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Deutsche Sprichworte
Über 14.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
S - Sei
Sachs, Bayer, Schwab und Frank, sie lieben alle den Trank.

Sachte mit der Braut im Sande.

Sacht in die Kohlen geblasen, sonst fährt dir die Asch in die Nasen!

Säckel und Stift müssen beisammen sein.

Sackleinen kann man auch weiß bleichen.

Säen muss man mit der Hand, nicht mit dem Sacke.

Säet einer Gutes, so schneidet er nicht Böses.

Sag eine Lüge, so hörst du die Wahrheit.

Sage mir, mit wem du umgehst (verkehrst, wer deine Freunde sind oder ähnlich), so will ich dir sagen (so sage ich dir; und ich sage dir), wer du bist.
(Schon im Sprichwörter-Lexikon von Samuel Christoph Wagener, erschienen 1813 in Quedlinburg und 2005 im Georg Olms Verlag nachgedruckt (ISBN 3-487-12812-8), ist dieses als deutsches Sprichwort auf Seite 154 aufgeführt. So oder ähnlich wird es auch als Sprichwort in vielen anderen Ländern verbreitet (in Armenien, Brasilien, Italien, Spanien, Ungarn, Türkei, Syrien, Vietnam und andere) oder als Zitat von Goethe (1749 - 1832), Brillat-Savarin (1755 - 1826) oder Lenin (1870 - 1924) gebraucht. Wo es das erste Mal auftrat oder zitiert wurde oder von wem abgeschrieben wurde, ist nicht bekannt.)

Sag nicht alles, was du weißt, glaub nicht alles, was du hörst, tu nicht alles, was du kannst, weiß (wiß) nicht alles, was du liest.
Sage nicht immer, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.

Säge nicht an dem Ast, auf dem du sitzt.

Sage nichts, du könnest es denn beweisen.

Sage niemand, wer er ist, so sagt man dir nicht, wer du bist.

Sagen und tun ist zweierlei.

Sage nur Schnepf, so hast du's.

Sag's nirgend, als wo du allein bist, da schnauf es.

Sagt man, die Armut sei besser als Reichtum, so glaube es nicht.

Sag von dir selber keine Schand, sie kommt dir doch wohl noch zur Hand.

Sähst du einem Hasen so ähnlich als einem Narren, die Hunde hätten dich längst zerrissen.

Salbe den Schelm, so sticht er dich; stich den Schelm, so salbt er dich.

Salz ist die beste Würze.

Salz kann nichts denn salzen.

Salz und Brot macht Wangen rot.

Samson war ein starker Mann, aber er konnte nicht zahlen, eh er Geld hatte.

Samt am Kragen, Hunger im Magen.
Sammet am Kragen, Kleien im Magen.

Samt und Seide löschen das Feuer in der Küche aus.

Sanfte Rede stillt den Zorn.

Sanftmut gereut nicht.

Sanftmut macht alles gut.

Sanft wie die Tauben, dumm wie die Gänse.

Sänger und Buhler lügen viel.

Sankt Florian, Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andre an.

Sät einer Gutes, so schneidet er nicht Böses.

Sattel (Sattle) eine Sau, es wird kein Zelter daraus.
(Zelter ist ein leichtes Reitpferd oder Maultier, das den Zeltgang (die Gangarten Pass und Tölt als einseitigem Schritt) beherrscht. Es ist eine besonders ruhige Gangart, die für den Reiter besonders bequem und ruhig ist. Seit dem wurden Zelter gerne als Reisepferde genommen, ebenso für Damen- oder Seitsättel für höher gestellte Frauen.
Oben das Sprichwort bei Simrock (1846) und Eiselein (1840). In der 2. Ausgabe (1861) der Sammlung von Wilhelm Körte steht „Wenn man die Sau sattelt, wird deshalb kein Zelter draus.“ Im Sprichwörterlexikon von K. F. W. Wander, Band 4 von 1876 wird ohne Quellenangabe daraus: „Man sattle eine Sau, es wird kein Zelter draus.“ Es bedeutet immer dasselbe: Egal wie man sich oder etwas herausputzt, anzieht oder verkleidet, man oder es bleibt, was man oder es ist, die Dinge ändern sich auch mit anderem Aussehen nicht.)

