüttert. Wenn mit ihnen rechnest, so übersteigt bei ihnen Zins und Unkosten das Kapital.

Weiber sind des Teufels Kloben, darin er fängt, was aufsitzt.

Weiber sind Katzen mit glatten Bälgen und scharfen Tatzen.

Weiber sind klug von Natur und Närrinnen aus Neigung.

Weiber sind veränderlich wie Aprilwetter.

Weiber und Rosse wollen gewartet sein.

Weiber, Wein und Würfelspiel Verderben manchen, wer's merken will.

Weibsbild soll nicht sein wild.

Weib und Leinwand kauft man nicht bei Lichte.

Weichen ist keine Schand, bist du übermannt.

Weichlicher Arzt macht faule Wunden.

Weichst du mir, so weich ich dir.

Weiden und Bauern muss man alle drei Jahre beschneiden, sonst werden sie zu geil.

Weil der Hund pisst, entläuft ihm der Hase.

Weil die Henne legt, so legt man ihr auch.

Weil die Obrigkeiten in der Schrift Götter heißen, so meint jeder Amtmann, er wäre ein Ölgötz.

Weil dir die Füße noch los sind, so geh.

Weil's Markt ist, muss man kaufen.

Weinende Braut, lachende Frau.

Wein, Geld und Gut verkehrt der Weisen Mut.

Wein hält nicht rein.

Wein hat keinen Riegel vor.

Wein hat keinen Schrein.

Wein hat offnen Schrein.

Wein hilft dem Alten aufs Bein.
(Ein Trugschluss, meist zieht er allen, auch den Jungen, die Beine weg.)

Wein ist der Poeten Heiliger Geist.

Wein red't viel; aber bös Latein.
(Der Wein löst die Zungen, aber selten kommt dann etwas Vernünftiges oder gar Brauchbares, und wenn, dann nur für andere, die Geheimnisse erfahren. Ein Sprichwort, das meist zutrifft, selten das Nachfolgende.)

Wein sagt die Wahrheit.

Wein trinken, Wein bezahlen.

Wein und Bier folgen dem Zapfen.

Wein und Bier schmeckt süß, versauf ich gleich die Schuh, behalt ich doch die Füß.

Wein und Brot gibt auch eine Suppe.

Wein und Weiber machen alle Welt zu Narren.

Wein, Weiber und Würden ändern den ganzen Menschen.

Weise Hut behält ihr Gut.

Weise ist, der von jedem Menschen lernen kann.

Weise Leute haben ihren Mund im Herzen.
Weise Leute haben ihre Zunge im Herzen, die Narren das Herz auf der Zunge.

Weise Leute, starke (reiche) Leute.

Weise Leute, weise Worte.

Weise Leute widerlegen viel mit Stillschweigen.

Weisem Kind ist man feind.

Weiße Raben und treue Freunde findet man selten.

Weiß erkennt man am besten, wenn man Schwarz dagegen hält.

Weiser Mann hat Ohren lang und Zunge kurz.

Weiser Mann, starker Mann.

Weise sein ist nicht allzeit gut.

Weise Sprüche, gute Lehren soll man tun und nicht bloß hören.

Weisheit hat bei Armut Leid.

Weisheit ist des Lebens Auge.

Weisheit kommt nicht vor den Jahren.

Weit beherret, nah geschwägert.
Weit beherret und nah befreundet.
(beherren = der Herr über etwas sein. Wenn etwas weit beherret ist, ist die Kontrolle des weit entfernten Herrn nicht so gründlich und man kann viel nach eigenem Ermessen tun. Von nahen Freunden oder Schwägern hat man größeren Nutzen.)

Weit davon ist gut vorm Schuss.

Weit vom Geschütz macht alte Kriegsleute.

Weit vom Streite macht alte Kriegsleute.

Weit von Hof hat wenig Verdruss.

Welche langsam zürnen, die zürnen lang.

Welchem Herrn du dienst, dessen Kleider du trägst.

Welcher dir hat viel gegeben, hofft, Gleiches zu erleben.

Welcher Fehler hat keinen Fehler?

Welches der vordere Zipfel an der Bratwurst sei, erfährt man, wenn man sie auf die Achsel legt.

Welches Kind ist frei und echt, das behält des Vaters Recht.

Welch fremder Mann sich frei sagt, den soll man für frei halten.

Welsch*34 Blut tut keinem Deutschen gut.

Welt ist Welt, wer sich drauf lässt, der fällt.

Weltlich Gut lässt sich geistlich machen, aber geistlich Gut nicht weltlich.

Welt, wie du willst, Gott ist mein Schild.

Wem alle Sterne gram sind, den wird der Mond nicht lieb haben.

Wem das Ferkel geboten wird, soll den Sack bereit haben.

Wem das Gefieder zu groß werden will, dem zieht die Welt die Schwungfedern aus.

Wem das Glück aufspielt, der tanzt mit einem Bein.

Wem das Glück den Finger reicht, der soll ihm die Hand bieten.

Wem das Glück die Hand bietet, dem schlägt's gern ein Bein unter.

Wem das Glück lacht, der gewinnt im Traum.

Wem das Glück pfeift, der tanzet wohl.

Wem das Glück wohl will, dem will niemand übel.

