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Deutsche Sprichworte
Über 16.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
Sel - Sz
Selber essen macht feist.

Selber ist der Mann.
Selbst ist der Mann.

Selber schuldig ist der Tat, wer nicht straft die Missetat.

Selber tun, selber haben.
Selbe täte, selbe habe.

Selbst ein gutes Kraut wächst aber nicht in allen Gärten.

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

Selbst essen macht satt.

Selbst geschaffenes Unglück lastet schwer.

Selbst gesponnen, selbst gemacht, rein dabei, ist Bauerntracht.

Selbst getan ist bald getan.

Selb tut's gar, Heißen halb, Bitten ist vergeblich.
(Das bedeutet, nur was man selbst tut, wird gut getan. Wenn man andere beauftragt, bleibt immer noch die Hälfte liegen, und wenn man gar bitten müsste, bleibt es ungetan.)

Selb weiß am besten, wo der Schuh drückt.

Selig ist der Besitzer.

Selig sind die Reichen, alles muss ihnen weichen.

Selig, wen fremder Schaden witzig macht.

Selig, wer Gott täglich sieht und seinen Erbherrn einmal im Jahre.

Selten ein Unglück ohne Glück.

Seltener Genuss erhöht das Vergnügen.

Selten gekämmt, scharf gekämmt.

Selten gesehen ist bald (leicht) vergessen.

Selten ist angenehm.

Selten wohl und allzeit wehe ist das täglich Brot der Ehe.

Sequester macht leere Nester.
(Sequester = aus dem Lateinischen, ein durch amtlichen Gerichtsbeschluss mit der treuhänderischen Verwaltung einer strittigen Sache Beauftragter, Zwangsverwalter.)

Serbende Katzen leben lange.
(serben, serbeln = altdeutsch - kränkeln, dahinsichen, verkrüppeln, welken, hinschwinden, abnehmen, langsam absterben.)

Setz an! Sagte Hans mit der wächsernen Nase.

Setz eine Katz in ein Vogelhaus, es wird kein Zeislein daraus.

Setz einen Frosch auf goldnen Stuhl, er hüpft doch wieder in den Pfuhl.

Setze nicht alles auf eine Schanze (Chance).

Setzt man sein Licht zu hoch, so löscht's der Wind, zu nieder, so löscht es ein Kind.

Sich der Schlemmerei ergeben führet nicht zu langem Leben.

Sicherheit ist des Unglücks erste Ursache.


Sicherheit ist nirgends sicher.

Sicher ist sicher.
(Das bedeutet, trotz anscheinend sicherer Umstände baut man zusätzliche Sicherungen ein, damit, falls doch etwas posiert, trotzdem alles sicher bleibt. Es werden redundante, doppelte Systeme in technische Anlagen eingebaut (Luftfahrt, Raumfahrt), oder ein Airbag zusätzlich zum Sicherheitsgurt in Autos, oder eine Feuerversicherung für unbrennbare Dinge, man kann nie wissen, ob nicht doch etwas sehr unwahrscheinliches (Super-GAU im Kernkraftwerk?) oder praktisch Unmögliches passiert.)

Sich kennen ist viel kennen, Gott kennen ist, alles kennen.

Sich regen bringt Segen.

Sich selber loben ist Torheit, sich selber schänden ist Unsinn.

Sich selber loben niemand soll, den Guten loben andre wohl.

Sich selber unnütz, ist keinem nütz.

Sich selbst kennen ist die größte Kunst.

Sich selbst zu kennen ist die größte Weisheit.

Sich wissen, ist viel wissen, Gott wissen, ist alles wissen.

Sie achten nicht der Seele, sondern des Säckels.

Sie beißen nicht alle, die Zähne weißen.

Sieben Gäste, gute Zahl, Neune halten böses Mahl.

Siebenundsiebzig Hänse, siebenundsiebzig Gänse. Beißen mich nicht die Gänse, was scheren mich die Hänse!

Siechbett lehrt beten.

Siedet der Topf, so blüht die Freundschaft.

Siegen kommt nicht von Liegen.

Siegen macht verwegen.

Sie gibt ihrem Maul nicht umsonst zu essen.

Sieg liebt Sorge.

Sie haben einander an der Nase.
(Zwei betrügen sich genseitig.)

Sie hat ihn lieb auf der Seite, wo die Tasche hängt.

Sieh auf die Hühner und nicht auf die Nester.

