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Deutsche Sprichworte
Über 17.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
Wer e bis Wer n
Flagge von Deutschland
Karl Friedrich Wilhelm Wander
und das „Deutsches Sprichwörter Lexikon“


Karl Friedrich Wilhelm Wander hat zwischen den Jahren 1867 und 1880 sein fünfbändiges „Deutsches Sprichwörter Lexikon“ veröffentlicht. Über 30 Jahre hat er dafür Sprichwörter gesammelt. Im Deutsches Sprichwörter Lexikon sind ca. 225.000 deutsche Sprichwörter und Redensarten und ca. 60.000 Sprichwörter aus verschiedensten Fremdsprachen. Eine Arbeit eines Einzelnen, ohne die heute möglichen Hilfsmittel, eine einmalige und unvergleichbare Leistung, die man nicht überschätzen kann.

Wer aber meint, ein deutsches Sprichwort zu haben, weil es auch bei Wander im Lexikon steht, hat trotzdem nicht sicher eins, es kann auch falsch sein. Wander selbst schreibt im Vorwort zum 1. Band des Deutsches Sprichwörter Lexikon, das es auch Fehler enthält oder Quellenangaben verloren gingen. Die Quellenangaben sind tatsächlich teilweise falsch oder fehlen vielfach ganz. Erst wenn man ein Sprichwort in den Quellen Wanders wiedergefunden hat, kann man sich über Herkunft und Nationalität sicher sein.

Ein Freund Wanders wurde wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe verhaftet und in Wanders Wohnung fand 1845 wegen angenommener Unterstützung eine Hausdurchsuchung statt. 1853 fand eine weitere Haussuchung bei ihm statt. Seine Vergehen: Er war Lehrer und hatte eine Lehrervereinigung gegründet. Er forderte mehr Selbstbestimmung für die Lehrer, er hatte mehrfach kritische Aufsätze und Bücher über die Schule veröffentlicht und er forderte die staatliche Aufsicht über die Schulen mit Abschaffung der Kirchlichen, unter der das Schulwesen stand. Er befürwortete nicht den Schulmeister alter Prägung, der nur notwendiges Wissen beibrachte und gehorsame Untertanen produzierte, er forderte einen neuen Lehrer, der freie und mitdenkende Bürger mit Selbstverantwortung erzog. Alles zusammen für Kirche und herrschende Obrigkeit revolutionär und unhaltbar für einen Lehrer. Deswegen wurde er 1849 endgültig aus dem Schuldienst entlassen. Durch die Haussuchungen und Umzüge verlor er ein Heft mit Quellenangaben, was zu fehlenden Quellen im Sprichwörterlexikon führte.

Außerdem hatte er 1831/32 unter dem Titel Scheidemünze neue Sprichwörter herausgegeben, das heißt, von ihm erdachte und Sprichwörtern nachempfunden Sprüche. Auch diese fanden Eingang ins Sprichwörterlexikon. Das brachte ihm den Vorwurf, sich die Sprichwörter teilweise auszudenken. Andere Sprichwörter habe er selbst vernommen oder sie wurden ihm als solche übergeben, teilweise ohne Quellen oder Herkunftsangabe. Etliche stammen aus der Literatur, die er an Form und Gepräge des Ausspruchs erkannt haben will, was nicht jedermanns Sache ist, wie er meint. Dazu gehört die erforderliche Aufmerksamkeit und ein für diesen Zweck gebildetes Sprachgefühl, das sogenannte Sprichwörterohr, das er seinen Angaben nach besitzt, viele andere aber nicht. Wenn sein Sprichwörter-Instinkt etwas zum Sprichwort erklärt hatte, war eine weitere Überprüfung nicht notwendig. Der im Lexikon vorhandene Quellennachweis war für ihn ausreichend.

Quellen: Vorrede im 1. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.
            Nachwort im 5. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.

Beispiele für Fehler im Deutschen Sprichwörter Lexikon:

Als Quelle für die Ägyptischen Sprichwörter benutzte Wander das Buch „Arabische Sprüchwörter oder die Sitten und Gebräuche der neueren Aegyptier erklärt aus den zu Kairo umlaufenden Sprüchwörtern übersetzt und erläutert von Johann Ludwig Burckhardt“ aus dem Jahr 1834. In diesem Buch sind 782 Ägyptische Sprichwörter enthalten. Bei Wander findet man aber nur 696 Mal die Quellenangabe Burckhardt und nur 155 Mal den Hinweis auf Ägypten. Die übrigen Ägyptischen Sprichwörter scheinen bei ihm fälschlicherweise „deutsche Sprichwörter“ zu sein. Ähnliches gilt auch für andere Quellen Wanders aus anderen Ländern.

Bei über 4000 Sprichwörtern gibt Wander z. B. Dr. Phil. Julius Altmann an, der 1853-1855 in einigen Zeitschriften Sprichwörter aus Russland, Bulgarien und von den Tataren veröffentlichte, die er dort auf Reisen sammelte. Auch sie sind in Wanders Sprichwörterlexikon enthalten, aber oft ohne den Hinweis auf Russland oder Bulgarien. Wer später von Wander abgeschrieben hat, machte möglicherweise fälschlicherweise aus Mangel am Hinweis aus einem fremden, ein deutsches Sprichwort.

Etliche fremde Sprichwörter erhielten schon ohne vergleichbares deutsches Sprichwort eigene Nummern. Aus Ermangelung entsprechender deutscher Sprichwörter und verlorener Quellen wurde daraus später ein deutsches Sprichwort ohne Quellenangabe.

