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Deutsche Sprichwörter
Über 21.000 deutsche Sprichwörter
Markt bis Mutwillen
Flagge von Deutschland
Karl Friedrich Wilhelm Wander
und das „Deutsches Sprichwörter Lexikon“


Karl Friedrich Wilhelm Wander hat zwischen den Jahren 1867 und 1880 sein fünfbändiges „Deutsches Sprichwörter Lexikon“ veröffentlicht. Über 30 Jahre hat er dafür Sprichwörter gesammelt. Im Deutsches Sprichwörter Lexikon sind ca. 225.000 deutsche Sprichwörter und Redensarten und ca. 60.000 Sprichwörter aus verschiedensten Fremdsprachen. Eine Arbeit eines Einzelnen, ohne die heute möglichen Hilfsmittel, eine einmalige und unvergleichbare Leistung, die man nicht überschätzen kann.

Wer aber meint, ein deutsches Sprichwort zu haben, weil es auch bei Wander im Lexikon steht, hat trotzdem nicht sicher eins, es kann auch falsch sein. Wander selbst schreibt im Vorwort zum 1. Band des Deutsches Sprichwörter Lexikon, das es auch Fehler enthält oder Quellenangaben verloren gingen. Die Quellenangaben sind tatsächlich teilweise falsch oder fehlen vielfach ganz. Erst wenn man ein Sprichwort in den Quellen Wanders wiedergefunden hat, kann man sich über Herkunft und Nationalität sicher sein.

Ein Freund Wanders wurde wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe verhaftet und in Wanders Wohnung fand 1845 wegen angenommener Unterstützung eine Hausdurchsuchung statt. 1853 fand eine weitere Haussuchung bei ihm statt. Seine Vergehen: Er war Lehrer und hatte eine Lehrervereinigung gegründet. Er forderte mehr Selbstbestimmung für die Lehrer, er hatte mehrfach kritische Aufsätze und Bücher über die Schule veröffentlicht und er forderte die staatliche Aufsicht über die Schulen mit Abschaffung der Kirchlichen, unter der das Schulwesen stand. Er befürwortete nicht den Schulmeister alter Prägung, der nur notwendiges Wissen beibrachte und gehorsame Untertanen produzierte, er forderte einen neuen Lehrer, der freie und mitdenkende Bürger mit Selbstverantwortung erzog. Alles zusammen für Kirche und herrschende Obrigkeit revolutionär und unhaltbar für einen Lehrer. Deswegen wurde er 1849 endgültig aus dem Schuldienst entlassen. Durch die Haussuchungen und Umzüge verlor er ein Heft mit Quellenangaben, was zu fehlenden Quellen im Sprichwörterlexikon führte.

Außerdem hatte er 1831/32 unter dem Titel Scheidemünze neue Sprichwörter herausgegeben, das heißt, von ihm erdachte und Sprichwörtern nachempfunden Sprüche. Auch diese fanden Eingang ins Sprichwörterlexikon. Das brachte ihm den Vorwurf, sich die Sprichwörter teilweise auszudenken. Andere Sprichwörter habe er selbst vernommen oder sie wurden ihm als solche übergeben, teilweise ohne Quellen oder Herkunftsangabe. Etliche stammen aus der Literatur, die er an Form und Gepräge des Ausspruchs erkannt haben will, was nicht jedermanns Sache ist, wie er meint. Dazu gehört die erforderliche Aufmerksamkeit und ein für diesen Zweck gebildetes Sprachgefühl, das sogenannte Sprichwörterohr, das er seinen Angaben nach besitzt, viele andere aber nicht. Wenn sein Sprichwörter-Instinkt etwas zum Sprichwort erklärt hatte, war eine weitere Überprüfung nicht notwendig. Der im Lexikon vorhandene Quellennachweis war für ihn ausreichend.

Quellen: Vorrede im 1. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.
            Nachwort im 5. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.

Beispiele für Fehler im Deutschen Sprichwörter Lexikon:

Als Quelle für die Ägyptischen Sprichwörter benutzte Wander das Buch „Arabische Sprüchwörter oder die Sitten und Gebräuche der neueren Aegyptier erklärt aus den zu Kairo umlaufenden Sprüchwörtern übersetzt und erläutert von Johann Ludwig Burckhardt“ aus dem Jahr 1834. In diesem Buch sind 782 Ägyptische Sprichwörter enthalten. Bei Wander findet man aber nur 696 Mal die Quellenangabe Burckhardt und nur 155 Mal den Hinweis auf Ägypten. Die übrigen Ägyptischen Sprichwörter scheinen bei ihm fälschlicherweise „deutsche Sprichwörter“ zu sein. Ähnliches gilt auch für andere Quellen Wanders aus anderen Ländern.

Bei über 4000 Sprichwörtern gibt Wander z. B. Dr. Phil. Julius Altmann an, der 1853-1855 in einigen Zeitschriften Sprichwörter aus Russland, Bulgarien und von den Tataren veröffentlichte, die er dort auf Reisen sammelte. Auch sie sind in Wanders Sprichwörterlexikon enthalten, aber oft ohne den Hinweis auf Russland oder Bulgarien. Wer später von Wander abgeschrieben hat, machte möglicherweise fälschlicherweise aus Mangel am Hinweis aus einem fremden, ein deutsches Sprichwort.

Etliche fremde Sprichwörter erhielten schon ohne vergleichbares deutsches Sprichwort eigene Nummern. Aus Ermangelung entsprechender deutscher Sprichwörter und verlorener Quellen wurde daraus später ein deutsches Sprichwort ohne Quellenangabe.

