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Deutsche Sprichworte
Über 14.000 deutsche Sprichwörter auf 36 Seiten
Wes bis
Wür
Wes Brot ich esse, des Lied ich singe.

Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.


Wes du dich schämst, das tu nicht.

Wes du dich schämst vor andern, das tu auch allein nicht.

Wessen Huldin schielt, der sagt, sie liebäugelt.

Wessen Ofen geheizt ist, der meint, es sei allenthalben Sommer.

Wichtig ist nicht, wie alt man ist, sondern wie man alt ist.


Wider den Stachel ist bös lecken.

Wider den Strom ist übel schwimmen.

Wider des Todes Kraft Hilfe kein Kräutersaft.

Wider die Liebe ist kein Kraut gewachsen.


Wider Gewohnheit, wider Wahrheit und wider Gewalt ist bös fechten.


Wider Gottes Gewalt kann keiner.


Wider Gott hilft keine Macht.

Wider spitze Worte gehören verharschte Ohren.

Wider stößigen Bock wird kein Prozess erkannt.

Wider Unglück hilft keine Kunst.

Wider Willen kann man dem andern das Schwert nicht in die Scheide stecken.

Wie Arme was verdienen, das lehrt die Armut ihnen.

Wie bald hat ein Huhn ein Ei verlegt.

Wie Böse jemand auch getan, er weiß noch einen böser`n Mann.

Wie das Fass, also der Wein.


Wie das Garn, so das Tuch.


Wie das Geschrei ist auch das Ei.

Wie das Gespinst, so der Gewinst.

Wie das Haupt, so die Glieder.

Wie das Kleid, so der Mann, leichte Kumpen leichte Lumpen han.

Wie das Korn, so gibt es Mehl.

Wie das Leben, so der Nachruhm.


Wie das Maul, also der Salat.

Wie das Stroh vom Feuer und Rauch, so vergeht ein` Lügen auch.

Wie der Abt ist, so sind die Brüder.

Wie der Abt singt, so antwortet der Mönch.

Wie der Abt, so die Mönche.

Wie der Abt, so ist's Convent.


Wie der Acker, so das Getreide, wie die Wiese, so die Weide, wie der Herr, so der Knecht, wie der Krieger, so das Gefecht.


Wie der Acker, so die Rüben, wie der Vater, so die Buben.

Wie der Baum, so die Birne; wie die Mutter, so die Dirne.

Wie der Baum, so die Frucht.

Wie der Gärtner, so der Garten.


Wie der Gast ist, so wird die Wurst gebraten.


Wie der Gruß, so der Dank.


Wie der Heilige, so der Feiertag.


Wie der Herr, so der Knecht.
Wie der Herr ist, so ist auch der Knecht.
Wie der Herr ist, so sind auch die Untertanen.


Wie der Herr, so es Gescherr.

(Mit Gescherr ist das Geschirr gemeint, mit dem man die Pferde an ein Fuhrwerk/Wagen anspannt/anschirrt. Wenn der Besitzer nachlässig oder träge ist, sind wahrscheinlich auch das Geschirr seines Fuhrwerks und der Rest seines Besitzes im gleichen schlechten Zustand. Es lässt auf den Mann und seinen Lebenswandel schließen.)
(Auf Plattdeutsch: Bî di Leut, so des Gezeuk = Wie die Leute, so das (Werk)zeug.)


Wie der Herr, so ist auch sein Hund.


Wie der Hirsch in die Brunst tritt, so tritt er auch wieder heraus.

Wie der Hirt, so die Herde.

Wie der Käufer, so gilt die Ware.


Wie der Kummer tritt ins Haus, die Liebe fliegt zum Fenster aus.

Wie der Lohn, so die Arbeit.

Wie der Mann, so brät man ihm die Wurst.

Wie der Markt, so der Zoll.

Wie der Meister, so das Werk.

Wie der Mund, so die Speise.

Wie der Pfarrer singt, so antwortet der Küster.

Wie der Pfarrer, so der Küster.

Wie der Teufel ist, so traktiert er seine Gäste.


Wie der Vater, so der Sohn; wie die Mutter, so die Tochter.


Wie der Wind am dritten, besonders aber am vierten und fünften Tag nach Neulicht, so den ganzen Monat.

Wie der Wirt, so der Gast.

Wie der Zeiger geht, so geht auch das Regiment.

Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen.

Wie die Aufführung, so das Glück.

Wie die Bischöfe sind, so ist auch ihre Lehre.

Wie die Frau, so die Magd.

Wie die Gabe, so der Geber.

Wie die Gäste, so die Schüsseln (Speisen).


Wie die Gemeinde, so der Priester.


Wie die Pfeife, so der Tanz.

Wie die Saat, also die Ernte.

Wie die Speise, so das Maul.

Wie die Stute trabt, so trabt auch das Füllen.
(Kinder machen meist das nach, was sie bei den älteren sehen.)

Wie die Tat, so der Lohn.


Wie die Zucht, so die Frucht.


Wie dir gehn die Backen, so gehn dir die Hacken.

Wie dir um mich ist mir um dich.

Wie du dir gebettet hast, so liege.

Wie du grüßest, so dankt man dir.

