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Einzelne Sprichwörter kann man für andere Zwecke benutzen.

Es ist aber verboten und strafbar, größere Mengen, ganze Listen oder Länder zu kopieren und in anderen LIsten, Sammlungen oder Sprichwörtersammlungen im Internet, Büchern, Schriften, Computern oder anderswo in anderer, gleicher oder ähnlicher Art und Weise in elektronischen, gedruckten oder anderen Medien zu speichern, zu verarbeiten oder zu veröffentlichen.
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Deutsche Sprichwörter
Über 20.000 deutsche Sprichwörter
Man muss bis Man z
Flagge von Deutschland
Karl Friedrich Wilhelm Wander
und das „Deutsches Sprichwörter Lexikon“


Karl Friedrich Wilhelm Wander hat zwischen den Jahren 1867 und 1880 sein fünfbändiges „Deutsches Sprichwörter Lexikon“ veröffentlicht. Über 30 Jahre hat er dafür Sprichwörter gesammelt. Im Deutsches Sprichwörter Lexikon sind ca. 225.000 deutsche Sprichwörter und Redensarten und ca. 60.000 Sprichwörter aus verschiedensten Fremdsprachen. Eine Arbeit eines Einzelnen, ohne die heute möglichen Hilfsmittel, eine einmalige und unvergleichbare Leistung, die man nicht überschätzen kann.

Wer aber meint, ein deutsches Sprichwort zu haben, weil es auch bei Wander im Lexikon steht, hat trotzdem nicht sicher eins, es kann auch falsch sein. Wander selbst schreibt im Vorwort zum 1. Band des Deutsches Sprichwörter Lexikon, das es auch Fehler enthält oder Quellenangaben verloren gingen. Die Quellenangaben sind tatsächlich teilweise falsch oder fehlen vielfach ganz. Erst wenn man ein Sprichwort in den Quellen Wanders wiedergefunden hat, kann man sich über Herkunft und Nationalität sicher sein.

Ein Freund Wanders wurde wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe verhaftet und in Wanders Wohnung fand 1845 wegen angenommener Unterstützung eine Hausdurchsuchung statt. 1853 fand eine weitere Haussuchung bei ihm statt. Seine Vergehen: Er war Lehrer und hatte eine Lehrervereinigung gegründet. Er forderte mehr Selbstbestimmung für die Lehrer, er hatte mehrfach kritische Aufsätze und Bücher über die Schule veröffentlicht und er forderte die staatliche Aufsicht über die Schulen mit Abschaffung der Kirchlichen, unter der das Schulwesen stand. Er befürwortete nicht den Schulmeister alter Prägung, der nur notwendiges Wissen beibrachte und gehorsame Untertanen produzierte, er forderte einen neuen Lehrer, der freie und mitdenkende Bürger mit Selbstverantwortung erzog. Alles zusammen für Kirche und herrschende Obrigkeit revolutionär und unhaltbar für einen Lehrer. Deswegen wurde er 1849 endgültig aus dem Schuldienst entlassen. Durch die Haussuchungen und Umzüge verlor er ein Heft mit Quellenangaben, was zu fehlenden Quellen im Sprichwörterlexikon führte.

Außerdem hatte er 1831/32 unter dem Titel Scheidemünze neue Sprichwörter herausgegeben, das heißt, von ihm erdachte und Sprichwörtern nachempfunden Sprüche. Auch diese fanden Eingang ins Sprichwörterlexikon. Das brachte ihm den Vorwurf, sich die Sprichwörter teilweise auszudenken. Andere Sprichwörter habe er selbst vernommen oder sie wurden ihm als solche übergeben, teilweise ohne Quellen oder Herkunftsangabe. Etliche stammen aus der Literatur, die er an Form und Gepräge des Ausspruchs erkannt haben will, was nicht jedermanns Sache ist, wie er meint. Dazu gehört die erforderliche Aufmerksamkeit und ein für diesen Zweck gebildetes Sprachgefühl, das sogenannte Sprichwörterohr, das er seinen Angaben nach besitzt, viele andere aber nicht. Wenn sein Sprichwörter-Instinkt etwas zum Sprichwort erklärt hatte, war eine weitere Überprüfung nicht notwendig. Der im Lexikon vorhandene Quellennachweis war für ihn ausreichend.

Quellen: Vorrede im 1. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.
            Nachwort im 5. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.

Beispiele für Fehler im Deutschen Sprichwörter Lexikon:

Als Quelle für die Ägyptischen Sprichwörter benutzte Wander das Buch „Arabische Sprüchwörter oder die Sitten und Gebräuche der neueren Aegyptier erklärt aus den zu Kairo umlaufenden Sprüchwörtern übersetzt und erläutert von Johann Ludwig Burckhardt“ aus dem Jahr 1834. In diesem Buch sind 782 Ägyptische Sprichwörter enthalten. Bei Wander findet man aber nur 696 Mal die Quellenangabe Burckhardt und nur 155 Mal den Hinweis auf Ägypten. Die übrigen Ägyptischen Sprichwörter scheinen bei ihm fälschlicherweise „deutsche Sprichwörter“ zu sein. Ähnliches gilt auch für andere Quellen Wanders aus anderen Ländern.

Bei über 4000 Sprichwörtern gibt Wander z. B. Dr. Phil. Julius Altmann an, der 1853-1855 in einigen Zeitschriften Sprichwörter aus Russland, Bulgarien und von den Tataren veröffentlichte, die er dort auf Reisen sammelte. Auch sie sind in Wanders Sprichwörterlexikon enthalten, aber oft ohne den Hinweis auf Russland oder Bulgarien. Wer später von Wander abgeschrieben hat, machte möglicherweise fälschlicherweise aus Mangel am Hinweis aus einem fremden, ein deutsches Sprichwort.

Etliche fremde Sprichwörter erhielten schon ohne vergleichbares deutsches Sprichwort eigene Nummern. Aus Ermangelung entsprechender deutscher Sprichwörter und verlorener Quellen wurde daraus später ein deutsches Sprichwort ohne Quellenangabe.