Mehrfach stehen Sprichwörter in Mundart mit Hinweis auf die hochdeutschen Varianten, oder umgekehrt, oder beide oder mehrere verschiedene Mundarten als verschiedene Sprichwörter im Sprichwörter Lexikon.
Dass ein Sprichwort von einem Bayern, Hessen, Sachsen oder anderem Deutschen in seiner ihm eigenen Mundart ausgesprochen wird, macht aus einem Sprichwort auch heute noch kein weiteres neues Sprichwort. Ebenso das Umstellen einzelner Wörter, falsches Abschreiben, übersetzen oder weglassen oder verlieren von Quellen. Schon nach Druck der ersten zwei Bände gab es deswegen begründete Kritik eines anderen Sprichwörtersammlers, Otto Freiherr von Reinsberg, der auch auf einen Kommentar im Vorwort der Sammlung von Wilhelm Körte (1837) hinwies. Wanders Antwort darauf steht im Vorwort des 3. Bandes des Sprichwörter Lexikons. Leider waren die gegenseitigen Kritiken von Otto Freiherr von Reinsberg und K. F. W. Wander in deren Veröffentlichungen vorwiegend persönlicher Natur und brachten auf keiner Seite eine Verbesserung ihrer Arbeiten. Im Internet nachzulesen in den Vorworten von Wanders Sprichwörter Lexikon und: http://brema.suub.uni-bremen.de/ . . Reinsberg

Beispiel:

„Schreib a X fer a U, su kimmste der Rechnung zu.“ steht als Schlesisches Sprichwort im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.4 mit dem Hinweis der hochdeutschen Version bei Simrock Nr.11951. Die hochdeutsche Version wie bei Simrock: „Schreib ein X für ein U, so kommst du mit der Rechnung zu.“ steht im 4. Band in Spalte 335 unter Schreiben (Verb.), Nr.21 ohne Quellenangabe. So werden aus einem zwei Sprichwörter und wird einem bei Wander ein X für ein U vorgemacht.
Wenn dann fast wortgleich Wer ein X schreibt für ein V, kompt in der Welt am besten zu.“ im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.5 (Quelle bei Petri im anderen Teil) und „Wen der wirth schreibt ein X vor ein V, so kombt er seiner rechnung zu.“ im 5. Band in Spalte 283 unter Wirth, Nr.124 (Quelle bei Lehmann Seite 923, Nr.22) dazukommen, gibt es immer mehr Varianten, die als einzelne Sprichwörter aufgeführt werden.

Weitere Beispiele auf einigen Seiten im Text, siehe unten: Mit kranken Beinen . . . Weitere Beispiele auf einigen Seiten im Text. Aus diesem Grund ist das Deutsche Sprichwörter Lexikon als primäre Quelle oder Beweis für ein deutsches Sprichwort nur bedingt geeignet - vielmehr hat es einen unschätzbaren Wert als Hinweisgeber für die weitere Suche nach der wirklichen Quelle.

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Markt lehrt kramen.

Marsch in dein Winterquartier, sprach der Wachtmeister zu der Laus, als er sie vom Bart unter die Hemdkrause setzte.

Mäßig Feuer kocht am besten.

Mäßigkeit erhält den Leib.

Mäßigkeit erhält, Gerechtigkeit nährt, Mannheit wehrt, Weisheit regiert.

Mäßigkeit ist die beste Arznei.

Mäßigkeit wird alt, zu viel stirbt bald.

Mäßig wird alt, zu viel stirbt bald.

Maß ist zu allen Dingen gut.

Maß trägt aller Tugend Krone.

Maß und Gewicht kommt einst vor Gericht.

Maß und Ziel ist das beste Spiel.

Mauermanns Schwamm brennt nicht.

Mauermanns Schweiß kostet der Tropfen einen Taler*33.
Ein Tropfen Maurerschweiß kostet einen Taler*33.

Maulgebet kommt nicht gen Himmel.

Maul, richt dich nach der Tasche.

Maulwurf wühlt viel, verdirbt viel, meint's aber nicht böse.
Meerrettich ist dem Magen ein Pflaster, den Augen ein Laster.

Mehr Mut als Gut.

Mehr sein als scheinen.

Mehr sind verdorben, als vom Schwert gestorben.

Meid', hilft's nicht, so leid'.

Mein Buhl die schönste.

Meine Kopfschmerzen fühlt der Nachbar nicht.

Meinen ist nicht wissen, wer's nicht glaubt (merkt), wird besch – (trogen).

Meinen ist Zweifel.

Meiner Mutter Kuh Bruder war ein Ochs.

Meines Freundes Feind ist oft mein bester Freund.

Mein Holz kann mir niemand verbrennen.

Mein kleiner Finger hat es mir gesagt.

Mein Mann ist auch etwas im Kartenspiel, spricht die Frau, wenn er Ratsherr ist.

Mein Pfeffer ist so gut wie dein Safran (Sirup).

Mein Pfennig ist deines Pfennigs Bruder.

Mein Schwert schneidet auch.

Mein und Dein bringt alles Unglück herein.

Mein und Dein ist alles Zankes Ursprung.

Mein Vater hat mich nicht gelehrt, aus einem leeren Glase trinken.

Mein Vater ist der Höchste in Konstanz, sprach die Tochter des Turmwarts.

Meißner, Gleisner*11.

Meister Gutdünkel ist aller Ketzerei Großvater (Wurzel).

Meisterssohn bringt das Recht mit sich.

Meist frisst Katz' und Hund, was man spart für den Mund.

Melancholischer Kopf ist des Teufels Topf, darin er übel (viel böses; viel Mucken) kocht.

Menschenantlitz, Löwenantlitz.

Menschen, die andere verachten, sind selber nicht zu achten.

Menschengunst ist Erdendunst.

