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Deutsche Sprichwörter
Über 20.000 deutsche Sprichwörter
Er a bis Er ist
Flagge von Deutschland
Deutsche Sprichwörter  oder
Sprichwörter aus Deutschland ?


Schon vor Jahrhunderten wurden deutsche Sprichwörter oder der Deutschen gesammelt und veröffentlicht, von Agricola und Sebastian Franck im 16., Lehmann, Eyering, Petri, Gruter und Winckler im 17., Bücking, Siebenkees und Sutor im 18. bis Braun, Eiselein, Körte, Simrock und Wander im 19. Jahrhundert. Einige mundartliche Sammlungen kamen aus begrenzten Sprachgebieten, aber keine war „aus“ dem Land Deutschland. Bis 1806 gab es auch kein Deutschland, sondern nur seit dem 10. Jahrhundert das „Heiliges Römisches Reich“, ab dem 15. Jahrhundert mit dem Zusatz „deutscher Nation“.

Danach gab es mehrere regionale Herrschaftsgebiete, und seit 1871 das Deutsche Reich und das Kaiserreich Österreich-Ungarn. Hochdeutsch war ein Dialekt von mehreren, der z. B. in Prag bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Mehrheitssprache war und bis in die 1930er Jahren von über 42.000 Menschen als Muttersprache gesprochen wurde. Früher und heute wird Hochdeutsch außer in Deutschland auch in Österreich, in Teilen der Schweiz und den Grenzregionen in allen anderen Nachbarländern und teilweise in Afrika in den ehemaligen deutschen Kolonien gesprochen.

Im Deutschen Sprichwörter Lexikon hat auch Wander ohne jeden Unterschied jedes noch so entfernte deutschsprachige Werk aus anderen Ländern mit herangezogen. Der schweizerische Autor Kirchhofer schreibt im Vorbericht der Sammlung schweizerischer Sprichwörter „Wahrheit und Dichtung“ auf Seite 6 von einer Sammlung schweizerischer Sprichwörter, die nach München gegangen ist und nicht wiederkam. Sie wird wahrscheinlich eine andere deutsche Sammlung bereichert haben. Einigen „deutschen“ Sprichwörtern ist ihre schweizerische oder österreichische Herkunft auch anzumerken. Deswegen gibt es auch hier nur „Deutsche Sprichwörter“ und keine mit der Herkunftsbezeichnung „aus Deutschland“, da die meisten überall im deutschen Sprachraum entstanden und verbreitet sein können.

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Er barbiert jemanden über den Löffel.
(Sprichwort in Polen mit ähnlicher Bedeutung: Er seift jemandem die Augen ein.)

Erbarmen heißt verarmen.

Er baut seine Festungen alle in der Luft.

Er bedarf keiner Brille, der wohl durch die Finger sieht (er sieht wohl durch die Finger).
(Wer durch die Finger sieht, sieht nicht so genau hin und drückt ein Auge zu. Er rügt nicht jede Kleinigkeit und sieht großmütig über kleine Fehler hinweg ohne sie zu beachten.)

Er bedarf viel Geldes, der lecker essen will.

Er behält Mehl im Maule.

Er bellt nur, um Hund zu heißen.

Er bellt wie der Hund nach dem Mond.

Er bessert sich wie der Pelz im Waschen.

Er bessert sich wie der Riemen im Feuer.

Er bessert sich wie junge Wölfe.

Er bessert sich wie Kolers Most, der ist Essig worden.

Er bessert sich wie sauer Bier.

Er besteht bei der Wahrheit, wie Butter bei der Sonne.

Erbettelter Pfennig ist besser denn gestohlener Taler*33.

Erbgut erbt sich niederwärts und nicht aufwärts.
(Altes Rechtssprichwort das bedeutet, die Nachkommen erben vorrangig vor allen anderen.)

Erbherr, Oberherr.

Er bietet es an wie sauer Bier.

Erbitten ist teurer, denn kaufen.

Er bläst kalt und warm aus einem Munde.
Er bläst warm und kalt aus einem Munde.
Es geht ihm warm und kalt aus einem Mund.
Warm und kalt aus einem Munde blasen.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Offenbarung des Johannes 3, 15-16: „Ich weiß deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! 16. Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“)

Er bleibt aus wie Röhrwasser.

Er bleibt bei dem Mann wie der Has(e) bei dem Hunde.
Er bleibt dabei, wie der Haase bei den Hunden.

Er bleibt bei seinen Worten wie der Hase bei der Trommel (bei seinen Jungen).

Er bleibt bei seinem Worte, wie der Pelz auf dem Ärmel.
Er bleibt bei seinen Worten wie ein Pelz auf dem Ärmel.

Er bleibt lang aus, der nicht kommt.

Er bleibt nicht bei der Stange.
(Wer nicht bei der Stange bleibt, der hat keine Ausdauer und behält nicht das Ziel im Auge, sondern bricht vorzeitig ab.)

Er bohrt das Brett, wo's am dünnsten ist.
(Das bedeutet, er macht sich nicht gerne überflüssige Arbeit und macht nur das, was unbedingt nötig und nicht vermeidbar ist.)

Er bohrt gern Löcher in andrer Leute Haut.
Er bohrt gern Löcher mit dem elften Finger in andrer Leute Haut.
Mit dem elften Finger ein Loch durch die Kanzel bohren.
Er hat ein Loch durch die Kanzel gebohrt.
(Erklärung des Sprichworts nach Wander: Ein früher Theologe musste sein Amt in der Kirche aufgeben, da durch ihn ein Mädchen ihre Unschuld verloren hatte. Der elfte Finger ist eine verhüllende Form (Euphemismus) für Penis. Die Kanzel meint damit den Beruf als Theologe in der Kirche mit dem Zölibat. Andere Deutung für den elften Finger: Spott auf die, welche behaupten, etwas zu können, wozu ihnen offenbar Mittel und Kräfte fehlen, da es eben einen elften Finger nicht gibt.)

Er brät den Hering wegen des Rogens.
(Mit der Wurst nach dem Schinken werfen, kleine Opfer bringen wegen eines größeren Vorteils.)

Er brennt das Meer aus.
(Eine törichte und unsinnige Arbeit, aber die Sonne wird es eines Tages schaffen.)

Er brockt mehr ein, als zehn ausessen können.

Erbschaft ist oft kein Gewinn.

Er bummelt wie eine fette Gans.

