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Deutsche Sprichwörter
Über 22.000 deutsche Sprichwörter
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Sprichwörter aus der Bibel

Der Ursprung vieler Sprichwörter ist in der Bibel zu finden. Damit sind nicht die Sprüche Salomos gemeint, sondern normale deutsche Sprichwörter, die im allgemeinen Gebrauch sind oder waren und deren Ursprung in allen Teilen der Bibel den meisten unbekannt ist. Manchmal sind sie wörtlich aus der Bibel übernommen, teilweise nur dem Sinn nach. Ebenso ist in den meisten Sammlungen ihre Quelle nicht angegeben.

Auf dieser und den anderen Seiten mit deutschen Sprichwörtern sind etliche dieser Sprichwörter enthalten. Meist steht die Bibelstelle (teilweise im Wortlaut) darunter, nach der sie entstanden sind. In neuerer Zeit sind mehrere neue Bibelübersetzungen veröffentlicht worden, in denen der Wortlaut geändert wurde. Ganze Sätze oder Verse lauten heute manchmal anders als in der Entstehungszeit der Sprichwörter vor hundert oder mehr Jahren. Entsprechend gibt es bei einigen Sprichwörtern eine große, bei anderen fast keine offensichtliche Ähnlichkeit. Die zitierten Bibelstellen stammen wenn möglich aus der Bibelübersetzung, die dem Sprichwort am nächsten kommt.

In einigen Übersetzungen sind teilweise die Verszahlen unterschiedlich oder Texte werden mit anderer Bedeutung übersetzt.

Beispiel das Sprichwort: „Gut ist gut, wenn man gut mit tut.
Dazu die entsprechende Stelle bei Jesus Sirach im Kapitel 13, je nach Veröffentlichung in Vers 24, 28 und 30. Einmal ist Reichtum gut, wenn man ihn ohne Sünde verwendet, ein anderes Mal nur dann, wenn keine Sünde daran ist, ohne Sünde entstanden ist, unabhängig von seiner Verwendung:
Die ganze Heilige Schrift, Zürich 1755
28: „Reichtum ist gut, wann man's ohne Sünde brauchet: und die Armut ist bös in dem Munde des Gottlosen.“
Die Heilige Schrift des alten Testaments 1813
24: „Der Reichtum ohne Sünde ist gut. Die Armut nennet der Gottlose böse.“
Die Andachts-Bibel oder Die ganze Heilige Schrift 1845
30: „Reichtum ist wohl gut, wenn man es ohne Sünde braucht; aber Armut des Gottlosen lehrt ihn viel Böses reden.“
Lutherbibel 1912
30: „Reichtum ist gut, wenn man ihn ohne Sünde braucht; aber Armut des Gottlosen lehrt ihn viel Böses reden.“
Gute Nachricht Bibel 2000
24: „Reichtum ist etwas Gutes, wenn kein Unrecht daran klebt. Und Armut ist nichts Schlechtes, auch wenn gewissenlose Menschen das behaupten.“
Einheitsübersetzung 2016
24: „Gut ist der Reichtum, an dem keine Sünde ist, schlecht ist die Armut im Mund des Gottlosen.“
Lutherbibel 2017
24: „Reichtum ist gut, wenn an ihm keine Sünde haftet, und allein der Gottlose nennt die Armut schlecht.“

In einigen Veröffentlichungen fehlen auch die Apokryphen, zu denen auch Jesus Sirach gehört. Das sind religiöse Schriften von ca. 200 v.Chr. bis 400 n. Ch., über deren Zugehörigkeit zur Bibel Uneinigkeit besteht. (https://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphen). Einige Sprichwörter stammen auch aus ihnen.

Zu den Apokryphen gehören:

Buch Judit
Buch der Weisheit (Weisheit Salomos, um 50 v. Chr. entstanden)
Buch Tobit (nach Luther „Tobias“)
Jesus Sirach (zwischen 180 und 175 v.Chr. entstanden)
Baruch und Brief des Jeremia
1. Buch der Makkabäer
2. Buch der Makkabäer
Zusätze zum Buch Ester
Zusätze zum Buch Daniel
Gebet des Manasse

Bücher über deutsche Sprichwörter aus der Bibel

Die biblischen Sprichwörter der deutschen Sprache
von Carl Schulze, Vandenhoeck & Ruprecht's Verlag, Göttingen 1860

Biblische Redensarten und Sprichwörter
3000 Fundstellen aus der Lutherbibel gesammelt und erläutert von Heinz Schäfer
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 1998, 2004

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Graben und Hacken Macht schmale Backen.

Grade wie bei uns zuland hängt man die Wurst auch an die Wand.

Gradezu gibt gute Renner.

Graf Ego bau den Ackert wohl und hat schöne Pferde.
Graf Ego baut wohl und hat schöne Pferde.
(Mit Ego ist kein Egoist gemeint, sondern man selbst. Das bedeutet, der Herr (Bauer, Besitzer) muss überall selbst nach dem Rechten sehen und Hand anlegen und arbeiten, damit der Acker guten Ertrag liefert und die persönliche Pflege seiner Tiere lässt sie besser gedeihen als die Aufsicht von Knechten oder Angestellten. Wer selbst auf alles achtet, wird die Dinge zu seinem Besten richten wollen. Knechte oder Angestellte werden nur machen, wofür sie bezahlt werden und nicht unbedingt alles Notwendige. So sagt ein anderes Sprichwort auch: „Des Herren Aug ist der beste Mist.“)

Gram bricht auch ein starkes Herz.

Graue Haare machen niemand alt, die Haut tut es, wenn sie runzelt.

Graue Haare sind Kirchhofsblumen.

Graue Haare stehen gut auf einem jungen Kopf.

Grauer Morgen, schöner Tag.

Graues Haar, des Todes Postillion.

Graues Haar wächst auch auf jungen Kopf.

Grau ist alle Theorie.
(Praktische Erfahrungen sind besser als alles theoretische gelernte und Wissen. Das Sprichwort ist ursprünglich ein Zitat aus der Tragödie „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), in der es Mephistopheles zum Schüler „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie“ sagt.)

Grausamkeit hat nicht viel Leut.

Greif ehrlich zu, eh dir die Hände gebunden werden.

