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Deutsche Sprichwörter
Über 20.000 deutsche Sprichwörter
Er jagt bis Er z
Flagge von Deutschland
Deutsche Sprichwörter  oder
Sprichwörter aus Deutschland ?


Schon vor Jahrhunderten wurden deutsche Sprichwörter oder der Deutschen gesammelt und veröffentlicht, von Agricola und Sebastian Franck im 16., Lehmann, Eyering, Petri, Gruter und Winckler im 17., Bücking, Siebenkees und Sutor im 18. bis Braun, Eiselein, Körte, Simrock und Wander im 19. Jahrhundert. Einige mundartliche Sammlungen kamen aus begrenzten Sprachgebieten, aber keine war „aus“ dem Land Deutschland. Bis 1806 gab es auch kein Deutschland, sondern nur seit dem 10. Jahrhundert das „Heiliges Römisches Reich“, ab dem 15. Jahrhundert mit dem Zusatz „deutscher Nation“.

Danach gab es mehrere regionale Herrschaftsgebiete, und seit 1871 das Deutsche Reich und das Kaiserreich Österreich-Ungarn. Hochdeutsch war ein Dialekt von mehreren, der z. B. in Prag bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Mehrheitssprache war und bis in die 1930er Jahren von über 42.000 Menschen als Muttersprache gesprochen wurde. Früher und heute wird Hochdeutsch außer in Deutschland auch in Österreich, in Teilen der Schweiz und den Grenzregionen in allen anderen Nachbarländern und teilweise in Afrika in den ehemaligen deutschen Kolonien gesprochen.

Im Deutschen Sprichwörter Lexikon hat auch Wander ohne jeden Unterschied jedes noch so entfernte deutschsprachige Werk aus anderen Ländern mit herangezogen. Der schweizerische Autor Kirchhofer schreibt im Vorbericht der Sammlung schweizerischer Sprichwörter „Wahrheit und Dichtung“ auf Seite 6 von einer Sammlung schweizerischer Sprichwörter, die nach München gegangen ist und nicht wiederkam. Sie wird wahrscheinlich eine andere deutsche Sammlung bereichert haben. Einigen „deutschen“ Sprichwörtern ist ihre schweizerische oder österreichische Herkunft auch anzumerken. Deswegen gibt es auch hier nur „Deutsche Sprichwörter“ und keine mit der Herkunftsbezeichnung „aus Deutschland“, da die meisten überall im deutschen Sprachraum entstanden und verbreitet sein können.

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Er jagt dem Wolf das gefressene Schaf ab.

Er kam dazu wie der Hund zur Bratwurst.

Er kam gezogen wie die Flieg aus der Buttermilch.

Er kam nie recht, außer einmal, da warf man ihn die Stiegen hinab.

Er kann das Pulver riechen.

Er kann den Haufen wohl vermehren, aber nicht verbessern.

Er kann die Zähne nicht mehr bedecken.
(Das bedeutet, er ist ausgehungert.)

Er kann durch ein Brett sehen, wenn`s ein Loch hat.

Er kann einem das Maul machen, vom Polster herabschwätzen, um sich darauf zu setzen.
Einen vom Polster schwatzen und sich darauf setzen.
Man schwätzt oft einen vom Polster und setzt sich an seiner statt drauf.
(Einem das Maul machen bedeutet, den anderen zu betrügen, zu täuschen, übervorteilen und ähnliches. Während in den Bayrischen Sprichwörtern von Thomas Mayer 1812 das ganze Sprichwort steht, wird bei Körte 1837 und Braun 1840 der 1. Teil von Mayer weggelassen. Andreas Sutor schreibt 1740 nur „Einem das Maul machen“. Die älteste Version ist die unterste, die 1610 im „Florilegium ethico-politicum“ von Janus Gruterus steht. Bei Wander im Sprichwörter Lexikon steht es als drei verschiedene Sprichwörter unter Maul Nr. *363, Polster Nr. *7 und Schwatzen Nr. 9.)

Er kann einen Bock zwischen den Hörnern küssen.

Er kann einen guten Stiefel vertragen.
(Das bedeutet, er kann ziemlich viel trinken und vertragen.)

Er kann einer Gans ein Hufeisen aufschlagen, jeder Laus eine Stelze machen.
Er kann einer Laus ein Paar Stelzen machen.

Er kann große Bäume ausreißen.

Er kann gut Rinken gießen.
(Rinken, Kesselrinken = alte Bezeichnung für einen Kesselring. Ein Griff am Kessel, der lose und beweglich oben am Kessel befestigt ist, um heiße Kessel gefahrlos greifen und transportieren zu können. Bevor es Türklingeln gab, wurden Ringe (Rinken) auch an Haustüren als Türklopfer verwendet.)

Er kann gut suchen, aber nicht gut finden.

Er kann Hufeisen verdauen.

Er kann hundert Gulden*13 in einem Wetzstein vernähen.

Er kann jedem Zaunstecken einen Hut aufsetzen.
(Das Sprichwort meint böse, hinterlistige Leute, die das Recht zu Unrecht machen, Betrügereien und Täuschung geschickt ausführen und jeder Laus Stelzen machen können.)

Er kann mehr als Brot essen.

Er kann mit der großen Glocke läuten.

Er kann mit einem Pflaster zwei (alle) Schäden heilen.