Menschengunst macht Dunst.

Menschensinn ist Menschenleben.

Menschen und Wind ändern geschwind.

Mergel macht den Vater reich und den Sohn arm.
(Dazu der Kommentar von Körte 1837: „wenn nämlich der Vater den Acker übermergelt oder ausmergelt.“ Mergeln bedeutet düngen, die Fruchtbarkeit des Ackers erhalten. Im Augenblick passiert gerade das, durch zu viel Dünger wird fast alles Land überdüngt, die immer höher werdenden Nitratwerte im Grundwasser fast überall belegen es. Mit der immer mehr werdenden Massentierhaltung und Gülleeinfuhren aus den Niederlanden auf die Felder verdienen die Väter gerade Geld, in Zukunft werden die Söhne mit ungenießbarem Grundwasser, überdüngten Böden und Missernten zurechtkommen müssen.)

Merk und Melde wachsen beid im Felde: Pflücke Merk, lass Melde stehn, so magst mit allen Leuten gehn.
(Auch bei diesem Sprichwort sind nicht die Pflanzen (Melde = Atriplex, Pflanzengattung innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse mit ca. 300 Arten. Name vom „bemehlten“ Aussehen der behaarten Pflanzen abgeleitet: https://de.wikipedia.org/wiki/Melden) gemeint. Bei Körte die Erklärung: „für: melde nicht alles, was du merkst! – Der Melde (Atriplex L.) gibt es übrigens gar viele Arten: Gemeine Melde, Rosenmelde, Gartenmelde, Waldmelde, Meermelde, Hundsmelde, Stinkmelde u.s.w. So gibt's denn auch gar viele Arten zu melden, als: klatschen, anzeigen, petzen, zuraunen u.s.w.“)

Metzger, Gerber und Schinder sind Geschwisterkinder.

„Mich dünkt, ich wähn', ich acht'“ hat manchen in groß Leid gebracht.

Mich dünkt, ich wähn, ich acht (ich mein), ich halt, tut oft der Wahrheit groß Gewalt.

Michelswein, süßer Wein.

Mir genügt, wie's Gott fügt.

Mir graut, rief Reupel, da fand er ein fremd Unterkleid an seinem Bettstollen hängen.

Mir ist die Zunge so trocken, als wenn die Sonne die Hundstage drauf geschienen hätte.

Missbrauch ist alles guten Brauches Rost.

Missbrauch ist keine Gewohnheit.

Missbrauch lehrt den rechten Brauch.

Miss dein Glück nicht nach fremder Elle.

Missgunst frisst ihr eignes Herz, aber kein fremdes.
Missbrauch frisst ihr eignes Herz, kein fremdes.
(In mehreren alten Sprichwörtersammlungen steht dieses Sprichwort mit „Missgunst“, nur allein bei Simrock wurde es durch „Missbrauch“ ausgetauscht. Daher ist anzunehmen, dass es bei Simrock ein Schreibfehler und falsch ist, da es mit Missgunst auch eher nachvollziehbar ist.)

Missgünstige und Ehrgeizige hören gern von anderen übel reden.

Missgunst ist ein Mausenest voller Sünden.

Missrechnen ist keine Zahlung.

Misstrauen bringt weiter als Zutrauen (Vertrauen).

Misstrauen ist die Mutter guter Absicht.

Misstrauen macht fleißig schauen.

Misstrauen zertrennt Herzen und Hände.

Misstun von Armut wegen soll man willig vergeben.

Miste vorher deinen Stall.

Mist geht über List.
(Das bedeutet, wenn man den Mist der Tiere auf die Felder bringt, werden sie fruchtbarer und bringen mehr ertrag als durch jede List oder Tricks, die man anwenden könnte. Durch den organischen Dünger werden die Felder gedüngt, aber nicht überdüngt, wie heutzutage mit zu viel Kunstdünger, der sich ungenutzt als Nitrat im Grundwasser anreichert. Leider geschieht es jetzt auch mit Mist und Gülle aus der Massentierhaltung, der für Geld auf den Äckern als angeblicher Dünger entsorgt wird.)

Mit Abteilung der Güter zertrennen sich auch die Gemüter.

Mit albernen Narren soll man nicht scherzen.

Mit allen essen, mit keinem es halten.

Mit aller Pläsier, sagt der Bauer, wenn er muss.

Mit altem Hunde sicherste Jagd.

Mit anderer Sachen muss man behutsamer umgehen als mit seinen eigenen.

Mit Arbeit kriegt man Feuer aus den Steinen.

Mit Ausdauer kam auch die Schnecke noch in die Arche.

Mit Austeilen gewinnt man Freunde.


Mit beiden Beinen im Stock*32 oder mit einem, ist gleichviel.

Mit Bettlern ist keine Ehr einzulegen.

Mit bloßem Schein muss man nicht zufrieden sein.

Mit bloßen Sorgen kann man keinen Strohhalm zerbrechen.

Mit bösen Gäulen bricht man das Eis.
Mit bösen Pferden bricht man das Eis.

Mit Dank hab` schmalzt man keine Suppe.

Mit deinen Farben und meinem Pinsel will ich dich malen.

Mit deinen Knochen will ich noch Birn und Äpfel herunterwerfen.

Mit dem Alter ist es wie mit dem Wein: Es muss ein guter Jahrgang sein.

Mit dem frommen Mann geht Gott und die Armut zu Tisch.

Mit dem Guten wird man gut und bös mit dem, der übel tut.

Mit dem Halse bezahlt man alles.

Mit dem Maße, womit ihr mäßet, wird euch wieder gemessen.

Mit dem Ofen ist schwer um die Wette gähnen.