Greif in den eigenen Busen.

Greift man den Hund beim Schwanz, so knurrt er.

Greift zu, ihr sollt Gevatter werden.

Greif zu, eh dir die Hände gebunden sind.

Greis schlägt gern nach grämen.

Gries kennt den Gramen.

Grimmiger Vater, grimmiger Sohn.

Grindige Haut blutet bald.

Grindige Katzen leben lang.

Grind oder Schorf lehrt krauen.

Grind, Unflat, Läuse und Flöhe sind des Faulen tägliche Gäste.

Grob Brot, dünn Bier, lange Meilen.
Grob Brot, dünn Bier, lange Meilen: (haec) Sunt in Westphalia: sinon vis credere lauf dar.
Grob Brot, dünn Bier und lange Meilen sind in Westphalia, willst du's nicht glauben, so lauf da!
(Ein Sprichwort, bei Körte 1837 noch in Hochdeutsch, wird bei Simrock 1846 teilweise in lateinischer Sprache, so wie es im Germanicorum adagiorum von Eberhard Tappe schon 1539 stand, verändert. Ebenso mit lateinischem Teil im 17. Jahrhundert in der Sammlung von Lehmann. Wahrscheinlich ist aber nur der 1. Teil mit der Aufzählung das eigentliche Sprichwort, der lateinische Teil wurde als Erklärung angefügt und erst später dem Sprichwort angefügt. So steht nur der Teil mit der Aufzählung 1810 in der Sammlung von Johann Michael Sailer.)

Grobe Holzhauer machen grobe Späne.

Grobe Köpfe behalten lang.

Grobe Laster soll man nicht mit einem Fuchsschwanz strafen.

Grobe Leute sagen immer, sie wollen's anders machen, sagen aber nicht, dass sie es wollen besser machen.

Groben Leuten und tollen Hunden soll man aus dem Wege gehen.

Grober Verstand ist eine Felsenwand.

Grobe Säcke muss man nicht mit Seide zunähen.
Grobe Säcke näht man nicht mit Seide.

Grobe Tücher geben keine feinen Kleider.
(Dieses Sprichwort ist nur in Veröffentlichungen der letzten Jahrzehnte zu finden. Wahrscheinlich entstand es aus einer vergleichbaren mundartlichen Version mit derselben Bedeutung: „Fun grop duch gebbs ken feine gleder.“, welche schon 1929 in den „Proverbs of the Pennsylvania Germans“ von Edwin Miller Fogel der Pennsylvania-German Society unter Nr. 390 dokumentiert ist. Dagegen hat ein anderer Spruch aus dem 4. Band des Deutschen Sprichwörter Lexikon in Spalte 1353 unter Tuch Nr. 12: „Aus grobem Tuch kann man kein fein (schön) Kleid machen.“ nichts damit zu tun, da der ausnahmslos nur in Verbindung mit dem Sprichwörter Lexikon vorkommt. Wander gibt dafür keine Quelle an, sondern nur 2 Niederländische Sprichwörter, die er mit seiner Version ins Deutsche übersetzt hat.)

Grobheit tracht nur nach Unglück.

Grobheit und Stolz wachsen auf einem Holz.

Groll macht toll.

Groß denken und nichts dahinter.
(Wichtig tun und nichts ausrichten, Sprichwort von Amrum.)


Große Anschläge haben kleinen (wenig) Nachdruck.

Große Anschläge machen arme Kaufleute.

Große Bäume geben mehr Schatten als Früchte.

Große Brüste verheißen viel und geben wenig.

Große Clamanten, ungelehrte Bachanten.
(Sprichwort mit alten, auch vor 100 Jahren schon aus der Mode gekommenen Wörtern. Clamant = vom lat. clamāre - schreien, rufen, laut lärmend schreiend; Bachant = früher Bezeichnung für angehenden Studenten an Universitäten, vermutlich aus dem Lat. Beanus entstanden. bedeutet, große lärmende Schreier sind vergleichbar mit ungelehrten Studenten, die durch Lautstärke ihr Unwissen kaschieren. Von Wander wurde das alte Sprichwort gleich zweimal ins Deutsche Sprichwörter Lexikon aufgenommen, einmal mit Clamanten (mit Quellenangabe) und einmal mit Klamanten (ohne Quelle).)

Große Diebe hängen (henken) die kleinen.

Große Diebe und Schalke verdammen die kleinen.

Große Ehrentitel verändern Sitte und bringen doch selten Tugend mitte.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
(Das bedeutet, man kann aus Ereignissen oder Vorbereitungen, der allgemeinen Lage die Anzeichen für kommende Ereignisse, die folgen müssen, ableiten. Ursprung des Sprichworts ist das Gedicht „Lochiel’s Warning“ des schottischen Dichters Thomas Campbell (1777 - 1844), in dem diese Worte enthalten sind.)

Große Fische fressen die kleinen.
(Vergleichbares Sprichwort: Die Hechte werden von kleinen Fischen groß. Das bedeutet, von der Arbeit der Masse der kleinen Leute profitieren die Großen und Mächtigen.)

Große Fische sind nicht allzeit die besten.

Große Flüsse laufen selten von klarem Wasser, großer Reichtum mit gutem Gewissen an.

Große Freud, erhabener Mut.

Große Freundschaft und Geschlecht machen krumme Sachen recht.

Große Geister begegnen sich.

Große Gewalt, viel Unruhe.

Große Gewalt wird selten alt.
Große Gewalt wird nicht alt.
Groß Gewalt kann nicht werden alt.

Große Händel*14 wollen große Beutel haben.

Große Hanse schänden heut einander, morgen gibt einer dem andern die Schwester, drum stecke sich niemand dazwischen.
(Hans, Hanse = fiktiver Name; große Hanse - vergleichbar mit großen Herren.)

Große Hast kommt oft zu spät.

Große Häupter und stolze Leute stehen auf gar schmalen und schlüpfrigen Ort.

Große Heilige, große Taten.

Große Herren bedürfen armer Leute Hilf und Rat wohl.

Große Herren brauchen ihre Diener wie der Handwerker ihre Werkzeuge, welche man, wenn es abgewetzt, hinter die Wand wirft.

Große Herren brechen leicht eine Ursache vom Zaun.

