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Deutsche Sprichworte
Über 17.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
Wenn di bis
Wen`s
Flagge von Deutschland
Karl Friedrich Wilhelm Wander
und das „Deutsches Sprichwörter Lexikon“


Karl Friedrich Wilhelm Wander hat zwischen den Jahren 1867 und 1880 sein fünfbändiges „Deutsches Sprichwörter Lexikon“ veröffentlicht. Über 30 Jahre hat er dafür Sprichwörter gesammelt. Im Deutsches Sprichwörter Lexikon sind ca. 225.000 deutsche Sprichwörter und Redensarten und ca. 60.000 Sprichwörter aus verschiedensten Fremdsprachen. Eine Arbeit eines Einzelnen, ohne die heute möglichen Hilfsmittel, eine einmalige und unvergleichbare Leistung, die man nicht überschätzen kann.

Wer aber meint, ein deutsches Sprichwort zu haben, weil es auch bei Wander im Lexikon steht, hat trotzdem nicht sicher eins, es kann auch falsch sein. Wander selbst schreibt im Vorwort zum 1. Band des Deutsches Sprichwörter Lexikon, das es auch Fehler enthält oder Quellenangaben verloren gingen. Die Quellenangaben sind tatsächlich teilweise falsch oder fehlen vielfach ganz. Erst wenn man ein Sprichwort in den Quellen Wanders wiedergefunden hat, kann man sich über Herkunft und Nationalität sicher sein.

Ein Freund Wanders wurde wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe verhaftet und in Wanders Wohnung fand 1845 wegen angenommener Unterstützung eine Hausdurchsuchung statt. 1853 fand eine weitere Haussuchung bei ihm statt. Seine Vergehen: Er war Lehrer und hatte eine Lehrervereinigung gegründet. Er forderte mehr Selbstbestimmung für die Lehrer, er hatte mehrfach kritische Aufsätze und Bücher über die Schule veröffentlicht und er forderte die staatliche Aufsicht über die Schulen mit Abschaffung der Kirchlichen, unter der das Schulwesen stand. Er befürwortete nicht den Schulmeister alter Prägung, der nur notwendiges Wissen beibrachte und gehorsame Untertanen produzierte, er forderte einen neuen Lehrer, der freie und mitdenkende Bürger mit Selbstverantwortung erzog. Alles zusammen für Kirche und herrschende Obrigkeit revolutionär und unhaltbar für einen Lehrer. Deswegen wurde er 1849 endgültig aus dem Schuldienst entlassen. Durch die Haussuchungen und Umzüge verlor er ein Heft mit Quellenangaben, was zu fehlenden Quellen im Sprichwörterlexikon führte.

Außerdem hatte er 1831/32 unter dem Titel Scheidemünze neue Sprichwörter herausgegeben, das heißt, von ihm erdachte und Sprichwörtern nachempfunden Sprüche. Auch diese fanden Eingang ins Sprichwörterlexikon. Das brachte ihm den Vorwurf, sich die Sprichwörter teilweise auszudenken. Andere Sprichwörter habe er selbst vernommen oder sie wurden ihm als solche übergeben, teilweise ohne Quellen oder Herkunftsangabe. Etliche stammen aus der Literatur, die er an Form und Gepräge des Ausspruchs erkannt haben will, was nicht jedermanns Sache ist, wie er meint. Dazu gehört die erforderliche Aufmerksamkeit und ein für diesen Zweck gebildetes Sprachgefühl, das sogenannte Sprichwörterohr, das er seinen Angaben nach besitzt, viele andere aber nicht. Wenn sein Sprichwörter-Instinkt etwas zum Sprichwort erklärt hatte, war eine weitere Überprüfung nicht notwendig. Der im Lexikon vorhandene Quellennachweis war für ihn ausreichend.

Quellen: Vorrede im 1. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.
            Nachwort im 5. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.

Beispiele für Fehler im Deutschen Sprichwörter Lexikon:

Als Quelle für die Ägyptischen Sprichwörter benutzte Wander das Buch „Arabische Sprüchwörter oder die Sitten und Gebräuche der neueren Aegyptier erklärt aus den zu Kairo umlaufenden Sprüchwörtern übersetzt und erläutert von Johann Ludwig Burckhardt“ aus dem Jahr 1834. In diesem Buch sind 782 Ägyptische Sprichwörter enthalten. Bei Wander findet man aber nur 696 Mal die Quellenangabe Burckhardt und nur 155 Mal den Hinweis auf Ägypten. Die übrigen Ägyptischen Sprichwörter scheinen bei ihm fälschlicherweise „deutsche Sprichwörter“ zu sein. Ähnliches gilt auch für andere Quellen Wanders aus anderen Ländern.

Bei über 4000 Sprichwörtern gibt Wander z. B. Dr. Phil. Julius Altmann an, der 1853-1855 in einigen Zeitschriften Sprichwörter aus Russland, Bulgarien und von den Tataren veröffentlichte, die er dort auf Reisen sammelte. Auch sie sind in Wanders Sprichwörterlexikon enthalten, aber oft ohne den Hinweis auf Russland oder Bulgarien. Wer später von Wander abgeschrieben hat, machte möglicherweise fälschlicherweise aus Mangel am Hinweis aus einem fremden, ein deutsches Sprichwort.

Etliche fremde Sprichwörter erhielten schon ohne vergleichbares deutsches Sprichwort eigene Nummern. Aus Ermangelung entsprechender deutscher Sprichwörter und verlorener Quellen wurde daraus später ein deutsches Sprichwort ohne Quellenangabe.