Er darbt`s am Halse und frisst`s selber.

Er darf nicht Kiefen kaufen, sein Weib gibt ihm zu Weihnachten genug.
(Aus dem Altdeutschen: Kiefen, Kieferbsen (auch Küfen) = grüne Erbsen in Schoten; kiefen (auch küfen) = keifen, zanken oder mühsames kauen. Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird, manchmal auch doppeldeutig.)

Er darf sich sehen lassen, wie finster es auch ist.

Erde bist du, von der Erde issest du, Erde wirst du.
Was die Erde gibt, das nimmt sie wieder.
Was von der Erde ist, soll wieder Erde werden.
(Sprichwort aus der Bibel, Altes Testament, Das 1. Buch Mose 3, 19: „Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis das du wieder zu Erden werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erden und sollst zu Erden werden.“)

Er denkt drei Meilen*23 hinter Gott.

Er denkt kaum bis Morgen.

Er denkt länger als seine Mutter.

Er denkt nicht, dass Dreck sein Vetter ist.

Er denkt noch, dass St. Peter in die Schule gegangen ist.

Er denkt wie Goldschmidt's Junge.

Er dörrt Schnee im Ofen.
Er will den Schnee im Ofen dörren.
Er hat den Schnee im Ofen getrocknet und für Salz verkauft.

Er dreht die Bolzen und lässt andere schießen.

Er dünkt sich weis', und ist noch kaum dreimal um seine Mutter gelaufen.

Erfahrenheit meistert den Toren, Vernunft den Gelehrten.

Erfahren kommt mit den Jahren.

Erfahren lehrt fahren.

Erfahren wir`s nicht neu, so erfahren wir`s doch alt.

Erfahr`s, so weißt du`s.
Erfahr`s, so wirst du klug.

Er fährt den falschen Weg ins Holz.

Er fährt hinein wie der Bauer in die Stiefel.

Erfahrung bringt Kunst.

Erfahrung gibt viel mehr denn Kunst.
(Die Kunst meint das Können einer Sache, aber erst die Erfahrung bringt die Routine.)

Erfahrung ist das, was man kriegt, wenn man nicht bekommt, was man will.
(Dieser Spruch wird zeitweise als Sprichwort zitiert, ist aber in keiner älteren Sprichwörtersammlung zu finden. Oft wird er als Zitat von Willy Meurer genannt, aber auch von Steven Wright oder anderen.)

Erfahrung ist der Narren Meister; Vernunft der Weisen.

Erfahrung ist der Narren Vernunft.

Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
(Erfahrung ist der beste Lehrmeister.)
(Ein altes Sprichwort, das auch heute noch gern und oft verwendet wird, und meistens falsch. Heutzutage wird fast überall versucht, die Sprache geschlechtsneutral zu verwenden, oder es wird hinter einem männlichen Wort ein /innen angehängt. Beispiele aus Stellenanzeigen: Mitarbeiter/innen, Techniker/inen, Verkäufer/innen. Bei diesem Sprichwort ging es umgekehrt.
Bei Sprichwörtern ist eine männliche Sichtweise und Dominanz unverkennbar, mit wenigen Ausnahmen. Dieses Sprichwort ist so eine Ausnahme: Schon 1846 stand in der Sprichwörtersammlung von Karl Simrock unter Nr. 2106: „Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.“. Ebenso hat es Wander 1867 mit „Lehrmeisterin“ ins Sprichwörter Lexikon übernommen. Nur in den letzten Jahrzehnten ist an allen Stellen, an denen dies Sprichwort zitiert wird, dem entgegengesetzt aus der „Lehrmeisterin“ ein „Lehrmeister“ geworden. In den Köpfen scheint die männliche Dominanz noch immer die Vorherschaft zu besitzen. In derselben Sammlung von Simrock finden sich noch zwei weitere Lehrmeisterinnen: Nr. 7429 „Die Natur ist die beste Lehrmeisterin.“ und Nr. 12071 „Die Zeit ist des Menschen Lehrmeisterin.“. Bei der Gleichstellung von Mann und Frau, auch in Sprache und Sprichwort, haben diese Lehrmeisterinnen noch keinen Erfolg.
Unabhängig von Meisterin oder Meister bedeutet das Sprichwort, durch Erfolge oder Misserfolge lernt man Dinge und wird von Mal zu Mal besser. Durch Wiederholungen erwirbt man Erfahrungen und lernt.)

Erfahrung ist eine teure Schule.

Erfahrung ist ein langer Weg und eine teure Schule.


Erfahrung ist Meister.

Erfahrung (Verstand) kommt nicht von den Jahren.

Erfahrung lehrt aufs Wort merken.

Erfahrung lehrt guten Rat geben.

Erfahrung lehrt oder bringt alle Dinge.

Erfahrung macht klug.
(Das Sprichwort bedeutet, durch Erfolge oder Misserfolge lernt man Dinge und wird von Mal zu Mal besser. Durch Wiederholungen erwirbt man Erfahrungen, lernt und wird klug.)

Erfahrung regiert die Welt, nicht die Bücher.

Erfahrung trügt nicht.

Erfahrung und Erfindung bleibt allzeit Meister und Richter.

Er fällt hinein, wie ein wild(es) Schwein.

Er fällt wie eine Sau ins Credo.

Er findet jeder Flasche den Stöpsel.
(Das Sprichwort bezeichnet einen Vorwitzigen, der meint, alles zu wissen und zu können.)

Er flickt andern die Schuh und geht selber barfuß.

Er fliegt, eh ihm Federn gewachsen sind.

Er flieht den Rauch und fällt ins Feuer.

Erfolg bindet, Misserfolg trennt.

Er folgt ihm, wie sein Schatten.

Er fragt den Wirt, ob er guten Wein hat.

Er fragt, ob man's noch tue.

Er fragt viel darnach, was das Korn gelte!

Er freit die Person und meint das Geld.

Er frisst Hobelspäne und sch– Tannenbord.

Er fürchtet sich vor seinem Schatten.

Er gäbe Gott und allen seinen Heiligen nicht einen Heller*17.

Er gab' einen guten Kriegsmann ab, hinter dem Ofen.

Er gehört zur verlornen Schildwache.

Er gehört zu uns, wie der Pontius ins Credo.

Er geht beim Teufel zur Beichte.
(Er verrät Geheimnisse den Feinden.)

Er geht darüber hin wie der Hahn über die Kohlen.
Er läuft darüber wie der Hahn über die Kohlen.