Große Herren denken lange.

Große Herren dürfen mit Heiligen scherzen.

Große Herren geben gern große Geschenke.

Große Herren geben ihr Lachen nicht vergeblich auf.

Große Herren geben nicht gern.

Große Herren, große Sorgen.

Große Herren, große Tugend; wenig Wort, aber viel Kraft.

Große Herren haben auch Furcht.

Große Herren haben lange Hände.
Große Herren haben lange Hände; sie reichen aber nicht bis an den Himmel.

Große Herren haben lange Hände und greifen oft zu, da es ihnen nicht befohlen ist, nämlich Gott in seinen Augapfel oder geben manchem einen Stirnnickel, das ihm das Blut und Gut hernach geht.

Große Herren kommen am sichersten in den Himmel, wenn sie in der Wiege sterben.

Große Herren können einen armen Gesellen wohl reich machen.

Große Herrn lassen sich niesen.
(niesen = genießen)

Große Herren lassen sich nützen, unter reichen Fürsten ist gut sitzen.
(Bei Simrock steht dieses Sprichwort 1846 als ein ganzes Sprichwort (ebenso heute in allen neueren Sprichwörtersammlungen). 1780 bei Blum sind beide Teile unter den Nr. 758 und 759 noch zwei einzelne Sprichwörter. Wander übernimmt es 1870 in den 2. Band seines Deutschen Sprichwörter Lexikons unter Herr Nr. 354 ebenso als ein Sprichwort, obwohl er neben Simrock auch Blum als Quelle aufführt. Die „Fürsten“ in beiden Quellen tauscht er ohne eine Quelle dafür zu haben in „Leute“ um.)

Große Herren machen nicht viel Worte.

Große Herren müssen das Tintenfass auf ihrem Tische haben und die Federn oben auf den Hut stecken.

Große Herren müssen viel verzehren.

Große Herren müssen viel von sich reden lassen.

Große Herren reden wenig und bedächtig.

Große Herren sollen stets gläsernes Trinkgeschirr auf ihrem Tisch haben, sich dabei menschlicher Gebrechlichkeit zu erinnern.

Große Herren tun nicht unrecht.
Große Herren und reiche Leute können nicht unrecht tun.
(Ein altes Sprichwort, das schon 1605 bei Petri zu finden ist. Wahrscheinlich durch reiche und große Leute in die Welt gesetzt, verbreitet und über Jahrhunderte am Leben erhalten. Eine falsche Ansicht, die sich durch die Jahrhunderte besonders bei Mächtigen und Reichen hartnäckig hält. Aus diesem Grund passiert oft und immer wieder teilweise das größte und schlimmste Unrecht, das besonders zu deren Schaden die kleinen und ärmeren Leute trifft.)

Große Herren vergessen armer Leute bald.

Große Herren wollen ungestraft auch ungevexieret sein.
(vexieren - aus dem Lateinischen = schütteln; plagen, irreführen, quälen necken.)

Große Hitze und Kälte leiden sich nicht beieinander ohne Schaden.

Große Höhe, viel Wehe.

Große Keulen schlagen große Beulen.

Große Kirchen, große Kreuze.

Große Kirchen, kleine Heilige.

Große Knorren brennen langsam an; sind sie noch grün, so geben sie desto mehr Rauch.
(Knorren = Äste, Bezeichnung verschiedener fester rundlicher, unförmge, rundliche hervorragende harte Körper, hervorragenden Überbleibsel von Ästen und Zweigen an Bäumen, knorriges Holz, knorrige Prügel.)

Große Köpfe gehen groß an und klein aus.

Große Köpfe, wunderliche Köpfe.

Große Kunst hasst man.

Große Kunst ist ein bös Ding, wenns übel gerät.

Große Kunst ohne gute Sitten ist ein ungesalzen Gericht.

Große Künstler werden gemeiniglich Bettler oder Narren.

Große Leute fehlen auch.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Psalm 62, 10: „Aber Menschen sind ja nichts, große Leute fehlen auch; sie wiegen weniger denn nichts, so viel ihrer ist.“)

Große Leute, große Tugend.

Große Leute haben große Anfechtungen und große Gebrechen.

Große Leute haben hohe Gedanken und artige weise Zufälle.

Große Leute halten viel von Scham und Zucht und rühmen sie.

Große Leute können vergeben und oft viel zu gute halten.

Große Leute lesen nicht gern feiste Briefe.

Große Leute pflegen gemeiniglich auch einen großen Fall zu tun.
Große Leute tun gemeiniglich auch einen großen Fall.

Große Leute sind auch einmal klein gewesen.

Große Leute sind kleine Narren, wenn sie anfangen zu narren.

Große Leute sind unserm Herren Gott eine Torheit schuldig, die müssen sie ihm bezahlen.

Große Leute tragen Recht und Macht in Händen.
(Früher bestimmten sie, was Recht war. Heute haben sie nur noch die Macht und meinen noch oft, sich über dem Recht zu befinden.)

Große Leute verachten kleine Schmach.

Große Leute, wenig Weisheit.

Große Männer sind nicht ohne Feinde.

Große Menge lehrt sparen.

Großem Glück fehlt es oft am Segen und gedeihen.

Große Mörder lassen die kleinen Mörder töten.

Große Mörder und Straßenräuber rädert man über die Taler*33.

Große Narren haben große Farren (Gefahren).

Großen Frieden trennt ein klein Säcklein mit Gold.

Großen Herren, Fremden und Alten ist eine Lüge zu gut zu halten.
Großen Herren, Fremden und Alten pflegt man Lüge für gut zu halten.
Freiherrn, Fremden und Alten mag man eine Lüge wohl für gut halten.
(Ein Sprichwort, das man keinem für gut halten sollte. Nach diesem schon 1716 belegten Sprichwort handeln aber immer mehr Menschen. Etlichen Politikern und andere fühlen sich augenscheinlich als Freiherrn oder meinen alt genug für Lügen zu sein, ihr Verhalten legt jedenfalls den Schluss nahe.)

Großen Herren geziemt groß Geschenk zu geben.

Großen Herren ist übel borgen.

Großen Herren legt man alles wohl an.

Großen Herren soll man nicht zu nahe kommen, noch zu fern treten.

