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Deutsche Sprichwörter
Über 17.000 deutsche Sprichwörter
I
Flagge von Deutschland
In allen Sprichwörtersammlungen sind auch etliche Rechtssprichwörter enthalten. Einige sind eindeutig erkennbar, anderen sieht man es nur auf den zweiten Blick an. Es sind volkstümlich gewordene Rechtsgrundsätze, die aus Landesrechten oder Gesetzen entlehnt wurden, dem Brauchtum oder Religion entstammen, allgemeine Rechtsregel oder aus Gewohnheitsrecht und Sitten entstanden sind. Nachdem 1532 die Constitutio Criminalis Carolina, auf Deutsch die „Peinliche Halsgerichtsordnung“ von Kaiser Karl V. für das ganze Reich in Kraft trat, wurden auch seine Bestimmungen in Form von Sprichwörtern im Volk bekannt. Ebenso fanden an vielen Orten regionale Besonderheiten ihren Niederschlag. Die überall verstreuten Rechtssprichwörter wurden später von einigen Rechtsgelehrten in extra Sammlungen zusammengeführt. Zum besseren Verständnis fügten einige Autoren zusätzlich mehr oder weniger ausführliche Erklärungen bei. In deutscher Sprache gehören dazu:

Thesaurus Paroemiarum Germanico-Juridicarum, Teutsch-juristischer Sprichwörterschatz von Georg Tobias Pistorius Leipzig 1716-25

Grundsätze der deutschen Rechte in Sprichwörtern, durch Anmerkungen erläutert von Johann Friedrich Eisenhart, mehrere Ausgaben zwischen 1759 und 1823

Rechtsregeln und Sprüche, herausgezogen aus des Wiguläus Xaver Alois Freiherrn von Kreittmayr Anmerkungen zu den bairischen Gesetzbüchern. München 1848.

Deutsche Rechtssprichwörter. Gesammelt und erläutert von Julius Hubert Hillebrand, Zürich 1858.

Deutsche Rechtssprichwörter, unter Mitwirkung von J.C. Bluntschli und K. Maurer gesammelt und erklärt von Eduard Graf und Mathias Dietherr. Nördlingen 1864.

Vorher gab es entsprechende Veröffentlichungen meist in Lateinischer Sprache, wie es auch heute wieder einige gibt:

Lateinische Rechtsregeln und Rechtssprichwörter, zusammengestellt, übersetzt und erläutert von Detlef Liebs. Verlag C. H. Beck München, 1982, 2007, ISBN: 978-3-406-56294-5. Lateinische Rechtsregeln mit deutscher Übersetzung und entsprechenden heutigen Paragrafen.

Die Liste ist nicht vollständig. Einige alte Bücher sind im Internet verfügbar oder als Nachdrucke wieder zu bekommen. Dazu gilt, die Rechtssprichwörter sind alt, manchmal mehrere Jahrhunderte, sie sind selbst nie Recht gewesen. Sie geben nur geltendes oder vermeintliches Recht früherer Zeiten volksnah als Sprichwort wieder. Manches kann heute noch seine Gültigkeit haben, kann aber auch ganz anders sein. Einige Rechtsnormen haben sich im Vergleich zur noch nicht lange vergangenen Vergangenheit stark geändert: Die Todesstrafe ist abgeschaft; früher wurde man für Diebstal im wert ab 5 Gulden (heute 5 €uro?) am Galgen gehengt. Ebenso hatten Frauen bis nach dem 2. Weltkrieg fast keine Rechte gegenüber den Männern (in vielen Sprichwörtern belegt und von manchen Männern zurückgewünscht). Bevor man sich auf plausible, logische und vermeintlich bekannte Rechtsauffassungen in Sprichwörtern verlässt, sollte man sich beim aktuell gültigen Recht erkundigen.

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Ich achte der Possen nicht, sagte jener Bischof, als er einen Spruch aus der Bibel hörte.

Ich bin gern ein Narr, aber der Narren Narr mag ich nicht sein.

Ich bin Herr, sagte der Mann, da saß er unterm Tische.

Ich bin in demselben Spital gewesen.

Ich bin meiner Mutter nicht an den Zehen gewachsen.

Ich bin nicht so schadenfroh, sagte Hagestolz, als ihm ein Bräutigam zurief: Freu dich mit mir, morgen heirate ich.

Ich bin's so satt, als hätt' ich's mit Löffeln gegessen.


Ich bin über die Erde erhaben, sagte der Dieb, da hing er am Galgen.


Ich bin wohl eher mit solcher Lauge gewaschen.

Ich brauche keine Hummeln in meinem Bienenkorbe.

Ich dachte, mich hätte der Affe gelaust (der Affe sollte mich lausen).

Ich denke mein Teil.

Ich denk's, sagt Faulenz, möcht er nicht ja sagen.

Ich esse, was ich mag, und leide, was ich muss.

Ich feiere keinem Heiligen, dem ich nicht gefastet.

Ich frage nach Äpfeln und du antwortest mir von Birnen.

Ich fürchte mich vor zehn nicht, wenn ich allein bin.

Ich gebe, wie ich's habe, und nehme, wie ich's kriege.

Ich geb's um ein Stück Brot.

Ich habe den Hund lieber zum Freund als zum Feind.

Ich habe den Karren umgeworfen, ich will einen Wagen wieder aufrichten.

Ich habe gesät, ein andrer mäh(e)t.

Ich hab einen Schinken bei ihm im Salze.

Ich hab ein Maul, dem geb ich zu essen, das muss reden, wie ich will.

Ich habe keinen Prophetendreck gegessen.