Sieh dich vor, dass es dir nicht ergehe wie dem Abt von Fulda.
(Der Fürstabt von Fulda, Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg (1584–1632, Fürstabt 1623–1632), war zu neugierig und sah der Lützener Schlacht zu, dabei traf ihn ein Schuss tödlich. Die Schlacht bei Lützen fand im Dreißigjährigen Krieg am 16. November 1632 zwischen dem protestantischen schwedischen Heer und dem katholisch kaiserlichen unter Wallenstein statt. Die Schlacht blieb militärisch ohne Folgen, die größte politische Folge war der Tod von König Gustav II. Adolf von Schweden.)

Sieh dich vor, Untreue geht dir zur Seite.

Sieh dich wohl für, Schaum ist kein Bier.

Sieh dich wohl vor, du greifst die wilde Sau am Ohr.

Sieh erst auf dich und die Deinen, dann schilt mich und die Meinen.

Sieh für dich, Trauen ist misslich.

Sieh ihm auf die Hände, du brauchst ihm auf die Füße nicht zu sehen.

Sieh in dein eigen Spiel.

Sieh nicht über dich, sondern unter dich.

Sieht man's, so spiel ich's, sieht man's nicht, so stiehl ich's.

Sieh, wieviel du reicher bist, wenn das Spiel geendet ist.

Sie ist aus der siebenten Bitte.
(Im christlichen Vaterunser lautet die siebente Bitte: „sondern erlöse uns von dem Bösen. (früher: Übel)“ Da dieses Sprichwort sehr alt ist, eine alte Erklärung zur siebenten Bitte von Pfarrer Johann Nepomuck Langs aus dem Jahr 1789: „Dass uns Gott vorzüglich von dem Übel der Seele, welches die Sünde ist, erlöse, und uns von der zeitlichen und ewigen Strafe der Sünde bewahre. Dass uns Gott auch von den leiblichen Übeln befreie, wenn sie nicht zu unserm Heile sind.“)

Sie ist nur wert zwischen zwei Späne genommen zu werden.

Sie kann sogar den Teufel aufs Kissen binden.
(Mit boshafter Starrköpfigkeit kann sie sogar den Teufel überwinden.)

Sie kaufen guten Kauf, die nichts nach Hause bringen.

Sie kriegen unsern Herrgott bei den Füßen und taugen dem Teufel im -- nicht.

Sie leben in Saus und Braus und tun, als äßen sie Haberstroh.

Sie leben wie die Vöglein im Hanfsamen.

Sie reden ein ganz Sester voll Schelfen, man findet nicht drei Nüsse darunter.

Sie schlafen nicht alle, die mit der Nase schnaufen.

Sie sind ein Herz und eine Seele.
(auch Finnisch: Sie sind wie ein Hemd und ein Hintern.)

Sie sind nicht alle gleich, die mit dem Kaiser reiten.

Sie sind noch nicht alle schlafen, die heute eine böse Nacht haben sollen.

Sie spinnen zusammen an einem Rocken*26.

Sie streiten um ein Ei und lassen die Henne fliegen.

Sie trägt Feuer in der einen, doch Wasser in der anderen Hand.
(Sie ist unaufrichtig und doppelzüngig.)

Sie vermachen (ergetzen) sich wie die Läuse im Pelz.

Sie verstehen einander wie Diebe beim Jahrmarkt.

Sie weiß, wo die Katze den Teig langt.

Silber auf der Tasche und keins drin ist des Teufels Arschwisch.

Sind auch Kleien da? fragte die Sau an der Tafel des Löwen.

Sind die Hühner brütig, so hätten sie gern Eier.

Sind die Trauben gekeltert, so achtet man nicht der Trestern.

Sind Hände und Füße gebunden, so läuft die Zunge am meisten.

Sind wir gleich im Joch, illuminieren wir doch.

Singen kannst du? sing. Springen? spring: Treib, was du kannst, das ist ein fein Ding.

Singen und wenig schlingen macht dürren Hals.

Singen will im Glase springen.

Singe, so lernst du singen.

's ist ärger als der tolle Wrangel.
(Carl Gustav Wrangel (* 5.12.1613 - † 24.6.1676) war ein schwedischer Feldmarschall und Staatsmann. Er nahm am 30 jährigen Krieg und mehreren weiteren Kriegen Schwedens teil. Er war für überraschende militärische Aktionen, massierte Angriffe und übergriffe seiner Truppen auf die Zivilbevölkerung bekannt. Wenn etwas noch ärger als Wrangel ist, ist es wahrscheinlich an Rücksichtslosigkeit nicht mehr zu überbieten.)

