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Es ist aber verboten und strafbar, größere Mengen, ganze Listen oder Länder zu kopieren und in anderen LIsten, Sammlungen oder Sprichwörtersammlungen im Internet, Büchern, Schriften, Computern oder anderswo in anderer, gleicher oder ähnlicher Art und Weise in elektronischen, gedruckten oder anderen Medien zu speichern, zu verarbeiten oder zu veröffentlichen. Jede Verwertung oder Speicherung von Inhalten bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Anbieters oder jeweiligen Rechteinhabers.
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Deutsche Sprichwörter
Über 22.000 deutsche Sprichwörter
Eine M bis Ein F
Flagge von Deutschland
In etlichen Sprichwörtern stimmt die Rechtschreibung oder Grammatik mit der laut Duden aktuellen nicht überein. Dazu schrieb schon Johann Michael Sailer 1810 auf Seite 64 seiner deutschen Sprichwörter:
   
„Das alte deutsche Sprichwort liebt das Negligé, die bequeme Haustracht, und lässt es den Gottscheden und Kollegen über, sein Verfahren mit der Grammatik auszusöhnen. So sind ihm z. B. der Artikel der, die, das, die Endsilbe e gar oft zu lang, das h zu weich: deshalb bleibt dies alles weg. Wie der Mann im Schlafrocke sich kein Gewissen daraus macht, dass seine Strümpfe nicht streng angezogen sind, so weiß das altdeutsche Sprichwort nichts um die Hofetikette der gebildeten Sprache. Die Zeitwörter sind dem Sprichworte oft gar zu lange: darum beschneidet es die Vorsilbe. Z, B. Werkstatt darf keines Palasts, statt: bedarf.

Ein Grund, warum das altdeutsche Sprichwort so wenig Fleiß auf die Vollendung des Gepräges verwendet, und sich darin so viele Versäumnis zuschulden kommen lässt, ist wohl auch der, dass es den Ursprung hat – mehr im Herzen, das den Sinn gibt, als im Kopfe, der ihn nach der Regel der Sprachlehre herauskleidet.“

In den alten Sammlungen wurde die Rechtschreibung der damaligen Zeit verwendet, die sich teilweise erheblich von der heute gültigen unterscheidet. Ebenso waren Druckfehler häufiger anzutreffen. Sie wurden manchmal schon am Ende eines Buches aufgelistet und berichtigt, was einfacher und billiger war, als das ganze Buch neu zu setzen und zu drucken. Leider wird diese heute unrichtige Rechtschreibung oft für die alten Sprichwörter und andere Texte in neuen Veröffentlichungen übernommen. In Neudrucken alter Bücher und Ausgaben sind alle Fehler wie in der ersten Ausgabe enthalten.

Zur Rechtschreibung und Orthografie steht im Vorwort des Buches „Der Dreißigjährige Krieg. Eine Sammlung von historischen Gedichten und Prosadarstellungen.“ 1862 in Halle herausgegeben von J. Opel und A. Cohn ein Abschnitt, dem ich mich nur anschließen kann:
 
Aus dem Vorwort Seite V bis VI:
   
„Für die Orthografie mussten wir namentlich berücksichtigen, dass unserer Ansicht gemäß gerade eine solche Sammlung nicht in die Bücherschränke der Gelehrten verschlossen bleiben, sondern auch in die Hände der deutschen Bürger gelangen sollte. Schon dieser Umstand musste uns veranlassen die heutige Schreibung und Interpunktion anzuwenden, außer wo bei einem und dem andern Worte besonders zwingende Gründe dagegen waren. Außerdem aber stützten wir uns auch hierbei auf den Ausspruch des ehrwürdigen Meisters deutscher Sprachforschung, Jacob Grimm, der sich in Haupt und Hoffmanns altdeutschen Blättern II, 138 geradezu mit den Worten: „Was liegt uns daran die Fahrlässigkeit und Unkunde eines Schreibers und Setzers jener Zeit festzuhalten?“ gegen die Beibehaltung der schlechten Schreibung des 17. Jahrhunderts erklärt. Die daran anknüpfende Mahnung Hoffmanns: (Weim. Jahrbuch IV, 224) „diese Bemerkung . . . sollte billig an der Spitze aller Einleitungen zu Neudrucken von Liedern seit etwa 1525 und der folgenden Zeit stehen“, war daher auch für uns maßgebend.“


Ein Beispiel für die alte, auch im 19. Jahrhundert falsche Schreibweise ist das Deutsche Sprichwörter Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander und derer, die von ihm abschrieben. Trotz besseren Wissens behielt Wander oft die alten falschen Schreibweisen bei, verbesserte sie manchmal verschieden im selben Sprichwort oder gab verschiedene Schreibweisen als unterschiedliche Sprichwörter aus. Auch wenn es bei aus dem Gebrauch gekommenen Sprichwörtern nachvollziehbar wäre, werden Sprichwörter nicht in der alten geschriebenen Form, sondern immer in der zeitlich aktuellen Sprache zitiert und sollten zum allgemeinen Verständnis ebenso heute geschrieben werden.

Beispiele:
 
In den mehrere Hundert Jahre alten Sammlungen stand oft lüg für Lüge, darff für bedarf, Leut für Leute und warheyt für Wahrheit: 1873 im Deutsche Sprichwörter Lexikon Band 3, Spalte 253, Lüge Nr. 19: „Die lüg darff gelerter, die warheyt einfeltiger leut.“ richtig wäre: „Die Lüge bedarf gelehrter, die Wahrheit einfältiger Leute.“
 
Beispiele anderer Worte: babst für Papst, fahet für fängt und fangen, Lieb für Liebe, liebstu für liebst du, kompt für kommt, lest für lässt, jhm und jhn für ihm und ihn, ein v für die Buchstaben u oder ü. Ebenso bleibt bei Wander das angehängte u, wenn ein du folgen soll: bistu, hastu, kompstu, solltu, wiltu, wirstu für bist du, hast du, kommst du, sollst du, willst du, wirst du und andere. Das Wort Maus, alt oft Mauß geschrieben verbesserte Wander über 70 Mal zu Mauss, obwohl über 500 Mal auch das richtige Wort Maus im Sprichwörter Lexikon steht. Das alte Wort Fraw behielt Wander über 300 Mal, auch unter dem Stichwort Frau mit über 800 Einträgen. Über 800 Mal findet man das Wort Gelt im Deutschen Sprichwörter Lexikon, auch bei den 1580 Einträgen unter dem Stichwort Geld.
 
Ein paar Beispiele von vielen, die hier mit wenigen Ausnahmen, die dem jeweiligen Sprichwort geschuldet sind, in der heutigen Rechtschreibung stehen, was in den bisherigen Sammlungen nicht der Fall ist. Trotzdem ist auch diese Sammlung nicht perfekt. Ausnahmen sind die Fälle mit Reimen, alten Wörtern, Kunstwörtern oder für bestimmte Sprichwörter typischen Ausdrücken. Auch die Grammatik wurde nicht verändert, die in Sprichwörtern vielfach nicht ganz den Regeln entspricht.
 
