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Deutsche Sprichwörter
Über 22.000 deutsche Sprichwörter
Es bis Es ist D
Flagge von Deutschland
Auf diesen Seiten stehen über 20.000 neuere und Jahrhundert alte deutsche Sprichwörter. Bei der großen Zahl ist es aber unmöglich, alle existierenden Sprichwörter aufzuführen. Manchmal ist ein scheinbar bekanntes deutsches Sprichwort hier nicht zu finden, weil es wegen verschiedener Versionen, anderer Schreibweise oder unterschiedlichen Formulierungen unter anderen Anfangsbuchstaben steht, unter dem es zu finden ist.

Manchmal steht ein Sprichwort aber überhaupt nicht bei den deutschen Sprichwörtern, da es in der Vergangenheit fälschlich als deutsches Sprichwort ausgegeben und veröffentlicht wurde. Dann ist es möglicherweise HIER zu finden.

Wenn trotzdem noch ein bestimmtes, besonderes, wichtiges, häufiges, anderes oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt. Möglicherweise kann ich auch noch nicht aufgeführte alte Sprichwörter in einem der alten Bücher oder Quellen finden.

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Es achtet mancher Unglück sein, dass ihm doch bringt viel Nutzen ein, dagegen achtet mancher gut, das Leib und Seel doch schaden tut.

Es arbeitet alles gern am Menschen, was vorn zum Ärmel heraushängt.

Esau, dem dürstet nach Jakobs Blut, Laban dem dürstet nach Jacobs Gut, wenn Gott nicht ändert ihren Mut.
(Biblische Personen aus dem 1. Buch Mose, (Genesis): Esau und Jacob sind Zwillingsbrüder, von denen Jacob der Erstgeborene ist. Laban ist der Bruder von Rebekka, der Mutter Jakobs und Esaus.)

Es bedarf Aufsehens, wenn man glauben will.

Es bedarf ja allzeit einer des andern.

Es begibt sich oft viel, ehe man den Löffel zum Mund bringt.

Es begibt sich viel, ehe man kommt zum Ziel.

Es beiert so lange, bis es endlich Kirmes wird.
(beiern = mit dem Klöppel läuten, an die Glocke schlagen. Adem Niederländischen - beier =Glockenspiel. Es bezeichnet eine besondere Art des Läutens wie festliches Läuten zu Festtagen (Ostern, Pfingsten und andere) oder das Kirmesläuten.)

Es beißt einen so schier ein kleiner Hund, als ein großer.

Es beißt kein Brack*5 eine Bräckin*5.

Es beißt kein Wolf den andern.

Es bellen's die Hunde in der Stadt.

Es bellt kein alter Hund, er weiß etwas.
(Das bedeutet, alte erfahrene Hunde bellen nicht ohne einen Grund. Ebenso reden oder tun erfahrene Menschen nicht ohne Grund. Deshalb ist es für Firmen und Unternehmen falsch, ihre alten Mitarbeiter gegen jüngere auszutauschen. Jüngere sind möglicherweise stärker oder schneller als die älteren, die aber dank langer Erfahrungen trotzdem besser sind. Vielfach ist die Erfahrung und das Können alter Mitarbeiter das größte Kapital, das oft achtlos weggeworfen wird.)

Es beten mehr den Sonnenaufgang an, als ihren Untergang.

Es beten nicht alle, die in die Kirche gehen.


Es betrügt uns niemand mehr, als unsere eigene Gedanken.

Es bietet immer ein Unglück dem andern die Hand.

Es bindet mancher eine Rute für seinen eigenen Hintern.

Es bleibt allzeit etwas bekleben, wo man den Lästerspiegel hinschüttet.

Es bleibt ein Buhlschaft über ein viertel Jahr verschwiegen.

Es bleibt in die Länge nichts verschwiegen.

Es bleibt kein Arges ungestraft, wenn sich's gleich hundert Jahr verweitet.
(Das bedeutet, jede Sünde oder Unrecht wird bestraft. Nichts bleibt ungestraft, egal wie viel Zeit nach der Tat vergeht.)

Es bleibt keine Wohltat unbelohnt.

Es bleibt kein Mord verschwiegen.
Es bleibt kein Mord verschwiegen, das Blut schreit zu Gott.

Es bleibt kein Pflug stehen um eines Menschen willen, der stirbt.

Es bleibt nichts ungerochen noch unvergolten.

Es blieben ihr wohl zween (zwei) lang eins, wenn nicht der dritte Lästerer dazwischen käme.

Es braucht lange Zeit, der Welt recht an den Puls zu fühlen.

Es braucht wenig Ursachen, wenn der Wolf das Schaf fressen will.
Es mag leicht ein' Ursach sein, dass der Wolf das Schaf frisst.

Es braucht wenig Zeit, viel Gutes zu tun.

Es bringt den Narren sein eigen Glück um.

Es bringt der eine so viel mit sich auf die Welt als der andere.

Es bringt nicht jede Taube einen Ölzweig.

Es büßt sich alles selbst.

Es darf für andere niemand sorgen, Gott gibts heute einem, dem andern morgen.

Es darf ihm selber keiner trauen.

Es darf keiner für den andern in die Hölle fahren.

Es darf keiner Hui sagen, so lang er in dieser schlüpfrigen Welt seinen Lauf hat.

Es darf mir keiner ein Hofrecht in die Stube machen.

Es darf niemand fremde Gefahr suchen, er hat sein selbst genug.

Es dauert von elf Uhr bis Mittag.
(Das bedeutet, es dauert nicht lange und hat keinen Bestand. Ähnliches Sprichwort mit gleicher Bedeutung: Das währt von der Vesper, bis die Hühner auffliegen!)

Es denkt einer nicht allzeit, dahin er zielt.

Es denkt jeder in seinen Sack.

Es dient nicht allerlei jederman.

Es dient nicht alles zu jeder zeit.

Es dient nicht alle Ware in jeden Kram.

Es dient nicht einem jeden ein jeder Stand.

Es donnert so lange, bis es regnet.

Es dünkt dem Affen, er hab die schönsten Kinder.

Es ekelt, wenn man gute Speis in unsauberen Schüsseln aufträgt.

Esel dulden stumm: Allzu gut ist dumm.

Eselsarbeit und Zeisigfutter ist des Überdrusses Mutter.

