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Deutsche Sprichworte
Über 15.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
Man neigt bis Mutter
Flagge von Deutschland
Karl Friedrich Wilhelm Wander
und das „Deutsches Sprichwörter Lexikon“


Karl Friedrich Wilhelm Wander hat zwischen den Jahren 1867 und 1880 sein fünfbändiges „Deutsches Sprichwörter Lexikon“ veröffentlicht. Über 30 Jahre hat er dafür Sprichwörter gesammelt. Im Deutsches Sprichwörter Lexikon sind ca. 225.000 deutsche Sprichwörter und Redensarten und ca. 60.000 Sprichwörter aus verschiedensten Fremdsprachen. Eine Arbeit eines Einzelnen, ohne die heute möglichen Hilfsmittel, eine einmalige und unvergleichbare Leistung, die man nicht überschätzen kann.

Wer aber meint, ein deutsches Sprichwort zu haben, weil es auch bei Wander im Lexikon steht, hat trotzdem nicht sicher eins, es kann auch falsch sein. Wander selbst schreibt im Vorwort zum 1. Band des Deutsches Sprichwörter Lexikon, das es auch Fehler enthält oder Quellenangaben verloren gingen. Die Quellenangaben sind tatsächlich teilweise falsch oder fehlen vielfach ganz. Erst wenn man ein Sprichwort in den Quellen Wanders wiedergefunden hat, kann man sich über Herkunft und Nationalität sicher sein.

Ein Freund Wanders wurde wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe verhaftet und in Wanders Wohnung fand 1845 wegen angenommener Unterstützung eine Hausdurchsuchung statt. 1853 fand eine weitere Haussuchung bei ihm statt. Seine Vergehen: Er war Lehrer und hatte eine Lehrervereinigung gegründet. Er forderte mehr Selbstbestimmung für die Lehrer, er hatte mehrfach kritische Aufsätze und Bücher über die Schule veröffentlicht und er forderte die staatliche Aufsicht über die Schulen mit Abschaffung der Kirchlichen, unter der das Schulwesen stand. Er befürwortete nicht den Schulmeister alter Prägung, der nur notwendiges Wissen beibrachte und gehorsame Untertanen produzierte, er forderte einen neuen Lehrer, der freie und mitdenkende Bürger mit Selbstverantwortung erzog. Alles zusammen für Kirche und herrschende Obrigkeit revolutionär und unhaltbar für einen Lehrer. Deswegen wurde er 1849 endgültig aus dem Schuldienst entlassen. Durch die Haussuchungen und Umzüge verlor er ein Heft mit Quellenangaben, was zu fehlenden Quellen im Sprichwörterlexikon führte.

Außerdem hatte er 1831/32 unter dem Titel Scheidemünze neue Sprichwörter herausgegeben, das heißt, von ihm erdachte und Sprichwörtern nachempfunden Sprüche. Auch diese fanden Eingang ins Sprichwörterlexikon. Das brachte ihm den Vorwurf, sich die Sprichwörter teilweise auszudenken. Andere Sprichwörter habe er selbst vernommen oder sie wurden ihm als solche übergeben, teilweise ohne Quellen oder Herkunftsangabe. Etliche stammen aus der Literatur, die er an Form und Gepräge des Ausspruchs erkannt haben will, was nicht jedermanns Sache ist, wie er meint. Dazu gehört die erforderliche Aufmerksamkeit und ein für diesen Zweck gebildetes Sprachgefühl, das sogenannte Sprichwörterohr, das er seinen Angaben nach besitzt, viele andere aber nicht. Wenn sein Sprichwörter-Instinkt etwas zum Sprichwort erklärt hatte, war eine weitere Überprüfung nicht notwendig. Der im Lexikon vorhandene Quellennachweis war für ihn ausreichend.

Quellen: Vorrede im 1. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.
            Nachwort im 5. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.

Beispiele für Fehler im Deutschen Sprichwörter Lexikon:

Als Quelle für die Ägyptischen Sprichwörter benutzte Wander das Buch „Arabische Sprüchwörter oder die Sitten und Gebräuche der neueren Aegyptier erklärt aus den zu Kairo umlaufenden Sprüchwörtern übersetzt und erläutert von Johann Ludwig Burckhardt“ aus dem Jahr 1834. In diesem Buch sind 782 Ägyptische Sprichwörter enthalten. Bei Wander findet man aber nur 696 Mal die Quellenangabe Burckhardt und nur 155 Mal den Hinweis auf Ägypten. Die übrigen Ägyptischen Sprichwörter scheinen bei ihm fälschlicherweise „deutsche Sprichwörter“ zu sein. Ähnliches gilt auch für andere Quellen Wanders aus anderen Ländern.

Bei über 4000 Sprichwörtern gibt Wander z. B. Dr. Phil. Julius Altmann an, der 1853-1855 in einigen Zeitschriften Sprichwörter aus Russland, Bulgarien und von den Tataren veröffentlichte, die er dort auf Reisen sammelte. Auch sie sind in Wanders Sprichwörterlexikon enthalten, aber oft ohne den Hinweis auf Russland oder Bulgarien. Wer später von Wander abgeschrieben hat, machte möglicherweise fälschlicherweise aus Mangel am Hinweis aus einem fremden, ein deutsches Sprichwort.