Er geht davon, wie die Katze vom Taubenschlag.

Er geht drei Heller*17 und schnaubt sieben Batzen*2.

Er geht durch den Wald und sieht keine Bäume.
(Jemand ist so zerstreut, dass er das Wesentliche nicht erkennt.)


Er geht nicht gern bei einem Leinfeld vorüber.
(Damit ist der Dieb gemeint, der an den Hanf oder Leinen denkt, aus dem der Strick gemacht wird, um ihn aufzuhängen.)

Er geht weg, wie der Reif vom Zaune.

Er gewinnt das Kratzen hinter den Ohren.
Er gewann nur's Kratzen hinter'n Ohren, sein Geld dagegen hat er verloren.

Er gewinnt das Zusehen.

Er gibt einen guten Kriegsmann ab, aber hinter dem Ofen.

Er gibt gern - seinem Maul, wenn ihn hungert.

Er gibt gern zu essen, aber nur seinen Schweinen.

Er gibt mit dem Mund, aber die Hände halten fest.

Er gibt nicht gerne mehr, als er im Auge leiden kann.

Er gibt Worte um Schläge.

Er glänzt, wie Karfunkel vorm Ofenloch.

Er gründet einen Felsen auf ein Rohr.
(Eine auf den ersten Blick törichte und unsinnige Arbeit. Auf den zweiten Blick wird so in sumpfigen oder anderen Gegenden ohne festen Untergrund seit Jahrhunderten gebaut. Das Hamburger Rathaus steht auf Hunderten Pfählen, die neuen kilometerlangen Autobahndeckel in Hamburg stehen auf über 30 Meter langen mit Beton ausgegossenen Stahlröhren und anderes mehr. Die Reibung des sonst nicht tragfähigen Untergrunds an den Röhren und Pfählen halten die Bauwerke stabil. Man sollte besser zweimal hinschauen, bevor man etwas als töricht oder unmöglich bezeichnet.)

Er grüßt gern, wo unser Herrgott einen Arm herausstreckt.

Erhalten ist schwerer als erwerben.

Erhalten ist so große Kunst, wie Erwerben.
Es ist so große Kunst Gut erhalten als Gut gewinnen.

Erhalten ist so löblich, als erwerben.

Erhalten recht bringt kaum die Unkosten wieder.

Er hält es wie der Hund die Fasten.

Er hält heute Haus, als ob man ihm geboten hätte, übermorgen zu verderben.

Er hält ihm den Daumen.

Er hält's mit den kurzen Gänsefedern.

Er hängt der Katze die Schelle um.
(Er setzt alle über eine Sache in Kenntnis.)

Er hängt sein Maul in alles.

Er hängt sich an, wie Kot ans Rad.

Er hasst den Schulsack, wie schön er auch gemalt ist.

Er hat alle Sinne bis auf fünf.

Er hat alles verpulvert.

Er hat all sein Pulver verschossen.

Er hat bei mir noch was auf der Nadel.
(Das bedeutet, er hat Schulden noch nicht beglichen. Für die Arbeit eines Schneiders wurde noch nicht bezahlt.)

Er hat Bohnen in den Ohren.
(Das bedeutet, er will nicht hören.)

Er hat das Kanonenfieber.
(Kanonenfieber = Angst, die den Neuling beim gegnerischen Angriff und Beschuss, ähnlich dem Lampenfieber, befällt. Im Sprichwörter Lexikon von Wander: „Eigentlich die fieberartige Erregung, die einen im Bereich der Kugeln ergreift, um die Furcht vor dem Schlachtenkampf zu bezeichnen.“ Der Begriff „Kanonenfieber“ wurde vom deutsche Dichter Goethe bei der Kanonade von Valmy am 20. September 1792 geprägt. Johann Wolfgang von Goethe nahm als Begleiter Herzog Karl August von Sachsen-Weimar am Feldzug der Koalitionsarme gegen Frankreich teil und beschrieb in seinem Bericht sein Kanonenfieber. Am 21. September wurde daraufhin in Paris der König abgesetzt und die Republik proklamiert. In seinem autobiografischen Bericht „Kampagne in Frankreich“ schrieb er 30 Jahre später auch, er habe zu einigen Offizieren gesagt: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.“)

Er hat das Maul zu Haus gelassen.

Er hat das Pulver nicht erfunden.
(Das bedeutet, des derjenige nicht sonderlich klug ist.)

Er hat das Seine durch die Gurgel gejagt.

Er hat dem Schulmeister einmal guten Morgen geboten.

Er hat den Flicken neben das Loch gesetzt.
Er hat den Platz neben das Loch gesetzt.

Er hat den guten Zwirn früher in schlechte Säcke vernäht.
(Das bedeutet, ein älterer Junggeselle oder Lebemann hat spät geheiratet und die Ehe bleibt kinderlos.)

Er hat den rechten Schlüssel zur Harfe gefunden.

Er hat den Tod an der Hand.
(Laut Wilhelm Körte, hat das Sprichwort einen „Bezug auf den Totentanz, ein im 18ten Jahrhundert häufig von Künstlern benutztes Symbol.“)

Er hat den Verstand in den Fingerspitzen.

Er hat den Wolf zur Schafherde gestellt.
(Gleiche Bedeutung wie: Den Bock zum Gärtner setzen.)

Er hat der Sehnen mehr an seiner Geige.

Er hat die ganze Scheibe verfehlt.

Er hat die Gicht im Daumen.
(Das bedeutet, er kann nicht bezahlen.)

Er hat die Hand zu gehabt, wie er auf die Welt kam.

Er hat die Katze statt des Schmers geschickt.
Er hat uns die Katze gesandt, statt des Schmers.
(Schmer = aus dem mittelhochdeutschem, Fett, Bauchfett (bes. beim Schwein)

Er hat die Leiter hinter sich aufgezogen.

Er hat die Maulsperre.

Er hat die Pille (richtig) verschluckt.

Er hat die Spendierhosen angezogen.

Er hat die Sporen im Kopf.
(Das bedeutet, er rastet.)

Er hat die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Er hat die Weisheit mit Schaumlöffeln gegessen.

Er hat drei Buchstaben auf einem Lebkuchen gegessen.
(Gleiche Bedeutung wie das nachfolgende Sprichwort. Das Sprichwort findet sich auch bei Wander unter Buchstabe Nr. *11.)

Er hat ein Buch, darin alles steht.