Esel sind schlechte Sänger; sie fangen immer zu hoch an.
Esel singen schlecht, weil sie zu hoch anstimmen.
Der Esel singt drum übel, weil er so hoch anfängt.
Ein Esel gibt keinen guten Sänger, er fängt zu hoch an, drum hört er bald auf.

Eselslauf, Nonnenlieb und Hurenfrömmigkeit sind unbeständig und nichts wert.

Eselsohren sind aller Menschen Wappen.

Eselsweisheit macht sich gern breit.

Esel und Müller Knecht, ohne Schläge nichts machen recht.

Esel verstehen kein Saitenspiel, denen muss man Disteln vorlegen.

Esel will jedermann reiten.

Es empfinden auch die Schafe, wenn der Schäfer ein böses Jahr hat.

Es entgeht einer oft der Strafe, aber dem bösen Gewissen nicht.

Es erbt das Erbe allweg vor sich auf den nächsten.
(Altes Rechtssprichwort das bedeutet, die Nachkommen erben vorrangig vor allen anderen.)

Es erfordert nichts mehr reich zu werden, als nur Gott den Rücken kehren.
(Wander macht aus dem Sprichwort bei Winckler (1685) im Sprichwörter Lexikon Band 3 (1873): „Um reich zu werden, braucht man blos Gott den Rücken zu kehren.“)

Es erfriert ihm kein Wein.
(Dieses Sprichwort steht 1837 so bei Körte. Wander macht daraus 1880 in seinem Sprichwörter Lexikon: „Es wird ihm kein Wein erfrieren.“ Das zeigt wieder, Wander verändert oft die Sprichwörter, die er von anderen abschreibt, würfelt und vermischt sie zeitweise auch mit anderen oder erfindet Sprüche neu.)

Es erhöhet nichts des Mannes Schild denn (als) Fahnlehn.
Nichts erhöht des Mannes Schild als Fahnlehn.
(Im Mittelalter befanden sich auf den Schilden der Reiter zur Kennzeichnung die Wappen des Trägers. Daran konnte man den Adligen und Freund und Feind erkennen. Wenn der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ein Fürstenlehen vergab, gab er die Herrschaft des Landes an einen verdienten Adligen. Das wurde mit einem Fahnlehn vollzogen, bei der das Wappen des Landes oder der jeweiligen Herrschaft auf der Fahne abgebildet war. Damit wurde er Fürst des Landes mit allen Rechten der Gerichtsbarkeit und dem Gerichtsbann. Das Wappen auf dem Schild wurde auf das neue Lehen geändert und erhöht. Fahnlehen konnte auch ohne besondere Standeserhöhung dem Belehnten landesherrliche Rechte einräumen (Schwabenspiegel Kap. 115).
Als Letzter wurde Kurfürst August 1566 in Augsburg in feierlichem Aufzug mit 13 Fahnen belehnt. In einer Nachahmung wurde dem Großen Kurfürst Friedrich Wilhelm 1641 in Warschau durch den König von Polen mit dem Herzogtum Preußen belehnt. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fahnlehen
Im Sprichwörter Lexikon von Wander wird dieses Sprichwort gleich drei Mal aufgeführt, jedes Mal mit teilweisen gleichen Quellen aber mit verschiedenen Erklärungen aus „Grundsätze der deutschen Rechte in Sprichwörtern“ (1822) von Eisenhart: Sprichwörter Lexikon Band. 1, Spalte 841 unter Erhöhen 1 und Spalte 915-916 unter Fahnlehn 3 und im Band. 4, Spalte 177 unter Schild (das) 8.)

Es erschrickt kein Bettler vor einem großen Stück.

Es ertrinken mehr im Becher als in der Donau.

Es ertrinken mehr im Glas als in allen Wassern.

Es fallen keine Späne, man haue sie denn.
Es fallen keine Späne, sie werden denn gehauen.
Es fallen keine Späne vom Baum, man haue sie dann.

Es fällt ihm ein Blutstropfen vom Herzen, so oft er einen Heller*17 ausgibt.

Es fällt kein Baum auf einen Hieb.
Es fällt keine Eiche vom ersten Streich.
Kein Baum fällt auf den ersten Streich.
Es fällt keine Eiche vom ersten Streiche.
Es fällt keine Eiche von einem Streich.
Der Baum fällt nicht vom ersten Schlag.

Es fällt kein Doktor vom Himmel.

Es fällt kein Gelehrter vom Himmel.
Es ist noch kein Gelehrter vom Himmel gefallen.

Es fällt kein Süßapfel von einem Sauerapfelbaum.

Es fällt nicht alles, was sich bewegt.
Es fällt nicht alles, was wackelt.

Es fällt wohl ein Pferd und hat doch vier Füße.
Strauchelt doch auch ein Pferd, und hat doch vier Beine.

Es fehlt eben so sehr an der Armen Geduld, als an der reichen Mildtätigkeit.

Es fehlt ihm nichts, als der Kohl, wenn er nur Speck dazu hätte.

Es fehlt ihm zwei Finger über der Nase.

Es fehlt kein Jota und Düpfel daran.

Es fehlt nicht ein Pünktlein aufs i.

Es fehlt nur ein Auge, so wäre der Gaul (die Kuh) gar blind.

Es findet jeder seinen Meister.

Es findet wohl auch ein Blinder ein Hufeisen.

Es fliehen nicht alle, die den Rücken wenden.

Es flog ein Gänslein über Meer und kam ein Gickgack wieder her.
Es flog ein Gänslein wohl über den Rhein und kam als Gickgack wieder heim.

Es folgt nicht selten auf einen heiteren Tag eine trübe Nacht.

Es freit sich am besten, wo der Kessel über dem Herde hängt.
Wo der Kessel überm Herde hängt, freit es sich am besten.
(Das bedeutet, man heiratet am besten in eine schon eingerichtete Wirtschaft, man legt sich praktisch in ein gemachtes Bett.)

Es frist auch ein Esel mit Gold beladen nur Disteln.
Es gefällt ihm wie den Eulen das Tageslicht und den Dieben die Laternen.
Es führen viele Wege in die Hölle, aber keiner heraus.

Es führt einer sein Unglück selbst ins Haus.

Es führt mehr denn ein Weg ins Holz.

Es geben die Leute der Tugend die Hände,
                             aber nicht das Herz.


Es geben nicht alle Lumpen Papier.

Es gebührt sich wohl, dass ein armer Mann Konrad heiße.
Es steht gut, wenn ein armer Mann Conrad heißt.