Wie du kommst, so gehst du.

Wie du mir, so ich dir.

Wie du mir, so ich dir, sagte das Weib, als sie ein Floh zwickte.


Wie du mir, so ich dir, sagte die Frau zum Mann in der Brautnacht.


Wie du säst, so wirst du ernten.


Wie du tust, also gewinnst ein Blust (Blüte).

Wie ein Ding nutzt, wird es geputzt.

Wie einem wächst das Gut, so wächst ihm auch der Mut.

Wie ein Engel ausschauen ist leichter, als einer sein.

Wie einer betet, so wird er erhört.

Wie einer den Zaun hält, so hält er auch das Gut.


Wie einer geboren, so wird er geschoren.

Wie einer gesinnt ist, so ist er auch geschnäbelt.

Wie einer handelt, so sagt man ihm nach.

Wie einer haushält, also hat sein Haus einen Giebel.

Wie einer isst, so arbeitet er auch.

Wie einer ist, so ist sein Gott.


Wie einer liest die Bibel, so steht seines Hauses Giebel.

Wie einer redet, so ist er.

Wie einer sein Bett macht, so mag er drauf liegen.

Wie ein jeder selber ist, so denkt er sich die anderen.


Wie gebeten, abgeschlagen.

Wie gern frisst die Katze Wurst; wenn sie nur die Haut hätte!

Wie gerungen, so gelungen.

Wie gesät, so geschnitten.

Wie gewonnen, so zerronnen.

Wie Haus so Gast, wie Gast so Kost.

Wie hoch ein Vogel auch fliegen mag, seine Nahrung sucht er auf der Erde.

Wie ich glaube, so geschieht mir.

Wie jeder ist, so macht er Mist.

Wie kommen die Enten aus, die doch so breite Schäbel haben?

Wie kommt der Teufel an eine arme Seele?

Wie kommt Pilatus ins Credo?

Wie kommt Saul unter die Propheten?

Wie leicht kommt nicht ein Haar in die Butter.

Wie man ausmisst, wird einem eingemessen.

Wie man aussät, scheuert*27 man ein.

Wie man beichtet, wird man absolviert.

Wie man den Acker bestellt, so trägt er.

Wie man den Karren schmiert, so läuft er.

Wie man den Meister lohnt, so wischt er das Schwert.

Wie man dich grüßt, so sollst du danken.

Wie man die Kinder gewöhnt, so hat man sie.

Wie man dir ruft, so antworte.

Wie man einen Rechenpfennig setzt, so muss er gelten.

Wie man fragt, wird man berichtet.

Wie man glaubt, so geschieht einem.

Wie man glaubt, so lebt man, wie man lebt, so stirbt man, wie man stirbt, so fährt man, wie man fährt, so bleibt man.

Wie man in den Wald ruft (ins Holz schreit), so schallt es zurück.
(Je nachdem, wie man gegen andere ist (Grob oder Höfflich), so sind die anderen auch gegen einen selbst.)

Wie man's einem gönnt, so gibt man's ihm.

Wie man sich bettet, so schläft man.

Wie man's ins Loch hinein schreit, so ruft's wieder heraus.

Wie man's spinnt, so tucht es sich.

Wie man's treibt, so geht's.

Wie näher der Herberg, wie länger der Weg.

Wien ist entweder windig oder giftig.

Wie's auf die Mühle kommt, so wird's gemahlen.

Wie sich einer stellt, also seine Pfeife gellt.

Wie sie der Hirt zum Tor hinaustreibt.

Wie sie spann, so hat sie an.
(In früheren Zeiten haben die Menschen, besonders die Frauen, auf dem Land in den Wintermonaten Wolle, Hanf, Leinen oder andere Fasern in Handarbeit an Spinnrädern zu Fäden gesponnen. Daraus wurden später die Stoffe für die Kleidung gewebt. Je nach Qualität des gesponnen Faden waren hinterher auch der Stoff und die Kleidung.)

Wie soll der andere Leute heißen schweigen, der selbst nicht schweigen kann?

Wie Stall, so Vieh.

Wie's zu Neste geht, also brütet es Junge.

Wie viel Knechte, so viel Feinde.

Wie viel Köpfe, so viel Kröpfe.

Wie viel Leute, so viel Häute.

Wie wohl und wie wehe, wird manchem in der Ehe.

Will das Ross nicht mehr ziehen, fällt es dem Schinder anheim.

Will der Teufel Heilige fangen, so steckt er Heilige an die Angel.


Will die Katze nicht mausen, so lasst sie draußen.

Will einer zu schnell mit dem Klinkel ins Schloss, so kann er das Loch nicht finden.

Will ein Freund borgen, vertröst ihn nicht auf morgen.

Will er Ja, so will sie Nein, will er Bier, so will sie Wein.

Will es nicht gelingen, so kannst du`s nicht erzwingen.

Willfahren macht Freunde, wahrsagen Feinde.

Williger Sinn macht leichte Füße.
Williges Herz macht leichte Füße.


Williges Pferd soll man nicht sporen.

Will man Bauern verderben, so setze man einen über den andern.


Will's Gott ist ein gutes Wort von alters her.