Ich habe kein Hemd in dieser Wasche.

Ich habe noch keine so gute Suppe gegessen, seit ich Gerichtsvogt bin.

Ich habe schon mehr Blätter rauschen hören.

Ich hab's gefunden wie Archimedes – die Magd beim Knecht.

Ich hätte mich auch gern gewärmt, konnte aber nicht zum Ofen kommen.

Ich hatte mich drauf verlassen wie der Bock auf die Hörner.

Ich hoffe noch und zweifle doch.

Ich kam nie recht denn einmal: Da warf man mich die Stiege hinab.

Ich kann mit allen Sinnen mir selber nicht entrinnen.

Ich kann mit dem Daumen nicht mehr so recht nachkommen.

Ich kann schwarz und weiß wohl unterscheiden.

Ich komme doch noch ins Dorf, sagt der Wolf.

Ich lebe, weiß nicht wie lange, ich sterbe, weiß nicht wann, ich fahre, weiß nicht wohin, mich wundert, dass ich so fröhlich bin.

Ich liebe, was fein ist,
ob's schon nicht mein ist,
ob mir's gleich nicht werden kann,
hab ich doch ein Gefallen dran.

Ich mache mir daraus so viel als aus einem Pappenstiel.

Ich mach mir's Maul nicht gern zur Tasche.

Ich meinte, es wären lauter Eichen, was die Leute reden, nun sind's kaum Linden.

Ich möchte wissen, wie der hieß, der nie von Weibern sich narren ließ.

Ich muss es haben, und sollt ich's unserm Herrgott unter den Füßen wegnehmen.

Ich nahm' ein Gerstenkorn für die Perle, sprach der Hahn.

Ich rede von Enten, und du antwortest mir von Gänsen.

Ich schämte mich einmal, da kriegt' ich nichts.

Ich schweige – der Wolf ist mir nicht fern.

Ich sehe so tief in einen Mühlstein als ein anderer.

Ich sitze wohl, sagte die Katze, da saß sie auf dem Speck.

Ich steh früh auf, ich muss helfen Mittag läuten.

Ich strafe mein Weib mit guten Worten, sagte jener Bauer, da warf er ihr die Bibel an den Hals.

Ich trinke, was klar ist, und glaube, was wahr ist.

Ich und der Esel sind zusammen die Trepp heruntergefallen.

Ich und du tragen Wasser an einer Stange.

Ich und du und Müllers Kuh!

Ich wag's Gott vermag's.

Ich wart des Glücks, hilf Gott und schick's.

Ich warte immer, bis der Geldhusten kommt.

Ich weiß wohl, was ich habe, aber nicht, was ich kriege.

Ich will den Bauern essen bis auf die Stiefel.

Ich will den Gaul gewinnen oder den Sattel verlieren.

Ich will dich schon, ist minder gut, ich hab dich schon am besten tut.

Ich will die Nase schnäuzen, damit ich es auch recht sehe.

Ich will dir auch einmal dein Wieslein wässern.

Ich will dir auch einmal einen Stein in den Garten werfen.

Ich will dir auch einmal eine Scheibe einsetzen.

Ich will dir nicht alle Heiligen hertragen.

Ich will dir's vergeben – aber nicht vergessen.

Ich will dir's vergessen, aber Jockeli, denk du daran, sagt der Schwabe.

Ich will eine Feder aufblasen.

Ich will es hinfort den Jungen befehlen.

Ich will euch das Licht halten und zusehn.

Ich will ihm eine Brille auf die Nase setzen.

Ich will keinen Hund beißen, denn ich muss meinen Zahn für den Wolf sparen, sagt der Schafhund.

Ich will's ihm in den Bart hinein sagen.

Ich wollte lieber eine Wanne voll Flöhe hüten, als die Nonnen in Frauenthal, sagte der Abt (Johannes von Wettingen).
(Der Abt Johannes von Wettingen hatte das Aufseheramt über 4 Frauenklöster, von dem er 1509 entbunden zu werden wünschte, da die Nonnen ein seiner Ansicht nach ein unchristliches Leben führten, sich nicht an seine Anordnungen hielten, sondern dauernd widersprachen (Die Worte der Nonnen wollte er nicht wiedergeben, da sie zu schlimm wären.) und sich nur nach ihren eigenem Gutdünken richteten. Das 1231 gegründete Kloster Frauenthal in der Schweiz besteht noch heute, mit einer ca. zwanzigjährigen Unterbrechung während der Reformationszeit im 16. Jahrhundert. Heute (März 2018) leben noch 10 Klosterschwestern im Kloster und seit 1957 hat das Kloster einen inzwischen selbstständig gewordenen Ableger in den USA.)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Frauenthal
www.abteifrauenthal.org/

Ich wollte lieber, es wär’ mir ein ungerechter Frieden, als ein gerechter Krieg beschieden.

Ich wollte lieber hinter sich gen Rom.
Ich wollte lieber rücklings nach Rom wallen.
(In früheren Zeiten hielten es viele christliche Menschen in allen Ländern Europas für sinnvoll, verdienstlich oder erstrebenswert, eine Wallfahrt nach Rom zum obersten Bischof der Christenheit, dem Papst, zu unternehmen.)

Ich wollte lieber ritterlich sterben, denn in Schanden Gnad erwerben.

Ich wollte, wer gern arm wäre, dass er sein Lebtag müsste arm sein.

Ihm hängt der Himmel voll Bassgeigen.

Ihr Groschen galt ehemals einen Batzen*2.

Ihr kommt noch früh genug – in des Teufels Küche.

Im alten Pelz geht die Laus auf Stelzen.