Wem das Glück zu wohl ist, den macht's zum Narren.

Wem der Bettelstab einmal in der Hand erwarmt, der tut nimmer gut zur Arbeit.

Wem der Teufel einheizt, den friert nicht.

Wem die Augen in der Jugend ausgestochen sind, der sieht sein Lebtag nichts.

Wem die Heiligen hold sind, der mag leise beten.

Wem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern.

Wem die Sonne scheint, der fragt nicht(s) nach den Sternen.

Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand.
(Leider stimmt das nicht, oder liegt es daran, das immer mehr Menschen von sich aus Karriere machen, bis sie auf einem Posten ankommen, von dem sie keine Ahnung haben? Danach werden diese Menschen wegen Inkompetenz nicht mehr weiter befördert und bleiben auf der Stelle, auf der sie erstmals versagten. So werden es immer mehr, die nichts von dem Verstehen, was sie machen sollen. Das gilt für die Wirtschaft und ebenso erst recht in Politik und Verwaltung: Dafür gibt es auch ein Sprichwort: Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.)

Wem Gott hilft, dem ist wohl geholfen.

Wem Gott hilft, der kommt weiter, als wer früh aufsteht.

Wem Gott nicht hilft, helfen alle Heiligen nicht.

Wem Gott wohl will, dem will St. Peter nicht übel.

Wem ich meinen Leib gönne, dem gönn` ich auch mein Gut.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet und sich ihm hingibt, überlässt sie ihm auch ihren gesamten Besitz und Vermögen zur Verwaltung. Er kann darüber rechtsgültig verfügen und sie muss ihn um Erlaubnis fragen, wenn sie selbst etwas davon verwenden will. Diese Erlaubnis konnte der Mann ohne Angabe von Gründen verweigern.)

Wem man das Gut gegeben hat, dem hat man es auch versprochen.

Wem man das Mehl gibt, der will auch noch Eier und Butter haben.

Wem man ein(e) Handbreit gönnt (gibt), der nimmt ein(e) Ellenlang.

Wem man gibt, der schreibt's in Sand, wem man nimmt, in Stahl und Eisen.

Wem man nicht hold ist, dem steckt man keine Maien.

Wem man nichts gelobt, dem ist man nichts schuldig.

Wem man oft schenkt, der lernt fordern.

Wem man seine (die) Not klagt, der ist sattsam (genug) gebeten.
(Das bedeutet, wenn man schon jemandem seine Not klagt, braucht man nicht noch um Hilfe zu bitten. Der soll auch so sehen, das er helfen soll, ohne extra gebeten zu werden. Heutzutage hilft auch fast keiner, auch wenn man ihn extra bittet oder anfleht, auch wenn sie verpflichtet sind.)

Wem man weich bettet, der wird faul.

Wem nicht zu raten ist, dem ist (auch) nicht zu helfen.

Wem's allzeit zu früh dünkt, der kommt meist zu spät.

Wem Schafe schwärmen, der darf sich nicht härmen.

Wem sehr nach der Heimat verlangt, der fragt gern nach dem Weg.

Wem's glückt, dem legt ein Hahn Eier.

Wem's Glück wohl will, der fährt auf einem Besenreis über den Rhein.

Wem's Gott vergönnt, der wird schlafend reich.
(Ähnlich in der Bibel: Altes Testament, Psalm 127, 2: „Es ist umsonst, dass ihr früh austeht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen seinen Freunden gibt er es im Schlaf.“)

Wem's in den Füßen juckt, der tanzt ohne Musik.
(Ein von Karl Friedrich Wilhelm Wander fabrizierter Spruch in seinem Sprichwörter Lexikon (Fuss Nr. 116), der verschiedentlich vermeintlich als „Sprichwort“ abgeschrieben wurde. siehe oben)

Wem soll der nützen, der sich selber nicht nützt?

Wem viel befohlen ist, von dem wird viel gefordert.

Wem viele drohen, der lebt wohl 100 Jahre.

Wem viel gegeben ist, von dem wird man viel fordern.

Wem wohl ist, der bleibe.

Wem wohl ist, der schweige.


Wem zu wohl wird, der nehm ein Weib.
Wen das Gerücht zum Buben macht, der bleibt sein Leben lang veracht.

Wen das Glück blend't, der fällt in seine Wänd'.

Wen das Glück in die Höhe hebt, den will's werfen.
Was das Glück hebt, das will es werfen.

Wen das Glück verderben will, den zärtelt es wie eine Mutter.

Wen das Glück zärtelt, dem will es den Strick um den Hals werfen.

Wen das Land ernährt, der soll das Land schützen.

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dir.
(Sprichwort auch in Äthiopien, Südafrika, Thailand)

Wen der Haber (Hafer) sticht, der ist schwer zu halten.

Wen der Kaiser adelt, der genießt des Kaisers Adel.

Wen der Kellner liebt, der trinkt oft.

Wen der Teufel ärgern will, schickt er böse Weiber ins Haus.

Wen der Teufel treibt, der hat Eile.

Wen der Teufel treibt, der muss wohl laufen.

Wen der Wolf rächt, ist wohl gerochen.

Wen die Liebe kitzelt, dem ist der Tod nicht verhasster als Aufschub.