Will's Gott, wer wendet's?

Willst du deine Kinder zu unglücklichen Erwachsenen machen, so erfülle ihnen jeden Wunsch.

Willst du den Narren fahren, musst als Gesell dich ihm nahen.


Willst du eine Frau nehmen, so zieh die Ohren mehr als die Augen zurat.


Willst du gelobt sein, so stirb, willst du verachtet sein, so heirate.


Willst du gern die Tochter han, sieh vorher die Mutter an.

Willst du haben Gemach, bleib unter deinem Dach; willst du haben Ruh, so bleib bei deiner Kuh.

Willst du lange leben gesund, iss wie die Katze, trink wie der Hund.

Willst du 'nen Schalk fangen, so stell 'nen Schalk in die Lücken.

Willst du nicht arbeiten, so hilft dir kein Beten.

Willst du nicht lernen mit der Feder schreiben, so schreib mit der Mistgabel.
Willst du nicht mit der Feder schreiben lernen, so schreib mit der Mistgabel.

Willst du nichts Unnützes kaufen, musst nicht auf den Jahrmarkt laufen.

Willst du stark sein, so überwinde dich selbst.

Willst du strafen mich und meine, sieh vorher auf dich und deine.

Willst du treiben Kartenspiel, lass nicht andre kicken viel.

Willst du um den Bau nicht weinen, baue nur mit eignen Steinen.

Willst du was finden, so suche es nicht fern.


Willst du Weisheit dir erjagen, lerne Wahrheit erst ertragen.


Willst du wissen, wer der Mann, so sieh nur seine Gesellschaft an.


Will's Unglück, so fällt eine Katze vom Stuhl.

Will unser Herrgott einen Narren, so macht er einen alten Mann zum Witwer.

Will unser Herrgott einen strafen, so lässt er ihn zuvor blind werden.

Will uns Gott ernähren, so kann's St. Peter nicht wehren.

Windmühlen kann man nicht mit Blasebälgen treiben.

Wenn die Frauen gut gehen und die Kühe (Bienen) gut stehen, kann der Mann reich werden.

Wirb, das Glück ist mürb.

Wird die Frau zur Bübin, so erfährt es der Mann am letzten.

Wird ein Bauer ein Edelmann, so guckt er den Pflug mit Brillen an.

Wird ein Fohlen im Schweinestall geboren, ist es deswegen noch lange kein Schwein.

Wir Deutschen haben viel grobe Sprichwörter, aber gute Meinung.

Wird man grau und alt, gibt`s allerlei Gestalt.

Wirf das Beil nicht so weit weg, dass du's nicht wiederholen könntest.


Wirf die alten Schuhe nicht weg, eh` du neue hast.


Wirf die Stube nicht zum Fenster hinaus.

Wir fehlen alle, sprach die Äbtissin, als ihr Bauch schwoll.

Wirf noch einmal, so triffst du.

Wirfst du den Hund mit einem feisten Bein und den Bettler mit einem Pfennig, so kommt er wieder.

Wir gehen durch ein Tor in die Kirche.

Wir haben auf dich gewartet mit der linken Hand.

Wir haben einen reichen Gott, je mehr er gibt, je mehr er hat.

Wir haben ein ganz ander Christentum als Christus.

Wir haben es also gefunden, wir müssen es also bleiben lassen.

Wir haben nicht alle einen Kopf, sonst müssten wir alle einen Hut haben.

Wir können andern raten, aber uns selbst nicht.

Wir können nicht alle Bischof werden, man muss auch Bader*1 haben.

Wir können nicht alle Papst zu Rom werden.

Wir machen Musik, sagt der Bälgetreter zum Organisten.

Wir Proletarier leben aus der Hand in den Mund, sagte der Banker und steckte eine Auster ins Maul.

Wir sind alle arme Sünder.

Wir sind alle aus einem Teige gebacken.

Wir sind alle Menschen bis übers Knie, dann fängt das Luder an.

Wir sind auch Kinder gewesen!

Wir sind hier nicht auf dem Odenwald, sondern in einer löblichen Reichsstadt.

Wirten und Huren darf man nichts schuldig bleiben.

Wirte und Huren bezahlt man vor dem Zapfen.


Wir verachten das Eigne und lieben das Fremde.


Wir wollen dabei bleiben - wie der Kuckuck bei seinem Gesang.

Wir wollen es heut beschlafen.

Wir wollen ihn bitten, wie man den Esel tut.

Wir wollen's an den Balken schreiben, wo's Geißen und Kälber nicht ablecken.

Wir wollen's beschlafen!

Wir wollen's hinter den Schornstein schreiben, wo es die Hühner nicht auskratzen.
Wir wollen's in den Kamin schreiben, wo's die Hühner nicht auskratzen.

Wir wollen sehen, sagte der Blinde.

Wir ziehen alle an einem Joche.

Wir ziehen alle ein Seil.

Wir zielen nur, das Schicksal steuert.

Wir zielen nur, das Schicksal feuert.


Wisch dir die Schnute, Junge, gib dem Pastor ein Händchen und sag: Guten Tag, Lümmel!

Wissen geht oft über Haben.

Wissen ist leichter als tun.