Etliche fremde Sprichwörter erhielten schon ohne vergleichbares deutsches Sprichwort eigene Nummern. Aus Ermangelung entsprechender deutscher Sprichwörter und verlorener Quellen wurde daraus später ein deutsches Sprichwort ohne Quellenangabe.

Mehrfach stehen Sprichwörter in Mundart mit Hinweis auf die hochdeutschen Varianten, oder umgekehrt, oder beide oder mehrere verschiedene Mundarten als verschiedene Sprichwörter im Sprichwörter Lexikon.

Beispiel:

„Schreib a X fer a U, su kimmste der Rechnung zu.“ steht als Schlesisches Sprichwort im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.4 mit dem Hinweis der hochdeutschen Version bei Simrock Nr.11951. Die hochdeutsche Version wie bei Simrock: „Schreib ein X für ein U, so kommst du mit der Rechnung zu.“ steht im 4. Band in Spalte 335 unter Schreiben (Verb.), Nr.21 ohne Quellenangabe. So werden aus einem zwei Sprichwörter und wird einem bei Wander ein X für ein U vorgemacht.
Wenn dann fast wortgleich Wer ein X schreibt für ein V, kompt in der Welt am besten zu.“ im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.5 (Quelle bei Petri im anderen Teil) und „Wen der wirth schreibt ein X vor ein V, so kombt er seiner rechnung zu.“ im 5. Band in Spalte 283 unter Wirth, Nr.124 (Quelle bei Lehmann Seite 923, Nr.22) dazukommen, gibt es immer mehr Varianten, die als einzelne Sprichwörter aufgeführt werden.

Weitere Beispiele auf einigen Seiten im Text. Aus diesem Grund ist das Deutsche Sprichwörter Lexikon als primäre Quelle oder Beweis eines deutschen Sprichworts nur bedingt geeignet - als Hinweisgeber für die weitere Suche nach der wirklichen Quelle.

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Man neigt dem Baum, der Nutzen bringt.

Männer sollen reden, Frauen schweigen.

Männer verschweigen fremde, Weiber eigene Geheimnisse.

Männer von der Zunft walten mit Unvernunft.

Männer wollen nicht die große Freiheit. Sie wollen viele kleine Freiheiten.

Manneslist ist behende, Weiberlist hat kein Ende.

Mannes Mutter, Teufels Unterfutter.

Mann gegen Mann, aber zwei gegen den Teufel.

Man nimmt den Mann beim Wort und den Hund beim Schwanz.

Männlein hat Mannesherz.

Mannlich wehrt sich unrechter Tat.

Mann, nimm deine Hau, ernähr deine Frau.

Mann ohne Weib, Haupt ohne Leib; Weib ohne Mann, Leib ohne Haupt daran.

Mann und Frau sind die nächsten Verwandten, wenn sie zwei Paar Beine übereinander legen.

Mann und Weib haben kein gezweites Gut zu ihrem Leib.

Mann und Weib sind ein Leib.

Man plätzt nicht neue Flecke auf alte Juppen.

Man redet viel, wenn der Tag lang ist.

Man reitet den Gaul erst, wenn man ihn hat.

Man ruft den Esel nicht zu Hofe, denn dass er Säcke trage.

Man ruft so lange Fastelabend*9, bis die Faste kommt.

Man ruft so lange Pasch! bis Ostern kommt.

Man sackt den groben Hopfen in großen Ballen und das edle Gewürz in kleinen Säcklein.

Man sagt nicht zu der Kuh Bläßle, wenn sie nicht wenigstens einen Stern hat.

Man sagt so lange von einem Dinge, bis es geschieht.

Man sagt viel von hier und dar, doch wenig nur ist davon wahr.

Man sagt viel von Rom, das wahr ist.

Man sagt wohl vom vielen Saufen (Trinken), aber nicht von großem Durst.

Man schabt den Käse, weil man ihn nicht rupfen kann.

Man schickt Füchse aus, um Füchse zu fangen.

Man schießt auch wohl mit schlaffer Sehne.

Man schimpft den Gerber nicht, so man ihn (einen) schäbigen Kerl (Mann) nennt.

Man schläft sich nicht gelehrt.
(Das bedeutet, man muss schon etwas tun, um Wissen und Können zu erwerben. Wissen kommt nicht über Nacht, man muss es erlernen und erarbeiten.)

Man schlägt auf den Sack und meint den Esel.

Man schreibt lange an, aber rechnet zuletzt.

Man schüttelt die Weisheit nicht aus dem Ärmel heraus.

Man schwätzt oft einem von einem Kissen und setzt sich an seiner statt darauf.

Man sieht an den Leuten hin, aber nicht in die Leute hinein.

Man sieht den Splitter im fremden Auge, im eigenen den Balken nicht.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel: Evangelium nach Matthäus 7.4-5. Das Sprichwort bedeutet, kleine Fehler sieht man und kritisiert sie sofort bei anderen, die eigenen größeren werden aber übersehen.)