Wen die Wahrheit nicht kann überzeugen, dem muss man harte Taler*33 zeigen.

Wen die Wahrheit trifft, der hasset sie.


Wen die Welt zärtelt, dem will sie den Strick um den Hals legen.


Wen ein Mädchen lachet an, den will sie drum nicht alsbald han.

Wen Falschheit kränkt und Undank quält, der geh beizeiten aus der Welt.

Wen Gott am liebsten hat, den führt er jung heim.
Was Gott am liebsten hat, führt er jung heim.

Wen Gott betrügt, der ist wohl betrogen.

Wen Gott grüßt, der soll es ihm danken.

Wen Gott nass macht, den macht er auch wieder trocken.

Wen Gott nicht hält, der fällt.

Wen Gott schickt, den macht er geschickt.

Wen Gott und die Natur zeichnet, vor dem soll sich Ross und Mann hüten.

Wenig bar Geld macht genau zehren.

Weniger ist mehr.

Weniger Rat und vieler Hände.

Wenig gedeiht, zu viel zerstreut.

Wenig Gesetz, gutes Recht.
(Zu Beginn der Bundesrepublik Deutschland gab es nur kleine und dünne Gesetzbücher. 70 Jahre später sind daraus etliche unübersehbare dicke Wälzer geworden, nicht mitgezählt die europäischen Gesetze, die gleichfalls beachtet werden müssen. Täglich gibt es so viel neue Gesetze, das die Juristen und Richter nur noch mit dem Dazulernen beschäftigen müssen und keine Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben haben. Daraus folgt: Das Recht und die Gesetze werden immer schlechter und wenn Recht gesprochen wird, ist es wahrscheinlich falsch und entspricht nicht mehr den Gesetzen.)

Wenig Gut, leichtes Blut.

Wenig Honig versüßt viel Bitterkeit.

Wenig Kopf, viel Schwindel.

Wenig Küh', wenig Milch.

Wenig Kühe, wenig Mühe.

Wenig mit Liebe, viel mit Kolben.

Wenig mit Recht ist besser als viel mit Unrecht.

Wenig reden altert die Frauen.

Wenig reden und essen hat niemand gereut.
Wenig reden, wenig essen, wenig trinken, hat wenig gereut.

Wenig regieren macht guten Frieden.

Wenig schadet wenig.

Wenig und gut.

Wenig und oft macht zuletzt viel.

Wenig unternehmen gibt viel Frieden.

Wenig Verstand und viel Hochmut regieren die Welt.

Wenig Zuwenig macht zuletzt viel.

Wen man fürchtet, den liebt man nicht.


Wen man im Sacke findet, den schüttelt man heraus.

Wen man nicht jagt, der soll nicht laufen.

Wenn alle hinken, meint jeder, er gehe recht.

Wenn alle in den Brunnen springen, würdest du nachspringen?

Wenn alle Kugeln träfen, möchte der Teufel Soldat sein.

Wenn alle Sünden alt werden, wird der Geiz jung.

Wenn alle Träume wahr wären, bliebe keine Nonne fromm.

Wenn Allzu dazu kommt, taugt Nichts was.

Wenn alte Hunde bellen, ist's Zeit, dass man ausschaut.

Wenn alte Leute tanzen, ist der Himmel in einer Farbe.

Wenn alte Scheuern*31 brennen, hilft kein Löschen.

Wenn alte Weiber tanzen, machen sie viel Gestäub.

Wenn Äpfel und Nüsse kommen, soll man schäkern.

Wenn Armut zur Tür eingeht, fliegt die Liebe zum Fenster hinaus.
Wenn die Armut kommt zur Tür herein, so entflieht die Liebe durchs Fensterlein.

(Ebenso wie mit der Armut verhält es sich mit dem Kummer.)

Wenn auch der Adler stirbt, die Eule wird nicht König.

Wenn auf Lust nicht Unlust folgt, so ist es eine gute Lust.

Wenn Bacchus das Feuer schürt, so sitzt Venus beim Ofen.

Wenn Bauern nicht wären und ihre Güld', wär' ein Bettelsack der Edelleut' Schild.

Wenn Bescherung ist, soll man den Sack auftun und das Zuknüpfen nicht vergessen.

Wenn Blinde und Scheele*28 zusammenkommen, stoßen sie einander über den Haufen.

Wenn Danken einen Batzen*2 kostete, behielt' es mancher zurück (in seinem Säckel).

Wenn das Aas abgefleischt ist, fliegt der Rabe davon.

Wenn das am grünen Holz geschieht, was soll am dürren werden?
(Das Sprichwort stammt aus der Bibel, Das Evangelium nach Lukas 23, 31: „Denn wenn man das tut am grünen Holz, was wird am dürren werden?“)

Wenn das Arbeiten nur leicht wäre, tät`s der Bürgermeister selber.

Wenn das Bein gebrochen ist, haut man den Baumstumpf um.

Wenn das Dorf brennt, so steht des Pfaffen Haus in Rauch.
   