Großen Herrn und schönen Frauen soll man wohl dienen, doch wenig trauen.

Große Pocher schlagen nicht.
(Pocher = Aufschneider, Prahler, Großsprecher, alle meist feige; Socher = ist einer, der siecht oder kränkelt.)

Große Potentaten sind unsers Herrn Gottes Kartenspiel; wenn er sie genug gebraucht hat oder sie wollen ihm nicht geraten, so wirft er sie weg.

Große Pracht, kleine Macht.

Große Präsenz macht andächtige Priester.

Große Raben fahren mit Gewalt.

Große reiche Buben betrügen oft die Armen.

Großer Grimm bringt Schaden.

Großer Herren Fehler sind der Untertanen Busse.

Großer Herren Freundschaft hat viel ums Leben gebracht.

Großer Herren Gunst ist ein schwacher Riedstab, der leicht knackt und ein reisefertiger Höfling, der allzeit mit dem Hut in der Hand steht, um Abschied zu nehmen.
(Riedstab = Spazierstock aus spanischem Rohr, auch Riesenschilf. 1685 noch ein Sprichwort bei Winckler (Fünftes Hundert Nr. 27), bei Wander werden zwei daraus, Herr Nr. 424 und 425.)

Großer Herren Gunst ist ein unbändiges Pferd, auf dem sich niemand ohne den Zaum der Bescheidenheit erhalten kann.

Großer Herren Hennen legen Eier mit zwei Dottern.

Großer Herren Huld und Nelkenwein verriecht über Nacht.

Großer Herren Leute dünken sich was.

Großer Herren Staat ist von Arbeit gesponnen und von Gefahr gewebt.

Großer Herrn Bitten ist Befehlen.

Großer Hof muss viel Knechte und Mägde haben.

Großer Kopf, kleines Gehirn.

Großer Lärm macht keine Hochzeit.

Großer Leib, kleiner Verstand.

Großer Mut und kleine Macht wird von jedermann verlacht.

Großer Mut, wenig Gut.

Großer Nutzen der beste.

Großer Prahler, schlechter Zahler.

Großer Reichtum hilft nicht, wenn nicht Gott den Segen spricht.

Großer Rhein, saurer Wein, Kleiner Rhein, süßer Wein.
(Das bedeutet, regnet es viel, hat der Rhein viel Wasser und die Sonne scheint nur kurz, der Wein wird eher saurer. Regnet es wenig und die Sonne scheint lange, führt der Rhein weniger Wasser, aber durch den langen Sonnenschein wird der Wein süßer.)

Großer Rühmer, kleiner Tüner.

Großer Schmuck, großer Betrug.

Großer Sorg wird liederlich Rat.

Großer Stein ist schwer zu werfen.

Großer und weiser Leute Kinder geraten selten wohl.
Vornehmer Leute Kinder geraten selten wohl.

Großer Vogel, großes Nest; kleiner Vogel, kleines Nest.

Großer Wind bringt oft nur kleinen Regen.

Großer Wind ist selten ohne Regen.

Große Sachen wollen groß bedenken haben.

Großes Amt, große Sorgen.

Große Schalke strafen kleine Schalke.

Große Schiffe können in See treiben, kleine müssen am Ufer bleiben.

Große Schulden machen manchen Mann liegen.

Großes Feuer, großer Rauch.

Großes Feuer löscht das kleine.

Großes Glück, große Missgunst.

Großes Gut, große Sorge.

Großes Haus, großes Kreuz.

Große Siege kosten viel Leute.

Großes Kaisertum, große Räuberei.

Große Städte, große Sünden.

Große Stadt, große Wüstenei.

Große Stille, große Tiefe.

Große Taschen, darin kein Geld, betrügen manchen klugen Held.

Große Taten gehen ohne große Gefahr nicht ab.

Große Tränk' und große Güss' bringen oft den Tod gewiss.

Große Trünke haben manchen um den Hals gebracht, auch um Gut und Ehr.

Große Trünke sind ungesund.

Große Tugend und Reichtum vertragen sich schwer miteinander.

Große Türen brauchen große Klöppel.

Große Unkost tut kleinem Geld weh.

Große Vögel beißen sich um die Nester, der Zaunkönig hat Fried.

Große Wasser, große Kriege.

Große Winde, große Kriege.

Große Worte, kleine Werke.

Große Worte und dick gelogen haben manchen Mann betrogen.

Große Worte und Federn gehen viel auf ein Pfund.

Große Worte und nichts dahinter.

Groß Geld, großer Glaube.

Groß Geld, groß Sorg und Gefahr.

Groß Geprahl, Bissen schmal.
Groß Geprahl, (und) schmaler (schlechter) Bissen.

Groß Geschenk bindet's Gelenk.

Groß Geschrei oder Ruhm und nichts dahinter.
(Geschrei = Gerücht)

Groß Geschrei, wenig Geld in der Tasche.
(Geschrei = Gerücht)

Groß Glück blendet die Menschen.

Groß Glück eitel Knecht.

Groß Glück gebiert Narren.
Gut Glück gebiert Narren.

Groß Glück, große Gefahr.

Groß Glück hält nicht lange Farbe.

Groß Glück, wenig Urlaub.

Groß Gut dient armen und geringen Leuten nicht, die nicht Land und Leut zu vertreten und zu beschützen haben.
(Ein Sprichwort aus dem 16. Jahrhundert, das viele reiche Leute heute noch beherzigen. Warum sonst versuchen etliche Reiche, Hochgestellte und Mächtige auch heute noch, die Ärmeren und Schwachen zu bevormunden und das Geld aus der Tasche zu ziehen?)

Groß Gut lässt sich langsam gewinnen und ist doch bald vertan.

Groß Gut macht weise Frauen.

Groß Gut nicht drum wird gegeben, dass man sich dadurch soll erheben.

Groß Gut und ein gesunder Leib sind selten beisammen.