Man sieht die Flöhe besser auf einem weißen Tuche als auf einem schwarzen.

Man sieht einem an, was er hat getan.

Man sieht es an der Nase bald, ob Weiber warm sind oder kalt.

Man sieht manchen lachen, der weinen sollte.

Man sieht manchen weinen, dem sonst die Augen nicht tränen.

Man sieht nicht in den Magen, wohl aber auf den Kragen.

Man sieht nicht mit einem schmutzigen Maul zum Fenster hinaus, man habe denn einen reichen Witwer geheiratet.

Man sieht's am Ende wohl, wie man's loben soll.

Man sieht's am Schwanz, was es für ein Vogel ist.

Man sieht's an den Hosen, wo das Bein entzwei ist.

Man sieht's an Scherben noch, was der Topf gewesen.

Man sieht's an der Asche noch, wo der Topf gestanden hat.

Man sieht's dem Kind an, was es für einen Vater hat.

Man sieht's wohl am Nest, was für Vögel darin sind.

Man sieht wohl, wes Geistes Kind er ist.

Man sieht zeitig am Kamme, was ein Hahn werden will.

Man singt auch nicht alle Liedchen aus.

Man soll an keinem Kranken verzagen, dieweil er noch Atem holt.

Man soll das Alte nicht ab-, das Neue nicht aufbringen.

Man soll das Brett bohren, wo es am dünnsten ist.


Man soll das eine tun und das andere nicht lassen.

Man soll das Eisen schmieden, weil (solange) es heiß ist.

Man soll das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

Man soll das Korn nicht essen, eh es gesäet ist.

Man soll den Acker nicht zu wohl düngen.

Man soll den Bogen nicht überspannen, noch den Esel übergürten.

Man soll den Esel nicht übergürten.

Man soll den Löffel nicht aus der Hand geben, bis man selbst gegessen hat.

Man soll den Mantel kehren nach dem Winde (wie das Wetter geht).

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

Man soll den Teufel nicht an die Wand malen.

Man soll der Herrn genießen, dass sie auch bei Brot bleiben.

Man soll des Guten nicht zuviel tun.

Man soll die Ämter mit Leuten, nicht die Leute mit Ämtern versehen.

Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, ehe der Bär gestochen ist.

Man soll die Beute nicht vor dem Sieg teilen.

Man soll die Feinde nicht zählen, sondern schlagen.
(Man soll nicht zu ängstlich sein und unbesonnen reagieren. Möglicherweise handelt man in Panik, um einer kleinen Gefahr zu entgehen und gerät in noch größere.)


Man soll die Kuh melken und nicht schinden.

Man soll die Perlen nicht vor die Säue werfen.
(Man soll Edles und Wertvolles nicht denen geben, die es nicht verdienen oder zu würdigen wissen.)


Man soll die Rechnung mit seinem Beutel machen.

Man soll die Rechnung nicht ohne den Wirt machen.
Man soll die Zeche nicht ohne den Wirt machen.

Man soll die Schafe scheren, aber nicht rupfen.

Man soll die Suppe nicht versalzen, wenn man gleich Salz genug hätte.

Man soll einen da loben, wo er hübsch ist.

Man soll einen Degen sechzig Jahre lang tragen um einer einzigen bösen Stunde willen.

Man soll einen nicht halten, wie man ihn ansieht.

Man soll ein gut Schwert nicht in alle Scheiden probieren.

Man soll es bei den alten Löchern lassen.

Man soll Fuß bei Mahl halten.

Man soll herbsten, solang Herbstzeit ist.

Man soll Hund um Eberköpfe geben.

Man soll ihm den Brotkorb höher hängen.

Man soll ihr ein Mahlschloss vors Maul legen.
(Mahlschloss = alter Name für früher in Handarbeit hergestellten Zahlenschlössern.)

Man soll keine Faust im Sacke machen.

Man soll keinen vor seinem Tode glücklich preisen.

Man soll mit unserm Herrgott vorlieb nehmen.

Man soll nehmen, wo ist, und geben, wo brist.

Man soll nicht alles an einen Nagel hängen.

Man soll nicht alles sagen, was man denkt, und nicht alles glauben, was man sagt.

Man soll nicht aus der Schule schwatzen.

Man soll nicht das Leder stehlen und die Schuh um Gottes willen geben.

Man soll nicht dem Peter nehmen und dem Paul geben.

Man soll nicht eher fliegen wollen, als bis man Federn hat.

Man soll nicht einen Altar entblößen, um den anderen zu decken.

Man soll nicht feilschen, was man nicht kaufen will.

Man soll nicht Hopsa (Hopp) schreien, ehe man über den Bach (Graben) ist.

Man soll nicht mehr Teufel rufen, als man bannen kann.


Man soll nicht rufen: holt Fische, eh man sie hat.

Man soll nicht um des Kaisers Bart streiten.

Man soll nicht von jemand sprechen, den man nicht kennt.


Man soll nie eine Dame fragen, wie alt sie ist.


Man soll niemand mit zwei Ruten streichen.

Man soll niemand seine erste Bitte abschlagen.