Sitte ist stärker als Recht.

Sitzest gut, so sitze fest, alter Sitz ist ja der best.

Sitz nieder und rechne es an den Zehen aus.

Sitzt gleich ein Zwerg auf eines Riesen Schulter, er ist darum nicht größer.

Skalieren gehört nicht auf die Kanzel.
So arm ist kein Mann, dass er sich nicht Tugend erwerben kann.


Sobald das Geld im Kasten klingt, alsbald die Seel in Himmel springt.
Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.
Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt.
Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt.
Ausruf des Ablasspredigers und Mitglied der Dominikaner Johann Tetzel.
Tetzel wurde um 1460 in Pirna oder Leipzig geboren und starb am 11.8.1519 in Leipzig. Mit der Art eines Marktschreiers soll er den Ablasshandel eröffnet haben. Der ins Hochdeutsche übertragen heutzutage allgemein geläufige Ausruf (die drei ersteren) und ein mögliches Original (der Vierte).

Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war der Ablasshandel streng geregelt, nur bestimmte Sündenstrafen konnten durch Geld und keinesfalls ohne tätige Reue erlassen werden. Als Alternative für Reue und Bußleistungen und zur Finanzierung der leeren Kirchenkassen wurden die Ablassbriefe erfunden. Wer einen Ablassbrief kaufte, konnte sich zweimal im Leben, ganz ohne Beichte und anderer Auflagen oder Reuebeweis,zu einem beliebigen Zeitpunkt und in seiner Todesstunde, von allen Sünden freikaufen. Selbst ein Dokument, das bereits verstorbenen Angehörigen volle Gnade zusicherte, konnte erworben werden. Bezahlt wurde nach Stand und Vermögen: Grafen und Adlige bezahlten sechs bis zehn Gulden, Bürger und Kaufleute drei, Handwerker nur einen Gulden. Ein Paar Schuhe kostete damals ca. einen Gulden. Völlig Mittellose mussten beten und fasten, manchmal jahrelang bei Wasser und Brot.
1504 begann Tetzel seine Tätigkeit im Ablasshandel und übertrieb dessen Umfang. Die eine Hälfte der Einnahmen diente dem Bau des Petersdoms in Rom, die andere Hälfte teilten sich der Erzbischof Albrecht von Brandenburg und der jeweilige Ablassprediger. Mit den Einkünften bezahlte der Erzbischof seine Schulden bei den Fuggern, deren Vertreter mit Tetzel unterwegs waren und die Tilgungssummen umgehend einzogen.
Martin Luther, Beichtvater vieler Wittenberger, bemerkte Tetzels Ablasshandel und prangerte das seiner Meinung nach schändlichen Tun an. Seine Vorstellung von einem sündigen Menschen, der sich einem Leben der Reue und Demut unterwirft, würde damit geradezu verhöhnte. Die 95 Thesen, die Luther in Wittenberg veröffentlicht haben soll, sollen die Reaktion seiner tief greifenden Enttäuschung darauf sein und gelten als Auslöser der Reformation.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Tetzel


Sobald einen die Krähen beschmeißen, so beschmeißen ihn auch die Eulen.

Sobald Feuer aufs Land kommt, sinkt es nicht mehr.

Sobald Gesetz ersonnen, wird Betrug gesponnen.

So das Vorross irrt, verführt es die andern allesamt.

So der Abt Würfel auflegt, mögen die andern Brüder kühnlich mitspielen.

So der Mensch sich setzt ein Ziel, flugs tut Gott das Widerspiel.

So die Gelegenheit grüßt, soll man ihr danken.

So die Wirte lachen, gib acht auf deine Sachen.

So du das Essen mitbringst, brauchst du nur den Wein zu bezahlen.

So du lange lebst, so du alt wirst.

So dumm als ein Hinterviertel vom Schafe.

So eben wie der Weg über den St. Gotthard.

So einer zieht ein, soll man ihm helfen mit Rat, so einer zieht aus, soll man ihm nehmen, was er hat.

So eins nicht Falken hat, muss es mit Eulen beizen.

So fragt man die Bauern aus.

So fürchterlich ist keine Höllenfurie wie ein verschmähtes Weib.

So geht es in der Welt, der eine hat den Beutel, der andre hat das Geld.

So gern, als die Füchse Birnen essen.

So gut mit beiden Beinen im Stock*31 als mit einem.

So heiß wird nichts gegessen, als es gekocht wird.

Sohnesweib hasst Mannesmutter.

