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Deutsche Sprichworte
Über 16.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
M bis Man muss
Flagge von Deutschland
Karl Friedrich Wilhelm Wander
und das „Deutsches Sprichwörter Lexikon“


Karl Friedrich Wilhelm Wander hat zwischen den Jahren 1867 und 1880 sein fünfbändiges „Deutsches Sprichwörter Lexikon“ veröffentlicht. Über 30 Jahre hat er dafür Sprichwörter gesammelt. Im Deutsches Sprichwörter Lexikon sind ca. 225.000 deutsche Sprichwörter und Redensarten und ca. 60.000 Sprichwörter aus verschiedensten Fremdsprachen. Eine Arbeit eines Einzelnen, ohne die heute möglichen Hilfsmittel, eine einmalige und unvergleichbare Leistung, die man nicht überschätzen kann.

Wer aber meint, ein deutsches Sprichwort zu haben, weil es auch bei Wander im Lexikon steht, hat trotzdem nicht sicher eins, es kann auch falsch sein. Wander selbst schreibt im Vorwort zum 1. Band des Deutsches Sprichwörter Lexikon, das es auch Fehler enthält oder Quellenangaben verloren gingen. Die Quellenangaben sind tatsächlich teilweise falsch oder fehlen vielfach ganz. Erst wenn man ein Sprichwort in den Quellen Wanders wiedergefunden hat, kann man sich über Herkunft und Nationalität sicher sein.

Ein Freund Wanders wurde wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe verhaftet und in Wanders Wohnung fand 1845 wegen angenommener Unterstützung eine Hausdurchsuchung statt. 1853 fand eine weitere Haussuchung bei ihm statt. Seine Vergehen: Er war Lehrer und hatte eine Lehrervereinigung gegründet. Er forderte mehr Selbstbestimmung für die Lehrer, er hatte mehrfach kritische Aufsätze und Bücher über die Schule veröffentlicht und er forderte die staatliche Aufsicht über die Schulen mit Abschaffung der Kirchlichen, unter der das Schulwesen stand. Er befürwortete nicht den Schulmeister alter Prägung, der nur notwendiges Wissen beibrachte und gehorsame Untertanen produzierte, er forderte einen neuen Lehrer, der freie und mitdenkende Bürger mit Selbstverantwortung erzog. Alles zusammen für Kirche und herrschende Obrigkeit revolutionär und unhaltbar für einen Lehrer. Deswegen wurde er 1849 endgültig aus dem Schuldienst entlassen. Durch die Haussuchungen und Umzüge verlor er ein Heft mit Quellenangaben, was zu fehlenden Quellen im Sprichwörterlexikon führte.

Außerdem hatte er 1831/32 unter dem Titel Scheidemünze neue Sprichwörter herausgegeben, das heißt, von ihm erdachte und Sprichwörtern nachempfunden Sprüche. Auch diese fanden Eingang ins Sprichwörterlexikon. Das brachte ihm den Vorwurf, sich die Sprichwörter teilweise auszudenken. Andere Sprichwörter habe er selbst vernommen oder sie wurden ihm als solche übergeben, teilweise ohne Quellen oder Herkunftsangabe. Etliche stammen aus der Literatur, die er an Form und Gepräge des Ausspruchs erkannt haben will, was nicht jedermanns Sache ist, wie er meint. Dazu gehört die erforderliche Aufmerksamkeit und ein für diesen Zweck gebildetes Sprachgefühl, das sogenannte Sprichwörterohr, das er seinen Angaben nach besitzt, viele andere aber nicht. Wenn sein Sprichwörter-Instinkt etwas zum Sprichwort erklärt hatte, war eine weitere Überprüfung nicht notwendig. Der im Lexikon vorhandene Quellennachweis war für ihn ausreichend.

Quellen: Vorrede im 1. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.
            Nachwort im 5. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.

Beispiele für Fehler im Deutschen Sprichwörter Lexikon:

Als Quelle für die Ägyptischen Sprichwörter benutzte Wander das Buch „Arabische Sprüchwörter oder die Sitten und Gebräuche der neueren Aegyptier erklärt aus den zu Kairo umlaufenden Sprüchwörtern übersetzt und erläutert von Johann Ludwig Burckhardt“ aus dem Jahr 1834. In diesem Buch sind 782 Ägyptische Sprichwörter enthalten. Bei Wander findet man aber nur 696 Mal die Quellenangabe Burckhardt und nur 155 Mal den Hinweis auf Ägypten. Die übrigen Ägyptischen Sprichwörter scheinen bei ihm fälschlicherweise „deutsche Sprichwörter“ zu sein. Ähnliches gilt auch für andere Quellen Wanders aus anderen Ländern.

Bei über 4000 Sprichwörtern gibt Wander z. B. Dr. Phil. Julius Altmann an, der 1853-1855 in einigen Zeitschriften Sprichwörter aus Russland, Bulgarien und von den Tataren veröffentlichte, die er dort auf Reisen sammelte. Auch sie sind in Wanders Sprichwörterlexikon enthalten, aber oft ohne den Hinweis auf Russland oder Bulgarien. Wer später von Wander abgeschrieben hat, machte möglicherweise fälschlicherweise aus Mangel am Hinweis aus einem fremden, ein deutsches Sprichwort.

Etliche fremde Sprichwörter erhielten schon ohne vergleichbares deutsches Sprichwort eigene Nummern. Aus Ermangelung entsprechender deutscher Sprichwörter und verlorener Quellen wurde daraus später ein deutsches Sprichwort ohne Quellenangabe.