Da hier alles nach dem Alphabet sortiert ist, (auch Ä, Ö, Ü, ß sind gleichwertig unter die Buchstaben A, O, U und S einsortiert) sind Sprichwörter mit vergleichbaren Inhalten teilweise getrennt. So ist jedes nur einmal vorhanden, (Was auch Wander für sich forderte, aber nicht einhielt) manches hätte sonst unter verschiedenen Stichworten sortiert werden können.

Wenn hier noch ein besonderes, wichtiges, häufiges oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.

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Eine Magd, die gibt, beut aus ihr Ehr'; eine Magd, die nimmt, verkauft ihr Ehr'!

Eine Magd, die will in Ehren leben, die soll nicht nehmen und nicht geben!

Einem ausgesöhnten Feind ist nicht zu trauen.

Einem Bettler ist es leid, wenn er den anderen betteln sieht.

Einem bösen Gewissen scheinen auch Fliegen Kürassiere zu sein.

Einem den Stuhl vor die Tür setzen.
(Das bedeutet, man kündigt jemandem das Recht in einem Haus auf. Es kann auch der Arbeitsplatz in einer Firma oder anderes sein, was gekündigt wird. Es ist eine alte symbolische Handlung, die sprichwörtlich geworden ist.)

Einem Dieb darf man nur die Tür auftun.
Einem Dieb darfst du nur die Tür auftun.

Einem Dieb fehlt zuweilen auch wohl ein Stück vom Galgen.

Einem Dieb ist bös stehlen.
Einem Dieb ist nicht gut (was zu) stehlen.

Einem Dieb sieh auf die Hände, auf die Füße darf man ihm nicht sehen.

Einem Durstigen träumt wohl, dass er trinke, wenn er aber aufwacht, ist er matt und durstig.

Einem ehrlichen Mann tut keine Wunde so weh als eine Ohrfeige.

Eine Meile Wegs davon ist ein guter Panzer.

Einem etwas auf die Nase binden.
(Das bedeutet, einem etwas vormachen, was tatsächlich nicht der Wahrheit entspricht, ähnlich: ein X für ein U vormachen.)

Einem etwas unter die Nase reiben.

Einem faulen Arbeiter ist jeder Hammer zu schwer.

Einem faulen Menschen wehret die Zeit lang.

Einem Filz ist sein Gut an die Rippe gewachsen oder ans Herz gepicht.

Einem Fisch ist nicht besser, denn im Wasser.

Einem fröhlichen Herzen ist alles fröhlich, was es sieht.

Einem fröhlichen Herzen schmeckt alles wohl.

Einem Frommen gefallen ist besser denn vielen Bösen.

Einem frommen Herzen gebührt, dass er seine Ehe halte.

Einem gehenden Manne nimmt man kein Pferd.

Einem Geizhals ist seine eigene Seele feil.

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
(Vergleichbares Sprichwort in Ungarn: Dem geschenkten Pferd schaue nicht auf die Zähne.)

Einem Geschrei legt jedermann ein Stücklein zu.
(Geschrei = Gerücht)

Einem Gesunden schmeckt auch eine Wassersuppe.

Einem glückt, was Hunderten missglückt.

Einem grauen Haupt soll man die gebührende Ehre erzeigen.
(Bei der heutigen jungen Generation aus der Mode gekommen. Es herrscht eher das Gegenteil von Ehre, nämlich eine Herabsetzung des Alters, eine gewisse Altersdiskriminierung.)

Einem Großen weich, acht dich gering, dass er dich nicht in Schaden bringt.

Einem guten Pferd mangelt's nicht am Sattel.

Einem guten Reiter fehlt es niemals an der Lanze.

Einem Hausvater steht es besser an, zu verkaufen als zu kaufen.

Einem Heiligen muss man dienen, womit man ihn mag versühnen.

Einem Horcher an der Wand gibt man einen Dreck in die Hand.

Einem hungrigen Bauch kann niemand lügen.

Einem Hungrigen träumt wohl, dass er esse; wenn er aber erwacht, so ist seine Seele leer.

Eine milchende Kuh Deckt den Tisch dazu.

Eine Minne die andere sucht, ein Fluch den andern ruft.

Einem ist nicht besser, denn in seinen vier Pfählen.

Einem jeden dünkt, dass seine Eule ein Falke sei.
Jedem dünkt seine Eul' ein Falk.

Einem jeden dünkt sein Tun rieche wie Bisam.

Einem jeden etwas ist eine gute Teilung.

Einem jeden gefällt eines ändern Stand und Wesen besser denn sein eigen.

Einem jeden gefällt sein Handel wohl.

Einem jeden geschieht nach seiner Achtung.

Einem jeden sind die seinen lieb.

Einem jeden wird sein Wasser tief genug zu waten.

Einem Jungfernschänder geht's nimmer wohl.
(Manchmal ist veraltete oder unmodern gewordene Sprache deutlicher und ausdrucksstärker als jede moderne Ausdrucksweise oder neue Wort. Wer jemand anderen vergewaltigt, fühlt sich möglicherweise, stark, überlegen oder anders positiv. Wer vergewaltigt, übt Gewalt aus und Gerede über mögliche oder ausgebliebene Gegenwehr oder gesetzliche Spitzfindigkeiten verharmlosen nur und ändern nichts am schändlichen Tun.
Wenn wie früher jemand geschändet wurde (nicht wie heute vergewaltigt), war schon durch die Wortwahl klar: Der Schänder hat schändlich gehandelt und dadurch erst recht Schande über sich gebracht, unabhängig von möglichen äußeren Begleitumständen wie Gegenwehr, Schreckensstarre, Gesetzen oder anderem. Wer andere schändet (Jungfer oder nicht, wen und wann auch immer) bringt Schande über sich, lebenslänglich, wer an einen Gott glaubt, noch darüber hinaus.) Worte beeinflussen das Denken der Menschen und dadurch ihr Handeln.)

Einem Klugen fehlt wohl Rat, den ein Schlimmer bei sich hat.

Einem Kriegsmann ist sein Harnisch leicht zu tragen.

Einem Küchenschmecker hängt man den Kochlöffel an.
(Küchenschmecker = Küchennascher, einer der in der Küche von allem nascht und probiert.)

Einem Langsamen ist kein warmer Bissen beschert.

Einem Lauser steht's nicht wohl an, dass er reich ist.
(Lauser = Erbsenzähler, Knicker, Knauser, Pfennigfuchser, Geizhals.)

Einem Liebhaber ist nichts zu schwer.

Einem Lügner ist ein Geheimnis am besten zu vertrauen.

Einem Müßiggänger allzeit zwei Brote.
Dem Müßiggänger gehören zwei Brote, denn er hätte sonst nichts zu tun, wenn er nicht des Leibes pflegte.

Einem nackten Kinde friert auch im Weidenschatten.

Einem nackten Kind kam man nichts ausziehen.

Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen.
(Wo nichts ist, kann man nichts holen. Das zeigt sich auch heutzutage daran, dass man selbst mit einem Pfändungsurteil bei jemandem, der nichts hat und von der Sozialhilfe lebt, nichts bekommen kann.)

Einem Narren henkt man Schellen an.

Einem Narren muss nichts gut sein.

Einem Ochsen kann man nur einmal das Fell über die Ohren ziehen.

Einem Schalk brennt man zwei Lichter, dem Frommen kaum eins.