Es gefällt ihm wie den Eulen das Tageslicht
                         und den Dieben die Laternen.


Es gefällt ihm wie der Rauch den Augen.

Es gehen nicht alle Esel auf vier Füssen.

Es gehen viele Freunde in ein kleines Haus.

Es gehen viel Lügen in einen Sack.

Es gehen viel Reden in ein fudrig Fass.
(Fuder = altes mittelalterliches Hohlmaß. Sein Rauminhalt entsprach je nach dem Ort zwischen 800 und 1800 Liter. Bezeichnung kommt von der Ladung, die mit einer Fuhre eines zweispännigen Wagens, transportiert werden konnte.)

Es gehen viel Reden in einen Wollsack (Sack).
Es gehen viel Reden und Anschläg, auch viel Bitten und Wünsche in einen Wollsack.

Es gehen viel Stierbuben auf einen rechten Ackersmann.

Es gehen viel Wege nach Darbstett und Mangelburg.

Es gehn viel Kaisersfahrten aus Deutschland gen Rom, aber wenig wieder heraus.

Es gehn viel Wünsche in einen Sack.

Es gehören nicht zwei Sättel auf ein Ross.
(Genauso gehört ein Sprichwort nicht zweimal in eine Sammlung und zählt es zweimal. Im Sprichwörter Lexikon macht es Wander aber so und stellt die Worte etwas um, aber gibt beide Male dieselbe Quelle an: Simrock Nr. 8714 Einmal unter Ross Nr. 7 und einmal unter Sattel Nr. 32.)

Es gehört Kunst zum Äpfelbraten.

Es gehört mehr dazu als sich räuspern, wenn man wohl trinken will.

Es gehört mehr zum Laufen als Anrennen.

Es gehört mehr zum Tanz als rote Schuh (denn neue Schuh).

Es gehört nicht alles zum Evangelium, was man auf der Kanzel sagt.

Es gehört nicht auf alle Fragen (eine) Antwort.
Auf alle Fragen gehört nicht Antwort.
Nicht auf jede Frage gehört eine Antwort.

Es gehört Verstand dazu, Narren zu regieren.

Es gehört viel Wissen zum Glauben.

Es gehört viel zur Haushaltung, aber noch mehr zur Frömmigkeit.

Es gehört viel zur Haushaltung, der Tage sind viel im Jahr und der Mahlzeiten noch mehr.

Es geht alles mit dem Fastelabend*10 durch.

Es geht alles widerwärtig zu, wenn man den Esel auf den Sack ladet.

Es geht an die letzte Garbe.

Es geht aus, wies Hornberger Schießen.

Es geht bisweilen mit dem Heiraten wie mit den Kartenspielen, da sich die Königin mit dem Knecht paart.

Es geht dich auch an, wenn des Nachbarn Haus brennt.

Es geht einem so glatt ein wie dem Teufel eine Advokatenseele.

Es geht ein jeder mit seinem Sacke nach der Mühle.

Es geht heimlich zu, St. Lucas schreibt nicht viel davon.

Es geht ihm den ganzen Tag das Maul, als wenn's geschmiert wäre.

Es geht ihm Hundeübel.

Es geht ihm wie dem Esel, der zwei Brüdern dient: jedweder meinte, er sei beim andern gefüttert worden.

Es geht ihm wie einer Laus zwischen zwei Balken.

Es geht klein her, sprach der Wolf, da er Schnaken fraß.

Es geht mehr Liebes als Schönes zur Kirche.
Es geht mehr Liebes zur (in die) Kirche als Schönes.
(Erklärung von Wander dazu: „Weil jeder das, was er liebt, schön findet, wenn es auch eben nicht schön ist; so muss auch die Summe der Liebenden größer sein als die der Schönen.“)

Es geht nicht gut, die Wahrheit auszuschlagen.

Es geht nicht mit rechten Dingen zu.

Es geht nichts für ein gut Butterbrot, es ist besser als den ganzen Tag nichts.

Es geht nichts über Reinlichkeit, sagte die alte Frau und wandte alle Weihnachten ihr Hemd um.

Es geht nicht wie bei der Äpfelfrau, dass man sich den dicksten heraussucht.

Es geht noch manch Rad um, eh das geschieht.

Es geht schwer her, wenn der Zucker der Galle gehorsamen soll.
(Obiges Sprichwort steht so 1685 in der Sammlung „Zwey Tausend Gutte Gedancken“ von Paul Winckler unter Nr. 1500/44. Wander macht im Deutschen Sprichwörter Lexikon daraus unter Zucker Nr. 18: „Wenn der Zucker der Galle gehorchen soll, so geht's schwer her.“)

Es geht so blutig her wie im Fladenkrieg.
(Das bedeutet, ein Konflikt wird unblutig und einvernehmlich beigelegt, der zuerst sehr gefährlich aussah. Der Fladenkrieg fand im April 1542 in Wurzen und dem Wurzener Land zwischen dem ernestinischen Kurfürstentum Sachsen und dem Kollegiatstift Wurzen statt. Die aufgezogenen Soldaten wurden mit Osterfladen, einem Oster-Hausgebäck der Gegend, versorgt. Aus diesem Grund wurde der Konflikt, der auch durch die Vermittlung von Martin Luther beigelegt wurde, später Fladenkrieg genannt. Ausführlich unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Wurzener_Fehde)

Es geht um den bunten Riemen.

Es geht um, wie die Wacht.

Es geht viel armer Leute Red' in einen Sack.
(Das Sprichwort galt früher ebenso wie heute. Auch wenn arme Leute (Hartz IV Empfänger,Geringverdiener oder Alleinerziehende berechtigte Anliegen oder Forderungen haben, sie werden nicht ernst genommen oder oft überhaupt nicht wahrgenommen. Sie werden oft auf den St. Nimmerleinstag vertröstet, abgekanzelt oder vertrieben.)

Es geht von Haus zu Haus.

Es geht vonstatten wie Pech von Händen.

Es geht wie am Schnürchen.
(Das bedeutet, die Arbeit geht so leicht, wie von selbst.)

Es geht wie nach Noten.

Es geht zu wie an König Artus Hof: die Hunde tragen ganze Köpfe davon.
Es geht allhier zu aller Ding, wies in König Arthurs Hof auch ging.
Es geht zu wie in (an) König Artus Hofe.
Hier geht es zu, wie an Königs Arthur Hofe.