Mehrfach stehen Sprichwörter in Mundart mit Hinweis auf die hochdeutschen Varianten, oder umgekehrt, oder beide oder mehrere verschiedene Mundarten als verschiedene Sprichwörter im Sprichwörter Lexikon.
Dass ein Sprichwort von einem Bayern, Hessen, Sachsen oder anderem Deutschen in seiner ihm eigenen Mundart ausgesprochen wird, macht aus einem Sprichwort auch heute noch kein weiteres neues Sprichwort. Ebenso das Umstellen einzelner Wörter, falsches Abschreiben, übersetzen oder weglassen oder verlieren von Quellen. Schon nach Druck der ersten zwei Bände gab es deswegen begründete Kritik eines anderen Sprichwörtersammlers, Otto Freiherr von Reinsberg, der auch auf einen Kommentar im Vorwort der Sammlung von Wilhelm Körte (1837) hinwies. Leider waren die gegenseitigen Kritiken von Otto Freiherr von Reinsberg und K. F. W. Wander in deren Veröffentlichungen vorwiegend persönlicher Natur und brachten auf keiner Seite eine Verbesserung ihrer Arbeiten. Im Internet nachzulesen in den Vorworten von Wanders Sprichwörter Lexikon und: http://brema.suub.uni-bremen.de/ . . Reinsberg

Beispiel:

„Schreib a X fer a U, su kimmste der Rechnung zu.“ steht als Schlesisches Sprichwort im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.4 mit dem Hinweis der hochdeutschen Version bei Simrock Nr.11951. Die hochdeutsche Version wie bei Simrock: „Schreib ein X für ein U, so kommst du mit der Rechnung zu.“ steht im 4. Band in Spalte 335 unter Schreiben (Verb.), Nr.21 ohne Quellenangabe. So werden aus einem zwei Sprichwörter und wird einem bei Wander ein X für ein U vorgemacht.
Wenn dann fast wortgleich Wer ein X schreibt für ein V, kompt in der Welt am besten zu.“ im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.5 (Quelle bei Petri im anderen Teil) und „Wen der wirth schreibt ein X vor ein V, so kombt er seiner rechnung zu.“ im 5. Band in Spalte 283 unter Wirth, Nr.124 (Quelle bei Lehmann Seite 923, Nr.22) dazukommen, gibt es immer mehr Varianten, die als einzelne Sprichwörter aufgeführt werden.

Weitere Beispiele auf einigen Seiten im Text, siehe unten: Aus 1 werden über 30 „Man muss sich nach der Decke strecken.“ Aus diesem Grund ist das Deutsche Sprichwörter Lexikon als primäre Quelle oder Beweis eines deutschen Sprichworts nicht sicher geeignet - vielmehr aber als Hinweisgeber für die weitere Suche nach der wirklichen Quelle.

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Mach aus deinen Ohren ein Grab und scharr's zu, bis Amt und Pflicht zu reden gebieten.

Mach aus der Not eine Tugend.

Mach aus einer Mücke keinen Elefanten.

Mach den Gescheiten.

(Sprichwort mit ähnlicher Bedeutung: Der Klügere gibt nach.)

Mach dich erst sauber.

(Man sollte sich erst um eigenen Fehler kümmern, bevor man andere kritisiert.)
Sonnenuhr im Arboretum Ellerhoop-Thiensen.
Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit'ren Stunden nur.
Mach dich klein, aber nicht gemein.

Mach dich mit keinem Hund gemein, wenn du nicht willst gebissen sein.


Mach dich nicht gemein, willst du wertgehalten sein.

 
Mach dich nicht mausig, wir haben Katzen.
 
Mach dich nicht so klein, so groß bist du nicht.
 
Mach dich nicht zu hoch, die Tür ist niedrig.

 
Mach dir einen Knopf in die Nase.
 
Mach dir keine Feindschaft mit anderen Leuten.

Mach es gut, so hast du Neider,
mach's besser, du beschämst sie.

 
Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit'ren Stunden nur.


Mach kein Feuer, so beißt dich kein Rauch.


Mach mir eine Faust, wenn du keine Finger hast.

Machst du's gut, hast du's gut, machst du's schlecht, geschieht dir recht.

Machs wie der Hund; lecke dich, wo du bist wund.

Mach's wie du willst, ich hab' ein Schild.

Machte der Bart heilig, so wär` der Geißbock Heiliger Vater.

Macht man keinen Knopf am Faden, so geht der Stich verloren.

Macht und Will können viel.

Mädchen sagen nein und tun es doch.

Magere Hände machen feiste (fette) Füße.
(Indem die Hände fleißig arbeiten bleiben sie mager und schlank, die Füße profitieren dabei von der dadurch möglichen besseren und reichhaltigeren Nahrung.)

Maler und Poeten sind Freiherrn.

Man achtet nicht, was die Sau auch schreit.

Man ändert nicht die Fürsten, es wechseln nur die Namen.

Man ändert sich oft und bessert sich selten.

Man beerbt niemand bei lebendem Leib.

Man bekommt kein Fleisch ohne Beilage.

Man belobt insgemein mit dem Munde und bezahlt mit den Füßen.
(belobt, beloben = loben, eine Sache oder jemanden loben.)

Man besieht zu spät den Stein, darüber man fiel und brach ein Bein.

Man bindet die Ochsen bei den Hörnern und die Menschen bei den Zungen.

Man bittet einen Menschen zu Gaste und schickt ein Schwein zu Hause.

Man bläst so lange in die Asche, bis einem die Funken in die Augen stieben.

Man braucht keinem Narren Schellen anzuhängen.

Man bohrt leichter einen Brunnen, als dass man verfallene aufdeckt.

Man braucht viele Worte, um ein Wort zurückzunehmen.

Man braucht nicht Läuse in den Pelz zu setzen, sie kommen von selbst hinein.

Man braucht viel Heu, um allen Leuten das Maul zu stopfen.

Man bricht die Kunst nicht vom Zaune.

Manche Hand ist schwach zum Erwerben und stark zum Vertun.

Manche, indem sie sich zu viel segnen wollen, stoßen sich selber mit dem Kreuz die Augen aus.

Manche ist Jungfrau und im Herzen Weib.

Manche Jungfer will wohl keinen Mann haben, sie ist aber gern bei dem Volke, das Frauen machen kann.

Manche Menschen sind so fein vom Verstande, wie die Spinnenweben, die zu nichts anderem dienen, als Fliegen fangen.

Manchen betrifft größere Gefahr zu Haus, als im Krieg.

Manchen hält man für fett und ist nur geschwollen.


Manchen Leuten muss alles Fisch sein, was in ihr Netz kommt.

Mancher Amtmann gibt seinem Herrn einen Nutzen vor, da sieben Schäden hinter sind.

