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Deutsche Sprichworte
Über 12.000 deutsche Sprichwörter auf 27 Seiten
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Mach aus deinen Ohren ein Grab und scharr's zu, bis Amt und Pflicht zu reden gebieten.

Mach aus der Not eine Tugend.

Mach aus einer Mücke keinen Elefanten.
Sonnenuhr im Arboretum Ellerhoop-Thiensen.
Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit'ren Stunden nur.
Mach den Gescheiten.
(Sprichwort mit ähnlicher Bedeutung: Der Klügere gibt nach.)

Mach dich erst sauber.

(Man sollte sich erst um eigenen Fehler kümmern, bevor man andere kritisiert.)


Mach dich klein, aber nicht gemein.


Mach dich mit keinem Hund gemein, wenn du nicht willst gebissen sein.


Mach dich nicht gemein, willst du wertgehalten sein.


Mach dich nicht so klein, so groß bist du nicht.


Mach dich nicht zu hoch, die Tür ist niedrig.


Mach dir keine Feindschaft mit anderen Leuten.


Mach es gut, so hast du Neider,
mach's besser, du beschämst sie.


Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit'ren Stunden nur.


Mach kein Feuer, so beißt dich kein Rauch.


Machst du's gut, hast du's gut, machst du's schlecht, geschieht dir recht.


Machte der Bart heilig, so wär` der Geißbock Heiliger Vater.

Macht man keinen Knopf am Faden, so geht der Stich verloren.

Macht und Will können viel.

Mädchen sagen nein und tun es doch.

Magre Hände machen feiste Füße.

Maler und Poeten sind Freiherrn.

Man ändert nicht die Fürsten, es wechseln nur die Namen.

Man ändert sich oft und bessert sich selten.

Man bekommt kein Fleisch ohne Beilage.

Man bläst so lange in die Asche, bis einem die Funken in die Augen stieben.

Man braucht keinem Narren Schellen anzuhängen.

Man bohrt leichter einen Brunnen, als dass man verfallene aufdeckt.

Man braucht viele Worte, um ein Wort zurückzunehmen.

Man braucht nicht Läuse in den Pelz zu setzen, sie kommen von selbst hinein.

Man braucht viel Heu, um allen Leuten das Maul zu stopfen.

Man bricht die Kunst nicht vom Zaune.

Manche Hand ist schwach zum Erwerben und stark zum Vertun.

Manche ist Jungfrau und im Herzen Weib.

Manchen betrifft größere Gefahr zu Haus, als im Krieg.

Manchen hält man für fett und ist nur geschwollen.


Mancher Amtmann gibt seinem Herrn einen Nutzen vor, da sieben Schäden hinter sind.

Mancher baut ein Haus und muss zuerst hinaus.

Mancher besteht bei der Wahrheit wie Butter bei der Sonne.

Mancher büßt, was andere verbrochen haben.

Mancher denkt, er wäre der Herrgott selbst.

Mancher denkt nicht weiter als ein fettes Schwein springt.


Mancher denkt zu fischen und krebst nur.

Mancher, der nie ein Pferd beschritt, singt oft ein Reiterlied.

Mancher droht und zittert vor Furcht.

Mancher entfleucht dem Falken und wird vom Sperber gehalten.

Mancher flieht einen Bach und fällt in den Rhein.

Mancher fragt, wie es mir geh`, ging` es mir wohl, es tät` ihm weh.

Mancher geht mit Jucken ins Bad und kommt mit der Krätze wieder.

Mancher gibt mit Löffeln und nimmt mit Scheffeln*24.

Mancher greist, eh er weist.

Mancher hält haus, als müsst' er über Nacht verderben.

Mancher hat den Leuchter in der Hand und sucht ihn damit.

Mancher hat den schönsten Zaun um einen öden Garten.

Mancher hat die Einsicht, aber keine Aussicht.

Mancher hat ein so enges Gewissen, man möchte mit einem Fuder Heu hindurchfahren.

Mancher hat so ein dickes Fell, dass er kein Rückgrat braucht.

Mancher hat ein weites Gewissen wie Franziskanerärmel.

Mancher hat mehr in der Aschen als ein anderer in der Taschen.

Mancher hat so ein dickes Fell, dass er kein Rückgrat braucht.


Mancher ist ein Mann, der's kann, doch sieht man ihm nicht an, dass er's kann.

Mancher ist fröhlich und sein Herz erfährt`s nicht.

Mancher ist hochgeboren und nicht hocherkoren, mancher hocherkoren und niedergeboren.

Mancher kann wohl kochen, aber nicht anrichten.

Mancher kehrt vor des Nachbars Tür und lässt den Schmutz vor der eigenen liegen.

Mancher küsst einen auf den Backen und schlägt ihn mit der Faust in den Nacken.

Mancher Leute Hoffnung fällt in Brunnen.

Mancher liest in der Bibel und lebt doch sehr übel.


Mancher lög` einen ganzen Tag und ständ` auf einem Bein dazu.

Mancher möchte gern noch schlechter sehen, als er sieht.

Mancher muss entgelten, was er nie genossen hat.

Mancher rauft den toten Löwen beim Bart, der ihn lebend nicht ansehen durfte.

Mancher reist krätzig ins Bad und kommt räudig wieder heim.

Mancher schießt ins Blaue und trifft ins Schwarze.

Mancher schläft den Hasenschlaf (mit offenen Augen).

Mancher schläft mit offnen Augen wie der Hase.

Mancher sieht mit einem Auge mehr als ein anderer mit zweien.

Mancher sucht Honig und findet Galle.

Mancher träumt so lange vom Glück, bis er es schließlich verschläft.


Mancher verbösert und glaubt, er verbessert.

Mancher verdaut den Hafen*12, ein andrer kaum das Mus.

Mancher verdirbt, eh er stirbt.