Mehrfach stehen Sprichwörter in Mundart mit Hinweis auf die hochdeutschen Varianten, oder umgekehrt, oder beide oder mehrere verschiedene Mundarten als verschiedene Sprichwörter im Sprichwörter Lexikon.
Dass ein Sprichwort von einem Bayern, Hessen, Sachsen oder anderem Deutschen in seiner ihm eigenen Mundart ausgesprochen wird, macht aus einem Sprichwort auch heute noch kein weiteres neues Sprichwort. Ebenso das Umstellen einzelner Wörter, falsches Abschreiben, übersetzen oder weglassen oder verlieren von Quellen. Schon nach Druck der ersten zwei Bände gab es deswegen begründete Kritik eines anderen Sprichwörtersammlers, Otto Freiherr von Reinsberg, der auch auf einen Kommentar im Vorwort der Sammlung von Wilhelm Körte (1837) hinwies. Wanders Antwort darauf steht im Vorwort des 3. Bandes des Sprichwörter Lexikons. Leider waren die gegenseitigen Kritiken von Otto Freiherr von Reinsberg und K. F. W. Wander in deren Veröffentlichungen vorwiegend persönlicher Natur und brachten auf keiner Seite eine Verbesserung ihrer Arbeiten. Im Internet nachzulesen in den Vorworten von Wanders Sprichwörter Lexikon und: http://brema.suub.uni-bremen.de/ . . Reinsberg

Beispiel:

„Schreib a X fer a U, su kimmste der Rechnung zu.“ steht als Schlesisches Sprichwort im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.4 mit dem Hinweis der hochdeutschen Version bei Simrock Nr.11951. Die hochdeutsche Version wie bei Simrock: „Schreib ein X für ein U, so kommst du mit der Rechnung zu.“ steht im 4. Band in Spalte 335 unter Schreiben (Verb.), Nr.21 ohne Quellenangabe. So werden aus einem zwei Sprichwörter und wird einem bei Wander ein X für ein U vorgemacht.
Wenn dann fast wortgleich Wer ein X schreibt für ein V, kompt in der Welt am besten zu.“ im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.5 (Quelle bei Petri im anderen Teil) und „Wen der wirth schreibt ein X vor ein V, so kombt er seiner rechnung zu.“ im 5. Band in Spalte 283 unter Wirth, Nr.124 (Quelle bei Lehmann Seite 923, Nr.22) dazukommen, gibt es immer mehr Varianten, die als einzelne Sprichwörter aufgeführt werden.

Weitere Beispiele auf einigen Seiten im Text, siehe unten: Mit kranken Beinen . . . Weitere Beispiele auf einigen Seiten im Text. Aus diesem Grund ist das Deutsche Sprichwörter Lexikon als primäre Quelle oder Beweis für ein deutsches Sprichwort nur bedingt geeignet - vielmehr hat es einen unschätzbaren Wert als Hinweisgeber für die weitere Suche nach der wirklichen Quelle.

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Man muss allemal den Zaun in der Hand halten und die Gelegenheit, wenn sie sich ereignet, zuzäunen.

Man muss alles wissen, aber nicht alles zu Bolzen drehen (strafen).

Man muss alle Tag lernen, bis an den letzten Odem (Atem).

Man muss also straffen, dass der Apfel bei der Rute sei.
(Das bedeutet, man darf nicht sinnlos strafen, sondern angemessen und eine Rehabilitierung mus möglich sein, um Wiederholungen von strafbaren Handlungen vorzubeugen.)

Man muss andere Leute mit der Krämmerurteile messen, nicht mit der Hauselle.

Man muss andere nach seiner eigenen Elle abmessen.

Man muss an keine Geister glauben.

Man muss arbeiten in der Jugend, damit man zu zehren hat im Alter.

Man muss auf der Treppe von einer Stufe zur andern schreiten.

Man muss auf einen Tag nicht Wohlleben, dass man darnach nicht hab zu geben.

Man muss Bäckerskindern keine Stuten geben.

Man muss bauen mit Steinen, die man hat.
(Wer auf Pump baut, verliert möglicherweise auch das, was er vorher hatte.)

Man muss Beelzebub mit Beelzebub vertreiben.

Man muss bei den Stühlen und Bänken gehen, bis man kann alleine gehen.

Man muss beide Teile hören, eh man urteilt.

Man muss beschert für bedacht nehmen.

Man muss bisweilen durch die Finger sehen.
(Wer durch die Finger sieht, sieht nicht so genau hin und drückt ein Auge zu. Er rügt nicht jede Kleinigkeit und beachtet großmütig kleine Fehler nicht und sieht darüber hinweg.)

Man muss bisweilen fünf gerade sein lassen.

Man muss bös Geschrei verachten wie das Rauschen einer dürren Schweinsblase.

Man muss das Beste hoffen, das Schlimme kommt von selbst.

Man muss das Beste hoffen und das Böse gewarten.

Man muss das Ding da anfassen, wo man's halten kann.

Man muss das Eine tun und das Andre nicht lassen.
(Das bedeutet, man darf nicht zwei unterschiedliche Pflichten gegeneinander abwägen oder ausspielen. Man muss allem sein Recht lassen und tun und keines lassen. Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 23, 23: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehntet Minze, Dill und Kümmel und lasset dahinten das Wichtigste im Gesetz, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Dies sollte man tun und jenes nicht lassen.“)

Man muss das ein und andre sagen.

Man muss das Eisen nicht zu sehr glühen im Feuer, man verbrennt sonst die Hände.

Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Man soll das Eisen schmieden, weil es heiß ist.
Wenn das Eisen heiß ist (glüht), soll man schmieden.
(Das bedeutet, man sollte schnell handeln, eine sich bietende Gelegenheit nutzen, bevor sie vorbei ist und es zu spät sein könnte. Das Sprichwort ist in vielen anderen Ländern ebenfalls bekannt. Nach verschiedenen unbewiesenen Quellen soll es auf Terenz, Ovid oder andere zurückgehen. Als deutsches Sprichwort (der 3. Spruch) steht es schon im 17. Jahrhundert im Sprichwörterbuch „Florilegium Politicum. Politischer Blumengarten“ von Christophorum Lehmann aus dem Jahr 1630 auf Seite 258, Nr.8 im Kapitel Gelegenheit.)

Man muss das Geld von den Leuten nehmen, von Bäumen kann man's nicht schütteln.

Man muss das Geschöpf nicht höher achten, als den Schöpfer selbst.

Man muss das Glück unterwegs suchen, nicht am Ziel, da ist die Reise zu Ende.

Man muss das Gute suchen und das Böse erwarten.

Man muss das Maul nach der Tasche richten.

Man muss das Pferd nicht auf den Esel setzen.

Man muss das Pferd und nicht den Reiter zäumen.
(Bei Körte wird der Reiter mit der Seele und das Pferd mit der Sinnlichkeit verglichen, ähnlich wie beim Sprichwort: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Der Geist oder Seele muss den Körper beherrschen und steuern, alles andere ist schlecht.)