Mehrfach stehen Sprichwörter in Mundart mit Hinweis auf die hochdeutschen Varianten, oder umgekehrt, oder beide oder mehrere verschiedene Mundarten als verschiedene Sprichwörter im Sprichwörter Lexikon.
Dass ein Sprichwort von einem Bayern, Hessen, Sachsen oder anderem Deutschen in seiner ihm eigenen Mundart ausgesprochen wird, macht aus einem Sprichwort auch heute noch kein weiteres neues Sprichwort. Ebenso das Umstellen einzelner Wörter, falsches Abschreiben, übersetzen oder weglassen oder verlieren von Quellen. Schon nach Druck der ersten zwei Bände gab es deswegen begründete Kritik eines anderen Sprichwörtersammlers, Otto Freiherr von Reinsberg, der auch auf einen Kommentar im Vorwort der Sammlung von Wilhelm Körte (1837) hinwies. Wanders Antwort darauf steht im Vorwort des 3. Bandes des Sprichwörter Lexikons. Leider waren die gegenseitigen Kritiken von Otto Freiherr von Reinsberg und K. F. W. Wander in deren Veröffentlichungen vorwiegend persönlicher Natur und brachten auf keiner Seite eine Verbesserung ihrer Arbeiten. Im Internet nachzulesen in den Vorworten von Wanders Sprichwörter Lexikon und: http://brema.suub.uni-bremen.de/ . . Reinsberg

Beispiel:

„Schreib a X fer a U, su kimmste der Rechnung zu.“ steht als Schlesisches Sprichwort im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.4 mit dem Hinweis der hochdeutschen Version bei Simrock Nr.11951. Die hochdeutsche Version wie bei Simrock: „Schreib ein X für ein U, so kommst du mit der Rechnung zu.“ steht im 4. Band in Spalte 335 unter Schreiben (Verb.), Nr.21 ohne Quellenangabe. So werden aus einem zwei Sprichwörter und wird einem bei Wander ein X für ein U vorgemacht.
Wenn dann fast wortgleich Wer ein X schreibt für ein V, kompt in der Welt am besten zu.“ im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.5 (Quelle bei Petri im anderen Teil) und „Wen der wirth schreibt ein X vor ein V, so kombt er seiner rechnung zu.“ im 5. Band in Spalte 283 unter Wirth, Nr.124 (Quelle bei Lehmann Seite 923, Nr.22) dazukommen gibt es immer mehr Varianten, die als einzelne Sprichwörter aufgeführt werden.

Weitere Beispiele auf einigen Seiten im Text. Aus diesem Grund ist das Deutsche Sprichwörter Lexikon als primäre Quelle oder Beweis für ein deutsches Sprichwort nur bedingt geeignet - vielmehr hat es einen unschätzbaren Wert als Hinweisgeber für die weitere Suche nach der wirklichen Quelle.

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Wenn dich die bösen Buben locken, dann sollst du in der Stube hocken.
Wenn dich die bösen Buben locken, so folge ihnen nicht.
(Nach der Bibel, Altes Testament, Die Sprüche Salomos 1, 10: „Mein Sohn, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht.“)

Wenn dich eine Frau hasst, so hat sie dich geliebt, liebt dich oder wird dich lieben.

Wenn die alten Gäule gehend werden, so ist kein Halten.

Wenn die alten Kühe tanzen, so klappern ihnen die Klauen.

Wenn die Armut kommt ins Haus, gehen die Freunde schnell hinaus.

Wenn die Armut zur Tür eingeht, fliegt die Liebe zum Tempel hinaus.


Wenn die Augen mit dem Geldbeutel auf den Markt gehen, muss der Magen sich auf Fasttage richten.

Wenn die Augen nicht sehen, wo wollten die Füße hingehen.

Wenn die Bauern besoffen sind, laufen die Pferde am besten.

Wenn die Bauern Eis sch–, dann muss es kalt sein.

Wenn die Biene gestorben (tot ist), macht sie keinen Honig mehr.

Wenn die Birne reif ist, fällt sie vom Baum.
Wenn die Birne zeitig ist, fällt sie leicht in den Dreck.

Wenn die Blase zu voll ist, zerplatzt sie.

Wenn die Blatter voll ist, so zerspringt sie.

Wenn die Braut nicht tanzen will, ist alles Fiedeln umsonst.

Wenn die Buben Soldaten spielen, so gibt's Krieg.

Wenn die Bürger zu Rathaus gehen, so geht der Bauer vor.

Wenn die dicken Wolken vorüber sind, so wettert es anders.

Wenn die Drescher Feierabend haben, liegen die Flegel auf dem Tisch.

Wenn die Dummen zu Markt gehen, kriegen die Klugen Geld.

Wenn die Ehebrecherinnen gleich leisetreten, so knarren ihnen doch die Pantoffeln.

Wenn die Ehre einen Riss bekommt, so klafft sie (steht sie jedem offen).

Wenn die Federn den Autor machten, wäre die Gans auch nicht zu verachten.

Wenn die Flamme gelöscht ist, so machen noch die kohlen Unlust.

Wenn die Flamme keine Luft hat, so verlöscht das Licht.

Wenn die Fliege nisten will, sucht sie Löcher.

Wenn die Flüsse aufwärts fließen und die Hasen Jäger schießen und die Mäuse Katzen fressen, dann erst will ich dich vergessen.

Wenn die Frau eine Wasche hat, so hat der Mann eine seltsame Frau und ein böses Hemd.

Wenn die Frauen gut gehen und die Kühe (Bienen) gut stehen, kann der Mann reich werden.

Wenn die Frau ihre Scham verliert, so geht sie daran ohne Zaum: das heißt den Schemel unters Bette stoßen.

Wenn die Frau sonst nichts weiß zu sagen, so klag sie über ihre Hausmagd.

Wenn die Frau tot ist, hat die Schwägerschaft ein Ende.

Wenn die Fürsten mit den Priestern gehn, ist's um des Volkes Wohl geschehn.

Wenn die Füße den Kopf regierten, so ging's drüber und drunter.

Wenn die Füße gebunden sind, so läuft die Zunge am meisten.

Wenn die Gans das Wasser sieht, so zappelt ihr der Steiß.

Wenn die Gefahr vorbei ist, wird der Heilige ausgelacht.

Wenn die Geizigen einem einen Heller*16 abschinden können, so meinen sie, sie haben einen Gulden*12 gewonnen.

Wenn die Gewalt kommt, geht das Recht auf Krücken.

Wenn die großen (Glocken) klingen hört man die kleinen Glocken nicht.