So kauft man`s in der Apotheke.

So kommt Gottes Wort in Schwung, sagte der Teufel und schmiss die Bibel über den Zaun.

So kriegte die Katze den Speck nicht.

So lang die Henne Eier legt, (so lange) legt man ihr auch.

So lange als Augen und Schönheit in der Welt sein, so lange wird auch Liebe bleiben.

Solange der Affe auf dem Hintern sitzt, merkt man nicht, dass ihm der Schwanz fehlt.

Solange der Esel trägt, ist er dem Müller lieb.

Solange der Schuldner mein Geld braucht, muss er mir Zins davon geben.

Solange ein Narr schweigt, hält man ihn für klug.

So lange isst man Weißbrot, bis man das schwarze begehrt.

So lange kein Herr, so lang auch kein Knecht.

So lange kriecht ein Kind, bis es gehen lernt.

Solange man Courage hat, so ist noch nichts verloren.

So lange man Hofrecht nicht gewinnt, kann man es nicht genießen.

So lang es einem wohlgeht, heißt er klug.

Solang es tropft, versiegt es nicht.

Solche Knochen kann ich wohl sachte benagen.

Solchen Gewinn schmiert man an die Peitsche!

Solcher Ehemann ist der best, der`s Herz bei der Frauen lässt.

Soldaten, das sind gute Häute: Haben sie kein Geld, haben's andre Leute.

Soldaten holen nur und bringen nichts.

Soldaten im Frieden sind Öfen im Sommer.

Soldaten können die Bürger und Bauern viel unmögliche Dinge lehren.

Soldaten muss man wohl zahlen und wohl henken.

Soldaten sind des Feindes Trutz, des Landes Schutz.

Soldaten stehlen nicht, sie beuten nur.

Soldatentod ist besser als Bettelbrot.

Soldaten, Wasser und Feuer, wo die überhand nehmen, da machen sie wüste Plätze.

Soldatenzähne tun den Bauern weh.

So leicht ertrinkt ein Insekt in Sekt.

So lernt man den Bauern die Künste ab.

Soll die Ampel brennen, so muss man Öl zugießen.

Soll eine Sache gerecht sein, sie muss in allen Rechten recht sein.

Soll es dir gelingen, so sieh selbst nach deinen Dingen.

Soll ich ersaufen, so muss es in sauberem Wasser sein.

Soll sich der Acker wohl lösen, so muss man ihn auch wohl gürten.

Sollte dir was widerstreben, verschiebe es aufs nächste Leben.


Sollten alle Ehebrecher graue Röcke tragen, so würde das Tuch teuer.

So manche Not, so mancher Rat.

So mancherlei Mützen, so mancherlei Narren.

So mancher Schwager, so mancher Knebelspieß.

So manches Gras aus der Erde sprießt, so manche Gefahr aus Buhlschaft.

So manches Land, so manche Weise.

So manches Wort, so manche Antwort.

So man in die eine Hand wünscht und in die andere pfeift, hat man in beiden gleich viel.

So man nicht Kauzen hat, muss man mit Eulen beizen.

Sommerroggen und Ziegenmist lassen den Bauern, wie er ist.

Sommersaat und Weiberrat gerät alle sieben Jahre einmal.

So nah – wie Schaffhausen bei dem Rhein.

Sonder Geld ist besser denn sonder Freund.

Sonnen warm macht niemand arm.

Sonnjahr, Wonnjahr; Kotjahr, Notjahr.

Sonntag, kommst du morgen, wie gern wollen wir dich feiern!

Sonntagsbeschäftigung macht Montagsarbeit.

Sonntagsgewinn sind Federn.

So oft die Sonne auf- und niedergeht, der Schilling doppelt.
(So steht es bei Wander als Sprichwort im Sprichwörter Lexikon, Band 4 (1876) , Spalte 617 unter Sonne Nr. 164. Die Quelle ist im Text auf Seite 82 der Deutschen Rechtssprichwörter (1864) von Eduard Graf, der wiederum aus dem Buch Weisthümer, den dritten Theil (1842) von Jacob Grimm, Seite 131, zitiert. Dort steht es in Mundart als alter Rechtsgrundsatz aus Bakenfeld südlich von Münster in Westfalen. Es besagt, das die Zinsbauern ihrem Grundherrn einmal im Jahr den Grundzins bezahlen mussten. Wenn diese es versäumten, wurde der Zinsschilling täglich verdoppelt. Diese Regelung hat den unweigerlichen Ruin des Bauern zur Folge und ist nur an dieser einen Stelle belegt. Ob dieses voneinander Abschreiben den Spruch zum Sprichwort macht, ist sehr zweifelhaft.)