Mancher vergisst nur deshalb seine Pflichten, weil er stets an seine Rechte denkt.

Mancher von Frauen übel red`t, der doch nicht weiß, was seine Mutter tät.

Mancher wäre jung genug, wenn er nicht so ein alt Gesicht hätte.

Mancher will fliegen, ehe er Federn hat.

Mancher zieht eine Schlange auf im Busen die ihn selbst hernach sticht.

Manches wird besser gepfiffen, als gesagt.

Manch gute Kuh hat ein übel Kalb.

Man darf dem Gerber das Leder nicht stehlen, um den Armen Schuhe daraus zu machen.

Man darf dem Unglück keine Boten senden.

Man darf den Teufel nicht zu Gevatter bitten.

Man darf die Eier nicht wannen, man isst sie wohl mit dem Staube.
(Damit ist gemeint, man darf die Eier nicht abwaschen = wannen. Da man die Schalen der Eier nicht mitisst, braucht man sie vor dem Kochen nicht abwaschen, sie können mit dem Schmutz auf den Tisch kommen. Weil man nur das Innere isst, hätte der Schmutz auf der Schale keinen Einfluss auf das Ei selbst. Dieses Sprichwort weist schon vor 1600 auf die Sparsamkeit hin, wenn auch mit anderen Schwerpunkten als heute. Andere lassen das „wannen“ wohl nicht aus Sparsamkeit, sondern auch aus anderen Gründen.)

Man (be)darf keiner Juden mehr, es sind andere, die wuchern können.
(Juden und Wucherer waren im früheren Sprachgebrauch des Volks fast gleichbedeutend. Juden wurden von der christlichen Obrigkeit in der guten alten Zeit förmlich zu Wucherern gemacht, als welche sie später verrufen sind. Die Juden waren rechtlos; sie genossen bloß Schutzrechte seitens des Kaisers, die sie sehr teuer bezahlen mussten. Dadurch sind sie die Melkkühe des Reichs geworden. Um ihnen möglichst viel auspressen zu können, mussten sie erst viel besitzen. Um den Judenschutz recht einträglich zu machen, verlieh man ihnen die besondere Rechte, wie Faustpfänder und Zinsen nehmen. Rechte, die Christen verboten waren. So wurden Wucherer und Jude gleichbedeutend. Als später auch Christen Pfandleiher wurden, hießen sie zum Unterschied „getaufter Juden“. Schon vor dem 15. Jahrhundert, aus dem dieses Sprichwort stammt, waren es christliche Wucherer, die sich auf Kosten anderer bereicherten. Heute wird man meist ganz unchristlich von christlichen oder anderen Wucherern um sein Geld gebracht. Wie die Sprichwörter von früher sind die falschen Vorurteile aber geblieben.)

Man darf nur anderen die Wahrheit sagen, wenn man sie selber ertragen kann.

Man darf seinem Heu Stroh sagen.

Man disputiert mehr über die Schale als über den Kern.

Man ehrt den Baum des Schattens wegen.

Man empfängt die Gäste freundlich mit Mund und Hand und mit Herzen, wie Gott wohl weiß.

Man empfängt die Leute nach ihrem Kleide und entlässt sich nach ihrem Verstand.

Man entgeht wohl der Strafe, aber nicht dem Gewissen.

Man fange keine Neuerung an, weil selten Neues gutgetan.

Man fängt auch wohl den gescheiten Fuchs.

Man fängt keinen Fuchs außer im Fuchsbalge.

Man fängt nicht zwei Tauben mit einer Bohne.

Man fasst das Pferd beim Zaum, den Mann beim Wort.

Man findet keine Herrschaft vollkommen.

Man findet keine Rosen ohne Dornen.

Man findet manchen Esel, der nie Säcke trug.

Man findet manchen Tropf, der nie nach Aachen kam.

Man findet mehr Schüler als Meister.


Man findet so leicht einen alten Toren, als einen jungen.

Man fragt die Kinder groß nicht, was sie klein getragen haben.

Man fragt nicht, was hast du verschlemmt, sondern was hast du?

Man füllt leichter den Bauch als die Augen.

Man fürchtet nur die Schweigenden.


Man geht so lang um den Brei, bis er kalt wird.


Mangelt die Gunst, so brauch deine Kunst.

Man gibt den Hunden nicht so viel, als sie heischen mit des Schweifes Spiel.

Man gibt keinem Mäher den Lohn, er hab' ihn denn verdient.

Man gibt nicht viel Goldes um ein Ei.

Man gibt oft einem ein Kind, wär's eine Gans, es wär' keine Feder dran.

Man glaubt an keinen Heiligen, er zeichne denn.

Man glaubt an keinen sch–den Heiligen.

Man glaubt eher das Schlechte als das Gute.

Man hält einen Hund in Ehren seines Herrn wegen.

Man hängt keinen Dieb, eh man ihn hat.

Man hängt keinen zweimal.

Man heißt keine Kuh bunt, sie habe denn einen Flecken.

Man henkt keinen Dieb wider seinen Willen.

Man hofft, solange man lebt.

Man höre auch den anderen Teil.

Man isst nicht Brot zu Käse, sondern Käse zu Brot.

Man isst so lange weißes Brot, bis man nach schwarzem verlangt.

Man isst, um zu leben, und lebt nicht, um zu essen.

Man ist nie weniger allein, denn allein.

Man jagt die Katze zu spät vom Speck, wenn er gefressen ist.

Man kann arbeiten wie ein Ackergaul, für Zuschauer ist man immer zu faul.

Man kann auch mit müden Beinen noch weit gehen.


Man kann auf keinem Kissen in den Himmel rutschen.


Man kann aus jedem Buche etwas lernen.


Man kann Bären und Bauern zähmen, warum nicht auch böse Buben?

Man kann davon so wenig sehen als Füße an einer Schlange.