Sauer Ende denkt nicht an den süßen Anfang.

Sauer macht lustig.

Sauer sehen hilft nicht.

Säue sind Säue und bleiben Säue.

Saufbrüder, Laufbrüder.

Saufen und weihen will sich nicht leiben.

Sauf's gar aus, halb trunken ist Bettelei.

Saurer Dienst, kleiner Gewinn.

Saus und Braus hilft manchem vom Haus.

Schaden gebiert Schaden.

Schaden kann jeder, aber nicht jeder nutzen.

Schaden macht zwar klug, aber nicht reich.

Schaden, Sorge, Klage wachsen alle Tage.

Schade scheidet Freundschaft.

Schade tut weh.

Schade um guten Wein in bösem Fasse.

Schade witzigt.

Schäfer und Schinder sind Geschwisterkinder.
(Die Schäfer und ihre Knechte pflegen verendeten und zu schwachen Schafen das Fell über die Ohren zu ziehen.)


Schälke muss man mit Schälken fangen.


Schalk trifft den Weg bald, bringt aber selten gute Botschaft.

Schält` ein Dieb den andern Dieb, das wäre den Nachbarn lieb.

Schämelworte folgen der Faulheit und Buhlschaft.

Schäm' er sich und nehm' 's Hemde vor die Augen.

Scham hindert Schande.

Scham ist armen Leuten gram.

Scham ist dem Alten eine Schande, dem Jungen eine Ehre.

Scham ist des Armen Unglück.

Scham nie kein Brot nahm.

Schamrot ist die beste Farbe.

Scham und gute Sitten weichen der Armut.

Schande hindert Tugend.
Schande tötet Tugend.

Schande ist Lasters Lohn.

Schande ist Schande, man halte sie dafür oder nicht.

Schandtaten lassen sich mit Schandworten nicht gut machen.

Scharfe Mahner machen gute Zahler.

Scharrenden Vogel brate schnell, schwimmenden langsam.
Scharrenden Vogel brat mit Eile, schwimmendem aber lass die Weile.

Schätze den Hund nicht nach den Haaren, sondern nach den Zähnen.

Schau dich zuerst selbst im Spiegel.

Schaue selbst nach deinen Dingen, wenn sie sollen wohlgelingen.
(Verlass dich nicht auf andere, sondern kümmere dich selbst um deine Dinge.)

Schau in Nachbars Küche, allermeist aber in dein Häflein*12.

Scheiden bringt Leiden, Wiederkehr Freuden.

Scheiden und Meiden tut weh.

Schein ist nicht Sein.

Schein ohne Sein trägt wenig ein.


Schellig Ross soll man nicht jagen, sondern aufhalten.
(schellig = bei Tieren: wild, toll, aus dem Altdeutschen: ein wildes, tolles Tier, das gefährlich ist und schaden verursacht.)

Schelme haben süßes Fleisch.

Schelm und Dieb der Letzte!

Schelten in Not ist Gräuel und Spott.

Schelten ist erlogen.
Scheltworte sind gemeinlich erlogen.

Schelten steht übel, wo man helfen soll.

Schelten und Schlagen hat kein Recht.

Schenken hat keinen Boden.

Schenken heißt angeln.

Schenken reicht nicht.

Schenken tut niemand kränken.

Schenken und Wiederschenken erhält die Freundschaft.

Schenk ist gestorben, Gebhart verdorben.

Schenk ist tot, Geben hat ein Bein gebrochen.

Schenkt man dir die Kuh, lauf mit dem Halfter zu.

Schenkt man einem die Kuh, so schenkt man ihm auch den Strick dazu.