Es geht zu, wie auf einem (dem) polnischen Reichstag.
(Das bedeutet, es herrscht ein großes Durcheinander und Unordnung, eine Versammlung, in der es stürmisch zugeht und es zu keinem Beschluss kommt. Grund für dieses Sprichwort war die Tatsache, dass im polnischen Reichstag jeder Beschluss durch das „Liberum Veto“ (lat. das freie Veto = ich verbiete) verhindert werden konnte. Dieses Veto konnte von jedem einzelnen polnischen Reichstagsmitglied eingelegt werden, was auch sehr oft geschah. Zwischen 1652 und 1764 wurden dadurch von 55 Reichstagen bei 48 durch Einspruch die Beschlüsse des gesamten Reichstages ungültig gemacht. Das führte zu innerem Chaos, äußerer Schwäche und wirtschaftlichem Rückschritt. Der Staat Polen-Litauen wurde dadurch dauerhaft zum Vorteil der Nachbarn von Russland, Preußen und Österreich geschwächt. Am Ende standen die polnischen Teilungen von 1772, 1793 und 1795. Erst nach dem 1. Weltkrieg entstand nach 1918 wieder ein eigenständiges Polen.)

Es gerät nicht alles und missrät nicht alles.

Es geschieht doch, was Gott will.

Es geschieht ihm wie dem Hündchen von Bretten.
(Das bedeutet, jemand ist treu bis in den Tod und es wird im zu Lebzeiten nicht gedankt. Nach einer Version kaufte der Hund für seinen Herrn mit einem Korb alleine alles ein und bekam zum Lohn nur einen Knochen. Einmal wurde ihm von einem Schlachter der Schwanz abgeschnitten und als Geschenk für seinen Herrn in den Korb gelegt. Zurück zu Hause legte er den Korb ab und starb. In einer anderen Version rettete er seine Heimatstadt vor Feinden, die ihm dafür ebenfalls den Schwanz abschnitten. Beides in dem Buch „Badisches Sagen-Buch“, Seite 411 - 414, aus dem Jahr 1846.)

Es geschieht nicht selten, dass die kleinen Diebe in Gegenwart der großen gehangen werden.

Es geschieht nicht selten, dass heute einer zum Judas wird, der gestern Elias war.

Es geschieht nichts Neues unter der Sonne.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 1, 9: „Was man getan hat, eben das tut man hernach wieder, und es geschieht nichts Neues unter der Sonne.“ Das 1. Kapitel des Prediger Salomo handelt von der vergeblichen Mühe der Menschen, da man doch immer dasselbe geschieht. Die Sonne geht auf und wieder unter und geht am nächsten Tag an alter Stelle wiederum auf, immer wieder, solange die Erde besteht. Genauso meint das Sprichwort, ist das Tun und Trachten der Menschen immer das Gleiche, 1, 14 „wie das Haschen nach Wind.“)

Es geschieht oft, dass die Kapuziner Haarbeutel tragen.
(Kapuziner sind ein franziskanischer Bettelorden in der römisch-katholischen Kirche. Der Name ist von der markanten Kapuze der Franziskaner abgeleitet.)

Es gibt alles an ihm, nur die Hände nicht.
Es gibt alles gern an ihm, ohne die Hände.

Es gibt bisweilen größere Schiffbrüche im Wein als auf der See, in Gläsern als auf Schiffen.

Es gibt Blicke, es wären ihrer neun genug zum Tode.

Es gibt dem andern mancher Rat, der bei ihm selbst keinen hat.
Oft gibt einer Rat, der selber keinen hat.

Es gibt der Schlupfwinkel nirgends mehr, als im menschlichen Herzen.
(Der Mensch hat für alles immer einen Entschuldigungsgrund in Bereitschaft.)

Es gibt drei Recht: Recht und Unrecht, und wie man's macht, ist auch recht.

Es gibt eine dünne Wand zwischen Wahnsinn und Verstand.
(Dieser Spruch wird teilweise als Sprichwort zitiert. In anderer Reihenfolge mit Wand am Ende ist es auch als Zitat von Daniel Düsentrieb verbreitert.)

Es gibt einen Reim auf alle Dinge.

Es gibt keine Elster, sie hat was Buntes.

Es gibt keinen schönen Kerker und keine hässliche Geliebte.

Es gibt keinen Speck in die Bratwurst.

Es gibt keinen Vorteil ohne Mühe.

Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unangepasste Kleidung.


Es gibt kein tödlicher Gift, denn einem Alten ein junges Weib.
Es ist kein tödlicher Gift, dann einem Alten ein junges Weib.
(Sebastian Franck erklärt 1541 dies Sprichwort: „Es weibt ihm einer ebenso bald den Hals ab, als das er ihn absauft.“ Das bedeutet, eine junge Frau ist für alte Männer oft zu anspruchsvoll und überfordert seine körperliche Leistungsfähigkeit.)

Es gibt Mehl wie Korn.

Es gibt mehr als eine bunte Kuh.

Es gibt mehr als einen bunten Hund.

Es gibt mehr alte Weintrinker als alte Ärzte.

Es gibt mehr Diebe als Galgen.
Man find't allzeit mehr Diebe, denn Galgen.
Man findet mehr Diebe als Galgen.

Es gibt mehr Narren als Pfundbrötlein.

Es gibt mehr närrische als kranke Weiber.

Es gibt mehr Scheiden als Degen.

Es gibt Menschen, die von sich lauter Heiligtum und von andern nichts mehr Werks, als faule Äpfel machen.

Es gibt 'nen Reim auf alle Dinge.

Es gibt nur eine böse Frau auf der Welt, aber jeder glaubt, er habe sie.
Es gibt nur ein böses Weib, aber ein jeder meint, er hätt' es.
(Sprichwort auch in Litauen)

Es gibt nur zwei gute Weiber auf der Welt: Die eine ist gestorben, die andere nicht zu finden.

Es gibt viel Büßer, aber wenig Lasser.

Es gibt viele Menschen, die bloß lesen, damit sie nicht zu denken brauchen.
(Ein Spruch, der auch als Sprichwort zitiert wid, es aber nicht ist. Es ist ein Zitat von Georg Friedrich Lichtenberg aus dem Sudelbuch "G", Nr. 82)

Es gibt viele Narren ohne Schellen und Kolben.

Es gibt viel Hände; was die eine nicht kann, macht die andere.