Mehrfach stehen Sprichwörter in Mundart mit Hinweis auf die hochdeutschen Varianten, oder umgekehrt, oder beide oder mehrere verschiedene Mundarten als verschiedene Sprichwörter im Sprichwörter Lexikon.
Dass ein Sprichwort von einem Bayern, Hessen, Sachsen oder anderem Deutschen in seiner ihm eigenen Mundart ausgesprochen wird, macht aus einem Sprichwort auch heute noch kein weiteres neues Sprichwort. Ebenso das Umstellen einzelner Wörter, falsches Abschreiben, übersetzen oder weglassen oder verlieren von Quellen. Schon nach Druck der ersten zwei Bände gab es deswegen begründete Kritik eines anderen Sprichwörtersammlers, Otto Freiherr von Reinsberg, der auch auf einen Kommentar im Vorwort der Sammlung von Wilhelm Körte (1837) hinwies. Wanders Antwort darauf steht im Vorwort des 3. Bandes des Sprichwörter Lexikons. Leider waren die gegenseitigen Kritiken von Otto Freiherr von Reinsberg und K. F. W. Wander in deren Veröffentlichungen vorwiegend persönlicher Natur und brachten auf keiner Seite eine Verbesserung ihrer Arbeiten. Im Internet nachzulesen in den Vorworten von Wanders Sprichwörter Lexikon und: http://brema.suub.uni-bremen.de/ . . Reinsberg

Beispiel:

„Schreib a X fer a U, su kimmste der Rechnung zu.“ steht als Schlesisches Sprichwort im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.4 mit dem Hinweis der hochdeutschen Version bei Simrock Nr.11951. Die hochdeutsche Version wie bei Simrock: „Schreib ein X für ein U, so kommst du mit der Rechnung zu.“ steht im 4. Band in Spalte 335 unter Schreiben (Verb.), Nr.21 ohne Quellenangabe. So werden aus einem zwei Sprichwörter und wird  einem bei Wander ein X für ein U vorgemacht.
Wenn dann fast wortgleich Wer ein X schreibt für ein V, kompt in der Welt am besten zu.“ im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.5 (Quelle bei Petri im anderen Teil) und „Wen der wirth schreibt ein X vor ein V, so kombt er seiner rechnung zu.“ im 5. Band in Spalte 283 unter Wirth, Nr.124 (Quelle bei Lehmann Seite 923, Nr.22) dazukommen gibt es immer mehr Varianten, die als einzelne Sprichwörter aufgeführt werden.

Weitere Beispiele auf einigen Seiten im Text. Aus diesem Grund ist das Deutsche Sprichwörter Lexikon als primäre Quelle oder Beweis für ein deutsches Sprichwort nur bedingt geeignet - vielmehr hat es einen unschätzbaren Wert als Hinweisgeber für die weitere Suche nach der wirklichen Quelle.

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Wer ekel ist, entbehrt manch guten Bissen.

Wer empfing, der rede; wer gab, der schweige.

Wer entbehrt der Ehe, lebt weder wohl noch wehe.

Wer erbt, soll helfen erhalten.

Wer ernten will, muss säen.

Wer ertappt wird, muss das Bad austragen.

Wer erzieht, der regiert.

Wer es allen recht machen will, muss früh aufstehen.

Wer es hält mit keinem Teil, wird zur Beute jedem Teil.

Wer es hat, muss es gebrauchen.

Wer es kocht, der richte es auch an.

Wer etwas kann, den hält man wert, des Ungeschickten niemand begehrt.

Wer etwas will, findet immer einen Weg. Wer nichts will, findet immer einen Ausweg.

Wer etwas will gelten, der komme selten.

Wer fechten will, muss der Streiche warten.

Wer Feinde schont und Freunde erzürnt, ist sich selbst feind.

Wer ferne lauft und nicht kauft, dem wird der Weg lang, ihn reut der Wiedergang.

Wer findet, eh verloren ist, der stirbt, eh er krank wird.

Wer Fische fangen will, muss sich nass machen.
(Wer etwas haben oder erreichen will, muss auch Rückschläge und die damit verbundenen Nachteile in kauf nehmen. Auf dem Weg zum Erfolg liegen oft Hindernisse und man hat manchen Misserfolg bis zum Ziel. Vergleichbare Sprichwörter in Bulgarien: Ohne nasse Hosen werden keine Krabben gefangen. und Trockene Hosen fangen keine Fische.)

Wer Fische fangen will, muss vorher die Netze flicken.

Wer flieht, eh man ihn verjagt, ist allzu verzagt.

Wer flieht, gibt sich schuldig.


Wer flieht, wird gejagt.

Wer flüstert, lügt.
(Sprichwort auch in Indien)

Wer folget der Natur, kommt der Wahrheit auf die Spur.


Wer fortgeht, ist bald vergessen.


Wer fragt, der lernt.


Wer Frauen hütet, wütet.

Wer freien will, hat vier Scheffel*28 über dem Gesicht.

Wer freien will, muss erst ausdienen.

Wer fremden Hunde anbindet, gewinnt nichts als den Strick.

Wer Freund sei, sagt die Armut frei.

Wer Friede haben will, muss zum Kriege rüsten.

Wer Frieden haben will, tut übel, dass er Streit anfängt.

Wer fröhliche Nacht sucht, verliert guten Tag.

Wer fromm gelebt, hat lange gelebt.

Wer fromm will sein, soll es ohne andrer Leute Schaden tun.

Wer früh aufsteht, dem hilft Gott.


Wer früh aufsteht, kann viel erfahren.


Wer früh aufsteht, oft wenig ermäht, wer lange schläft, den Gott berät.


Wer früh aufsteht, viel verzehrt, wer spät aufsteht, den Gott ernährt.

Wer früh aufsteht, wird weise.

Wer früh nicht rast, der rast spät.

Wer früh will aufstehen, muss mit den Hühnern zu Bette gehen.

Wer Fuchs mit Füchsen fangen will, bedarf wohl guter Witze viel.

Wer für andre lebt, hat am besten für sich gelebt.

Wer für den andern bittet (betet), erlöst sich selbst.

Wer für die Armen sorgt, der ist Gottes Helfer.

Wer für die Freiheit streitet, hat zwanzig Hände und noch so viel Herz.

Wer für einen andern Bürge bleibt, bezahlt für ihn.

Wer gäbe, solange man nähme, der vergäbe sich vor Nacht, wenn er auch dreier Fugger Gut hätte.

Wer Gäste lädt, gehe vorher hübsch auf den Fleischmarkt.

Wer gebunden ist, der sitzt fest.

Wer Gefahr nicht fliehen kann, stehe tapfer als ein Mann.

Wer gegen den Wind speit, besudelt seinen Bart.

Wer gehen will, den soll man nicht halten.

Wer geht nach Giebichenstein, kommt selten wieder heim.

Wer Geld genug hat, der kauft, was er will.

Wer Geld in der Tasche hat, braucht keinen Staat zu machen.