Er hat ein Buch durch ein Nabenloch gesehen.
(Bei Wander unter Buch Nr. *55. Das bedeutet, mit seinem Wissen ist es nicht weit her. Durch das Nabenloch eines Wagenrades kann man nicht viel erkennen, schon gar nicht das, was in einem Buch steht.)
Er hat ein Buch durch ein Nachbarloch gesehen.
(Das Sprichwort mit „Nachbarloch“ haben Körte, Simrock und andere immer wieder falsch abgeschrieben. Das Sprichwort mit „Nabenloch“ ist das ursprüngliche und richtige Sprichwort, wie es 1541 bei Sebastian Franck steht. Da es damals noch keine einheitliche Rechtschreibung gab, wurde teilweise falsch abgeschrieben oder eigenständig verändert, so wie bei diesem Sprichwort. Einige solcher Fehler haben sich bis in die heutigen Sprichwörtersammlungen erhalten.
Das war teilweise auch die Ursache für gegenseitige Kritik der Autoren von Sprichwörterbüchern im 19. Jahrhundert. Dazu gehörten Wilhelm Körte, Karl Simrock, Otto Freih. von Reinsberg-Düringsfeld und Ida von Düringsfeld und Karl Friedrich Wilhelm Wander. Der zu diesem Sprichwort gehörende Kommentar vom Wander im 3. Band seines Sprichwörter Lexikons in der Einleitung auf Seite X:
„In der ersten Auflage von Körte steht unter Nr. 762b zur Bezeichnung eines Menschen, mit dessen Wissen es nicht weit her ist, die Redensart: „Er hat ein Buch durch ein Nachbar loch gesehen.“ In dieser Fassung ist sie 1846 in die Simrocksche Sprichwörtersammlung unter Nr. 1377b übergegangen und 1863 in der zweiten Auflage erschienen. In dieser lächerlichen Lesart hat sie sogar aus Simrock den Weg in Grimm's Wörterbuch (II, 469, unter Buch 11) gefunden. Die Redensart lautet aber: „Er hat ein Buch durch ein Nabenloch gesehen.“ Da sich die falsche Lesart zuerst bei Körte, den der Grenzbotenkritiker als Autorität gegen mich anruft, findet, so ist anzunehmen, dass er sie selbst fabriziert hat. Es befinden sich in seinem Buch unter 762b, 765c und 5431d drei Redensarten, die bei Franck, I, 1b beisammenstehen und gebraucht werden, „wenn einer seicht gelert, ein Ding zu lernen erst hat angefangen vnd es nit wol kan“. Sie stehen in meinem „nicht wissenschaftlichen“ Deutschen Sprichwörter-Lexikon mit buchstäblicher Genauigkeit unter Buch 55, Buchstabe 11 und Sau 351. Körte hat sie alle drei in seiner Art wissenschaftlich verbessert. Die Redensart, um die es sich hier handelt und die bei mir unter Buch 55 quellengenau aufgeführt ist, lautet bei Franck: „Er hat ein buch durch ein neber loch gesehen.“ Aus „neber“ hat nun Körte „Nachbar“ gemacht. Simrock hat diese Verbesserung in seine Sammlung aufgenommen und aus dieser ist sie in das Grimm'sche Wörterbuch gelangt. „Neber“ bezeichnet aber nicht den Nachbar; der Näber (vgl. Campe, Wörterbuch, III, 387b) ist vielmehr ein Bohrer, womit die Naben ausgebohrt werden, ein Nabenbohrer, und ein Nabenloch ist eben ein Loch, das durch einen „neber“, Näber oder Nabenbohrer gebohrt worden ist. Nach der witzigen Ansicht des Kammerjägers in den Grenzboten, die Dr. Hans Blum als Evangelium abgedruckt hat, ist dadurch der wissenschaftliche Werth von Grimm's Wörterbuch erschüttert, ja sogar der wissenschaftliche Standpunkt des Dr. W. Körte, K. Simrock's und – der Gebrüder Grimm.“)

Er hat einen anschlägigen Kopf, wenn er die Treppe herunterfällt.

Er hat einen Besenstiel im Rücken.
(Das bedeutet, er ist zu stolz, er kann oder will sich nicht bücken und höflich sein.)

Er hat einen Christoffel, der ihn übers Wasser trägt.

Er hat einen Deckel auf dem Kopf.
(Man ist ertappt worden und wird zur Verantwortung gezogen, muss für mögliche Schäden haften.)

Er hat einen ewigen Kalender im Fuß.
Er hat einen Kalender
(Das bedeutet, manche Menschen sind wetterfühlig und merken Wetterwechsel in ihren Gliedern oder bekommen Kopfschmerzen, werden müde oder nervös.)

Er hat einen Lappen als Wappen auf dem A–.

Er hat einen Mondschein auf dem Haupt.

Er hat einen Nagel im Kopf.
(Damit wird ein Hochmütiger verspottet. Das Sprichwort stammt vom gepfählten Verbrecherkopf, der zur Abschreckung auf hohe Pfähle genagelt wurde und damit höher kam, als er wohl ursprünglich wollte.)

Er hat einen Narren daran gefressen.

Er hat einen pommerischen Magen, er kann Kieselsteine vertragen.

Er hat eine tüchtige Schlappe davongetragen.
Eine Schlappe davontragen.

Er hat ein großes Maul.

Er hat ein gutes Mundstück.

Er hat ein Leben wie Gott in Frankreich.

Er hat ein Loch zurückgesteckt.
(Das bedeutet, man treibt weniger Aufwand, die Ansprüche werden gesenkt.)

Er hat ein Maul, das haut und sticht.

Er hat ein Maul, er kann sich selber was ins Ohr sagen.

Er hat ein Maul, man sollte besch– Windeln drin waschen.

Er hat ein Pflaster für alle Wunden.

Er hat ein scharf Gesicht, er sieht durch eine eichene Tür.