Wenn die Henne ihr Gackern ließe, so wüsste man nicht, wo sie gelegt hat.


Wenn die Henne krähen will, so muss der Hahn schweigen.

Wenn die Henne kräht vor dem Hahn und das Weib redet vor dem Mann, so soll man die Henne braten und das Weib mit Prügeln beraten.

Wenn die Henne nicht brütet, wie will sie Hühnchen zuwege bringen.
(Das bedeutet, man bringt nichts zu Ende, nichts wird fertig, wenn man nicht bei einer Sache bleibt.)

Wenn die Henne nicht scharrt wie der Hahn, kann der Haushalt nicht bestahn.

Wenn die Henn zum Hahn kommt, vergisst sie die Küken.

Wenn die Herren bauern und die Bauern herren, so gibt's Lumpen.

Wenn die Herren sich raufen, müssen die Bauern Haar lassen.

Wenn die Herrn vom Rathause kommen, sind sie am klügsten.

Wenn die Hirten sich zanken, hat der Wolf gewonnen Spiel.

Wenn die Hoffnung nicht wär, so lebt ich nicht mehr.

Wenn die Hunde gähnen, ist die beste Jagd vorbei.

Wenn die Hunde nicht zu Hause sind, so ist der Fuchs König.

Wenn die Hunde schlafen, hat der Wolf gut Schafe stehlen.

Wenn die Huren schimpfen, so bricht die Schand aus.

Wenn die Katze aus dem Hause ist, springen die Mäuse über Stühl und Bänke.

Wenn die Katz einmal einen Vogel frisst, so muss sie immer hören, Katz vom Vogel.

Wenn die Katze nicht zu Hause ist, hat die Maus freien Lauf.

Wenn die Katzen mausen, hängen sie keine Schellen an.

Wenn die Katze fort ist, tanzen die Mäuse.

Wenn die Keuschheit zum Tanze kommt, so tanzt sie auf gläsernen Schuhen.

Wenn die Kinder eine Stiefmutter haben, so haben sie auch einen Stiefvater.

Wenn die Kinderschuhe zerbrochen sind, legt man Stiefel an.

Wenn die Kirche voll ist, singt der Pfaff, was er kann.

Wenn die Kirschen reif sind, braucht man den Spatzen keinen Boten zu schicken.

Wenn die Kirschen vorbei sind, schmecken sie noch einmal so gut.


Wenn die Krippe leer ist, schlagen sich die Pferde im Stalle.

Wenn die Kuh den Schwanz verloren hat, so merkt sie erst, wozu er gut gewesen ist.
Die Kuh weiß nicht, wozu ihr der Schwanz dient, bis sie ihn verloren.

Wenn die Kuh gestohlen ist, sperrt man den Stall.

Wenn die Kuh nimmer Milch gibt, gehört sie unter den Schlegel.

Wenn die Laus einmal im Pelze sitzt, so ist sie schwer wieder herauszubringen.

Wenn die Laus in den Grind kommt, so hebt sie den Hintern in die Höhe und wird stolz.

Wenn die Liebe so zunähme, wie sie abnimmt, so fräßen sich die Eheleute vor Liebe.

Wenn die Lüge kalt wird, so stinkt sie.

Wenn die Lügner schwören, wollen sie dich tören.

Wenn die Magd Frau wird, jagt sie den Herrn aus dem Hause.

Wenn die Maus satt ist, schmeckt das Mehl bitter.

Wenn die Metzen wähnen, es wären Lumpen, so sind es Zumpen.

Wenn die Mönche bald reisen, so kommt Regen.

Wenn die Mücke die Schildkröte sticht, so verdirbt sie ihren Stachel.

Wenn die Mücke ein Hühnerei legen will, ist's ihr Tod.

Wenn die Nachtigall Heuschober sieht, hört sie auf zu schlagen.

Wenn die Narren kein Brot äßen, wäre das Korn wohlfeil.

Wenn die Not am größten, dann ist Gottes Hilfe am nächsten.
Wenn die Not am höchsten ist, ist die Hülfe Gottes am nächsten.

Wenn die Pfaffen reisen, so regnet es.

Wenn die Pfaffen sich in den Haaren liegen, so lacht der Teufel.

Wenn die Reichen bauen, haben die Armen zu tun.

Wenn die Rose sich schmückt, so schmückt sie auch den Garten.

Wenn die Rute ausgedient hat, muss sie in den Ofen.

Wenn die Sackpfeife nicht voll ist, so girrt sie nicht.

Wenn die Schafe blöken, fällt ihnen das Futter aus dem Maule.

Wenn die Scheide nicht will, kann der Degen nicht hinein.

Wenn die Schlange anfängt zu zischen, der Hund zu knurren und die Hure zu weinen, so will die Erste stechen, der andere beißen und die dritte beschmeißen.

Wenn die Schwalben fliegen, so bleiben hier die Fliegen.

Wenn die Schwalben fortfliegen, bleiben die Spatzen hier.

Wenn die Schwalben nieder fliegen und die Tauben baden, so bedeutet's Regen.

Wenn die Sonne auf einen Misthaufen scheint, so antwortet er mit Gestank.

Wenn die Sonne aufgeht, so helf Gott dem Reif am Zaun.

Wenn die Sonne aufgeht, wird es Tag.

Wenn die Sonne scheint, nimm den Mantel mit auf die Reise.

Wenn die Sonne unter(gegangen) ist, stehen alle Kühe im Schatten.

Wenn die Sonne vom Himmel fiele, säßen wir alle im Dunkeln.

Wenn die Speise mindert, so mehrt der Hunger.

Wenn die Stute den Hengst tritt, tut es ihm nicht weh.
(Einen richtigen Mann kümmert eine Beleidigung von Frauen nicht, er beachtet sie nicht.)

Wenn die Tage längen, fangen sie an zu strengen.

Wenn die Tage langen, kommt der Winter gegangen.

Wenn die Untertanen bellen, soll der Fürst die Ohren spitzen.

Wenn die Untertanen verderben, kann die Herrschaft nichts von ihnen erben.