Man muss (soll) das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Wenn das Eisen glüht, soll man es schmieden.
Wenn das Eisen heiß ist, soll man schmieden.
(Das bedeutet, man sollte schnell handeln, eine sich bietende Gelegenheit nutzen, bevor sie vorbei ist und es zu spät sein könnte. Das Sprichwort ist in vielen anderen Ländern ebenfalls bekannt. Nach verschiedenen unbewiesenen Quellen soll es auf Terenz, Ovid oder andere zurückgehen. Als deutsches Sprichwort (der 3. Spruch) steht es schon im 17. Jahrhundert im Sprichwörterbuch „Florilegium Politicum. Politischer Blumengarten“ von Christophorum Lehmann aus dem Jahr 1630 auf Seite 258, Nr.8 im Kapitel Gelegenheit.)
 
Wenn das erste Wetter hagelt, so hageln die folgenden auch gern.

Wenn das Fass leer ist, so wischen die Freunde das Maul und gehen.

Wenn das Fass rinnt, muss man die Reifen treiben.

Wenn das Fass voll ist, läuft's über.

Wenn das Ferkel geboten wird, soll der Sack bereit sein.

Wenn das Ferkel satt ist, so stößt es den Trog um.

Wenn das Ferkel träumt, so ist`s von Trebern.

Wenn das Feuer erloschen ist, spielen die Kinder mit der Asche.
(Das bedeutet, wenn die Gefahr vorbei ist, sind alle mutig, so wie alle den toten Löwen mit Füssen treten, den sie noch lebend über alle Maßen fürchteten.)

Wenn das Feuer in der Küche ausgeht, so löscht es auch in den Herzen aus.

Wenn das Gefäß voll ist, läuft's von einem Tropfen über.
(Gleiche Bedeutung wie die Sprichworte: Vom letzten Tropfen läuft der Eimer (das Fass) über. und Ein Ei macht einen vollen Wagen bersten oder das arabische Sprichwort: Die letzte Feder bricht dem Kamel den Rücken.)

   
Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt.
Sobald das Geld im Kasten klingt, alsbald die Seel in Himmel springt.
Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.
Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt.
Ausruf des Ablasspredigers und Mitglied der Dominikaner Johann Tetzel.
Tetzel wurde um 1460 in Pirna oder Leipzig geboren und starb am 11.8.1519 in Leipzig. Mit der Art eines Marktschreiers soll er den Ablasshandel eröffnet haben. Der ins Hochdeutsche übertragen heutzutage allgemein geläufige Ausruf (die drei ersteren) und ein mögliches Original (der Vierte).

Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war der Ablasshandel streng geregelt, nur bestimmte Sündenstrafen konnten durch Geld und keinesfalls ohne tätige Reue erlassen werden. Als Alternative für Reue und Bußleistungen und zur Finanzierung der leeren Kirchenkassen wurden die Ablassbriefe erfunden. Wer einen Ablassbrief kaufte, konnte sich zweimal im Leben, ganz ohne Beichte und anderer Auflagen oder Reuebeweis,zu einem beliebigen Zeitpunkt und in seiner Todesstunde, von allen Sünden freikaufen. Selbst ein Dokument, das bereits verstorbenen Angehörigen volle Gnade zusicherte, konnte erworben werden. Bezahlt wurde nach Stand und Vermögen: Grafen und Adlige bezahlten sechs bis zehn Gulden, Bürger und Kaufleute drei, Handwerker nur einen Gulden. Ein Paar Schuhe kostete damals ca. einen Gulden. Völlig Mittellose mussten beten und fasten, manchmal jahrelang bei Wasser und Brot.
1504 begann Tetzel seine Tätigkeit im Ablasshandel und übertrieb dessen Umfang. Die eine Hälfte der Einnahmen diente dem Bau des Petersdoms in Rom, die andere Hälfte teilten sich der Erzbischof Albrecht von Brandenburg und der jeweilige Ablassprediger. Mit den Einkünften bezahlte der Erzbischof seine Schulden bei den Fuggern, deren Vertreter mit Tetzel unterwegs waren und die Tilgungssummen umgehend einzogen.
Martin Luther, Beichtvater vieler Wittenberger, bemerkte Tetzels Ablasshandel und prangerte das seiner Meinung nach schändlichen Tun an. Seine Vorstellung von einem sündigen Menschen, der sich einem Leben der Reue und Demut unterwirft, würde damit geradezu verhöhnte. Die 95 Thesen, die Luther in Wittenberg veröffentlicht haben soll, sollen die Reaktion seiner tief greifenden Enttäuschung darauf sein und gelten als Auslöser der Reformation.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Tetzel


Wenn das Geld redet, muss jeder das Maul halten.

Wenn das Glück anpocht, soll man ihm auftun.

Wenn das Glück aufgeht, so schneit es Freunde, wen es aber untergeht, hagelt es Feinde.

Wenn das Glück den Menschen sucht, so hilft er sich wohl.

Wenn das Glück dir Küchlein backt, so will es dich fassen und erdrücken.

Wenn das Glück gewählt den Mann, gilt es gleich, was er kann.

Wenn das Glück groß ist, muss man das Unglück fürchten.

Wenn das Glück nicht will an den Mann, so gilt's gleich, was er kann.

Wenn das Gute fehlt, muss man das Bessere nehmen.

Wenn das Haupt krank ist, so siechen die Glieder.