Er hat ein Scheit im Rücken, kann sich drum nicht bücken.
Er kann sich nicht bücken, hat ein Scheit im Rücken.
Er trägt ein Scheit im Rücken.
(Sprichwort ist vergleichbar mit dem Nächsten)

Er hat ein Schelmenbein im Rücken.
Er hat ein faul Schelmenbein im Rücken.
Ihm steckt ein Schelmenbein im Rücken!
(Das bedeutet laut Wander im Sprichwörter Lexikon: „Von den Arbeitsscheuen, Trägen und Bequemen, die sich nicht gern bücken, sondern lieber alles von andern tun lassen. . . wenn man (aber) den Namen Christi in der Kirche nennt, haben sie ein solch langes Schelmenbein in den Knien stecken und seien so faul, dass sie sich nicht neigen mögen; ich will geschweige, wenn sie sich erst bücken sollten.“. Das Schelmenbein geht wahrscheinlich auf Sebastian Brant (1457–1521) zurück, der diesen Spruch erstmals 1494 im „Narrenschiff“, von Johann Bergmann von Olpe in Basel gedruckt, veröffetlichte. Es findet sich im 63. Kapitel „Von Bettlern“. Seitdem wird es von verschiedenen Autoren in deren Sprichwörtersammlungen mit aufgeführt. Dazu gehören Eyering 1601, Schottel 1663, Körte 1837, Eiselein 1840, Simrock 1846 und Wander 1876.
Text im Narrenschiff (herausgegeben von Karl Simrock 1872):
Wo er gesund noch ist und stark
Und zur Arbeit hätte Kraft und Mark;
Nur freilich kann er sich nicht bücken:
Ihm steckt ein Schelmenbein im Rücken.)

Er hat ein Stück vom Schulsack gefressen.

Er hat ein ungewaschnes Maul.

Er hat ein vierblätteriges Kleeblatt gefunden.

Er hat es im Griff wie der Bettler die Laus.

Er hat Feierabend gemacht.

Er hat Geld wie Heu, nur nicht so lang.

Er hat gerne Gäste, wenn man den Tisch in eines andern Winkel setzte.

Er hat gewiss Vögel unterm Hut, dass er nicht grüßt.

Er hat ihm eine Perle aus der Krone gestoßen.

Er hat ihm in die Karten geguckt.

Er hat in ein Wespennest gestochen.

Er hat keinen Löffel dabei zu waschen.

Er hat klebrige Finger.

Er hat lange Finger, die finden, ehe man verliert.

Er hat läuten gehört, aber nicht zusammenschlagen.
Er hört Läuten aber nicht zusammenschlagen.

Er hat läuten hören, weiß aber nicht, in welchem Dorf.
Er hat läuten gehört, weiß aber nicht, wo die Glocken hangen.
Er hört Läuten, weiß aber nicht wo.

Er hat Lunte gerochen.
(Bei den ersten Schusswaffen oder bei Sprengungen mussten die Ladungen mit einer Zündschnur, der Lunte, gezündet werden. Das langsame Abbrennen dieser Lunte konnte man bei günstigem Wind riechen und sich vor dem Schuss oder der Explosion in Sicherheit bringen. Wer Lunte riecht, kann sich so meist vor der drohenden Gefahr in Sicherheit bringen. Das Sprichwort meint heute nicht mehr Schusswaffen, die inzwischen ohne Lunte funktionieren, sondern jede von anderen drohende Gefahr.)

Er hat Mäusenester im Kopf.

Er hat mehr auf dem Balg, als das Fleisch wert ist.

Er hat mehr Glück als Recht.

Er hat mehr Glück als Verstand.
Mehr Glück als Verstand.

Er hat mehr in sich, als ein leerer Hering.
(Das bedeutet, es gibt einen tieferen Sinn, als oberflächig zu erkennen ist.)

Er hat mehr Tugenden, denn ein alt Weib Zähne im Mund.

Er hat mehr Witz wie 'ne Gans; wenn's regnet, geht er ins Trockene.

Er hat mit guten Zähnen übel zu beißen.
Er hat mit schönen Zähnen schlecht zu essen.
Gute Zähne haben und nichts zu essen, ist ein verdorben Werk.
(Ein Sprichwort, bei Körte, Simrock und Braun jeweils ein etwas anderer Wortlaut, im Sprichwörter Lexikon von Wander sinds gleich drei: Zahn Nr. *158, *159 und *189)

Er hat Mosen und die Propheten.

Er hat nichts im Zipfel und nichts im Sack.

Er hat nicht so viel Muße, dass er sich könnt hinterm Ohr kratzen.

Er hat noch große Rosinen im Sack.

Er hat noch kein Pulver gerochen.
(Das bedeutet, er hat seinen Mut oder Können noch nicht unter Beweis gestellt, er hat sich noch nicht bewehrt. Als gegenteiliges Sprichwort gibt es weiter unten auch: Er hat schon Pulver gerochen.)

Er hat nur zwei Hände, eine zum Nehmen, die andere zum Behalten; die dritte, die zum Geben, fehlt ihm ganz und gar.
Er hat nur zwei Hände, eine zum Nehmen, eine zum Behalten; die zum Geben fehlt ihm.

Er hat Quecksilber im Hintern.

Er hat Rudolfs Redlichkeit [Ehrlichkeit] (nicht).
(Rudolf I. war von 1273 bis 1291 der erste römisch-deutsche König aus dem Hause Habsburg und beendete die Zeit des „Interregnums“. Er war für seine Redlichkeit und Verlässlichkeit bekannt, die andere vor und nach ihm nicht hatten. Wer sein Wort gab und es nicht hielt, der hatte Rudolfs Redlichkeit oder Ehrlichkeit nicht. Wer zu seinem Wort stand, hatte sie.)

Er hat's am Schnürchen.
Er zehrt (lebt) von der Schnur.
Von der Schnur zehren.
(Nach Körte (1837) bezieht sich der Spruch „wohl auf die alte Sitte, goldene und andere Schau-Münzen an einer Schnur, als Putz, umzuhängen, statt Schmuck-Kette. In der Not nahm man dann wohl eine Schaumünze nach der andern ab, um dafür einzukaufen.“)

Er hat's aus den Fingern gesogen.

Er hat Schellen am Ars.
(Nach Körte bedeutete das früher: „böse Pferde, vor denen man sich zu hüten habe.“)

Er hat schon Pulver gerochen.

Er hat Schultheißen-Ohren.

Er hat Schwalben unterm Hute, dass er nicht grüßen darf.

Er hat seinen Meister gefunden.
(Sprichwort mit der gleichen Bedeutung in Polen: Da traf die Sense auf den Stein.)

Er hat sein Geld in einen Wetzstein genäht, den hat ihm der Hund geholt!

Er hat sein Gut auf nasse Ware gelegt.

Er hat sein Gütlein unter der Nase vergraben.