Mancher baut ein Haus und muss zuerst hinaus.

Mancher baut Schlösser in die Luft, der keine Hütte auf dem Lande bauen könnte.

Mancher besteht bei der Wahrheit wie Butter bei der Sonne.

Mancher braucht einen neuen Menschen und kauft nur einen neuen Rock.

Mancher büßt, was andere verbrochen haben.

Mancher denkt, er wäre der Herrgott selbst.

Mancher denkt nicht weiter als ein fettes Schwein springt.


Mancher denkt zu fischen und krebst nur.

Mancher, der nie ein Pferd beschritt, singt oft ein Reiterlied.

Mancher droht und zittert vor Furcht.

Mancher entfleucht dem Falken und wird vom Sperber gehalten.

Mancher flieht einen Bach und fällt in den Rhein.

Mancher fragt, wie es mir geh`, ging` es mir wohl, es tät` ihm weh.

Mancher geht mit Jucken ins Bad und kommt mit der Krätze wieder.

Mancher gibt mit Löffeln und nimmt mit Scheffeln*28.

Mancher greist, eh er weist.

Mancher hält haus, als müsst' er über Nacht verderben.

Mancher hat den Leuchter in der Hand und sucht ihn damit.

Mancher hat den Namen und nicht die Tat.

Mancher hat den schönsten Zaun um einen öden Garten.

Mancher hat die Einsicht, aber keine Aussicht.

Mancher hat ein so enges Gewissen, man möchte mit einem Fuder Heu hindurchfahren.

Mancher hat so ein dickes Fell, dass er kein Rückgrat braucht.

Mancher hat ein weites Gewissen wie Franziskanerärmel.

Mancher hat kein Haar am Kopf und kriegt doch einen tüchtigen Zopf.

Mancher hat mehr in der Aschen als ein anderer in der Taschen.

Mancher hat mehr Salz in der Fremde gegessen als daheim und ist doch ungesalzen wieder heimgekommen.

Mancher hat so ein dickes Fell, dass er kein Rückgrat braucht.

Mancher heischt Schläge wie ein Pferd Futter.

Mancher hütet sich vor dem Schwert und kommt an den Galgen.

Mancher ist ein Mann, der's kann, doch sieht man ihm nicht an, dass er's kann.

Mancher ist fröhlich und sein Herz erfährt`s nicht.

Mancher ist hochgeboren und nicht hocherkoren, mancher hocherkoren und niedergeboren.

Mancher ist reich an Geld und arm im Beutel – bei seiner Frau.

Mancher kann den rechten Punkt zwischen zu früh und zu spät nicht treffen.

Mancher kann wohl kochen, aber nicht anrichten.

Mancher kehrt vor des Nachbars Tür und lässt den Schmutz vor der eigenen liegen.

Mancher küsst einen auf den Backen und schlägt ihn mit der Faust in den Nacken.

Mancher lässt seine Narrenschuhe mit Eisen beschlagen.

Mancher legt aus Furcht des Brandes sein ganzes Vermögen an nasse Ware.

Mancherlei Vögel, mancherlei Sang.

Mancher Leute Hoffnung fällt in Brunnen.

Mancher liest in der Bibel und lebt doch sehr übel.


Mancher lög` einen ganzen Tag und ständ` auf einem Bein dazu.

Mancher möchte gern noch schlechter sehen, als er sieht.

Mancher muss entgelten, was er nie genossen hat.

Mancher rauft den toten Löwen beim Bart, der ihn lebend nicht ansehen durfte.

Mancher reist krätzig ins Bad und kommt räudig wieder heim.

Mancher schießt ins Blaue und trifft ins Schwarze.

Mancher schläft den Hasenschlaf (mit offenen Augen).

Mancher schläft mit offnen Augen wie der Hase.

Mancher Schüler übertrifft den Meister.

Mancher sieht mit einem Auge mehr als ein anderer mit zweien.

Mancher söffe das ganze Meer, wenn nur nicht Wenn und Aber wär'.

Mancher Spieler verliert in einer Stunde, was er in seinem Leben nicht wieder gewinnt.

Mancher springt über einen Besen und fällt über einen Hundedreck.

Mancher Stein wird nach einer Kuh geworfen, der schätzbarer ist als die Kuh.

Mancher sucht einen Pfennig und verbrennt ein Dreierlicht.

Mancher sucht Honig und findet Galle.

Mancher träumt so lange vom Glück, bis er es schließlich verschläft.


Mancher trifft's wie die Buhler, die zielen ins Weiße und treffen ins Schwarze.

Mancher verbösert und glaubt, er verbessert.

Mancher verdaut den Hafen*14, ein andrer kaum das Mus.

Mancher verdirbt, eh er stirbt.

Mancher vergisst nur deshalb seine Pflichten, weil er stets an seine Rechte denkt.

Mancher vermeint, dass der Verstand in seinem Kopf ebenso wie die Reichstaler*32 in seinem Kasten, eingehämmert sind.

Mancher verspricht ein lebendiges Ross und bringt kaum ein wächsernes.

Mancher von Frauen übel red`t, der doch nicht weiß, was seine Mutter tät.

Mancher wäre jung genug, wenn er nicht so ein alt Gesicht hätte.

Mancher will fliegen, ehe er Federn hat.

Mancher will Meister sein und ist kein Lehrjunge gewesen.

Mancher zieht eine Schlange auf im Busen die ihn selbst hernach sticht.

Mancher zielt weiter, als er trifft.

Manche sind so naseweis, dass sie sich einbilden, sie haben bei einer Cumanischen Sibylla geschlafen.
(Sibylla war in der Antike ein Name von weissagenden Frauen. Die Sibylle von Cumae soll im 6. Jahrhundert v. Chr. die Priesterin des Orakels von Cumae gewesen sein. Cumae liegt in der Region Kampanien nordwestlich von Neapel. Die angebliche Höhle der Sibylla von Cumae kann heute noch besichtigt werden.)

Manches ist (wird) besser gepfiffen, als gesagt.

Manche spreizt sich wie eine Kirmesgans.

Manches Schweigen ist eine beredte Antwort.