Man muss das Schamhütlein ablegen, wenn man zu etwas kommen will.

Man muss das Spiel verstehen!

Man muss das Unglück überbösen.

Man muss dem Alter hausen.

Man muss dem Esel die Disteln lassen und keine Wolle dafür fordern.

Man muss dem Gelde gebieten, nicht gehorchen (dienen).

Man muss dem Glück ein Pförtchen öffnen.

Man muss dem Glück unter die Augen gehen.

Man muss dem grauen Tuch also tun, es kommen sonst die Motten drein.

Man muss dem Hobel nicht zu viel Eisen geben.

Man muss dem Hund, der Asche leckt, nicht das Mehl anvertrauen.

Man muss dem Hund nicht so oft Brot geben, als er mit dem Schwanze wedelt.

Man muss dem Kind den rechten Namen geben.
Man muss dem Kind einen Namen geben.

Man muss dem Mund nur was bieten.

Man muss dem Recht seinen Lauf lassen.

Man muss dem Taschenspieler auf die Hand lugen, nicht auf die Augen.

Man muss dem Teufel auf den Schwanz treten.

Man muss dem Teufel ein Kerzchen aufstecken.

Man muss den Alten ihre Weise lassen.
(Das bedeutet, je älter einer wird, umso schlechter kann er seine Art ändern.)

Man muss den Beutel nicht weiter auftun, als er ist.
Tu den Beutel nicht weiter auf, als er geschlitzt ist.

Man muss den Bissen nach dem Maule abmessen.
Man muss den Bissen nicht größer machen als das Maul.

Man muss den Bock nicht zum Gärtner machen.


Man muss den Brei nicht weiter treten, als er von selbst fließt.


Man muss den Bogen nicht überspannen und den Esel nicht überladen.
Man soll den Bogen nicht überspannen, noch den Esel übergürten.

Man muss den bösen Gewohnheiten die Füße brechen.

Man muss den Fisch nicht aus dem Garn lassen.

Man muss den Flachs nicht loben, man hab` ihn denn am Kloben.

Man muss den Flegel nicht aufhenken eh man gedroschen hat.
(So steht das Sprichwort 1846 bei Simrock und 1824 bei Kirchhofer, von dem Simrock dieses Sprichwort wahrscheinlich falsch abgeschrieben hat. Richtig muss es „aufhängen“ heißen, so wie Wander es im Sprichwörter Lexikon richtig korrigiert hat, gehenkt werden nur Diebe und andere Straftäter am Galgen.)

Man muss den Fuchs mit Füchsen fangen.

Man muss den Hasen schlagen, wenn er sitzt.

Man muss den Himmel nicht zu wohlfeil machen.

Man muss den Hund nicht nach Bratwürsten aussenden.

Man muss den Hund nicht zu weit in die Küche lassen.

Man muss den Immen die Waben nehmen.

Man muss den Kindern nicht zu viel Willen lassen.

Man muss den Knüttel bei dem Hund legen.

Man muss den Löffel nicht eher aus der Hand geben, bis man selbst gegessen hat.
Man soll den Löffel nicht aus der Hand geben, bis man selbst gegessen hat.

Man muss den Sack verbinden, eh er voll ist.

Man muss den Sack vom Sack läppen.

Man muss den Schemel brauchen, wo keine Bank ist.

Man muss den Schmer der Katze nicht abkaufen.
(Schmer = aus dem mittelhochdeutschem, Fett, Bauchfett (bes. beim Schwein).)

Man muss den Schrägen nach dem Markte richten.

Man muss den Vogel erst im Käfig haben, eh man ihn singen lehrt.

Man muss den Vögeln richten, wenn sie im Striche sind.

Man muss den Willen für das Werk nehmen.

Man muss den Wolf erst fangen (haben), ehe man ihm das Fell abzieht.

Man muss der Kalbzeit ihr Recht lassen.

Man muss der Zeit die Hand bieten.

Man muss der Zeit ihr Recht tun.

Man muss der Zeit nicht vorgreifen.

Man muss der Ziege keinen Schleier ummachen, noch den Affen in Purpur kleiden.

Man muss die Angel einwerfen und die Fische herausziehen.

Man muss Diebe mit Dieben fangen. Man muss den Teufel mit Beelzebub austreiben.
(2. Teil nach der Bibel, Neues Testament, das Evangelium nach Matthäus 12, 24)

Man muss die Dinge nehmen, wie sie sind.
(Dieser Spruch steht 1867 im 1. Band des Sprichwörter Lexikons von Wander (Ding Nr. 938) ohne eine deutsche Quelle. 2 angegebene niederländische Quellen entsprechen nicht den deutschen Text, sie sind nur ähnlich. Schon 1835 ist der deutsche Text am 30. Januar in der Allgemeine Zeitung München zu finden. Ebenso steht er 1839 in deutschen Übersetzungen von Shakespeares Dramen „Perikles, Fürst von Tyrus“ (Zweiter Akt, Erste Szene) und „König Heinrich V.“ (Zweiter Akt, Erste Szene), ebenso 1828 im Jahrbuch der Geschichte und Staatskunst (Seite 83), herausgegeben von Karl Heinrich Ludwig Pölitz. Auch heute wird dieses Sprichwort noch oft in vielen Texten gebraucht.)
Auch andere Varianten in Umlauf:

Man soll die Dinge nehmen, wie sie kommen.

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen, und das Wetter nehmen, wie es ist.
Man soll die Feste feiern, wie sie fallen.

Man muss die Gelegenheit am Stirnhaar fassen.
Man muss die Gelegenheit beim Schopf ergreifen.

Man muss die Gunst für die Gabe nehmen.

Man muss die Haut nicht eher feilbieten, als bis man den Bären hat.

Man muss die Henne rupfen, ohne dass sie schreit.

Man muss die jungen Kükchen töten, ehe sie aus der Schale kriechen.
(Mit den Küken sind die Begierden gemeint, die man schon im Entstehen bekämpfen muss, damit sie nicht größer werden und überhandnehmen und nicht mehr kontrollierbar sind und beseitigt werden können. Begierden wurden als etwas schlechtes angesehen, da sie nicht dem Verstand gehorchen und deswegen vom Teufel kommen müssen.)

Man muss die Katze nicht im Sacke kaufen.
Man muss keine Katze im Sack kaufen.
Die Katzen kauft man im Säcken.

Man muss die Kühe nicht bis aufs Blut melken.

Man muss die Kuh nicht so stark melken, dass man das Euter mit nach Hause bringe.