Wissen kostet Schweiß.

Wissen ohne Gewissen ist Tand.


Wissenschaft und Kunst haben nie der Toren Gunst.

Wissen, Wollen, Können macht 'nen guten Meister.

Witz kommt nicht vor Jahren.

W macht mir Weh.

Wo Aas ist, da sammeln sich die Adler (Raben).

Wo Aas ist, da sind Fliegen.

Wo alle närrisch sind, da lacht man keinen aus.

Wo alle Stricke reißen, ist viel Knüpfens.

Wo Arbeit das Haus bewacht, kann Armut nicht hinein.

Wo Argwohn einzieht, zieht Freundschaft (Liebe) aus.

Wo das Alter einzieht, da zieht es nicht wieder aus.


Wo das Glück ansetzt, da regnet es Glück.

Wo das Pflugeisen rastet, wird das Land nicht wohl gebaut.

Wo deine Gaben liegen, da liegen auch deine Aufgaben.

Wo dein Herz, da dein Gott.

Wo dein Herz wohnt, da liegt dein Hort.

Wo der Abt die Würfel legt, da doppeln die Mönche.

Wo der Argwohn wurzelt, muss Liebe welken.


Wo der beste Wein wächst, trinkt man den schlechtesten.


Wo der böse Vorsatz fehlt, da fehlt auch der üble Nachsatz.
(Das bedeutet, ein Fehler aus Versehen kann man entschuldigen oder wieder beheben, ein absichtlich gemachter Fehler oder vorsätzliche böse Tat muss bestraft werden.)

Wo der Bürgermeister selbst ein Beck ist, da backt man das Brot zu klein.

Wo der Esel sich einmal stößt, da stößt er sich nicht wieder.

Wo der Ferkel viel sind, da ist das Gespül dünn.

Wo der Fuchs liegt, da tut er keinen Schaden.

Wo der Fuchs sein Lager hat, da raubt er nicht.


Wo der Has gesetzt ist, will er bleiben.

Wo der Kaiser hinkommt, da steht ihm das Recht offen.

Wo der Kessel überm Herde hängt, freit es sich am besten.

Wo der König sitzt, da ist es obenan.

Wo der Löffel ausreicht, da bedarf es der Kelle nicht.

Wo der Malzsack steht, kann der Roggensack nicht stehen.

Wo der Mann das Geld zum Götzen macht, da macht der Götze den Mann zum Sklaven.

Wo der Mann hinfällt, da fällt auch die Busse hin.
(Altes Rechtssprichwort. Es bedeutet, wo ein Verbrechen verübt wurde, dort muss es auch abgeurteilt werden. Zuständig ist immer das Gericht des Ortes des Verbrechens, nicht das des Wohnortes des Täters oder Opfers.)

Wo der Mann klagt, da muss er auch antworten.
(Altes Rechtssprichwort, vergleichbare Bedeutung und Entstehung wie das Sprichwort: „Wer A sagt, muss auch B sagen.“ Ein Kläger muss sich bei einer Klage jederzeit vor demselben Gericht bei einer Gegenklage in gleicher Sache verantworten und auch „besagen“ das heißt, antworten.)

Wo der Mann nicht selbst kommt, da wird ihm sein Haupt nicht wohl gewaschen.

Wo der Mann Recht fordert, da soll er auch Recht nehmen.
(Altes Rechtssprichwort, Bedeutung wie oben.)

Wo der Mistwagen nicht hingeht, da geht auch der Erntewagen nicht hin.

Wo der Ochse König ist, sind die Kälber Prinzen.

Wo der Papst ist, da ist Rom.


Wo der Pflug hingeht, da geht auch der Zehent hin.

Wo der Pflug vom Rost zerfressen, wird sehr wenig Korn gegessen.

Wo der Pfuscher findet Brot, muss der Künstler leiden Not.

Wo der Schlüssel am Tor hängt, da geht man gern aus und ein.

Wo der Taler*29 geschlagen ist, gilt er am meisten.

Wo der Teufel das Kreuz voranträgt, da gehe nicht nach.

Wo der Teufel nicht hin mag kommen, da schickt er seinen Boten (ein alt Weib) hin.

Wo der Wirt vor der Tür steht, da sind nicht viele Gäste.

Wo der Wolf Schafhirt ist, da geht es nicht bloß an die Wolle, sondern auch ans Fell.


Wo der Wolf weidet die Herd, sind die Schäflein bald verzehrt.


Wo der Zaun am niedrigsten ist, springt jeder über.


Wo die Armut klopft ans Haus, geht die Tugend zum Fenster hinaus.


Wo die Frau im Hause regiert, ist der Teufel Hausknecht.


Wo die Frau wirtschaftet, wächst der Speck am Balken.

Wo die Glocke von Leder ist und der Klöppel ein Fuchsschwanz, da hört man die Schläge nicht weit.

Wo die Henne kräht und der Hahn schweigt, da geht's liederlich zu.

Wo die Hoffnung aufhört, geht die Furcht an.


Wo die Jesuiten Schul halten, da hat man bald keinen Schweinhirten mehr.

Wo die Kirche ist, da ist der Krug nicht weit.