Man soll nur loben, was Lob verdient.

Man soll seine Nase nicht in Nachbars Töpfe stecken.

Man soll sein Licht nicht untern Scheffel*26 stellen.

Man soll sein nicht spotten, allein mit Worten.

Man soll sich in kein Wasser wagen, wo man Grund man nicht sieht.
Man soll sich in kein Wasser wagen, da man nicht den Grund sehen kann.

Man soll sich nicht ausziehen, eh man schlafen geht.

Man soll's melken, wenn's Zeit ist.

Man sollt' ihm die Röhre ins Maul richten.

Man soll um eines Baumes willen nicht den ganzen Wald roden.

Man sorgt sich eher alt als reich.

Man spinnt nicht allweg Seide.

Man spricht, es wird böser oder besser; weil aber das Glück rund ist und das Beste selten nachkommt, so begibt es sich eher, dass es böser als besser wird.

Man spricht so lange von der Kirmes, bis sie kommt.

Man stiehlt auch wohl der Elster ein Ei.

Man stirbt, so lange man lebt.


Man straft gern am Gesind, was verbrochen hat das Kind.

Man straft keinen mit doppelter Rute.

Man streitet mehr um Schalen, Hülsen und Kleien als um Kern und Frucht.

Man sucht keinen hinter der Tür, man habe denn selbst dahinter gesteckt.
Man sucht keinen hinterm Ofen, man habe denn selbst dahinter gesteckt.

Man sucht oft etwas in der Weite und hat`s an seiner Seite.

Man sucht von Weibern und von Fischen das Mittelstück zu erwischen.

Man trinkt wohl aus einem Fass, aber nicht all aus einer Kanne.

Man tritt den Frosch so lange, dass er pfeift.

Man tut den Stall zu, wenn das Pferd fortgelaufen ist.

Man tut geschwind, was lange reut (gereut).

Man überredet einen, dass er tanzt, wo er weinen möchte.

Man verändert sich oft, aber bessert sich selten.

Man vergisst nichts sobald als Wohltaten.

Man vergisst viel Leid in vierundzwanzig Stunden.

Man verklagt keine Sau, die einen besudelt.

Man verschläft viel Ungemach.

Man verschnappt sich nicht mehr als mit dem Maul.

Man verspielt auch mit guten Karten.

Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man in die Ferne kommt.

Man weiß nicht, wen der Herr schickt.

Man weiß wohl, wie man ausreist, aber nicht, wie man zurückkehrt.

Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch was dazu.

Man wird eher von einem Mistkarren überfahren, als von einem Wagen.

Man wird ihm eine Pfründe geben, wenn er nicht mehr essen mag.

Man wirft nicht mit Eiern nach Sperlingen.

Man witzigt einen nur einmal.

Man zerreißt den Strick, wo er am dünnsten ist.

Markt lehrt kramen.

Marsch in dein Winterquartier, sprach der Wachtmeister zu der Laus, als er sie vom Bart unter die Hemdkrause setzte.

Mäßig Feuer kocht am besten.

Mäßigkeit erhält den Leib.

Mäßigkeit erhält, Gerechtigkeit nährt, Mannheit wehrt, Weisheit regiert.

Mäßigkeit ist die beste Arznei.

Mäßigkeit wird alt, zu viel stirbt bald.

Mäßig wird alt, zu viel stirbt bald.

Maß ist zu allen Dingen gut.

Maß trägt aller Tugend Krone.

Maß und Gewicht kommt einst vor Gericht.

Maß und Ziel ist das beste Spiel.

Mauermanns Schwamm brennt nicht.

Mauermanns Schweiß kostet der Tropfen einen Taler*30.
Ein Tropfen Maurerschweiß kostet einen Taler*30.

Maulesel treiben viel Parlaren, dass ihre Voreltern Pferde waren.

Maulgebet kommt nicht gen Himmel.

Maul, richt dich nach der Tasche.
Meerrettich ist dem Magen ein Pflaster, den Augen ein Laster.

Mehr Glück als Verstand.

Mehr Mut als Gut.

Mehr sein als scheinen.

Mehr sind verdorben, als vom Schwert gestorben.

Mein Buhl die schönste.

Meine Kopfschmerzen fühlt der Nachbar nicht.

Meinen ist nicht wissen, wer's nicht glaubt, wird besch–.

Meiner Mutter Kuh Bruder war ein Ochs.

Meines Freundes Feind ist oft mein bester Freund.

Mein Holz kann mir niemand verbrennen.

Mein kleiner Finger hat es mir gesagt.

Mein Mann ist auch etwas im Kartenspiel, spricht die Frau, wenn er Ratsherr ist.

Mein Pfeffer ist so gut wie dein Safran (Sirup).

Mein Pfennig ist deines Pfennigs Bruder.

Mein Schwert schneidet auch.

Mein und Dein bringt alles Unglück herein.

Mein und Dein ist alles Zankes Ursprung.

Mein Vater hat mich nicht gelehrt, aus einem leeren Glase trinken.

Mein Vater ist der Höchste in Konstanz, sprach die Tochter des Turmwarts.