Wenn die Waffen sprechen, schweigen die Musen.

Wenn die Weiber nicht eitel wären, die Männer könnten sie`s lehren.

Wenn die Weiber waschen und backen, haben sie den Teufel im Nacken.

Wenn die Zeit kommt, dann, alsdann!

Wenn die Zunge die Grenze der Zähne überschreitet, ist sie in eines anderen Botmäßigkeit.

Wenn die Zunge ein Spieß wäre, was müssten wir für Barbiere (Wundärzte) haben!

Wenn dir die Liebe ihre Brille aufsetzt, so siehst du in dem Mohren einen Engel.

Wenn du allein bist, so denke, dass Gott und dein Gewissen bei dir sind.

Wenn du deinem Nachbarn die Hand reichst, so hat dir Gott schon die seine gereicht.

Wenn du deinen Geburtstag feierst, soll ihn dein armer Nachbar auch haben.

Wenn du deinen Sohn mit Füßen treten willst, so zieh vorher die Schuh aus.

Wenn du dem Nachbar eine Maulschelle gibst, so geb' ich sie dir wieder.

Wenn du des Nachts reitest, so nimm einen Schimmel, er dient dir zur Laterne.

Wenn du die Angel ziehst zu früh, so fängst du nie.

Wenn du die Lämmer nicht achtest, wird die Herde bald zugrunde gehen.

Wenn du einen Nackten siehst, so denk, es sei ein Loch in deinem Strumpfe.

Wenn du einen vom Galgen lösest, der brächte dich selber gerne dran.

Wenn du etwas für unmöglich hältst, so wird deine Zaghaftigkeit es unmöglich machen; aber derjenige, der beharret, wird alle Schwierigkeiten überwinden.

Wenn du mit Wölfen essen willst, musst du mit Wölfen heulen.

Wenn du's sägen willst, so will ich's bohren.

Wenn du tanzen willst, so sieh zu, welche du bei der Hand nimmst.

Wenn du vor Gericht gehst, lass deine Seele Zuhause.

Wenn du wissen willst, wie das Licht wirklich ist, geh ins Dunkel.


Wenn Eheleut haben einen Sinn, so tragen sie alles Unglück hin.

Wenn ein alter Gaul in Gang kommt, so ist er nicht mehr zu halten.

Wenn ein alter Hund bellt, soll man hinausschauen.


Wenn ein alt Weib tanzt, macht sie dem Tod ein Hofrecht.

Wenn ein Armer dem andern was schenkt, so freuen sich die Engel im Himmel.

Wenn ein (der) Bauer ein Edelmann wird, so sterben ihm alle Freunde.

Wenn ein Bettler aufs Pferd kommt, so kann ihm kein Teufel mehr voreilen.

Wenn ein Blinder den anderen führt, fallen (sie) beide in den Graben.
(Das Sprichwort stammt aus der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 15, 14: „Wenn aber ein Blinder den anderen leitet, so fallen sie beide in die Grube.“)

Wenn ein Ding aufs Höchste kommt, so nimmt's wieder ab.

Wenn ein Ding geschehen ist, verstehn es auch die Narren.

Wenn ein Ding sein soll, so hilft nichts dafür.

Wenn eine Gans gaggt, so gaggt die andre auch.

Wenn eine Gans trinkt, so trinken sie alle.

Wenn eine Glocke an einer Stelle geborsten ist, ist sie ganz untauglich.

Wenn eine Hand die andre wäscht, werden sie beide rein.

Wenn eine Hölle ist, so steht Rom darauf.

Wenn eine Jungfer fällt, so fällt sie auf den Rücken.

Wenn eine Jungfrau reif ist, so hätte sie gern einen Mann.

Wenn einem Ochsen die Haut wird abgezogen, so ist die größte Arbeit am Schwanz.

Wenn eine Mutter zwei Kinder hat, so ist eine Sau dabei.

Wenn einen das Glück erhebt, so legt jedweder Hand mit an.

Wenn einer eine Reise tut, so kann der was erzählen.

Wenn einer einmal fällt, so treten gleich alle auf ihn.

Wenn einer gafft, so gaffen auch die anderen.


Wenn einer gähnt, so gähnen sie alle.


Wenn einer Geld hat, darf er so dumm sein, wie er will.

Wenn einer keinen Feind hat, so geht`s ihm übel.

Wenn einer nützt, so nimmt man ihn vom Galgen.

Wenn einer reich wird, so spart er.

Wenn einer verderben soll, so muss alles dazu helfen.

Wenn eine Sache geschehen ist, verstehen sie auch die Narren.

Wenn eine Schlange die andre nicht fräße, würde kein Drache draus.

Wenn ein Freund bittet, da ist kein Morgen.

Wenn ein Fuchs ein Amt erschleicht, wird er es als ein Wolf verwalten.

Wenn ein Gestüte vergehen soll, beißt ein Pferd dem andern den Schwanz ab.

Wenn ein Giehnlöffel gähnt, so gähnt auch der andere.

Wenn ein Hafen*14 auf den andern stößt, so zerbrechen beide.

Wenn ein Haus arm wird, erkennt man den guten Sohn.

Wenn ein Haus einig ist, kann es wohl arm, aber auch glücklich sein.


Wenn ein Haus hebräisch lernt, so frisst es der Wucher.

Wenn ein Kind seine Geschwister durch eine Stapfe tragen kann, so müssen sich die Verwandten seiner nicht mehr annehmen.
(Eine Stapfe war ein schwieriger, enger, oft mit Stufen versehener, Durchgang in einer Mauer. Wenn ein Kind kräftig und geschickt genug war, seine Geschwister durch diesen schwierigen Durchgang zu tragen, sollte es auch imstande sein, für sich und seine Geschwister zu sorgen und wurde für volljährig und vollmündig erklärt. Damit brauchten sich andere Verwandte oder sonst wie verpflichtete nicht mehr um sie kümmern und für sie bezahlen.)

Wenn einmal das Feuer in altes Stroh kommt, so ist's schwer zu löschen.