Er kann nichts dazu, dass die Frösche keine Schwänze haben.

Er kann nichts, denn fromm sein.
(Das bedeutet, er kann eigentlich nichts, denn es bedarf etwas mehr dazu, sich in der Welt zu behaupten und gegen andere feindliche Menschen durchzusetzen.)

Er kann Pferdeeier essen, wo unsereins mit Hühnereiern vorlieb nehmen muss.

Er kann sein ganzes Vermögen in einem Schnupftüchlein über das Hausdach hinüberwerfen.

Er kann's kleine Hexenwerk - und's große treibt er.

Er kann's nicht und will dafür eins husten.

Erkanntes Übel ist gut.
(Das Sprichwort stammt wahrscheinlich aus dem Lateinischen von Plautus: „Behalte was dein! Bekanntes Übel trägt man wohl.“; „Behalte, was du hast. Das Übel, das man kennt, ist das erträglichste.“)

Er kann vor Gewinn nicht reich werden.

Er kann weder gatzen noch Eier legen.
(gatzen = gackern, schnattern, schwätzen, stottern, stockend sprechen.)

Er kann weder singen noch sagen.

Er kauft bei reichen Jungfern Seide.

Er kauft den Haber (Hafer) von der Gans.
(Das bedeutet, er kauft den Hafer, oder auch andere Dinge, sehr teuer, zu teuer.)

Er kehrt vor fremder Tür und hält seine eigne nicht rein.

Er klagt sich wie eine rinnende Pfanne.

Er klagt über den Nagelwurm und leidet am Krebs.

Er kocht in einer Pfanne zweierlei Brei.

Er kommt allzeit wieder, wie 'ne Mücke.

Er kommt auf keinen grünen Zweig.

Er kommt aus dem Grabe und fragt nach dem Tod.
(Sprichwort auch in Frankreich)

Er kommt vom Pferd auf den Esel.

Es kommt mancher vom Pferd auf den Esel.

Er kommt vom Schelmen auf den Dieb.
Er lässt sich keine Spinne überm Maul wachsen.
Er könnte dem Teufel selbst graue Haare machen.

Er kühlt Wein im Glühofen.

Er lädt gern Gäste in andrer Leute Häuser.
(Zu den ungeladenen Gästen gehören auch die,
welche der geladene Gast als gute Freund mitbringt.)


Er lässt das Maul hängen wie ein Leithund.

Er lässt den Schwanz hängen wie ein begossener Hund.

Er lässt die Welt auf seinem Daumen tanzen.
(Er bestimmt alles und die ganze Welt tanzt nach seiner Pfeife.)

Er lässt gern Wein aus anderer Leute Fässer.

Er lässt nichts liegen als Mühlsteine und heiß Eisen.

Er lässt sich keine Spinne überm Maul wachsen.

Er läuft beiher, wie der Wirt von Bielefeld.
(Der Wirt der lief vergeblich neben dem Wagen der abfahrenden Zechpreller. Das bedeutet, ein Wirt versucht vergeblich seine Rechnung von einem Zechpreller einzufordern.)

Er läuft davon wie's Hündlein von Bretten.
Es geschieht ihm, wie dem Hündlein zu Bretten.
(Das bedeutet, jemand ist treu bis in den Tod und es wird im zu Lebzeiten nicht gedankt. Nach einer Version kaufte der Hund für seinen Herrn mit einem Korb alleine alles ein und bekam zum Lohn nur einen Knochen. Einmal wurde ihm von einem Schlachter der Schwanz abgeschnitten und als Geschenk für seinen Herrn in den Korb gelegt. Zurück zu Hause legte er den Korb ab und starb. In einer anderen Version rettete er seine Heimatstadt vor Feinden, die ihm dafür ebenfalls den Schwanz abschnitten. Beides in dem Buch „Badisches Sagen-Buch“, Seite 411 - 414, aus dem Jahr 1846.)

Er läuft mit der Latte (oder mit dem Hölzchen).

Er läuft wie ein Schuster, der den Markt versäumt.

Er läuft wie Klaus mit Säcken.

Er läuft zum Tisch wie eine Sau zum Trog.
(Das bedeutet, man geht ungewaschen, unrein und ohne Manieren oder ohne Tischgebet zum Essen und frisst ungehobelt und maßlos in sich hinein, anstatt wie richtige Menschen mit ordentlichem Benehmen zu essen.)

Er lebt des Windes wie der Stör.
Er lebt von Luft und Wind wie ein Stör.
(Nach diesem Sprichwort braucht er nichts zum Leben, nur Luft und Wind. Ein altes Sprichwort, dass schon zu Luthers Zeit im 16. Jahrhundert verbreitet war. Man glaubte früher, die Störe könnten allein von der Luft und dem Wind leben. So schrieb 1584 Gaius Plinius Secundus im Buch „Bücher und Schrifften, von Natur, art und eigenschafft aller Creaturen oder Geschöpffe Gottes“ auf Seite 282: „Die Stör wohnen im Meer, kommen doch auch von dannen in die süße Wasser heraus und werden gefangen in der Elbe, in der Donau, auch etwa im Rhein. Sie können sich mit kleiner Speise behelfen, auch des puren lautern Lufts oder Windes, daher das gemeine Sprichwort bei uns Teutschen aufkommen. Ebenso: Der Stör kann große mächtige Last mit seinem Schwanz bewegen, auch etwa schwere Blöcke damit gar zerspalten.“)

Er lebt für sich, wie eine freie Reichstadt.