Es gibt vier schlimme Nüsse: Betrüb-nuss, Bekümmer-nuss, Beschwer-nuss, Ärger-nuss.

Es gibt zu viel Wein für die Messe und zu wenig für die Mühlen, also muss man ihn trinken, sagte der Domherr von Mainz.
Es wächst zu viel Wein für die Messe und zu wenig für die Mühlen, also trinkt man ihn.

Es gibt zweierlei Geschlechter der Menschen: Eins zürnt gern, das andere gibt nichts drauf.
Es gibt zweierlei Menschen: Die einen zürnen leicht, die andern geben nichts darauf.
Es gibt zwei Welten: Die eine zürnt, die andre achtet nicht drauf.

Es gilt der Katze um den Schwanz.

Es gilt des Hasen Balg.

Es gilt gleich Vater oder Pater, sprach die Frau bei Nacht.

Es gilt ihm ein Mensch so viel als ein Hund.

Es gilt keine andere Ware, wo Witzbold die seine auslegt.
Es gilt keine andre Ware, wenn der Witzbold die seinige auslegt.

Es gilt keine Arglist, wo sich findet Merklist.

Es gilt mir gleich eine Arme oder eine Reiche, wenn sie nur Geld hat.

Es gilt mir gleich, ob eine Hur mich lobt oder ein Dieb schilt.

Es gilt nicht Laufen, für Raten oder Kaufen.

Es gilt nicht überall die gleiche Münze.

Es gilt nicht Zwackens, sondern Teilens.

Es gilt Schnaufen und Bartputzen.

Es glitzt wie Karfunkelstein im Ofenloch.

Es greift sich in eines anderen Buttertopf, wie in einen Kuhdreck.

Es grüßt kein Wolf ein Lamm.

Es haben alle Adamskinder ein Würmlein in dem verbotenen Apfel gegessen.

Es haben alle Tannen Ohren.

Es haben nicht alle Esel lange Ohren.

Es halte sich jeder nach seinem Stande.

Es hält so lange geflickt als ganz.

Es hält von zwölf Uhr bis Mittag.

Es hängen nicht alle Schlüssel an einem Gürtel.
(Das bedeutet, keiner kann von allen Dingen eine ausreichende und gründliche Kenntnis haben.)

Es hängt kein Geldsack hundert Jahr vor der Tür, aber auch kein Bettelsack.

Es hasst mancher, was er sieht und muss doch leiden, dass es geschieht.
Mancher hasst, was er sieht, muss doch leiden, was geschieht.

Es hat alles seinen Richter zu seiner Zeit.

Es hat auch der Leu (Löwe) eine Maus vonnöten.
(Sprichwort nach einer alten Fabel von Äsop oder Ägypten. Ein Löwe fing eine Maus, fraß sie aber auf deren Flehen nicht, sondern lies sie wieder frei. Als der Löwe später mit einem Netz gefangen wurde, kam die maus und nagte die Stricke durch und befreite damit den Löwen. Das bedeutet, auch kleine unbedeutende scheinbar schwache Menschen können den starken und Mächtigen helfen und aus ausweglosen Situationen retten. Man soll darum auch den Unbedeutendsten und Kleinen gerecht behandeln und nicht übermütig oder mutwillig schaden.)
Fabeln im Internet:
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Löwe_und_die_Maus
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Löwe_und_das_Mäuschen
https://www.projekt-gutenberg.org/aesop/fabeln/chap026.html

Es hat dem Esel nie gutgetan, wenn er ist des Löwen Gesell gewesen.

Es hat den Schafen nie gut getan, wenn sie sind des Wolfs Gesellen gewesen, sie haben allweg mit der Haut bezahlt.

Es hat der Letzte noch nicht geschoben.
Der Letzte hat noch nicht geschossen.
(Das bedeutet, die Sache ist noch nicht erledigt und kann sich möglicherweise noch ändern, wenn noch unbekannte Details auftauchen, bekannt werden.)

Es hat einer Glück darnach er tut.
Es hat jeder Glück, darnach er tut.

Es hat einer gut fröhlich sein, wenn es wohl geht.

Es hat ein jeder einen Fuchsschwanz.

Es hat ein jeder sein Päckchen zu tragen.
Jeder hat sein Päcklein zu tragen.
Jeder trägt sein Päcklein.
(Das bedeutet, jeder Mensch hat seine eigenen Plagen und Sorgen. Nur aus dem Päcklein im alten Sprichwort ist heute das Päckchen geworden.)

Es hat gewarnt – den Augenblick wird's schlagen.

Es hat ihm eine Hexe aufs Pulver gepisst.

Es hat ihm ein guter Vogel gesungen.

Es hat ihm keiner (an sich) selbst genug.
Niemand hat an ihm selbst genug.
(Das ist ganz normal. Schon in der Bibel steht im ersten Buch Mose 2, 18: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei;“)

Es hat jedermann freies Schürfen.

Es hat jeder Mensch sein aber.
Es ist kein Mensch ohne ein Aber.
Kein Mensch ist ohn' ein Aber.

Es hat jeder seine Schelle.

Es hat keine Nachtigall so vollauf im Käfig, sie sucht ihr Futter lieber draußen.

Es hat keiner so viel, er hätte lieber mehr.

Es hat keiner zwei Himmelreiche noch zwei Höllen.
(Dem 500 Jahre alten Sprichwort kann man heute hinzufügen: und auch keine zwei Welten, von denen die Erste und Einzige gerade verspielt wird.)

Es hat kein König einen andern Anfang seiner Geburt als andere Leute.

Es hat kein Stand so viel Narren, als die großen Stände.
(Schon vor Jahrhunderten haben sich viele Menschen auf ihren gesellschaftlichen Rang und Stand etwas eingebildet. Manche hatten große Namen, aber nur geringen Intellekt und Geist. Heute ist es nicht anders. Man braucht nur auf der Straße die übergroßen Autos ansehen, in denen nur ein ganz kleiner Mensch sitzt. Was müssen die anderes kompensieren, als das Fehlen ihres Geistes? Letzte Untersuchungen haben gezeigt, dass die Zunahme des Gebrauchs der immer beliebter werdenden angeblich sozialen Medien (Facebook, Twitter und andere.) mit einer Verminderung der Intelligenz einhergeht. Viele Schulabgänger sind nicht mehr ausbildungsfähig, obwohl Nachhilfeunterricht, Kindergärten oder Ganztagsschulen zugenommen haben. Man sollte nicht mehr mit dem Computer und Smartphone lernen, sondern lernen, mit ihnen umzugehen. Lernen tut man mit dem Kopf, der aber immer mehr in die Cloud ausgelagert wird und so langsam in den Wolken verschwindet.)