Mit dem Pfennig fängt man an zu spielen.

Mit dem Spaß muss man aufhören, wenn er am meisten Spaß macht.

Mit dem Teufel ist nicht gut Kirschen essen.


Mit dem Urteil nicht eile, hör zuvor beide Teile.

Mit dem Weck kann man das Brot ersparen.

Mit dem Wirt ändert sich das Haus.

Mit den Alten soll man ratschlagen und mit den Jungen fechten.

Mit den Beinen läuft man nicht in den Himmel.

Mit den Eiern in die Pfanne, so werden keine bösen Küken draus gebrütet.

Mit den Gänsen sollen wir trinken, aber nicht essen.

Mit den Händen gibt man Leute zusammen, und mit den Füßen gehen sie auseinander.

Mit den Herren ist nicht gut Kirschen essen, denn sie schießen gern mit den Steinen.

Mit den Herren ist nicht gut Kirschen essen, denn sie wollen die Ersten und die Letzten in der Schüssel sein.


Mit den Narren baut man den Weg.

Mit den Toten kann man nicht zürnen.

Mit den Wölfen muss man heulen.

Mit den Zähnen kann man das meiste Gold gewinnen.
(Auch heute glauben etliche diesem Sprichwort aus dem 17. Jahrhundert wie früher und denken dabei wahrscheinlich an ihren Zahnarzt.)

Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.
(Dieses Sprichwort stammt aus der Tragödie „Die Jungfrau von Orleans“ (1801) von Friedrich Schiller (1759 - 1805). Im 3. Akt, sechster Auftritt sagt der englische Feldherr Talbot „Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.“ zum englischen Offizier Lionel. Das bedeutet, trotz gegenteiliger Argumente und Beweise hält jemand an einer offensichtlich unklugen Einstellung oder dummen Verhalten fest.)

Mit der einen Hand geben, mit der andern nehmen.

Mit der Gabel ist's ein Ehr: Mit dem Löffel kriegt man mehr.

Mit der Hand muss man säen, nicht mit dem Sacke.
Man muss mit der Hand und nicht mit dem ganzen Sack säen.
Säen muss man mit der Hand, nicht mit dem Sacke.

Mit der Meintat gleicht man falschen Zeugen.
(Meintat = veraltetes Wort aus dem althochdeutschen und mittelhochdeutschen mein = falsch. Nach altem Recht war es eine falsche und heimliche Tat, die auf niederträchtige Gesinnung schließen lässt. Zu den heimlich begangenen, und damit ehrlosen schweren Verbrechen gehörte heimlicher oder nächtlicher Diebstahl, Mord, Vergewaltigung, Verrat, Brandstiftung und andere. Offen begangener Raub und andere nicht heimliche Vergehen am Tage galten dagegen als minder schwer.)

Mit der Münze, womit du zahlst, zahlt man dich auch (zahlt der andere auch).

Mit der Mutter soll beginnen, wer die Tochter will gewinnen.

Mit der Pfeife gewonnen, mit der Trommel vertan.
Mit dem Pfeiflein gewonnen, mit dem Trommlein vertan.

Mit der Suppe muss man nicht artig sein.

Mit der Trommel gewonnen, mit der Flöte verspielt.
(Wie man an dem Sprichwort zwei weiter oben sieht, ist es in beiden Richtungen möglich.)

Mit der Wahrheit kann man leicht ins Geschrei kommen.
Mit der Wahrheit kommt man ins Geschrei.

Mit der Wahrheit kommt man am weitesten.

Mit der Wahrheit spielt man alle Tage den Karfreitag.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an alles.

Mit der Zeit kommt alles ans Licht.


Mit der Zeit kommt die Henne auf ihre Eier.

(Das bedeutet, man muss einer Sache nur genügend zeit geben, damit sie in die richtige Bahn kommt.)

Mit der Zeit kommt Freud und Leid.

Mit der Zeit kommt Jan ins Wams.

Mit der Zeit reift das Korn.


Mit der Zeit vergeht's.
Mit der Zeit vergeht und verdirbt alles.

Mit der Zeit werden auch die späten Früchte reif.


Mit der Zeit wird dir hold, was vorher dein nicht gewollt.

Mit des Toren Zorn sei unverworr'n.

Mit dieser Wiege bin ich gewiegt.

Mit Dreck versiegeln ist ebenso als unversiegelt.

Mit Dummen dumm, mit Weisen weis', das war von je der Welt Preis.

Mit eigner Peitsche und fremden Rossen (Pferden) ist gut fahren.

Mit einem bösen Weibe finge man den Teufel im freien Feld.

Mit einem Fischerbuben von neun Jahren ist besser über den Rhein fahren als mit einem Doktor von siebzig.

Mit einem goldenen Hammer kann man wohl eiserne Tore aufmachen.

Mit einem Handwerk kommt man weiter als mit tausend Gulden*13.

Mit einem Heller*17 kann man kein gut Mus kochen.

Mit einem Heller*17 kauft man keinen Ochsen.

Mit einem Löffel Honig fängt man mehr Fliegen als mit einem Fass voll Essig.

Mit einem nahen Acker und einer weit entfernten Schwiegermutter ist es sich am besten gefahren.
(Sprichwort aus Schwaben)

Mit einem Narren lässt sich kein Kind taufen.

Mit einem Tropfen Honig fängt man mehr Fliegen als mit einer ganzen Kanne Essig.

Mit einer goldenen Lanze kann man auch den Stärksten aus dem Sattel heben.