Wer Geld in Händen hat, dem bleibt allzeit etwas kleben.

Wer Geld setzt in der Lotterie, der kommt darum, er weiß nicht wie.

Wer gen Rom zieht, sucht einen Schalk, zum andern Mal findet er ihn, zum dritten Mal bringt er ihn mit.

Wer geringe Dinge wenig acht't, sich um geringre Mühe macht.

Wer gern borgt, bezahlt nicht gern.

Wer gern borgt, lügt gern.

Wer gerne gibt, lässt sich nicht lange bitten.

Wer gerne krank ist, der lacht den Arzt aus.

Wer gerne kürbäumt, faulbäumt gern.

Wer gerne trägt, dem lädt jedermann auf.

Wer gern fährt, schreckt sich nicht am Fuhrmann.

Wer gern flucht, der wird verflucht.

Wer gern frägelt, schwatzt auch gern.

Wer gern gibt, fragt nicht lange.

Wer gern Kirschen isst, lernt bald (leicht) klettern.

Wer gern lügt, kann viel Neues sagen.


Wer gern lügt, stiehlt auch gern.

Wer gern neue Zeitungen hört, dem werden auch viele zugetragen.

Wer gern tanzt, dem ist leicht gepfiffen.

Wer gern trinkt, dem beschert Gott genug; ist's nicht Wein, so ist es Wasser.

Wer gern zankt, findet leicht eine Ursache.

Wer gern zu tun hat, dem gibt Gott zu schaffen.


Wer gesunde Beine hat, braucht keine Krücken.


Wer getadelt sein will, muss freien; wer gelobt sein will, sterben.


Wer getroffen wird, der regt sich.

Wer gewinnen will, muss einsetzen.

Wer gewinnt, der spielt am besten.

Wer gibt, der ist lieb.

Wer gibt, der liebt.

Wer gibt, was er hat, ist wert, dass er lebt.

Wer Glück haben will, darf nichts dem Glück überlassen.

Wer Glück hat, dem legt der Hahn Eier.


Wer Glück hat, fängt auch wohl mit einem Esel eine Gans, der Unglückliche selbst mit dem Königsfalken keine Maus.


Wer Glück hat, spielt mit schlechten Karten gut.


Wer Glück hat und eine Nussschale voll Witz, der kann die halbe Welt regieren.

Wer Gold hat, wird dadurch nicht edel.

Wer Gott finden will, muss sich selbst verlieren.

Wer Gott fürchtet, hat nichts anders zu fürchten.

Wer Gott lässt Fuhrmann sein, dem geht sein Fuhrwerk wie geschmiert.

Wer Gott liebt, der ehrt auch seine Boten.

Wer Gott vertraut, hat nicht auf Sand gebaut. (hat wohl gebaut.)

Wer Gott zum Freunde hat, dem schadet keine Kreatur.

Wer grob ist, ist noch lange nicht stark.

Wer Großes will, muss Großes wagen.

Wer groß Leibgeding hat, stirbt nicht gern.

Wer Grundeln fängt, der fängt auch Fische.

Wer gut bezahlt, mag wieder borgen.

Wer gute Beine hat, hat oft schlechte Stiefel.
(Wie mancher, der schöne Stiefel hat, hat schlechte Beine.)

Wer gute Nachbarn hat, bekommt einen guten Morgen.

Wer gute Nachbarn hat, kann gut schlafen.

Wer Gutes zum Schlechten tut, ist des Teufels Vorläufer.

Wer gut futtert, der gut buttert.

Wer gut Honig will haben, der muss der Immen Biss gewärtig sein.

Wer gut ist, bedarf keines Lobs.


Wer gut sattelt, reitet gut.

Wer gut schmeert, der gut fährt.

Wer gut schmiert, der fährt auch gut auf der Lebensreise.

Wer gut tut, der soll's gut finden.

Wer hängen soll, ersäuft nicht.

Wer hat, dem wird gegeben.

Wer hat es den Läusen so bald gesagt?

Wer heilen will, muss wehtun.

Wer heimlich sticht, der verwundet sich selbst.


Wer heiratet, tut wohl, wer ledig bleibt, tut besser.

Wer heute gegessen, den hungert morgen wieder.

Wer heute mit (wohl) rudert, soll morgen mitfahren.

Wer heute spart, hat morgen etwas.

Wer hinaufsteigen will, muss unten anfangen.

Wer hinter mir baut, muss hinter mir wohnen.

Wer hoch klimmt, der fällt hart.

Wer hoch steht, den sieht man weit.

Wer hoch steigt, fällt tief.

Wer höher fliegt, als er Federn hat, der kommt zum Lohn in Spott und Schad.

Wer höher steigt, als er sollte, fällt tiefer, als er wollte.

Wer Honig essen will, der muss leiden, dass ihn die Bienen stechen.


Wer Honig lecken will, muss den Stachel der Bienen nicht scheuen.


Wer Honig will, muss der Bienen Sumsen leiden.

Wer Honig will sammeln und Rosen will brechen, muss leiden, dass Bienen und Dornen ihn stechen.

Wer horcht an der Wand, vernimmt seine Schand.


Wer ihm mit essen und trinken zu viel getan hat, der kann mit fasten und Krankheit abbüßen.

Wer im Alter jung sein will, muss in der Jugend alt sein.

Wer im Argwohn steckt, der steckt in der Gefahr.


Wer im Bett liegt, ist ein braver Mann.

Wer im Busch ist, muss mit den Wölfen heulen.

Wer im dreißigsten Jahre nichts weiß, im vierzigsten nichts ist, im fünfzigsten nichts hat, der lernt nichts, wird nichts und kommt zu nichts.

Wer im Finstern doppelt, verliert die Würfel.

Wer im Frühjahr nicht sät, wird im Spätjahr nicht ernten.

Wer im Galopp lebt, fährt im Trab zum Teufel.

Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeißen.
Der ein gläsern Dach hat, muss nicht auf andere Häuser Steine werfen.
Wer ein gläsern Dach hat, muss andere nicht mit Steinen werfen.
(Das bedeutet, man sollte keine Fehler bei anderen kritisieren oder anprangern, die man selbst hat. Z. B. wird in manchem Kommentar mit falscher Rechtschreibung die Rechtschreibung anderer Artikel im Internet kritisiert oder ein Raucher verurteilt den anderen wegen des Rauchens. Erklärung im Sprichwörter Lexikon von Wander 1867 dazu: „Der selbst Schuldige muss den Schuldigen nicht verdammen und anklagen.“ Vergleichbare Sprichwörter gibt es auch im Plattdeutschen und in etlichen anderen Ländern. Sprichwort in den Niederlanden: Wer Butter auf dem Kopf hat, sollte die Sonne meiden.)
(Bei Wander gibt es etliche fast gleichlautende Sprichwörter unter verschiedenen Stichwörtern: Dach, Glasdach, Glasfenster, Glashaus, Haus, Kopf und Stein. Überall soll wegen des Glases nicht mit Steinen geworfen werden. Bis auf eins ohne deutsche Quelle und oft nur als Übersetzung aus verschiedenen anderen Sprachen. So entstehen schnell neue Sprichwörter in zweistelliger Zahl.)

Wer im Grabe liegt danieder, den bringt kein Flehen wieder.

Wer im Grabe liegt, dem ist wohl gebettet.


Wer im Gras schläft, hat grüne Träume.


Wer im Holz arbeitet, wird nicht reich.

Wer im Kleinen anfängt zu stehlen, der treibt ins Große.

Wer im Kleinen nicht treu ist, der ist es noch weniger im Großen.

Wer im Kleinen spart, kann im Großen freigebig sein.

Wer im Kopf hat leeres Stroh, ist gemein und stolz und roh.

Wer im Krieg will Unglück han, fang es mit den Deutschen an.

Wer immer aus dem Mehlfasse nimmt und nichts wieder hineinschüttet, kommt bald auf den Grund.

Wer immerdar sauer sieht, um den gibt man nichts.

Wer immerfort rechnet, was er kostet, isst nimmer guten Kohl.

Wer immer lügt, wird nicht mehr rot.

Wer immer mit dem Strom schwimmt, erreicht niemals die Quelle.

Wer immer predigt, kriegt leere Bänke.

Wer immer zu früh zu kommen meint, kommt oft zu spät.

Wer im Rausch besonnen bleibt, der hat Verstand.

Wer im Rohr sitzt, hat gut Pfeifen schneiden.

Wer im Rohr sitzt, steckt andre in den Sack.

Wer im Ruf ist, früh aufzustehen, mag lange schlafen.

Wer im Sacke kauft und sich mit Toren rauft, ist töricht.

Wer im Schach ziehen und ein Bergwerk bauen will, darf seine Augen nicht in die Tasche stecken.

Wer im Singen zu hoch anfängt, kommt nicht aus.

Wer im Sommer die Kleider verreißt, muss im Winter frieren.

Wer im Sommer nicht arbeitet, muss im Winter Hunger leiden.
Wer im Sommer nicht mag schneiden, muss im Winter Hunger leiden.

Wer im Stocke*31 sitzt, singt nicht hoch.

Wer im Sumpf steckt, möchte auch andere hineinziehen.

Wer im Trockenen sitzt, lacht über den Regen.


Wer im Zorn handelt, geht im Sturm unter Segel.

Wer im Zweifel schwört, ist meineidig.

Wer in allen Farben spielt, ist in keiner echt.

Wer in allen Gassen wohnt, wohnt übel.


Wer in den Krieg will, der nehm' ein Weib.

Wer in der Ferne pocht, schweigt in der Nähe.

Wer in der Jugend nicht töricht war, wird im Alter nicht weise sein.

Wer in der Trunkenheit stiehlt, wird nüchtern gehangen.
Wer stiehlt, wenn er trunken ist, wird gehängt, wenn er nüchtern ist.

Wer in der Wurzel bös ist und kein gut Geblüt hat, der ist nicht zu bessern.

Wer in Dinkel fällt, kommt staubig heraus.

Wer in einen sauren Apfel gebissen hat, dem schmeckt der süße desto besser.

Wer in Einfalt wandelt, der wandelt wohl.

Wer in Hoffnung lebt, tanzt ohne Musik.

Wer in Ruhe leben kann, ist ein glücklich Mann.

Wer in Schande kommt, zieht auch andere gern hinein.

Wer in seinem eigenen Hause beschneit oder beregnet, des will sich Gott nicht erbarmen.

Wer in seinen Beutel lügt, niemand als sich selbst betrügt.

Wer in sein Nest hofiert, besch– sich selber.

Wer ins Feuer bläst, dem fliegen die Funken in die Augen.

Wer Irrwischen folgt, der kommt in Gefahr.


Wer ist eselweis, geht nur einmal aufs Eis.

Wer jählings reich wird, nimmt kein gut Alter.

Wer jede Gefahr scheut, ist am meisten in Gefahr.

Wer jedem das Maul stopfen wollte, müsste viel Mehl haben.

Der muss viel Mehl haben, der allen Leuten das Maul verkleistern will.
Wer jedermann den Mund stopfen wollte, bedürfte viel Mehl.

Wer jede Gefahr will fliehen, der muss hinter den Ofen ziehen.
(Hinterm Ofen läuft man aber Gefahr, sich zu verbrennen. Egal was man macht, dem Schicksal entgeht man nicht.)


Wer jung nichts taugt, bleibt auch alt (im Alter) ein Taugenichts.

(Was man sich jung angewöhnt hat, lässt man auch im Alter nicht.)
Wer Kammerjungfern freit und gern Kaldaunen isst, Der frage nicht nachher, was drin gewesen ist.

Wer kämpft, kann schon mal verlieren. Wer nicht kämpft, hat sowieso schon verloren.

Wer kann allen Gänsen Schuh machen?

Wer kann bei sich ermessen, wie viel der Nachbar Fleisch gegessen.

Wer kann für Unglück, wenn's Haus voll ist!

Wer kann Honig speien, wenn er den Mund voll Galle (Wermut) hat.

Wer kaufen will, was er sieht, muss verkaufen, was er hat.

Wer kauft, was er nicht braucht, muss verkaufen, was er braucht.

Wer kegeln will, muss aufsetzen.

Wer kein Edelmann ist, gilt als Bauer.

Wer keine Freunde hat, lebt nur zur Hälfte.

Wer keine Gefahr fürchtet, ist in großer Gefahr.