Schenk und Umsonst sind gestern gestorben.

Schere sie (die Schafe), aber schinde sie nicht.
(Die Kuh, die man melkt, schlachtet man nicht. Solange man aus einer Sache seinen Vorteil zieht, lässt man sie weiterlaufen. Ein stetiger kleinerer Gewinn ist besser als ein sofortiger etwas höherer, der danach aufhört.)

Scherze nicht mit Ernst.

Scherzen mit Maßen wird zugelassen.

Scherz ohne Salz ist Bauernschmalz.

Scherz soll Schaf-, nicht Hundezähne haben.

Scherz will Ernst haben.

Schick dich in die Welt.
Schick dich in die Welt hinein, denn dein Kopf ist viel zu klein, dass die Welt sich schicke drein.

Schick dich in die Zeit!

Schickelmann wohnt an der Straße.
Schickelmann wohnt (an allen Orten) am Weg. (in den man sich schicken nuss).
Schickelmann wonet bey dem Wege.
(Die Erklärung zu Schickelmann in der Sprichwörtersammlung von Johann Agricola von Issleben (evangelischer Theologe und Pädagoge, * 20.4.1492/94 Eisleben, † 22.9.1566 Berlin, Zeitgenosse und zeitweiser Mitarbeiter Luthers). aus dem Jahr 1529 unter Nr. 670: „Die Zeit heißt Schickelmann, die alle Dinge reihet, sicher wartet und ordnet, denn in der Zeit geschehen alle Ding, darum sitzt sie am Wege und sieht zu, was alle Leute tun. Ja sie sieht nicht allein zu, sondern sie richtet, strafet, bessert und ergert alle Ding. . . Also hüt Schickelmann die Zeit in allen Sachen und Wesen auf Erden.“)

Schick ihn gen Wien nach Beuteltuch.

Schickst du die Sau auch nach Gastein, sie kommt zurück als Schwein.

Schickt man die Narren zu Markt, so lösen die Krämer Geld.

Schieb den Riegel vor, so einer stets die Wahrheit geigt.

Schieße mit goldnen Kugeln, so triffst du gewiss.

Schilt, dass du noch zu loben Platz hast.

Schilt keinen und lobe die Geschickten.

Schilt und lobe nicht zu geschwinde.

Schimmelig Geld macht edel.

Schimmel trägt so gut als Rapp, je nachdem die Hohlgasse ist.

Schimpf soll haben Glimpf*10.

Schimpf will Ernst haben.

Schimpf will Schaden haben.

Schimpfworte sind erlogen.

Schlafende Hunde soll man nicht wecken.
(ähnlich in England, Frankreich, Island, Niederland, Persien, in der Picardie, Schweden und Spanien)


Schlafender Fuchs fängt kein Huhn.

Schlaf ist der größte Dieb, er raubt das halbe Leben.

Schlaf und Tod sind Zwillingsbrüder.

Schläge machen weise.

Schlagen hat kein Recht.

Schlagen ist verboten, widerschlagen nicht.
(Widerschlagen bedeutet gegen den anderen, von dem man angegriffen wurde. Notwehr ist auch im heutigen Gesetz ausdrücklich erlaubt.)

Schlägerei muss sein, wozu wär' sie sonst erfunden?

Schläge sind behaltene Ware.
(Auch nach einer Abbitte kann man sie dem Misshandelten nicht wieder abnehmen.)

Schlägst du einen Teufel hinaus, so magst du wohl sieben hineinschlagen.

Schlägst du meinen Juden, schlag ich deinen.

Schlägst du mich mit der Barte, schlag ich dich mit dem Beile.

Schlag zu, so wird's Sonntag.

Schlampig macht wampig.
(Etwas, was man zu allen Zeiten allerorten immer wieder oft beobachten kann. Auch hier gibt es Ausnahmen, welche die Regel bestätigen und auch der Umkehrschluss stimmt oft, aber nicht immer.)