Einem Schmeichler und einem Wolf ist nicht zu trauen.

Einem schönen Haus ein schöner Wirt.
Ein schönes Haus, ein schöner Wirt.

Einem Schwätzer traut niemand.

Einem Tauben Messe lesen, Wasser im Sieb holen, ohne Federn fliegen, den Krebs lernen vor sich gehen, ist alles verloren Arbeit.
(Dieses und anderes einzeln oder mehrere zusammen wird in etlichen Sprichwörtern als verlorene Arbeit bezeichnet. Dieses ist 1605 bei Petri verzeichnet, Wander nimmt nur den 1. Teil für sein Deutsches Sprichwörter Lexikon unter Taube (der) Nr. 8.)

Einem trauen ist genug, keinem trauen ist nicht klug.

Einem Traurigen ist alles traurig, was er sieht.

Einem Traurigen soll man nicht mehr Traurigkeit machen.

Einem Trunkenen muss man oft mehr Ehre geben, denn einem Nüchternen.

Eine Mücke führt es auf dem Schwanz über den Rhein.

Eine Mühle, die nicht umgeht, ein Backofen, der nicht heizt, und eine Mutter, die nicht gern daheim ist, sind unwert.

Einem unbekannten Mann trauen, ist Torheit.

Einem Undankbaren gutes tun, und eine Schlange im Busen tragen, ist eins so gut als das andre.

Einem unfruchtbaren Sand und Stein kein Regen hilft noch Sonnenschein.

Einem ungewaschenen Maul ist Unglück zum Ziel gesteckt.

Einem ungezähmten Ross ist besser zu trauen als einer bösen Zunge.

Einem unkeuschen Menschen ist alle Speise Süß.

Einem unreinen Herzen lieblich reden ist verloren.

Einem unwilligen Rosse muss man die Sporen geben.

Einem Unwürdigen gereicht große Ehre zur Schand.

Einem verdorbenen Geschmack ist auch der Honig bitter.
(Das zeigt sich heute bei vielen Menschen, die nur noch hoch verarbeitete Lebensmittel, Fertiggerichte und genetisch veränderte Dinge mit viel Salz und überwürzt essen. Sie finden oft an den besten Dingen, welche die Natur bereitstellt, keinen Geschmack mehr. Wer nur noch den Lärm der Stadt kennt und sich nur mit Smartphone, Internet und aller Technik in der Welt zurechtfindet, wird beim Ausfall der geringsten Hilfsmittel, sich nicht mehr zurechtfinden und einsam verhungern. Der heutige Mensch ist oft hohl und leer, da er sein ganzes Wissen und Können ins Internet und die Cloud auslagert. Einmal ohne Netz, versagen sie auf ganzer Linie.)

Einem verlogenen Maul glaubt man nichts, wenn ihm Gott gleich ein wahr Wort beschert.

Einem vermessenen Menschen gehts endlich übel aus.

Einem wegfertigen Manne oder Gaste kann man kein Gras verweigern.

Einem Weibe soll man nichts heimliches sagen, denn sie können nicht schweigen.
Einem Weib sag nichts heimliches, denn sie können nicht schweigen.

Einem weisen Knecht muss der Herr dienen.
Einem witzigen Knecht müssen auch Edelleute dienen.
Einem witzigen Knecht müssen die Edelleute dienen.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 17, 2: „Ein kluger Knecht wird herrschen über einen schandbaren Sohn und wird mit den Brüdern das Erbe teilen..“)

Einem weisen Mann widerfährt keine schlechte Torheit.

Einem wie dem andern, so geschieht keinem (niemandem) Unrecht.
Gleich einem wie dem andern.

Einem willigen Knecht soll man nicht zu viel aufbürden.

Einem zähen Vater folgt ein milder Sohn.
Einem zähen Vater gehört ein milder Sohn.

Einem zeitigen Toten regnet's ins Grab.

Einem zornigen Herrn soll man entweichen.

Eine Nahrung schlägt die ander nicht aus.

Einen alten zerrissener Rock soll man mit einem neuen flicken.

Einen armen verständigen verschmähen und einen reichen Gottlosen ehren, taug beides nichts.

Eine Narrheit zu unterhalten kostet mehr als zwei Kinder.
Ein Laster kostet mehr denn zwei Kinder.

Einen Bären loslassen ist besser, wie einen anbinden.

Einen [Jemanden) bei (an) der Nase herumführen.

Einen Betrüger muss man recht und listig fassen.

Einen bösen Ast muss man leiden um des Baumes willen.
Einen bösen Ast muss man um des Baumes willen dulden.
Einen bösen Ast soll man leiden, des Baumes willen.
Bösen Ast muss man leiden um des Baumes willen.

Einen bösen Mann hindert eine Fliege an der Wand.

Einen Buben soll man zu nichts anders ordinieren als zum Strick.

Einen Bürger und Bauer scheidet nichts als Zaun und Mauer.

Einen Dieb kann man wohl vom Galgen lösen, aber nicht gerecht machen.

Einen dünnen Rock achtet man nicht viel.

Einen falschen Freund ich halte dich, so du mein Geld mehr liebst denn mich.

Einen faulen Arbeiter verhindert auch ein Strohhalm.

Einen Faulen soll man nicht um Rat fragen von großer Arbeit.

Einen Franken soll man sich zum Freund, aber nicht zum Nachbar wünschen.

Einen Fremden soll man fördern.

Einen Fremdling soll man nicht verachten, sonderlich wenn er gläubig ist.

Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, aus dem 2. Brief des Paulus an die Korinter 9, 7 „Ein jeglicher nach dem Willen seines Herzens, nicht mit Unwillen oder Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“)

Einen Fuchsschwänzer spürt man an seinem liebkosen.

Einen Fund verhehlen ist so gut wie Stehlen.

Einen für einen, so fängst du sie alle.

Einen gefangen Mann soll man nicht schlagen.

Ein Engel geht (flog) durchs Zimmer.
(Ein Sprichwort, dass es ähnlich in vielen Ländern gibt, was bedeutet, dass wahrscheinlich ein gemeinsamer alter Ursprung besteht. Das Sprichwort bedeutet, in einer Unterhaltung tritt eine unerwartete plötzliche Stille ein, in der niemand etwas sagt. Möglicherweise geht das Sprichwort auf Plutarchs moralisch-philosophisches Werk „Über die Geschwätzigkeit“ zurück. Darin führt er aus, wenn plötzliches Schweigen entsteht, sagt man, Hermes/Merkur sei hereingekommen. Hermes/Merkur ist der Gott der Beredsamkeit, in dessen Gegenwart man aus Ehrfurcht schweigt, um ihm den Vorzug zu überlassen. In Anlehnung an den Titel würden auch alle einer Gesellschaft verstummen, wenn ein Schwätzer hinzukommt, um ihm keine Veranlassung zum Plaudern zu geben. Wenn der Schwätzer selbst den Mund öffnen sollte, eilen alle davon. Ein Hinweis auch auf     http://idiome.deacademic.com/662/Engel)

Einen geringen Schaden soll man nicht verachten.

Einen Gott und viel Freunde.

Einen guten Freund erkennt man in der Not, einen reichen Mann, wenn er ist tot.