Groß Gut und Geld hat recht über recht bei der Welt.
(In diesem Sprichwort wurde früher „recht“ immer kleingeschrieben. Möglicherweise nahm man deshalb die Rechte der anderen nicht für voll und wichtig, so wie teilweise heute noch. Das gilt aber auch, wenn das eine oder andere Recht oder beide großgeschrieben werden. Dieses Sprichwort drückt die Ansicht etlicher reicher, wohlhabenden und mächtigen Menschen aus. Warum meinen sie sonst, sich über die Rechte anderer hinwegsetzen zu können, mit Willkür, Diebstahl und Übervorteilung? Wieso sonst versuchen auch heute noch meist die Reichen mit Steuerhinterziehung und Betrug (auch an der Allgemeinheit, siehe Cum-Ex Geschäfte) noch reicher zu werden oder Diktatoren über Leben und Tod der eigenen Bevölkerung zu bestimmen oder religiöse Fanatiker Andersgläubige umzubringen?)

Groß Gut und Reichtum lässt einen nicht schlafen.

Groß Gut viel Sorg und Unruh.

Groß Gut will (haben) starken Mut.

Groß Gut ziert große Herrn, milde Hand und Herz noch viel mehr.

Groß Herr, groß Recht, klein Knecht, klein Recht.

Großprahler haben's in Worten, wie's Eichhorn im Schwanz.

Großsein tut`s nicht allein, sonst holte die Kuh den Hasen ein.

Großsprechen ist keine Kunst.

Großsprechen und sich viel vermessen macht oft Kief.

Großsprecher haben's in Worten wie das Eichhorn im Schwanz.

Großsprecher und Dünkel gut, zu Hofe das Beste tut.

Großtun ist keine Kunst.

Groß und faul ist auch ein Gaul.

Groß und faul ist doppelter Schaden.

Groß Unglück ist der Zunge beschert, die alle Dinge zum ärgsten kehrt.

Groß Unglück kommt vom Buhlen, das liest man in den Schulen.

Groß Wetter hört bald auf.
Große Wetter vertoben bald.

Groß Zusage ist bald verschwunden.

Gründe aus der Münze geholt überreden am besten.

Grüne Fastnacht*10, weiße Ostern.

Grünes Holz, große Hitze.

Grünes Holz macht heißes Feuer.
(Das bedeutet, in der Jugend sind die Menschen meist hitzig und unüberlegt.)

Grüne Weihnachten, weise Ostern.
Grüne Weihnachten bringen gern schneeweise Ostern.
Zu Weihnachten Gras, zu Ostern Eis.

Grün und dürr Holz brennen ungleich, wenn das grüne erhitzt (beginnt), so ist das dürre verflattert.
Grün und dürr Holz brennt nicht gleich in einem Feuer.
(Schon vor Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon haben Autoren von ihren Vorgängern abgeschrieben und teilweise Worte verändert (nur nicht so willkürlich und dem Umfang). Dieses Sprichwort ist erstmalig 1630 bei Christoph Lehmann (Seite 146, Nr. 87) zu finden. Josua Eiselein schreibt es 1840 ab und ändert das Wort „erhitzt“ nach „beginnt“, zusätzlich korrigiert er die Rechtschreibung von Holtz nach Holz, grün und dürr erhalten e oder es ans Ende und den kleine Buchstabe „u“ schreibt er mit „u“, nicht mehr mit einem „v“. Wander schreibt etwas später ebenfalls, mit der Kenntnis der Version von Eiselein, von Lehmann ab. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon stehen 1870 wieder alle Fehler von Lehmann mit dem Zusätzlichen, das „Grün“ und „Dürr“ groß geschrieben werden. Zwischenzeitlich erscheint dieses Sprichwort in kurzer Form mit nur dem 1. Teil 1605 bei Petri: „Grün und dürr Holz brennt nicht gleich in einem Feuer.“ und 1740 bei Sutor: „Grün und dürr Holz brennen ungleich.“. Möglicherweise bedeutet das, dass der 2. Teil nie Bestandteil des Sprichwortes war, sondern nur eine Erklärung von Lehmann, da der die einzige primäre Quelle für den 2. Teil ist, von dem anderen abschrieben.)

Gruß freut den Gast und ehrt den Wirt.

Grüß jeden gern und wohl, so wirst du Gunsten voll.

Gruß kommt von Hofe.
Gruß kommt von Hofe. und großen Leuten.

Gruß um Gruß.

Guck in dein eigen Häfelein*15.

Gunst bekommt man nicht umsonst.

Gunst Geht vor Gespunst.

Gunst geht vor Recht.
Gunst geht vor Recht, das weiß ich armer Knecht.
(Ältere Version: Gunst geht für Recht.)

Gunst ist besser denn Silber und Gold.

Gunst macht Kunst.

Gunst überwiegt Stärke.

Gunst zu Hof verkehrt sich oft.

Güsse machen (bringen) Flüsse.

Gut aufsehen ist der beste Rat für das stehlen.
(Das bedeutet, wer ein gutes Aufsehen auf sein Eigentum hat, ist vor Dieben und Stehlern gut geschützt.)

Gut Beispiel ist eine Glocke, die zur Kirche ruft.

Gut Bier macht die Wangen rot und den Hintern bloß, wenn man immer will dabei im Luder liegen.
(Das Wort Gut hat in Sprichwörtern verschiedene Bedeutungen. Es kann wie im nächsten Sprichwort Gut oder Güter, das heißt Besitz und Eigentum bedeuteten. Es kann auch die Qualität einer Sache sein, die gut oder besser ist. Bei diesem Sprichwort bedeutet Gut Bier die große Menge Bier, die man trinken kann, aber nicht sollte. Wer zu viel trinkt, vertrinkt am Ende seinen ganzen Besitz, macht sich zum Bettler, hat nichts richtiges zum Anziehen, das der Hintern bloß ist. Das Einzige, was einem Trinker bleibt, sind die roten Wangen vom trinken.)

Gut braucht Hut, Güter brauchen Hüter.

Gut Brot kennt man an der Leichtigkeit, gute Käse an der Schwere.

Gut Ding hat schweren Anfang.

Gut Ding soll man gut lassen bleiben.

Gut Ding vergisst man bald, das böse kann man besser behalten.

Gut Ding will Weile haben.
Gut Ding braucht Weile.

Gute Anschläge sind allzeit gut, wer sie beizeiten tut.

Gute Arbeit gibt herrlichen Lohn.

Gute Ausrede ist drei Batzen*2 wert.