Er lebt im Stand der geflickten Hosen.
(Der Stand der geflickten Hosen ist der Ehestand.)

Er lebt nur (für) sich selbst, wie ein Vieh!

Er lebt vom Profit und macht Staat vom Betrügen.

Er lebt, wie 'ne Laus im Schorfe.
(Das bedeutet, er lebt im Überfluss.)

Er leckt die Finger darnach bis an den Ellenbogen.
(aus Nürnberg)

Er legt gern Eier in Andermanns Nester.

Er legt seine Pferde noch ins Bett.

Er legt sich auf die faule Seite.

Er lehrt die Fische schwimmen und die Tauben fliegen.

Erlenholz und rotes Haar sind auf gutem Boden rar.
Erlenholz und rotes Haar sind aus gutem Grunde rar.
(Gegen rote Haare und Bärte gab es schon immer unbegründete Vorurteile. Im Zweifel oder bei unbekannter Ursache waren immer andere Schuld, oder anders aussehende. Da rote Haare und Bärte im Vergleich zu anderen Haarfarben eine Minderheit sind (nur ca. 2 %), war und ist es einfach, ihnen für alles Unglück oder Schlechte die Schuld zu geben. Gegen Vorurteile helfen die besten Beweise nichts, sieh heute in der Politik und den Parteien! Meist schreien diejenigen „Lügenpresse“, die selbst die größten Unwahrheiten verbreiten. Viele Menschen versuchen auch heute noch andere für eigenes Versagen oder Unvermögen haftbar zu machen, auch wenn es nur die Aufdeckung eigener Täuschungsversuche ist.)

Er liegt auf seinem Geld, wie der Hund auf dem Heu.
(Wenn der Hund auf dem Heu liegt, trauen sich Kühe, Pferde und andere Tiere nicht heran um zu fressen. Der Hund selbst hat keine Verwendung für das Heu, die anderen Tiere aber müssen wegen ihm hungern, weil sie nicht ans Heu kommen. Genauso verhält es sich mit dem Geld: Wer viel Geld hat und sich nur darauf ausruht, hat keine Verwendung dafür. Anderen fehlt es deswegen, die damit arbeiten und Geschäfte machen könnten. Die Wirtschaft erliegt und es gibt keinen Fortschritt. In der heutigen Zeit wird von etlichen Banken lieber mit Aussicht auf hohe Gewinne und hohem Risiko spekuliert, Unternehmer. Unternehmer, die Kredite benötigen, können die hohen Zinsen nicht bezahlen oder bekommen wegen mangelnder Sicherheiten gleich gar kein Geld und Wirtschaft und Fortschritt liegen am Boden. So geschehen 2008 und möglicherweise bald wieder.)

Er liegt in der Andacht wie der Pfaff vor dem Palmesel.

Er liest gern in Büchern, wo man die Blätter mit dem Knie umwendet.

Er lobt den Storch, damit er ihm übers Jahr rote Schuhe bringe.

Er lobt den Tag vor dem Abend, er schreit Juhe, ehe er über dem Zaun ist.

Er lobt sich (selbst), weil seine Nachbarn nicht zu Hause sind.

Er lohnt ihnen wie der Henker.

Er lüge einen ganzen Tag und stünd auf einem Fuß darzu.

Er lügt das Blaue vom Himmel herunter.

Er lügt, dass ihm der Dampf zum Maul herausgeht.

Er lügt, dass sich die Balken biegen.
Er tut so gewaltig Lügen, das sich die großen Balken biegen.
Lügen, dass sich die Balken biegen.

Er lügt wie ein Buchdrucker.

Er lügt, wie ein Pferd laufen kann.

Er lügt wie gedruckt.
Er lügt, wie (als) wenn's gedruckt wär, und stiehlt, wie (als) wenn's erlaubt wär.
(Dieses Sprichwort steht bei Simrock und auch bei Körte, der Unterschied ist nur zweimal das Wort „wie“ bei Simrock, an dessen Stelle bei Körte „als“ steht. Folglich stehen bei Wander dafür zweimal das fast gleichlautende Sprichwort: unter Lügen Nr. *194 mit „als“ und unter Lügen Nr. *259 mit „wie“.)

Er macht Augen, wie die Gänse, wenn's Wetter leuchtet.

Er macht aus einem F– einen Donnerschlag.

Er macht ihn mit sehenden Augen blind.

Er macht Kalender fürs verwichene Jahr.

Er macht's wie der Bäcker, der steckt (schiebt) das Brot in den Ofen und bleibt selber draußen.

Er macht's wie der Truthahn in Dresden; spricht er nicht, so denkt er desto mehr.

Er macht's wie Fuggers Hund.

Er mag sanft schlafen, der keine Sorge hat.

Er mag sich nicht bücken, ihm steckt ein Schelmenbein im Rücken.

Er malt aus einem Tiegel weiß und schwarz.
Er malt schwarz und weiß aus einem Tiegel.
Er malt weiß und schwarz aus einem Tiegel.
Schwarz und weiß aus einem Tiegel malen.

Er meint, er sei des großen Hunds Großvater.

Er meint, es müsse das Pflaster vor ihm aufstehen.

Er meint, was er im Sinn habe, das schlagen alle Glocken.