Im Alter kommt der Psalter.

Im Alter Not leiden ist das erbärmlichste auf Erden.

Im Alter will man insgemein Gott die Beine geben, woraus der Teufel in der Jugend das Mark gesogen hat.

Im Amte und zu Feld gilt, sauer säen und ernten.

Im Anfang übel geraten pflegt endlich wohl zu bestehen.

Im Anfang wohl geraten pflegt endlich übel hinauszugehen.

Im Ärger ist Wahrheit.

Im Augenblick kann sich begeben, was man nie gedacht im Leben.


Im Auskehren findet man, was im Hause gelegen.
Im Auskehren findet man, was in der Stube gestanden hat.

Im Becher ersaufen (ertrinken) mehr als im Meer.

Im Beinhaus ist keine Hirnschale von der andern zu kennen, auch kein unterschied an einem lahmen und geraden Fuß.

Im Bett ist alles wett.
(Das bedeutet, es ist wieder gut gemacht, vergessen und vergeben.)

Im Bier- und Weinhaus denk nicht ans Beinhaus.

Im Dorfe Frieden ist besser als Krieg in der Stadt.

Im Dunkeln ist gut munkeln, aber nicht gut Flöhe fangen.

Im Düstern ist gut flüstern, aber nicht gut Flöhe fangen.

Im Dustern ist gut schmustern.

Im Düstern maust die Katze am besten.

Im Ehebett ist die größte Zucht.

Im Ehestand gibt ein Jammer und Unglück dem andern die Tür in die Hand.

Im Ehestand kommt man aus dem Jammer ins Elend.

Inn Ehestand sind viel schöne Hauspostillen.

Im eignen Bett schläft sich's am besten.

Im ewigen Leben wird nächst Gott das der beste Schatz sein, viel Kinder im Himmel wissen und haben.

Im Fall der Not möcht man wohl einen Kelch vom Altar nehmen, einem Armen zu dienen.

Im Feuer wird Gold, das Herz wird in Leiden geprüft.

Im Finstern ist bös was Gutes zu mahlen.

Im Finstern ist gut mausen.

Im Finstern sind alle Kühe schwarz.

Im Fischen gilt's Mischen.

Im Frieden leben ist der beste Schatz auf Erden.

Im Garten der Selbstkritik wachsen gesunde Pflanzen.

Im Gericht gilt kein Ansehen der Person.

Im Glück sind wir alle geduldig.

Im Grab ist allen wohl gebettet.

Im Grabe liegt der Fürst nicht bequemer als ein Tagelöhner.

Im Grabe neidet man niemand.

Im großen Wasser fängt man große, im kleinen Wasser gute Fische.

Im Grunde ist jedes Unglück nur so schwer, wie man es nimmt.


Im Hause des Gehängten sprich nicht vom Strick.


Im Haus ist nur ein Knecht, nämlich der Herr.

Im Hausregiment ist die Arbeit groß, im Weltlichen größer, im Geistlichen am schwersten.

Im Haus soll man freundlich und fröhlich sein.

Im Herbst muss man (Man muss im Herbste) nicht mehr von Rosen und Tulpen träumen.

Im Holz wachsen Würmer, die es fressen.

Im Jahr läuft viel Wasser den Berg hinunter.

Im Käfig lernt der Vogel singen.

Im Kampfe muss man alles wagen, muss Hiebe geben, Hiebe ertragen.

Im kleinsten Raum pflanz einen Baum und pflege sein, er bringt dir's ein.

Im kleinsten Töpfchen ist oft die beste Salbe.

Im Kloster Ebrach liegt der Teufel und seine Mutter begraben.

Im Kriege frisst und säuft man.

Im Kriege schweigt das Recht.

Im Krieg schweigen Gesetz und Recht, es gilt Herr wie der Knecht.

Im Krieg sind alle Sach verloren, wenn da zusammen sind zwei Toren.

Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt.
In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt.

Im Krug kommen mehr um als im Krieg.

Im Lande Hessen
Gibt's große Berge und nichts zu essen,
Große Krüg und sauern Wein;
Wer möchte wohl in Hessen sein?
Wenn Schlehn und Holzäpfel nicht geraten,
So haben sie weder zu sieden noch zu braten.

Im Laufen soll man schnell sein, im Kaufen bedächtig und im Rat langsam.

Im Leben kommt alles, wie es vom Schicksal bestimmt ist.

Im Leben regiert das Glück, nicht die Weisheit.


Im Leib ohne Haupt vermögen die Glieder wenig zu tragen.

Im Lernen ist vergebener Fleiß, wo man nicht maßhält in der Speis.

Im Mai gehn Huren und Buben zur Kirche.

Im Märzen Spart man die Kerzen.

Immerdran verderbt am Ende Ross und Mann.

Immer fröhlich ist selten reich.

Immer fröhlich sein bringt Mangel.

Immer heiter, Gott hilft weiter.

Immer neu Werg an der Kunkel gibt wenig Gespinst.

Immer nur einen, dann fängst du sie alle.

Immer nur ein Haar, und der Mann wird kahl.

Immer sachte mit den jungen Pferden.

Immer sparen heißt immer darben.


Immer was Neues, aber selten was Gutes.


Im Mittel lebt man am besten.

Im Munde Bibel, im Herzen übel.

Im Raten sieh mehr auf den Schwanz als auf den Schnabel.

Im Reden sei beständig.

Im Regieren ist mehr Last als Lust, mehr Beschwer denn Ehr.

Im Regiment es glücklich geht, da Lieb regiert und Einigkeit, und jeder tut, was ihm obliegt.