Gute Bäume tragen zeitig.
Guter Baum trägt zeitig.

Gute Beine haben oft schlechte Stiefel.

Gute Belohnung macht willige Arbeiter.


Gute Boten gehen und kommen (bald) wieder.

Gute Botschaft ist des Botenbrots wert.

Güte bricht einem kein Bein.

Gut edel, Blut arm.
(Das bedeutet, dass oft Reichtum höher bewertet wird, als die Gesinnung und das Tun.)

Gute Frage, gute Antwort.

Gute Freunde erkennt man in der Not.

Gute Freunde findet man nicht am Wege.

Gute Freunde nehmen miteinander Käs und Brod für gut.
Gute Freunde nehmen miteinander Käs und Brod für lieb.
Gute Freunde nehmen mit allem vorlieb.

Gute Freunde sind dünn gesät.
(Übersetzung des lateinischen Spruchs: „Amicus verus rara avis.“ Verschiedene Übersetzer veröffentlichten unterschiedliche Übersetzungen, immer ohne eine Quelle oder einen Autor zu nennen: Wie oben bei Seybold 1677 und 1867 im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander, Philippi 1825: „Ein wahrer Freund wohl selten erscheint.“ Binder 1856: „Wahre Freunde sind dünn gesät.“ In einigen neueren Werken aus den letzten Jahrzehnten: „Ein guter Freund ist ein seltener Vogel.“ wobei je nach Autor zwischen „guter“, „wahrer“ und „echter“ Freund gewechselt wird.)

Gute Freunde stehlen die Zeit.
(Erstnennung im 19. Jahrhundert, mit dem Hinweis, Luther hat den Spruch Sprichwort genannt.)

Gute Freunde tun guter Freund tat.

Gute Freunde und treue Nachbarn sind nicht mit Geld zu bezahlen.
(Dieses Sprichwort wird manchmal ohne weiteren Hinweis genannt, an anderen Stellen mit entsprechender Mundart als ostpreußisches Sprichwort bezeichnet.)

Gute Freunde viel nützer sind, denn so einer ein Reich gewinnt.

Gute Freunde, wie Koch und Kellner.

Gute Gedanken gebären gut Taten.

Gute Gedanken fallen oft in Brunnen.

Gute Gesellen und bös Kinder Väter soll man fliehen als Aprilen Wetter.

Gute Gesellen und Freunde führen manchen in ein Bad, dass ihm übel bekommt.

Gute Gesetz und Ordnung liegen oft krank.

Gute Gewonheit ist wohl zu dulden.

Gute Haushaltung macht kleines Einkommen groß.

Gute Hut erhält das Gut.

Gute Hut macht guten Frieden.

Gute Jäger spüren genau.

Gute Katzen mausen daheim und in andern Häusern.

Gute kindische Sitten stehen wohl an einem Kinde und sind ein gutes Zeichen.

Gute Leute, aber schlechte Musikanten.

Gute Leute können viel tun.

Gute Leute sind jedermann gut.

Gute Leute sind nicht Nachbarn.
Gute Leute sind nicht Nachbarn, man findet sie selten.

Gute Leute tun die Hand vom Herzen und lassen sich genießen.

Güte macht ungütige Knechte.

Gute Magd wird gute Frau.

Gute Meister, gute Schüler.

Gute Nachbarschaft hilft die Scheune oder den Stadel aufrichten.

Gute Nacht Schnepf, wir wollen ins Tirol.

Gute Nacht, Tugend: hab ich Geld, so bin ich lieb.

Guten Freunden soll man ihre weise lassen.

Guten Kaufs leert den Beutel.

Guten Leuten folgen wohl gute Leute.

Guten Rat muss man nicht ausbieten wie saures Bier.

Guten Rat soll (muss) man nicht auf alle Märkte tragen.

Guten Rat soll man nicht unversucht lassen.

Guten Tagen ist niemand Feind.

Gute Ordnung ist eines Landes Herz und das Beste in der Stadt.

Gute Pfeifer, brave Säufer.

Gute Pferde machen kurze Meilen*23.

Gute Prediger tragen mehr Früchte als Blumen vor.

Guter Anfang, gut Behagen, das Ende muss die Last tragen.

Guter Anfang ist halbe Arbeit.

Guter Art Hunde und Pferde trauern um ihrer Herren Tod.

Gute Räte und gute Praeter find man selten.

Gute Ratschläge müssen endlich ihren Ruhm und Dank auch bekommen.

Guter Bankettier, guter Bankerottier.
(altes Sprichwort, Bankettier von bankettieren - festlich tafeln, jemand der ein Bankett oder Fest veranstaltet. Bankerottier aus dem italienischen - banco rotto gleich zerbrochener Tisch (banco - Bank) (meist der Tisch des Geldwechslers). Wenn der Tisch des Geldwechslers zerbrochen ist, ist er zahlungsunfähig - bankrott. Das bedeutet, wer große und verschwenderische Bankette veranstaltet, wird bald bankrott, das heißt, zahlungsunfähig sein.)

Güter brauchen Hüter.

Güter des Leibes schaden der Seele.

Guter Dienst bleibt unverloren.

Guter Freund, ein edles Kleinod*19.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 6, 14 + 15: „14. Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer den hat, der hat einen großen Schatz. 15. Ein treuer Freund ist mit keinem Geld noch Gut zu bezahlen.)

Guter Freunde kief ist bald getan.
(Aus dem Altdeutschen: Kiefen, Kieferbsen (auch Küfen) = grüne Erbsen in Schoten; kiefen (auch küfen) = keifen, zanken, streiten oder mühsames kauen. Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird, manchmal auch doppeldeutig. Das bedeutet, wenn gute Freunde sich streiten, ist der Streit bald beigelegt.)

Guter Freunde mag nicht zu viel.

Guter Freunde Schelten und Versöhnen findet sich von selbst.

Guter Freund, guter Arzt.
Guter Freund, guter Fund.
Ein guter Freund, ein guter Arzt.

Guter Freund kommt ungeladen.

Guter Gast kommt ungeladen.
Gute Gäste kommen ungeladen.

Guter Gesell, böser Kindvater.

Guter Gruß, gute Antwort.
Guter Gruß, guter Dank.