Man muss die Leute reden lassen, Fische (denn die Gänse) können's nicht.

Man muss die Menschen so nehmen, wie sie sind, und nicht, wie sie sein müssten.

Man muss die Morgensuppe nicht zu groß machen, dass man abends auch was hat.

Man muss die Sache angreifen, wo man sie fassen kann.

Man muss die Schnur nicht zu weit richten.

Man muss die Wäsche aufhängen, wenn es schön ist.

Man muss die Worte nicht auf die Goldwaage legen.

Man muss die Wurst nach der Speckseite werfen.
Die Wurst nach dem Sausack werfen.

Man muss die Zeit nehmen, wie sie kommt, sagte jener und ging um Weihnachten in die Haselnüsse.

Man muss eher einnehmen, als man anschreibt, und eher anschreiben, als man ausgibt.

Man muss ein Aas legen, so man fangen will.

Man muss einem bösen Hund ein Stück Brot ins Maul werfen.

Man muss ein König oder ein Narr geboren werden.

Man muss eins ins andre rechnen.

Man muss erst seine Brache düngen, eh' man dem Nachbar Dünger verkauft.

Man muss es ihm vorkäuen, wie einem jungen Kindlein.

Man muss es ins Narrenbuch zu Stockach schreiben.

Man muss es nehmen, weil's der Löffel gibt.

Man muss es nehmen, wie es kommt.

Man muss es zuletzt doch da suchen, wo es ist.

Man muss Frieden machen, solange man noch kämpfen kann.

Man muss früh aufstehen, wenn man früh fertig werden will.

Man muss Füchse mit Füchsen fangen.
Füchse muss man mit Füchsen fangen.

Man muss Fuchs und Hase sein, Weiß und Schwarz können.

Man muss Gunst für Gaben nehmen.


Man muss Haare scheren, wo sie sind.

Man muss Heu machen, weil die Sonne scheint.
Mach Heu, wann die Sonne scheint.

Man muss heut vertun, dass man morgen auch was habe.

Man muss hinten und vorn Augen haben.

Man muss hören und nicht hören.

Man muss ihm den Brotkorb höher hängen.

Man muss ihn bei den Kleidern halten, nicht bei den Worten.

Man muss ihn leiten wie ein blind Pferd.

Man muss immer weiter denken, als man kommt.

Man muss in alle Sättel gerecht sein.
Auf alle Sättel gerecht.
Der Kerl ist auf alle Sättel gerecht wie ein Jesuit.
Es sind ihm alle Sättel gerecht.
Zu schimpf und ernst auf alle Sättel gerecht.
(Wer in allen Sätteln gerecht ist, kann sich in jeder Lage hineinversetzen und darauf reagieren. Wander macht so aus verschiedenen Variationen und Quellen des einen Sprichworts viele. Dieses steht im Sprichwörter Lexikon unter Kerl Nr. *85, Sattel Nr. 17, Nr. *38, Nr. *57, Nr. *64, Schicken Nr. *38, Schimpf Nr. *36.)

Man muss insgemein, was man in der Jugend mit kleinem Gelde geborgt, im Alter mit Banktalern*33 bezahlen, und was man mit Freuden auf das Kerbholz gesetzt, mit Schmerzen wieder ausschneiden.

Man muss jedem lassen, nachdem er Adern hat.

Man muss kaufen, wann (weil) Markt ist.

Man muss keinem Narren eine unfertige Arbeit zeigen.

Man muss kochen, ehe man anrichtet.

Man muss lange wetzen, ehe man einen hölzernen Hammer scharf macht.

Man muss leben, wie man kann, nicht wie man will.

Man muss manch ästigen Block ungespalten lassen.

Man muss mit den Pferden pflügen, die man hat.

Man muss mit einem Löffel nicht zwei Suppen zugleich verkosten.

Man muss mit fremden Sachen behutsamer umgehen als mit seinen eigenen.

Man muss mit Gott in die Hände speien und anfangen.
(Meist bei denen üblich, die schwere Handarbeiten verrichten müssen. Es bedeutet, man soll alle Unternehmungen mit Gott und beten beginnen.)

Man muss mit ihm umgehen wie mit einem weichen Ei.

Man muss mit Pfaffen nicht anfangen oder sie totschlagen.

Man muss nicht alle Berge ebnen wollen.

Man muss nicht allen, doch guten Leuten gefallen.

Man muss nicht alle Pfeile zumal verschießen.

Man muss nicht alles dem Zufall überlassen.

Man muss nicht alles zu Bolzen drehen.

Man muss nicht dem Nachbar das Korn abschneiden.

Man muss nicht der Katze den Braten (die Milch) anvertrauen.

(Gleiche Bedeutung wie den Bock zum Gärtner machen, man ist vorhersehbar selber schuld am Verlust.)

Man muss nicht einem jedem sagen, wo der Fuchs Eier legt.


Man muss nicht jeden Schmerz zum Doktor tragen.


Man muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.


Man muss nicht jedes Wort zum Bolzen schnitzen (drehen).

Man muss (soll) nicht jeglichem Geiste (allen Geistern) glauben.

Man muss nicht mehr schlachten, als man salzen kann.

Man muss nicht mit der großen Kelle anrichten.

Man muss nicht mit jedem Brüderschaft trinken.

Man muss nicht mit sechsen fahren, wenn man nur Futter für zweie hat.

Man muss nicht nach jeder Mücke schlagen.

Man muss nicht nur die Hände, auch die Kehle schmieren.

Man muss nicht Öl zum Feuer gießen.
Das Feuer mit Öl löschen.
Öl ins Feuer gießen.
(Das bedeutet, ein Streit oder Konflikt sollte nicht durch neue Argumente oder Provokationen weiter verstärkt und eskaliert werden. Wer eine angespannte oder brenzlige Situation weiter anfacht und verschärft, der gießt sprichwörtlich Öl ins Feuer. Öl ist leicht entflammbar und wird ins Feuer gegossen eine Stichflamme entfachen und die Lage möglicherweise außer Kontrolle geraten lassen. Schon Horaz hat vor über 2000 Jahren in seinen Satiren (Sermones „Gespräche“ genannt) diesen Vergleich „oleum addere camino“ (gieß Öl in den Ofen) benutzt.)

Man muss nichts Altes abgehen und nichts Neues aufkommen lassen, sagt der Philister.

Man muss nichts riskieren, wo nichts zu gewinnen ist.

Man muss nicht Stühle auf die Bänke setzen.

Man muss nichts verreden als das Nasabbeißen.

Man muss nicht Übel ärger machen.