Wenn einmal eine Katze einen Vogel frisst, so muss sie hernach allemal hören, Katze vom Vogel.

Wenn einmal Lämmer neben Wölfen grasen, scheint eine andre Sonne.

Wenn ein neuer Heiliger kommt, so vergisst man der alten.

Wenn ein Sänger niederkniet, so steht ein Bettler auf.

Wenn ein Topf auf den andern stößt, so brechen beide.

Wenn ein Unglück sein soll, so kannst du auf den Rücken fallen und die Nas abbrechen.

Wenn ein Weib Geschenke nimmt, so hat sie sich selbst verkauft.

Wenn ein Wolf den andern frisst, ist Hungersnot im Walde.

Wenn er noch so böse ist, er muss sich doch selber ausziehen.

Wenn er redet, kräht der Hahn auf dem Kirchturm.

Wenn er tot ist, sch– ihm der Hund aufs Grab.

Wenn es auch nur tröpfelt, so macht es doch nass, wo es hinfällt.

Wenn es auf den Herrn regnet, so tröpfelt es auf den Knecht.

Wenn es aufs Äußerste kommt, so bricht’s.

Wenn es bei Sonnenschein regnet, so ist Kirmes in der Hölle.

Wenn es Brei regnet, hab ich keinen Löffel (Topf).

Wenn es brennt, vermisst man die Spritzen.

Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis.

Wenn es friert in den Dreck, ist der Winter ein Geck.

Wenn es gut geht, sind alle gute Ratgeber.

Wenn es heißt, ein Kind geboren, haben die Rüben den Geschmack verloren.

Wenn es Krieg gibt, so macht der Teufel die Hölle um hundert Klafter weiter.

Wenn es leidlich ist, so soll man's loben.

Wenn es nicht vorwintert, so nachwintert es gern.

Wenn es nottut, so kann der Teufel die Schrift für sich zitieren.

Wenn es regnet, muss man's machen wie die Nürnberger und drunter herlaufen.

Wenn es schneit in den Dreck, so friert es, dass es bäckt.

Wenn es taut, so kommt an Tag, was unterm Schnee verborgen lag.

Wenn es wahr wäre, was der Pfaff redet, lebte er nicht so üppig.

Wenn es wohl gelingt, sind alle Hebammen gut.

Wenn Falschheit brennte wie Feuer, so wär das Holz nicht halb so teuer.

Wenn Feinde gute Worte geben, haben sie Böses im Sinn.


Wenn gekochter Fisch ins dritte Wasser kommt, wird er ungesund.

Wenn Geld fängt zu reden an, erstummet gleich jedermann.
Wenn Geld redet, muss (ein) jeder das Maul halten.

Wenn Gewalt kommt, ist Recht tot.

Wenn Gewalt nicht für Recht ginge, wäre mancher nicht Abt.

Wenn Gold redet, schweigt alle Welt.

Wenn Gott das Gedeihen nicht gibt, so hilft unser Pflanzen und Wässern nicht.

Wenn Gott das Mehl gibt, so nimmt der Teufel den Sack weg.

Wenn Gott den Angel rührt, so wird die Übertür erschüttert.

Wenn Gott die Eier zerbrechen will, so setzt er Narren darüber.

Wenn Gott ein Ding verdrießt, so verdrießt es auch bald die Menschen.

Wenn Gott einen strafen will, tut er ihm die Augen zu.

Wenn Gott eine Tür zumacht, macht er die andere auf.

Wenn Gott ein Land segnet, so gibt er ihm einen weisen Fürsten und einen langen Frieden.

Wenn Gott ein Volk strafen will, dann schenkt er ihm einen dummen Herrn.
Wenn Gott ein Land strafen will, so nimmt er den Herren die Weisheit.

Wenn Gott nicht hilft, so ziehn auch die Heiligen keinen Strang an.

Wenn Gott sagt, heute, sagt der Teufel morgen.

Wenn Gott (es) will, so grünt sogar ein Besenstiel.

Wenn Gott will, so kräht ein Axtstiel.

Wenn Gott will, so tagt es.

Wenn Heu und Stroh beisammen sind, so brennt es gern.

Wenn Hochmut aufgeht, geht Glück unter (so geht das Glück nieder).

Wenn Hochzeiter und Braut beisammen sind, hat der Teufel Fastnacht.

Wenn Hoffart aufgeht, so geht Glück unter.

Wenn Hoffnung nicht wär', so lebt' ich nicht mehr.

Wenn Huren spinnen, so ist die Nahrung schwach.

Wenn ich den Rock schüttle, so fällt es ab.

Wenn ich dich nicht hätte und meine Augen nicht, so wär` ich blind.

Wenn ich ein Amboss bin, so leide ich wie ein Amboss, wenn ich aber zum Hammer werde, so schlage ich wieder zu.

Wenn ich gefressen werden muss, lieber vom Wolf als vom Schaf, das Kiefen tut nicht so weh.
(Aus dem Altdeutschen: kiefen = nagen, mühsam kauen oder keifen, zanken;.Kiefen, Kieferbsen = grüne Erbsen in Schoten; Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird.)

Wenn ich gutes Wasser habe, lass ich das Bier stehen und trinke Wein.

Wenn ich nicht das liebe bisschen Deutsch könnte, so könnt` ich nichts.

Wenn ich tot bin, gilt mir ein Rübenschnitz so viel als ein Dukat.

Wenn ich wollte, was ich sollte, könnt' ich alles, was ich wollte.

Wen nicht hungert, der fastet leicht.

Wenn Ja und Aber beisammen stehn, ist nicht viel dahinter.

Wenn jeder seine Gasse kehrte rein, so würden alle Gassen sauber sein.

Wenn jeder vor seiner Tür fegt, so wird es überall sauber.


Wenn jemand mich einmal betrügt, so verzeih' es ihm Gott, betrügt er mich zweimal, so verzeih' es mir Gott.
Wer mich einmal betrügt, dem verzeih' es Gott; betrügt er mich wieder, verzeih mir's Gott.

Wenn junges Laub kommt, fällt das alte ab.