Manch gute Kuh hat ein übel Kalb.

Manch Spiel ist der Sehenden, manches der Blinden.

Man darf dem Gerber das Leder nicht stehlen, um den Armen Schuhe daraus zu machen.

Man darf dem Unglück keine Boten senden.

Man darf den Kindern nicht zum Pfleger geben, der ihres Vaters Todfeind war.

Man darf den Teufel nicht zu Gevatter bitten.

Man darf die Eier nicht wannen, man isst sie wohl mit dem Staube.
(Damit ist gemeint, man darf die Eier nicht abwaschen = wannen. Da man die Schalen der Eier nicht mitisst, braucht man sie vor dem Kochen nicht abwaschen, sie können mit dem Schmutz auf den Tisch kommen. Weil man nur das Innere isst, hätte der Schmutz auf der Schale keinen Einfluss auf das Ei selbst. Dieses Sprichwort weist schon vor 1600 auf die Sparsamkeit hin, wenn auch mit anderen Schwerpunkten als heute. Andere lassen das „wannen“ wohl nicht aus Sparsamkeit, sondern auch aus anderen Gründen.)

Man darf ein X hinter sein O setzen.

Man darf ihn heut um keine Tochter bitten.

Man (be)darf keiner Juden mehr, es sind andere, die wuchern können.
(Juden und Wucherer waren im früheren Sprachgebrauch des Volks fast gleichbedeutend. Juden wurden von der christlichen Obrigkeit in der guten alten Zeit förmlich zu Wucherern gemacht, als welche sie später verrufen sind. Die Juden waren rechtlos; sie genossen bloß Schutzrechte seitens des Kaisers, die sie sehr teuer bezahlen mussten. Dadurch sind sie die Melkkühe des Reichs geworden. Um ihnen möglichst viel auspressen zu können, mussten sie erst viel besitzen. Um den Judenschutz recht einträglich zu machen, verlieh man ihnen die besondere Rechte, wie Faustpfänder und Zinsen nehmen. Rechte, die Christen verboten waren. So wurden Wucherer und Jude gleichbedeutend. Als später auch Christen Pfandleiher wurden, hießen sie zum Unterschied „getaufter Juden“. Schon vor dem 15. Jahrhundert, aus dem dieses Sprichwort stammt, waren es christliche Wucherer, die sich auf Kosten anderer bereicherten. Heute wird man meist ganz unchristlich von christlichen oder anderen Wucherern um sein Geld gebracht. Wie die Sprichwörter von früher sind die falschen Vorurteile aber geblieben.)

Man darf niemand aus seiner Gewähr weisen, als von Gerichtes halben.

Man darf nur anderen die Wahrheit sagen, wenn man sie selber ertragen kann.

Man darf seinem Heu Stroh sagen.

Man diene, wie man wolle, so ist Undank der Lohn.

Man disputiert mehr über die Schale als über den Kern.

Man ehrt den Baum des Schattens wegen.

Man empfängt die Gäste freundlich mit Mund und Hand und mit Herzen, wie Gott wohl weiß.

Man empfängt die Leute nach ihrem Kleide und entlässt sich nach ihrem Verstand.

Man entgeht wohl der Strafe, aber nicht dem Gewissen.

Man erbt niederwärts und nicht aufwärts.
(Altes Rechtssprichwort das bedeutet, die Nachkommen erben vorrangig vor allen anderen.)

Man fährt mit Lügen durch das Land, aber hernach lohnt sie mit Schand.

Man fange keine Neuerung an, weil selten Neues gutgetan.

Man fängt auch wohl den gescheiten Fuchs.

Man fängt keinen Fuchs außer im Fuchsbalge.

Man fängt nicht zwei Tauben mit einer Bohne.

Man fasst das Pferd beim Zaum, den Mann beim Wort.

Man findet keine Herrschaft vollkommen.

Man findet keine Rosen ohne Dornen.

Man findet manchen Esel, der nie Säcke trug.

Man findet manchen Esel mit zwei Beinen.

Man findet manchen Tropf, der nie nach Aachen kam.

Man findet mehr Fuchs- als Eselsfelle.

Man findet mehr Schüler als Meister.

Man findet Soldaten, die sich rühmen, wie sie Berge zerhauen und eiserne Wagen fressen wollen und die doch, wenn es zur Tat kommt, keine reinen Hosen behalten können.

Man findet so leicht einen alten Toren, als einen jungen.

Man fragt die Kinder groß nicht, was sie klein getragen haben.

Man fragt nicht, was hast du verschlemmt, sondern was hast du?

Man füllt leichter den Bauch als die Augen.

Man fürchtet nur die Schweigenden.


Man geht niemals in den Stall, man findet einen Groschen darin.

Man geht so lang um den Brei, bis er kalt wird.

Mangelt die Gunst, so brauch deine Kunst.

Man gibt den Hunden nicht so viel, als sie heischen mit des Schweifes Spiel.

Man gibt keine Klage auf Andermanns Gut.

Man gibt keinem Mäher den Lohn, er hab' ihn denn verdient.

Man gibt nicht viel Goldes um ein Ei.

Man gibt oft einem ein Kind, wär's eine Gans, es wär' keine Feder dran.

Man gießt den Wein nicht in die Schuhe.

Man glaubt an keinen Heiligen, er zeichne denn.

Man glaubt an keinen sch–den Heiligen.

Man glaubt eher das Schlechte als das Gute.

Man grüßt oft den Zaun des Gartens willen.

Man hält einen Hund in Ehren seines Herrn wegen.

Man hängt keinen Dieb, eh man ihn hat.

Man hängt keinen zweimal.

Man hat allemal mehr Jahre und Sünden, als man bekennt.

Man hat sich eher verred't als verschwiegen.

Man hat sich so leicht verred't als vertan.

Man heißt keine Kuh bunt, sie habe denn einen Flecken.

Man henkt keinen Dieb wider seinen Willen.

Man hofft, solange man lebt.

Man höre auch den anderen Teil.

Man hört an den Worten wohl, was Kaufmannschaft er treibt.

Man hört gar bald, wenn einer ein Schwab oder ein Bayer ist.