Wenn das Herz das Fieber hat, kann die Zunge nicht wohlauf sein (ist auch die Zunge krank).

Wenn das Herz fröhlich ist, so freut sich der Leib mit.

Wenn das Kind ertrunken ist, deckt man den Brunnen.

Wenn das Kind getauft ist, will es jedermann halten.

Wenn das Kind sich selber kann verstehen, so kann es auch seine Mündel wohl verstehen.
(Das Rechtssprichwort bedeutet, dass ein Waisenkind keinen Vormund mehr braucht, sobald es selbst verständig genug ist. Das kann durch Erreichen eines bestimmten Alters oder durch andere festgestellte Umstände geschehen.)

Wenn das Korn bei vollen Scheuern*31 aufschlägt, dann fällt es bei ledigen wieder.

Wenn das Land arm ist, ist das Wasser reich.

Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus.

Wenn das Loch unter der Nase zu wäre, blieb viel bös unterwegen.
Wenn das Loch unter der Nase zu wäre, wie dem Frosch nach St. Jacobs Tag, so bliebe viel unterwegen.

Wenn das Maß voll ist, so läuft's über.

Wenn das Nachbars Haus brennt, so trägt man Wasser zum eigenen.

Wenn das nicht gut für die Wanzen ist!

Wenn das Pferd satt ist, so trauert es.

Wenn das Pferd tot ist, kommt der Hafer zu spät.
Wenn das Pferd tot ist, kommt der Hafer zu spät.
 
Wenn das Pferd voll ist, so ist es faul.

Wenn das Pferd zu alt ist, spannt man's in den Karren.

Wenn das Salz dumm ist, womit soll man salzen?

Wenn das Schaf gestohlen ist, so sagt der Schäfer: Der Wolf hat's getan.

Wenn das Schiff bricht, so weiß ein Tor, dass nicht recht gefahren ist.

Wenn das Spiel am besten ist, soll man ablassen.

Wenn das Spiel aus ist, sieht man, wer gewonnen hat.

Wenn das Wasser noch so still, der Schiffer muss an den Sturm denken.

Wenn das Wasser über die Körbe geht, soll man das Schiff ösen.

Wenn das Wasser über die Steine läuft, wird es rein.

Wenn das Weib die Töpfe zerbricht und der Mann die Krüge, so gibt es viel Scherben im Haus.
Wenn das Weib die Töpfe bricht, und der Mann die Krüge, so muss es im Hause viele Scherben geben.
Zerbricht der Mann Gropen (Häfen, Töpfe), so zerbricht das Weib Krüge.

Wenn das Werk getan ist, ist der Tadel unwert.

Wenn das Wort heraus ist, ist es eines andern.

Wenn das Wort von der Zungen, so ist der Mann gebunden.

Wenn dein Verdienst bei Weisen gilt, sei ruhig, wenn der Tor dich schilt.

Wenn dem Esel zu wohl ist, so geht er aufs Eis und bricht ein Bein.

Wenn dem Esel zu wohl ist, so gumpet (springt) er.

Wenn dem Fass der Boden ausgestoßen ist, so bleibt die Hefe auch nicht darin.

Wenn der Abt die Würfel auflegt, dürfen die Brüder spielen.

Wenn der Abt die Würfel auflegt, hat das Konvent Macht zu spielen.


Wenn der Abt die Würfel gibt, so spielen die Brüder.

Wenn der Abt die Würfel legt, sich auch der Durst der Brüder regt.

Wenn der Abt gähnt, so schlafen die Mönche.

Wenn der Altar zerbrochen ist, so steckt niemands Kerzen mehr drauf.

Wenn der alte Hund bellt, soll man aufsehen.

Wenn der Argwohn hungert, reicht ihm der Teufel den Bissen.

Wenn der Arme dem Reichen gibt, so lacht der Teufel.


Wenn der Arme etwas hat, so gibt er gern.


Wenn der Arme kommt, ist der Reiche blind.


Wenn der Bauch schwillt, sieht man, wo es gilt.

Wenn der Bauch voll ist, ist das Haupt blöde.

Wenn der Bauer aufs Pferd kommt, reitet er schärfer als der Edelmann.

Wenn der Bauer nicht muss, rührt er weder Hand noch Fuß.

Wenn der Bauer wohlgesehen sein will, so muss er mit den Füßen in den Händen kommen.
(Das bedeutet, er muss mit den Füßen Hühnern, Gänsen und Enten in der Hand kommen. Er ist überall willkommen, wenn er mit Geflügel in den Händen als Geschenk kommt.)

Wenn der Baum gefällt ist, rühmt man seinen Schatten.

Wenn der Baum liegt, will jeder Späne lesen.