Wer keine Hand hat, kann keine Faust machen.

Wer keine Hand hat, macht keine Faust.

Wer keine Hemden machen kann, muss die alten flicken.

Wer keine Kinder hat, weiß nicht, warum er lebt.

Wer keinem Herrn dient, ist halber Herr.

Wer keine Neider hat, hat auch kein Glück.

Wer keinen Fehler hat, muss im Grabe liegen.

Wer keinen Feind hat, der hat auch keinen Freund.


Wer keinen Honig im Bienenkorbe hat, muss ihn im Munde haben.

Wer keinen Kalk hat, muss mit Gift (Lehm) mauern.

Wer keinen Kopf hat, braucht keinen Hut.

Wer keinen Spaß mag verstehn, soll nicht unter Leute gehn.

Wer keinen Stuhl hat, muss auf der Bank sitzen.

Wer keine Prügel hat, muss mit Bratwürsten um sich werfen.

Wer keine Scham hat, der hat auch keine Ehre.

Wer keine Sorgen hat, macht sich welche.


Wer keine Taube hat, der hat Mücken.

Wer keine Zeit hat, ist ärmer als der ärmste Bettler.

Wer kein Geld hat, braucht nicht zu Markt zu gehen.

Wer kein Geld hat, dem entfällt keine Münze.

Wer kein Geld hat, dem fällt es nicht durch die Finger.

Wer kein Geld hat, muss mit der Haut bezahlen.

Wer kein Glück hat, dem verbrennt das Brot im Ofen.

Wer kein Kreuz hat, muss sich eins schnitzen.

Wer kein Ohr hat, dem kann man keins abschneiden.

Wer kein Ross hat, der muss zu Fuß gehen.

Wer kein Unglück gehabt hat, der weiß von keinem Glück zu sagen.

Wer kieft, mit dem ist gut spielen, den er gewinnt nicht, sonst kiefet er nicht.
(Aus dem Altdeutschen: Kiefen, Kieferbsen = grüne Erbsen in Schoten; kiefen = keifen, zanken oder mühsam kauen. Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird. Die Sprichwort bedeutet, wer verliert, der keift und schimpft deswegen. Für Mitspieler ist das gut, da sie gewinnen.)

Wer klagen will, der klage fest.

Wer kleine Sünden meidet, fällt nicht in große.

Werkleute findet man leichter als Meister.

Wer klug ist, legt die Hand nicht zwischen Hammer und Amboss.

Wer klug ist, weiß es nicht.

Wer Kopf hat, der hat ein Ehrenamt.

Wer krank ist, den ärgert die Fliege an der Wand.

Wer Krieg predigt, ist des Teufels Feldprediger.

Wer lacht, tut keine Sünde.

Wer Landesherr ist, dem gebührt die Landeshuldigung.

Wer lange Brot isst, der wird alt.

Wer lange droht, macht dich nicht tot.

Wer lange Finger hat, den steckt man in den Staatsfingerhut.

Wer lange fragt, gibt nicht gern.

Wer lange Krank ist, wird selbst zum Arzt.

Wer lange lebt, der wird alt.

Wer länger schläft als sieben Stund` verschläft sein Leben wie ein Hund.

Wer lange suppt, lebt lange.

Wer lange tischelt, der wird alt.

Wer lange will zu Hofe reiten, hänge den Mantel nach beiden Seiten.

Wer langsam aufsteht, trabet den ganzen Tag.

Wer langsam geht, kommt auch zum Ziel.


Wer langsam zürnt, zürnt schwer.

Wer Latein kann, kommt durch die ganze Welt.
(Das Lateinische war in der Römerzeit vor 2000 die Weltsprache in Europa, Afrika und teilen Asiens. Später war es die Sprache der Oberschicht und Gebildeten, ohne die man nicht aufsteigen konnte. Heute ist es in der Wissenschaft unverzichtbar, da mit Latein alles bezeichnet, was eindeutig gekennzeichnet und definiert werden soll, da es für Gleiches viele unterschiedliche regionale Bezeichnungen gibt. Im Sprichwort müsste heute wahrscheinlich Englisch stehen, wenn es sich nicht gerade um Theologie handelt.)

Wer läuft, den jagt man.

Wer läuft, eh man ihn jagt, ist allzu verzagt.

Wer lausig ist, der wird bald grindig.

Wer leben muss in Sklaverei, dessen Urteil ist nicht frei. Wes Brot ich esse, des Lied ich singe.

Wer lebt, liebt. Wer liebt, leidet. Wer leidet, entwickelt Stärke. Wer stark ist, wird geachtet.

Wer lebt ohne lieb, der ist lebendig Tod.

Wer Leib und Leben wagen will, ist zollfrei.

Wer leicht glaubt, wird leicht betrogen.
Wer leicht traut, wird leicht betrogen.


Wer leicht lacht, weint auch leicht.

Wer leicht zürnt, sündigt leicht.

Wer leidet, dass sein Tisch knappt, sein Ofen raucht, Kieselstein im Schuh bleibt, der mag seine Frau herleihen.

Wer leuchtete, eh du warst?

Wer Liebe bergen will, dem kriecht sie an den Augen heraus.

Wer Lieb erzwingt, wo keine ist, der bleibt ein Narr zu aller Frist.

Wer Liebe stiehlt, ist kein Dieb.

Wer liebt, weiß wohl, was er begehrt, aber nicht, was es ist.

Wer liegt, kann nicht fallen.

Wer Linden pfropfet auf den Dorn, hat an beiden sein Recht verlorn.

Wer lügen will, der soll's nicht krumm drehen, damit er's auch fiedern könne.

Wer lügen will, mag Wunder sagen.

Wer lügen will, muss ein gutes Gedächtnis haben.

Wer lügen will, soll von fernen Landen lügen, so kann man ihm nicht nachfragen.

Wer lügen will, vergesse vor Ende nicht seines Anfangs.

Wer lügt, der stiehlt, wer stiehlt, der lügt.

Wer Lust hat zu tauschen, hat Lust zu betrügen.

Wer lustig ist zu Zank und Streit, der findet bald Gelegenheit.

Wer mächtig ist, wird auch vermessen: Große Fische die kleinen fressen.

Wer mag den Hunden das Bellen verbieten?

Wer mag jagen, darf auch hagen.