Man muss nicht über des Nachbars Dach spotten, wenn das eigene Löcher hat.

Man muss nicht unter dem Schnee mähen.
Schneide nicht unter dem Schnee.
(Das bedeutet, von einer fernen Zukunft kann man nicht als etwas wirklich Sicheres ausgehen. Sie kann noch so wahrscheinlich sein, oft kommt es doch ganz anders. Wer 1980 etwas von der deutschen Wiedervereinigung, Computern oder Internet erzählt hätte, den hätte man für einen weltfremden Fantasten und Träumer gehalten. Die heutige Wirklichkeit nach 2010 war selbst vor wenigen Jahrzehnten für keinen absehbar, wie soll man dann die Dinge in 20 oder 30 Jahren vorhersagen wollen?? Zum Beispiel für 2050, was allenthalben immer gern getan wird?)

Man muss nicht zwei Hasen zugleich jagen.


Man muss niemandem zu hart auf den Fuß treten, er möchte sonst so leicht beißen als kreischen.

Man muss oft die Jagd abblasen, ob man gleich nichts gefangen hat.

Man muss Pilato mit dem Kaiser dräuen.
(Das Sprichwort ist ein Rat für Bürger gegen Beamtenwillkür und Übergriffe. Pilatus war Statthalter in Israel und vertrat damit den Kaiser gegenüber dem Volk. Falls der sich etwas zuschulden kommen lies, konnte ihn nur der Kaiser zur Rechenschaft ziehen. Wenn untere Behörden oder Beamte falsch handeln, können nur deren Vorgesetzten Willkür und ungerechte Entscheidungen wieder korrigieren. Wenn ein Präsident falsch handelt, ungerechte oder willkürliche Anordnungen gibt, ist es ein langwieriger Prozess, ihn aus dem Amt und von der Macht zu entfernen, siehe USA. Bei Kaisern und Diktatoren hilft da nur Gewalt, was aber nicht immer zum Erfolg führt.)

Man muss rückwärts gehn, um recht zu springen.

Man muss sammeln, weil Ernte ist.

Man muss scheren, wo Wolle ist.

Man muss schmieden, weil das Eisen glüht.

Man muss schneiden, wann Ernte ist.

Man muss Schuhe suchen, die den Füßen gerecht sind.

Man muss sehen und nicht sehen.

Man muss seine Haut so teuer als möglich verkaufen.

Man muss seinen Verdruss nicht merken lassen.

Man muss sich des Teufels mit dem Kreuz wehren und der Leute mit Fäusten.

Man muss sich früh auf den Weg machen, wenn man früh ankommen will.

Man muss sich mit Brot behelfen, bis man Fleisch bekommt.

Ein jeder (Man) strecke sich nach der Decke.
Man muss die Füße nicht länger ausstrecken, als die Decke ist.
Man (Ein jeder) muss sich strecken nach der Decken.
Man muss sich nach der Decke strecken, sonst kommt man mit den Füßen aufs Stroh.
Strecke dich nach der Decke.
Wer sich nicht nach der Decke streckt, dem bleiben die Füße unbedeckt.
(Das bedeutet, man soll nach seinen Verhältnissen leben und nur das Geld ausgeben, welches man vorher verdient hat. Lebt man über seine Verhältnisse und gibt mehr aus, hat man später für das Nötigste nichts mehr und muss hungern, verliert seine Wohnung oder Schlimmeres.
Karl Friedrich Wilhelm Wander hat sich im Sprichwörter Lexikon mit diesem Sprichwort weit über die Decke hinaus gestreckt. Dieses eine Sprichwort hat je nach Zeit und Ort verschiedene Variationen erhalten und ist in etlichen regionalen Mundarten und Dialekten verbreitet. Wander hat sie als über 30 verschiedene Sprichwörter, mal mit, mal ohne oder teilweise falschen Quellen oder geändertem Text im Sprichwörter Lexikon aufgeführt: Stichwort Decke Nr. 1, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 14, 19, 20, *24, 29, 30, 31; Fuss Nr. 76, 77, 81; Jeder Nr. 83; Schatz Nr. 11; Strecken Nr. 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, *15)

Man muss sich nach der Zeit richten, die Zeit richtet sich nicht nach uns.

Man muss sich nicht Äpfel für Zitronen verkaufen lassen.

Man muss sich nicht in die Karte sehen lassen.

Man muss sich nicht tiefer hineinlassen, als man Grund hat.

Man muss sich Pfeifen schneiden, während man im Rohre sitzt.

Man müsste viele Schlösser haben, wenn man allen bösen Menschen den Mund zuschließen wollte.
Man müsste viel Schlösser haben, wenn man allen Leuten den Mund zuschließen wollte.

Man muss tun, wie man kann und nicht, wie man mag.

Man muss über Nacht kein Messer auf dem Tisch liegen lassen, sonst kann man nicht schlafen.


Man muss um eines Baumes willen nicht den ganzen Wald ausrotten.

Man muss unreines Wasser nicht eher weggießen, bis man reines hat.

Man muss viel hören, ehe ein Ohr abfällt.
(Druckfehler in der Sammlung von Karl Simrock. Unter Nr. 4942 fehlt bei ihm das Wort „viel“, mit dem erst der Sinn erkennbar wird.)

Man muss vom Sack nehmen, womit man ihn flickt.

Man muss von der Pike auf gedient haben.
Von der Pike auf dienen.
(Bei den Landsknechten im Mittelalter war die einfachste Waffe der gewöhnlichen Soldaten eine einfache Pike an einem langen Stock, einer Lanze oder Speer vergleichbar. Erst nachdem einer sich bewährt, etwas geleistet hatte oder eine gewisse Zeit vergangen war, wurde man im Rang befördert und erhielt weitere oder bessere Waffen. Das Sprichwort überträgt das Hochdienen ins zivile Leben, das man von der Pike auf alles lernen muss, beim Lehrling angefangen bis möglicherweise zum Direktor, wie früher ein Soldat General werden konnte.)

Man muss vor sich sehen und hinter sich gehn wie die Seiler.

Man muss weiter sehen, als die Nase reicht.

Man muss, wie der Seiler, vor sich sehen und hinter sich gehen.

Man muss zuvor eine Grube machen, wenn man den Wolf fangen will.
Man neigt dem Baum, der Nutzen bringt.

Männer sollen reden, Frauen schweigen.

Männer verschweigen fremde, Weiber eigene Geheimnisse.

Männer von der Zunft walten (oft) mit Unvernunft.