Man kann dem Alter vorlaufen, aber nicht vorraten.


Man kann den Schornstein nicht fegen, ohne sich die Hände schwarz zu machen.


Man kann den Wind nicht lenken, aber die Segel anpassen.


Man kann der Hacke bald einen Stiel finden.

Man kann des Guten nicht zu viel tun, sagte jene Frau, da ertränkte sie sich im Weihkessel.

Man kann die Fackel umkehren, die Flamme schlägt doch empor.

Man kann die Natur nicht ändern.

Man kann dies nicht auf einer Armbrust daherschießen.

Man kann die Wahrheit drücken, aber nicht erdrücken.

Man kann einem Esel wohl den Schwanz verbergen, aber die Ohren lässt er vorgucken.

Man kann einem Geizigen nicht mehr Unglück wünschen, denn dass er lange lebe.

Man kann einer Laus nicht mehr nehmen als das Leben.

Man kann gedenken, dass kranken Leuten nicht wohl ist.

Man kann gegen Wellen ankämpfen oder sich von ihnen in die Zukunft tragen lassen.

Man kann Gott belügen, aber nicht betrügen.

Man kann kein Feuer so tief am Boden machen, es schlägt der Rauch in die Höhe.

Man kann lange gähnen, ehe einem eine gebratene Taube ins Maul fliegt.

Man kann lange sprechen, ohne etwas zu sagen.


Man kann nicht alle krummen Hölzer gerade machen.

Man kann nicht alle Krümmen schlicht machen.

Man kann nicht allen Leuten ins Herz sehen.
(Das bedeutet, man kann nicht wissen, ob man ihnen trauen kann.)

Man kann nicht alle Schäden mit einem Pflaster heilen.

Man kann nicht alles haben.

Man kann nicht allzeit mit eignen Ochsen pflügen.

Man kann nicht auf einmal aller Kinder Gevatter werden.

Man kann nicht aus sich selbst heraus.

Man kann nicht jede Gefahr vermeiden.


Man kann nicht länger Frieden halten, als der Nachbar will.


Man kann niemand helfen, den Karren ziehen, der nicht mitzieht.

Man kann sich an einem Hund versündigen.

Man kann sich doch kein Geld aus den Rippen schneiden.

Man kann sich selbst keine Bäume pflanzen.

Man kann, was man will.
(Ein altes Sprichwort, das nicht stimmen kann, denn oft kann man eben nicht alles, was man will. Ein anderes, welches dann zutrifft, ist: Wer nicht kann, wie er will, muss wollen, wie er kann.)

Man kann wohl lesen, was man gewesen, aber nicht schreiben, was man wird bleiben.

Man kauft den Ochsen nicht teurer, weil er bunt ist.

Man kauft den Wein nicht nach dem Ansehen.

Man kauft den Wein nicht nach der Gestalt des Fasses.

Man klopft immer zu früh an, wenn man Geld einfordert.

Man klopft so lang an den Reifen, bis dem Fass der Boden ausspringt.

Man kocht noch am Brei.

Man könnt' ihr auf dem Fleisch eine Laus knicken.

Man kreucht so hoch, als man fleucht.

Man küsst das Kind oft um der Mutter willen.

Man lasse dem Hunde den Knochen, so bleibt man ungebissen.

Man lasse den Edelleuten ihr Wildbret, den Bauern ihre Kirmes und den Hunden ihre Hochzeit, so bleibt man ungerauft.

Man lässt sich lieber vom Wolf fressen als von Schafen, so tut einem das kiefen nicht so wehe.
Es fress mich lieber ein Wolf, denn ein Schaf, tut einem das kiefen nicht wehe.
(Aus dem Altdeutschen: kiefen = nagen, mühsam kauen oder keifen, zanken;.Kiefen, Kieferbsen = grüne Erbsen in Schoten; Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird.)

Man lernt eher eine Sprache in der Küche als in der Schule.

Man lernt mehr mit den Ohren als mit den Augen.

Man lernt nie aus.

Man lernt, solange man lebt.

Man liebt den Verrat, nicht den Verräter.

Man liest keine Feigen von Dornhecken.

Man mag den Raben waschen, wie man will, er bleibt doch schwarz.

Man mästet das Schwein nicht um des Schweines willen.


Man meint oft, der Himmel hängt voll Geigen; sieht man recht zu, so sind es kaum Nussschalen.

Man muss arbeiten in der Jugend, damit man zu zehren hat im Alter.

Man muss aus der Not eine Tugend machen.

Man muss Bäckerskindern keine Stuten geben.

Man muss Beelzebub mit Beelzebub vertreiben.

Man muss beschert für bedacht nehmen.

Man muss bisweilen durch die Finger sehen.
(Wer durch die Finger sieht, sieht nicht so genau hin und drückt ein Auge zu. Er rügt nicht jede Kleinigkeit und beachtet großmütig kleine Fehler nicht und sieht darüber hinweg.)

Man muss bisweilen fünf gerade sein lassen.

Man muss das Beste hoffen, das Schlimme kommt von selbst.

Man muss das Beste hoffen und das Böse gewarten.

Man muss das ein und andre sagen.

Man muss (soll) das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Wenn das Eisen heiß ist, soll man schmieden.
(Das bedeutet, man sollte schnell handeln, eine sich bietende Gelegenheit nutzen, bevor sie vorbei ist und es zu spät sein könnte. Das Sprichwort ist in vielen anderen Ländern ebenfalls bekannt. Nach verschiedenen unbewiesenen Quellen soll es auf Terenz, Ovid oder andere zurückgehen. Als deutsches Sprichwort (der 2. Spruch) steht es schon im 17. Jahrhundert im Sprichwörterbuch „Florilegium Politicum. Politischer Blumengarten“ von Christophorum Lehmann aus dem Jahr 1630 auf Seite 258, Nr.8 im Kapitel Gelegenheit.)