Guter Gruß, halbe Speise.

Guter Gruß ist vieler Krankheit Buß.

Guter Herren Bitte ist Mordgeschrei.

Guter Hund, so die Fährte nicht verliert.

Guter Hund, so nur einem Wilde nachjagt.

Guter Jäger spurt genau.

Guter Keller, halber Brauer.

Guter Kohl, schlechtes Heu.

Guter Lehrling, guter Meister.

Guter Leumund ist ein zweites Erbteil.

Guter Lohn macht die Arbeit leicht.
Ein guter Lohn erleichtert die Arbeit.

Guter Lohn macht hurtige Hände.

Guter Mahner macht guten Zahler.
Gute Mahner machen scharfe Zahler.
Scharfe Mahner machen gute Zahler.
(Das bedeutet, wenn man einen Schuldner überzeugend genug mahnt, wird der Schuldner wahrscheinlich bezahlen, je überzeugender der Mahner auftritt, je besser wird der Schuldner zahlen. Manche Schuldeneintreiber oder Inkassobüros arbeiten möglicherweise auch mit Gewalt, was die Zahlungsbereitschaft wahrscheinlich erheblich steigert, daher das Sprichwort. Andererseits können die Mahner aber selbst sehr schlechte Zahler sein. Daher auch ein anderes Sprichwort: Scharfe Mahner, schlimme Zahler.)

Guter Mann ist guter Seide wert.

Güter müssen sich selbst verteidigen.

Guter Mut, halbe Arbeit.

Guter Mut, halber Leib (Hüt dich, Narr, und nimm kein Weib).
Guter Mut ist halber Leib: Hüte dich und nimm kein Weib.

Guter Mut ist tägliches Wohlleben.

Guter Mut macht gutes Blut.

Guter Rat ist Goldes wert.
(Ein Sprichwort, das entgegen mancher der folgenden 100% richtig ist. Manchmal kann er auch teuer sein, oder unbezahlbar, oft ist er aber umsonst und kostenlos. Manchmal kommt er über Nacht, oft aber zu spät. Am Schlimmsten ist es aber, wenn guter Rat vorhanden ist, aber man will ihn nicht annehmen, egal aus welchen Gründen, ob aus Stolz oder Geldmangel, man hat dann immer das Nachsehen und ist der Dumme.)

Guter Rat ist teuer.

Guter Rat kommt morgen.

Guter Rat kommt nie zu spat.

Guter Rat kommt über Nacht.

Guter Same geht bald auf.

Guter Schein, falscher Schatten.

Guter Schreiber ist aller Ehren wert.

Guter Soldat erwägt seine Tat.

Guter Soldat – hinter dem Ofen.

Guter Umgang verbessert schlechte Sitten.

Guter Vorgänger macht gute Nachtreter.

Guter Wein bedarf keines ausgesteckten Reifs.
Guter Wein bedarf keines Busch!
Guter Wein bedarf keines Kranzes.
Wo guter Wein ist, braucht man keinen Kranz auszuhängen.
(Als nach dem Mittelalter vor ca. 500 Jahren immer mehr Menschen auf Reisen gingen, entstanden entlang der Hauptreisewege nach und nach Gasthöfe. In den kleineren und einfacheren Gasthöfen wurde eine Stange mit einem Krug oder Kranz oder einfach ein Besen über der Tür befestigt. Wo es den guten Wein gab, sprach sich herum und solche Häuser wurden auch ohne solche Kennzeichen bekannt. Daraus soll dieses Sprichwort entstanden sein, das auch in anderen Sprachen in Europa verbreitet wurde.)

Guter Wein hat auch Hefen.

Guter Wein ist der Alten Milch.

Guter Wein lehrt gut Latein.

Guter Wein macht böse Köpfe.

Guter Wein verkauft sich selbst.

Guter Wille entschuldigt eine böse Tat.

Guter Wille erhält das Regiment.

Guter Wille geht vor Gold.
Willen geht vor Gold.

Guter Wille hat geschwinde Füße.

Guter Wille ist kein Erbe.

Guter Wille ist kein Recht.
Guter Wille macht kein Recht.

Guter Wille muss am Ende betteln gehn.

Guter Wille tut viel, aber nicht alles.

Gute Sänger, gute Schlemmer.

Gute Sänger, wenn sie fehlen, fangen von vornen an.

Gute Schreier sind böse Sänger.
(Hier ist das „böse“ als „schlechte“ zu verstehen.)

Gute Schwimmer ertrinken gar.

Gutes Gewissen ist täglich Wohlleben.

Gutes Gewissen ist tausend Zeugen wert.
Ein gut Gewissen ist besser als hundert Zeugen.

Gute Sitten sind ein edel Kleinod*20 und ein besserer Schatz denn Geld und Edelstein, die kann kein Dieb stehlen.

Gutes Lied kann man nicht zu oft singen.

Gutes Lied singt man wohl zwei Mal.

Gute Singer, gute Schlinger.

Gutes mit Gutem vergelten ist ein Wohlstand.

Gutes Spiel mag wohl zu viel sein.

Gutes verdirbt vom Bösen.

Gutes Wort ist halbes Futter.

Gutes Wort und böses Spiel betrügt der Alten und Jungen viel.

Gute Tage kann niemand tragen.

Gute Tage kosten Geld.
Gute Tage oder gute Bissen kosten Geld.

Gute Tage machen keine Christen.

Gute Tage nehmen das Herz hin.
Gute Tage stehlen das Herz.

Gute Tage sind wohl anzunehmen, wer sie haben kann.

Gute Tage werden den Regenten wohl gesalzen.

Gute Tage wollen starke Beine haben.

Gute Tat wird zu guter Nachbarschaft führen.


Gute Vorsätze sind ein gepflasterter Weg zur Hölle.

Mit guten Vorsätzen ist der Weg zur Hölle gepflastert.

Gute Vorsätze und Aprilschnee währen nicht lange.
(Aus dem Aprilschnee in seiner Quelle im Buch „Altes Gold“ von Lohrengel aus dem Jahr 1860 hat Wander 1876 im Deutschen Sprichwörter Lexikon „Gute Vorsätze und Aprilsonne währen nicht lange.“ gemacht. Seitdem wird es nur falsch wiedergegeben.)