Wo die Liebe hinfällt, da bleibt sie liegen, und wär es ein Misthaufen.


Wo die Löwenhaut nicht ausreicht, da knüpft man den Fuchspelz daran.

Wo die Pflicht gebietet zu sprechen, da ist Schweigen ein Verbrechen.

Wo die Sonne aufgeht, da tagt es.

Wo die Sparren faulen, stürzen bald die Säulen.

Wo die Stiegel nieder sind, hüpfen die Hunde drüber.

Wo die Wirte Hahnrei*13 sind, da kehren die Gäste gern ein.

Wo die Wurzel nicht gut ist, da kann weder Stamm, noch gute Frucht folgen.

Wo drei Polen beisammen sind, hört man fünf Meinungen.


Wo drei sind, muss einer den Narren abgeben.

Wo du deinen Glauben gelassen hast, da musst du ihn wiedersuchen.

Wo du hörst hohe Schwüre, steht Lüge vor der Türe.

Wo du nicht bist, Herr Organist, da schweigen alle Flöten.


Wo Dünkel über den Augen liegt, da kann kein Licht hinein.


Wo Edelleute sind, da sind auch Hasen.


Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Adler (Aasgeier).

(Gewinnsüchtige Leute sammeln sich, um sich auf Kosten anderer zu bereichern, die sich nicht mehr dagegen wehren können.) (auch im Evangelium nach Matthäus 24, 28)

Wo ein Aas ist, sammeln sich Raubvögel, wo ein hübsches Weib ist, Schmarotzer.

Wo ein Adler nicht fort kann, findet eine Fliege noch zehn Wege.

Wo ein Anfang ist, muss auch ein Ende sein.

Wo ein Brauhaus steht, kann kein Backhaus stehen.

Wo eine Frau, macht's den Mann grau.

Wo eine Kloppe (Begine, Beguine) im Haus ist, sitzt der Teufel im Schornstein.
(Beginen, Beguine, Begutten (weibliche) oder Begarden (männliche) = Angehörige einer christlichen Gemeinschaft ab dem 12. Jahrhundert, die keine Ordensgelübde ablegten und nicht im Kloster, sondern ein religiöses, eheloses Leben in Gemeinschaft in Beginenhöfen oder -häusern lebten.)

Wo einer hin will, da tut ihm das Glück die Tür auf.

Wo einer nicht hören will, da ist alles Reden umsonst.


Wo einer sein Gut findet, da spricht er es an.

Wo einer weise ist, sind zweie glücklich.

Wo ein Gespenst ist, ist der Teufel nicht weit.


Wo ein Hesse in ein fremd Haus kommt, so zittern die Nägel an den Wänden.

Wo Einigkeit ist, wohnt Gott.

Wo ein Kerl fällt, da kann ein Kerl aufstehen.

Wo ein Kirchturm ist, da steckt unser Herrgott seinen Finger aus der Erde.

Wo ein Mann gewinnen will, da soll er auch verlieren.
(Altes Rechtssprichwort, das ein Kläger sich jederzeit bei einer Gegenklage in derselben Sache vor demselben Gericht stellen muss und dabei verlieren kann. Das Urteil muss er anerkennen, auch wenn das Gericht eigentlich nicht für ihn zuständig sein sollte.)

Wo ein Ort auf der Hölle steht, tritt man dem Teufel leicht auf den Kopf.

Wo ein Schaf vorgeht, folgen die anderen nach.

Wo ein Schatz liegt, da liegt auch eine Schlange.

(Nach altem Volksglauben bewacht ein Drache (die Schlange) einen Schatz.)

Wo ein Schild aushängt, da ist Einkehr.


Wo ein schöner Fleck ist, da schmeißt der Teufel ein Kloster hin oder einen Edelmann.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
(Gleiches Sprichwort im englischen, ähnlich in anderen Ländern: Afghanisch: Es ist ein Weg an die Spitze des höchsten Berges, in Nepal: Ein essender Mund wird vom Schnurrbart nicht aufgehalten. Dieses Sprichwort besagt, dass man alles erreichen kann, wenn man hart und entschlossen genug daran arbeitet.)

Wo er hinkömmt, da ist's gut gewesen oder will schlimm werden.

Wo es an verständigen Männern fehlt, steigen die Narren im Kurse.

Wo es eben geht, ist gut Fuhrmann sein.

Wo es genau ist, da muss man's genau nehmen.

Wo es immer tröpfelt, wird es nimmer trocken.

Wo es kahl ist, kann man nichts ausraufen.

Wo es mich juckt, da darf ich nicht krauen.

Wo es mir wohlgeht, da ist mein Vaterland.

Wo es nicht juckt, soll man nicht kratzen.

Wo es nicht stinken darf, muss man nicht f–.

Wo es schmerzt, da greift man hin.

Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.

Wo Eulen und Kauze einander Gute Nacht sagen.

Wo Falschheit ist gemein, da bricht die Treue leicht ein Bein.

Wo fasten ist und Beten, da bleibt keine Metz* im Haus.
(* alte Maßeinheit unterschiedlicher Größe für Getreide)

Wo Freude ist, da ist Gesundheit.

Wo Frösche sind, da sind auch Störche.