Einen guten Freund kennt man, wenn er den andern straft.

Einen guten Gaul muss man nicht zu oft reiten.

Einen guten Geber segnet Gott.

Einen guten Nachbarn lieb, einen schlechten Nachbarn ertrag.

Einen jeden gereut sein Schaden.

Einen jungen Zweig biegt man, wohin man will.

Einen knorrigen krummen Block soll man ungespalten lassen.

Einen Kuss in Ehren mag (kann) niemand wehren.

Einen Kuss kann man abwischen, aber das Feuer im Herzen nicht löschen.

Einen lieb und niemand mehr, ist allen Jungfrauen eine Ehr.

Einen Mann hungerte manche Stund: Er ging und kaufte sich einen Hund.

Einen Mohren kann man nicht weiß waschen.

Einen Nagel schlägt man mit dem andern aus.

Einen Narren kennt man an der Kappen.

Einen neidischen Meister erbt oft ein treuer Geselle.

Eine Notlüge schadet nicht.

Einen Prahler beneiden die Nachbarn.

Einen Quast im Nacken, ein Loch im Hacken.
(Erklärung dazu 1837 von Wilhelm Körte: Quast, ein Putz-Stück, teils ohne viel Wert, wo es dann oft erneuert werden muss, teils von großem Wert. – Vielleicht von quasen, schlemmen, mutwillig vergeuden, ohne Sinn und wahren Genuss.)

Einen Schalk kennt man bei den Worten, wie ein Kraut bei dem Geruch.

Einen Schwätzer oder Kläffer jag aus deiner Hütte.

Einen schweren Stein kann man nicht fern werfen.

Einen Steinwurf weist der Schöffe für einen Totschlag.
Ein Steinwurf wiegt für einen Totschlag.

Einen steten Gast und nächtigen Fisch wünschet ihm niemand an seinem Tisch.

Einen Topf voll süßer Milch muss man nicht vor die Katze setzen.

Einen Totschläger frisst das Schwert wider.

Einen trunkenen Regenten muss ein ganzes Land entgelten.

Einen unerfahrnen Arzt, ungekochte Speis und übriges trinken meide, bist du weise.

Eine Nuss ist selten und kostbar: Erbarm-nuss.

Eine Nuss rappelt nicht im Sacke.
Eine Nuss im Sacke macht kein Geräusch.

Einen verzagten Mann geht kein Glück an.

Einen Weisen erschreckt fremder Schaden.

Einen weisen Fürsten loben seine ehrlichen vorsichtigen Händel*14.

Einen weisen Mann fürchtet jedermann.

Einen Welschen*34 zu hintergehen, muss man morgens früh aufstehen.

Einen Widersacher gewinnt man selten mit bösen Worten.

Einen zeitigen Dieb erläuft ein hinkender Scherge*30 (Büttel*6).

Einen zornigen Menschen soll man zuvor versausen und verprausen lassen, ehe man mit ihm redet.

Eine offenbarliche Lüge ist keiner Antwort wert.
Eine öffentliche Lüge ist keiner Beantwortung wert.
Eine öffentliche Lüge ist keiner Antwort wert.
Offenbare Lüge ist keiner Antwort wert.
Offentliche Lüge ist keiner Antwort wert.
(Das bedeutet, einer offenbare Lüge, die auch ein Blinder als Lüge erkennen muss, ist der Mühe einer Antwort nicht wert. Ebenso ist es nicht wert, einem offensichtlichen und für jeden erkennbaren Lügner zu antworten.)

Eine offene Tür führt auch die Heiligen in Versuchung.

Eine Person bricht allein die Ehe nicht.

Einer acht's, er andre lacht's, was macht's?

Einer allein macht keinen Tanz.

Einer baut, der andere erkriegt es.

Einer beruft des andern Namen.
Einer ruft des andern Namen.
(Das bedeutet, der eine kritisiert die Fehler eines anderen und prangert sie öffentlich an, die er selbst hat.)

Eine rechte Liebe wird neunmal nichts.
(Dazu zitiert Wilhelm Körte 1837 ein Zitat von Euripides: „Des Herz hat nicht geliebt, der nicht für immer liebt.“)

Ein Erfahrener ist besser als zehn Gelehrte.

Ein Erfahrener ist über einen Studierten.

Einer gibt dem andern die Tür in die Hand.

Einer gibt Zubuße, der andere hebt Ausbeute.

Einer glückseligen Braut fällt der Regen in Schoß.

Einer hat das Heil, der andere das Seil.
(Erklärung dazu von Petri 1605: „Das ist, was einer spart, das verzehrt der andere, oder, was einem glückt, misslingt dem andern.“)

Einer hat's, der andere hat's gehabt, der dritte hätt' es gern.
(Gemeint ist das Geld, das jeder gerne hätte und mancher auch einen Mord begeht.)

Einer hilft dem andern über den Zaun.
(Wander verhilft diesem Sprichwort in senenm Deutschen Sprichwörter Lexikon gleich 3 Mal über den Zaun: unter den Stichwörtern Helfen Nr. 9, Zaun Nr. 21 und Einer Nr. 40.)

Einer hungrigen Seele ist alles bittersüß.

Einer Hure Trost ist, dass sie die erste und letzte nicht sei.

Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss.

Einer ist des andern Engel oder Teufel.
Einer ist des andern Teufel.

Einer ist seines Gelds der beste Kämmerer.

Einer ist selbst der nächste Vormund zu seinen Gütern.

Einer ist tüchtig, nicht darum, dass er sich selbst lobt, sondern das ihn der Herr lobt.

Einer kann nicht alles.

Einer kann nicht alles wissen.

Einer kann reden und sieben können singen.

Einer Krankheit, die aus Fülle kommt, ist besser zu helfen, denn die aus Mangel herrührt.
Einer Krankheit, die aus Überfluss herkommt, ist leichter zu helfen, als die aus Mangel herrühret.

Einer lässt sich einessen und einarbeiten.
(Ein Sprichwort, das aus der Mode und vor allen Dingen aus der Anwendung seiner Bedeutung gekommen ist. Es soll die Gutherzigkeit der Deutschen??? beschreiben. Es bedeutet nach der Erklärung im Sprichwörterbuch von Wilhelm Körte 1837: „Ein Wort deutscher Gutherzigkeit; da Einer mehr mitisset, etwa ein Armer, und Einer weniger arbeitet, etwa ein Kranker.“ Bei dem Verhalten der heutigen Deutschen, besonders von Unternehmen und Firmen, muss das Sprichwort aus einer längst vergangenen und erst recht vergessenen Zeit stammen. Selbst unter Nachbarn oder in Familien ist das Wort und Bedeutung „Gutherzigkeit“ vielfach gegen „Egoismus, Rücksichtslosigkeit“ ausgetauscht.)

Einerlei Arznei macht den einen gesund, den andern wund.

Einerlei Kinder, mancherlei Sinn.

Einerlei Namen haben nicht einerlei Glück.

Einerlei Speise gar jeglichen Tag, selbst nicht des Königs Beichtvater mag.

Einerlei Vögel hocken auf einerlei Nest.

Einer lernt's von seinem Nachbar.