Man muss das Geld von den Leuten nehmen, von Bäumen kann man's nicht schütteln.

Man muss das Glück unterwegs suchen, nicht am Ziel, da ist die Reise zu Ende.

Man muss das Pferd und nicht den Reiter zäumen.

Man muss das Schamhütlein ablegen, wenn man zu etwas kommen will.

Man muss dem Alter hausen.

Man muss dem Gelde gebieten, nicht gehorchen.

Man muss dem Glück ein Pförtchen öffnen.

Man muss dem Hobel nicht zu viel Eisen geben.

Man muss dem Kind den rechten Namen geben.
Man muss dem Kind einen Namen geben.

Man muss dem Mund nur was bieten.

Man muss dem Nachbar keinen Brand ins Haus legen, man zündet sonst sein eigenes an.

Man muss dem Teufel ein Kerzchen aufstecken.


Man muss den Bissen nicht größer machen als das Maul.

Man muss den Bock nicht zum Gärtner machen.


Man muss den Brei nicht weiter treten, als er von selbst fließt.


Man muss den Flachs nicht loben, man hab` ihn denn am Kloben.

Man muss den Honig so aus dem Korbe nehmen, dass den Bienen auch was bleibt.

Man muss den Immen die Waben nehmen.

Man muss den Sack verbinden, eh er voll ist.

Man muss den Schmer der Katze nicht abkaufen.
(Schmer = aus dem mittelhochdeutschem, Fett, Bauchfett (bes. beim Schwein).)

Man muss den Willen für das Werk nehmen.

Man muss den Wolf erst fangen (haben), ehe man ihm das Fell abzieht.

Man muss der Kalbzeit ihr Recht lassen.

Man muss der Sau keine Perlen anhängen.

Man muss der Zeit ihr Recht tun.

Man muss der Zeit nicht vorgreifen.

Man muss die Angel einwerfen und die Fische herausziehen.

Man muss die Dinge nehmen, wie sie sind.

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen, und das Wetter nehmen, wie es ist.


Man muss die Gelegenheit am Stirnhaar fassen.
Man muss die Gelegenheit beim Schopf ergreifen.

Man muss die Gunst für die Gabe nehmen.

Man muss die Haut nicht eher feilbieten, als bis man den Bären hat.

Man muss die Henne rupfen, ohne dass sie schreit.

Man muss die Kirschen erst reif werden lassen.

Man muss die Leute reden lassen, Fische (Gänse) können's nicht.

Man muss die Menschen so nehmen, wie sie sind, und nicht, wie sie sein müssten.

Man muss die Rose auf dem Stiel nicht verwelken lassen.
(Das Sprichwort rät den Eltern von Töchtern, mit der Verheiratung ihrer Töchter nicht zu lange zu warten, bevor sie zu alt werden und keiner sie mehr will.)

Man muss die Sache angreifen, wo man sie fassen kann.

Man muss die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat.

Man muss die Worte nicht auf die Goldwaage legen.

Man muss die Wurst nach der Speckseite werfen.

Man muss ein Aas legen, so man fangen will.

Man muss einem bösen Hund ein Stück Brot ins Maul werfen.

Man muss ein König oder ein Narr geboren werden.

Man muss eins ins andre rechnen.

Man muss erst seine Brache düngen, eh' man dem Nachbar Dünger verkauft.

Man muss es nehmen, wie es kommt.

Man muss Frieden machen, solange man noch kämpfen kann.

Man muss früh aufstehen, wenn man früh fertig werden will.

Man muss Fuchs und Hase sein, Weiß und Schwarz können.

Man muss gute Miene zum bösen Spiel machen.
(Wenn mit einer Sache unzufrieden ist, aber es nicht merken lassen will, täuscht man äußerlich Zufriedenheit vor. Man verbirgt seinen Ärger, Besorgnis oder Kummer hinter einer heitern Äußeren.)

Man muss Haare scheren, wo sie sind.

Man muss Heu machen, weil die Sonne scheint.

Man muss hinten und vorn Augen haben.

Man muss hören und nicht hören.

Man muss immer weiter denken, als man kommt.

Man muss jedem lassen, nachdem er Adern hat.


Man muss kaufen, wann (weil) Markt ist.

Man muss keine Katze im Sack kaufen.

Man muss leben, wie man kann, nicht wie man will.

Man muss manch ästigen Block ungespalten lassen.

Man muss mit fremden Sachen behutsamer umgehen als mit seinen eigenen.

Man muss mit Gott in die Hände speien und anfangen.

Man muss mit ihm umgehen wie mit einem weichen Ei.

Man muss nicht alle Berge ebnen wollen.

Man muss nicht alle Pfeile zumal verschießen.

Man muss nicht alles dem Zufall überlassen.

Man muss nicht alles zu Bolzen drehen.

Man muss nicht dem Nachbar das Korn abschneiden.

Man muss nicht der Katze den Braten (die Milch) anvertrauen.

(Gleiche Bedeutung wie den Bock zum Gärtner machen, man ist vorhersehbar selber schuld am Verlust.)

Man muss nicht einem jedem sagen, wo der Fuchs Eier legt.


Man muss nicht jeden Schmerz zum Doktor tragen.


Man muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.


Man muss (soll) nicht jeglichem Geiste (allen Geistern) glauben.

Man muss nicht mehr schlachten, als man salzen kann.

Man muss nicht mit der großen Kelle anrichten.

Man muss nicht mit jedem Brüderschaft trinken.

Man muss nicht nach jeder Mücke schlagen.


Man muss nicht nur die Hände, auch die Kehle schmieren.

Man muss nichts riskieren, wo nichts zu gewinnen ist.

Man muss nicht über des Nachbars Dach spotten, wenn das eigene Löcher hat.