Im Reich der Gecken ist die Vernunft ein Schrecken.

Im Salze liegt die Klage, so lang der Kläger taugt.

Im Salzen hab ein Maß, des Schmalzes kannst du nicht zu viel dran tun.

Im Scherz klopft man an, und im Ernst wird aufgemacht.

Im schönsten Apfel sitzt der Wurm.

Im siebenten Grade endet die Sippe.

Im Spaß gesagt, im Ernst gemeint.

Im Spiegel sieht man die Gestalt, im Wein das Herz.

Im Spiel gibt`s keine Freundschaft.

Im Spiel gilt der Narr am meisten.

Im Spiel gilt keine Brüderschaft.

Im Spiel lernt man die Leute kennen.

Im Spinweb bleiben nur Mücken und Fliegen hängen, die großen Hummeln und Wespen reißen hindurch.

Im Sterben sind wir alle Meister und alle Lehrjungen.

Im Stock*31 geht man mit beiden Beinen nicht besser als mit einem.

Im Sturm tut es jeder Hafen.

Im Tode fragt man nicht, wie lang einer gelebt habe.

Im Trüben ist gut fischen, aber auch gut entwischen.

Im Unglück ist feiern das Beste.

Im Unglück ist kein besser Arznei denn Geduld und Glaube.

Im Wasser ist gut fischen, in der Kirchen gut Predigt hören.

Im Wasser streicht eines jeden Monats Fisch, der nach dem Jahrgang gut zu essen ist.

Im Weinfass steckt viel Ehr und Freundschaft.

Im Weinbaus manchem mehr zerrinnt denn er die Woch mit Arbeit gewinnt.

Im Wein liegt (die) Wahrheit.
Im Wein ist Wahrheit.
Dieses Sprichwort wird oft in seiner lateinischen Form gebraucht: In vino veritas. Der älteste Nachweis ist aber noch älter und soll auf den griechischen Dichter Alkaios von Lesbos (um 620 v. Chr. - 580 v. Chr.) zurückgehen, auf den ein Fragment der Sprichwörtersammlung des griechischen Sophisten Zenobios (ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts) hinweist.
In der Antike bedeutete es auch, dass Wein ein Weg zu Erkenntnis und Wahrheit sein könnte. Nach Tacitus sollen die Germanen bei Ratssitzungen immer Wein trinken, weil man betrunken vermeintlich nicht lügen könnte. Nach anderen Quellen sollen im Mittelalter angeklagte betrunken gemacht worden, um schneller wahre Geständnisse zu bekommen. Alles positive Folgen, denen man aber nicht allzu sehr trauen sollte, da früher noch nicht die negativen Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums bekannt waren. Zudem ist zu viel Wahrheit auch nicht immer gern gesehen, was andere deutsche Sprichwörter bezeugen:
Wahrheit findet keine Herberge. / Wahrheit muss ins Hundeloch. / Wahrheit tut der Zunge weh. / Heuchelei bekommt`s Geld, und die Wahrheit geht betteln. / Wer die Wahrheit geigt, dem schlägt man den Fiedelbogen um den Kopf.
In einigen anderen Ländern geht's noch schlimmer:
In Albanien: Wer die Wahrheit sagt, wird geschlagen.
In Finnland: Die Wahrheit ist das erste Opfer im Krieg.
In der Slowakei: Die Wahrheit erzeugt Hass.
In der Türkei: Wer die Wahrheit sagt, muss einen Fuß im Steigbügel haben. und Wer die Wahrheit gesagt, den hat man aus neun Städten verjagt.
In Ungarn: Sag die Wahrheit, und dein Kopf wird zerbrochen.
Selbst in EU-Ländern ist die Wahrheit und die Pressefreiheit bedroht, wurden Journalisten, die Wahrheiten aufdecken wollten, ermordet und in der Türkei ins Gefängnis geworfen. In Deutschland wird „Lügenpresse“ geschimpft, oft von denen, die selbst eine wahrheitsgemäße Berichterstattung von sich behindern.

Im wilden Schein mag kein gut Herz verborgen sein.

Im Willen liegt die Schuld, nicht in der Tat.

Im Winter werden die Bäume fahl, der Stamm bleibt darum doch gesund.

Im Zorn räche dich nicht bald.

Im Zorn spricht mancher das Ärgste, das er kann.

In allen Dingen ist beschiss.

In allen Gassen hat man Betrug und Laster feil.

In allen Landen findet man zerbrochene Töpfe.

In allen Landen find man Galgen.

In allen Landen sind alte und ledige Töpfe.

In allen Landen sind hohle Fässer und Kübel.

In alten Häfen*14 kann man auch Fleisch kochen.

In alten Häusern viele Mäuse, in alten Pelzen viele Läuse.

In anderer Leut Küchen hat kein Gast zu schaffen.

In anderer Leut Stellen ist bös Füllen (Fohlen) ziehen.

In anderer Leut Töpfen ist der Speck allezeit fetter denn in dem unseren.

In andern Ländern ist auch gut wohnen.

In andern Landen isst man auch Brot.

In andrer Leute Küchen ist gut kochen lernen.

In Angst und Schmerz ein fröhlich Herz, zu aller Frist die beste Arznei ist.

In Armer Leute Mund verdirbt viel Weisheit.

In Armut erkennt man den Freund.
In Armut und Not erkennt man einen Freund.

In Bauern gehört Heu und Haferstroh.

In Bauernhäusern stinkt's nicht so übel als in Herrenhöfen.

In bösen Räten ist das Weib des Mannes Männin.

In dem Kübel findet man die Fische.