Wenn keiner weiß, worum es geht, dann geht es hundertprozentig um Geld.


Wenn kein Wasser auf der Mühle ist, so tanzt der Esel.

Wenn Kinder kacken wollen wie große Leute, so knacken ihnen die Ärsche.

Wenn Kinder und Narren zu Markte gehen, lösen die Krämer Geld.

Wenn Kinder unrein (ungewaschen, ungebürstet) sind, das ist das beste Zeichen, dass sie eine böse Stiefmutter haben.

Wenn Kinder wohl schreien, so leben sie lange.

Wenn Lieber kommt, muss Leider weichen.

Wenn Liebe sich verkehrt in Hass, so weiß sie selten Maß.

Wenn Lügen lündsch*21 Tuch wäre, wär` es nicht ein Wunder, dass er schöne Kleider hätte.

Wenn Lügen welsch*33 wär', er gäb` einen guten Dolmetsch.

Wenn Mädchen bitten, so gewähren die Männer.

Wenn man anfängt zu kriegen, so fängt man auch an zu lügen.

Wenn mancher Mann wüsste, wer mancher Mann wäre, tät` mancher Mann manchem Mann manchmal mehr Ehre.

Wenn man das Auge drückt, so gehen Tränen heraus.

Wenn man das Auge drückt, springt zuletzt Feuer heraus.
Wenn man die Augen drückt, springt endlich Feuer heraus.

Wenn man das Eisen zu stark reibt, so gibt es endlich Feuer.

Wenn man das Heiligtum anbetet, so meint der Esel, der es trägt, man bete ihn an.

Wenn man das Kalb sticht, wird kein Ochs daraus.

Wenn man das Liedchen zu hoch anfängt, so erliegt man im Singen.

Wenn man das Ross nicht schlagen darf, schlägt man auf den Sattel.

Wenn man dem Hunde an die Haut will, so sagt man, er sei wütig.

Wenn man dem Volk die Ziegel doppelt, so kommt Moses.

Wenn man den Alten beim Barte zupft, verdrießt's ihm.

Wenn man den Bauer bittet, schwillt ihm der Bauch.
Wenn man den (einen) Bauern bittet, so schwellen ihm die Stiefel.
Wenn man den Bauern bittet, wird er um eine Spanne länger.

Wenn man den Brunnen verstopfen will, muss man die Quelle suchen.

Wenn man den Esel weit schickt, kommt er mit Eselsgeschrei wieder.

Wenn man den Fuchs nicht beißen will, (so) kann man keinen Hund finden.
Wenn man den Fuchs nicht fangen will, kann man keine Hunde kriegen.

Wenn man den Hund schlagen will, so hat er Leder gefressen.

Wenn man den Igel anrührt, so börstelt er sich.

Wenn man den Kater streichelt, so reckt er den Schwanz aus.

Wenn man den Kirschbaum nicht zerreißt und den Nussbaum nicht zerschmeißt, so steht es nicht wohl im Lande.

Wenn man den Narren zum Markte schickt, freut sich der Krämer.

Wenn man den Pfau lobt, breitet er den Schwanz aus.

Wenn man den Sack aufbindet, so sieht man, was drin ist.

Wenn man den Teufel in die Kirche lässt kommen, will er gar auf den Altar.

Wenn man den Wolf nennt, so kommt er gerennt.

Wenn man den Wurm tritt, so krümmt er sich.

Wenn man der Henne nicht bald ein Nest macht, legt sie unter die Nesseln.

Wenn man dich und den Löffel nicht hätte, so müsste man die Suppe trinken.

Wenn man die Armbrust überspannt, so zerspringt sie.

Wenn man die Gänse nicht sieht, so hört man sie doch.


Wenn man die Gans zum Ganter setzt, so bleibt der Ganter der Mann, der es sein soll.

Wenn man die Gerechtigkeit biegt, so (dann) bricht sie.

Wenn man die Katze auf den Käse bindet, so frisst sie nicht.

Wenn man die Nisse nicht vertreibt, bleiben die Läuse im Haar.
(Nisse = althochdeutsch: Eier der Läuse, die an den Haaren festkleben.)

Wenn man die Rute spart, werden die Kinder schlechter Art.

Wenn man die Saite zu hoch spannt, so reißt sie.


Wenn man die Sau kitzelt, so legt sie sich in den Dreck.
Wenn man die Sau streichelt, so legt sie sich gar im Dreck.

Wenn man die Stiege wischt, so fängt man oben an.
Wenn man die Treppe scheuert, fängt man von oben an.

Wenn man die Wiede zu viel umdreht, so bricht der Knebel.
(Wiede = ein verdrehter Zweig aus pflanzlichen Fasern, aus dem Bänder gedreht werden. Dazu werden Weiden, Hasel oder andere Zweige benutzt. Sie wurden eingeweicht und erhitzt und in heißem Zustand zu Wieden verdreht. Das Wort stammt aus dem althochdeutschen und mittelniederdeutsche und die Bedeutung entwickelte sich von Binde oder Band zum gedrehten Strick und leitet sich vom Material der ab, dem Weidenbaum. Der Knebel war allgemein ein Stabförmiger Gegenstand, der als Griff zum Verdrehen der Wiede benutzt wurde.)

Wenn man eine Jungfrau nicht mehr lieben will, so soll man sie heiraten.

Wenn man einem den Finger bietet, will er gleich die ganze Hand haben.
Wenn man dem Bauer den Finger bietet, will er gar die Faust haben.

Wenn man einem übelwill, find't man der Axt leicht einen Stiel.

Wenn man einen Bauern verderben will, so muss einen Bauern dazu gebrauchen
Wer Bauern verderben will, muss Bauern mit dazu nehmen.
Wer einen Bauern plagen will, der nehme einen Bauern dazu.
Wer einen Bauern plagen will, der muss einen anderen mitbringen.

Wenn man einen (Dieb) brauchen kann, so nimmt man ihn vom Galgen.

Wenn man einen Esel schlägt, so schlägt er wieder.

Wenn man einen Lachs fängt, kann man wohl die Angel verlieren.