So Ostern auf einen Sonntag fällt, ist jedes Kind seines Vaters.

So recht von Herzen hundsgemein, das können nur Verwandte sein.

Sorge, aber nicht zu viel, es geschieht doch, was Gott will.

Sorge fällt nicht um.

Sorge frisst den Weisen wie Rost das Eisen.

Sorge nicht für morgen.

Sorgenlos sein ist ein Glück - sorglos sein viel Unglück.

Sorgen macht graue Haare und altert ohne Jahre.

Sorgen und Wachen sind Herrensachen.

Sorg für dich und dann für mich.

Sorg und Klage wächst alle Tage.

So schnell schießen die Preußen nicht.
(Das bedeutet, man sollte nichts überstürzen. Man sollte erst alle anderen Möglichkeiten versuchen, bevor es zum Äußersten kommt. Mögliche Herkunft des Sprichworts könnte die Zeit des Preußens Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. sein, der viel Geld für seine Soldaten aufwendete. Bevor seine Soldaten im Krieg fielen, wurden zwischenstaatliche Differenzen durch Diplomatie beigelegt oder desertierte Soldaten wurden nicht gleich erschossen, sondern anders bestraft. Möglich ist auch die Einführung des Zündnadelgewehrs in Preußen gewesen mit dem man erheblich schneller schießen konnte, als mit den herkömmlichen Gewehren in anderen Ländern. Es kann auch bedeutet, man sollte sich keine unnötig Sorgen machen und Geduld haben, manches sieht schlimmer aus, als es später kommt.)

So sehr schreit, der nachschreit, als vor.

So sie mehr Arbeit haben, mögen sie auch mehr Lohn haben.

So Stärke nicht hilft, muss man List versuchen.

So viel alte Seife, so viel alt Geld.

So viel Kinder, so viel Vaterunser.

So viel Köpfe, so viel Sinne.

So vielmal, als die Wachtel schlägt, so viel gilt der Laib Brot.

So viel Mund, so viel Pfund.

So viel Personen, so viel Erbteile.

So weh wird dem Nagel als dem Loch.

So weit die Flur geht, so weit geht auch das Gericht.

So weit ein Strafgericht, so weit auch der Forst.

So weit Handwerksgewohnheit geht, so weit kann sich ein Handwerksmann helfen.

So wenig Gesundheit ein Verdienst ist, so wenig ist Behinderung eine Strafe.

So wollt ich's haben, sagte der Teufel, da sich die Mönche rauften.

Spann den Bogen nicht zu strenge, soll er halten in die Länge.

Spar dein Brot, es kommen Eier!

Spar dein Brot, so hast du in der Not.

Spar deine Andacht nicht bis aufs Tanzhaus und deine Fastnacht*10 nicht bis zum Karfreitag.

Spar dem Unfall!

Spar den Käse, die Butter ist teuer.

Spare in der Zeit, dann (so) hast du in der Not.

Sparen ist ein großer Zoll.

Sparen ist größere Kunst denn erwerben.

Sparen ist verdienen.

Sparen ist zu spät, wenn man im Beutel auf die Naht und im Fass auf den Boden greift.

Sparen ist zu spät, wenn's an die Hofstatt geht.


Sparhand und Nahrhand kaufen andrer Leute Land.

Spar in der Zeit, so hast du in der Not ein Brot.

Sparmund frisst Katz und Hund.

Sparmund und Übelleb kaufen Herrn Wohlleb sein Haus ab.

Spar nicht auf morgen, was du heute tun kannst.

Sparnichts und Habenichts wohnen unter einem Dach.

Sparsam, sparsam! sagte X, den Schwefelspan in drei!
(Schwefelspan = Späne, die in zerlassenen Schwefel getaucht wurden, um sie als Zündhölzer oder zum Ausschwefeln von Weinfässern zu gebrauchen. Wenn man Zündhölzer aus Sparsamkeit dreiteilen will, muss es sich schon um einen s e h r sparsamen Menschen handeln.)

Sparschaft gibt Barschaft.

Sparst du mir 'ne Art, so spar ich dir 'ne Fahrt.
(Das Sprichwort kommt aus der Landwirtschaft. Der Acker meint, der Bauer soll ihm eine für ihn ungeeignete Frucht-Art ersparen, dann erspart sich der Bauer auch so manche Mühe und extra Fahrt auf den Acker.)