Er mischt sich d’rein, wie Mäusedreck untern Pfeffer.

Er möchte (kann) jeder Laus einen Stelzen machen und jeder Gans ein Hufeisen anlegen.

Er möchte wohl den Schild zu den Brüdern hängen.

Er muss das Mus essen.

Er muss die Zeche bezahlen.
Er wird einmal Zeche zahlen.

Er muss einen Diebs-Daumen haben.
(Einem alten Aberglaube nach, soll ein einem gehenkten Diebe abgeschnittener Daumen Glück im Spiel bringen. Da Diebe heute nicht mehr am Galgen aufgehängt werden, kann das nicht mehr nachgeprüft werden.)

Er muss ein scharf Gesicht haben, der eine Jungfrau kennen soll.

Er muss es hinnehmen, als wenn ihn ein Hund gebissen hätte.

Er muss Hunde führen bis Bautzen.

Er muss in die Büchse blasen.
(Das bedeutet, er muss eine Strafe bezahlen.)

Er muss Lehrgeld geben, sagen die Spieler.

Er muss leise gehen, der Eier hat unter den Füßen.

Er nagt immer an einem Knochen herum.
(Er bleibt immer bei derselben Sache und wiederholt sich dauernd.)

Er nähme auch Gott von den Füßen.
(Das bedeutet, er raubt und stiehlt alles, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne die Konsequenzen zu berücksichtigen.)

Er nähme bis an die Hölle zu, und wenn ihm die Haare und die Beine brennten, so nähme er doch.

Er nähm es von den Toten.

Er nährt sich aus dem Stegreif wie ein Müller.

Er nimmt kein Blatt vors Maul.

Er nimmt's an seinen Birnen ab, wie andere Leute ihre teigen.
Nimm's von deinen Birnen ab, wann andrer Leute ihre teigen.

Er nimmt's überhaupt, wie der Teufel die Bauern.

Er nimmt zu – wie ein Schürstecken.

Ernsthafte Leute betrügen auch wohl.

Ernst mit Scherz trifft das Herz.

Er passt gut ins Schlaraffenland, da gibt man einem fürs Schlafen ein Pfund die Stunde.
(Mit Pfund ist ein Geldbetrag gemeint.)

Er prangt wie die Laus auf einem Samtkragen.

Er putzt gern das Licht, er wird wollen ein schön Weib haben.

Er redet das Hundertste in’s Tausendste.

Er redet von der Sach wie der Blinde von der Farb.

Er reicht ihm nicht an die Sporen.

Er reist wie des Müllers Karren: Der kommt allabends wieder zu Haus.

Er reitet einen bösen Esel: das Geckenpferd.

Er rennt mit dem Kopf gegen die Wand.
(Man versucht etwas Unmögliches und stößt sich den Kopf an unüberwindlichen Hindernissen.)

Errette einen Dieb vom Galgen, so wird er dir zum Ersten den Hals brechen.

Er richtet den Schragen gegen den Markt.
Man muss den Schragen nach dem Markt richten.
(Schragen = aus dem Mittelhochdeutschen, schräge, kreuzweise stehende Holzfüße unter Tischen oder Gestellen (Sägebock).)

Er richtet gern an - aus andrer Leute Häfen*15.

Er riecht nach Moschus wie der Teufel nach Muskaten.

Er riecht nach zwei Mal Sieben.

Er rühmt sich, dass er Milch geben möchte.

Er rührt's durcheinander wie der Sudelkoch allerlei Brühen.

Er sagt immer ja, damit er kein krummes Maul mache.

Er sagt keine Wahrheit, sie entrinnt ihm denn.

Er sagt von großem Hecht ob einem Brei.

Er sagt: Wollt ihr's lassen, so lasst's, wo nicht, so lasst's bleiben.

Er sähe gern mit den Zähnen tanzen, wenn's nur nicht über seinen Brotkorb und Weinfass ginge.

Er sammelt die Asche und verstreut das Mehl.

Er sattelt den Ochsen und koppelt die Pferde.

Er sät Unkraut unter den Weizen.

Er schaut mit scheelen*28 Augen.

Er scheint sehr simpel, ist gleich (aber) sein Mantel doppelt.

Er schickt den Hund nach Bratwürsten.
(Das bedeutet, er macht eine törichte und unsinnige Arbeit. Man sollte sich aber nicht darauf verlassen, es gab schon Hunde, die darauf dressiert waren und es wirklich korregt erledigt haben.)

Er schickt sich wie der Esel zum Lautenschlagen.

Er schimpft wie ein Rohrsperling (Rohrspatz).

Er schindet die Laus des Balges wegen.

Er schlägt einen Esel heraus und zehn herein.

Er schlägt nichts aus als Stöß und Schläge

Er schlägt es aus wie der Hund die Bratwurst.
Er schlägt's aus, wie der Bettler das Almosen.
Er schlägt's aus wie der Pfaff' das Opfer und der Bettler den Batzen*2.

Er schlägt sich an einen goldenen Galgen.

Erschleiche, was du nicht erlaufen kannst.

Er schlemmt, als hab' er's im Krieg geraubt.

Er schleppt seine Sachen herum, wie die Katze ihre Jungen.

Er schneidet mit dem großen Messer auf.
(Das bedeutet, er lügt und prahlt und ist ein Aufschneider, der mit erfundenen eigenen großen Taten Eindruck machen oder andere beeinflussen will.)