Er hat seine Schäfchen aufs Trockne gebracht.
Er hat sein Schäfchen im trocknen.

Er hat sein Maul mit Honig und seine Hände mit Vogelleim gesalbt.

Er hat's faustdick hinter den Ohren.

Er hat sich in die eigene Zunge gebissen.

Er hat sich breitschlagen lassen.

Er hat sich das Seil lassen über die Hörner werfen.
(Das bedeutet, er hat sich von einer Frau einfangen, betören lassen, ist ihren Reizen erlegen, hat sich verliebt.)

Er hat sich der Welt abgetan und zu den Leuten bekehrt.

Er hat sich die Nase begossen.

Er hat sich die Nase verbrannt.

Er hat sich selber die Rute auf den Rücken gebunden.

Er hat sich zur Ruh gesetzt und ist Bote geworden.

Er hat's in sich, wie die Ziegen das Fett.
(Kommentar von Wilhelm Körte dazu: „Die Ziegen sehen gar mager aus und geben so fette Milch.“ Das Sprichwort bedeutet, man sieht ihm nicht an, was in ihm steckt, im Guten wie im Bösen zu verstehen.)

Er hat's Maul am rechten Ort.

Er hat so viel Tugenden, als ein alt Weib Zähne.
(Da in früheren Zeiten ohne Zahnärzte schlechte Zähne einfach ausfielen, hatten alte Weiber (Frauen) meist keine Zähne mehr. Es ist also ein schlechter Mensch ohne jede Tugend gemeint.)

Er hat stets Junge und Eier.

Er hat um eine Note zu hoch gesungen.
Er singt eine Note zu hoch.
Er singt immer eine Note zu hoch.
(Das bedeutet, er macht oder versucht etwas, was über seine Kräfte oder Möglichkeiten hinaus geht. Ein jahrhundertealtes Sprichwort, vergleichbar mit dem heutigen: Er hat zu hoch gepokert. Er ist ein zu hohes Risiko eingegangen und hat verloren, er hat sich verspekuliert.
Ähnliches Sprichwort: Wenn man das Liedchen zu hoch anfängt, . .)

Er hat viel Flöhe hinter den Ohren.

Er hat viel zu schaffen und wenig auszurichten.
Es hat mancher viel zu schaffen und wenig auszurichten.
Es hat mancher viel zu schaffen und wenig auszurichten und ist ihm wenig befohlen.
(Das bedeutet, jemand mischt sich überall mit ein und steckt seine Nase überall hinein, ohne das ihn jemand darum gebeten oder aufgefordert hätte. Er macht großes Aufheben von Kleinigkeiten und bringt trotzdem nicht viel zuwege. Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 3, 25: „Denn dir ist vor mehr befohlen, weder du kannst ausrichten.“)

Er hat viel zu schaffen, und wenig ist ihm befohlen.

Er hat vor der Taufe geniest.
(Ein Sprichwort aus dem Aberglauben. Angeblich soll ein Kind, dass vor der Taufe niest, ein überkluges oder altkluges Kind werden. Nach einem anderen Aberglauben muss man sogleich „Helfgott“ sagen, sonst kommt der Teufel und tauscht das Kind gegen einen Wechselbalg aus. Noch andere behaupten, wenn Kinder bei der Taufe schreien, werden sie nicht sehr alt. Aberglaube, aus dem sich auch heute noch jeder das heraussucht, woran einer glauben will.)

Er hat was um und an, zu beißen und zu brocken.

Er hat, was vor dem Daumen hergeht.

Er hat weder etwas zu nagen, noch zu beißen.

Er hat weder Geschick noch Gelenk.

Er hat weder Saft noch Kraft.

Er hat wohl in die Milch zu brocken.

Er hat wohl was, wenn der arme Kaiser nur was hätte.

Er hat zu hoch gepokert.
(Das bedeutet, er ist ein zu hohes Risiko eingegangen und hat verloren, er hat sich verspekuliert. Poker ist der Name von Kartenspielen, die mit Pokerkarten des angloamerikanischen Blatts zu 52 Karten gespielt werden. Jeder Spieler hat fünf Karten in der Hand, welche die anderen Spieler nicht kennen. Alle setzen Geld, Spielmarken oder Chips auf die Gewinnchancen der eigenen Karten. Den gesamten Einsatz bekommt der Spieler mit dem stärksten Blatt oder dem verbliebenen Spieler, wenn alle anderen ihren Einsatz wegen mangelnder eigener Gewinnaussichten weiter zu erhöhen. Da man bis zum Schluss keine Kenntnis der Karten der Mitspieler hat, muss man an deren Verhalten die Gewinnaussichten ablesen und geht dabei oft ein sehr hohes Risiko ein des Verlierens ein. Alte Sprichwörter mit ähnlicher Bedeutung: Er hat um eine Note zu hoch gesungen. und Er singt eine Note zu hoch.)

Er hat zu schaffen wie Meta, die drei Bohnen auf dem Feuer hatte und sich nicht Zeit ließ, eine zu kosten.

Er hat zwei böse Zähne; der eine beißt gern Weißbrot, der andre gern Lebkuchen.

Er hebt den Löffel auf und zerbricht die Schüssel.

Er heischt die Schläge, wie's Pferd sein Futter.

Er heißt ein Mann, aber der Nam' ist an ihm verloren.

Er heult mit den Wölfen im Busch (Wald) und blökt mit den Schafen im Felde.

Er hofiert in sein eigen Nest, wie ein Wiedehopf.

Erholung tut Leib und Seele wohl.

Er hört die Flöhe husten.

Er hört gern mit der Sauglocke läuten.

Er hört's Gras wachsen und die Mücken an der Wand niesen.

Er hört wie ein Esel auf die Leier.
(Menschen ohne Bildung können sich kein Urteil über Dinge machen, von denen sie nichts verstehen.)


Er irrt sich wie Johann Niklas sein Kater: als er meinte, er säß' auf der Katze, saß er auf einem Torfkuchen.

Er ißt das Zicklein, eh die Geiß gelammt hat.
Das Zicklein essen, ehe die Geiß gelammt.

Er isst keine Schuhnägel.

Er ist aller Welt ein Überbein.

Er ist am kurzen Atem gestorben.

Er ist auf dem Rücken zur Kirche gegangen.

Er ist auch auf der nehmenden Seite.

Er ist aus Saulus worden ein Paulus.

Er ist aus Schilda!

Er ist bei der Hand wie der Spieß hinter der Türe.