Gute Ware lobt sich selbst, oder ruft sich selbst aus.

Gute Waren finden geschwinde Käufer / Verkäufer.

Gute Waren gewinnen das Geld aus dem Beutel, gute Worte das Herz aus dem Leibe.

Gute Weis' und Gebärd' machen das Weib wert.

Gute Werke haben keinen Namen.

Gute Wirt begehren gute Gäste.

Gute Worte, arge Tück, viele Grüße, böser Blick, ist jetzt der Brauch auf Erden.

Gute Wort aus falschem Herzen sind nichts den Gift und Schmerzen.

Gute Worte, betrogen Werk, sind falscher Leute Werk.

Gute Worte, böser Kauf.

Gute Worte erfreuen die Narren.

Gute Worte, Händ' und Suppen sind wohlfeil zu Hofe.

Gute Worte kühlen mehr als kaltes Wasser.

Gute Worte machen niemals Halsweh.

Gute Worte müssen böse Ware verkaufen.
Gute Worte verkaufen böse Ware.

Gute Wort ohne Gunst ist ein Stück von Judas' Kunst.

Gute Worte sonder meinen haben mehr betrogen als einen.

Gute Worte und alte Gulden*13 verführen manchen Gesellen.

Gute Worte und falsche Treu ist jetzo der Welt nicht neu.

Gute Worte und harte Strafe halten Untertanen im Gehorsam.

Gute Worte und nichts dahinter geben sie im Sommer und Winter.
(auch: Viel Lärm und nichts dahinter.)

Gute Worte, Zaum und Sporen machen das Pferd fromm.

Gut Exempel, halbe Predigt.

Gute Zeit bricht geschwind den Hals.

Gute Zeitungen schlagen getrost an die Tür.

Gute Zimmerleute machen wenig Späne.

Gute Zucht, gute Frucht.

Gut Freund, gut Pfand.

Gut gefrühstückt, spürt man den ganzen Tag. Gut geschlachtet, das ganze Jahr. Gut geheiratet, das ganze Leben.
Gut Gewissen und armer Herd ist Gott und aller Ehren wert.
Gut gekaut ist halb verdaut.

Gut gemeint wird oft beweint.


Gut genug taugt selten viel.

Gut Geschrei und bar Geld ist das Beste in dieser Welt.

Gut gesessen ist halb gegessen.

Gut Gespräch kürzt den Weg.

Gut gewässert ist halb gebleicht.

Gut Gewissen, ein sanftes Kissen.

Gut Gewissen macht ein fröhlich Gesicht.

Gut Gewissen und armer Herd ist Gott und aller Ehren wert.
Ein gut Gewissen und armer Herd ist Golds und aller Ehren wert.
(Bei Schottel (1663), Braun (1840) ist das Wort „Ein“ dem Sprichwort vorangestellt. Bei Petri (1605) und Henisch (1616) steht anstelle des Wortes „Gott“ das Wort „Golds“. Das anfänglich vorhandene Wort „Golds“ wurde schon im 17. Jahrhundert durch das Wort „Gott“ ausgewechselt, möglicherweise, weil arme Menschen meist kein Gold besaßen und Armut als gottgewollt angesehen wurde. Im 19. Jahrhundert wurde das Sprichwort um das Wort „Ein“ gekürzt und beginnt bei Wilhelm Körte (1837) und Karl Simrock (1846) mit „Gut Gewissen. .“)

Gut gewonnen, Ehre verloren, ist mehr verloren als gewonnen.

Gut gewonnen ist gut zu halten.

Gut gezielt und schlecht getroffen, schlecht gezielt und gut getroffen.

Gut Glück ist nimmer ohn' Tück'.
Groß Glück ist selten ohne Tück.

Gut ist der Freunde Rat, aber ihn nicht brauchen ist besser.

Gut ist gut, wenn man gut mit tut.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 13, 30: „Reichtum ist gut, wenn man ihn ohne Sünde braucht; aber Armut des Gottlosen lehrt ihn viel Böses reden.“)

Gut ist hochgeboren.

Gut kommt nicht von Geuden.
(geuden = altdeutsches Wort von dessen Bedeutungen Vergeudung geblieben ist, vergeuden, nutzlos vertun, verschwenden, ein Vermögen durchbringen.)

Gut Korn geht nicht verloren.

Gut Land, feige Leute.

Gut leben, lange leben.

Gut Leben und gesunde Tage stehen nicht in einem Hage.
(behagen = gefallen, wohlgefällig, in einem Hage = in einem behaglichen, gehegten, wohlgefälligen und gesicherten Ort sein.)

Gut macht Freunde, Not bewährt sie.
Gut macht viel Freunde.

Gut macht Mut, Mut macht Übermut, Übermut tut selten gut.
(Übermut gibt es in verschiedenem Zusammenhang: „Überfluss macht Übermut, und Übermut tut selten gut.“ „Übermut tut selten gut.“ Früher bedeutete er Hochmut, leichtfertig, mutwillig oder tollkühn oder überheblich, was öfter Strafen nach sich zog.)

Gut macht Mut, Mut macht Hochmut, Hochmut macht Neid, Neid macht Streit, Streit macht Armut, Armut macht Demut.

Gut macht Übermut, Armut macht Demut.

Gut meinen bringt oft Weinen.

Gut, Mut, Übermut, bringt manchen in die (stürzen viele in) Höllenglut.
(Gut meint hier nicht das Gute, sondern die weltlichen Güter, den Reichtum, den die Menschen zu Lebzeiten anhäufen oder zusammenraffen.)

Gut Pferd, das nie stolpert, gut Weib, das nie holpert.

Gut Recht bedarf oft guter Hilfe.


Gutschmecke macht Bettelsäcke.

Gut und geschwinde stehen niemals wohl beisammen.

Gut verloren, etwas verloren; Ehre verloren, viel verloren; Gott verloren, alles verloren.
Gut verloren, wenig verloren; Mut verloren, viel verloren; Freiheit (Ehre) verloren, alles verloren.
Gut verloren, unverdorben; Mut verloren, halb verdorben; Seele (Ehre) verloren, ganz verdorben.

Gut Werkzeug, gute Arbeit.

Gut will zu Gut.