Man isst nicht Brot zu Käse, sondern Käse zu Brot.

Man isst so lange weißes Brot, bis man nach schwarzem verlangt.

Man isst, um zu leben, und lebt nicht, um zu essen.

Man ist nie weniger allein, denn allein.

Man ist so alt, wie man sich fühlt.
Ein Mann ist so alt, als er sich fühlt, und ein Weib so alt, als sie aussieht.
Man ist so jung, wie man sich fühlt.

Man jagt die Katze zu spät vom Speck, wenn er gefressen ist.

Man kann alles, was man will.
(Ein Sprichwort, mit dem man gern anderen deren Unvermögen oder Versagen als persönliche Schuld unterstellen will. Es gilt aber nur für diejenigen, die etwas schaffen, ihre Ziele erreichen oder gewinnen, für keinen anderen. Wenn mehrere ein Spiel spielen, bei dem nur einer gewinnen kann, wollen denn die anderen etwa nicht gewinnen und warum spielen die überhaupt mit? Die anderen nehmen einfach ein anderes Sprichwort: Wer nicht kann, wie er will, muss wollen, wie er kann.)

Man kann arbeiten wie ein Ackergaul, für Zuschauer ist man immer zu faul.

Man kann auch bisweilen neue Löffel aus altem Holze machen.

Man kann auch mit müden Beinen noch weit gehen.

Man kann auch wohl Prälaten sehn, die nicht in saubern Schuhen stehn.

Man kann auf keinem Kissen in den Himmel rutschen.

Man kann aus jedem Buche etwas lernen.


Man kann Bären und Bauern zähmen, warum nicht auch böse Buben?

Man kann davon so wenig sehen als Füße an einer Schlange.

Man kann dem Alter vorlaufen, aber nicht vorraten.


Man kann den Rhein wohl schwellen, aber nicht stellen.

Man kann den Schornstein nicht fegen, ohne sich die Hände schwarz zu machen.

Man kann den Wind nicht lenken, aber die Segel anpassen.


Man kann der Hacke bald einen Stiel finden.

Man kann des Guten nicht zu viel tun, sagte jene Frau, da ertränkte sie sich im Weihkessel.

Man kann die Fackel umkehren, die Flamme schlägt doch empor.

Man kann die Natur nicht ändern.

Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selbst.

Man kann dies nicht auf einer Armbrust daherschießen.

Man kann die Wahrheit drücken, aber nicht erdrücken.

Man kann durch eine Wand sehen, wenn ein Loch darin ist.

Man kann einem Esel wohl den Schwanz verbergen, aber die Ohren lässt er vorgucken.

Man kann einem Geizigen nicht mehr Unglück wünschen, denn dass er lange lebe.

Man kann einer Laus nicht mehr nehmen als das Leben.

Man kann fragen, es ist deutsch bis Welschland*33.

Man kann gedenken, dass kranken Leuten nicht wohl ist.

Man kann gegen Wellen ankämpfen oder sich von ihnen in die Zukunft tragen lassen.

Man kann Gott belügen, aber nicht betrügen.

Man kann kein Feuer so tief auf dem Boden machen, der Rauch schlägt in die Höhe.

Man kann lange fluchen, ehe man ein Vaterunser zuwege bringt.

Man kann lange gähnen, ehe einem eine gebratene Taube ins Maul fliegt.

Man kann lange sprechen, ohne etwas zu sagen.


Man kann nicht alle krummen Hölzer gerade machen.

Man kann nicht alle Krümmen schlicht machen.

Man kann nicht allen Leuten ins Herz sehen.
(Das bedeutet, man kann nicht wissen, ob man ihnen trauen kann.)

Man kann nicht alle Schäden mit einem Pflaster heilen.

Man kann nicht alles haben.

Man kann nicht allzeit mit eignen Ochsen pflügen.

Man kann nicht auf einmal aller Kinder Gevatter werden.

Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.
Mit Einem Arsch kann man nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.

Man kann nicht aus sich selbst heraus.

Man kann nicht immer auf Rosen gehen.

Man kann nicht jede Gefahr vermeiden.

Man kann nicht länger Frieden halten, als der Nachbar will.


Man kann nicht miteinander reiten und reden.

Man kann nicht umsonst Narr sein.

Man kann nicht zumal singen und schlingen.

Man kann nicht zwei Mus in einem Hafen*14 kochen.

Man kann niemand helfen, den Karren ziehen, der nicht mitzieht.

Man kann sich an einem Hund versündigen.

Man kann sich doch kein Geld aus den Rippen schneiden.

Man kann sich selbst keine Bäume pflanzen.

Man kann viel hören, eh ein Ohr abfällt.

Man kann von keinem Schiff urteilen, solange es nicht in die See gelaufen.

Man kann, was man will.
(Ein altes Sprichwort, das nicht stimmen kann, denn oft kann man eben nicht alles, was man will. Ein anderes, welches dann zutrifft, ist: Wer nicht kann, wie er will, muss wollen, wie er kann.)

Man kann wohl einem das Amt, nicht aber den Verstand dazu geben.

Man kann wohl einem ehrlichen Mann auf den Schuh treten, man muss aber nicht mit dem ganzen Leibe auf ihn fallen.

Man kann wohl lesen, was man gewesen, aber nicht schreiben, was man wird bleiben.

Man kauft den Ochsen nicht teurer, weil er bunt ist.

Man kauft den Wein nicht nach dem Ansehen.

Man kauft den Wein nicht nach der Gestalt des Fasses.

Man kennt allererst recht den wert von dem Taler, wenn man ihn von anderen leihen muss.

Man kennt den Wolf am Gang,
die Glock am Klang,
den Franziskaner am Strang,
den Bauer an der Gabel,
den Advokaten am Schnabel.

Man klopft immer zu früh an, wenn man Geld einfordert.

Man klopft so lang an den Reifen, bis dem Fass der Boden ausspringt.

Man kocht noch am Brei.

Man kommt zum Unglück allzeit früh genug.

Man könnt eher einen Stein schmeidig, denn ein bös Herz gut machen.

Man könnt' es den Leuten nicht recht tun, wenn man sich die Nas abbisse.