Männer wollen nicht die große Freiheit. Sie wollen viele kleine Freiheiten.

Manneslist ist behende, Weiberlist hat kein Ende.

Mannes Mutter, Teufels Unterfutter.
(Das Sprichwort gilt für die Schwiegertochter)

Mannes Wort ist Mannes Ehre.
Mein Wort ist mein Siegel.
(Früher galt das Wort eines jeden mehr als heute, es war praktisch gleichbedeutend mit dem Mann (Menschen). Das Wort stand für die Ehre und Ehrlichkeit des Sprechers, daher auch das Sprichwort: „Ein Mann, ein Wort!“
Erklärung zu den obigen Sprichwörtern aus dem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter von E. Graf und M. Dietherr, 1864“ auf Seite 231: „Das Wort des Mannes muss für ihn so unwandelbar sein, wie seine eigene Persönlichkeit trotz des Wechsels der Verhältnisse stets als die gleiche erscheint, denn des Mannes Wort ist seine Ehre, steht also so aufrecht wie der Mann selbst; Wort und Mann wird geradezu für gleichbedeutend genommen oder doch für dessen beste Handhabe erklärt die Zuverlässigkeit des verpflichteten Teiles vertritt zugleich die Beweisförmlichkeit.“
Nach dieser Aussage sind sehr viele Beiträge und Kommentare in diversen sogenannten „Sozialen Netzwerken“ ehrlos, ohne Ehre, wie es im deutschen Recht früher verstanden wurde, und demnach auch die Schreiber. Selbst erfahrene Politiker reden unbedacht (oder absichtlich?), obwohl sie es besser wissen müssten, und sprechen hinterher von Missverständnissen oder fehlenden Informationen. Bei „Missverständnissen“ wird man auf andere Posten versetzt, möglicherweise befördert, aber Verantwortung will keiner haben.)

Man nimmt Bürgen, weil man dem Hauptmann nicht trauen will.

Man nimmt den Mann beim Wort und den Hund beim Schwanz.

Männlein hat Mannesherz.

Mannlich wehrt sich unrechter Tat.

Mann, nimm deine Hau, ernähr deine Frau.

Mann ohne Weib, Haupt ohne Leib; Weib ohne Mann, Leib ohne Haupt daran.
Mann ohne Weib, ist Haupt ohne Leib; Weib ohne Mann, ist Leib und kein Haupt daran.

Mann und Frau sind die nächsten Verwandten, wenn sie zwei Paar Beine übereinander legen.

Mann und Weib haben kein gezweites Gut zu ihrem Leib.

Mann und Weib sind ein Leib.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 19, 6: „So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch, was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ Ebenso das Evangelium nach Markus 10, 8: „und werden die zwei ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.“)

Man plätzt nicht neue Flecke auf alte Juppen.

Man redet viel, wenn der Tag lang ist.

Man reißt sich um ihn, wie um die Marterwoche.

Man reitet den Gaul erst, wenn man ihn hat.

Man ruft den Esel nicht zu Hofe, denn dass er Säcke trage.

Man ruft so lange Fastelabend*10, bis die Faste kommt.

Man ruft so lange Pasch! bis Ostern kommt.

Man sackt den groben Hopfen in großen Ballen und das edle Gewürz in kleinen Säcklein.

Man sagt das Kind besser zum Christentum und zum Erbe, denn davon.
(Alte Rechtssprichwort das bedeutet, alle nicht christlichen Menschen sollten nichts erben dürfen. Eine Diskriminierung aller fremden Religionen und aller fremden Menschen überhaupt, die in Deutschland zum Glück längst gesetzlich abgeschafft ist. Leider meinen immer noch sehr viele, besser als andere zu sein und deswegen andere benachteiligen und diskriminieren zu dürfen.)

Man sägt nicht den Ast ab, auf dem man sitzt.
Säge nicht an dem Ast, auf dem du sitzt.

Man sagt nicht zu der Kuh Bläßle, wenn sie nicht wenigstens einen Stern hat.

Man sagt so lange von einem Dinge, bis es geschieht.

Man sagt viel von hier und dar, doch wenig nur ist davon wahr.

Man sagt viel von Rom, das wahr ist.

Man sagt wohl vom vielen Saufen (Trinken), aber nicht von großem Durst.
Man spricht wohl vom vielen Trinken, aber nicht vom großen Durst.

Man schabt den Käse, weil man ihn nicht rupfen kann.

Man schickt Füchse aus, um Füchse zu fangen.

Man schießt auch wohl mit schlaffer Sehne.

Man schimpft den Gerber nicht, so man ihn (einen) schäbigen Kerl (Mann) nennt.

Man schläft sich nicht gelehrt.
(Das bedeutet, man muss schon etwas tun, um Wissen und Können zu erwerben. Wissen kommt nicht über Nacht, man muss es erlernen und erarbeiten.)

Man schlägt den Feind eher mit Rat, denn mit Tat.

Man schneidet die Riemen, nachdem die Haut ist.

Man schreibt lange an, aber rechnet zuletzt.

Man schüttelt die Weisheit nicht aus dem Ärmel heraus.

Man schwätzt oft einem von einem Kissen und setzt sich an seiner statt darauf.

Man sieht an den Leuten hin, aber nicht in die Leute hinein.

Man sieht dem Lügner so tief ins Maul, als dem, der die Wahrheit spricht.

Man sieht die Flöhe besser auf einem weißen Tuche als auf einem schwarzen.

Man sieht einem an, was er hat getan.

Man sieht es an der Nase bald, ob Weiber warm sind oder kalt.

Man sieht es dir am Auge an.

Man sieht manchen lachen, der weinen sollte.

Man sieht manchen weinen, dem sonst die Augen nicht tränen.

Man sieht nicht in den Magen, wohl aber auf den Kragen.

Man sieht nicht mit einem schmutzigen Maul zum Fenster hinaus, man habe denn einen reichen Witwer geheiratet.

Man sieht's am Ende wohl, wie man's loben soll.

Man sieht's am Schwanz, was es für ein Vogel ist.

Man sieht's an deiner Nase, dass du lügest.
Man sieht's ihm wohl an der Nase an.

Man sieht's an den Hosen, wo das Bein entzwei ist.

Man sieht's an der Asche noch, wo der Topf gestanden hat.
Man sieht zeitig am Kamme, was ein Hahn werden will.
Man sieht schon am Kalbe, was für'n Ochs es werden will.

Man sieht's dem Kind an, was es für einen Vater hat.

Man sieht's einem an den Augen an, was er im Schilde führt.