Mit einer Kunst kommt man am besten fort, sagt die Katze zum Fuchs.
(Auch bei diesem Sprichwort hat das Wort „Kunst“ nicht die heute verbreitete Bedeutung, sondern es bedeutet „können“. Die „Kunst“ bedeutet hier, das man ein Handwerk gelernt hat und die dazu notwendigen Kenntnisse hat. Mit diesem Können und Wissen kann man das Handwerk überall ausüben und seinen Lebensunterhalt bestreiten.)

Mit Ernst ist nicht gut scherzen.

Mit essen, messen und besinnen, ist der halbe Tag von hinnen.

Mit Feuer und Blut wird auch getauft in Märtyrerzeit.

Mit Fragen kommt man durch die Welt.

Mit Fragen kommt man nach Rom.

Mit Fragen wird man berichtet.

Mit fremdem Kalb ist wohlfeil pflügen.

Mit fremdem Schaden ist wohlfeil klug werden.

Mit fremden Fingern ist's leicht Kastanien aus dem Feuer zu holen.

Mit frischen Rosen und Jungfern darf man nicht lange scherzen.

Mit Frommen und Bösen wird das Haus erfüllt.

Mit Fürsten ist bös Kirschen essen; sie werfen einem gern die Steine ins Gesicht.
(aus Württemberg)


Mit Füttern wird keine Zeit verloren.

Mit Gaben fängt man die Götter.

Mit Geben wuchert man am meisten.

Mit Gedanken beisst man einem kein Ohr ab.

Mit Gedanken schlägt man kein Fenster ein.

Mit Geduld und Spucke vertreibt man manche Mucke.

Mit Geduld und Zeit wird aus dem Maulbeerbaum ein Seidenkleid.
Mit Geduld und Zeit wird Maulbeerblatt zum Atlaskleid.
(Die Seidenraupe frisst die Maulbeerblätter und spinnt daraus den Seidenfaden, aus dem die Seidenstoffe gewebt werden. Bei Körte steht 1837 dazu: Geduld, Vernunft und Zeit, das sind gar schöne Sachen, die, was unmöglich scheint, noch möglich können machen.)

Mitgeflogen, mitgehangen.

Mitgegangen, Mitgefangen, Mitgehangen.
Mitgegangen, mitgefangen; mitgestohlen (mitgefangen), mitgehangen.
Wer mit den Dieben läuft, der muss mit ihnen hangen.

Mit Geld kann man sich keine Freunde kaufen.

Mit Geld probiert man die Welt.

Mit gelehrten Worten überredet man Bauern.

Mitgenommen ist besser als darum gekommen.

Mit geschwollenen Beinen ist böse tanzen.

Mit Gesetz und Worten regiert und leitet man die Welt.

Mitgesündigt, mitgebüßt.

Mit Gewalt kann man eine Violine an einem Eichbaum entzweischlagen.

Mit glatten Worten täuscht man die Leute.

Mit gleicher Elle wird dir gemessen.

Mit Gold ist jede Festung zu erobern.

Mit Gott den Anfang.
Mit Gott den Anfang, sonst geht's den Krebsgang.

Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der schönste Lebenslauf.

Mit Gott ist gut arzneien.

Mit Gott lässt sich nicht spotten.

Mit großen Herren ist nicht gut Kirschen essen.
Mit großen Herren ist schlecht Kirschen essen.
Mit Herrn ist bös Kirschen essen.

Mit großen Herren rechten, ist mit zehn Mannen fechten.

Mit großen Herren soll man seidne Worte reden.

Mit Güte macht man Tiere zahm.

Mit gutem Winde ist gut segeln.

Mit (Bei) guten Nachbarn hebt man den Zaun auf.

Mit den Nachbarn hebt man Zäun' und Scheunen auf.
(Schon 1837 meinte Körte in seinem Sprichwörterbuch: „Dergleichen Nachbarn sind aber gar selten.“ Aus eigener Erfahrung kann ich hinzufügen: Auch wenn man Jahrzehnte von guten Nachbarn ausgegangen ist, sobald die sich einen Vorteil daraus erhoffen, entpuppen sich die meisten als keine guten Nachbarn.)

Mit guten Vorsätzen ist der Weg zur Hölle gepflastert.

Mit guten Worten fängt man die Leute.

Mit guter Muße geht man auch fern.
Mit Muß kommt man auch fern.
(Kommentar dazu im Deutschen Sprichwörter Lexikon: „Wer weiten Weg zurücklegen will, soll mäßig beginnen, wobei er weiter kommen werde, als wenn er beim Beginn sich übereilt.“)

Mit „Hab' Dank“ schmälzt man keine Suppe.

Mit Hadern*14 gewinnt man nichts als Hadern*14.

Mit Hadern*14 verliert jedermann außer Papiermacher und Advokaten.

Mit halben Kosten hält man auch Haus.

Mit Harren und Hoffen hat`s mancher getroffen.

Mit Hunden fängt man Hasen, mit Lob die Narren und mit Geld (Gold) die Frauen.


Mit jedermann dich freundlich halt, vertrau doch nicht, die Lieb ist kalt.

Mit Jesuiten-Chor, Benediktiner-Bett, Kapuziner-Tisch und Dominikaner-Wein, ist gut geistlich sein.

Mit Kindern muss man spielen, solange man sie noch hat.

Mit klarem Ziel gewinnt man viel.

Mit Kleinem fängt man an, mit Großem hört man auf.

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Mit kranken Beinen ist bös gehn.
Dieses Sprichwort steht so in Band 1 des Deutsches Sprichwörter-Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander aus dem Jahr 1867 unter Bein Nr. 41.
Als Quelle wird die Sammlung Teutsche Sprach und Weissheit von Georg Henischii aus dem Jahr 1616, Spalte 261, angegeben. Dort steht aber "ist bös gehn Rom laufen" und nicht "ist bös gehn". Weitere Quellen sollen die Nr. 485 der Sprichwörter und sprichwörtliche Redensartensammlung von W. Körte aus dem Jahr 1837 und die Nr. 894 der deutschen Sprichwörter von von K. Simrock aus dem Jahr 1846 sein. Dort steht aber:

Mit kranken Beinen ist schlimm nach Rom laufen.