Man muss nicht vor der Zeit urteilen.


Man muss nicht zwei Hasen zugleich jagen.


Man muss oft die Jagd abblasen, ob man gleich nichts gefangen hat.

Man muss oft dulden, was man nicht will, um zu bekommen, was man will.

Man muss schmieden, weil das Eisen glüht.


Man muss schneiden, wann Ernte ist.

Man muss seine Haut so teuer als möglich verkaufen.

Man muss sich früh auf den Weg machen, wenn man früh ankommen will.

Man muss sich mit Brot behelfen, bis man Fleisch bekommt.

Man muss sich nach der Decke strecken, sonst kommt man mit den Füßen aufs Stroh.
(Man kann nur das ausgeben, was man vorher eingenommen hat.)

Man muss sich nach der Zeit richten, die Zeit richtet sich nicht nach uns.

Man muss sich nicht Äpfel für Zitronen verkaufen lassen.

Man muss sich nicht in die Karte sehen lassen.

Man muss sich strecken nach der Decken.

Man müsste viele Schlösser haben, wenn man allen bösen Menschen den Mund zuschließen wollte.

Man muss tun, wie man kann und nicht, wie man mag.

Man muss über Nacht kein Messer auf dem Tisch liegen lassen, sonst kann man nicht schlafen.


Man muss um eines Baumes willen nicht den ganzen Wald ausrotten.

Man muss viel hören, ehe ein Ohr abfällt.


Man muss weiter sehen, als die Nase reicht.

Man neigt dem Baum, der Nutzen bringt.

Männer sollen reden, Frauen schweigen.

Männer verschweigen fremde, Weiber eigene Geheimnisse.

Männer von der Zunft walten mit Unvernunft.

Männer wollen nicht die große Freiheit. Sie wollen viele kleine Freiheiten.

Mannes Mutter, Teufels Unterfutter.

Mann gegen Mann, aber zwei gegen den Teufel.

Mannlich wehrt sich unrechter Tat.

Mann ohne Weib, Haupt ohne Leib; Weib ohne Mann, Leib ohne Haupt daran.

Mann und Weib haben kein gezweites Gut zu ihrem Leib.

Mann und Weib sind ein Leib.

Man plätzt nicht neue Flecke auf alte Juppen.

Man redet viel, wenn der Tag lang ist.

Man reitet den Gaul erst, wenn man ihn hat.

Man ruft den Esel nicht zu Hofe, denn dass er Säcke trage.

Man ruft so lange Fastelabend*9, bis die Faste kommt.

Man sagt nicht zu der Kuh Bläßle, wenn sie nicht wenigstens einen Stern hat.

Man sagt so lange von einem Dinge, bis es geschieht.

Man sagt viel von hier und dar, doch wenig nur ist davon wahr.

Man sagt wohl vom vielen Saufen, aber nicht von großem Durst.

Man sattle eine Sau, es wird kein Zelter draus.

Man schabt den Käse, weil man ihn nicht rupfen kann.

Man schickt Füchse aus, um Füchse zu fangen.

Man schimpft den Gerber nicht, so man ihn schäbigen Kerl nennt.

Man schläft sich nicht gelehrt.

Man schlägt auf den Sack und meint den Esel.

Man schüttelt die Weisheit nicht aus dem Ärmel heraus.

Man schwätzt oft einem von einem Kissen und setzt sich an seiner statt darauf.

Man sieht an den Leuten hin, aber nicht in die Leute hinein.

Man sieht den Splitter im fremden Auge, im eigenen den Balken nicht.

Man sieht die Flöhe besser auf einem weißen Tuche als auf einem schwarzen.

Man sieht es an der Nase bald, ob Weiber warm sind oder kalt.

Man sieht manchen lachen, der weinen sollte.

Man sieht nicht mit einem schmutzigen Maul zum Fenster hinaus, man habe denn einen reichen Witwer geheiratet.

Man sieht's an den Hosen, wo das Bein entzwei ist.

Man sieht's an der Asche noch, wo der Topf gestanden hat.

Man sieht's dem Kind an, was es für einen Vater hat.

Man sieht's wohl am Nest, was für Vögel darin sind.

Man sieht wohl, wes Geistes Kind er ist.

Man sieht zeitig am Kamme, was ein Hahn werden will.

Man soll an keinem Kranken verzagen, dieweil er noch Atem holt.

Man soll das Alte nicht ab-, das Neue nicht aufbringen.

Man soll das Brett bohren, wo es am dünnsten ist.


Man soll das eine tun und das andere nicht lassen.

Man soll das Eisen schmieden, weil (solange) es heiß ist.

Man soll das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

Man soll das Korn nicht essen, eh es gesäet ist.

Man soll den Acker nicht zu wohl düngen.

Man soll den Bogen nicht überspannen, noch den Esel übergürten.

Man soll den Esel nicht übergürten.

Man soll den Mantel kehren nach dem Winde (wie das Wetter geht).

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

Man soll den Teufel nicht an die Wand malen.

Man soll der Herrn genießen, dass sie auch bei Brot bleiben.

Man soll des Guten nicht zuviel tun.

Man soll die Ämter mit Leuten, nicht die Leute mit Ämtern versehen.

Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, ehe der Bär gestochen ist.

Man soll die Beute nicht vor dem Sieg teilen.

Man soll die Feinde nicht zählen, sondern schlagen.
(Man soll nicht zu ängstlich sein und unbesonnen reagieren. Möglicherweise handelt man in Panik, um einer kleinen Gefahr zu entgehen und gerät in noch größere.)


Man soll die Kuh melken und nicht schinden.

Man soll die Perlen nicht vor die Säue werfen.
(Man soll Edles und Wertvolles nicht denen geben, die es nicht verdienen oder zu würdigen wissen.)