In den Augen kam man nicht viel vertragen.

In den Fasten leeren die Bauern Keller und Kasten.

In den Gärten gibt's viel Ehebrecher. Das sind, die das Obst ehe brechen, denn es Zeit ist.

In den kalten Ofen ist übel blasen.

In den Monaten ohne R soll man wenig küssen und viel trinken.

In den Zaum beißen hilft nicht.

In der Armut lernt man Freunde kennen.

In der Ehe mag kein Frieden sein, regiert darin das Mein und Dein.


In der Ehe muss jede Frau einige Dinge lernen, die sie schon kann.

In der Ehe suchen die Frauen ihr Glück, die Männer ihre Ruhe.


In der Einigkeit verliert man allen Unterschied.

In der Ernte ist zwischen Pfarrer und Bauern kein Unterschied.

In der Ernte sind die Hühner taub.
(Das bedeutet, in der Erntezeit fällt überall so viel ab, das die Hühner nicht auf eine zusätzliche Fütterung angewiesen sind und somit auch nicht auf entsprechende Rufe reagieren. Genauso ist es bei den Menschen. Wer genug von allem hat, den kann man nicht mit extra Gaben locken.)

In der Fremde ist gut wanken, aber nicht gut kranken.

In der Gefahr sieht man, was an einem war.

In der Haushaltung kam das Weib leichter eines Manns, den der Mann eins Weibs entbehren.

In der Höhe ist Raums genug.

In der Hölle gilt kein Stimmensammeln.

In der Jugend Säcke, im Alter Röcke.

In der Jugend verzagt ist im Alter verzweifelt.

In der Kirchen andächtig, am Tisch fröhlich, auf der Gassen züchtig, im Bett freundlich, zu Hofe prächtig.

In der Kreuzwoche singt man kein Alleluja.

In der Kürze liegt die Würze.

In der Liebe Spiel, schafft untreu viel.

In der Liebe versteht man einander nur, wenn man nichts zueinander sagt.
aus Schwaben

In der Mühle ist das Beste, dass die Säcke nicht reden können.

In der Mühle ist übel harfen.

In der Nacht sind alle Katzen grau.

In der Not erkennt man den Freund (seine Freunde).

In der Not frisst der Teufel Fliegen.

In der Not lernt man den waren Freund erkennen.

In der Not muss man das Schamhütchen abziehen.

In der Not sind alle Güter gemein.

In der Ruhe liegt die Kraft.

In der Scheide von Stahl steckt oft eine Klinge von Blei.


In der schlechtesten Scheide ist oft die beste Klinge.

(Auch schlechte Frauen können gute Männer bekommen.)


In der Vorburg der Hölle ist auch Rauch, aber nicht so viel als in der Hölle selbst.

In der Weiber Kram findet sich immer etwas feil.

In der Welt geht es nimmer recht, es sei denn ein des andern Knecht.

In der Welt ist kein größerer Schüler denn unser Herrgott, an dem will jedermann Meister sein, alles besser wissen, reden und machen, als er.

In der Welt ist kein größer Sünd als arm sein.

In der Welt ist nichts so gemein als falsche Worte im guten Schein.

In der Welt ist's allzeit also gegangen, dass die ärgsten haben wollen, die frömmsten sein.

In der Wut tut niemand gut.

In der Zeit der Not isst man Pastetenrinden für Brot.

In des Armen Tasche verdirbt viel Weisheit.

In des Menschen Herz sind viel Winkel und Verschläge.

Indessen das Gras wächst, verhungert der Gaul.

In Diebshäusern ist nicht leicht zu stehlen.

In die Ferne ist gut lügen.
(Heute nennt man das alternative Fakten, die mit unsozialen Netzwerken in die Welt gelangen.)

In die größten Segel fällt der meiste Wind.

In die Hand gegeben ist angenehm.

In die Hölle ist es überall gleich weit.

In die Hölle kommt man mit größrer Mühe denn in den Himmel.

In die neuen Nester legen die Hühner gern.

In die Scheuern*30 gehört Heu.

In Ehren fröhlich trink und iss, vor allen Dingen Gott nicht vergiss.

In eigenem Garten ist am besten grasen.
In eine leere Scheune kommt keine Maus.
In eigener Sache ist niemand klug.

In eigener Sache kann niemand Richter sein.


In eine große Küche gehört viel Fleisch.

In eine leere Scheune kriecht keine Maus.
Im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander steht obiges Sprichwort im 3. Band von 1873 unter Maus Nr. 138. Als Quelle gibt er die Seite 456 im Sprichwörterbuch von J. Eiselein von 1840 an.
Dort aber steht:

In lere Scheuern*30 kreucht keine Maus.
In den deutschen Sprichwörtern bei Karl Simrock (1846) steht unter Nr. 6911:
In leere Scheuern*30 kommt keine Maus.
und weiter unter Nr. 8982:
In eine leere Scheuer*30 kommt keine Maus.
Im Sprichwörterbuch von Georg von Gaal (Wien 1830) steht unter Nr. 1363 auf Seite 243:
In eine leere Scheune kommt keine Maus.
Und der evangelischer Theologen und Sprichwörtersammler Friedrich Peters (Petri) meint 1605 in seiner Sprichwörtersammlung „Der Teutschen Weissheit“, falls doch eine Maus kommt, bleibt sie nicht lange:
In leere Scheunen kreucht keine Maus oder bleibt nicht lang drin.
In weiteren Quellen steht einmal Scheune, das andere Mal Scheuer, einmal kommt keine Maus, einmal kriecht sie nicht, jedes Mal etwas anders und alle meinen dasselbe Sprichwort.