Schlangenherz soll Taubenaugen haben.

Schlangen schleichen, Tauben fliegen.

Schlaraffenland, Schlaraffenleben!

Schlechte Ärzte machen aus kleinen Wunden große.

Schlechte Beispiele verderben gute Sitten.


Schlechten Leuten missfallen ist kein Unglück.

Schlechter Anfang gewinnt Krebsgang.

Schlechter Spielmann, der nur eine Weise kann.

Schlechtes Geld kommt immer wieder.

Schlechte Sitten machen gut Gesetz.

Schlechte Speis und Trank machen ei'm das Jahr lang.

Schlechtes Schild lockt keine Gäste.

Schlechte Ware wird jedem angetragen.


Schlecht geschlafen ist halb geschliffen.
(Dies soll ein Sprichwort sein, das 2003 in der Neuauflage der Sprichwörtersammlung von Karl Simrock mit einer Einleitung von Wolfgang Mieder unter Nr. 9070 steht - aber nicht in seiner Originalsammlung von 1846. In allen Ausgaben des 19. Jahrhunderts steht unter Nr. 9070: „Schlecht ist bald geschliffen.“ Ebenso wie im Original auch wieder 2011 in der Neuauflage des Fischer Verlags. In Wanders Sprichwörterlexikon steht es ebenfalls in Band 4, Spalte 229 unter Schlecht Nr. 16 mit nicht weniger als 11 verschiedene Quellen. Einzig abweichend ist 1685 Paul Winckler wo unter Nr. 80 im dritten Hundert steht: „Schlecht und eben ist bald geschliffen.“
Das bedeutet, dass obiges Sprichwort „Schlecht geschlafen ist halb geschliffen.“ ist falsch und ein Schreibfehler bei mindestens einer Neuauflage von Simrocks deutschen Sprichwörtern. Leider haben verschiedene dieses falsche Sprichwort schon abgeschrieben und ihrerseits in Sammlungen eingefügt, auch im Internet.
   
In Anlehnung an diesen veränderten Text gibt es schon weitere Nachfolger, die das ursprüngliche Sprichwort noch weiter veränderten, um es zur Werbung von Dienstleistungen oder Produkten zu benutzen. Dazu gehören je nach Anbieter die mit Google im Internet einfach zu findenden Sprüche:
Gut ausgewuchtet ist halb geschliffen.
Gut gedrechselt ist halb geschliffen.
Gut gehobelt ist halb geschliffen.
Gut geputzt ist halb geschliffen.
Gut gesägt ist halb geschliffen.
Gut geschärft ist halb geschliffen.
Gut geschmirgelt ist halb geschliffen.
Gut geschmiert ist halb geschliffen.
Gut gespachtelt ist halb geschliffen.
Richtig gekühlt ist halb geschliffen.
Daran sieht man, das jederzeit neue oder veränderte Sprüche entstehen, die sich möglicherweise bei genügender Bekanntheit in einigen Jahren zu Sprichwörtern entwickeln könnten. Das beweist, dass trotz vieler anderslautender Aussagen Sprichwörter genauso aktuell wie vor hundert oder tausend Jahren sind und überall gebraucht werden, man muss sie nur finden.)


Schlecht ist bald geschliffen.
Schlecht und eben ist bald geschliffen.
(Erklärung bei Wander von 1876 zu diesem Sprichwort: „Die Wahrheit bedarf nicht viel Ränke, sie ist schlecht und gerecht, aber die Lüge reimt sich nirgends; man muss ihr helfen wunderlich, und bedarf sie wol zehn Gedicht, bis sie einer Wahrheit ähnlich sicht.“)

Schlecht macht alle Dinge recht.

Schlecht und recht, besser Herr denn Knecht.

Schlecht und recht kommt selten vor den Richter.

Schleck will Streiche haben.

Schleicher kommt so weit wie Läufer.