Einer macht Bändel, der andre schneidet sie ab.
Einer macht Bändel und der andere schneidet sie ab.
Einer macht Beutel, der andere schneidet sie ab.
Einer macht die Säckel, der ander schneid(et) sie ab.
(Ein Sprichwort mit verschiedenen Versionen. Es bedeutet das Gleiche, wie das Sprichwort: „Der eine hat Arbeit und Fleiß, der andre Nutzen und Preis.“ Mehrere andere Sprichwörter haben ebenfalls die gleiche Bedeutung.)

Einer macht, dass der ander entgelten muss.

Einer mags süß, der ander sauer, so werden alle Gemüse gegessen.

Einer mag überwältigt werden, aber zween (zwei) mögen widerstehen.

Einer mag vielen guten Rat geben, aber nicht angewinnen.
(angewinnen = veralteter Ausdruck, für, an oder von etwas oder einem gewinnen. Das bedeutet, jemand kann anderen guten Rat geben, sich selbst aber nicht.)

Einer mit Schwert und Büchsen hat einen Wehrlosen gut zu (ver)schlagen.

Einer mordet, der andre duld, so sind die beid in der Schuld.

Einer muss einen Dieb und Buben zum Knecht und eine Hur und Diebin zur Magd haben oder leiden.

Eine Rose macht keinen Kranz.

Einer Rache gebührt die andre.

Einer schläft und sein Netz fängt.

Ein erschrocken Gewissen versieht sich nimmer des ärgsten.

Einer soll des andern Last, Bürd, Weise, Gebrechen und Aberwitz wissen und tragen, nicht negen und nagen.
(Ähnliches in der Bibel, Neues Testament, Der Brief des Paulus an die Galater 6, 2: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ und 6, 5: „Denn ein jeglicher wird seine Last tragen.“)

Ein ersparter Pfennig ist besser und gilt mehr denn ein unerworbener Groschen.
Ersparter Pfennig ist redlicher wie der erworbene.

Ein ersparter Pfennig ist so gut wie der erworbene.

Ein ersparter Pfennig ist zweimal verdient.
Ein ersparter Taler*33 ist zweimal gewonnen.

Einer sündigt, der andere büsst
Einer sündigt, der andere muss Busse tun.

Einer teilt aus, und wird reicher, ein ander kargt und wird armer.

Einer tut`s, der andere muss es tragen.

Einer wählt dies, der andre das.

Einer Wand, die fallen will, gibt jeder gern 'nen Schupp.
Einer Wand, die fallen will, gibt jedermann Stöße.

Einer weiß wohl seine Ausfahrt, aber nicht seine wieder Heimfahrt.

Einer Witwe achtet man wie eines Dornstrauchs, wenn die Rosen davon sind.

Einer Witwe Andacht währt nicht länger, als bis sie einer aufnestelt.

Eine Sache lehrt der anderen nachsinnen.

Eine Sache zu oft gesagt, tut den Ohren weh.

Eine Sach lehrt der andern nachsinnen.

Eine Sach nicht allzeit wohl gerät, wenn man gleich müh und arbeit hat.

Eine Sach soll werden wohlbedacht, ehe man sie laut und tüchtig macht.

Eines Adels sind wir alle.
(Das bedeutet, wenn man nur weit genug in die Vergangenheit zurückgeht, wird sich bei jedem Menschen ein Adliger unter den Ahnen finden lassen.)

Eines anderen Fehler ist ein guter Lehrer.

Eines anderen Gut kann man ohne Unrecht bessern, aber nicht brauchen.

Eines andern Brief, Beutel und Tafel soll man nicht ansehen.
(Das ist der Datenschutz, schon 1605 bei Petri im Sprichwort festgeschrieben. Noch heute versuchen alle, von Präsidenten und Königen bis hin zum einfachsten Menschen Gründe zu erfinden, diesen missachten zu können und Ausreden zu finden, das es notwendig sei.)

Eines andern Kreuz lehrt sein eigenes tragen.

Eine Sau ist lieber im Schlamm denn im frischen Wasser.

Eine Sau soll keine Taube sein und ein Kuckuck muss keine Nachtigall sein.

Eines bösen Nachbarn arge List allzeit gar bös und schädlich ist.

Eine Schande tötet alle Tugend.

Eine Schlange soll man nicht mit Milch, sondern mit Erde etzen und speisen.

Eine schlimme Kaufmannschaft, wo niemand gewinnt.

Eine schlimme Magd und loser Knecht, die schicken sich zusammen recht.

Eine schnelle Zunge bringt viel Unrat.

Eine schöne Braut ist leicht gepaart.

Eine schöne Frau in Armut, die ihre Ehr behalten tut und liebt dazu ihren Mann, die trägt der Ehren wohl eine Krone.

Eine schöne Frau und schöner Gang im Bergwerk kann einen auch wohl betrügen.

Eine schöne Jungfrau ohne Geld kriegt mehr Buhler als Freier.

Eine schöne Monstranz, wenn nur Heiligtum drinnen wäre!

Eine Schwalbe bringt keinen Sommer.
Eine Schwalbe macht keinen Frühling.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
(Man soll nicht von einem einzigen Indiz auf eine Veränderung schließen, wegen eines Ereignisses keine voreiligen Schlüsse ziehen. Wegen eines einzelnen Vorfalls soll man nichts verallgemeinern, sonder erst abwarten, ob es noch weitere Hinweise gibt.)

Der Ursprung des Sprichworts ist die Fabel „Der verschwenderische Jüngling und die Schwalbe“ des griechischen Fabeldichters Äsop. Äsop lebte um 600 v. Chr. Er war wahrscheinlich Sklave mehrerer Herren einer ihn freiließ. Danach wurde er Gesandter von Krösus, dem letzten König Lydiens, der ihn auf mehrere Reisen schickte. Auf einer Reise zum Orakel nach Delphi wurde Äsop dort wegen angeblichen Diebstahls zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Fabeln des Äsop wurden durch die Römer in Europa bekannt, aus denen sich in vielen Ländern ähnliche Sprichworte bildeten, teilweise mit Frühling, teilweise mit Sommer.
Die Behauptung, das Sprichwort gehe auf zwei schwäbische Schneider zurück, ist frei erfunden.
In Äsops Fabel verkauft ein Jüngling seinen Mantel als letzten Besitz, nachdem er eine Schwalbe gesehen hatte. Weil die Schwalbe zu früh kam, wurde es wieder kalt, die Schwalbe erfror und der Jüngling fror ebenfalls.
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_verschwenderische_Jüngling_und_die_Schwalbe
www.fabelnundanderes.at/aesop_4.htm#Der_unersättliche_Jüngling_und_die_Schwalbe


Eine schwatzhaftige Zunge bringt Ungemach.

Eine schwere Last und große Pein, wer muss bei bösen Herren sein.

Eine schwere Tasche kann harte Püffe ausstehen.

Eine Schwieger(mutter) und Sohnsfrau sollte man nicht zusammen malen.

Eines Diebs Feder schreiet und spritzet doch endlich, dass man's erfährt.

Eines Ehre ist des andern Verdruss.