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg kommen.
(Das bedeutet, man muss selbst etwas tun, wenn andere das erwartete oder geforderte nicht tun. Man muss selbst aktiv werden, damit etwas getan wird. Dies Sprichwort soll auf eine türkisch-muslimische Anekdote des Hodscha Nasreddin zurückgehen, der im 13./14. Jahrhundert in Akşehir im südwestlichen Anatolien gelebt haben soll. Francis Bacon (1561-1626) hat die Anekdote um 1600 in seinem Essay „Of Boldness“ (Die Kühnheit) thematisiert. Ebenso der deutsche Dichter Friedrich von Hagedorn (1708 - 1754) in seinem Epigramm „Mohammed und der Berg“.
Mohammed wurde einmal aufgefordert, ein Wunder zu zeigen. Der forderte darauf einen nahen Hügel auf, zu ihm zu kommen. Trotz mehrfacher Wiederholung der Aufforderung geschah nichts. Darauf sagt Mohammed, er wolle auf das Ausbleiben des Wunders nicht zürnen, sondern demutsvoll, wenn der Berg nicht zu ihm kommt, selbst zum Berg gehen.)

Wenn der Besen verbraucht ist, so muss er in den Ofen.

Wenn der Besen verbraucht ist, so sieht man erst, wozu er gedient hat.

Wenn der Bettler aufs Pferd kommt, so kann ihm kein Teufel mehr vorreiten.

Wenn der Bettler ein Ritter wird, jagt er sein Pferd zu Tode.


Wenn der Bettler nichts haben soll, verliert er das Brot aus dem Sack.


Wenn der Bettler wird zum Kavalier, so ists das stolzeste Tier.


Wenn der Beutel klingt, so tanzt der Kellner.


Wenn der Blinde den Lahmen trägt, kommen sie beide fort.

Wenn der Bock zum Gärtner wird, die jungen Bäum' er selten ziert.


Wenn der Boden zu fett ist, so erstickt die Furche.

Wenn der Böse schläft, wiegt ihn der Teufel.

Wenn der Brunnen trocken ist, schätzt man erst das Wasser.

Wenn der Dieb reif für den Galgen ist, bringt er den Strick selbst herbei.
(Die Vorsehung ergreift den Dieb, wenn die Zeit reif ist.)

Wenn der Dieb sich nähren möchte (müsste) käm’ er nicht an den Galgen.

Wenn der Dieb zum Galgen zeitig ist, so bringt er den Strang selbst mit.

Wenn der Diener reich wird und der Herr arm, so taugen beide nichts.

Wenn der Dreck Mist wird, will er gefahren sein.

Wenn der Dreck zum Pfeffer wird, beißt er am stärksten.

Wenn der eine Fuss fällt (strauchelt), so ist der andere nicht ohne Gefahr (im Fall).

Wenn der Engel zum Teufel wird, so gibt es einen bösen Teufel.

Wenn der Esel auch eine Löwenhaut trägt, die Ohren gucken doch heraus.

Wenn der Esel in den ersten zehn Jahren keinen Schwanz kriegt, so bleibt er gewiss ein Mutz.
(Mutz = ein Tier mit gestutztem Schwanz.)

Wenn der Esel in die Mühle kommt, so sagt er i-ah.

Wenn der Esel nicht seine volle Last trägt, so wird er krank.

Wenn der Esel nicht will Säcke tragen, so schlägt man ihn.

Wenn der Esel nicht will, so muss er.

Wenn der Esel seine Tracht hat, so weiß er, wie er gehen soll.

Wenn der Esel weit läuft, ist er darum nicht gelehrt.

Wenn der Fleischer füttert, will er mästen.

Wenn der Fuchs die Gänse lehrt, ihren Kragen er als Lehrgeld begehrt.
Wenn der Fuchs die Gänse lehrt, so ist ihr Kragen sein Schulgeld (Lehrgeld).
(Fast gleichlautend sagt man von den Wölfen.)

Wenn der Fuchs die Pfoten leckt, so mögen die Bauern Achtung auf die Hühner geben.

Wenn der Fuchs Gänse fangen will, so wedelt er mit dem Schwanze.

Wenn der Fuchspelz abgezogen, steht der Höfling nackend da.

Wenn der Fuchs predigt, so hüte der Gänse.
Wenn der Fuchs predigt, so nimm die Gänse in acht.
Predigt der Fuchs, dann gib auf deine Gänse acht.

Wenn der Fuchs sich tot stellt, so sind die Hühner in Gefahr.

Wenn der Fuchs zeitig ist, trägt er selber den Balg zum Kürschner.

Wenn der Fuhrmann nicht mehr fahren kann, so knallt er mit der Peitsche.

Wenn der Fürst einen Apfel will, bringen seine Diener den ganzen Baum.
Wenn der Fürst seinen Untertanen einen Apfel nimmt, so nehmen seine Diener den ganzen Baum.

Wenn der Gast am liebsten ist, soll er wandern (sich tollen).

Wenn der Gatte nicht sieht und die Gattin nicht hört, so gibt's eine glückliche Ehe.

Wenn der Geiß wohl ist, so scharrt sie.

Wenn der große Beutel kommt, so verwirft man den kleinen.

Wenn der Hafen*15 bricht, spart man den Scherben nicht.
Wenn der Hafen*12 zerbrochen ist, spart man selten die Scherben.

Wenn der Hagel in die Küche schlägt, dann hat es allenthalben getroffen.

Wenn der Hase läuft über den Weg, so ist das Unglück schon auf dem Steg.

Wenn der Has in den Pfeffer kommt, wird er schwarz.

Wenn der Herr kurzsichtig ist, so ist der Knecht gar blind.

Wenn der Herr lacht, so singt der Diener.