Man soll die Rechnung mit seinem Beutel machen.

Man soll die Rechnung nicht ohne den Wirt machen.

Man soll einen da loben, wo er hübsch ist.

Man soll einen Degen sechzig Jahre lang tragen um einer einzigen bösen Stunde willen.

Man soll einen nicht halten, wie man ihn ansieht.

Man soll ein gut Schwert nicht in alle Scheiden probieren.

Man soll es bei den alten Löchern lassen.

Man soll Fuß bei Mahl halten.

Man soll herbsten, solang Herbstzeit ist.

Man soll Hund um Eberköpfe geben.

Man soll ihm den Brotkorb höher hängen.

Man soll keine Faust im Sacke machen.

Man soll mit unserm Herrgott vorlieb nehmen.

Man soll nicht eher fliegen wollen, als bis man Federn hat.

Man soll nicht einen Altar entblößen, um den anderen zu decken.

Man soll nicht feilschen, was man nicht kaufen will.

Man soll nicht Hopsa (Hopp) schreien, ehe man über den Bach (Graben) ist.

Man soll nicht mehr Teufel rufen, als man bannen kann.


Man soll nicht rufen: holt Fische, eh man sie hat.

Man soll nicht um des Kaisers Bart streiten.

Man soll nicht von jemand sprechen, den man nicht kennt.


Man soll nie eine Dame fragen, wie alt sie ist.


Man soll niemand seine erste Bitte abschlagen.

Man soll nur loben, was Lob verdient.

Man soll seine Nase nicht in Nachbars Töpfe stecken.

Man soll sein Licht nicht untern Scheffel*24 stellen.

Man soll um eines Baumes willen nicht den ganzen Wald roden.

Man sorgt sich eher alt als reich.

Man spricht, es wird böser oder besser; weil aber das Glück rund ist und das Beste selten nachkommt, so begibt es sich eher, dass es böser als besser wird.

Man spricht so lange von der Kirmes, bis sie kommt.

Man stiehlt auch wohl der Elster ein Ei.

Man stirbt, so lange man lebt.


Man straft gern am Gesind, was verbrochen hat das Kind.

Man sucht keinen hinterm Ofen, man habe denn selbst dahinter gesteckt.

Man sucht oft etwas in der Weite und hat`s an seiner Seite.

Man trinkt wohl aus einem Fass, aber nicht all aus einer Kanne.

Man tritt den Frosch so lange, dass er pfeift.

Man tut geschwind, was lange reut.

Man verändert sich oft, aber bessert sich selten.


Man vergisst nichts sobald als Wohltaten.

Man vergisst viel Leid in vierundzwanzig Stunden.

Man verklagt keine Sau, die einen besudelt.

Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man in die Ferne kommt.


Man weiß nicht, wen der Herr schickt.

Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch was dazu.

Man wirft nicht mit Eiern nach Sperlingen.

Man zerreißt den Strick, wo er am dünnsten ist.

Markt lehrt kramen.

Marsch in dein Winterquartier, sprach der Wachtmeister zu der Laus, als er sie vom Bart unter die Hemdkrause setzte.

Mäßig Feuer kocht am besten.

Mäßigkeit wird alt, zu viel stirbt bald.

Mäßig wird alt, zu viel stirbt bald.

Maß trägt aller Tugend Krone.

Maß und Ziel ist das beste Spiel.
Mehr Glück als Verstand.

Mein Buhl die schönste.

Meine Kopfschmerzen fühlt der Nachbar nicht.

Meiner Mutter Kuh Bruder war ein Ochs.

Meines Freundes Feind ist oft mein bester Freund.

Mein Holz kann mir niemand verbrennen.

Mein kleiner Finger hat es mir gesagt.

Mein Pfeffer ist so gut wie dein Safran (Sirup).

Mein Pfennig ist deines Pfennigs Bruder.

Mein und Dein bringt alles Unglück herein.

Mein und Dein ist alles Zankes Ursprung.

Mein Vater ist der Höchste in Konstanz, sprach die Tochter des Turmwarts.

Meister Gutdünkel ist aller Ketzerei Großvater.

Menschen, die andere verachten, sind selber nicht zu achten.

Menschengunst macht Dunst.

Menschen und Wind ändern geschwind.

Metzger, Gerber und Schinder sind Geschwisterkinder.

Mich dünkt, ich wähn, ich acht, ich halt, tut oft der Wahrheit groß Gewalt.

Michelswein, süßer Wein.

Mir genügt, wie's Gott fügt.

Mir graut, rief Reupel, da fand er ein fremd Unterkleid an seinem Bettstollen hängen.

Missbrauch ist keine Gewohnheit.

Missbrauch lehrt den rechten Brauch.

Miss dein Glück nicht nach fremder Elle.

Missgünstige und Ehrgeizige hören gern von anderen übel reden.

Misstrauen bringt weiter als Zutrauen.

Misstrauen ist eine Axt am Baum der Liebe.


Misstrauen untergräbt die Freundschaft.


Mit Abteilung der Güter zertrennen sich auch die Gemüter.

Mit allen essen, mit keinem es halten.

Mit altem Hunde sicherste Jagd.

Mit anderer Sachen muss man behutsamer umgehen als mit seinen eigenen.

Mit Ausdauer kam auch die Schnecke noch in die Arche.

Mit Austeilen gewinnt man Freunde.


Mit bloßem Schein muss man nicht zufrieden sein.


Mit bösen Gäulen bricht man das Eis.

Mit Dank hab` schmalzt man keine Suppe.

Mit dem Alter ist es wie mit dem Wein: Es muss ein guter Jahrgang sein.

Mit dem Guten wird man gut und bös mit dem, der übel tut.

Mit dem Halse bezahlt man alles.

Mit dem Ofen ist schwer um die Wette gähnen.

Mit dem Pfennig fängt man an zu spielen.