Wenn man einen Narren im Mörser zerstieße, so ließe doch seine Narrheit nicht von ihm.

Wenn man einen Streit mit Wein begießt, richtet man mehr aus als mit einem Prozess.

Wenn man einen Undankbaren trunken macht, speit er's einem in den Busen.

Wenn man einen Wagen mit Eiern umwirft, so kann man die ganze Zahl nicht mehr zusammenbringen.

Wenn man einen zu Gast ladet, stößt man ihm das Maul auf den Tisch.

Wenn man eine Sau auch in Gold kleidete, so legte sie sich doch in den Kot.
(Der schlechte und unreine Mensch handelt auch in Festtagskleidern schlecht und unmoralisch.)


Wenn man gefallen ist, besieht man das Plätzchen zu spät.

Wenn man hinter sich geht, trägt man dem Teufel Wasser in die Küche.

Wenn man ihm ruft: drisch!, versteht er gern: zu Tisch.

Wenn man keine Gelegenheit hat, muss man eine machen.

Wenn man Kindern ihren Willen tut, schreien sie nicht.

Wenn man kleine Laster nicht straft, so wachsen die großen.

Wenn man Lassdünken aus der Welt tät, wer keine Welt nicht.

Wenn man manchem Edelmann die Bauernader aufschnitte, müsste er sich zu Tode bluten.

Wenn man nach einem Geist schlägt, so verwundet man sich selber.

Wenn man nachts in den Spiegel sieht, guckt der Teufel heraus.

Wenn Männer reden, sollen Weiber schweigen.
(Ähnliches Sprichwort in Schweden: Der Mann sollte sprechen und die Frau schweigen.)

Wenn man keine Jungfern hat, muss man mit Huren tanzen.
Wenn man nicht Jungfern hat, tanzet man mit Huren.
(Soll wohl aus der Not eine Tugend machen heißen? oder der der Versuchung erliegen.)

Wenn man nicht sieht, stößt man leicht aneinander.

Wenn Mann und Frau sich streiten, so bleibe du im Weiten.
(Sprichworte mit ähnlicher Bedeutung gibt es auch in der Lombardei, Sardinien und Surinam.)

Wenn man nur Reifen hat, so kann man leicht ein Fass machen.

Wenn man Nussbäume und Weiber nicht schwingt, so tragen sie keine Frucht.

Wenn man rückwärts geht, trägt man dem Teufel Wasser in die Küche.

Wenn man sagt husch, so meint man die Hühner.

Wenn man`s am wenigsten denkt, liegt ein Fisch in den Reusen.

Wenn man schon einem Armen unrecht tut, so lacht jedermann.

Wenn man Schwalben am Hause hat, schlägt es nicht ins Haus.

Wenn man selber nicht hangen will, muss der Hund die Wurst gestohlen haben.

Wenn man selbst geht, so betrügt einen der Bote nicht.

Wenn man's hingießt, wo's schon nass ist, wird leicht eine Pfütze daraus.

Wenn man stöbert, fängt man oben an.

Wenn man tausend Hennen über setzte, so möchten sie in acht Tagen kein Ei ausbrüten.

Wenn man unter den Wölfen ist, muss man mit ihnen heulen.
Wer mit den Wölfen essen will, muss mit den Wölfen heulen.

Wenn man unter die Hunde wirft, so schreiet, wer sich getroffen fühlt.
Wenn man unter die Hunde wirft, welchen es trifft, der schreit.
(Wenn man eine allgemeine Kritik verlauten lässt, wird der am lautesten protestieren, auf den sie zutrifft.)

Wenn man vom Rathaus kommt, ist man klüger.

Wenn man vom Teufel spricht, dann kommt er gegangen.
Wenn man vom Teufel spricht, erscheint er.

Wenn man vom Wolfe redet, guckt er über die Hecke.
Wenn man vom Wolf redet, so sieht man ihm (seinen) den Schwanz.

Wenn man vom Wolf spricht, ist er nicht weit.

Wenn man Wein ablässt, laufen die Hefen mit.

Wenn man zu Nacht in den Spiegel schaut, so sieht der Teufel mit hinein.

Wenn mit dem Taler*32 geläutet wird, gehen alle Türen auf.

Wenn Nachbarn sind einander hold, viel besser ist denn Silber und Gold.


Wenn Narren reden, haben kluge Ohren Feierabend.


Wenn Natur und Kunst die Füße ansetzen, so geht es vorwärts.

Wenn Neid brennte wie Feuer, wäre das Holz nicht so teuer.

Wenn Neid eine Krankheit wäre, so würde die Welt ein Spital sein.

Wenn nichts im Mörser ist, gibt's großen Lärm.

Wenn Nichts kommt zu Etwas, traut Etwas sich selber.

Wenn nicht viel im Fass ist, kann man nicht viel daraus zapfen.

Wenn nicht, wie wir wollen, so doch, wie wir können.

Wenn nur die Frommen in Häusern lebten, so würden viele Städte unbewohnt bleiben.

Wenn Rauch im Haus, lass ihn nicht hinaus.
(Das bedeutet, wenn es im Haus Auseinandersetzungen und Streit gibt, sollte man es im privaten Bereich lassen und nicht in die Öffentlichkeit bringen.)


Wenn Rauch nicht aus dem Hause will, so ist vorhanden Regens viel.

Wenn's am besten schmeckt, soll man aufhören.

Wenn's am Palmsonntag regnet, so hält die Erde keine Feuchtigkeit.

Wenn's auf dem Berg gereift hat, so ist im Tal alles erfroren.
Wenn's auf dem Berge reift, ist's gewiss im Tale kalt.
(Das sagte einer, als sich alter Mann mit weißen Haaren mit einem jungen Mädchen trauen ließ. Es scheint, dass die Jugend nicht viel über das Alter weiß.)

Wenn's auf den Nagel brennt, muss man wehren.

Wenn's auf den Pastor regnet, tröpfelt es gemeinlich auf den Küster.

Wenn Saufen eine Ehr ist, ist Speien keine Schande.