Man sieht's wohl am Nest, was für Vögel darin sind.
Am Nest kann man sehen, was für'n Vogel drin wohnt.

Man sieht's wohl an den Hosen, wo's Bein gebrochen ist.

Man sieht wohl, wes Geistes Kind er (sie) ist.

Man sieht zeitig am Kamme, was ein Hahn werden will.

Man singt auch nicht alle Liedchen aus.

Man soll an keinem Kranken verzagen, dieweil er noch Atem holt.

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.
(Wenn es am schönsten ist, kann es nur noch schlechter werden. Aus Spaß wird möglicherweise Ernst, beim Spiel folgt eine Pechsträhne und die besten Dinge zum Essen werden abstoßend, wenn sie zu viel genossen werden. Wenn man im schönsten Moment aufhört, wird man sich sehr lange freudig daran erinnern und den größten Nutzen haben.)

Man soll das Alte nicht ab-, das Neue nicht aufbringen.

Man soll das Brett bohren, wo es am dünnsten ist.


Man soll das eine tun und das andere nicht lassen.

Man soll das Fell des Bären nicht verkaufen, bevor man ihn erlegt hat.
Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, ehe der Bär gestochen ist.
Man muss die Bärenhaut nicht verkaufen, ehe der Bär gestochen ist.
Er verkauft die Bärnhaut, ehe der Bär geschossen ist.
Verkauf die Bärenhaut nicht eher, als bis du den Bären gefangen hast.

Man soll das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

Man soll das Korn nicht essen, eh es gesäet ist.

Man soll dem Erben gelten, was man dem Toten schuldig war.

Man soll den Acker nicht zu wohl düngen.

Man soll den Esel nicht übergürten.

Man soll den Mantel kehren, als das Wetter geht.
Man soll den Mantel kehren nach dem Winde (wie das Wetter geht).
Den Mantel nach dem Winde hängen.
Du kannst wohl den Mantel nach dem Winde halten.
Er kann den Mantel nach dem Wind hängen.
(Ein Sprichwort, das viele befolgen, auch wenn sie es nicht alle kennen. Es bedeutet, charakterlos ohne feste Grundsätze handel, man macht immer das, wovon man den größten Nutzen für sich selbst erwartet. Man richtet sich nach der vermeintlichen Mehrheit und folgt ihr, ohne wirklich gleicher Meinung zu sein. Sobald der Wind aus einer anderen Richtung weht, schwenkt man um und vertritt ohne zu zögern möglicherweise gegenteilige Ansichten. Ein solcher Mensch ist ohne Charakter, ohne Verlass und ohne eigene Meinung oder Prinzipien.
Schon im 12. Jahrhundert sind Vorläufer des Sprichworts bekannt, die damals aber noch nicht die Negative Bedeutung hatten. Früher waren die Mäntel eigentlich mehr Kappen mit hinten herabhängenden mantelartigen Kragen, mit denen man sich wirklich vor Wind und Wetter schützen konnte. Erst ab dem 16. Jahrhundert änderte sich die Bedeutung zum heutigen Sinn.)

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Lobe den Tag nicht vor abends.

Man soll den Teufel nicht an die Wand malen.
Man muss den Teufel nicht an die Wand (über die Tür) malen.

Man soll der Herrn genießen, dass sie auch bei Brot bleiben.
Man soll der Herren genießen, sie aber bei Brote lassen.
(Das bedeutet, man kann wohl größere oder reichere Leute ausnutzen und in deren Einflussbereich manches für sich selbst nutzen. Man sollte dabei aber auch immer auf das Wohl der Größeren achten, da es einem nur dann gut geht, wenn es ihnen auch gut geht, jeder Schaden von ihnen ist auch ein eigener.)

Man soll die Ämter mit Leuten, nicht die Leute mit Ämtern versehen.

Man soll die Beute nicht vor dem Sieg teilen.

Man soll die Kuh melken und nicht schinden.

Man soll die Perlen nicht vor die Säue werfen.
(Man soll Edles und Wertvolles nicht denen geben, die es nicht verdienen oder zu würdigen wissen. Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 7, 6: „Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, auf dass sie dieselben nicht zertreten mit ihren Füßen und sich wenden und euch zerreißen.“)
Weitere Varianten desselben Sprichworts:
Eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen.
Man muss der Sau keine Perlen anhängen.
Man soll nicht Perlen vor die Schweine werfen.
Perlen soll man nicht vor die Säue werfen.
Perlen vor die Säue werfen.
Wer Perlen vor die Säue schüttet, dem sind die Sinne wohl zerrüttet.
(Das Letzte steht 1873 bei W.H.D. Suringar in seinem Buch „Erasmus over Nederlandsche Spreekwoorden“ und soll laut ihm von Simrock stammen, das aber nicht bei Simrock vorkommt. Bei Wander stehen natürlich etliche Varianten als verschiedene Sprichwörter.)

Man soll die Rechnung mit seinem Beutel machen.

Man soll die Rechnung nicht ohne den Wirt machen.
Man soll die Zeche nicht ohne den Wirt machen.

Man soll die Schafe scheren, aber nicht rupfen.

Man soll die Suppe nicht versalzen, wenn man gleich Salz genug hätte.

Man soll einem Menschen die Ehre neunmal verdecken.

Man soll einen da loben, wo er hübsch ist.

Man soll einen Degen sechzig Jahre lang tragen um einer einzigen bösen Stunde willen.

Man soll einen geringen Feind nicht verachten, denn es kann auch ein Floh dem stärksten Mann im Ohr groß Beschwernis machen.

Man soll einen nicht halten, wie man ihn ansieht.

Man soll ein gut Schwert nicht in alle Scheiden probieren.

Man soll es bei den alten Löchern lassen.

Man soll Fuß bei Mahl halten.

Man soll herbsten, solang Herbstzeit ist.

Man soll Hund um Eberköpfe geben.

Man soll ihm den Brotkorb höher hängen.

Man soll ihr ein Mahlschloss vors Maul legen.
(Mahlschloss = alter Name für früher in Handarbeit hergestellten Zahlenschlössern.)

Man soll keine Faust im Sacke machen.

Man soll keinen Kranken aufdecken, wenn er schwitzt, noch einem Freund seine Fehler vorhalten, wenn er selber darüber bekümmert ist.

Man soll keinen Nachbar oder Landsassen zu hoch lassen steigen.

Man soll keinen vor seinem Tode glücklich preisen.

Man soll keine Tür aufmachen, die man nicht wieder zuschließen kann.

Man soll mit unserm Herrgott vorlieb nehmen.