Schlimmer Anfang bringt wohl gut Ende.

Schlimmer Gast, der den Wirt vertreibt!

Schlimmer und Flimmer dauern nicht immer.

Schlimmes Leder, schlimme Schuhe.

Schlimme Weiber, aus denen man nicht kommen kann.

Schlimm sucht Schlemm.

Schloss und Schlüssel macht man nicht für treue Finger.

Schluchzen wird oft Juchzen.

Schlump ist sein Oheim.
(Schlump, nicht nur ein Teil des Bezirks Eimsbüttel in Hamburg und Name einer Straße und eines U-Bahnhofs. Früher war es die Bezeichnung für einen unsympathischen, unordentlichen Menschen, liederlich, nachlässig, einer der schlampig ist.)

Schmach sucht Rache.

Sch– macht Hunger.

Schmalhans ist Küchenmeister.
(Bei einem Hungerleider oder Geizhals ist die Tafel armselig gedeckt.)

Schmarotzer sind Schlotzer.

Schmausereien, des Teufels Komtureien.

Schmecke gut, währe lange!

Schmeck, wenn ich küchle, und iss, wenn ich dir gib.

Schmeichelworte sind nicht ohne Gift.
Schmeichlerworte sind nicht ohne Gift.


Schmeichler, Heuchler.

Schmeichler sind des Teufels Ammen.

Schmeichler sind Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.

Schmeichler tun den Fürsten größeren Schaden, als der Feind im Felde.


Schmerz auf Schmerz bricht das Herz.


Schmerzen muss man mit Schmerzen vertreiben.

(Gegen schwere Krankheiten hilft meist eine übelschmeckende Medizin, gegen üble Angewohnheiten aus der Jugendzeit wird mit unangenehmen Maßnahmen gegenangegangen oder auf böse Taten folgen harten Strafen.)

Schmerz klammert sich ans Herz.

Man muss (soll) das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Schmiede das Eisen, solange es heiß ist.
Schmiede das Eisen, weil es glüht.

Wenn das Eisen heiß ist, soll man schmieden.
(Das bedeutet, man sollte schnell handeln, eine sich bietende Gelegenheit nutzen, bevor sie vorbei ist und es zu spät sein könnte. Das Sprichwort ist in vielen anderen Ländern ebenfalls bekannt. Nach verschiedenen unbewiesenen Quellen soll es auf Terenz, Ovid oder andere zurückgehen. Als deutsches Sprichwort (der 4. Spruch) steht es schon im 17. Jahrhundert im Sprichwörterbuch „Florilegium Politicum. Politischer Blumengarten“ von Christophorum Lehmann aus dem Jahr 1630 auf Seite 258, Nr.8 im Kapitel Gelegenheit.)

Schmiedes Kinder sind der Funken gewohnt.
Schmieds Sohn ist der Funken gewohnt.

Schmieren macht linde Häute.

Schmieren und salben hilft allenthalben.

Schmutzige Arbeit, blankes Geld.

Schneide nicht unter dem Schnee.
(Bei der großen Ungewissheit alles Irdischen soll man nicht auf eine zukünftige zuverlässig gute Ernte hoffen.)

Schneider haben oft die schlechtesten Kleider.

Schneit es in den Dreck, so geht man drüber weg.

Schnelle Gaben hat Gott lieb.

Schnelle Rach` und jäher Zorn, haben manch gut Spiel verlor`n.

Schneller Entschluss bringt Verdruss.

Schnelle Sprünge geraten selten.

Schnell gab, schnell recht, langsam gab wird verschmäht.
(Ähnliche Bedeutung hat das polnische Sprichwort: Je bereitwilliger die Gabe, um so höher, wer sie gibt.)

Schnell genug, was gut genug.


Schnell Glück, schnell Unfall.

Schnell reichen tut nicht wohl.

Schnell Spiel übersieht viel.

Schöne Äpfel sind wohl sauer.