Erschrockener Feind ist auch erschlagen (geschlagen).

Erschrockene sind schon halb geschlagen.

Er schüttelt es ab wie der Hund den Regen.

Er schüttelt mit dem Kopfe, als hätte er Wasser in den Ohren.

Er schüttet den Brunnen zu, wenn das Kalb ertrunken ist (das Kind in den Brunnen gefallen ist).
(Erst, wenn es zu spät ist und das Unglück passiert ist, wird etwas für die Sicherheit getan.)

Er schwört Stein und Bein.
Stein und Bein schwören (auf etwas schwören).
(Der Spruch steht in etlichen alten Sprichwörtersammlungen in verschiedenen Variationen, mal als Sprichwort, mal als Redensart. Der Stein kommt vom meist steinernen Altar in Kirchen oder heidnischen Heiligtümern. Steine wurden früher auch unter Beschwörungen oder Verwünschungen ins Wasser geworfen. Mit Bein sind die Knochen von Heiligen gemeint, die als Reliquien auf steinernen Altären lagen, bei denen man schwor. Noch heute wird mit der Hand auf der Bibel geschworen oder ein Eid abgelegt.)

Er segelt mit allen Winden.
(Das bedeutet, er ist besonders vielseitig.)

Er segnet sich zuerst wie die Pfaffen.

Er setzt den Bock auf die Haberkiste (Haferkiste).

Er sieht, als hätt' er Senf gegessen; wenn er lacht, fällt ein Turm um.

Er sieht anderer Leute Splitter, aber nicht seine eigenen Balken.

Er sieht aus, als ein Ochse, der den Fleischhauer entlaufen ist.

Er sieht aus, als wär er schon bei Tage am Galgen gehangen.

Er sieht aus, als wenn der Teufel Erbsen auf ihm gedroschen hätte.

Er sieht aus, als wenn er dem Teufel aus der Bleiche entlaufen wäre.
(Erklärung dazu von Wilhelm Körte 1837: Der Teufel bleicht nämlich schwarz, weil ihm alles Weiße und Lichte zuwider ist.)

Er sieht aus, als wenn er den Prozess verspielt hätte.

Er sieht aus, als wenn er die Viehseuche erfunden hätte.

Er sieht aus, als wenn er Zehne gefressen hätte und der Elfte wär' ihm im Halse stecken geblieben.

Er sieht aus, als wenn man ihm gen Himmel geläutet hätte.

Er sieht aus wie der Tod zu Basel.

Er sieht aus, wie ein Feld voll Teufel.

Er sieht aus wie Milch und Blut.

Er sieht aus, wie 'ne Sau, die Molken säuft.

Er sieht, dass die Milch davon sauer wird.

Er sieht den Rauch und weiß nicht, wo es brennt.

Er sieht den Wald vor Bäumen nicht.
Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

Er sieht den Wind auf der Gasse laufen.
(Im Märchen „Die kluge Else“ der Brüder Grimm: Sie sieht den Wind auf der Gasse laufen.)

Er sieht die Stadt vor Häusern nicht.

Er sieht durch die Finger.
(Wer durch die Finger sieht, sieht nicht so genau hin und drückt ein Auge zu. Er rügt nicht jede Kleinigkeit und sieht großmütig über kleine Fehler hinweg ohne sie zu beachten.)

Er sieht einem Schelm gleicher als einem Entvogel.

Er sieht einen weißen Hund für einen Bäckersknecht an.

Er sieht gern tanzen, aber mit den Zähnen nicht.

Er sieht nach dem Hühnerei und lässt die Gänse fahren.

Er sieht's an wie die Kuh ein neu Scheuertor*31.

Er sieht's der Kuh am A– an, was die Butter in Mainz gilt.

Er sieht sich um wie ein Hund, der das Fleisch aus dem Topfe gestohlen hat.

Er sieht so sauer, dass, wenn er in eine süße Milch sähe, sie versäuerte.
Er sieht so sauer, wenn er in die Milch sähe, sie versauerte.
Er sieht so sauer, sehe er in ein Fass Milch, sie würde sauer.
Der sauer und so ernstlich sieht, dass eine Milch vor seinem Gesicht ersauern sollt.

Er sieht so scharf als ein fränkischer Reiter: Der sah durch neun Kittel, wo Geld stecke.

Er sieht, was fliegt, aber nicht was kriecht.

Er sieht wie ein Ochs, der dem Metzger entronnen ist.

Er sieht wie ein Wald voll Teufel.

Er sieht wie Herodes zum Fenster heraus.

Er sieht zugleich ins Winter- und in's Sommerfeld.
(Das bedeutet, er schielt.)

Er singt vom Wohlleben bei einer Wassersuppe.

Er sitzt auf dem Pferde, als wenn er drauf geschissen wäre.

Er sitzt wie eine Laus zwischen zwei Nägeln.

Er sitzt wie eine Made im Speck.
(Das bedeutet, man sitzt im Wohlstand und kann gut leben, da man von allem genug hat.)

Er sitzt zwischen zwei Stühlen in der Asche.

Er sollte eher ein Dorf verzehren, als ein Haus gewinnen.

Er solte uns vom Fasten predigen, ihm glaubt man.

Er soll Vergebung seiner Sünden finden, wenn der Teufel sie erlangt.