Meißner, Gleisner.
(Gleisner = aus dem Mittelhochdeutschen glīsnēre, gelīchesen = es jemandem. gleichtun, sich verstellen, heucheln, veraltet: Heuchler.)

Meister Gutdünkel ist aller Ketzerei Großvater.

Meisterssohn bringt das Recht mit sich.

Menschenantlitz, Löwenantlitz.

Menschen, die andere verachten, sind selber nicht zu achten.

Menschengunst ist Erdendunst.

Menschengunst macht Dunst.

Menschensinn ist Menschenleben.

Menschen und Wind ändern geschwind.

Mergel macht den Vater reich und den Sohn arm.

Merk und Melde wachsen beid im Felde: Pflücke Merk, lass Melde stehn, so magst mit allen Leuten gehn.

Metzger, Gerber und Schinder sind Geschwisterkinder.

Mich dünkt, ich wähn, ich acht, ich halt, tut oft der Wahrheit groß Gewalt.

Michelswein, süßer Wein.

Mir genügt, wie's Gott fügt.

Mir graut, rief Reupel, da fand er ein fremd Unterkleid an seinem Bettstollen hängen.

Missbrauch frisst ihr eignes Herz, kein fremdes.

Missbrauch ist keine Gewohnheit.

Missbrauch lehrt den rechten Brauch.

Miss dein Glück nicht nach fremder Elle.

Missgünstige und Ehrgeizige hören gern von anderen übel reden.

Missgunst ist ein Mausenest voller Sünden.

Missrechnen ist keine Zahlung.

Misstrauen bringt weiter als Zutrauen.

Misstrauen ist eine Axt am Baum der Liebe.


Misstrauen macht fleißig schauen.

Misstrauen untergräbt die Freundschaft.

Miste vorher deinen Stall.

Mist geht über List.

Mit Abteilung der Güter zertrennen sich auch die Gemüter.

Mit albernen Narren soll man nicht scherzen.

Mit allen essen, mit keinem es halten.

Mit aller Pläsier, sagt der Bauer, wenn er muss.

Mit altem Hunde sicherste Jagd.

Mit anderer Sachen muss man behutsamer umgehen als mit seinen eigenen.

Mit Arbeit kriegt man Feuer aus den Steinen.

Mit Ausdauer kam auch die Schnecke noch in die Arche.

Mit Austeilen gewinnt man Freunde.


Mit beiden Beinen im Stock*29 oder mit einem, ist gleichviel.

Mit bloßem Schein muss man nicht zufrieden sein.

Mit bloßen Sorgen kann man keinen Strohhalm zerbrechen.

Mit bösen Gäulen bricht man das Eis.
Mit bösen Pferden bricht man das Eis.

Mit Dank hab` schmalzt man keine Suppe.

Mit dem Alter ist es wie mit dem Wein: Es muss ein guter Jahrgang sein.

Mit dem Guten wird man gut und bös mit dem, der übel tut.

Mit dem Halse bezahlt man alles.

Mit dem Maße, womit ihr mäßet, wird euch wieder gemessen.

Mit dem Ofen ist schwer um die Wette gähnen.

Mit dem Pfennig fängt man an zu spielen.

Mit dem Spaß muss man aufhören, wenn er am meisten Spaß macht.

Mit dem Teufel ist nicht gut Kirschen essen.


Mit dem Weck kann man das Brot ersparen.

Mit dem Wirt ändert sich das Haus.

Mit den Alten soll man ratschlagen und mit den Jungen fechten.

Mit den Beinen läuft man nicht in den Himmel.

Mit den Gänsen sollen wir trinken, aber nicht essen.

Mit den Händen gibt man Leute zusammen, und mit den Füßen gehen sie auseinander.

Mit den Herren ist nicht gut Kirschen essen, denn sie schießen gern mit den Steinen.

Mit den Herren ist nicht gut Kirschen essen, denn sie wollen die Ersten und die Letzten in der Schüssel sein.


Mit den Narren baut man den Weg.

Mit den Toten kann man nicht zürnen.

Mit den Wölfen muss man heulen.

Mit der einen Hand geben, mit der andern nehmen.

Mit der Gabel ist's ein Ehr: Mit dem Löffel kriegt man mehr.

Mit der Hand muss man säen, nicht mit dem Sacke.

Mit der Hoffnung wächst der Mut.

Mit der Münze, womit du zahlst, zahlt man dich auch.

Mit der Mutter soll beginnen, wer die Tochter will gewinnen.

Mit der Pfeife gewonnen, mit der Trommel vertan.

Mit der Suppe muss man nicht artig sein.

Mit der Trommel gewonnen, mit der Flöte verspielt.
(Wie man an dem Sprichwort zwei weiter oben sieht, ist es in beiden Richtungen möglich.)

Mit der Wahrheit kommt man am weitesten.

Mit der Wahrheit kommt man ins Geschrei.

Mit der Wahrheit spielt man alle Tage den Karfreitag.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an alles.

Mit der Zeit kommt alles ans Licht.


Mit der Zeit kommt die Henne auf ihre Eier.

(Das bedeutet, man muss einer Sache nur genügend zeit geben, damit sie in die richtige Bahn kommt.)