Schöne Blumen stehn nicht lang am Wege.

Schöne Gesichter haben viel Richter.

Schöne Gestalt hat große Gewalt.

Schöne Gestalt verliert sich bald.

Schöne Hur ist ein lebendiger Sarg.

Schöne Hütten, schlechte Sitten.

Schöne Jungfer trägt ihr Heiratsgut im Angesicht.

Schöne Küh geben gemeinlich nicht viel Milch.

Schöne Leute haben schöne Sachen.

Schöne Leute sind selten keusch.

Schönem Wetter und Fürstenlächeln ist nicht zu trauen.

Schöner Engel, vorn mit einem B!

Schöner Jungfer ohne Geld sind der Freier viel bestellt.

Schönes Angesicht verkauft einen grindigen A. . . ..

Schöne Schilder, schlechte Ware.

Schöne Seelen finden sich.

Schöne Seele will reine Höhle.

Schöne Tage lob abends und schöne Weiber früh.
Schöne Tage soll man abends loben und schöne Frauen morgens.

Schöne Töchter machen alte Mütter.

Schöne Weiber machen schöne Sitten.

Schöne Weiber sind Irrwische, verführen bei hellem Tag.

Schöne Weiber und zerschnittene Kleider bleiben gern hangen.

Schöne Worte, böser Kauf.

Schöne Worte gemacht ist halb verkauft.

Schöne Worte helfen nicht, wo das Wort nicht kommt ans Licht.

Schöne Worte helfen viel und kosten wenig.

Schöne Worte machen den Gecken fröhlich.

Schöne Worte machen den Kohl nicht fett.

Schön Fleisch ist schwer vor den Fliegen zu bewahren.

Schönheit brockt man nicht in die Schüssel.

Schönheit? ein Kindbett!

Schönheit ist kein Erbgut.

Schönheit kann man nicht essen.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters.


Schönheit ohne Geld brockt nichts in die Schüssel.

Schönheit ohne Tugend ist verdorbener Wein.

Schönheit und Keuschheit sind selten beieinander.

Schönheit vergeht, Tugend besteht.

Schön ist, was schön tut.

Schön und fromm stehen selten in einem Stall.

Schön und züchtig sein trifft selten ein.

Schön Weib ist ein zartes Kleid, wenn man's viel antut, verdirbt es.

Schön Weib, viel Stolz.

Schon wieder Geld, das die Frau nicht weiß.

Schragenholz bleibt beim Stammkauf.
(Schragenholz sind Holzstücke, mit denen aufgeschichtete Holzblöcke und Stämme abgestützt werden. Das bedeutet, Nebensachen, die zur Hauptsache gehören, folgen ohne extra Erwähnung der Hauptsache, z. B. beim Verkauf von aufgestapelten Stämmen.)

Schrammen muss man nicht mit Wunden heilen.

Schreib auf des Teufels Horn: guter Engel, und viele glauben`s.
Schreibe dem Teufel auf ein Horn: guter Engel! und manche glauben's.

Schreib ein X für ein U, so kommst du mit der Rechnung zu.
Wenn der Wirt schreibt ein X vor ein V, so kommt er seiner Rechnung zu.
Wer ein X schreibt für ein V, kommt in der Welt am besten zu.
(Das X für ein U stammt von den alten römischen Zahlen, die auch heute teilweise noch verwendet werden und der alten Schreibweise mit nur Großbuchstaben, bei der das „U“ und das „V“ beide als „V“ geschrieben wurden. Die römische Zahl X bedeutet 10 und die römische Zahl V bedeutet 5. Wenn das V etwas nach unten verlängert wurde, entstand daraus ein X, eine Verdoppelung. Bei Rechnungen oder Schuldscheinen konnte so in betrügerischer Absicht die Summe nachträglich unerkannt erhöht werden. So konnte beispielsweise ein Wirt ein V auf dem Kerbholz leicht in ein X ändern und der Gast musste 10 Getränke bezahlen, obwohl nur 5 getrunken wurden. Daraus entstanden die Sprichwörter und Redewendungen, wenn jemand andere täuschen, irreführen, hinters Licht führen, betrügen oder übers Ohr hauen wollte.)