In einem alten Fass liegt oft guter Wein.

In einem fremden Hause prangen hat kein Lob.

In einem geizigen Herzen ersickt der Glaube.

In einem Haus muss man mancherlei Gefäß haben.

In einem Jahr steinreich werden kann nicht sein ohne böse Ränke und Sünd.

In einem jeglichen Spiel sind mehr Zuschauer den Spieler.

In einem leeren Hause ist es gut freigebig sein.

In einem Schafskleid steckt oft ein Wolf verborgen.

In einem Schafstall kann ein Kalb König sein.

In einem vollen Kopf ist wenig Verstandes.

In einen offenen Beutel fällt kein schlimmes Urteil.

In einen Sack gehört nicht so viel als in zweien.

In einen weiten Sack geht und gehört viel.

In einer alten Scheide steckt bisweilen auch ein guter Degen.
(Das bedeutet, das auch eine ältere Frau noch einen jungen oder guten Mann abbekommen kann.)

In einer guten Ehe fügen sich Himmel und Erde zusammen.


In einer harten Schale steckt oft ein weicher Kern.

In einer leeren Tonne findet man selten ein Haufen Ameisen.

In einer vollen Seele bleibt der Heilige Geist nicht.

In eines andern Ohr ist zu schneiden wie in einen Filzhut.
In eines andern Ohr kann man schneiden wie in einen Filzhut.
In eines andern Ohr schneidet's sich, wie in einen alten Filzhut.
In fremde Ohren man schneiden tut, gleich als in einen alten Filzhut.
(Das bedeutet, sein eigenes Leid, Sorgen oder Unglück wertet man immer größer als das der anderen. Wenn andere das gleiche Unglück haben, ist es angeblich nicht so schlimm, wie das eigene bewertet wird. Einem Selbst tut das Ohr weh, wenn man hineinschneidet, des anderen ist nicht so wichtig und deswegen nur einem Filzhut vergleichbar.)

In eine Sau gehört nichts anders den Treber.

In eine schöne Monstranz gehört ein schönes Heiligtum.

In eines (des) Faulenzers Hause ist alle Tage Sonntag.

In ein gut Bauer gehört ein guter Vogel.

In ein schleckerisch Maul gehört viel.

In Flüssen ohne Fische wirft man keine Netze aus.

In fremdem (anderer Leute) Garten ist gut grasen.

In fremden Häusern soll man taub, stumm und blind sein.

In furcht isst man Kirschen mit den Herren.

In Gefahr und größter Not ist der Mittelweg der Tod.
In Gefahr und höchster Not bringt der Mittelweg den Tod.

In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf.

In geringen Dingen muss auch Gerechtigkeit gehalten werden.

In Gesellschaft muss der Dritte ein Narr sein.

In goldnen Häusern hölzern Leben.

In Gottes Gewalt hab ich’s gestellt, er hat’s gefügt, dass mir genügt.

In Gottes Hand, so steht das Ziel, er hilft durch wenig wie durch viel.

In Gottes Namen fängt alles Unglück an.

In Gottes Namen ist nicht geflucht.

In Gottes Namen schlug der Mann seine Frau tot.

In Gottes Namen, so beißt dich kein Schaf.

In grauen Haaren steckt auch ein guter Hengst.

In großen Flüssen ertrinkt man leicht.
In großen Wassern ersäuft man gern.

In großen Häusern findet man selten gute Kinder Zucht.

In großen Häusern stecken große Sorgen.

In großen Ständen ist viel Unruhe und Unlust.

In großen Stiefeln schreitet man weit.

In großen Teichen ist das beste Fischen.

In großen Wassern fängt man große Fische.
In großen Wassern fängt man große Fische, in kleinen kleine, aber gute Fischlein.

In Gut und Geld triumphiert die Welt.

In Häusern, wo Bildung herrscht und Sitte, da gehen die Frauen zuerst, die Männer folgen ihrem Schritte.

In Heiraten sol man das Vaterunser zu Hilfe nehmen.

In heißen Sommertagen geht man einmal für die Küche und zwei für den Keller.

In Herren-Herbergen zehrt man am wohlfeilsten.

In Hoffnungen berauschen sich mehr als in Wein.

In Hoffnung schweben macht süßes Leben.

In jedem Pfäfflein steckt ein Päpstlein.

In jeder Freude ist ein Tropfen Wermut.

In kalten Öfen backt man kein Brot.


In kleinem Bach ersaufen auch Leute.

In kleinen Leuten ist die meiste Tugend.

In kleinen und niedrigen Ständen sind die größte Ruhe und Fried.

In kleinen Wassern fängt man auch gute Fische.

In kleiner Haut stecken auch (große) Leute.

In kleinsten Raum, pflanz einen Baum und pflege sein, er trägt dir`s ein.

In Komplimenten ist Sparsamkeit höflich.

In Krankheit mancher viel verspricht, dass er darnach will denken nicht.

In Krankheit soll man bei treuen erfahren Ärzten Ratfragen.

In kurzem Rock springt der Sachse wie ein Bock.

In langem Haar stecken auch Fechter.

In leeren Häusern regieren Poltergeister.

In Listen ist der Einfältige neunfältig.

In Mädchen soll der Teufel wohnen, in Weibern aber Legionen.
(Vergleichbares Sprichwort in Russland: In den Mädchen steckt zwar der Teufel, aber gegen die Weiber sind sie noch Engel.)

In Marbach sind gute Gesellen.

Innerliche Feinde sind ärger und schädlicher denn die auswändigen.

Innerliches Gift ist schädlicher denn das auswändige an der Haut.