Mit der Zeit kommt Freud und Leid.

Mit der Zeit kommt Jan ins Wams.

Mit der Zeit reift das Korn.


Mit der Zeit vergeht alles.


Mit der Zeit werden auch die späten Früchte reif.


Mit der Zeit wird dir hold, was vorher dein nicht gewollt.

Mit dieser Wiege bin ich gewiegt.

Mit eigner Peitsche und fremden Rossen ist gut fahren.

Mit einem bösen Weibe finge man den Teufel im freien Feld.

Mit einem Fischerbuben von neun Jahren ist besser über den Rhein fahren als mit einem Doktor von siebzig.

Mit einem goldenen Hammer kann man wohl eiserne Tore aufmachen.

Mit einem Handwerk kommt man weiter als mit tausend Gulden*11.

Mit einem Heller*14 kann man kein gut Mus kochen.

Mit einem Heller*14 kauft man keinen Ochsen.

Mit einem Löffel Honig fängt man mehr Fliegen als mit einem Fass voll Essig.

Mit einem nahen Acker und einer weit entfernten Schwiegermutter ist es sich am besten gefahren.
(Sprichwort aus Schwaben)

Mit einem Narren lässt sich kein Kind taufen.

Mit einem Tropfen Honig fängt man mehr Fliegen als mit einer ganzen Kanne Essig.

Mit Ernst ist nicht gut scherzen.

Mit Feuer und Blut wird auch getauft in Märtyrerzeit.

Mit Fragen kommt man durch die Welt.

Mit Fragen kommt man nach Rom.

Mit Fragen wird man berichtet.

Mit fremdem Kalb ist wohlfeil pflügen.

Mit fremdem Schaden ist wohlfeil klug werden.

Mit fremden Fingern ist's leicht Kastanien aus dem Feuer zu holen.

Mit frischen Rosen und Jungfern darf man nicht lange scherzen.

Mit Frommen und Bösen wird das Haus erfüllt.

Mit Fürsten ist bös Kirschen essen; sie werfen einem gern die Steine ins Gesicht.
(aus Württemberg)


Mit Füttern wird keine Zeit verloren.

Mit Gaben fängt man die Götter.

Mit Geben wuchert man am meisten.

Mit Gedanken beisst man einem kein Ohr ab.

Mit Gedanken schlägt man kein Fenster ein.

Mit Geduld und Spucke vertreibt man manche Mucke.

Mit Geduld und Zeit wird aus dem Maulbeerbaum ein Seidenkleid.
Mit Geduld und Zeit wird Maulbeerblatt zum Atlaskleid.

Mitgeflogen, mitgehangen.

Mitgegangen, Mitgefangen, Mitgehangen.
Mitgegangen, mitgefangen; mitgestohlen (mitgefangen), mitgehangen.

Mit Geld kann man sich keine Freunde kaufen.


Mit Geld probiert man die Welt.

Mit gelehrten Worten überredet man Bauern.

Mitgenommen ist besser als darum gekommen.

Mit geschwollenen Beinen ist böse tanzen.

Mitgesündigt, mitgebüßt.

Mit Gewalt kann man eine Violine an einem Eichbaum entzweischlagen.

Mit glatten Worten täuscht man die Leute.

Mit gleicher Elle wird dir gemessen.

Mit Gold ist jede Festung zu erobern.

Mit Gott den Anfang, sonst geht's den Krebsgang.

Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der schönste Lebenslauf.

Mit Gott lässt sich nicht spotten.

Mit großen Herren ist nicht gut Kirschen essen.
Mit großen Herren ist schlecht Kirschen essen.
Mit Herrn ist bös Kirschen essen.

Mit großen Herren soll man seidne Worte reden.

Mit gutem Winde ist gut segeln.

Mit (Bei) guten Nachbarn hebt man den Zaun auf.

Mit guten Vorsätzen ist der Weg zur Hölle gepflastert.

Mit guten Worten fängt man die Leute.

Mit Hadern gewinnt man nichts als Hadern.

Mit Hadern verliert jedermann außer Papiermacher und Advokaten.

Mit Harren und Hoffen hat`s mancher getroffen.

Mit Hunden fängt man Hasen, mit Lob die Narren und mit Geld (Gold) die Frauen.


Mit jedermann dich freundlich halt, vertrau doch nicht, die Lieb ist kalt.

Mit Kindern muss man spielen, solange man sie noch hat.

Mit klarem Ziel gewinnt man viel.

Mit Kleinem fängt man an, mit Großem hört man auf.

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Mit kranken Beinen ist bös gehn.
Dieses Sprichwort steht so in Band 5 des Deutsches Sprichwörter-Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander aus dem Jahr 1880 unter Bein Nr. 41.
Als Quelle wird die Sammlung Teutsche Sprach und Weissheit von Georg Henischii aus dem Jahr 1616, Spalte 261, angegeben. Dort steht aber "ist bös gehn Rom laufen" und nicht "ist bös gehn". Weitere Quellen sollen die Nr. 485 der Sprichwörter und sprichwörtliche Redensartensammlung von W. Körte aus dem Jahr 1837 und die Nr. 894 der deutschen Sprichwörter von von K. Simrock aus dem Jahr 1846 sein. Dort steht aber:

Mit kranken Beinen ist schlimm nach Rom laufen.