Schreiben, Rechnen, Singen soll ein Kind aus der Schule bringen.

Schreiber und Studenten
sind der Welt Regenten.
Sie sein edel oder nicht,
so sind sie von Gott dazu gericht't;
ein Tropf, wer dawider spricht.

Schreie nicht juchhei, ehe du über den Graben bist.
Schrei nicht juchhe!, bis du über den Zaun bist.

Sch–, sagte Cicero und verschwand im Nebel.

Schüchtern hat nie eine schöne Freundin und wird nie besungen von Dichtern.

Schulden, Alter und Tod kommen unangemeldet ins Haus.

Schulden lassen die Lügen hinter sich aufsitzen.

Schulden machen ist keine Schande, es tun die feinsten Leute im Lande.

Schulden sind der nächste Erbe.

Schulden sind keine Frösche, sie hüpfen nicht fort.

Schulden sind keine Hasen.

Schulden und der Krebs sind unheilbare Übel.

Schuld lässt sich nicht auf Schuld weisen.

Schuldner sind Lügner.

Schuld tötet den Mann.

Schuld zahlen macht Hauptgeld.

Schuster, bleib bei deinem Leisten.

Schutz- und Schirmgerechtigkeit gibt keine Landeshoheit.

Schwaben gibt der ganzen Welt Huren genug und Bayern Diebe.

Schwaben haben nur vier Sinne.

Schwabenland ist ein gut Land: Es wachsen viel Schlehen darin.

Schwachheit ist der Menschen Los.

Schwägerschaft hindert die Ehe, fördert aber nicht zum Erben.

Schwager sind nie beßre Freunde als weit auseinander und selten beisammen.

Schwangerschaften bringen Schwägerschaften.

Schwankender Sinn hat keinen Gewinn.


Schwarz auf weiß behält den Preis.

Schwarz auf weiß oder gar nicht.

Schwarz auf weiß redet.

Schwarz auf weiß scheidet die Leute.

Schwarzbrot und Freiheit!

Schwarze Kühe geben auch weiße Milch.
Es geben auch die schwarzen Kühe weiße Milch.

Schwarzer Grund trägt gute Frucht.

Schwarzer Herd trägt gute Frucht, aber der rote ist nichts.

Schwarzer Kopf, roter Bart, böse Art.

Schwarze Seele in schönem Körper ist doppelte Gefahr.

Schwarz geboren hat's Waschen verloren.

Schwätzer sind schlechte Ratgeber.

Schweigende Katzen holen gerne das Fleisch aus den Töpfen.

Schweigenden Mund ist nicht zu helfen.

Schweigender Hund beißt am ersten.

Schweigend Mann, lobend Mann.

Schweigen ist auch eine Antwort.

Schweigen ist das Beste.

Schweigen ist der Deckel auf dem Hafen*12.

Schweigen ist für viel Unglück gut.

Schweigen ist gut, besser reden, wer's kann.

Schweigen ist Kunst, Klaffen bringt Ungunst.

Schweigen ist nicht allwege gut

Schweigen ist oft besser als sich verantworten.

Schweigen schadet selten.

Schweigen steht den Weibern wohl.

Schweigen tut nicht allweg gut.

Schweigen und denken Mag niemand kränken.

Schweig, Herz, und rede, Maul.
(Das ist das Motto von Schmeichlern und Heuchlern.)

Schweig, leid und vertrag, dein Unglück niemand klag.

Schweig, Maul, ich geb dir ein Wecklein.

Schweig oder red etwas, das besser ist denn Schweigen.

Schweigst du stille, so ist's dein Wille.