In Nöten lernt man recht die heimlichen Feinde kennen.

In Nöten sieht man den Mann.
In Nöten sieht man, wer ein Mann ist.

In Nöten spannt man an, was man hat.

In Rom ist alles um Gold feil.

In Rom kann man mit einer Zipfelmütze bis an die Hölle graben.

In Sachen redlich, bei großen Herren vorsichtig, im Felde männlich und beständig, in seinem Haus mild und ehrlich. Wer diese Dinge hält, Gott und den Menschen wohlgefällt.

In Schandau hat alle meißnische Ehr und Redlichkeit ein Ende.

In Scherz und Spiel spricht man oft die Wahrheit.

In schönem Leib Wohnt freundlich Weib.

In schönen Büchern blättert man gern.

In schöner Herberg verzapft man auch sauern Wein.


In Schurken und Narren teilt sich die Welt.

In Schwaben ist die Nonne keusch, die noch nie ein Kind gewonnen.

In solchen Wassern fängt man solche Fische.

In Strumpf gesch... und Wurst gemacht.

Interessen täglich mit aus der Schüssel essen.

In unsauberm Wasser mag man sich nicht reinwaschen.

In verbotenen Teichen fischt man gern.

In viel Worten ist viel Sünde.


In vierzig Wochen wird sich's zeigen, wie man gespielt hat auf der Geigen.

In Wein und Bier ertrinken mehr denn im Wasser.

In welchem Rechte die Mutter ist, in dem sind auch die Kinder.

In Westfalen geht man durchs Kamin ins Haus.

In wichtigen Dingen soll man nicht abenteuern.

In Worten zart, zu Werken hart.

Irrender Hirt, irrende Schafe.

Irren ist menschlich, im Irrtum verharren ist teuflisch.

Irrtum ist kein Betrug.

Iss deinen Brei und halt dein Maul.
(Jeder sollte sich nur um seine Angelegenheiten kümmern und zu anderer Leute Dinge den Mund halten.)

Iss den selbst gekochten Brei.

Iss nicht soviel, als du kannst; gib nicht soviel, als du hast, und sage nicht soviel, als du weißt.

Iss, trink, sei fröhlich hier auf Erd`; denk nur nicht, dass es besser werd!

Iss, trink und haus; mit dem Tod ist alles aus.

Iss und trink und nimm für gut, denn zeitlich verderben wehe tut.

Iss was du hast und sieh, was dir verbleibt.

Iss, was du magst, und leide, was du musst.

Iss, was gar ist, trink, was klar ist, sprich, was wahr ist.

Iss wohl, trink wohl, tu wohl, so bleibst du wohlgesund.

Ist das Bett beschritten, ist das Recht erstritten.
(Ein altes Rechtssprichwort. Es bedeutet, wenn neu verheiratete Eheleute zusammen im Bett gewesen sind, ist die Ehe rechtsgültig.)

Ist das Fass leer, gehen die Freunde quer.

Ist das Geld die Braut, so taugt die Ehe selten (et)was.


Ist das Geschäft auch noch so klein, es bringt doch mehr als Arbeit ein.

Ist das Huhn mein, so gehören mir auch die Eier.
(Als das Sprichwort vor Jahrhunderten entstand, gab es noch Leibeigene. Es bedeutet, das die Kinder der Leibeigenen ebenso Leibeigene waren.)

Ist das Leben noch so trüb, einmal scheint die Sonne lieb.

Ist das Leben schwerlich, so ist es doch natürlich.

Ist das nicht eine feine Kurzweil, sagte jener, da warf er Weib und Kind zum Haus hinaus.

Ist das Schaf fromm, man sticht ihm gleichwohl den Hals ab.

Ist das Wasser noch so still, muss der Schiffer an Sturm denken.

Ist deine Sache gut, so schreite zum Vergleiche, ist sie schlimm, so sei besonnen und weiche.

Ist der Apfel rosenrot, der Wurm ist darinnen, ist die Jungfrau hübsch und schön, sie ist von bösem Sinne.

Ist der April auch noch so gut, schneit`s dem Bauern auf den Hut.

Ist der Bauch (Magen) satt, wird das Herze froh (fröhlich).

Ist der Faden bloß, so ist er dennoch rot, so lobt man das rote Garn.

Ist der Finger beringt, so ist die Jungfrau bedingt.
(Ein altes Rechtssprichwort. Früher durften nur verheiratete und verlobte Frauen Ringe tragen. Eine unverheiratete Frau mit Ring hatte also ein Eheversprechen gegeben, das nur sehr schwer rückgängig gemacht werden konnte.)

Ist der Gast nicht lieb und wert, so setzt man ihn hinter den Feuerherd.

Ist der Hafen*14 zerbrochen, so wirft man die Scherben in den Kot.

Ist der Herr ein Schaf und die Fraau eine Schafmutter, so bekommen sie auch unflätiges, untreues und schafisches Gesinde.

Ist der Herr geizig, so sind seine Nächsten reissig.
(Wenn jemand reissig ist, ist er zum Krieg oder Streit geeignet. Reissige Knechte waren Reiter, die in Waffen geübt waren. Nur Ritter durften laut dem Landfrieden zu Frankfurt von 1389 reissige Knechte haben. Quelle: Altdeutsches historisch diplomatisches Wörterbuch aus dem 12ten bis im 16ten Jahrhundert von Anton Joseph Wallraf aus dem Jahr 1827.)

Ist der Kranke genesen, so zahlt er ungern die Spesen.

Ist der Löwe tot, so rauft ihn auch der Hase beim Bart.