Er ist bekannt, wie der bunte Hund.

Er ist darauf erpicht wie der Teufel auf eine arme Seele.

Er ist das fünfte Rad am Wagen.

Er ist das Korn, das noch nicht gesät ist.

Er ist dazu gekommen, wie der Hund zur Bratwurst.

Er ist dazu gekommen wie Pilatus ins Credo.

Er ist dem Teufel auf den Schwanz gebunden.
Sich auf des Teufels Schwanz binden.
(Das bedeutet, man der Sklave seiner Sünden und Laster oder der Verbrechen, von denen man nicht lassen kann.)

Er ist dem Teufel aus der Bleiche gelaufen.

Er ist der erste Edelmann von seinem Geschlecht.

Er ist der hoffärtige Esel.
(Ein Esel trug Heiligtümer und meinte, man bete ihn an. Genauso gibt es Menschen, die fälschlich Lob auf sich beziehen, obgleich sie nicht gemeint sind. Wer so etwas nicht bemerkt, wird Esel genannt.)

Er ist der Punkt auf dem i.
(Das bedeutet, der Punkt ist nur klein und unwesentlich, doch ohne den Punkt ist es kein i. Der i-Punkt ist das gewisse Extra, das eine Sache erst vollkommen macht.)

Er ist des Holzes nicht, da man solche Bilder ausschnitzt.
(Das bedeutet, er ist unfähig für die gestellte Aufgabe.)

Er ist die Petersilie in allen Suppen.
(Das bedeutet, er drängt sich in alle Gesellschaften und will überall dran teilnehmen.)

Er ist Doktor, sie ist Meister.

Er ist eben nur so viel gesalzen, dass er nicht faule.

Er ist eigen wie Johann Fink, der wollte nicht am Pranger stehen.

Er ist ein alter Deutscher.

Er ist ein armer Lazarus.

Er ist ein armer Narr.

Er ist ein Bild ohne Gnade.
(Nach Johann Michael Sailer (Die Weisheit auf der Gasse, 1810) ist das ein bayrisches Sprichwort mit einer Anspielung auf die kirchlichen Gnadenbielder.)

Er ist ein dummer Zipfel.

Er ist eine Sonnenuhr, zeigt nur, solange die Sonne scheint.

Er ist ein feiner Vokativus.
(Vokativus = Schlauberger, Besserwisser, Schalk; Teufel; jemand, den man immer mahnen und zur Ordnung rufen muss.)

Er ist ein gehetztes Reh.

Er ist ein gewanderter Gesell, einmal zu Markt, zweimal zur Mühle und dreimal zu Bade gewesen.
Er ist ein bewanderter Mann, er ist einmal zu Markt, zweimal zur Mühle und dreimal zu Bade gewesen.

Er ist ein guter Narr, ich wollte Holz auf ihm hacken.

Er ist ein guter (armer) Schlucker, hat Haus und Hof verschluckt.
(Das bedeutet, er hat sein Haus und Hof vertrunken.)

Er ist ein Hund, wenn er nur einen Schwanz hätte.

Er ist ein Jaherr.

Er ist ein Kannengießer.
(Kannengießer = Stammtischpolitiker; politischer Schwätzer ohne Sachverstand. Ausdruck nach der Komödie „Der politische Kannengießer“ (Uraufführung 25.9.1722 im Lille Grønnegade Theatre, Kopenhagen) des dänisch-norwegischen Dichters Ludvig Holberg (1684–1754))

Er ist ein kleines Häfele*15, läuft bald über.
(Häfele = Verkleinerungsform von Hafen. Das bedeutet, vergleichbar mit einem kleinen Topf, in den nicht viel hineingeht und der schnell überkocht, ist er ein Hitzkopf, der nicht viel braucht, um sich aufzuregen und auszurasten.)

Er ist ein kluger Maler, geraten ihm die Engel nicht, so macht er Teufel daraus.
Maler können nicht verderben, gerät der Engel nicht, so machen's ein (malen sie) Teufel.
Maler können nicht verderben: Geraten die Engel nicht, malen sie Teufel.

Er ist ein loser Vogel.

Er ist ein Mann, wie Judas ein Apostel.

Er ist ein Narr in Folio.
(Folio = aus dem Lateinischen - in einem Blatt.)

Er ist ein Narr in seinem Sack.

Er ist ein Narr, wenn er gleich die Stube voll Geld hätte.

Er ist ein Neidkragen (Neidhart).

Er ist ein Nimmersatt.

Er ist ein Pfeilbeißer.
(Er ist ein scheinheiliger Heuchler.)


Er ist ein Philister.
(Eine alte Bezeichnung von Nichtstudenten und veraltenden Gelehrten durch Studenten, laut Wander aufgekommen ab 1693 in Jena.)

Er ist ein Pinsel.

Er ist ein Prahlhans.

Er ist ein Prophet, der Brot isst.

Er ist ein romantischer Menschenfresser.

Er ist ein Schelm, so weit ihn das Hemd anrührt.

Er ist ein schönes Schild am Wirtshaus, mahnt andere einzukehren und bleibt selbst draußen.

Er ist ein Unglücksvogel.

Er ist ein wenig zu heiß gebadet, er ist bald im Harnisch.

Er ist fauler als Mist.

Er ist fertig bis aufs Leimen.

Er ist Fuchs und Hase.
Ist es Fuchs oder Hase.

Er ist gewiss einmal von einer Schlange gebissen worden, weil er s vor jedem Wurme fürchtet.

Er ist Gott einen armen Mann schuldig.

Er ist gröber denn Bohnenstroh.

Er ist gut nach dem Tode zu schicken.
Er ist gut, um den Tod zu verschicken.
(Das bedeutet, er ist sehr langsam und kommt bei allem zu spät. Da jeder den Tod möglichst weit hinausschieben will, hat auch keiner Eile, nach ihm zu schicken, da ist ein besonders langsamer und säumiger Bote gerade recht.)

Er ist ihm Manns genug.

Er ist (sieht) ihm so ähnlich, als wäre er ihm aus dem Maule gekrochen.
Er ist ihm so ähnlich, als wäre er ihm aus der Haut geschnitten.
Er ist ihm wie aus der Haut geschnitten.

Er ist im Lausepelz zur Welt getragen.

Er ist in der Kluppe wie eine Laus zwischen zwei Daumen.

Er ist in Harnisch gebracht.
(Er ist zornig und aufgebracht geworden.)