Weiter steht im 5. Band des Deutsches Sprichwörter-Lexikon von Wander unter Bein Nr. 135 das Sprichwort:

Mit schwachen Beinen ist schlecht nach Rom laufen.

Als Quelle wird die Sammlung der Teutschen Weissheit von M. Fridericum Petri aus dem Jahr 1605 genannt,
wo folgendes Sprichwort steht:


Mit krancken Beinen ist böß gen Rom lauffen.

Nur unter Bein Nr. 19 im 1, Band steht bei Wander derselbe Wortlaut wie bei der von ihm dafür angegebenen Quelle bei Winckler aus dem Jahr 1685 unter Fünftes Hundert Nr.25:

Es ist übel, mit kranken Beinen nach Rom laufen.

Wahrscheinlich wurde hier teilweise falsch voneinander abgeschrieben und durcheinandergebracht.
Ein Sprichwort und alle schreiben es anders.
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Mit kranken Seilen muss man gelinde ziehen.

Mit kurzer Elle kann man viel messen.

Mit Lachen sagt man's Deutsch.
(Das soll bedeuten, man sagt jemandem grob eine Wahrheit. Durch das Lachen versucht man, den Groll des anderen abzuschwächen.)

Mit langen Spießen ist gut kriegen.

Mit Laufen gewinnt man am meisten.

Mit leerer Hand ist schwer Vögel fangen.

Mit Leib und Blut kommt man in des Kaisers Reich, mit Glauben und Gewissen in Gottes Reich.

Mitleid bekommt man umsonst, Neid erwirbt man sich.

Mit Listen kann niemand Gut eigen machen.

Mit Lügen und Listen füllt man Sack und Kisten.

Mit Menschen Frieden, mit Sünden Krieg.

Mit Nachbarn ist gut Scheuern*31 bauen.

Mit Narren ist schlimm spaßen.

Mit Narren muss man Geduld haben.

Mit Narren muss man zum Narren werden.

Mit 'nem Esel kann man wohl hacken, aber nicht schnacken.

Mit Nesteln fängt man an zu spielen. Mit Nüssen fängt man an zu stehlen.
Mit den Nesseln fängt man an zu spielen.
Mit den Nesteln fängt man an zu spielen.
(Erklärung dazu von Wander: „Nestel, Nessel, Heftel, Band, Senkel. – Die Geschlechtsneigung ist unschuldig im Beginn.“)

Mit nichts bereitet man sich gut auf die Fasten.

Mit nichts fahet man nichts.
(Mit nichts fängt man nichts.)

Mit nichts kann man kein Haus bauen.

Mit Ochsen und Fuchsen ist ein Regiment am besten bestellt.

Mit Pfannen und Kannen lockt man ihn, wohin man will.

Mit Rat und Tat ein Mann.

Mit rechten Leuten gehts einem recht.

Mit Rechten und Kriegen gewinnt niemand viel.

Mit Recht verliert man das mit Schwänken, was man gewonnen hat mit Ränken.

Mit Scham und Schaden wird man klug und gelehrt.

Mit Scherzen vertreibt man die lange Weile.

Mit schlimmen Gecken ist schlimm ringen.
Mit schlimmen Gecken soll man nicht spaßen.

Mit Schmeicheln erweicht man die Herzen.

Mit Schreien wirst du's nicht ertrotzen.

Mitschuldig ist der Tat, wer nicht straft die Missetat.

Mit schwachem Strick muss man leise ziehen.

Mit Schweigen verred't (verrät) sich niemand.

Mit Schweigen verschweigt man die Freunde.

Mit seinem eignen Gut kann jeder Unrecht tun.

Mit seinen Knochen wollen wir noch Nüsse von den Bäumen werfen.

Mit Singen und Springen kann man`s vollbringen.

Mit Speck fängt man Mäuse.


Mit Stillschweigen antwortet man viel.

Mit St. Peter ist gut handeln.

Mittelstraß' das beste Maß.
Mittelglück, das Beste.
Mittelmaß, die beste Straß',

Mittelweg, ein sichrer Steg.

Mitten auf dem Meer macht der Wind viel Wellen.

Mit Tränen heiß die arme Welt beweint, das verlorene Geld.

Mit treu den Einfältigen unterweis, so kriegst bei Gott selbst den Preis.

Mit Undank der Wohltat die Welt lohnt seinen Herrn, der Hund beißt fürs Brot.

Mit unwilligen Hunden fahet man nicht.
(fahet = alter Ausdruck für fangen, jagen oder anderes.)
Mit unwilligen Hunden ist böse, Hasen fangen.
Mit unwilligen Hunden ist nicht gut jagen.

Mit unwilligen Ochsen ist nicht gut pflügen.

Mit unwilligen Rossen ist nicht gut zu Acker fahren.

Mit Verachtung sucht man auch Ehre.

Mit Verlaub kann man dem Bauern das Pferd aus dem Stall stehlen.

Mit Verwandten soll man trinken und essen, aber nicht zählen und messen.

Mit vielem geudet man, mit wenigem spart man.