Weiter steht im 5. Band des Deutsches Sprichwörter-Lexikon von Wander unter Bein Nr. 135 das Sprichwort:

Mit schwachen Beinen ist schlecht nach Rom laufen.

Als Quelle wird die Sammlung der Teutschen Weissheit von M. Fridericum Petri aus dem Jahr 1605 genannt,
wo folgendes Sprichwort steht:


Mit krancken Beinen ist böß gen Rom lauffen.

Wahrscheinlich wurde hier teilweise falsch voneinander abgeschrieben und durcheinandergebracht.
Ein Sprichwort und alle schreiben es anders.
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Mit kranken Seilen muss man gelinde ziehen.

Mit kurzer Elle kann man viel messen.

Mit langen Spießen ist gut kriegen.

Mit leerer Hand ist schwer Vögel fangen.

Mit Leib und Blut kommt man in des Kaisers Reich, mit Glauben und Gewissen in Gottes Reich.

Mitleid bekommt man umsonst, Neid erwirbt man sich.

Mit Listen kann niemand Gut eigen machen.

Mit Lügen und Listen füllt man Sack und Kisten.

Mit Menschen Frieden, mit Sünden Krieg.

Mit Muss kommt man auch fern.

Mit Nachbarn ist gut Scheuern*28 bauen.

Mit Narren ist schlimm spaßen.

Mit Narren muss man Geduld haben.

Mit Nesteln fängt man an zu spielen. Mit Nüssen fängt man an zu stehlen.

Mit nichts bereitet man sich gut auf die Fasten.

Mit nichts kann man kein Haus bauen.

Mit Rechten und Kriegen gewinnt niemand viel.

Mit Recht verliert man das mit Schwänken, was man gewonnen hat mit Ränken.

Mit Scham und Schaden wird man klug und gelehrt.

Mit Schmeicheln erweicht man die Herzen.


Mit Schreien wirst du's nicht ertrotzen.

Mit schwachem Strick muss man leise ziehen.

Mit Schweigen verred't (verrät) sich niemand.

Mit Schweigen verschweigt man die Freunde.

Mit seinen Knochen wollen wir noch Nüsse von den Bäumen werfen.

Mit Singen und Springen kann man`s vollbringen.

Mit Speck fängt man Mäuse.


Mit Stillschweigen antwortet man viel.

Mit St. Peter ist gut handeln.

Mittelstraß' das beste Maß.

Mittelweg, ein sichrer Steg.

Mitten auf dem Meer macht der Wind viel Wellen.

Mit unwilligen Rossen ist nicht gut zu Acker fahren.

Mit Verlaub kann man dem Bauern das Pferd aus dem Stall stehlen.

Mit Verwandten soll man trinken und essen, aber nicht zählen und messen.

Mit vielem geudet man, mit wenigem spart man.

Mit vielem kommt man aus, mit wenig hält man haus.

Mit vielen Augen ist besser sehen denn mit einem.

Mit vielen in den Krieg, mit wenigen in den Rat.

Mit viel Weibern zeugt man viel Kinder.

Mit vollem Bauch ist gut Fastenpredigt halten.

Mit vollem Maul ist schlimm blasen.
Mit vollem Mund ist bös blasen.

Mit Wachen und mit Wagen muss man das Glück erjagen.

Mit Wasser und Brot kommt man durch alle Not.

Mit Wein macht man den Psittich (Papagei) schwatzen.

Mit welchen Vögeln man fliegt, mit denen wird man gefangen.

Mit wenigen Gesetzen regiert man wohl.

Mit wenig lebt man wohl.

Mit Wohltun gewinnt man den ärgsten Feind.

Mit Worten richtet man mehr aus als mit Händen.

Mit Zank gewinnt man nicht viel.

Mit Zank und Streit kommt man nicht weit.

Mit Zeit und Geduld wird aus dem Hanfstängel ein Halskragen.

Mit Zeit und Weile kommt man nach Rom.

Mit Zeit und Weile lernt ein wilder Ochs das Joch tragen.

Mit zunehmendem Alter wird man nicht klug, man weiß nur, dass es die anderen auch nicht sind.

Mögen sie mich hassen, wenn sie mich nur fürchten.

Mönche, Mäuse, Ratten, Maden scheiden selten ohne Schaden.

Mönch ins Kloster, Fisch ins Wasser, Dieb an'n Galgen.

Mönch und Nonnen gehören zusammen.

Montagswetter wird nicht Wochen alt.

Morgengäste bleiben nicht.

Morgen ist auch noch (wieder) ein Tag.
(Das bedeutet, man versucht zu rechtfertigen, dass man eine Aufgabe noch nicht erledigt hat, sondern sie erst einmal auf morgen verschoben hat. Ähnliche Sprichwörter auch in anderen Ländern.)

Morgen kommt Rat und Tat.

Morgen, morgen, nur nicht heute, sprechen alle trägen (immer faule) Leute.