Eines einzelnen Mannes Hand ist gar zu schwacher Widerstand.
(Das bedeutet, alle glauben, alleine nichts ausrichten zu können. Dieses Sprichwort ist eindeutig falsch! Wenn man im Recht ist und ehrlich seine Meinung und Rechte verteidigt, kann man sehr wohl etwas bewirken, wie ich selbst in den vergangenen Jahren feststellen konnte. Es dauert manchmal nur etwas länger.)

Ein Esel bleibt ein Esel, käm' er auch nach (gen) Rom.

Ein Esel darf nicht viel singen, man kennt ihn doch wohl an den Ohren.

Ein Esel frisst keine Feigen. Warum?

Ein Esel gefällt dem anderen.

Ein Esel heckt keinen Sperber oder Blaufuß.

Ein Esel hört der Leier zu, davon er doch nichts versteht.

Ein Esel ist kein guter Schüler.

Ein Esel kraut (kratzt) den andern.

Ein Esel mit Geld beladen vermag alles.

Ein Esel muss nicht sagen wie der andere soll den Sack tragen.

Ein Esel schimpft (heißt) den anderen Sackträger (Langohr).

Ein Esel soll kein Psalter lesen, er ist nur zum Sacktragen gemacht.

Ein Esel soll nicht Feigen essen.

Eines Faulen erbarmt sich Gott nicht.

Eines Freund, keines Feind.

Eines frommen Mannes geniest ein ganzes Land.
Eines frommen Manns kann jedermann genießen.
Eines frommen Mannes kann man viel genießen.
So lang bist du ein frommer Mann, dieweil man dein genießen kann.
Wenn einer ist ein frommer Mann, ein jeder sein genießen kann.
(Erklärung dazu von Agricola 1530 in seinem Buch „Dreyhundert Gemeyner Sprichwörter“ unter Nr. XXXII (32): „Ein frommer Mann dient und hilft, wo er soll und kann, zu dem, so ist er niemand schädlich, sondern aller Welt besserlich. Es geschieht oft einem, um eines frommen Mannes willen an fremden Orten tut und Ehre, des er sonst seinethalben wohl mangeln müsste.“)

Eines Fürwitzigen ärgsten Feinde sind seine eigene Anschläge.

Eines geringen Mannes Rat steht nicht zu verachten, wenn er gut ist.
(Eine Erkenntnis, die auch heute viele Menschen in Führungspositionen nicht beachten. Wie sonst soll man die vielen Fehler an höchsten Stellen in Politik und Wirtschaft erklären?)

Eines großen Herrn Pracht und Herrlichkeit erkennt man an seinem großem weiten und schönem Hause, wie Gottes Herrlichkeit am Himmel.

Eines Hufeisens willen verdirbt oft ein Pferd.
Um eines Hufeisens willen verdirbt oft ein Pferd.

Eines jeden Menschen Zeit steht in Gottes Händen.

Eines jeden Unglück schickt sich am besten auf seinem Rück.

Eines Jungen Tat und Mund ist wie ein blöder Hund.

Eines kargen Reichen kam man nicht genießen, denn eins milden armen.

Eines kühnen Manns Herz keiner trägt, den nicht sein frommes Weib bewegt.

Eines Mannes Rede ist keine Rede, man soll sie billig hören beede.
Eines Mannes Rede, keines Mannes Rede: Man soll sie billig hören beede.
Eines Mannes Red ist ein halbe Red, man soll die part (Teile) verhören beid.
Eines Mannes Red ist halbe Red, vernimm der Partisanen beed'.
Eines Mannes Red, ein halbe Red, man verhöre sie alle beed.
(Verschiedener Wortlaut aus mehreren Jahrhunderten, aber immer dasselbe Sprichwort. Kommentar von Sebastian Franck 1541 in seiner Sprichwörtersammlung 2. Teil, Seite 165b: „Das hat man so oft und viel erfahren, wie etwa groß, ansehnliche Leute ein haben verlogen und hinein gelebt, daran doch nicht gewesen, nachher die Erfahrung gelehrt hat, dass davon ein Sprichwort ist entstanden.“ Schon damals sollte man kein Urteil auf eines Mannes Rede fällen, egal welchen Standes oder wie vertrauenswürdig er sei, man sollte zuerst auch die anderen hören. Er führt sogar Bibelstellen als Beweis auf und meint: „Heilig hin, heilig her, eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede“. An vielen öffentlichen Orten, Rathäusern und Gerichten, wurde damals das Sprichwort geschrieben. Auch heute sollten sich etliche daran erinnern, überall, auch in der Politik und sich nicht mit einseitigen Vorurteilen begnügen, denn das ist keine Alternative!)
Eines Mannes Wort ist keines Mannes Wort.

Eines Mannes wegen bleibt kein Pflug stehen.

Eines Menschen Tun und Wesen, an der Stirne ist's zu lesen.

Eines Narren Bolzen sind bald verschossen.

Eines Narren Red hat kein End.

Eines Richters Amt ist Gottes Amt, wer's nicht recht führt, der wird verdammt.

Eines Schalks Auge verdirbt alle Wohltat.

Eine Statt ohne Recht ist ein Leib ohne Seele.
(Dieses Sprichwort hat Wander falsch von Petri abgeschrieben. Bei Petri steht 1605 „Ein Statt“, was Stadt oder Ort bedeutet. Wander macht 1876 im Sprichwörter Lexikon „Ein Staat“ daraus, was aber so viel wie ein ganzes Land bedeuten würde.)

Eine Stiefmutter ist eine böse Rut und tut den Kindern selten gut. Doch willst du sein ihr liebes Kind, mit Geduld ihr untreu überwind.

Eine stolze Laus im Grinde, ist ein bös Hofgesinde.

Eines treibt das andere.

Eine Stunde bringt, was hundert Jahre nicht bringen.

Eine Stunde geht nach der andern hin.

Eine Stunde gesund, ein ganzes Jahr krank.

Eine Stunde nach zwölf ist es eins, was man tue.

Eine Stunde Schlaf vor Mitternacht ist besser als zwei danach.
Eine Stunde Schlaf vor Mitternacht ist so gut als zwei hernach.

Eine Stunde Verzug bringt oft ein Jahr Aufschub.

Eine Sünde heckt, deckt und weckt die andere.

Eine Sünde bringt die andere.

Eine Sünde gelassen macht darum nicht fromm.
Eine Sünde gelassen, macht noch nicht einen frommen Mann.

Eine Sünde tut der anderen die Tür auf.

Eines unzüchtigen Weibes liebliches Zünglein, falsches Mündlein und listiges Herzlein, sind lauter Feuerpfeile, die auch ein alt und kalt Herz anzünden und zum Lappen machen können, drum hüte dich.

Eine süße Pfeife der Vogeler hat, dass er die Vögel bring zum Tod.

Eines Verleumders Zunge ist schärfer, denn ein Schermesser.

Eines weisen Mannes Mut geht für Toren großes Gut.

Eines weisen Mannes Mut ist nächst Gott die beste Hut.
(Hut = hüten, behüten.)

Eine törichte Rede bedarf keine weise Antwort.

Eine tote Kohle brennt niemanden.

Eine Traube macht die andre zeitig.
Eine Traube rötet die andre.

Eine Treue gebiert die andre, eine Liebe die andre.

Eine Tür, die man nicht schmiert, knarrt.