Er sorgt, dass die Gänse barfuß gehen.

Er sorgt für ungelegte Eier.
(Ungelegte Eier sind Dinge, Pläne, Vorstellungen oder Träume, die noch nicht geschehen sind. Das größt ungelegte Ei ist die Zukunft selbst, über die sich die meisten besonders sorgen und darüber die Gegenwart vergessen und heute zu leben. Später sind es nur noch Vergangenheit und verpasste Möglichkeiten.)

Er spannt die Ochsen hinter den Pflug.

Erspart ist auch erobert.

Erspart ist so gut als erworben.

Er spielt Nummer sicher.

Er spricht aus zwei Mündern.
(Er ist unaufrichtig und spricht so, wie der eigene Vorteil es gerade will.)

Er spricht davon, wie der Blinde von der Farbe.

Erst besinn's, dann beginn's.
Erst denke, dann handle.
Erst denken, dann handeln.
Erst wäg's, dann wag's.
Erst wig's, dann wag's.
Erwäg's, dann wag's.
Erwig's, dann wag's!
Ehe wigs, denn wags, hab Rat vor der Tat.
Überschlag's, und dann wag's.
Wäg', ehe du wagst; besinn, ehe du sagst, damit du nicht Reue tragst.
Wigs vor, darnach wags, besinn es, dann beginn es.
(Man soll den Kopf gebrauchen, um deine Füße zu schonen. Bevor man handelt, sollte man darüber nachdenken, um mögliche vorhersehbare Fehler zu vermeiden und größere Erfolgsaussichten zu erzielen. Es kann auch eine Mahnung von anderen sein, die Ratschläge erteilen. Ein Sprichwort, das von sehr vielen für wichtig gehalten wird, dass es seit Jahrhunderten in verschiedensten Variationen (einige siehe oben) in den meisten Sprichwörtersammlungen bis heute zu finden ist)

Erst Brot und dann Fleisch.

Erst den Balken aus dem eigenen Auge und dann den Splitter aus des Nachbars Auge.

Erst der Magen, dann der Kragen.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Erst die Last, dann die Rast.


Erst die Pfarre, dann die Quarre.
(Quarre = aus dem Niederdeutschen: eine quarrende Person, weinerliches Kind; zänkische Frau. Das Sprichwort bedeutet, man braucht erst eine feste Anstellung, ein Auskommen, bevor man sich eine Frau nehmen kann. Es kann auch als Warnung dienen, vor verfrühten (un)ehelichen Freuden, aus denen kleine und viel weinende Kinder entstehen. Für einen Geistlichen gesagt, bedeutet es, er muss die Witwe des Amtsvorgängers heiraten, um die Pfarrstelle zu erhalten.)

Er steckt das Messer neben die Scheide.

Er steckt einen Stock ins Rad.
(Er schadet und behindert andere, indem er Knüppel zwischen die Beine wirft.)

Er steckt Reifen auf, wenn kein Bier mehr im Keller ist.

Er steckt seine Nase in alles.

Er steckt voll Lurren und Schnurren.

Er steckt zwischen Baum und Rinde.
(Das bedeutet, man steckt in einer ausweglosen Sache, in der man weder vor noch zurück kann.)

Er steht bei der Wahrheit wie der Has bei der Pauke.

Er steht da wie der steinerne Stephan.

Er steht da wie St. Näf mit dem steinernen Mantel.
(Sprichwort in der Schweiz: Er steht da wie St. Näf mit dem steinernen Hosenladen.)

Er steht früh auf, er muss helfen Mittag läuten.

Er steht in Gnaden, wie der Weihkessel hinter der Tür.
Er steht in Gnade, wie der Weihbrunnen hinter der Kirchentür.

Er steht noch bei ihm auf dem Kerbholz.

Er steht seinen Mann.

Er steht wie Butter an der Sonne.

Er stellt sein Netz den alten Krähen.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
(Ein Spruch, der in der Umgangssprache öfters scherzhaft gebraucht wird. Als Urheber wird oft der Dichter, Maler und Zeichner Wilhelm Busch genannt (1832-1908), was aber nicht bewiesen werden kann. Nur der Satz aus der Bildergeschichte Plisch und Plum über zwei ungezogene junge Hunde aus dem Jahr 1882 stammt von ihm: „Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt.“)
Nachzulesen unter:  www.zeno.org/Literatur/M/Busch,+Wilhelm/Bildergeschichten/Plisch+und+Plum/Erstes+Kapitel


Erst gerecht, dann wohltätig.

Erst guter Wein, und wenn die Leute trunken sind, der schlechte, ist Wirtspraktik.

Erst in der Gefahr merkt man, was am Manne war.

Erst in Gefahr lässt sich erkennen, wen man in Wahrheit Freund kann nennen.


Er stirbt sine lux sine crux.

Erst kneten, dann backen.

Erst komm ich und wieder ich und nochmals ich, und dann kommen die andern noch lange nicht.

Erst Näschen haben, dann Prischen nehmen.

Erst Pater, dann Mater, dann der ganze Konvent.

Erst prächtig, jetzt verächtlich.
Vorhin prächtig, jetzt unmächtig.
Vorhin prächtig, jetzt verächtlich.
(Das 1. Sprichwort steht 1846 bei Simrock, das Mittlere 1840 bei Braun und Wander mischt beide 1873 zum unteren zusammen und gibt beide als Quelle an.)