Ist der Mann klein, so ist der Mut desto größer.

Ist der Mann nicht mehr verliebt, dann ist die Ehe meist getrübt.

Ist der Mann unvorsichtig und die Frau eine Törin, so geht alles den Krebsgang.


Ist der Mensch geboren, so fängt er an zu sterben.

Ist der Reichtum verloren, ist nichts verloren; ist die Gesundheit verloren, ist etwas verloren; ist die Persönlichkeit verloren, ist alles verloren.

Ist der Rock zerrissen, der Bauch hält gleichwohl Bier.

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Ist der Schimmel hinkend worden, so ist er doch auch ehe ein gutes Pferd gewesen.

Ist der Specht klein, er hängt desto fester am Baum.

Ist der Tag auch noch so lang, dennoch kommt der Abend.

Ist der Trunk im Manne, so ist der Verstand in der Kanne.

Ist der Vater ein Dieb und die Mutter eine Hure, so geraten die Kinder nicht desto besser.

Ist die Blüte abgefallen, so haut man darum den Baum nicht um.

Ist die Braut nicht reich, so hat sie doch ihr Mütterliches.

Ist die Decke über dem Kopf, so sind die Eheleute gleich reich.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet und beide zum ersten Mal ins Bett gehen, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf. Es gab nur noch ein gemeinsames Vermögen über das der Mann ganzheitlich entscheiden und verfügen konnte. Die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr früheres eigenes Gut zu verfügen.)

Ist die Gefahr vorüber, wird der Heilige ausgelacht.

Ist die Henne mein, so gehören mir auch die Eier.

Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch (über Tisch und Bänke).

Ist die Maus satt, schmeckt das Mehl bitter.

Ist die Mutter ein Hure, so ist die Tochter nicht fromm.

Ist die Weisheit löblich an einem Armen, wie viel löblicher an einem Reichen.
(Das bedeutet, mit Geld oder gar reich ist man immer besser angesehen als ärmere Menschen. Es hat sich seit Jahrhunderten nichts geändert.)

Ist die Wirtin schön, ist auch der Wein schön.

Ist die Woche wunderlich, ist der Freitag absunderlich.

Ist dir ein Glück beschert, so gaukelt es querfeldein.

Ist dir wohl, so bleib davon.

Ist dir wohl, so bleib; weist du was, so schweig; hast du was, so halt, Unglück mit seinem breitem Fuß kommt bald.

Ist eine Hölle, so muss Rom darauf gebaut sein.

Ist eine Mutter noch so arm, gibt sie doch ihrem Kinde warm.

Ist einer fromm, teile ein Erbgut mit ihm, so siehst du es.

Ist einer schwarz, so heißt er weiß.

Ist ein Weib bös oder unfromm, so hilft des Mannes schlagen oder aufsehen nichts; ist sie ehrenfromm, so Bedarfs kein Aufsehen und mit schlagen tut man ihr unrecht.
Vergebens schlägst dein Weib; ist sie bös, so hilft es nicht, ist sie gut, so tust ihr unrecht.

Ist er kein Schalk, so weiß er doch, wie's einem Schalk ums Herz ist.

Ist er tot, so isst er nimmer Brot.

Ist es einfach zu lang, so nimm's zweifach.

Ist es nicht redlich getan, muss es die Wahrheit niederschlagen.

Ist es zu lang, so schlage den Zipfel ein.

Ist etwa an einem Ort die Hölle, so steht Rom oben drauf.

Ist gleich der Bock aus dem Hause, so bleibt der Gestank doch darin.

Ist gleich der Wirt klein wie eine Maus, so ist er doch Herr in seinem Haus.

Ist im Krieg viel Rat, ist meist wenig Tat.

Ist in schönem Apfel kein Wurm, so wäre doch gern einer drin.

Ist kein Block im Wege, so fällt man über einen Span.

Ist kein Gut da, so sind die Erben ledig.
(Altes Rechtssprichwort, nach dem früher die ererbten Schulden nur mit dem Gut und Vermögen des Erblassers bezahlt werden mussten. Heute muss man die Schulden voll auch mit dem eigenen Besitz bezahlen, außer man schlägt das ganze Erbe aus.)

Ist man verirrt, wird man verwirrt.

Ist schweigen für Trauren gut, so hab ich auch einen guten Mut.

Ist's in der ersten Woche heiß, so bleibt der Winter lange weiß.

Ist's Nacht geworden, es wird wohl wieder Tag.

Ist's nicht gut gemacht, so ist's doch gut gedacht.

Ist's nicht viel, so ist's doch ichts, bewahr' dich Gott vor gar nichts.
Ist's nicht viel, so ist's doch ichts, behüt' uns Gott für gar nichts.
(ichtwas, abgekürzt ichts = veraltet für etwas)

Ist Vatermag dem Muttermag gleich, zieht Vatermag das Erbe hin.
(Altes Rechtssprichwort. Mage, Magschaft ist eine alte, bis ins 17. Jahrhundert, Bezeichnung für ein Verwandtschaftsverhältnis. Da Blutsverwandte nicht heiraten durften, wurde Kirchlich und Staatlich festgelegt, welches Verwandtschaftsverhältnis ein Ausschlusskriterium für eine Ehe ist. Alle die danach untereinander nicht heiraten durften, gehörten zur Magschaft. So waren alle dazugehörigen männlichen Verwandten erbberechtigt, wenn sie der nächste in der Erbfolge waren. Erst wenn in 4 Generationen abstand kein männlicher Erbe vorhanden war, konnten in gleicher Reihenfolge Verwandte der Mutter oder Frau erben.)