Man könnt' ihr auf dem Fleisch eine Laus knicken.

Man kreucht so hoch, als man fleucht.

Man küsst das Kind oft um der Mutter willen.

Man ladet den Esel nicht nach Hofe, er soll denn Säcke tragen.

Man lasse dem Hunde den Knochen, so bleibt man ungebissen.

Man lässt sich lieber vom Wolf fressen als von Schafen, so tut einem das kiefen nicht so wehe.
Es fress mich lieber ein Wolf, denn ein Schaf, tut einem das kiefen nicht wehe.
(Aus dem Altdeutschen: kiefen = nagen, mühsam kauen oder keifen, zanken;.Kiefen, Kieferbsen = grüne Erbsen in Schoten; Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird.)

Man läutet die Messe so lange ein, bis sie kommt.

Man legt die jüngsten Kinder insgemein zuerst zu Bett, sagte eine Tochter, als sie ihre ältere Schwester auf den Ofen setzte. (vor ihr verheiratet wurde)
(Früher mussten die älteren Schwestern vor den jüngeren verheiratet werden.Das Sprichwort ist die Beschwerde einer jüngeren Schwester, die wegen der älteren warten musste.)

Man lehnt sich selten an eine schwache Mauer.

Man leidet den Rauch des Feuers wegen.

Man lernt eher eine Sprache in der Küche als in der Schule.

Man lernt mehr mit den Ohren als mit den Augen.

Man lernt nicht schwimmen, bis einem das Wasser ins Maul läuft.

Man lernt nie aus.

Man lernt, solange man lebt.

Man liebt den Verrat, nicht den Verräter.

Man liebt jetzt mehr die gekreuzigten Taler*32, als den gekreuzigten Christus.

Man liest keine Feigen von Dornhecken.

Man macht kein Schloss für fromme Leute.

Man mag den Alten wohl vorlaufen, aber nicht vorraten.

Man mag den Raben waschen, wie man will, er bleibt doch schwarz.

Man mag wohl bisweilen ein Ei legen, aber nicht darüber brüten.

Man mästet das Schwein nicht um des Schweines willen.

Man meint, er sei schellig worden.
(schellig = alte Bezeichnung aus dem Altdeutschen. Für Menschen: psychisch verwirrt, verrückt geistesgestört oder in der Bedeutung für fliehen, flüchtig. Bei Tieren: wild, toll, ein wildes, tolles Tier, das gefährlich ist und schaden verursacht.)

Man meint oft, der Himmel hängt voll Geigen; sieht man recht zu, so sind es kaum Nussschalen.

Man merkt's von Weitem, dass der Winter kalt ist.

Man mummelt so lange von einem Ding, bis es geschieht.

Man muss allemal den Zaun in der Hand halten und die Gelegenheit, wenn sie sich ereignet, zuzäunen.

Man muss alles wissen, aber nicht alles zu Bolzen drehen.

Man muss andere nach seiner eigenen Elle abmessen.

Man muss arbeiten in der Jugend, damit man zu zehren hat im Alter.

Man muss aus der Not eine Tugend machen.

Man muss Bäckerskindern keine Stuten geben.

Man muss Beelzebub mit Beelzebub vertreiben.

Man muss beide Teile hören, eh man urteilt.

Man muss beschert für bedacht nehmen.

Man muss bisweilen durch die Finger sehen.
(Wer durch die Finger sieht, sieht nicht so genau hin und drückt ein Auge zu. Er rügt nicht jede Kleinigkeit und beachtet großmütig kleine Fehler nicht und sieht darüber hinweg.)

Man muss bisweilen fünf gerade sein lassen.

Man muss das Beste hoffen, das Schlimme kommt von selbst.

Man muss das Beste hoffen und das Böse gewarten.

Man muss das Ding da anfassen, wo man's halten kann.

Man muss das Eine tun und das Andre nicht lassen.
(Das bedeutet, man darf nicht zwei unterschiedliche Pflichten gegeneinander abwägen oder ausspielen. Man muss allem sein Recht lassen und tun und keines lassen. Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 23, 23: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehntet Minze, Dill und Kümmel und lasset dahinten das Wichtigste im Gesetz, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Dies sollte man tun und jenes nicht lassen.“)

Man muss das ein und andre sagen.

Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Man soll das Eisen schmieden, weil es heiß ist.
Wenn das Eisen heiß ist (glüht), soll man schmieden.
(Das bedeutet, man sollte schnell handeln, eine sich bietende Gelegenheit nutzen, bevor sie vorbei ist und es zu spät sein könnte. Das Sprichwort ist in vielen anderen Ländern ebenfalls bekannt. Nach verschiedenen unbewiesenen Quellen soll es auf Terenz, Ovid oder andere zurückgehen. Als deutsches Sprichwort (der 3. Spruch) steht es schon im 17. Jahrhundert im Sprichwörterbuch „Florilegium Politicum. Politischer Blumengarten“ von Christophorum Lehmann aus dem Jahr 1630 auf Seite 258, Nr.8 im Kapitel Gelegenheit.)

Man muss das Geld von den Leuten nehmen, von Bäumen kann man's nicht schütteln.

Man muss das Glück unterwegs suchen, nicht am Ziel, da ist die Reise zu Ende.

Man muss das Pferd nicht auf den Esel setzen.

Man muss das Pferd und nicht den Reiter zäumen.

Man muss das Schamhütlein ablegen, wenn man zu etwas kommen will.

Man muss das Spiel verstehen!

Man muss dem Alter hausen.

Man muss dem Gelde gebieten, nicht gehorchen.

Man muss dem Glück ein Pförtchen öffnen.

Man muss dem Hobel nicht zu viel Eisen geben.

Man muss dem Hund, der Asche leckt, nicht das Mehl anvertrauen.

Man muss dem Hund nicht so oft Brot geben, als er mit dem Schwanze wedelt.

Man muss dem Kind den rechten Namen geben.
Man muss dem Kind einen Namen geben.

Man muss dem Mund nur was bieten.

Man muss dem Nachbar keinen Brand ins Haus legen, man zündet sonst sein eigenes an.

Man muss dem Taschenspieler auf die Hand lugen, nicht auf die Augen.