Erst reich werden, dann Gott dienen.

Erst schmeicheln, dann kratzen, das schickt sich für Katzen.

Erst schmieren sie dich mit Honig ein, dann fressen sie dich hinterdrein.

Er studiert das Blaue vom Himmel herunter.

Erst verstehe es, darnach richte es.

Erst wäg's, dann sag's.
Erwäg's, den sag's.
(Dieses Sprichwort, in dem man vor dem Sprechen abwägen soll, steht nur in den Sammlungen von Friedrich Peters (Petri, 1605) und von Georg von Gaal (1830). Alle anderen meinen, man sollte besonders vor den Taten nachdenken und abwägen. Siehe weiter oben: Erst besinns . .)

Erst wenn der Brunnen ausgetrocknet ist, weiß man das Wasser zu schätzen.
Erst, wenn der Brunnen trocken ist, schätzt man das Wasser.
Den Brunnen schätzt man erst, wenn er kein Wasser mehr gibt.
Wenn der Brunnen trocken ist, schätzt man erst das Wasser.

Er sucht den Bären und steht vor ihm.

Er sucht den Esel und sitzt darauf.

Er sucht den fünften Zipfel am Sack.

Er sucht einen Narren, vorm Spiegel fänd er ihn.

Er sucht eine Stecknadel im Heuhaufen.

Er sucht und bittet Gott, dass er nicht finde.

Er tanzt, bis er auf dem Rücken in die Kirche geht.
(Das ist ein Tanzwütiger, der ohne Rücksicht auf Verluste nur tanzt, bis er stirbt und auf dem Rücken liegend zu Grabe getragen wird.)

Er taugt weder zu sieden, noch zu braten.
(Das bedeutet, er ist unentschlossen und kann sich zu nichts entscheiden.)

Er traf den Hirsch - mit einer Kugel in die hintere Klau und durch beide Ohren hinaus.

Er trägt das Licht mit Körben an den Tag.
(Er vergeudet nutzlos seine Zeit)

Er trägt die Kirche ums Dorf.

Er trägt ein deutsches Kleid hinaus, und bringt ein welsches*34 nach Haus.

Er traut seinen Schenkeln mehr als seinen Händen.
(Das bedeutet, der Furchtsame wird seine Schenkel und Beine eher zur Flucht gebrauchen, als seine Arme und Hände, um zu kämpfen.)

Er treibt die Hunde aus und geht selbst mit.

Er trübt kein Wasser.

Er tut, als sei ihm geboten, in Eile zu verderben.

Er tut, als wär' der Papst sein ärmster Vetter.

Er tut nichts Gutes, der mit Geld gekauft ist.

Er tut's so gern, wie der Bauer in den Turm steigt.
(Der Turm war früher das Gefängnis. Es konnte auch ein Schuldturm sein, ein Gefängnis, aus dem man erst nach Bezahlung seiner Schulden entlassen wurde.)

Er übersieht's wie der Blinde das Dorf.

Er verkauft Blei für Gold.

Er verkauft Winde, schleift glatte, breite Worte, trägt den Atem feil, redet aus der Lunge, nicht aus dem Herzen.
(Das Sprichwort meint einen Lügner.)

Er verspricht goldene Berge und ist keinen Heller*17 wert.

Er versteht einen alten Hund davon.

Er vertreibt sich die Zeit mit Langeweile.

Erwachsene Bäume lassen sich eher brechen denn beugen.

Er wächst wie die reife Gerste.

Er wächst wie Hopfen an der Stange.
(Das bedeutet, er wächst krumm.)

Er wächst zur Erde wie eine Zwiebel.

Er wartet des Eis und lässt die Henne fliegen (laufen).

Er wechselt den Balg und behält den Schalk.

Er weint ob seiner Stiefmutter Grab.
(Da in vielen Sprichwörtern den Stiefmüttern nur schlechtes nachgesagt wird, bedeutet dies Sprichwort, Tränen und Weinen an deren Gräbern sind nur geheuchelt und nicht wirklich echt.)
In dem Zusammenhang auch die Redewendung:
Seiner Stiefmutter klagen.
(Die Redewendung wird auch mit dem Henker gebraucht. Das bedeutet, wenn man etwas der Stiefmutter (oder dem Henker) klagt, ist es vergebens, da man sicher nicht erhört wird,)

Er weiß auf jeden Hafen*15 einen Deckel und für jede Flasche einen Zapfen finden.

Er weiß dem Dinge Hände und Füße zu geben.
(Das bedeutet, er ist geschickt und einfallsreich, es fällt ihm immer eine Lösung ein.)

Er weiß mit der Laute umzugehen, wenn er sie unter'm Arme hat.

Er weiß sich nicht zu raten, noch zu helfen.

Er weiß so viel davon wie die Kuh vom Sonntage.

Er weiß von vorne nicht, ob er rückwärts lebe.

Er weiß, was Bisam ist und was Marderdreck.

Er weiß weder Gicks noch Gacks.

Er weiß, wie man die Kastanien aus dem Feuer holt (aus den Kohlen nimmt).
(Man lässt andere gefährliche Arbeiten erledigen und sich die Finger verbrennen.)

Er weiß, wo Barthel den Most holt.

Er weiß, wo das Gold im Rheine liegt.

Er weiß, wo der Teufel den Schwanz hat.