Man soll nehmen, wo ist, und geben, wo brist.

Man soll nicht alles an einen Nagel hängen.
Henke nicht alles an einen Nagel!

Man soll nicht alles sagen, was man denkt, und nicht alles glauben, was man sagt.

Man soll nicht alle über einen Kamm scheren.
(Dazu die Erklärung von Christoph Lehmann 1630 im „Florilegium Politicum - Politischer Blumengarten“ im Kapitel Strafen: „Wegen weniger frommer Personen soll man auch die Bösen verschonen.“ Das bedeutet, man kann nicht pauschal alle strafen, wenn nur einer es verdient, aber keinem eine Tat eindeutig nachgewiesen werden kann.)
Alles über einen Kamm scheren.
Er schirt alle über einen Kamm!
Sie sind über einen Kamm geschoren.
(Erklärung aus dem Sprichwörter Lexikon, Band 2, Spalte 1123: „Aus der Barbierstube entlehnt, wo man den Kamm nach der Person, die sich das Haar schneiden ließ, oder nach dem Masse der Haare, das verlangt wurde, wählte. . . es heißt auch: alle ohne Rücksicht gleich behandeln, wie ein Bader, der für alle Kunden denselben Kamm nahm.“)

Man soll nicht aus der Schule schwatzen.

Man soll nicht das Leder stehlen und die Schuh um Gottes willen geben.

Man soll nicht dem Peter nehmen und dem Paul geben.

Man soll nicht eher fliegen wollen, als bis man Federn hat.

Man soll nicht einen Altar entblößen, um den anderen zu decken.

Man soll nicht feilschen, was man nicht kaufen will.

Man soll nicht Hopsa (Hopp) schreien, ehe man über den Bach (Graben) ist.

Man soll nicht mehr Teufel rufen, als man bannen kann.


Man soll nicht rufen: holt Fische, eh man sie hat.

Man soll nicht um des Kaisers Bart streiten.

Man soll nicht von jemand sprechen, den man nicht kennt.


Man soll nie eine Dame fragen, wie alt sie ist.


Man soll niemand mit zwei Ruten streichen.

Man soll niemand seine erste Bitte abschlagen.

Man soll nur loben, was Lob verdient.

Man soll seine Nase nicht in Nachbars Töpfe stecken.

Man soll sein Licht nicht untern Scheffel*29 stellen.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 5, 15: „Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter;“. Ebenso im Evangelium nach Markus 4, 21: “ Zündet man auch sein Licht an, dass man's unter den Scheffel oder unter die setze? Mitnichten, sondern dass man's auf den Leuchter setze.“)

Man soll sein nicht spotten, allein mit Worten.

Man soll sich an einen schönen Galgen henken, wenn man sich henken will.
Wer sich je hängen will, der soll sich an einen schönen Galgen hängen.
An schöne Galgen soll man sich hängen.
(Johann Michael Sailer meint in seiner Sammlung „Die Weisheit auf der Gasse“ 1810 dazu: „Gibt es denn einen schönen Galgen? Ist doch kein Tod schön, als den du für Religion, Tugend, Vaterland stirbst, . . Dies Sprichwort straft übrigens die Wollüstigen, die sich an hässliche Dirnen hängen, und in der kurzen Lust den frühen Tod finden. – Dieser Tod ist eine Art Selbstmord, und aller Selbstmord, im Auge der Vernunft, Wahn- oder Unsinn.“ Es galten früher noch etwas andere Ansichten über den Tod als heute, und wie ist die Lage bei schönen Dirnen?)

Man soll sich in kein Wasser wagen, wo man Grund man nicht sieht.
Man soll sich in kein Wasser wagen, da man nicht den Grund sehen kann.

Man soll sich nicht ausziehen, eh man schlafen geht.

Man soll's melken, wenn's Zeit ist.

Man sollte sich nicht zu früh freuen.

Man sollt' ihm die Röhre ins Maul richten.

Man soll um eines Baumes willen nicht den ganzen Wald roden.

Man sorgt sich eher alt als reich.

Man spinnt nicht allweg Seide.

Man spricht, dem sei ein Glück beschert, dem was Gefälliges widerfährt.

Man spricht, es wird böser oder besser; weil aber das Glück rund ist und das Beste selten nachkommt, so begibt es sich eher, dass es böser als besser wird.

Man spricht so lange von der Kirmes, bis sie kommt.

Man stiehlt auch wohl der Elster ein Ei.

Man stirbt, so lange man lebt.


Man straft gern am Gesind, was verbrochen hat das Kind.

Man straft keinen mit doppelter Rute.

Man streitet mehr um Schalen, Hülsen und Kleien als um Kern und Frucht.

Man sucht keinen hinter der Tür, man habe denn selbst dahinter gesteckt.
Man sucht keinen hinterm Ofen, man habe denn selbst dahinter gesteckt.

Man sucht oft etwas in der Weite und hat`s an seiner Seite.

Man sucht von Weibern und von Fischen das Mittelstück zu erwischen.

Man trinkt wohl aus einem Fass, aber nicht all aus einer Kanne.

Man tritt auch wohl 'nen Frosch so lange, dass er quakt.
Man tritt den Frosch so lange, dass er pfeift.

Man tut den Stall zu, wenn das Pferd fortgelaufen ist.

Man tut geschwind, was lange reut (gereut).

Man überredet einen, dass er tanzt, wo er weinen möchte.
Man überredet oft einen, dass er tanzt, der lieber weinte.

Man verändert sich oft, und (aber) verbessert sich selten.

Man vergisst nichts sobald als Wohltaten.

Man vergisst viel Leid in vierundzwanzig Stunden.

Man verklagt keine Sau, die einen besudelt.

Man verschläft viel Ungemach.

Man verschnappt sich nicht mehr als mit dem Maul.

Man verspielt auch mit guten Karten.

Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man in die Ferne kommt.

Man weiß nicht, wen der Herr schickt.

Man weiß wohl, was man hat, aber nicht, was man wiederkriegt (bekommt).

Man weiß wohl, wie man ausreist (weggeht), aber nicht, wie man zurückkehrt (wiederkehrt).
Man weiß wohl, wer weggeht, aber nicht, wer wiederkehrt.

Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch was dazu.

Man wird eher von einem Mistkarren überfahren, als von einem Wagen.

Man wird ihm eine Pfründe geben, wenn er nicht mehr essen mag.

Man wirft nicht mit Eiern nach Sperlingen.

Man witzigt einen nur einmal.

Man zerreißt den Strick, wo er am dünnsten ist.