Sparwort ist bei Frauen teuer.

Spaß ist nicht Ernst.

Spaß muss sein, sagte die Katze zur Maus.

Spaß muss sein, sagte Hans und kitzelte Greten mit der Mistgabel.

Später Dank, schlechter Dank.

Späte Reu ist selten treu.

Späte Reu macht Schaden neu.

Später Markt wird gern gut.

Später Winter, spätes Frühjahr.

Späte Saat kommt mit Rat.

Spät nieder, spät auf ist aller faulen Leute Brauch.

Spät Obst liegt lange.

Spatzenarbeit, Finkenlohn.

Speck soll man nicht spicken.

Speck und Schwart von einer Art.

Speikinder, Gedeihkinder.

Sperlinge fängt man, wenn man ihnen Salz auf den Schwanz streut.
(Sperling = Spatz)

Sperlinge schießt man nicht mit Kanonen.

Sperr auf zu rechter Zeit!

Speyrer Wind, Heidelberger Kind und Hessenblut tun selten gut.

Spielen, Fischen, Vogelstellen schänden manchen Junggesellen.

Spielen ist keine Kunst, aber Aufhören.

Spieler und Rennpferde dauern nicht lange.

Spiel nicht in der Fremde, sonst verlierst du Rock und Hemde.

Spiel, warte des Mundes.

Spinnen lernt man vom Spinnen.

Spitzes Kinn, böser Sinn.

Spitznase, übel Base.

Spotte nicht mit der Eule, das ist auch ein Vogel.

Spötter essen auch Brot.

Spöttertor steht jedem offen.

Spottes kann sich niemand erwehren.

Spott ist das Wetterleuchten der Verleumdung.

Spotts kann sich niemand erwehren.

Spott und Schaden reimt sich wohl zusammen.

Spott und Schaden stehen übel beisammen.
Sprichwörter sind wie Schmetterlinge; manche lassen sich einfangen, und manche fliegen davon.
Sprich gut von deinen Freunden und schweig von deinen Feinden.

Sprich mit Mosen, wenn Aaron den Schnupfen hat.

Sprich nicht hui, eh du über den Berg kommst.

Sprich nicht weiter, wenn du überzeugt hast.

Sprich von deinem Glück ganz leise, damit der Neider nichts höre.

Sprich, was wahr ist, trink, was klar ist, iss, was gar ist.

Sprich wenig mit andern, viel mit dir selbst.

Sprichwörter sind die Weisheit auf der Gasse.

Sprichwörter sind wie Schmetterlinge; manche lassen sich einfangen, manche fliegen davon.


Sprichwort - wahr Wort.

Spring nicht über den Graben, wenn der Steg daneben ist.

Spring nicht weiter, als der Stab lang ist.

Stäch' ein Eid wie ein Dorn, es würde nicht so viel geschworn.

Städte und Land werden nie so sehr verwüstet, als wenn man fremde Leute in den Rat nimmt.

Stadtrecht bricht Landrecht.

Stangenhengst wiehert allerlängst.
(Stangenhengst = Stangenpferd: Deichselpferde sin die, welche gleich vor dem Wagen an der Deichsel angespannt sind, zum Unterschied der Riempferde, die vor Stangenpferd angespannt werden, wenn man mehrspännig fahren will.)

Stank für Dank.

Stank ist des Teufels Dank.

Stark bei mild, ein goldner Schild.

Starke Güsse sind nicht von Dauer.

Starke Hand fackelt nicht.


Stärke ist nicht in den Beinen, sondern im Gemüt.


Starke Leute haben starke Krankheit.

Stärke ohne Rat ist tot.

Starker Leute Spiel ist schwacher Leute Tod.

Stärke wächst im Geduldgarten.

Statt und Stunde heißen den Dieb stehlen.

Statzler verstehen einander wohl.
Ein Statzler versteht einen Stammler.
(statzen = stammeln, stottern; Statzler = Stotterer, Stammler)

Staub bleibt Staub, und (auch) wenn er bis zum Himmel fliegt.