Morgenregen und Alteweibertänze dauern nicht lange.

Morgenregen und Weiberweh sind um Zehne nimmermeh.

Morgenrot bringt Wind und Kot.

Morgenröte kann nicht lügen,
Mägdebauch kann nicht betrügen.
Ist's nicht Regen, ist es Wind,
ist's nicht Schmer, so ist's ein Kind.
(Schmer = aus dem mittelhochdeutschem, Fett, Bauchfett.)

Morgenrot mit Regen droht.

Morgenstund bringt Brot und Gold im Mund.

Morgenstund hat Gold im Mund.
Morgenstunde hat Gold im Munde, (aber Blei im –).

Morgenstunde ist aller Laster Anfang, Müßiggang hat Gold im Mund.

Müde Ochsen treten hart.

Mühlhausen ist der Eidgenossen Kühstall.

Mühl ohne Gang, Glock ohne Klang, Hand ohne Gaben, Schul ohne Knaben will niemand haben.

Müh und Fleiß bricht alles Eis.

Müller ist nicht eher fromm, bis er zum Fenster ausguckt.

Müller, Müller, Roggenstehler, Kernenbeißer, Hosensch–.

Müller, Schneider und Weber werden nicht gehenkt, das Handwerk ginge sonst aus.
Müller, Schneider und Weber werden nicht gehenkt, das Handwerk ginge sonst aus.
Müllers Henn und Witwers Magd
hat selten Hungersnot geklagt.


Müller und Bäcker stehlen nicht, man bringt's ihnen.

München soll mich nähren,
in Ingolstadt will ich mich wehren.


Mundköch und Mundrät sind bei Hof in gleichem Wert.

Mund und Herz sind eine ganze Spanne voneinander.

Muss es sein, so schick dich drein.

Müßige Leute haben seltsame Gedanken.

Müßiggang begräbt den Menschen lebendig.

Müßiggang hat Armut im Gefolge.

Müßiggang hat bösen Ausgang.

Müßiggang hat bösen Nachklang.

Müßiggang in der Jugend, Arbeit im Alter.

Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Müßiggang ist aller Laster Anfang und des Teufels Ruhebank.
Müßiggang ist des Teufels Ruhebank.
(Vergleichbares englisches Sprichwort: Ein faules Gehirn ist die Werkstatt des Teufels.)

Müßiggang ist der Tugend Untergang.


Müßiggang ist des Teufels Orden, Arbeit ist Gottes Stand.

Müßiggang ist eine schwere Arbeit.

Müßiggang macht endlich traurige Arbeit.

Müßiggang verzehrt den Leib wie Rost das Eisen.

Müßiggehen mag ich nicht, sagte jene Schwester und lauste für die Langeweile die Mäuse.

Muss ist ein bitter Kraut.

Muss ist ein böses Mus.

Muss ist ein Brettnagel.

Muss ist harte Buß.

Muss ist härter als Grübelnuss.

Muss (Mus) ist nicht Suppe.

Muss ist Zwang, und Kreischen ist Kindergesang.

Muss man denn allen Plunder wissen?
(Nein, muss man nicht, es reicht aber nicht, alles nur im Internet bei Google oder Wikipedia zu suchen, etwas muss man schon wissen oder können! Leider ist das heute immer weniger der Fall. Früher konnten Schulabgänger ohne Schwierigkeiten eine Ausbildung anfangen und meist auch erfolgreich beenden; heute sind viele nicht einmal ausbildungsfähig, wie viele Firmen bemängeln. Internet und Smartphone helfen also nicht in der Schule beim Lernen, sie behindern das Lernen! Man sollte in der Schule den richtigen Umgang mit elektronischen Medien lernen, aber Lernen sollte man trotzdem mit dem eigenen Kopf und nicht alles Wissen und Können in eine unerreichbare Cloud auslagern. Etwas Wissen, Können und vor allem Bildung sollte man im eigenen Kopf ohne Computer, Smartphone und Internet greifbar haben, den Plunder kann man weglassen. Andernfalls schafft man unfähige Menschen, die oft nicht einmal für Hilfsarbeiten geeignet sind, von denen gibt es schon zu viele.)

Mutigem Rosse starker Zaum.

Mutiger Blick lockt das Glück.

Mutschierung bricht keine (nicht) gesamte Hand.
(Das bedeutet, bei einer Gesamthandsgemeinschaft gehört einer Gemeinschaft von Personen ein bestimmtes Eigentum gemeinschaftlich, über das nur gemeinschaftlich verfügt werden kann. Mit einer Mutschierung wird die Nutzung ohne Aufhebung der Gemeinschaft geteilt.)

Mutter dich, liebes Kind, und nimm des Vaters Weis an.

Mutter eine Hur, Tochter ein Hürlein.

Mutterflüche kleben nicht, und Vaters Zorn schwärt nicht.

Mutter, ich muß einen Mann han, oder ich zund 's Haus an.

Mütter lieben Töchter, aber Söhne noch viel mehr.

Mutterschoß ist arm, aber warm.

Muttertreu ist täglich neu.

Mut über Gut.