Eine übermäßige Jugend verkürzt das Leben oder schwächt das Alter.

Eine undankbare Hoffnung zergeht wie Reif im Winter und verfliegt wie ein unnützes Wasser.

Eine unfreundliche Gabe ist verdrießlich.

Eine ungehaltene Zunge ist ein schändliches Ding.

Eine ungehaltene Zunge und frech am Menschen ist ein groß Gebrech.

Eine unmäßige Jugend liefert dem Alter einen gebrechlichen schwachen Leib über.

Eine unwillige Gabe ist eben wie keine Gabe.

Eine vernünftige Tochter kriegt wohl einen Mann.

Eine versoffene Jungfer und trunkene Frau sind zwei offene Türen.

Eine Viertelstunde Verzug bringt oft jahrelangen Aufschub.
Eine Viertelstund Verzug bringt Jahrs Aufschub.

Eine volle Seele tritt mit Füssen auf Honigseim.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 27, 7: „Ein Satter tritt Honigseim mit Füßen; aber einem Hungrigen ist alles Bittre süß.“ Eie volle Seele bedeutet, ein Gesättigter mit gestilltem Appetit. Honigseim ist eine alte Bezeichnung für den besten geläuterten Honig, wie er von selbst aus der Honigwabe fließt. Das bedeutet, wenn man satt ist oder zu viel von etwas hat, ist einem selbst das Beste zuwider. Mir fallen dabei z.B. vergoldete Steaks ein, oder Champagner für zigtausend Euro die Flasche und Ähnliches mehr. Wer alles hat, für den gibt es keine Steigerung mehr und verdirbt mit sich noch viele andere.)

Eine Ware muss die andere verkaufen.

Eine weise Frau baut ihr Haus.

Eine Witwe in Armut wird veracht, nach reichem Gut und Ehr man tracht.

Eine Witwe ist ein niedriger Zaun, worüber alles springt.

Eine Witwe ist wie ein Dornenstrauch, da die Rosen von sind.

Eine wohlgeratene Tochter ist so gut, als ein wohlgeratener Sohn.

Eine Wohltat gebiert (erfordert) die andere.

Ein Exempel macht keine Regel.

Eine zarte und weiche Haut frisst nicht gern Muss und Kraut.

Eine Zeit fröhlich, die andere ach und wehe.

Eine Zeit ist der andern Vorbild.

Eine Ziege springt nie um eines Mauls voll Grases willen übern Zaun.

Eine zornige Frau, ein Kamin voll Rauch und eine löcherige Pfanne sind schädlich im Haus.
Eine zornige Frau und eine löcherige Pfanne sind schädlich in einem (im) Hause.
(Sprichwort in Anlehnung an die Bibel, Die Sprüche Salomos 27, 15. Sieh dazu das Sprichwort: „Drei Dinge treiben den Mann aus dem Hause, ein Rauch, ein übel Dach und ein böses Weib.“)

Eine Zunge ist böser, denn ein Dieb, seit dass sie stielt Ehr, Glimpf und Lieb.

Eine Zunge ist kein Bein, schlägt aber manchem den Rücken ein.
(Bein = Knochen)
Einfach, aber niedlich, sagte der Teufel und strich sich den Sterz erbsengrün an.

Ein fahrender Schüler bleibt ein Spüler.

Ein falscher Freund hat im Mund Zucker und im Herzen Galle.

Ein falscher Freund ist schlimmer als ein offener Feind.
(Ein Spruch, den Wander in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon unter Freund (Subst.) Nr. 117 aus einem anderen Wortlaut seiner Quelle, Dem Buch „Die Sprichwörter und Sinnreden des deutschen Volkes“ von J. Eiselein aus dem Jahr 1840 selbst fabriziert hat. Der Quelltext bei J. Eiselein auf Seite 185 lautet: „Ein falscher Freund, der schad noch mehr, danne offenbar ein Feind.“ mit der Quellenangabe Spervogil, einem mittelhochdeutschen Sangspruchdichter aus dem Mittelalter.)

Ein falscher Freund zeucht (zieht) gute Seiten auf.

Ein falscher Prediger ist ein Dornenstrauch.

Ein Falscher seine Kleider verkehrt, wie ihn der Wind und Wetter lehrt.

Ein falsches Herz ist wie ein Lockvogel auf dem Kloben.

Ein falsches Herz mehrt Unglück.

Einfalt denkt, jedermann sei wie sie.

Einfalt hat einen Teufel betrogen.

Einfalt hat kein Geld.
(Erklärung von Wilhelm Körte 1837: „Es gibt aber eine Einfalt, die den Himmel erobert, während es eine Klugheit gibt, die daneben gräbt.“)

Einfalt hat schöne Gestalt.

Einfältige Leute müssen mit fremden Augen sehen.

Einfältig und gerad hindurch bleibt am längsten.

Einfalt ist gut, ist auch wohl bös.

Einfältig ist neunfältig.

Einfältig und grad hindurch bleibt am längsten.

Einfalt vermag oft mehr denn Kunst.

Einfalt war bei dem Anfang der Welt, Einfalt wird bei der Welt Ende sein.

Einfalt wird alt.

Ein Fantast macht neun halbe Narren.

Ein fauler Apfel macht schnell, das auch faul werde sein Gesell.
Ein fauler Apfel verdirbt seinen Gesellen auch.

Ein fauler Apfel macht zehn faule Äpfel.
Ein fauler Apfel steckt hundert an.

Ein fauler Baum bringt arge Frucht.

Ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.

Ein fauler Bub ist bös zu lehren.

Ein fauler Bub und ein warmes Bett scheiden sich nicht leicht.

Ein fauler Fuhrmann spannt lieber aus denn an.
Fauler Fuhrmann spannt lieber aus denn an.

Ein fauler Knecht macht anstatt eines, acht Schritte.

Ein fauler Mann, ein armer Mann.

Ein fauler Mensch bringt nichts an sich.

Ein faules Ei verderbt den ganzen Brei.
Ein faules Ei verdirbt einen ganzen Kuchen.

Ein faules Ei verdirbt zehn frische.

Ein Federstrich kann dich adlig machen; edel kann dich kein Kaiser machen.

Ein Fehler aus Versehen ist leicht geschehen (oder verziehen).

Ein Fehler gibt dem andern die Schnalle in die Hand.

Ein feiger Hund bellt wohl, beißt aber nicht.

Ein feiger Kerl wird eher geschlagen den ein beherzter Held.

Ein Feind im Haus tut größeren Schaden, denn einer draußen.

Ein Feind ist zu viel und hundert Freunde nicht genug.

Ein Feind sucht heimlich eines Schaden und Tod.

Ein Feind tut dem andern so weh, als er kann, aber nicht allzeit mit gleich großem Recht.

Ein ferner Freund ist lang gesund.

Ein fetter Bauch, ein grober Schlauch.

Ein Feuerzeug, Kompass und schlagender Zeiger sind die schönsten Instrumente auf Erden.

Ein Finger macht keine Hand, ein Balken noch keine Wand, ein Schwälbchen keinen Sommer.
Ein Finger macht keine Hand noch eine Blume den Frühling.

Ein Fisch, der einmal an der Angel gekostet hat, beißt nicht gern wieder dran.