Wenn's Brei regnet, fehlt mir der Löffel.

Wenn Schäfchen am Himmel stehen, kann man spazieren gehen.

Wenn's dem Esel übel geht, so will er durch die Erde fallen, ist ihm wohl, so geht er aufs Eis tanzen.

Wenn's dem Tode ein Ernst ist, hilft kein Pflaster.

Wenn's der Vater sieht, tut's der Sohn nicht.

Wenn's ein Maul hätte, so biss' es dich.

Wenn's friert, merkt auch der Esel, dass der Sommer zu Ende ist.

Wenn's gehen soll, muss man den Daumen rühren.

Wenn's Glück regnet, hab ich meine Schüssel zu Haus.

Wenn's Gütchen vertan und der Säckel leer ist, rechnet man zu spät.

Wenn sich das Geflügel früh maust, so gibt's einen frühen Winter.

Wenn sich das Wasser bläsert, regnet es bald.

Wenn sich der Bauer nicht bückt, so ackert er nicht gut.

Wenn sich der Frosch zum Ochsen bläst, so muss er platzen.

Wenn sich der Hirt verirrt, so verirren sich auch die Schafe.

Wenn sich der Wetterhahn nicht dreht, zerbricht ihn der Sturm.

Wenn sich die Bauern um eine Kuh streiten, wird diese von den Advokaten gemolken.

aus Westfalen (Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte. Vor Gericht gewinnt meist der Anwalt, egal wie das Verfahren ausgeht.)


Wenn sich die Fürsten an einen Fuß stoßen, so müssen die Untertanen hinken.


Wenn sich die Jungfer aufs Küssen legt, so legt sie sich auch aufs Kissen.

Wenn sich die Krähe vor Maientag im Korn verstecken kann, so gerät es wohl.

Wenn sich die Schnecken früh deckeln, so gibt's einen frühen Winter.

Wenn sich Herz und Mund erlaben, will die Nase auch was haben.

Wenn sich zwei Diebe schelten, so kriegt ein ehrlicher Mann seine Kuh wieder.

Wenn Sie das tun, was Sie immer getan haben, werden Sie auch das bekommen, was Sie immer bekommen haben.

Wenn's im Sommer warm ist, so ist's im Winter kalt.

Wenn's Kalb gestohlen ist, bessert der Bauer den Stall.

Wenn's Kind geboren ist, ist das Testament schon gemacht.

Wenn's Kind tot ist, hat die Gevatterschaft ein Ende.

Wenn's Kind zahnt, soll die Mutter den Unterrock verkaufen, um ihm Wein zu geben.

Wenn's Maß voll ist, schüttelt's Gott um.

Wenn'snach Fastnacht*10 lange Eiszapfen gibt, wird der Flachs schön lang.

Wenn's nicht wahr wär', käm's nicht gedruckt her.
(Ein Aberglauben von früher aus dem Beginn des Druckens. Als das Drucken grade erfunden war, war es noch so aufwendig und teuer, dass nur wirklich Wichtiges gedruckt wurde. Nur um Lügen zu verbreiten, war drucken anfangs zu teuer. Daher auch von Goethe der Spruch im Faust: Denn, was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Heute ist es anders, drucken ist so billig wie nie zuvor, was heute gedruckt wird, ist morgen schon im Müll. Einzig die Nachrichten im Internet sind noch billiger und lügen mehr. Das hat zur Folge, dass die meisten Nachrichten und Neuigkeiten in den sogenannten sozialen Netzwerken wie Facebook und anderen nicht den Strom wert sind, die Monitor oder Smartphone brauchen, sie anzuzeigen. Sie lügen nicht wie gedruckt, sondern schon beim Schreiben.)

Wenn's Pfannkuchen regnet, ist mein Fass umgestülpt

Wenn's regnet bei Sonnenschein, so hat der Teufel seine Großmutter auf der Bleiche.
Wenn's regnet und die Sonne scheint, so schlägt der Teufel seine Großmutter: er lacht und sie weint.

Wenn's regnet, ist Hagel und Schnee verdorben.

Wenn's Schiff gut geht, will jeder Schiffsherr sein.

Wenn's über einen her gehen soll, ist jedes Geschrei gut genug.

Wenn's Unglück vorüber ist, denkt man mit Lust daran.

Wenn's Wasser läuft über drei Steine wird's wieder reine!

Wenn's Wenn nicht wär', so wär' mein Vater ein Ratsherr.

Wenn's Wenn nicht wär', wär' mancher Bauer ein Edelmann.

Wenn Unfried ist in aller Welt, Gilt der Soldat das meiste Geld.

Wenn Unglück dem Reichen bis an die Knie geht, so geht es dem Armen bis an den Hals.

Wenn uns die Gelegenheit anlacht, so muss man sie küssen.

Wenn verkehret ist der Besen, sieht man's, wozu er gut gewesen.

Wenn Wasser Wein wäre, wer wüsste, wer Wirt wäre?

Wenn wir alle wären reich
und einer wär' dem andern gleich
und wären all zu Tisch gesessen,
wer trüge dann uns auf das Essen?

Wenn wir unser Recht zerreißen, zerreißen wir auch den Frieden.

Wenn Wünschen hülfe, wären alle reich.

Wenn Zucht und Scham vom Weib weg ist, so steckt nichts drin, denn Tück und List.

Wenn zu Hofe gegessen ist, sind die Schüsseln leer.

Wenn zum armen Mann kommt die böse Frau, so heißt's für immer ach und au.

Wenn zu zwei vernünftigen Männern eine Frau kommt, entstehen zwei Narren.


Wenn zwei das Gleiche tun, so ist es (noch lange) nicht dasselbe.


Wenn zwei Esel einander unterrichten, wird keiner ein Doktor.

Wenn zwei Frauen zusammenkommen, wird die Dritte in die Hechel genommen.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Wo sich zwei zanken, gewinnt der Dritte.

Wen's immer allzu früh dünkt, der kommt gemeinlich zu spät.

Wen's juckt, der kratze sich.

Wen's juckt, der muss sich kratzen, käm' auch das Blut heraus.