Man muss dem Teufel auf den Schwanz treten.

Man muss dem Teufel ein Kerzchen aufstecken.

Man muss den Beutel nicht weiter auftun, als er ist.
Tu den Beutel nicht weiter auf, als er geschlitzt ist.

Man muss den Bissen nach dem Maule abmessen.
Man muss den Bissen nicht größer machen als das Maul.

Man muss den Bock nicht zum Gärtner machen.


Man muss den Brei nicht weiter treten, als er von selbst fließt.


Man muss den Bogen nicht überspannen und den Esel nicht überladen.
Man soll den Bogen nicht überspannen, noch den Esel übergürten.

Man muss den bösen Gewohnheiten die Füße brechen.

Man muss den Flachs nicht loben, man hab` ihn denn am Kloben.

Man muss den Honig so aus dem Korbe nehmen, dass den Bienen auch was bleibt.

Man muss den Immen die Waben nehmen.

Man muss den Sack verbinden, eh er voll ist.

Man muss den Sack vom Sack läppen.

Man muss den Schemel brauchen, wo keine Bank ist.

Man muss den Schmer der Katze nicht abkaufen.
(Schmer = aus dem mittelhochdeutschem, Fett, Bauchfett (bes. beim Schwein).)

Man muss den Schrägen nach dem Markte richten.

Man muss den Vogel erst im Käfig haben, eh man ihn singen lehrt.

Man muss den Vögeln richten, wenn sie im Striche sind.

Man muss den Willen für das Werk nehmen.

Man muss den Wolf erst fangen (haben), ehe man ihm das Fell abzieht.

Man muss der Kalbzeit ihr Recht lassen.

Man muss der Sau keine Perlen anhängen.

Man muss der Zeit ihr Recht tun.

Man muss der Zeit nicht vorgreifen.

Man muss der Ziege keinen Schleier ummachen, noch den Affen in Purpur kleiden.

Man muss die Angel einwerfen und die Fische herausziehen.

Man muss Diebe mit Dieben fangen. Man muss den Teufel mit Beelzebub austreiben.
(2. Teil nach der Bibel, Neues Testament, das Evangelium nach Matthäus 12, 24)

Man muss die Dinge nehmen, wie sie sind.

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen, und das Wetter nehmen, wie es ist.

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen.

Man muss die Gelegenheit am Stirnhaar fassen.
Man muss die Gelegenheit beim Schopf ergreifen.

Man muss die Gunst für die Gabe nehmen.

Man muss die Haut nicht eher feilbieten, als bis man den Bären hat.

Man muss die Henne rupfen, ohne dass sie schreit.

Man muss die Kirschen erst reif werden lassen.

Man muss die Leute reden lassen, Fische (Gänse) können's nicht.

Man muss die Menschen so nehmen, wie sie sind, und nicht, wie sie sein müssten.

Man muss die Morgensuppe nicht zu groß machen, dass man abends auch was hat.

Man muss die Rose auf dem Stiel nicht verwelken lassen.
(Das Sprichwort rät den Eltern von Töchtern, mit der Verheiratung ihrer Töchter nicht zu lange zu warten, bevor sie zu alt werden und keiner sie mehr will.)

Man muss die Sache angreifen, wo man sie fassen kann.

Man muss die Schnur nicht zu weit richten.

Man muss die Worte nicht auf die Goldwaage legen.

Man muss die Wurst nach der Speckseite werfen.

Man muss die Zeit nehmen, wie sie kommt, sagte jener und ging um Weihnachten in die Haselnüsse.

Man muss eher einnehmen, als man anschreibt, und eher anschreiben, als man ausgibt.

Man muss ein Aas legen, so man fangen will.

Man muss einem bösen Hund ein Stück Brot ins Maul werfen.

Man muss ein König oder ein Narr geboren werden.

Man muss eins ins andre rechnen.

Man muss erst seine Brache düngen, eh' man dem Nachbar Dünger verkauft.

Man muss es ins Narrenbuch zu Stockach schreiben.

Man muss es nehmen, weil's der Löffel gibt.

Man muss es nehmen, wie es kommt.

Man muss Frieden machen, solange man noch kämpfen kann.

Man muss früh aufstehen, wenn man früh fertig werden will.

Man muss Füchse mit Füchsen fangen.

Man muss Fuchs und Hase sein, Weiß und Schwarz können.

Man muss gute Miene zum bösen Spiel machen.
(Wenn mit einer Sache unzufrieden ist, aber es nicht merken lassen will, täuscht man äußerlich Zufriedenheit vor. Man verbirgt seinen Ärger, Besorgnis oder Kummer hinter einer heitern Äußeren.)

Man muss Haare scheren, wo sie sind.

Man muss Heu machen, weil die Sonne scheint.

Man muss hinten und vorn Augen haben.

Man muss hören und nicht hören.

Man muss ihm den Brotkorb höher hängen.

Man muss immer weiter denken, als man kommt.

Man muss in alle Sättel gerecht sein.

Man muss insgemein, was man in der Jugend mit kleinem Gelde geborgt, im Alter mit Banktalern*32 bezahlen, und was man mit Freuden auf das Kerbholz gesetzt, mit Schmerzen wieder ausschneiden.

Man muss jedem lassen, nachdem er Adern hat.

Man muss kaufen, wann (weil) Markt ist.

Man muss keine Katze im Sack kaufen.

Man muss keinem Narren eine unfertige Arbeit zeigen.

Man muss lange wetzen, ehe man einen hölzernen Hammer scharf macht.

Man muss leben, wie man kann, nicht wie man will.

Man muss manch ästigen Block ungespalten lassen.

Man muss mit den Pferden pflügen, die man hat.

Man muss mit einem Löffel nicht zwei Suppen zugleich verkosten.

Man muss mit fremden Sachen behutsamer umgehen als mit seinen eigenen.

Man muss mit Gott in die Hände speien und anfangen.

Man muss mit ihm umgehen wie mit einem weichen Ei.

Man muss mit Pfaffen nicht anfangen oder sie totschlagen.

Man muss nicht alle Berge ebnen wollen.