Mit dem Spaß muss man aufhören, wenn er am meisten Spaß macht.

Mit dem Teufel ist nicht gut Kirschen essen.


Mit dem Wirt ändert sich das Haus.


Mit den Alten soll man ratschlagen und mit den Jungen fechten.

Mit den Beinen läuft man nicht in den Himmel.

Mit den Gänsen sollen wir trinken, aber nicht essen.

Mit den Händen gibt man Leute zusammen, und mit den Füßen gehen sie auseinander.

Mit den Herren ist nicht gut Kirschen essen, denn sie schießen gern mit den Steinen.

Mit den Herren ist nicht gut Kirschen essen, denn sie wollen die Ersten und die Letzten in der Schüssel sein.


Mit den Narren baut man den Weg.

Mit den Wölfen muss man heulen.

Mit der einen Hand geben, mit der andern nehmen.

Mit der Gabel ist's ein Ehr: Mit dem Löffel kriegt man mehr.

Mit der Hoffnung wächst der Mut.

Mit der Münze, womit du zahlst, zahlt man dich auch.

Mit der Mutter soll beginnen, wer die Tochter will gewinnen.

Mit der Pfeife gewonnen, mit der Trommel vertan.

Mit der Wahrheit kommt man am weitesten.

Mit der Wahrheit kommt man ins Geschrei.

Mit der Wahrheit spielt man alle Tage den Karfreitag.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an alles.

Mit der Zeit kommt alles ans Licht.


Mit der Zeit kommt die Henne auf ihre Eier.

(Das bedeutet, man muss einer Sache nur genügend zeit geben, damit sie in die richtige Bahn kommt.)

Mit der Zeit lernt ein wilder Ochs das Joch tragen.


Mit der Zeit reift das Korn.


Mit der Zeit vergeht alles.


Mit der Zeit werden auch die späten Früchte reif.


Mit einem Fischerbuben von neun Jahren ist besser über den Rhein fahren als mit einem Doktor von siebzig.

Mit einem Handwerk kommt man weiter als mit tausend Gulden*11.

Mit einem Heller*14 kann man kein gut Mus kochen.

Mit einem Heller*14 kauft man keinen Ochsen.

Mit einem Löffel Honig fängt man mehr Fliegen als mit einem Fass voll Essig.

Mit einem nahen Acker und einer weit entfernten Schwiegermutter ist es sich am besten gefahren.
(Sprichwort aus Schwaben)

Mit einem Tropfen Honig fängt man mehr Fliegen als mit einer ganzen Kanne Essig.

Mit Ernst ist nicht gut scherzen.

Mit Feuer und Blut wird auch getauft in Märtyrerzeit.

Mit Fragen kommt man durch die Welt.

Mit Fragen kommt man nach Rom.

Mit Fragen wird man berichtet.

Mit fremdem Kalb ist wohlfeil pflügen.

Mit fremdem Schaden ist wohlfeil klug werden.

Mit fremden Fingern ist's leicht Kastanien aus dem Feuer zu holen.

Mit frischen Rosen und Jungfern darf man nicht lange scherzen.

Mit Frommen und Bösen wird das Haus erfüllt.

Mit Fürsten ist bös Kirschen essen; sie werfen einem gern die Steine ins Gesicht.
(aus Württemberg)


Mit Füttern wird keine Zeit verloren.

Mit Gaben fängt man die Götter.

Mit Geben wuchert man am meisten.

Mit Gedanken beisst man einem kein Ohr ab.

Mit Gedanken schlägt man kein Fenster ein.

Mit Geduld und Spucke vertreibt man manche Mucke.

Mit Geduld und Zeit wird Maulbeerblatt zum Atlaskleid.

Mitgegangen, mitgefangen; mitgestohlen (mitgefangen), mitgehangen.

Mit Geld kann man sich keine Freunde kaufen.


Mit Geld probiert man die Welt.

Mit gelehrten Worten überredet man Bauern.

Mit geschwollenen Beinen ist böse tanzen.

Mit Gewalt kann man eine Violine an einem Eichbaum entzweischlagen.

Mit gleicher Elle wird dir gemessen.

Mit Gold ist jede Festung zu erobern.

Mit Gott den Anfang, sonst geht's den Krebsgang.

Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der schönste Lebenslauf.

Mit Gott lässt sich nicht spotten.

Mit großen Herren ist nicht gut Kirschen essen.
Mit großen Herren ist schlecht Kirschen essen.

Mit großen Herren soll man seidne Worte reden.

Mit gutem Winde ist gut segeln.

Mit guten Vorsätzen ist der Weg zur Hölle gepflastert.


Mit (Bei) guten Nachbarn hebt man den Zaun auf.


Mit Hadern gewinnt man nichts als Hadern.

Mit Hadern verliert jedermann außer Papiermacher und Advokaten.

Mit Harren und Hoffen hat`s mancher getroffen.

Mit Herrn ist bös Kirschen essen.


Mit Hunden fängt man Hasen, mit Lob die Narren und mit Geld (Gold) die Frauen.


Mit Kindern muss man spielen, solange man sie noch hat.


Mit klarem Ziel gewinnt man viel.

Mit Kleinem fängt man an, mit Großem hört man auf.

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Mit kranken Beinen ist bös gehn.
Dieses Sprichwort steht so in Band 5 des Deutsches Sprichwörter-Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander aus dem Jahr 1880 unter Bein Nr. 41.
Als Quelle wird die Sammlung Teutsche Sprach und Weissheit von Georg Henischii aus dem Jahr 1616, Spalte 261, angegeben. Dort steht aber "ist bös gehn Rom laufen" und nicht "ist bös gehn". Weitere Quellen sollen die Nr. 485 der Sprichwörter und sprichwörtliche Redensartensammlung von W. Körte aus dem Jahr 1837 und die Nr. 894 der deutschen Sprichwörter von von K. Simrock aus dem Jahr 1846 sein. Dort steht aber:

Mit kranken Beinen ist schlimm nach Rom laufen.