Mit Vielem kommt man aus, mit wenig hält man Haus.
Mit Vielem hält man Haus, mit Wenigem kommt man (auch) aus.
(Das ober Sprichwort steht so bei Simrock (Nr. 4451) und ist deswgen wahrscheinlich verbreitet und bekannter, aber falsch. In der überwiegenden Mehrheit aller Sprichwörtersammlungen steht schon Jahrhunderte vorher das untere, welches im Gegensatz zum oberen auch einen Sinn ergibt. Georg Schambach erklärt es 1863 in seinem Sprichwörterbuch auf Seite 75: „Wer viel hat, kann damit gut Haushalten, um aber eben sein mäßiges Auskommen zu haben, dazu genügt schon weniges.“)

Mit vielen Augen ist besser sehen denn mit einem.

Mit vielen fechte, mit wenigen berate.
Mit vielen in den Krieg, mit wenigen in den Rat.
Mit vielen soll man den Feind schlagen, mit wenigen zurate gehen.

Mit viel Weibern zeugt man viel Kinder.

Mit vollem Bauch ist gut Fastenpredigt halten.

Mit vollem Maul ist schlimm blasen.
Mit vollem Mund ist bös blasen.

Mit vollem Wagen muss man zeitig fahren.

Mit Wachen und mit Wagen muss man das Glück erjagen.

Mit Wasser und Brot kommt man durch alle Not.

Mit Wein macht man den Psittich (Papagei) schwatzen.

Mit welchen Vögeln man fliegt, mit denen wird man gefangen.

Mit wenigen Gesetzen regiert man wohl.

Mit wenig lebt man wohl.
(Wahrscheinlich stammt dieses Sprichwort aus dem Lateinischen von Horaz, Carmen 2, 16: „Vivitur parvo bene“)

Mit willigen Rossen fährt der Fuhrmann wohl.

Mit Wohltun gewinnt man den ärgsten Feind.

Mit Worten richtet man mehr aus als mit Händen.

Mit Worten speist man nicht wohl, denn der Leib wird davon nicht voll.

Mit Zank gewinnt man nicht viel.

Mit Zank und Streit kommt man nicht weit.

Mit Zeit und Gebiss macht man die Pferde bändig.

Mit Zeit und Geduld wird aus dem Hanfstängel ein Halskragen.

Mit Zeit und Weile kommt man nach Rom.

Mit Zeit und Weile lernt ein wilder Ochs das Joch tragen.

Mit zunehmendem Alter wird man nicht klug, man weiß nur, dass es die anderen auch nicht sind.

Mögen sie mich hassen, wenn sie mich nur fürchten.

Mönche, Mäuse, Ratten, Maden scheiden selten ohne Schaden.

Mönche trugen ihren Bettelstab viel mehr, denn zehn frommen Hausvätern ihre ehrliche Nahrung.

Mönch ins Kloster, Fisch ins Wasser, Dieb an'n Galgen.

Mönch und Nonnen gehören zusammen.

Montagswetter wird nicht Wochen alt.

Mord und Ehebruch verbirgt sich nicht, sondern kommt mit der Strafe ans Licht.

Morgengäste bleiben nicht.

Morgen ist auch noch (wieder) ein Tag.
(Das bedeutet, man versucht zu rechtfertigen, dass man eine Aufgabe noch nicht erledigt hat, sondern sie erst einmal auf morgen verschoben hat. Ähnliche Sprichwörter auch in anderen Ländern.)

Morgen ist gut wandern übermorgen noch besser.

Morgen kommt Rat und Tat.
Morgen kommt Tag und Rat.

Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Morgen, morgen, nur nicht heute, sprechen alle trägen (immer faule) Leute.

Morgen, morgen tut kein Ding versorgen.

Morgenregen und Alteweibertänze dauern nicht lange.

Morgenregen und Weiberweh sind um Zehne nimmermeh.

Morgenrot bringt Wind und Kot.

Morgenröte kann nicht lügen,
Mägdebauch kann nicht betrügen.
Ist's nicht Regen, ist es Wind,
ist's nicht Schmer, so ist's ein Kind.
(Schmer = aus dem mittelhochdeutschem, Fett, Bauchfett.)

Morgenröte und Abendräte sind unstet; Morgenräte und Abendröte sind stet.

Morgenrot mit Regen droht.

Morgenstund bringt Brot und Gold im Mund.

Morgenstund hat Gold im Mund.
Morgenstunde hat Gold im Munde, (aber Blei im –).

Morgenstunde ist aller Laster Anfang, Müßiggang hat Gold im Mund.
(Weit verbreitete und allgemein bekannte Sprichwörter werden oft verändert, auseinandergenommen und anders wieder zusammengesetzt. Solche veränderten Sprichwörter werden bemerkt und bringen extra Aufmerksamkeit und finden sich praktisch überall, nur hier nicht. Die Sprichwörter auf diesen Seiten sind oder waren so original als Sprichwörter verbreitet und sind in einer oder mehreren Quellen so zu finden (nur mit neuer Rechtschreibung). Bei Fehlern, fehlenden Sprichwörtern oder anderem bitte eine Nachricht schicken.)

Morgen wollen wir davon reden.

Moses bringt mit Not das wohl bescholten Bettels Brot.

Moses mit seinem Gesetz ist aller Henker Meister.

Most, Wein und Hurerei machen toll.

Müde Ochsen treten hart (übel).
Müde Ochsen treten langsam, aber hart.

Mühe gebiert Ehre.

Mühe ist der Wissenschaft Mutter.

Mühe und Arbeit fährt durch die Hölle.

Mühlhausen ist der Eidgenossen Kühstall.

Mühl ohne Gang, Glock ohne Klang, Hand ohne Gaben, Schul ohne Knaben will niemand haben.

Müh und Fleiß bricht alles Eis.

Müller Geschlecht steckt die Hände gern tief in fremde Säcke.

Müller ist nicht eher fromm, bis er zum Fenster ausguckt.