Wer Mäuse im Kopf hat, dem muss man eine Katze hineinsetzen.

Wer mehr hinter als vor die Rosse legt, wird nicht lange fahren.

Wer mehr hinter die Pferde legt als vor sie, der füttert nicht lange.

Wer mehr nimmt, als er soll, der spinnt sich selbst ein Seil.

Wer mehr will verzehren,
als sein Pflug mag ernähren,
der mag sich nicht erwehren,
ihn muss Bettel oder Stegreif nähren.

Wer mehr verzehrt, als er gewinnt, der muss nachher mit den Mäusen essen.

Wer meinet, dass er weise sei, dem wohnt ein Esel nahe bei.

Wer meint, er sei nichts, der ist ichts, wer meint, er sei viel, der ist nichts.
(ichtwas, abgekürzt ichts = veraltet für etwas)

Wer Meister wird, steckt den andern in den Sack.

Wer mich auslacht, kann mich auch wieder einlachen.

Wer mich nicht ehren will, lasse mich ungelästert.

Wer mich schießt, den schieß ich wieder.

Wer mir gab, der lehrte mich geben.

Wer mir Liebe erzeigt, der bereitet mir Sorge.

Wer mir Schaden zufügt, der kann mir auch dienen.

Wer mir's tut, dem tu ich's wieder, sprach die Frau, als sie ihres Mannes Hemden flickte.

Wer mit Bettlern ficht, gewinnt nur Läuse

Wer mit dem Kopf will oben aus, der tut viel Schaden und richt't nichts aus.

Wer mit dem Munde schmandt (Schmand macht), muss mit der Nase buttern.

Wer mit dem Pfunde wägt, bedarf des Zentners nicht.

Wer mit dem Schlechten fürlieb nimmt, ist des Bessern wert.

Wer mit dem Teufel essen will, muss einen langen Löffel haben, (nur die Jesuiten bekommen ihren Teil von Hand).
Der muss einen langen Löffel haben, der mit dem Riesen will Brei essen.

Wer mit dem Wolf angebunden hat, der muss ihn nicht wieder laufen lassen.

Wer mit den Hühnern zu Bette geht, kann mit den Hahnen aufstehen.


Wer mit der Gabe zaudert, hat den Dank schon eingenommen.

Wer mit der Hoffnung fährt, hat die Armut zum Kutscher.


Wer mit der Magd liebäugelt, macht sie zur Herrin der Frau.

Wer mit der Post reisen will, muss eine fürstliche Börse und eines Lastträgers Rücken haben.

Wer mit dünken anfängt, endet mit reuen.

Wer mit faulen Leuten haushält, dem gnade Gott.

Wer mit faulen, lahmen Eseln pflügen muss, dem ist übel genug geflucht.

Wer mit Fleiß fallen will, ist nicht würdig, dass man ihn halte.

Wer mit Frauen kauft, verliert sein Kaufgeld.
(Das bedeutet, da die Frauen früher unter Vormundschaft ihres Mannes standen, durften sie keine rechtsgültigen Kaufverträge oder Geschäft ohne die Zustimmung ihres Mannes tätigen. Wer trotzdem ein Geschäft mit der Frau machte und der Ehemann verweigerte seine Zustimmung, hat der Vertragspartner der Frau sein schon bezahltes Geld oder gelieferte Ware verloren.)

Wer mit fremden Augen sieht, sieht je länger je weniger.

Wer mit Füchsen zu tun hat, muss den Hühnerstall zuhalten.

Wer mit Geschenken kommt, hat sicher eine Bitte.

Wer mit goldenen Spießen ficht (kämpft), hat den Sieg in den Händen.

Wer mit Gott anfängt, dem tut der Teufel nichts.

Wer mit Herren umgehen will, der fliehe vor ihnen, so laufen sie ihm nach.

Wer mit Honig umgeht, mag wohl seine Finger lecken, er muss es aber nicht zu grob machen.

Wer mit Hunden zu Bette geht, steht mit Flöhen wieder auf.

Wer mit Huren zu Acker fährt, der eggt mit Buben (Gecken) zu.

Wer mit jungen Ochsen pflügt, macht krumme Furchen.

Wer mit jungen Pferden pflügt, macht krumme Furchen.

Wer mit Katzen jagt, fängt gern Mäuse.

Wer mit Katzen zu Acker fährt, der eggt mit Mäusen zu.

Wer Mitleid bringt, bietet genug.

Wer mit Leuten nichts zu tun haben will, muss aus der Welt ziehen.

Wer mit Narren zu Acker geht, eggt mit Gäuchen (Gecken) zu.

Wer mit Narren zu Bette geht, steht mit Narren auf.

Wer mit Ochsen fährt, kommt auch zu Markte.

Wer mit Ochsen spricht, dem werden Ochsen antworten.

Wer mit Pech und Kohlen hantiert, leichtlich seine Hände daselbst beschmiert.

Wer mitspielen will, muss mit aufsetzen.

Wer mit Soldaten will Ehr erjagen, muss sie wohl zahlen und tüchtig plagen.

Wer mit Städten zu schaffen hat, bedarf Glück und sonderliche Fürsorge.

Wer mittags aufsteht, verschläft den ganzen Tag nicht.

Wer mit will essen, der soll auch mit arbeiten.
Wer mit will essen, muss auch mit dreschen.

Wer mit will trinken, muss mit klinken.

Wer mit Wölfen umgeht, muss mit heulen.

Wer Mönch und Pfaffen schlagen will, schlage sie nur gar zu Tode.

Wer morgens dreimal schmunzelt, wenn`s regnet nicht die Stirne runzelt, und anbends lacht, sodass es schallt, wird 120 Jahre alt.

Wer muss, hat keine Wahl.

Wer nach dem Höchsten strebt, wird wenigstens das Hohe erreichen.

Wer nach dem Kranze strebt, bekommt doch eine Blume.

Wer nach einem goldenen Wagen trachtet, bekommt doch wohl eine Speiche davon.

Wer nach fremdem Gute trachtet, der verliert mit Recht das seine.

Wer nach Geld heiratet, verliert seine Freiheit.

Wer nach Geld und Schönheit tracht, in seinem Ehestand Unglück macht, Geld und Gestalt sich bald verliert, oft in die größte Armut führt.