Es hat mancher ein so groß Gewissen, man möcht mit einem Fuder Heu hindurchfahren.

Es hat mancher gerne Gäste, legt aber nicht gern Teller auf.

Es hat mancher mehr Glück als Recht.

Es hat Narren geregnet, dass man's hat patschen hören.

Es hat nicht aller Menschen Rat gleich guten Grund und treue Meinung.

Es hat nicht ein jeder Mann eine glückselige leichte Hand zu heilen.

Es hat nicht jeder Arzt die rechte Hand zum Heilen.

Es hat noch kein Wolf einen Winter gefressen.

Es hat noch nie ein gut Jungen- und Hundejahr gegeben.

Es hätt mancher keinen Zahn im Munde, wenn ihm jede Lüge einen Zahn ausstieße.

Es hat wohl mehr denn ein König gebettelt.

Es hebe dich auf, wer dich nicht kennt.

Es heckt kein Rab ein Zeislein.

Es heißt auch studiert, wenn man das Geld vertan hat.

Es heißt: Auf der hohen Wart, da isst man übel und liegt hart.
(Das bedeutet, man wird auf eine Anstellung oder eine Versorgung vertröstet. Wer auf Übernahme von Kosten von Versicherungen oder Krankenkassen oder auf Zusagen von Ämtern gewartet hat, wird dieses Sprichwort voll bestätigen.)

Es heißt immer: Wurst wider Wurst und der Magd ein Trinkgeld.
(Wenn früher Hausschlachtung war, haben alle Nachbarn geholfen. Zum Dank bekamen alle Wurst oder Fleisch geschenkt. Wenn der Nachbar seinerseits Hausschlachtung hatte, half man selbst und bekam ebenfalls etwas geschenkt. Daher das Sprichwort: Wurst wider Wurst, es bedeutet, man sollte Gleiches mit Gleichem vergelten.)

Es hemmt keine Schuld die andre.

Es hilft kein Bad am Raben.

Es hilft keine Kunst noch Witz wider Gott.

Es hilft kein Wasser wider die Wassersucht.

Es hilft kein Zittern für den Frost.

Es hilft nicht, dass man den Stall schließt, wenn die Kuh heraus ist.

Es hilft nicht Maul spitzen, sondern pfeifen.

Es hilft nicht spannen, man muss abschießen.
Es hilft nicht, wohl spannen; man muss auch abschießen.
Es hilft nicht wohl (gut) spannen, sondern wohl (gut) schießen.

Es hilft nicht wohl singen, sondern gerne hören.

Es hinkt keiner an des andern Fuß.
Niemand hinkt an eines andern Fuß.
Selten hinkt einer auf fremden Füßen.
(Fremder Schaden oder Unglück geht nicht besonders zu Herzen, der Unglückliche wird meist allein gelassen.)

Es hütet niemand das heilige Grab umsonst.
Umsonst wird das heilige Grab nicht bewacht.
Es isst sich am besten, wo der Kessel über dem Herde hängt.

Es ist alles beschert Ding.

Es ist alles eitel.

Es ist alles Gewinn, was man von bösen Schuldnern bekommt.

Es ist alles gut genug, was geschenkt wird.
Es ist alles gut genug, was man umsonst gibt.

Es ist alles leer und eitel ohne ein gutes Gewissen.

Es ist alles verloren, was man dem Undankbaren tut.

Es ist alles verloren, was man in alte Säcke schüttet.
(Wander bemerkt dazu, dass man unter alten Säcken auch alte Weiber verstehen kann.)

Es ist alles verloren, was man in einen löchrigen Topf gießt.

Es ist alle Tage der dritte Teil der Welt feil.

Es ist alle Tage gut Geld annehmen.

Es ist alle Tag Jagetag, aber nicht alle Tag Fahetag.
Es ist allweg Jagetag, aber nicht allweg Fahetag.
(Das bedeutet, man kann alle Tage zur Jagd gehen, aber man wird nicht alle Tage Erfolg haben und etwas erjagen können. Wenn eine Sache einmal nicht gelingt, sollte man es weiter versuchen und man hat ein anderes Mal Erfolg.)

Es ist allezeit leichter den Schwanz als den Kopf zu schinden.

Es ist allzeit das Gerücht größer denn die Wahrheit.

Es ist am Polster zu sehen, wo der Fuß verletzt ist.

Es ist armer Jungfern Schade, dass sie schön sind.
(Druckfehler in der Sammlung von Karl Simrock. Unter Nr. 5338 steht bei ihm falsch „Schande“ und nicht das richtige „Schade“. Genauso wie Armut keine Schande ist, ist es auch nicht Schönheit, nur dadurch wird Aufmerksamkeit erregt, in dessen Folge Schaden entstehen kann.)

Es ist auch der Frucht würdig, der die Arbeit tut.

Es ist auch dieses ein Streich des blinden Glückes, dass die gute Geschicklichkeit schimpflich belohnt und die Torheit bekrönt wird.

Es ist auf Erden kein besser List, denn wer seiner Zunge Meister ist.

Es ist ausgerechnet wie die zehntausend Ritter im Kalender und die elftausend Jungfrauen zu Köln.
(Das Sprichwort soll sich auf die heilige Ursula und ihren Märtyrertod beziehen. Der Legende zufolge soll sie mit elftausend Jungfrauen auf einer Pilgerreise nach 303 der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian zum Opfer gefallen sein. Wahrscheinlich waren es aber wesentlich weniger, möglicherweise nur 11, die als elf schwarzen Tropfen, Flammen oder Tränen auf dem Kölner Wappen bis heute überdauert haben. Ob es die heilige Ursula tatsächlich gegeben hat ist umstritten, da es nur Legenden aber keine geschichtlichen Beweise ihrer Existenz gibt. Das bedeutet, das Rechnungen wie die elftausend Jungfrauen stark angezweifelt werden können.)

Es ist bald geendet, was lange schändet.

Es ist bald um einen Menschen geschehen, und kostet so viel, zu erziehen.

Es ist bald verzehrt, was man langsam erworben hat.