Wo Füchse und Hasen einander Gute Nacht sagen.

Wo Furcht, da Ehre.

Wo Furcht, da Scham; wo Scham, da Ehre.

Wo Gänse sind, da ist Geschnatter, und wo Frauen, da sind viel Mären.

Wo gehobelt wird, fallen Späne.

Wo Geizhälse gesät, da kann man lange auf die Ernte warten.


Wo Geld ist, da ist der Teufel, wo keins ist, da ist er zweimal.


Wo Geld ist, da kommt Geld ein (hin).

Wo Geld kehrt und wendt, hat die Freundschaft bald ein End.

Wo Geld redet, da gilt alle Rede nicht.

Wo Geld und Gut, da ist kein Mut.

Wo Geld vorangeht, da stehen alle Wege offen.

Wo geschellt wird, sind Glocken.

Wo Gewalt geht vor Recht, bin ich lieber Herr denn Knecht.

Wo Gewalt Herr ist, da ist Gerechtigkeit Knecht.


Wo Gewalt herrscht, schweigen die Rechte.


Wo Gewalt Recht hat, hat das Recht keine Gewalt.

Wo Gewalt Richter ist, da ist bös rechten.

Wo Glück aufgeht, da geht Demut unter.

Wo Gold redet, da gilt all andre Rede nicht.


Wo Gold vorregnet, da regnet es Laster nach.


Wo Gott eine Kapelle hat, baut der Teufel eine Kirche daneben.

Wo Gott eine Kirche baut, stellt der Teufel eine Kapelle daneben.
Wo Gott seine Kirche hat, da hat der Teufel seine Kapelle.

Wo Gott fünf segnet, da segnet er auch sechs.

Wo Gott zerstört und bricht, hilft alles Bauen nicht.

Wo haben wir miteinander die Säue gehütet?
Wo haben wir zusammen die Schweine gehütet?

Wo Haut und Haar nicht gut sind, da gibt es keinen schönen Pelz.

Woher haben die Heiden die Hemden?

Wo Herren sind, da sind Decklaken.

Wo Hessen und Holländer verderben, wer könnte da sein Brot erwerben?

Wohin der Dieb mit dem Strang, dahin gehört der Hirsch mit dem Fang.

Wohin man pfarrt, da wird man verscharrt.

Wohl angefangen ist gut, wohl enden ist besser.

Wohl begonnen ist halb gewonnen.

Wohl dem, der sich mit Ehren am eigenen Herd mag nähren.

Wohl erzogen hat selten gelogen.

Wohlfeil kostet viel Geld.

Wohl gebetet ist halb studiert.

Wohl geklopft und übel gemacht ist eine halbe Meisterschaft.

Wohl gelebt, wohl gestorben.

Wohl geratene Kinder, des Alters Stab.

Wohl gesäckelt, wohl gehalten.

Wohl schweigen ist eine größere Kunst, als wohl reden.

Wohl sterben ist nicht verderben, sondern das ewige Leben erben.

Wohltat annehmen ist Freiheit verkaufen.

Wohltaten schreibt man nicht in den Kalender.


Wohltun trägt Zinsen.

Wo Hochmut zunimmt, da nimmt Glück ab.


Wo Hoffnung wohnt, da ist immer Frühling.


Wo Hofluft weht, ist nicht gut wohnen.

Wo Holz gehauen wird, da fallen Späne.

Wo ich aß und nicht trank, da weiß ich keinen Dank.

Wo ich gerne bin, da darf ich nicht hin; aber was ich nicht mag, das hab ich alle Tag.

Wo ich hinkomme, da ist Kirmes gewesen oder wird noch sein.

Wo jedermann geht, (da) wächst kein Gras.
(Auf den Trampelpfaden durch Grünanlagen sieht man das überall bestätigt. Das Sprichwort selbst bedeutet, das Geschäfte, die von vielen betrieben werden und damit die Konkurrenz groß ist, der Gewinn recht gering ausfällt.)

Wo kein Bart, da ist auch kein Verstand.

Wo kein Bezwang, da ist keine Ehre.

Wo keine Frau, da geschieht dem Kranken weh.

Wo keine Gefahr, da ist auch kein Ruhm.

Wo keine Gefahr ist, da sind alle tapfer.


Wo keine Not, ist Hülfe nichts wert.

Wo keine Ochsen sind, da ist die Krippe rein.

Wo keine Scham ist, ist auch keine Tugend.

Wo keine Zucht ist, ist keine Ehre.

Wo kein Geld ist, da ist auch keine Vergebung der Sünden.

Wo kein Kläger, da ist auch kein Richter.

Wo kein Laster ist, da ist keine Tugend.

Wo kein Mistus ist, ist kein Christus.

Wo kein Salz im Hause ist, da mangelt es am besten Gewürz.

Wo kein Schleier, da ist keine Freude.

Wo kein Zank ist, da ist auch keine Ehre, sprach der Glöckner und schlug seine Heiligen.

Wölfe raten den Schafen nicht, was ihnen zuträglich ist.

Wolf und Fuchs haben ungleiche Stimmen, aber gleichen Sinn.


Wo Licht ist, ist auch Schatten.