Man muss nicht allen, doch guten Leuten gefallen.

Man muss nicht alle Pfeile zumal verschießen.

Man muss nicht alles dem Zufall überlassen.

Man muss nicht alles zu Bolzen drehen.

Man muss nicht dem Nachbar das Korn abschneiden.

Man muss nicht der Katze den Braten (die Milch) anvertrauen.

(Gleiche Bedeutung wie den Bock zum Gärtner machen, man ist vorhersehbar selber schuld am Verlust.)

Man muss nicht einem jedem sagen, wo der Fuchs Eier legt.


Man muss nicht jeden Schmerz zum Doktor tragen.


Man muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.


Man muss (soll) nicht jeglichem Geiste (allen Geistern) glauben.

Man muss nicht mehr schlachten, als man salzen kann.

Man muss nicht mit der großen Kelle anrichten.

Man muss nicht mit jedem Brüderschaft trinken.

Man muss nicht mit sechsen fahren, wenn man nur Futter für zweie hat.

Man muss nicht nach jeder Mücke schlagen.

Man muss nicht nur die Hände, auch die Kehle schmieren.

Man muss nichts Altes abgehen und nichts Neues aufkommen lassen, sagt der Philister.

Man muss nichts riskieren, wo nichts zu gewinnen ist.

Man muss nichts verreden als das Nasabbeißen.

Man muss nicht Übel ärger machen.

Man muss nicht über des Nachbars Dach spotten, wenn das eigene Löcher hat.

Man muss nicht unter dem Schnee mähen.
Schneide nicht unter dem Schnee.
(Das bedeutet, von einer fernen Zukunft kann man nicht als etwas wirklich Sicheres ausgehen. Sie kann noch so wahrscheinlich sein, oft kommt es doch ganz anders. Wer 1980 etwas von der deutschen Wiedervereinigung, Computern oder Internet erzählt hätte, den hätte man für einen weltfremden Fantasten und Träumer gehalten. Die heutige Wirklichkeit nach 2010 war selbst vor wenigen Jahrzehnten für keinen absehbar, wie soll man dann die Dinge in 20 oder 30 Jahren vorhersagen wollen?? Zum Beispiel für 2050, was allenthalben immer gern getan wird?)

Man muss nicht vor der Zeit urteilen.

Man muss nicht zwei Hasen zugleich jagen.


Man muss oft die Jagd abblasen, ob man gleich nichts gefangen hat.

Man muss oft dulden, was man nicht will, um zu bekommen, was man will.

Man muss Pilato mit dem Kaiser dräuen.

Man muss rückwärts gehn, um recht zu springen.

Man muss sammeln, weil Ernte ist.

Man muss scheren, wo Wolle ist.

Man muss schmieden, weil das Eisen glüht.

Man muss schneiden, wann Ernte ist.

Man muss Schuhe suchen, die den Füßen gerecht sind.

Man muss sehen und nicht sehen.

Man muss seine Haut so teuer als möglich verkaufen.

Man muss seinen Verdruss nicht merken lassen.

Man muss sich früh auf den Weg machen, wenn man früh ankommen will.

Man muss sich mit Brot behelfen, bis man Fleisch bekommt.

Ein jeder (Man) strecke sich nach der Decke.
Man (Ein jeder) muss sich strecken nach der Decken.
Man muss sich nach der Decke strecken, sonst kommt man mit den Füßen aufs Stroh.
Strecke Dich nach der Decke.
Wer sich nicht nach der Decke streckt, dem bleiben die Füße unbedeckt.
(Das bedeutet, man soll nach seinen Verhältnissen leben und nur das Geld ausgeben, welches man vorher verdient hat. Lebt man über seine Verhältnisse und gibt mehr aus, hat man später für das Nötigste nichts mehr und muss hungern, verliert seine Wohnung oder Schlimmeres.
Karl Friedrich Wilhelm Wander hat sich im Sprichwörter Lexikon mit diesem Sprichwort weit über die Decke hinaus gestreckt. Dieses eine Sprichwort hat je nach Zeit und Ort verschiedene Variationen erhalten und ist in etlichen regionalen Mundarten und Dialekten verbreitet. Wander hat sie als über 30 verschiedene Sprichwörter, mal mit, mal ohne oder teilweise falschen Quellen oder geändertem Text im Sprichwörter Lexikon aufgeführt: Stichwort Decke Nr. 1, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 14, 19, 20, *24, 29, 30, 31; Fuss Nr. 76, 77, 81; Jeder Nr. 83; Schatz Nr. 11; Strecken Nr. 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, *15)

Man muss sich nach der Zeit richten, die Zeit richtet sich nicht nach uns.

Man muss sich nicht Äpfel für Zitronen verkaufen lassen.

Man muss sich nicht in die Karte sehen lassen.

Man muss sich nicht tiefer hineinlassen, als man Grund hat.

Man müsste viele Schlösser haben, wenn man allen bösen Menschen den Mund zuschließen wollte.
Man müsste viel Schlösser haben, wenn man allen Leuten den Mund zuschließen wollte.

Man muss tun, wie man kann und nicht, wie man mag.

Man muss über Nacht kein Messer auf dem Tisch liegen lassen, sonst kann man nicht schlafen.


Man muss um eines Baumes willen nicht den ganzen Wald ausrotten.

Man muss unreines Wasser nicht eher weggießen, bis man reines hat.

Man muss viel hören, ehe ein Ohr abfällt.

Man muss von der Pike auf gedient haben.
(Bei den Landsknechten im Mittelalter war die einfachste Waffe der gewöhnlichen Soldaten eine einfache Pike an einem langen Stock, einer Lanze oder Speer vergleichbar.. Erst nachdem einer sich bewährt hatte und im Rang befördert wurde, erhielt er weitere oder bessere Waffen. Daher das Sprichwort, das einer von der Pike auf alles gelernt hat, beim Lehrling angefangen bis möglicherweise zum Direktor, wie früher ein Soldat General werden konnte.)

Man muss vor sich sehen und hinter sich gehn wie die Seiler.

Man muss weiter sehen, als die Nase reicht.

Man muss zuvor eine Grube machen, wenn man den Wolf fangen will.