Staupenschlag ist die Einweihung zum Galgen.
(Staupenschlag = bis ins 19. Jahrhundert öffentlichen Auspeitschung eines Verbrechers durch den Henker mit dem Staupbesen (einer großen Ruthe aus Birkenreiß od. von zusammengewundenem Draht) und Landesverweisung.  Quelle:  www.zeno.org/Pierer-1857/A/Staupenschlag
Erklärung aus dem Brockhaus von 1841: „Staupenschlag war eine mit der Landesverweisung verbundene entehrende Strafe. Der Verbrecher wurde nämlich öffentlich von dem Henker ausgeführt, und an bestimmten Plätzen, an eigens zur Abhaltung dieser Execution errichteten Säulen, Staupsäulen genannt, ausgepeitscht. Seit die Landesverweisung der Verbrecher nicht mehr stattfindet, hat auch der Staupenschlag aufgehört, doch bezeichnet man mit diesem Worte wol auch das noch vorkommende öffentliche Auspeitschen von Verbrechern.“
Quelle: www.zeno.org/Brockhaus-1837/A/Staupenschlag


Steck deinen Löffel nicht in andrer Leute Töpfe.

Stecke dich nicht zwischen Vettern und Freunde, sonst klemmst du dich.

Steckenpferde sind teurer als arabische Hengste.

Stehendes Wasser wird faul.

Stehende Wasser werden endlich faul und stinkend.


Steh fest, Schiffer! Sagte Hinz und schmiss ihn über Bord.

Stehlen ist viel gemeiner und größer denn Rauben.

Stehlen und Lügen ist gern beieinander.

Stehlen und Sackaufheben ist eins wie das andere.

Stehler, Hehler und Befehler sind drei Diebe.

Steht das Kind wohl, so ist jede Hebamme gut.

Steht er doch da, als wenn er lammen wollte.

Steif dich nicht auf deinen Witz.

Steige nicht zu hoch, so fällst du nicht zu tief.

Steigt der Floh übers Knie, so wird ihm, er weiß nicht wie.

Steile Berge hinansteigen, fordert im Anfang langsame Schritte.

Steinerne Herzen machen keine nassen Augen.

Sterben ist auch eine Kunst.

Sterben ist kein Kinderspiel.

Sterben ist mein Gewinn.

Sterben macht Erben.

Sterben und geboren werden ist des Menschen Tun auf Erden.

Steter Tropfen höhlt den Stein.
(Sprichwort in vielen Ländern. Durch ständige Wiederholung kann man ein Ziel erreichen, was mit Gewalt nicht möglich wäre. Auch viele kleine Schritte können zum Erfolg führen. Nicht durch Ein- oder Zweimaliges, sondern durch häufiges Lesen wird der Mensch weise.)
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung beim griechischen Dichter Choirilos von Samos (um 470 bis 401 v. Chr.) im fragmentarischen epischen Gedicht über die Perserkriege: „Der Tropfen höhlt den Stein (durch Beharrlichkeit).“ Der römischen Dichter Ovid (43 v.Chr. - 17 n.Chr.) schreibt in „Epistulä ex Ponto IV, 10“: „Der Tropfen höhlt den Stein, abgenützt wird der Ring durch Gebrauch.“ Auch mit dem Nachsatz „nicht durch Kraft, sondern durch häufiges niederfallen.“ verbreitet.)

Stiche, die nicht bluten, tun weher denn andre.


Stiefmütter geraten selten wohl.
(Das bedeutet, Stiefmütter sind seit alters her meist schlecht angesehen. Ihnen wird nachgesagt, ihre Stiefkinder schlecht zu behandeln und ihre eigenen immer vorzuziehen. Die gleiche Meinung vertreten viele weitere Sprichwörter und etliche Märchen.)

Stiefmutter ist des Teufels Unterfutter.

Stiefmütter sind am besten im grünen Kleide.
(Das bedeutet, dass die Stiefmütter am besten sind, auf deren Grab schon das grüne Gras wächst. Nach den Sprichwörtern sind Stiefmütter und Schwiegermutter gleich unbeliebt, beiden wird Gleiches nachgesagt und gewünscht.)

Stiehl einmal und   Wer einmal stiehlt, . .

Stiehlt mein Vater, so hängt ein Dieb.

Stiehl viel, gib wenig, so kommst du davon.

Stillem Wasser und schweigenden Leuten ist nicht zu trauen.

Stillen Wassern ist nicht zu trauen.
(Offene und durchschaubare Menschen sind weniger gefährlich. Ein ruhiger und zurückhaltender Charakter oder ein Mangel an Lebhaftigkeit ist kein Zeichen der Einfalt.)


Stillen Wassern und schweigenden Leuten sind nicht zu trauen.


Stilles Wasser wäscht die Ufer aus.


Stille Wasser fressen auch Grund (fressen tief).

(Sie unterwühlen den Grund.)