Wo Liebe, da ist Treue.

Wo Liebe fehlt, erblickt man alle Fehler.

Wollen die Bürger mit Fürsten gehen, so müssen sie Geld oder Haar lassen.


Wollen wir gar austrinken, so werden wir zu Narren.

Wollt ihr einen Narren haben, so lasst ihn euch von Eisen machen.

Wollust bringt Unlust.

Wollust, Freud Verlust.

Wollust hat ein schön Gesicht und ein besch– Gesäß.

Wollust hat keine Ohren.

Wollust ist der Sünden Köder.

Wollust nährt Sünde.

Wollust pfeift dem Fleisch zum Tanz.

Wo man blöken hört, da sind auch Schafe im Lande.

Wo man das Gras hegt, da wächst es.

Wo man das Placebo singt, da muss die Wahrheit zurückstehen.

Wo man den Habicht über die Hühner setzt, da ist ihr Tod gewiss.

Wo man den Pumpernickel in der Kirche singt, muss man mitsingen.

Wo man der Armut einen Schemel bietet, da bleibt sie sitzen.

Wo man des Teufels gedenkt, da will er sein.

Wo man die Esel krönt, da ist Stadt und Land gehöhnt.

Wo man die Katze streichelt, da ist sie gern.

Wo man Häcksel sät, wird kein Korn geerntet.

Wo man isst, geh hinzu, wo man Geld zählt, geh hinweg.

Wo man Liebe sät, da wächst Freud empor.

Wo man mich sucht, da findet man mich.

Wo man mit Feuerbränden wirft, da bläst der Teufel in die Asche.

Wo man mit goldenen Büchsen schießt, da hat das Recht sein Schloss verloren.

Wo man nicht segeln kann, muss man rudern.

Wo man selber spricht, schweigt das Gerücht.

Wo man Vater und Mutter spricht, da hört man die freundlichsten Namen.

Wo man viel von Frömmigkeit sagt, da ist man selten fromm.

Wo mein Beutel aufgeht, da raucht meine Küche.
Wo mein Säckel aufgeht, da raucht meine Küche.

Wo Menschenhand zu kurz ist, da ist Gottes Hand noch lang genug.

Womit einer des Tags umgeht, davon träumt ihm des Nachts.

Wo Mitleid ist, da ist auch Hilfe.


Womit man bei Tage umgeht, davon träumt man des Nachts.

Womit man fällt, damit muss man aufstehen.

Womit man sündigt, daran wird man gestraft.


Womit man umgeht, das hängt einem an.


Wonach einer ringt, das ihm gelingt.

Wo nicht rein, so doch fein.

Wo nichts innen ist, da geht nichts aus.

Wo nichts ist, da hat der Kaiser sein Recht verloren.

Wo nichts ist, da rehrt (fällt, rinnt, fließt) nichts.

Wo nichts ist, da reist nichts.

Wo nichts ist, geht nichts verloren.

Wo niemand gesät, da hofft man umsonst auf Ernte.

Wo Rauch aufgeht, da ist Feuer nicht fern.
Wo Rauch aufgeht, muss Feuer sein.

Wo Rauch ist, ist auch Feuer.
(Anderes vergleichbares Sprichwort: Kein Rauch ohne Feuer. Eine Ausrede dafür, dass bei Gerüchten oder übler Nachrede auch bei bewiesener Unwahrheit, von einigen Menschen trotzdem falsche Behauptungen geglaubt und weitererzählt werden. Das Sprichwort soll andeuten, alles hat seine Ursache, jedes Gerücht hat einen Grund, also ist etwas dran. Der Grund muss aber nicht Gegenstand des Gerüchtes sein, der Urheber kann selbst der Grund sein und will damit etwas bezwecken und erreichen! Verleumdungen und Falschmeldungen können absichtlich ausgedacht und verbreitet werden, um jemanden oder etwas Schaden zuzufügen. Manchen passt nur das Gesicht des Nachbars nicht oder man ärgert sich über dessen Erfolg, der einem selbst verwehrt blieb. In weiteren Sprichwörtern sind neben Rauch (Gerüchten) auch böse Weiber, Wanzen und anderes als die Ursache aufgeführt, die aber keine Wärme, das heißt, keinen Nutzen bringen. Ein anderes Sprichwort sagt: Viel Rauch, wenig Feuer, das heißt: viel Gerede und nichts dahinter. Trotzdem fallen immer wieder viele Menschen auf Gerüchte und Falschmeldungen herein, besonders bei Großprojekten (A7-Ausbau in Hamburg und Schleswig-Holstein) oder bei in der Öffentlichkeit stehende Personen (Bundespräsidenten), die sich später als haltlos erweisen. Manchmal sind auch nur Missverständnisse schuld an der großen Aufregung. Im Deutschen Sprichwörter-Lexikon von 1867 bis 1880 herausgegeben von Karl Friedrich Wilhelm Wander, wird mangelnde Bildung der Menschen und unangemessene Gesetzgebung verantwortlich gemacht.)

Worauf einer sein Datum setzt, das lernt er.

Wo recht viel zum Besten ist, da bleibt nicht viel übrig.

Wo Reue ist, da ist auch Gnade.