Wenn der Himmel einfällt, bleibt nirgend ein Stuhl stehen.

Wenn der Himmel einfällt, so können die Vögel keine Nester mehr bauen.

Wenn der Himmel einfällt, so sind alle Töpfe und Bäume zerschlagen.

Wenn der Himmel einfiele, bliebe kein alter Topf ganz.
Wenn der Himmel einfiele, bliebe kein Zaunstecken ganz.

Wenn der Himmel einfiele, zerschlüg' er mehr Kacheln als Öfen.

Wenn der Hirt nicht mehr Freiheit hätte als das Schaf, so müsste er auch Gras essen.
Hätte der Hirt nicht mehr Freiheit als das Schaf, so müsste er auch Gras fressen.

Wenn der Hirt schläft, so sind (stehen) die Schafe in Furcht.

Wenn der Hund den Prügel nicht achtet, achtet er der Worte nicht.

Wenn der Hund gar Lappen frisst, er auch das Leder nicht vergisst.

Wenn der Hund hofiert, so kann er nicht bellen.

Wenn der Hund nicht Lust hat zu jagen, reitet er auf dem Hintern.

Wenn der Hund schon das Bein zwischen den Zähnen hat, so hebt er seinen Schwanz auf und kennt keinen Freund.

Wenn der Hund unten liegt, beißen ihn alle Hunde.

Wenn der Hund wacht, mag der Hirt schlafen.

Wenn der Hund will sch– gehn, so sieht man ihn gekrumpen stehn.

Wenn der Junge wüsste, was der Alte bedarf, würde er oft den Säckel zulassen.

Wenn der Kaiser stirbt, setzt sich der König in den Sattel.

Wenn der Karren im Dreck steckt, werden viel Worte gemacht.

Wenn der Koch verhungert, soll man ihn unter den Herd begraben.

Wenn der Kohl am besten schmeckt, soll man aufhören.

Wenn der Kopf ein Narr ist, muss es der ganze Leib entgelten.

Wenn der Kopf schmerzt, leiden alle Glieder.

Wenn der Kopf wund ist, verbindet man vergeblich (umsonst) die Füße.

Wenn der Kuchen spricht, schweigen die Krümel.

Wenn der Kuckuck Eier legt, so muss ein fremdes Nest herhalten.

Wenn der Löwe brüllt, so zittert der Wald.

Wenn der Löwe tot ist, hüpfen auch die Hasen auf ihn.

Wenn der Mai ein Gärtner ist, ist er auch ein Bauer.

Wenn der Mann die Frau einmal schlägt, schlägt er sie mehr.

Wenn der Mann einlöffelt und die Frau ausscheffelt*29, muss die Wirtschaft zugrunde gehen.
Wenn die Frau einlöffelt und die der Mann ausscheffelt*29, so geht die Wirtschaft zugrunde.

Wenn der Mann spricht, muss die Frau schweigen.

Wenn der Meister kommt daher, gilt das Meisterlein nicht mehr.
Wenn der Meister kommt heran, hat das Meisterchen getan.

Wenn der Meister kommt, ist es ums Spiel der Schüler getan.

Wenn der Mühlgraben trocken steht, ist auch der Mehlkasten leer.

Wenn der Mutter Hemd der Tochter gerecht wird, so nimmt sie gemeiniglich auch der Mutter Gang an.

Wenn der Nachbar isst, werd' ich davon nicht satt.

Wenn der Pfennig läutet, läuft jedermann zur Kirche.

Wenn der Pfuscher hat reichlich Brot, muss der Künstler leiden Not.
(Das Sprichwort beweist sich heute genauso wie früher. Wenn immer nur das vermeintlich Billige im Internet gekauft wird, erhält meist minderwertige Ware, wird oft betrogen oder verliert alles. Die vorhandene Qualität der örtlichen Hersteller und Händler bleibt wegen immer geringer werdender Nachfrage auf der Strecke und verschwindet endlich. Zurück bleiben die Menschen, die keine Qualität mehr bekommen und über den Schund überall klagen, den sie mit ihrem eigenen Verhalten selbst verursacht haben.)

Wenn der Pracher*26 nichts haben soll, so verliert er das Brot aus dem Sack.

Wenn der Pracher*26 wandern will, flickt er de Sack.

Wenn der Pracher*26 was hat, so hat er keinen Napf.
(Verschiedenste Sprichwörter gibt es auch in etlichen deutschen Mundarten. In Plattdeutsch: Wenn de Pracher wat hett, ſo hett he keenen Napp.)

Wenn der Rat nach Schnaps riecht, ist er bedenklich.

Wenn der rechte Joseph kommt, sagt Maria ja.

Wenn der Ruß an der Pfanne brennt, so gibt's Regen.

Wenn der Sack voll ist, bindet man ihn zu.

Wenn der Sack kommt, wirft man den Beutel hinter die Kiste.

Wenn der Sack voll ist, erstreckt er den Zipfel.

Wenn der Sack voll ist, reckt er die Ohren.

Wenn der Sack voll ist, strotzt er sich auf.

Wenn der Sattel leer ist, kann man aufsitzen.

Wenn der Scherz am besten ist, soll man aufhören.