Er ist in Rom gewesen und hat den Papst nicht gesehen.
(Das bedeutet, man ist an einem Ort gewesen und hat das wichtigste, sehenswerteste und eindrucksvollste seiner Art an dem Ort nicht gesehen. Wenn einem das Beachtenswerteste seiner Art entgangen ist, ist es so, als wäre man nicht dort gewesen.)

Er ist keinen Schuss Pulver wert.

Er ist kein Hexenmeister.

Er ist kein Kaufmann, er bietet die Hälfte.

Er ist kein Leckermaul, frisst auch roh und faul.

Er ist lange hier gewesen und kennt noch keine Gasse, darin er nicht schuldig ist.

Er ist leicht aus dem Sattel gehoben.
(Das bedeutet, er ist leicht aufzuregen oder leicht zu verunsichern.)

Er ist Meister, wenn sie nicht daheim ist.

Er ist mild auf der nehmenden Seite, auf der andern aber hart.

Er ist mir verwandt, aus der neunten Suppe ein Tünklein.

Er ist mit allen Dingen frei, der des Teufels eigen ist.

Er ist mit allen Hunden gehetzt.

Er ist mit der Pelzkappe geschossen.

Er (Es) ist mit Dreck (Tinte) rein gewaschen.

Er ist mit einer Sau durch die Schule gelaufen.
(Bei Wander unter Sau Nr. *351. Das bedeutet, mit seinem Wissen ist es nicht weit her. Siehe auch das Sinnverwandte Sprichwort: „Er hat ein Buch durch ein Nabenloch gesehen.“)

Er ist mit Schelm gefüttert.

Er ist mit Verstand bewährt, wie eine Gans mit einem Kamm.

Er ist nicht der Letzte, wenn er vorangeht.

Er ist nicht so gar voll Schellen als ein Schlittengaul.

Er ist nicht von Gebingen, sondern von Nehmingen.

Er ist nicht wert eine Prise Tabak.
(Ähnlich in Polen: Er ist dunkel, wie der Tabak im Horn. Wer mit dem Sprichwort gemeint wird, mit dessen Verstand ist es nicht weit her. Er ist ein Narr oder Dummkopf.)

Er ist niemandem etwas schuldig, als nur Herrn Jedermann.
Er ist niemand mehr schuldig als Herrn Jedermann.

Er ist noch gelb um den Schnabel.

Er ist noch hinter den Ohren nass.
Er ist noch nicht trocken hinter den Ohren.
(Das bedeutet, er ist noch zu jung oder noch zu unerfahren und muss noch viel lernen.)

Er ist nur eben so viel gesalzen, dass er nicht faule.

Er ist reich daheim, weiß aber sein Haus nicht.

Er ist seiner Mutter Sohn, wie eine Geiß.

Er ist seiner Protektion milder denn seiner Gaben.

Er ist seines Mauls Stiefvater.
Er ist der Mäuler Stiefvater.

Er ist sein so mild wie St. Lienhard seines Eisens: er gibt es niemand, es stehl' es ihm denn ein Dieb.

Er ist so blind wie ein Maulwurf.

Er ist so klug, er hört das Gras wachsen.

Er ist so weit gereist, dass er immer noch gerochen, ob seine Mutter Kuchen buk.

Er ist Storch und Klappermaul.

Er ist tapfer hinterm Ofen.

Er ist über Nacht aufgeschossen wie ein Pilz.

Er ist unmäßiger als 's Käterli Künzli, die saß neun Jahr in einer Badstube zu Haus und hatte nie Zeit, sich zu waschen.

Er ist unterm Besen getraut.
(Er ist ohne kirchlichen Segen getraut.)

Er ist verliebt wie ein Stint (wie ein Märzkater).

Er ist verschmitzt wie eine Fuhrmannspfeife.

Er ist verstockt wie der linke Schacher.

Er ist vogelfrei.

Er ist vom Regen in die Traufe gekommen.
(Ein schlimmer Zustand wird noch weiter verschlimmert, der Unglückliche wird noch unglücklicher oder wenn man erst kein Glück hat kommt auch noch Pech dazu.)

Er ist vom Rost in die Glut gefallen.

(Vergleichbar mit dem aus dem Regen in die Traufe kommen.)

Er ist von dem Rost in die Glut gefallen, von dem Regen in die Traufe gekommen, dem Regen entlaufen, und in das Wasser gefallen.
(Eine Zusammenfassung von mehreren Sprichwörtern, in denen das Unglück schlimmer wird. Das bedeutet, es hat einer immer mehr, und größere Unglücke und Pech, bei allem, was er tut. Es gelingt einfach nichts. Er ist ein echter Pechvogel und Unglücksrabe.)

Er ist von dem Adel, der die Nas am Ärmel wischt.

Er ist vor den Mäusen sicher.
(Gleiche Bedeutung wie das Sprichwort: „In leere Scheuern kriecht keine Maus.“ Das bedeutet, er hat nichts mehr.)

Er ist weder Fleisch noch Fisch.

Er ist weder Fuchs noch Hase.

Er ist weder gesalzen noch geschmalzen.

Er ist weder kalt noch warm.

Er ist weder zu sieden noch zu braten.
(Das bedeutet, er ist weder für das eine, noch für das andere zu gebrauchen.)

Er ist wie der Hanswurst im Trauerspiel.

Er ist wie der Zeiger an der Uhr, er geht, wie man ihn stellt.

Er ist wie der Schatten an der Wand.

Er ist wie verraten und verkauft.

Er ist worden rot, nun hat es keine Not.

Er ist zufrieden titulo pro vitulo (der Titel des Stiers).

Er (Es) ist zu halten, wie 'n Aal bei'm Schwanze und ein Weib bei'm Worte.

Er ist zum Fuchs (ge)worden.
(Das bedeutet, er ist gestorben. Nach Agricola (1530) ist es ein sinnbildlicher Vergleich mit dem Fuchs, der sich in seinem Bau unter der Erde verbirgt. Der verstorbene Mensch ist im Grab unter der Erde ebenso verborgen.)

Er ist Zunftmeister, es hat ihn aber niemand erwählt.

Er ist zu sehr Naseweis, der allein in seinen Sack ist.

Er ist zwischen dem Brotschrank und der Molkenkammer groß geworden.

Er ist zwischen Hammer und Ambos gekommen.
Er ist zwischen Kegel und Ziel gekommen.