Wer nach großer Arbeit trachtet, dem wird sie zuteil.

Wer nach jedem bellenden Hunde werfen will, muss viel Steine auflesen.

Wer nach mir kommt, der mag nach mir bauen.

Wer nach Rom geht, bringt einen Schalk wieder mit nach Hause.

Wer nach Rom will, der lasse die Frömmigkeit zu Hause.

Wer nach Unglück ringt, dem begegnet es.

Wer nach zweien greift, bekommt nicht eins.

Wer nach zwei Hasen läuft, tut weiter nichts, als wenn er schläft.

Wer Narren und Kindern den Finger in den Mund steckt, der wäre gern gebissen.

Wer neidet, der leidet.

Wer 'nen Narren haben will, der kaufe zwei, so hat er einen zum Besten.

Wer nicht alt werden will, mag sich jung hängen lassen (kann sich jung henken lassen).

Wer nicht angespannt hat, dem kann man nicht vorspannen.

Wer nicht arbeiten will, der lass` das Brot auch liegen still.

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
(Ein Sprichwort, das seit langer Zeit auch in anderen Ländern bekannt ist.)

Wer nicht auf dem Wollsack liegen mag, dem wird der Strohsack.

Wer nicht auf Gräbern gehen (tanzen) will, muss gar nicht gehen (tanzen).

Wer nicht auszieht, kommt nicht heim.

Wer nicht beichtet, wird nicht absolviert.

Wer nicht beneidet wird, hat noch nichts Großes getan.

Wer nicht bestauben will, der bleib' aus der Mühle.

Wer nicht beten kann, werd' ein Schiffmann.

Wer nicht Bitter gekostet hat, weiß nicht, was Süß ist.

Wer nicht braten kann, der bleibe von der Küche.

Wer nicht Buntge heißen will, muss keine Flecken haben.

Wer nicht da ist, dem wird der Kopf nicht gewaschen.

Wer nicht denkt zu bezahlen, pflegt von Schenken viel zu prahlen.

Wer nicht dürstet, ist dem Durstigen hart.

Wer nicht eifert, liebt nicht.

Wer nicht empfängt, braucht nicht wieder zu geben.

Wer nicht ernähren will die Katzen, muss ernähren Maus und Ratzen.

Wer nicht erwirbt, der verdirbt.

Wer nicht fällt, braucht nicht aufzustehen.

Wer nicht faulenzen kann, kann auch nicht richtig arbeiten.

Wer nicht gabelt, wenn die Heuschreck zabelt, der nimmt im Winter ein Seil und fragt, wo Heu feil.

Wer nicht Galle versucht hat, weiß nicht, wie Honig schmeckt.

Wer nicht gefehlt, hat nicht gelebt.

Wer nicht gerne arbeitet, hat bald Feierabend gemacht.

Wer nicht gern verlieren will, der habe Achtung auf das Spiel.

Wer nicht gibt, der nimmt nicht.

Wer nicht hat geholfen einbrocken, der muss auch nicht mit aussessen.
Wer nicht mit einbrockt, soll nicht mit essen.
(Das bedeutet, wer nicht an den Fehlern oder dem Versagen schuld hat oder beteiligt war, sollte auch nicht für die Folgen haftbar gemacht werden.)

Wer nicht hat zu schaffen, der nehm' ein Weib, kauf eine Uhr, schlag' einen Pfaffen, so kriegt er wohl schaffen.

Wer nicht heucheln und schmeicheln kann, der ist nicht der Leute Mann.

Wer nicht hören will, muss fühlen.

Wer nicht Hundslauch riechen kann, soll auch kein Wildbret essen.

Wer nicht in den Himmel will, braucht keine Predigt.

Wer nicht ins Wasser geht, kann auch nicht schwimmen lernen.

Wer nicht jagt, der fahet nicht.
(Wer nicht auf die Jagd geht, wird nichts erjagen. Das bedeutet, wer nichts tut, arbeitet oder sich anstrengt, der wird auch keinen Erfolg oder Gewinn haben.)

Wer nicht Kalk hat, muss mit Leim mauern.

Wer nicht kann blechen, der lasse das Zechen.

Wer nicht kann deichen, der muss weichen.
(Das bedeutet, jeder Besitzer, dessen Grundbesitz durch Deiche vor Überflutungen geschützt wurde, musste sich auch am Bau, Erhaltung und Reparatur des Deiches beteiligen. Wer seinen Verpflichtungen nicht nachkam, musste sein Land aufgeben. Das alte Rechtssprichwort sagt, wer seine Deichpflicht vernachlässigt, wird wegen der hierdurch herbeigeführten Wassergefahr für alle, nach dem sogenannten Spatenrecht, mit dem Verlust des deichpflichtigen Landes bestraft. Symbolisch konnte dann ein Spaten in den Deich gesteckt werden. Wer ihn herauszog, konnte das Land erwerben, musste dann aber auch die rückständigen Leistungen zur Deicherhaltung erbringen. Ein Deichgraf war für die Kontrolle und die Einteilung der zu leistenden Arbeiten zuständig. Heute ist diese Regelung durch den Übergang von Deichbau und Erhaltung auf staatliche Stellen mit der Finanzierung durch Steuergelder abgelöst. Vergleichbare Sprichwörter: Deich und Land gehört zusammen. und Kein Land ohne Deich und kein Deich ohne Land.)

Wer nicht kann fechten, gewinnt nichts im Rechten.

Wer nicht kann, wie er will, muss wollen, wie er kann.

Wer nicht kochen kann, der bleibe aus der Küche.

Wer nicht kommt zu rechter Zeit, der ist seine Mahlzeit queit.

Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen (essen), was übrig bleibt.
(Ein Sprichwort, das in vielen verschiedenen deutschen Mundarten verbreitet ist.)

Wer nicht kommt zu rechter Zeit, der versäumt die Mahlzeit.

Wer nicht lesen kann, muss Butten tragen.

Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.

Wer nicht malen kann, muss Farbe reiben.

Wer nicht martern und fluchen kann, der dient zu keinem Kriegsmann.

Wer nicht mitmacht, wird ausgelacht.

Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich.

Wer nicht mitspielt, guckt doch anderen gern in die Karten.

Wer nicht mühlet, will kein Mehl.