Ein fleißiger treibt sich selbst.

Ein fleißiges Weib ist ein starker Zaun um das Haus.

Ein fleißiges Weib ist ihres Mannes Krone.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 12, 4: „Eine tüchtige Frau ist ihres Mannes Krone; aber eine schandbare ist wie Eiter in seinem Gebein.“)

Ein Fluch hat einen guten Sinn, da er auskommt, da geht er wohl wieder ein.
(Das bedeutet, wer andere verflucht, den trifft der Fluch selbst)

Ein flüchtiger wirbt keine Krone.

Ein Frauenhaar zieht stärker als ein Glockenseil.
(Das Sprichwort meint nicht die physische (körperliche) Kraft, sondern den Einfluss, den Frauen mit ihren Haaren auf die Männer ausüben können und oft genug auch tun. Eine Eigenschaft der Frauen, die sie auch in anderen Ländern beherrschen. Zum Beispiel zieht ein Frauenhaar in Israel sogar mehr als zehn Ochsen, in Japan stärker als ein Rindergespann und in China verwickeln sich selbst große Elefanten in nur einem Frauenhaar.)

Ein frech bös Weib tut selten gut, der Mann löse sie denn aus der Höllen oder lege ihr Fünffingerkraut übers Angesicht.
(Fünffingerkraut = mittelalterliche Bezeichnung für das Kriechende Fingerkraut oder Kriechender Gänserich oder Kriechender Gänsefuß (Potentilla reptans), eine Pflanze der Familie der Rosengewächse.)

Ein frei edel Geblüt vor den Huren sich hüt.

Ein freier Fechter muss seine Streiche gewiss führen, also ein Christ auch.

Ein freies Weib kann kein eigenes Kind haben.

Ein freigebiger Mensch hat Gott zum Schatzmeister.

Ein Freitaler*33 ist neun Groschen.

Ein Fremder kann bald Unrecht tun und Undank verdienen.

Ein fremd Kleid macht einen fremden Mann.

Ein Freund besucht oft den andern.

Ein Freund dem andern dienen soll, so steht es um die Freundschaft wohl.

Ein Freund, der einem nichts gibt und ein Feind, der einem nichts nimmt, sind fast gleich.

Ein Freund in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.
Ein Freund in der Not ist besser, als ein Bruder in der Ferne.
(Das Wort „Not“ ist falsch. Bei Körte und einigen Ausgaben von Simrock steht dieses Sprichwort mit Freund in der Not. Das Wort „Not“ ist ein Druckfehler, der bis heute immer wieder abgeschrieben wird, aber falsch ist! Richtig ist das Sprichwort mit dem Freund in der „Nähe“. Belegt ist es mit der Bibel, welche die Quelle für dieses Sprichwort ist. Die Sprüche Salomos 27, 10: „Von deinem Freund und deines Vaters Freund lass nicht ab. Geh nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht. Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.“ In einigen alten Büchern wird außerdem diese Bibelstelle mit genau diesem Sprichwort erklärt. Ein ähnliches Sprichwort gibt es auch mit dem Nachbarn.
Den Freund in der Not gibt es in anderen Sprichwörtern.)

Ein Freund in der Not ist ein Freund in der Tat.

Ein Freund ist des anderen Spiegel.

Ein freundliches Aussehen schadet nicht.

Ein freundliches Wort erfreut.

Ein freundlich Gesicht, das beste Gericht.

Ein freundlich Scherzen bringt viel Tausend Schmerzen.

Ein Freund nur bei Tisch will nur deinen Fisch, ein Freund bei der Flasche leert auch deine Tasche.

Ein Freund teilt gern mit dem andern.

Ein Freund wird oft erst erkannt, wenn man ihn verloren.

Ein frischer (Froh) Muth ist halb Zehrgeld.

Ein fröhlicher Mut ist täglich Wohlleben.
Ein guter Mut ist täglich Wohlleben.

Ein Fröhlicher und Trauriger singen nicht einerlei Gesang.

Ein fröliches Hertz ist des Menschen Leben, und seine Freud ist ein langes Leben.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach Lutherbibel 1984:30, 23; Lutherbibel 2017: 30, 22: „Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert sein Leben.“)

Ein fröhliches Herz ist die beste Arznei.

Ein fröhlich Herz vertreibt viel Unmuts.

Ein frommer Jurist sein ist gefährlich.

Ein frommer Knecht dient nicht zugleich zwei widerwärtigen Herren.

Ein frommer Mann wird erkannt aus seinen Händeln*14.

Ein frommer Mann zeucht (zieht) ein fromm Weib.
(Das bedeutet, wenn nur der Mann fromm ist, wird zwangsläufig auch die Frau fromm, egal, ob sie es vorher war oder nicht. Dass es auch heute nicht stimmen kann, zeigt die hohe Zahl von Ehescheidungen. Früher war es wohl auch nicht richtig, nur keiner merkte es, da die Kirche Ehescheidungen einfach verbot. Das Sprichwort zeigt auch, das früher nur der Mann das Sagen hatte und die Frauen sich zu fügen hatten, wenn nicht, war damals auch Gewalt erlaubt.)

Ein frommer Regent ist ein lieblicher Tau und Regen.

Ein frommer Sohn ist des Vaters Mauer und Schutz.

Ein frommer Vater kann wohl einen bösen Buben zeugen.

Ein frommer Vater stirbt desto sanfter, wenn er einen geschickten Sohn hinter sich lässt.

Ein Frommer vergönnt niemand sein Glück.

Ein frommes Weib ist des Lebens heil, man findet's aber selten feil.
(Die Antwort einer Frau laut Wilhelm Körte in seiner Sprichwörtersammlung von 1837 auf die Frage nach ihrer glücklichen Ehe: „Ich tue alles gern, was ihm gefällt, und ertrage willig alles, was mir an ihm missfällt!“ Körte gab dazu den Rat: „schöne Frauen, es ist probat!“ Ich glaube, seit Entstehung von diesem Sprichwort hat sich die Zeit und das zwischenmenschliche Verhältnis doch um einiges geändert.)

Ein fromm gläubiges Herz soll sich nicht allein vor böser Tat, sondern auch vor bösem Argwohn und Leumund hüten.

Ein fromm und schönes Weib ist ihres Mannes Zier.

Ein fromm Weib beherrscht ihren Mann mit Gehorsam.

Ein fromm Weib ist ihres Mannes Leib.

Ein fromm Weib kann man mit Gold nicht überwägen.

Ein Frosch kann nicht singen wie eine Nachtigall.

Ein Fund verholen ist so gut wie gestohlen.
(Auch heute noch gilt das Recht, Fundsachen von Wert beim Fundbüro oder einer anderen offiziellen Stelle abzugeben. Früher war der nächste Pfarrer zuständig, aber wie viele hielten oder halten sich daran?)

Ein Fünkchen ist auch Feuer.

Ein furchtsames Herz erschrickt auch vor einem leeren Schatten.

Ein furchtsam Herz ist immer in Gefahr.

Ein Fürst hat zehn Teufel um sich her, da ein anderer nur einen hat.

Ein Fürst ist so selten im Himmel, als ein Hirsch in eines armen Mannes Küche.