Stille Wasser sind (gründen) tief.


Stille Wasser sein tief, sie rauschen, wenn sie wollen.
(Wird von sehr schweigsamen Leuten gesagt, die sich ihre Gedanken erst in Fluss bringen, wenn es notwendig oder die Zeit reif ist.)


Stille Wasser sind betrüglich (sind die gefährlichsten).


Stille Wasser sind tief.


Stille Wasser sind tief, die rauschenden Wasser sind nicht grausam.


Stille Wasser sind tief, tröste Gott den, der sie gründen soll.


Stille Wasser, tiefe Gründe.

Stille Wasser und stumme Hunde sind gefährlich.

Stillstand ist kein Friedensband.


Stirb nicht, lieber Hengst, es kommt die Zeit, wo Gras wächst.

Stirbst du, so begräbt man dich mit der Haut: Das tut man einem Esel nicht.

Stirbt dem Schwaben die Braut am Karfreitag, so heiratet er noch vor Ostern.

Stirbt der Fuchs, so gilt der Balg.

Stirbt der Mann ohne Kind, sein Vater sein Erbe nimmt.

Stirbt der Reiche, so geht man zur Leiche; stirbt der Arme, dass Gott erbarme!

Stirbt der Schweizer heut, morgen ist er tot.

Stirbt der Verbürgte, so ist sein Bürge frei.

St. Niklas beschert die Kuh, aber nicht den Strick dazu.

Stolpert doch ein Pferd auf vier Eisen.

Stolz auf der Gasse, kein Heller*16 in der Tasche!

Stolz geht voran und Schande hintennach.

Stöhnen ist die halbe Arbeit.

Stößigem Stier wachsen kurze Hörner.

Stotterbernd hat Stotterhennecken lieb.

Strafe im Zorn kennt weder Maß noch Ziel.

Strafe um Sünde bleibt nicht aus.

Straßburger Geschütz, Nürnberger Witz, Venediger Macht, Augsburger Pracht, Ulmer Geld bezwingt die ganze Welt.

Strecke Dich nach der Decke.

Streicheln tut verweicheln.

Streithafter Jäger macht feiges Wild.

Strenges Recht ist oft das größte Unrecht.

Streng Recht, gewiss Unrecht.

Streng Regiment nimmt bald ein End.

Streut der Fuchs auch Asch' ins Haar, die Henne bleibt doch in Gefahr.

Stricke den Sack zu, wenn er auch nicht voll ist.

Stroh entbrennt beim Feuer.
(Vorwitz macht die Jungfern teuer.)

Stroh im Schuh, Spindel im Sack, Hur im Haus gucken allzeit heraus.

Stroh in Schuhen und Lieb im Herzen gucken überall heraus.

Stroh vom Feuer!

Strumpf und Schuh tun's nicht aneinander.

Studentenblut, das edle Gut, wenig gewinnt und viel vertut.

Studentengut ist zollfrei.

Stumme Hunde und stille Wasser sind gefährlich.

Stunden der Not vergiss, doch was sie dich lehren, vergiss nie.

's tut nichts, hat schon manchen ins Grab gelegt.

Subtil frommt nicht viel.

Suche, so wirst du finden.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Neues Testament, Das Evangelium nach Matthäus 7, 7)

Suchst du einen Toren, so fang dich selbst bei den Ohren.

Sünde büßt sich selbst.

Sündegut, Schandegut.

Sünden kehren lachend ein und weinend aus.

Sünde verteidigen heißt selber sündigen.

Sünden werden vergeben, aber die Strafe folgt nach.

Suppen machen Schnuppen, füllen den Bauern nicht die Juppen.

Supplizieren und appellieren ist niemand verboten.
(supplizieren - aus dem Lateinischen, supplicare: demütig bitten; veralteter Ausdruck für Bittgesuche, um etwas nachsuchen. appellieren - nachdrückliche Mahnung, Aufforderung, etwas bestimmtes. Ansprechen; veraltet aus der Rechtssprechung: Berufung gegen ein Urteil einlegen, an ein höheres Gericht wenden.)

Süße Milch soll man vor Katzen hüten.

Süßer Gesang hat manchen Vogel betrogen.

Süßer Wein gibt sauern Essig.

Süßes kriegt der nicht zu lecken, der nicht will das Saure schmecken.

Süßes Wasser ist besser als sauerer Wein.

Süß getrunken wird oft sauer bezahlt.
Süß getrunken, sauer bezahlt.

Süß ohne Reu wird alle Tage neu.