Er weiß, wo der Teufel sein Nest hat.

Er weiß, woher das Wasser zur Mühle fließt.

Er weiß wohl, was er noch am Rocken*27 hat.

Erwerben und Sparen zugleich, macht am gewissesten reich.

Er wetzt mehr den Schnabel als den Säbel.

Er wetzt schon das Messer zu dem Braten.

Er will andrer Leute Ratten fangen und fängt sich selber nicht die Mäuse.

Er will das Tuch an fünf Zipfeln fassen.
(Das bedeutet, er will sicherer als sicher sein, eine doppelte Garantie.)

Er will den Bock melken.

Er will den Hühnern die Schwänze aufbinden.

Er will fliegen, eh er flügg ist.
Er will fliegen, eh ihm die Federn gewachsen sind.

Er will Gott und Teufel in ein Glas bannen.

Er will mit einer Tochter zwei Eidame*9 beraten.

Er will mit Stiefeln und Sporen in den Himmel.

Er will nach Rom und fährt den Rhein hinunter.

Er will seinen Vater lehren Kinder machen.

Er will seines Vater Liedlein nicht singen.

Er will überall den fünften Zipfel am Sacke haben.

Er will überall mit im Troge liegen.

Er will uns mit Worten speisen.

Er will uns weismachen, Gott heiße Gerhard.

Er wird den Rinken auch an der Türe lassen!
(Rinken, Kesselrinken = alte Bezeichnung für einen Kesselring. Ein Griff am Kessel, der lose und beweglich oben am Kessel befestigt ist, um heiße Kessel gefahrlos greifen und transportieren zu können. Bevor es Türklingeln gab, wurden Ringe (Rinken) auch an Haustüren als Türklopfer verwendet.)

Er wird ein gelehrter Kauz werden, wenn er unter die Stoßvögel kommt.

Er wird in der Leute Mäuler herumgezogen.
(Das bedeutet, er ist ins Gerede der Leute gekommen.)

Er wird seine fünfzehn Heller*17 schon kriegen.

Er wirft überzwerch und gewinnt kreuzweis.
(überzwerch = aus dem Mittelhochdeutschem aus Süddeutschland und Österreich: quer; über Kreuz.)

Er wischt das Maul und geht davon.

Er wollt' einen Schnitt machen und hat sich geschnitten.
(Erklärung dazu von Wilhelm Körte 1837: „Einen Schnitt machen“, so viel als: sich einen guten Vorteil machen; „Sich schneiden“, so viel als: sich gewaltig im Vorteil irren.)

Er würde einem vor der Sonne stehen, wenn er könnte.

Er würd' ein guter Schultheiß, er kann tun, was die Leute verdrießt.

Erwürg’s nicht alles, nimm's eines Teils gefangen.

Er zahlt gern Geld aus anderer Leute Säckel.

Er zappelt wie ein Fisch im Garn.

Er zäumt das Pferd beim Schwanz (von hinten) auf.

Er zecht auf den alten Kaiser.

Erziehst du dir einen Raben, so wird er dir ein Aug ausgraben.
Erzieh(e)st du dir einen Raben, so wird er dir zum Dank die Augen ausgraben.

Er zieht einen Heiligen aus, um den anderen zu bekleiden.

Er zieht etwas durch das Auge der Schere.
(Durch die Grifföffnung ziehen, auf unehrliche Weise Gewinn machen.)

Er zieht einem das Fell über die Ohren.
(Das bedeutet, man nimmt ihm alle seine Habe, seinen ganzen Besitz.)

Er zieht eine Schlange im Busen auf.
Eine Schlange im Busen nähren.
(Das Sprichwort geht auf die Fabel „Der Wanderer und die Schlange“ des griechischen Fabeldichters Äsop zurück: Ein Wanderer fand im Winter eine vor Kälte erstarrte Schlange. Er nahm sie aus Mitleid unter seinen Mantel und wärmte sie. Als die Schlange aufgewärmt war, regte sie sich und bis den Wanderer in die Brust. Bevor der Wanderer am Gift der Schlange stirbt, denkt er, er hätte es wissen können, dass die aufgewärmte Giftschlange ihn beißen würde. Durch den Aberglauben von Milch trinkenden Schlangen entstand später der Mythos, vom am Busen nähren.
Das bedeutet, man fördert jemanden und tut ihm Gutes, der sich später als undankbar herausstellt und sich gegen seinen Wohltäter wendet und ihm Schaden zufügt. Meist hat man es vorher schon gewusst aber etwas anderes gehofft und die Augen vor den Tatsachen verschlossen. Die Moral, von Bösen, zu denen die Giftschlangen gezählt wurden, ist auch nur Böses zu erwarten.)

Er ziert die Gesellschaft wie der Bock den Marstall.

Er ziert die Gesellschaft wie der Esel den Rossmarkt.
Er ziert sein Geschlecht wie der Esel den Rossmarkt.

Er zittert schon vor der Scheide.

Er zög` einem Dieb die Hosen vom Galgen aus, wie Kunz Zwerg.

Er zündet Kerzen für den Teufel an.
(Er schmeichelt sich auf allen Seiten ein und versucht, sich auf allen Seiten, auch gegnerischen, Freunde zu machen.)

Erz und Heirat werden von Gott beschaffen und beschert.

Erz weist auf Erz und liegt selten allein.