Müller, Müller, Roggenstehler, Kernenbeißer, Hosensch–.

Müller, Schneider und Weber werden nicht gehenkt, das Handwerk ginge sonst aus.
(Dazu meint Wilhelm Körte 1837: „Die Müller stehen von uralter Zeit her im schlimmen Rufe des Übervorteilens.“ Eduard Graf meint dazu 1864 in seinen Rechtssprichwörtern auf Seite 46: „Möglich, dass man Henker und Schergen aus Furcht vor körperlicher Ansteckung mied, da ihnen die Ausweisung der Aussätzigen oblag, was auch auf den Abdecker und möglicherweise auf den Schäfer passte, allein wahrscheinlich ist es nicht; man erstreckte auch Ehrlosigkeit im Wege der Auslegung auf möglichst weite Grenzen, obwohl man lieber zehn ehrlich machen soll, als einen zum Schelm, schaute gelegentlich auf jeden Handwerker mit Verachtung, obwohl niemand desselben entraten kann und heute noch geißelt der Volkswitz verschiedene Gewerbe.“)
Müller, Schneider und Weber werden nicht gehenkt, das Handwerk ginge sonst aus.
Müllers Henn und Witwers Magd
hat selten Hungersnot geklagt.


Müller und Bäcker stehlen nicht, man bringt's ihnen.

München soll mich nähren,
in Ingolstadt will ich mich wehren.


Mundköch und Mundrät sind bei Hof in gleichem Wert.

Mund und Herz sind eine ganze Spanne voneinander.

Muss es sein, so schick dich drein.
Was muss sein, da schick dich drein.

Müßige Leute haben seltsame Gedanken.

Müßiggang, der Tugend Untergang.

Müßiggang hat Armut im Gefolge.

Müßiggang hat bösen Ausgang.

Müßiggang hat bösen Nachklang.

Müßiggang in der Jugend, Arbeit im Alter.

Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Müßiggang ist aller Laster Anfang und des Teufels Ruhebank.
Müßiggang ist des Teufels Ruhebank.
(Ursprung des Sprichworts ist wahrscheinlich die Bibel, Jesus Sirach 33, 29: „Müßiggang lehrt viel Böses.“ Ähnliches Sprichwort in England: Ein faules Gehirn ist die Werkstatt des Teufels.)

Müßiggang ist der Tugend Untergang.


Müßiggang ist des Teufels Orden, Arbeit ist Gottes Stand.

Müßiggang ist eine schwere Arbeit.

Müßiggang macht endlich traurige Arbeit.

Müßiggang und Völlerei sind des Teufels Stricke.
(Völlerei = Fresssucht, Schwelgerei, Gefräßigkeit, maßloses Essen und Trinken)

Müßiggang verzehrt den Leib wie Rost das Eisen.
Müßiggehen verderbt den Leib, wie der Rost das Eisen.

Müßiggehen mag ich nicht, sagte jene Schwester und lauste für die Langeweile die Mäuse.

Muss ist ein bitter (böses) Kraut.

Muss ist ein böses Mus.

Muss ist ein Brettnagel.

Muss ist harte Buß.

Muss ist härter als Grübelnuss.

Muss (Mus) ist nicht Suppe.

Muss ist 'ne harte Nuss.

Muss ist Zwang, und Kreischen ist Kindergesang.

Muss macht die Not, den Willen Gott.

Muss man denn allen Plunder wissen?
(Nein, muss man nicht, es reicht aber nicht, alles nur im Internet bei Google oder Wikipedia zu suchen, etwas muss man schon wissen oder können! Leider ist das heute immer weniger der Fall. Früher konnten Schulabgänger ohne Schwierigkeiten eine Ausbildung anfangen und meist auch erfolgreich beenden; heute sind viele nicht einmal ausbildungsfähig, wie viele Firmen bemängeln. Internet und Smartphone helfen also nicht in der Schule beim Lernen, sie behindern das Lernen! Man sollte in der Schule den richtigen Umgang mit elektronischen Medien lernen, aber Lernen sollte man trotzdem mit dem eigenen Kopf und nicht alles Wissen und Können in eine unerreichbare Cloud auslagern. Etwas Wissen, Können und vor allem Bildung sollte man im eigenen Kopf ohne Computer, Smartphone und Internet greifbar haben, den Plunder kann man weglassen. Andernfalls schafft man unfähige Menschen, die oft nicht einmal für Hilfsarbeiten geeignet sind, von denen gibt es schon zu viele.)

Mutigem Rosse starker Zaum.

Mutschierung bricht keine (nicht) gesamte Hand.
(Das bedeutet, bei einer Gesamthandsgemeinschaft gehört einer Gemeinschaft von Personen ein bestimmtes Eigentum gemeinschaftlich, über das nur gemeinschaftlich verfügt werden kann. Mit einer Mutschierung wird die Nutzung ohne Aufhebung der Gemeinschaft geteilt.)

Mutter dich, liebes Kind, und nimm des Vaters Weis an.

Mutter eine Hur, Tochter ein Hürlein.

Mutterflüche kleben nicht und Vaterzorn schwöret nicht.
(In mehreren Sprichwörtersammlungen steht dieses Sprichwort, nur bei Karl Simrock steht „Vaters Zorn schwärt“ anstelle des obigen Textes. Wahrscheinlich hat Simrock falsch abgeschrieben oder es ist ein Druckfehler bei ihm.)

Mutter, ich muß einen Mann han, oder ich zund 's Haus an.

Mütter lieben Töchter, aber Söhne noch viel mehr.

Mutterschoß ist arm, aber warm.

Muttertreu ist (wird) täglich neu.

Mut über Gut.

Mutwillen kostet viel.