Es ist bei ihm verschlossen wie Wasser in ein Sieb gegossen.
Es ist beim Weibe verschlossen wie Wasser in ein Sieb gegossen.
Was einer will verschwiegen haben, das soll er keinem Weibe sagen; denn sonst ist's bei ihr so verschlossen, als Wasser in ein Sieb gegossen.
(Das 1. Sprichwort bedeute, wenn man ihm etwas erzählt, kann man es auch gleich in einer Zeitung drucken lassen und es der ganzen Welt verkünden. Geheimnisse bewahren ist nicht sein Ding, was man ihm heute sagt, wissen morgen alle.
Die beiden unteren Sprichwörter behaupten sogar, dass Weiber, wie früher Frauen allgemein genannt wurden, ohne sie mit diesem Ausdruck herabzusetzen, generell nichts für sich behalten können und alles weitertratschen.)


Es ist beim Weibe verschlossen wie Wasser in ein Sieb gegossen.

Es ist besser arm mit Ehren, denn reich mit Schanden.

Es ist besser bei einem bösen Mann, als freundlichem Weibe zu sein.
(Ein altes Sprichwort, dass das Frauenbild der Männer in Deutschland in früheren Zeiten erahnen lässt. Bevor man die aber verurteilt, sollte in der Bibel nachgelesen werden. Bei Jesus Sirach steht es genauso im Kapitel 42,14 in der Lutherbibel von 1912: Es ist sicherer, bei einem bösen Mann zu sein, denn bei einem freundlichen Weibe, die einen (ihn) zu Hohn und Spott macht. Ebenso auch in Ausgaben von 1589 und anderen.)

Es ist besser das Fenster, als das Haus verloren.

Es ist besser, das Kind weine denn der Vater.
Besser das Kind weine, denn der Vater.

Es ist besser, dass einem der Medikus als der Jurist das Leben abspricht.

Es ist besser das zu essen, was du hast, als das zu reden, was du weißt.

Es ist besser den Sattel als das Pferd im Stiche lassen.

Es ist besser der Gewalt mit dem Recht widerstehen als mit dem Eisen.

Es ist besser der Kopf am Hecht, als der Schwanz am Stier zu sein.
(Dies Sprichwort steht 1685 unter Nr. 600/66 bei Paul Winckler. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon (Besser Nr. 91) von Wander mutiert der Stier zu einem Stör. Bei Wander: „Besser der Kopf am Hechte, als der Schwanz am Störe.“ Etliche Sprichwörter bei Wander machen mehr oder weniger große Wandlungen durch, manche bis zur Unkenntlichkeit. Besser ein Sprichwort im Original in einem kleineren Buch, als ein mutierter Spruch in der größten Sammlung ihrer Art.)

Es ist besser der Kopf an einer Maus, als der Schwanz am Löwen zu sein.

Es ist besser, der Mann werde von seinem Weibe geliebt, als gefürchtet.

Es ist besser, die Armen sitzen vor deiner Tür, als du vor ihrer.


Es ist besser, die Kinder bitten dich als du sie.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 33, 22)

Es ist besser die Schuhe, als die Betttücher zu zerreißen.

Es ist besser die Wolle, als das Schaf verlieren.

Es ist besser, die Zunge zu kurz, als zu lang ausgestreckt.

Es ist besser ein Arm, denn den Hals abgefallen.

Es ist besser ein betrübtes Herz, als zwei.

Es ist besser ein bös Leiden, denn zwei.

Es ist besser, eine Feder in der Hand als ein Vogel in der Luft.

Es ist besser eine Kachel verbrochen als den ganzen Ofen.

Es ist besser eine Kastanie, als Pfirsich zu sein.
(Das bedeutet, eine raue und harter Schale mit süssem Kern ist besser als ein ansprechendes äußeres mit Blausäure im Kern, so wie der Pfirsich. Ein Vergleich der sich auf die Menschen bezieht.)

Es ist besser einem Herren dienen, der eine Herrschaft vertut, als der eine gewinnen will.

Es ist besser einen Bären loslassen, als einen Bären anbinden.

Es ist besser, einen faulen Esel treiben, als das Holz selber tragen.

Es ist besser einen Finger, als die Hand verloren.

Es ist besser einen Tag bei einem Gescheiten, als sein ganzes Leben bei einem Narren angelegt.

Es ist besser eines behalten, als zwei zugewartet zu haben.
Es ist besser eines haben, als zwei erwarten.

Es ist besser, eine Unze Ehre, als tausend Pfund Gold.

Es ist besser, eine Unze gewähren, als hundert Pfund versprechen.

Es ist besser eine Unze Glück als ein Pfund Weisheit.

Es ist besser eine Wachtel in der Schüssel als ein Hase im Garten.

Es ist besser ein gutes Weib bei den Rocken*27, als hundert Böse bei dem Zepter.

Es ist besser ein Maulbeerbaum, als ein Mandelbaum zu sein.

Es ist besser, ein Pferd an einen fremden Zaun binden als an seinen eigenen.

Es ist besser ein Sack voll Gunst als ein Sack voll Geld.

Es ist besser ein schlechter Nachtimbiss, als eine böse unruhige Nacht.

Es ist besser erhalten, als vorbehalten.
(Dazu schon 1837 von Wilhelm Körte die Warnung für Eltern: den Kindern nicht Hab und Gut abzutreten. – Besser ist es, die Kinder sitzen auf der Eltern Bank, als umgekehrt.)

Es ist besser einige Haare, als das ganze Leder lassen.

Es ist besser etwas Gutes in der Weite, als das Übel in der Nähe.

Es ist besser etwas Zorn, als großen Schaden leiden.

Es ist besser Gewissen ohne Wissen, als Wissen ohne Gewissen.

Es ist besser ichts* denn nichts, sagte der Teufel und aß die Buttermilch mit der Heugabel.

Es ist besser ichts* denn nichts, sprach der Wolf, da verschlang er eine Mücke.

Es ist besser ichts* denn nichts, sagte die Frau und ruderte mit einer Nadel.

Es ist besser ichts* denn nichts, sagte die Mücke und pisste in den Rhein.
*(ichtwas, abgekürzt ichts = veraltet für etwas)

Es ist besser in Demut betteln, als durch Stehlen Stolz sein.

Es ist besser in der Stille getrieben, als mit hartem Wind beigelegt.

Es ist besser in die Faust, denn in die Luft gered’t.