Schweigt die Hausfrau Jahr um Tag, so muss sie immer schweigen.
Auf so einen Stuhl möchte mancher gerne seine Schwiegermutter setzen, denn: Die Schwiegermutter weiß nicht (hat vergessen), dass sie Schwiegertochter gewesen.
Schweig, was du willst, dass andere schweigen.

Schweine kümmern sich nicht um köstliche Salben.

Schweißwasser gibt (macht) guten Mörtel.

Schwere Arbeit in der Jugend ist sanfte Ruhe im Alter.

Schwerlich essen die Hunde Bratwürste, sie stehlen sie denn.

Schwerredenden Kindern hilft es, Bettelbrot zu essen.

Schwiegermutter, Teufels Unterfutter.

Schwiegermutter, Tigermutter.
Schwieger, Tiger.

Schwiegermutter und Schwiegertochter sind gleich Sturm und Hagelwetter.

Schwieger und Geschweien sind krumme Schalmeien.

Schwielen an den Händen hat mehr Ehre als ein goldener Ring (Diamantring) am Finger.

Schwingen wachsen im Fluge.

Schwören muss des Krämers Gut verkaufen.

Sechse sind kein Galgen voll.

Sechse treffen, Sieben äffen.

Seelenwunden heilen schwer.

Seelsorger, Geldsorger.

Sehen geht über Hören.

Sehen geht vor Hörensagen.

Sehen's die Menschen nicht, so sieht es Gott.

Sehr fröhlich, gefährlich, sehr traurig, beschwerlich.

Sehr ungleich geht's auf Erden zu, ich heut, der gestern, morgen du.

Sei dienstbar allen Leuten, so wirst du ein Pracher*23 bei Zeiten.

Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.

Seid und Samt am Leibe löschen das Feuer in der Küchen aus.

Sei eine Schneck im Raten, ein Vogel in Taten.

Sei fromm, Gott sieht`s.

Sei Hur' oder Dieb, hast du Geld, so bist du lieb.

Sei kein Leckermaul wie Hans, der kaut' an einem alten Pflugrad und meint', es wär' ein Butterkringel.

Seil aus Sand, wie hält das Band?

Seine Butter muss immer oben schwimmen.

Seine Eier haben allzeit zwei Dotter.

Seine Eier sollen mehr gelten als anderer Leute Hühner.

Seine Finger heißen Greifzu.

Seine Hände heißen Greifzu.

Seine Hühner legen Eier mit zwei Dottern.

Seinem Schicksal mag niemand entrinnen.

Seinem Schicksal soll man nicht widerstreben.

Seinen Geldsack hat ein jeder lieb.


Seinen Kohl zieht mancher mit mehr Sorgfalt als seine Buben.


Seinen Schaden wendet, wer guten Boten sendet.

Seiner Gegner Fehler soll man kennen, aber sie niemals benennen.

Seines Fleißes darf sich jeder rühmen.

Seines Handwerks soll sich niemand schämen.

Sein geht über Schein.

Sein Geld ist so dumm wie er.

Sein Hering brät dort nicht.
(Es funktioniert nicht alles so, wie es sollte.)

Sei nicht Allerwelts Freund.

Sei nicht eigensinnig wie Hans, der sollte an den Galgen und wollte nicht.

Sei nicht faul, die Krippe kommt nicht zum Gaul.

Sei nicht zu mild, wer weiß, was noch das Korn gilt.

Sei nimmer faul, das Jahr hat gar ein großes Maul.

Sein ist über Schein.

Sein kleiner Finger ist gescheiter als du mit Haut und Haar.

Sein Maul ist froh, dass es Nacht ist.

Sein Maul schickt sich nicht zu Gallert, es steht nie stille.

Sei nüchtern und kalt, willst du werden alt.

Sei selbst ein Kerl, aber achte einen andern Kerl auch für einen Kerl.

Seit der Rausch aufgekommen, säuft sich keiner mehr voll.

Sei, was du scheinen willst.

Sei, was du sein willst.