Weiter steht im 5. Band des Deutsches Sprichwörter-Lexikon von Wander unter Bein Nr. 135 das Sprichwort:

Mit schwachen Beinen ist schlecht nach Rom laufen.

Als Quelle wird die Sammlung der Teutschen Weissheit von M. Fridericum Petri aus dem Jahr 1605 genannt,
wo folgendes Sprichwort steht:


Mit krancken Beinen ist böß gen Rom lauffen.

Wahrscheinlich wurde hier teilweise falsch voneinander abgeschrieben und durcheinandergebracht.
Ein Sprichwort und alle schreiben es anders.
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Mit kurzer Elle kann man viel messen.

Mit leerer Hand ist schwer Vögel fangen.

Mit Leib und Blut kommt man in des Kaisers Reich, mit Glauben und Gewissen in Gottes Reich.

Mitleid bekommt man umsonst, Neid erwirbt man sich.

Mit Listen kann niemand Gut eigen machen.

Mit Lügen und Listen füllt man Sack und Kisten.

Mit Rechten und Kriegen gewinnt niemand viel.

Mit Recht verliert man das mit Schwänken, was man gewonnen hat mit Ränken.

Mit Scham und Schaden wird man klug und gelehrt.

Mit Schmeicheln erweicht man die Herzen.


Mit seinen Knochen wollen wir noch Nüsse von den Bäumen werfen.

Mit Singen und Springen kann man`s vollbringen.

Mit Speck fängt man Mäuse.


Mittelstraß`das beste Maß.


Mitten auf dem Meer macht der Wind viel Wellen.


Mit Verwandten soll man trinken und essen, aber nicht zählen und messen.


Mit vielem kommt man aus, mit wenig hält man haus.

Mit vielen Augen ist besser sehen denn mit einem.

Mit viel Weibern zeugt man viel Kinder.

Mit viel Zank und Disputieren tut man oft die Wahrheit verlieren.

Mit vollem Bauch ist gut Fastenpredigt halten.

Mit vollem Mund ist bös blasen.

Mit Wachen und mit Wagen muss man das Glück erjagen.

Mit Wein macht man den Psittich (Papagei) schwatzen.

Mit wenigen Gesetzen regiert man wohl.

Mit wenig lebt man wohl.

Mit Zank gewinnt man nicht viel.

Mit Zank und Streit kommt man nicht weit.

Mit Zeit und Weile kommt man nach Rom.


Mit zunehmendem Alter wird man nicht klug, man weiß nur, dass es die anderen auch nicht sind.


Mögen sie mich hassen, wenn sie mich nur fürchten.

Mönche, Mäuse, Ratten, Maden scheiden selten ohne Schaden.

Morgen ist auch noch (wieder) ein Tag.
(Das bedeutet, man versucht zu rechtfertigen, dass man eine Aufgabe noch nicht erledigt hat, sondern sie erst einmal auf morgen verschoben hat. Ähnliche Sprichwörter auch in anderen Ländern.)

Morgen, morgen, nur nicht heute, sprechen alle trägen (immer faule) Leute.

Morgenstund bringt Brot und Gold im Mund.

Morgenstund hat Gold im Mund.
Morgenstunde hat Gold im Munde, (aber Blei im –).

Morgenstunde ist aller Laster Anfang, Müßiggang hat Gold im Mund.

Müde Ochsen treten hart.

Müh und Fleiß bricht alles Eis.

Müller und Bäcker stehlen nicht, man bringt's ihnen.

Mund und Herz sind eine ganze Spanne voneinander.

Muss es sein, so schick dich drein.

Müßige Leute haben seltsame Gedanken.

Müßiggang begräbt den Menschen lebendig.

Müßiggang hat Armut im Gefolge.

Müßiggang hat bösen Ausgang.

Müßiggang hat bösen Nachklang.

Müßiggang in der Jugend, Arbeit im Alter.

Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Müßiggang ist aller Laster Anfang und des Teufels Ruhebank.
Müßiggang ist des Teufels Ruhebank.
(Vergleichbares englisches Sprichwort: Ein faules Gehirn ist die Werkstatt des Teufels.)

Müßiggang ist der Tugend Untergang.


Müßiggang ist des Teufels Orden, Arbeit ist Gottes Stand.

Müßiggang ist eine schwere Arbeit.

Müßiggang macht endlich traurige Arbeit.

Müßiggang verzehrt den Leib wie Rost das Eisen.

Müßiggehen mag ich nicht, sagte jene Schwester und lauste für die Langeweile die Mäuse.

Muss ist ein bitter Kraut.

Muss ist ein böses Mus.

Muss ist ein Brettnagel.

Muss ist harte Buß.

Muss ist Zwang, und Kreischen ist Kindergesang.

Mutigem Rosse starker Zaum.

Mutiger Blick lockt das Glück.

Mutschierung bricht keine (nicht) gesamte Hand.
(Das bedeutet, bei einer Gesamthandsgemeinschaft gehört einer Gemeinschaft von Personen ein bestimmtes Eigentum gemeinschaftlich, über das nur gemeinschaftlich verfügt werden kann. Mit einer Mutschierung wird die Nutzung ohne Aufhebung der Gemeinschaft geteilt.

Mutter eine Hur, Tochter ein Hürlein.

Mutterflüche kleben nicht, und Vaters Zorn schwärt nicht.

Mutter, ich muß einen Mann han, oder ich zund 's Haus an.

Mütter lieben Töchter, aber Söhne noch viel mehr.

Mutterschoß ist arm, aber warm.

Muttertreu ist täglich neu.

Über 12.000 deutsche Sprichwörter:

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