Wer nicht nehmen will, braucht nicht zu geben.

Wer nicht passt auf den Tisch, muss essen, was übrig bleibt.

Wer nicht rast in der Jugend, der muss im Alter rasen.

Wer nicht rechtmäßig gehört ist, wird nicht rechtmäßig verdammt.

Wer nicht richtig faulenzen kann, kann auch nicht richtig arbeiten.

Wer nicht sagen darf, dass ihm wehe ist, dem ist weh.

Wer nichts an die Angel steckt, der fängt nichts.

Wer nichts Arges denkt, ist leicht zu betrügen.

Wer nichts aus sich macht, ist nichts.

Wer nichts begehrt, dem geht es gut. (nichts ab.)

Wer nicht schlafen kann, klagt über das Bett.


Wer nicht schmeicheln kann, ist kein beliebter Mann.


Wer nicht schreibt, der nicht bleibt.

Wer nicht Schritt halten kann, muss traben.

Wer nicht schwimmen kann, gehe nicht ins Wasser.

Wer nicht schwitzt, den soll man reiben, wer nicht arbeitet, den soll man treiben.

Wer nichts Gutes tut, dem geschieht auch nichts Böses.


Wer nichts Gutes tut, tut schon Böses genug.

Wer nichts hat, dem entfällt nichts.

Wer nichts hat, gilt nichts.

Wer nichts hat, muss mit der Haut bezahlen.
Wer nichts im Beutel hat, muss mit der Haut zahlen.
Wer nicht kann mit dem Beutel, muss mit der Haut bezahlen.

Wer nichts hat, was kann der verlieren?

Wer nichts hinauf (auf die Universität) bringt, bringt nichts herunter.

Wer nicht singen kann, mag pfeifen.

Wer nichts kann, ist des Grämens frei.

Wer nichts kann und nichts weiß, was sagt der, wenn er freien geht?

Wer nichts macht, macht nichts falsch.
(Wer nichts macht, kann auch nichts falsch machen, aber manchmal ist das nichts machen, aber gerade das Falsche, wie in der Politik leider zu oft der Fall.)

Wer nicht spart zur rechten Zeit, darbt zur Unzeit.

Wer nicht spinnt, behält seinen Flachs.

Wer nichts recht tut, hat nie Feierabend.

Wer nicht strebt, der nicht lebt.

Wer nichts übt als Tadel, hat im Herzen keinen Adel.


Wer nichts versprach, braucht nichts zu halten.
Wer nichts verspricht, braucht nichts zu halten.

Wer nichts weiß, dem entfällt auch nichts.

Wer nichts will wagen, bekommt nicht Pferd noch Wagen.

Wer nichts wird, wird Wirt.

Wer nichts zu zanken hat, der nehme ein Weib.

Wer nicht tanzen kann, sagt, dass der Boden nicht eben sei.
(Wenn man etwas nicht kann oder will, findet man immer eine Ausrede. Ähnliche Sprichworte bei vielen Völkern und in vielen Sprachen.)

Wer nicht traut, dem ist nicht zu trauen.

Wer nicht trinken kann, der soll ins Bad gehen; wer nicht beten, aufs Meer; wer nicht schlafen, in die Predigt.

Wer nicht tun kann, was die Leute verdrießt, gibt keinen Schulzen ab.

Wer nicht übersehen und überhören kann, der kann auch nicht regieren.

Wer nicht verlieren will, der spiele nicht.

Wer nicht vermag, dass er kann, seinen Barth lassen scheren, der muss ihn nicht lassen einbalsamieren.

Wer nicht verständig reden kann, dem stehet schweigen besser an.

Wer nicht viel erdulden kann, der wird kein großer Mann.


Wer nicht vorwärts geht, der kommt zurück.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Wer nicht wagt, der nicht nagt.

Wer nicht wagt, kommt nicht nach Wehlau.

Wer nicht warten kann, muss laufen.

Wer nicht Wasser mag, den dürstet nicht.

Wer nicht weiß, was das für ein Geck ist, der kann`s an seinem Pferd sehen.
(Das Sprichwort ist schon mehrere hundert Jahre alt. Heute gilt es trotzdem noch, wenn man anstelle des Pferdes das Auto einsetzt, mit dem so mancher seine eigenen Unzulänglichkeiten kompensieren will und sich damit selbst entlarvt.)

Wer nicht will, der hat gegessen.
Wer nicht will, hat schon gehabt.

Wer nicht wirbt, der verdirbt.

Wer nicht zu hoch steigt über sich, braucht nicht zu fallen unter sich.

Wer nicht zuweilen taub und blind sein kann, taugt nicht zum Regieren.

Wer nicht zweifeln kann, ist ein dummer Mann.


Wer nie bitter geschmeckt hat, weiß nicht, was süß ist.

Wer nie ein Schüler war, der wird kein guter Meister.

Wer nie fortgeht, kommt nie heim.


Wer niemals anfängt, bringt nie was zustande.


Wer niemals einen Rausch gehabt, der ist kein braver Mann.


Wer nirgend anstoßen will, muss Schickelmann fragen.
Wer nirgenswo will stoßen an, muss Schickelmann an Händen han.
(Die Erklärung zu Schickelmann steht in der Sprichwörtersammlung von Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 auf Seite 920 unter Nr. 23: „Also haben die Alten die Zeit genennt und haben gesagt: Schickelmann wohnet an der Straßen. Das ist soviel gesagt: Jedermann lebt in der Zeit und muss drin wandeln, und die Zeit lehrt jeden, was er tun und lassen soll; sie leiht, regiert, straft, bessert, bösert und macht mit den Menschen, was sie will. Der ist ein weiser Mann, der Schickelmann zur Hand gehen kann.“)

Wer nur auf einem Bein steht, den stößt man leicht um.

Wer nur ein Auge hat, hütet es doppelt (wischt es genau).

Wer nur ein Auge hat, ist allzeit bange dafür.

Wer nur erst die Kälber stiehlt, der stiehlt auch bald die Kühe.

Wer nur Geschlechts wegen Ehr' (Lob) begehrt, derselbe ist keines Lobes wert.

Wer nur über eine Staffel will, kommt nie über eine Stiege.

Wer nur will, der kann wohl.

Wer Nutzen sät, wird Nutzen ernten.