Worte backen nicht Küchlein.
Worte sind keine Taler.
Worte brechen kein Geleit.

Worte füllen den Sack nicht.

Wörter sind auch Schwerter.

Worte schlagen kein Loch in den Kopf.

Worte sind gut, aber Hühner legen Eier.


Worte sind keine Taler*29.

Worte sind nicht Stüber.

Worte speisen und tränken auch.

Worte tun oft mehr als Schläge.

Worte tun's nicht.

Worüber man nicht springen kann, darunter muss man wegkriechen.

Worum einer ringt, das ihm gelingt.


Wo Scham ist, da ist Ehre.


Wo Scham ist, ist Tugend.


Wo's der Brauch ist, legt man die Kuh ins Bett.


Wo's der Brauch ist, singt man den Pumpernickel in der Kirche.

Wo sechse essen, spürt man den siebenten nicht.

Wo sich der Esel einmal stößt, da nimmt er sich immer in acht.

Wo sich der Esel einmal stößt, da stößt er sich nicht wieder.


Wo sich der Esel wälzt, da muss er Haare lassen.

Wo sieben essen, da isst auch noch einer.

Wo's Kind gewöhnt ward, so schlägt's in die Art.

Wo's Mode ist, trägt man den Kuhschwanz als Halsband.

Wo Sorge ist, kehrt Sorge ein.

Wo's Rauch gibt, da ist's Feuer nicht weit.


Wo's spukt, da liebt oder diebt sich's.

Wo Stolz, da Schmach.

Wo Strafe, da Zucht, wo Friede, da Frucht.

Wo Tauben sind, da fliegen Tauben zu.

Wo Trauer im Haus ist, da steht Trübsal vor der Tür.

Wo Treue Wurzel schlägt, macht Gott einen Baum daraus.

Wo Trinken eine Ehr ist, da ist Speien keine Schande.

Wo Trübsal zum Fenster heraussieht, sehen keine Freunde hinein.

Wo Uneinigkeit sich straußt, da wird das Haus zu enge.
(Strauß = veraltet für Kampf, Auseinandersetzung, Streit, Kontroverse. Einen Strauß ausfechten = Einen Kampf ausfechten.)

Wo Verdacht einkehrt, nimmt die Ruhe Abschied.

Wo Verstand und Herz zugleich sich regen, bringt der Fleiß Erstaunliches zuwegen.


Wo viele Gesetze sind, da sind viele Laster.

Wo viel Freier sind, da sind wenig Nehmer.

Wo viel gesprochen wird, hört man wenig Wahrheit.

Wo viel ist, da will auch viel hin.


Wo viel Rauch, ist wenig Feuer.

(Das bedeutet, um so mehr absichtlich Aufmerksamkeit erzeugt wird, umso größer ist wahrscheinlich wenig Wahrheit enthalten.)

Wo viel Säue sind, wird das Gespül dünn.
(Gespül war früher das aufgefangene und gesammelte Spülwasser, womit man vorher das gebrauchte schmutzige Geschirr abgespült hatte. Es enthielt alle Lebensmittelreste und pflanzliche Abfälle, die man später den Schweinen in den Trog schüttete. Umso mehr Schweine da waren, umso mehr wasser wurde dazu geschüttet, umso dünner wurde das Gespül, damit alle etwas abbekamen. Genauso wie man etwas Wasser in die Suppe gießen konnte, wenn unerwartet noch ein Gast mehr gekommen war.)

Wo viel Schatten, da ist auch viel Licht.

Wo viel Streit ist, da halten die Advokaten Ernte.


Wo viel Wind ist, da ist selten Staub.


Wo Wasser gewesen ist, da kommt Wasser wieder.

Wo weder Glauben an Himmel noch Hölle, da zieht der Teufel alle Gefälle.

Wo Weiber regieren, steigen die Stühle auf die Bänke.

Wo Weiber und Hasen zu Felde blasen, da geht es ab mit langen Nasen.

Wo Weise sind, da sind auch Toren.

Wozu der Mensch Lust hat, dazu hat er auch Andacht.

Wozu einer Lust und Liebe hat, das beschert ihm Gott.

Wozu einer Lust und Liebe hat, des bekommt er sein Lebtag genug.

Wozu große Schuhe an kleinen Füßen?

Wozu jedermann den Schlüssel hat, das ist schwer zu verwahren.

Wozu sich einer hält, des bekommt er seine Lebtage genug.

Wo zwei wetten, muss einer verlieren.

Wucher greift um sich wie Krebsschaden.

Wucher hat schnelle Füße, er läuft, eh man sich umsieht.

Wucher ist mir verboten, es fehlt mir an der Hauptsumme.

Wucher und Geiz hindern Gottes Segen.

Wünschen fördert keine Arbeit.


Wünscher und Woller sind keine guten Haushälter.

Würfelspiel ist nicht Andacht.

Würfel, Weiber, Federspiel haben der Treue selten viel.

Wurst wider Wurst, sagte der dicken Annemarie ihr Mann, da küsste er des Pastors Köchin.

Wurst wider Wurst und einen Zipfel zu.

Wüste Rede, wüste Ohren.
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