Es ist besser in Disteln und Dornen baden, denn mit falschen Zungen fein beladen.

Es ist besser Kinder weinen, denn alte Leute.
Es ist besser Kinder weinen, denn du.
Besser, die Kinder weinen, als du.
(Als Erklärung zu diesem Sprichwort schrieb Agricola 1530: „Wenn man die Kinder nicht straft in der Jugend, so richten sie hernach Unglück an, also, das die alten Leute den Schaden müssen beweinen helfen, und es hilft doch nicht, denn es ist zu lang geharrt.“ Das bedeutet, eine schlechte Erziehung der Kinder und Fehler der Eltern dabei lassen sich meist nie mehr korrigieren. Selbst als alte Leute werden sie unter einer fehlerhaften Erziehung zu leiden haben. Ohne berechtigte Strafen und mit zu viel Nachsicht schaden Eltern ihren Kindern. Heute gibt es fast überall Elternschulen, die den Eltern bei der richtigen Erziehung helfen können. Leider werden solche Hilfen zu oft nicht angenommen.)

Es ist besser lüderlich geritten als hoffärtig gefahren.

Es ist besser mit den Frommen stehlen, als den Gottlosen beten.

Es ist besser mitmachen, als ein Narr allein sein.
(Das ist ein Sprichwort, mit dem sich hinterher viele herauszureden versuchen. Wie ein anderes Sprichwort meint, ist es besser: Durch fremden Schaden wird man klug., denn: Schaden macht zwar klug, aber nicht reich., besonders, wenn es der eigene Schaden sein sollte. Alle Menschen sind klug, die einen vorher, die anderen nachher; aber besser ist: Eine kluge Hand schreibt (macht) nicht alles, was eine närrische Zunge will.)

Es ist besser mit 'nem ganzen Narren handeln, denn mit 'nem halben.

Es ist besser schimpflich geflohen, als ehrlich gestorben.

Es ist besser schwitzen, als seufzen.

Es ist besser, sich bei kleinem Feuer wärmen, als an einem großen zu brennen.

Es ist besser stehlen als zeihen.

Es ist besser viel wissen, als viel haben.
Besser viel wissen, denn viel reden.

Es ist besser Weiber begraben, denn zur Kirche führen.
Es ist besser, Weiber zu begraben, denn zur Kirche zu führen.

Es ist besser weichen als zanken.

Es ist besser wohl reden, als übel schweigen.

Es ist besser zehn bei Ehren erhalten als einen zum Schelm machen.

Es ist besser, zehn Kinder gemacht, als ein einziges umgebracht.

Es ist besser, zu lecken, als zu beißen.

Es ist besser zweimal wohl als einmal übel.

Es ist bisweilen das beste Fohlen, das die Halfter zerreißt und keine Bande leiden will.

Es ist bös arbeiten und Wasser trinken.

Es ist bös, aus Herren Knechte machen.

Es ist bös blasen mit vollem Munde.

Es ist bös dem Hund das Bein abjagen.

Es ist bös, den Durchlauf im Beutel haben.

Es ist bös essen, wo kein Brot ist.

Es ist bös Nachähren, wo er geschnitten hat.
(Ein gründlicher (geiziger?) Mäher hat das Feld so gründlich abgemäht, das für den später Körnersuchenden auch kein einziges Körnchen zu finden ist.)

Es ist bös raufen, wo keine Haare sitzen.
Es ist bös raufen, wo kein Haar ist.

Es ist bös schleifen ohne Wasser.

Es ist bös schmieden, eh man gemetzt hat.

Es ist bös wider die schreiben, die da mögen vertreiben.

Es ist Chrysam und Tauf an alten Hunden verloren.
(Chrisam ist ein in katholischen und orthodoxen Kirchen bei der Spendung verschiedener Sakramente verwendetes Salböl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Chrisam] )

Es ist dafür gesorgt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
Gott hält die Bäume auf, bevor sie in den Himmel wachsen.
Gott lässt sich keinen Baum in den Himmel wachsen.
Gott sorgt dafür, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
(Im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander stehen gleich 5 Variationen von diesem Sprichwort: Baum Nr. 112 und *391, Gott Nr. 787 und 1024 und Sorgen Nr. 6, zwei davon aus Luthers Tischreden, der es ebenfalls benutzte. Auch Karl Simrock hat zwei davon in seiner Sprichwörtersammlung: Nr. 855 und 3932. In etlichen anderen Sammlungen findet sich mindestens eine davon.)

Es ist das zehnte Wort nicht wahr.

Es ist da zu gewinnen, wie Honig von Wespen.

Es ist dem einen Bettler leid, das der andere vor der Türe steiht.

Es ist dem einen Hunde leid, dass der andre in die Küche geht.
Dem einen Hund ist's leid, wenn der and're in die Küche geht.

Es ist dem Schulzen genug, dass er den Bauern vorgeht.

Es ist den Schelmen nicht zu trauen.

Es ist der beste Hausrat, der ein fromm Weib hat.
Es ist kein besser Hausrat als ein böses Weib.
Ein böses Weib ist ein guter Hausrat.
Es ist kein besser Hausgerät als ein frommes Weib.
Der beste Hausrat ein fromm Weib.
(Früher wurden Frauen nicht als gleichwertig, sonder von den Männern oft nur als Hausrat oder ein Hausgerät (Küchenmaschine und Staubsauger in einem.) angesehen, das zu funktionieren hatte. Ebenso ist die fromme Frau bei Karl Simrock 1846 und die böse Frau bei Andreas Sutor 1716 Hausrat. Paul Winckler war sich 1685 nicht sicher, was besser wäre, ein böses oder ein frommes Weib, da er beides als Sprichwort aufführt, das böse Weib unter Nr. 500/50 und das fromme Weib unter Nr. 600/60.)

Es ist der ordentliche Gebrauch, dass man den schwersten Pack auf den Esel legt.

Es ist der rechte Zapfen für die Flasche.

Es ist des Holzes nicht, da man solche Bildnisse von schnitzt.

Es ist dir gedroht wie einer fetten Gans.

Es ist Dockenwerk, auf Stäben reiten, es ist wohl halb zu Fuß gegangen.

Es ist Draht und Stich daran verloren.
(Erklärung dazu von Körte 1837: Wo zu viele daran herumgeschustert haben. Fleiche bedeutung, wie das Sprichwort: Viele Köche verderben den Brei.)