Ist der Schild neu, so hängt man ihn an die Wand; wird er alt, so stößt man ihn unter die Bank.
Wenn der Schild neu ist, hängt man ihn an die Wand, wenn er alt wird, wirft man ihn unter die Bank.
(Ein altes Sprichwort, das schon Ende des 14. Jahrhunderts schriftlich belegt ist (Deutsche Sprichwörtersammlung aus dem 14. Jahrhundert, 1870 veröffentlicht in den Sitzungsberichten der königlich bairischen Akademie der Wissenschaften von Konrad Hofmann.). Auch damals war es wohl schon üblich, Neues für wertvoller als Altes anzusehen, dass man ruhig schlechter behandeln und achtlos in eine Ecke werfen kann. Der Irrglaube, nur Neues hat einen Wert, zeigt sich heute in der Mode, die sich teilweise viermal im Jahr ändert (aus eigener Erfahrung aber oft von extrem schlechterer Qualität als Älteres). Warum soll etwas Gutes plötzlich schlecht sein, wenn etwas Neues oder anderes in einer anderen Farbe, abgerundet (wo vorher Ecken waren), oder neuen Namen und anderen Unnützem kommt (Elektronik, Autos, Mode oder anderes)?)

Wenn der Schimpf am besten ist, soll man aufhören.

Wenn der Schlag nicht offen steht, kann der Vogel nicht einfliegen.

Wenn der Schneekönig wiederkommt!

Wenn der Schnee vergeht, wird sich's finden.

Wenn der Schreiber nichts taugt, gibt er der Feder die Schuld.

Wenn der Schub da ist, helfen die Zeugen nicht.

Wenn der Sperling nisten will, sucht er viel Löcher.

Wenn der Stein aus der Hand ist, ist er des Teufels.
Wenn der Wurf aus der Hand, so ist er in des Teufels Gewalt.

Wenn der Stein umläuft, soll man schleifen.

Wenn der Storch die Erbsenstoppel sieht, jagt er die Jungen vom Neste.

Wenn der Strick am strengsten ist, reißt er.

Wenn der Teufel das Pferd holt, holt er auch den Zaum dazu.

Wenn der Teufel die Leute betrügen will, so ist er schön wie ein Engel.

Wenn der Teufel einen Vormund hätte, kam' er um die Hölle.

Wenn der Teufel krank ist, will er ein Mönch werden.

Wenn der Teufel ledig wird, so hüte dich.

Wenn der Teufel zwischen zwei alten Weibern sitzt, ist's purer Hochmut.

Wenn der Tod kommt, so bringt er einen Wechselbrief ohne Nachsicht.

Wenn der Topf gebrochen ist, so macht man kein Werk mehr von den Stücken.

Wenn der Trank kommt, ist die Red aus.

Wenn der Verschwender nicht eigene Güter hat, so nimmt er, was er findet.

Wenn der Wächter nicht wacht, wacht der Dieb.

Wenn der Wagen fällt, hat er fünf Räder.

Wenn der Wagen im Kote steckt, werden viele Worte gemacht.

Wenn der Wanderer getrunken hat, wendet er dem Brunnen den Rücken zu.

Wenn der warme Wind kommt, so schmilzt das Eis.

Wenn der Wein eingeht, geht der Mund auf.

Wenn der Wein niedersitzt (niederschmeckt) , schwimmen die Worte empor (oben).

Wenn der Wein vom Fass abgelaufen ist, so verlaufen sich auch die Tischfreunde.

Wenn der Wein zu wild wird, so schlag ihn mit der Wasserstange, damit er dich nicht schlage.

Wenn der Weißdorn blüht, hören die Hechte auf zu laichen.

Wenn der Wind in einen Haufen Federn stößt (bläst), so sind sie bald zerstreut.

Wenn der Wolf altert, reiten ihn die Krähen.
Wenn ein Wolf alt wird, reiten ihn die Krähen.
(Das Sprichwort bedeutet, ein hartherziger Reicher oder wenn jemand in seinem Leben böse gehandelt und anderen Schaden und Kummer bereitet hat, darf nicht alt werden. Sobald er alt und schwächer geworden ist, werden seine früheren Opfer alles daran setzen, sich zu rächen, ihm zu schaden und alles Heimzahlen, was er ihnen vorher angetan hat.)

Wenn der Wolf das Schaf heiratet!

Wenn der Wolf die Geißen (Gänse) beten lehrt, frisst er sie fürs Lehrgeld.
(Fast gleichlautend sagt man von den Füchsen.)

Wenn der Wolf gefangen ist, stellt er sich wie ein Schaf.

Wenn der Wolf psalmodiert, gelüstet ihn der Schafe.

Wenn der Wucherer stirbt, freuen sich viere: der Erbe wegen des Geldes, der Glöckner wegen der Leiche, der Arme wegen des wohlfeilen Brots und der Teufel um die Seele.

Wenn der Wurf aus der Hand ist, ist er des Teufels.

Wenn der Zaun fällt, springen die Hunde darüber.

Wenn der Zimmermann lang' um's Holz herumspaziert, fällt kein Span davon.
Wenn der Zimmermann lange um das Holz spazieren geht, so fallen kein Span davon.

Wenn der Zimmermann spielen geht, fallen keine Späne.