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Es ist aber verboten und strafbar, größere Mengen, ganze Listen oder Länder zu kopieren und in anderen LIsten, Sammlungen oder Sprichwörtersammlungen im Internet, Büchern, Schriften, Computern oder anderswo in anderer, gleicher oder ähnlicher Art und Weise in elektronischen, gedruckten oder anderen Medien zu speichern, zu verarbeiten oder zu veröffentlichen. Jede Verwertung oder Speicherung von Inhalten bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Anbieters oder jeweiligen Rechteinhabers.
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Deutsche Sprichwörter
Über 20.000 deutsche Sprichwörter
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Auf diesen Seiten stehen über 20.000 neuere und Jahrhundert alte deutsche Sprichwörter. Bei der großen Zahl ist es aber unmöglich, alle existierenden Sprichwörter aufzuführen. Manchmal ist ein scheinbar bekanntes deutsches Sprichwort hier nicht zu finden, weil es wegen verschiedener Versionen, anderer Schreibweise oder unterschiedlichen Formulierungen unter anderen Anfangsbuchstaben steht, unter dem es zu finden ist.

Manchmal steht ein Sprichwort überhaupt nicht bei den deutschen Sprichwörtern, da es in der Vergangenheit fälschlich als deutsches Sprichwort ausgegeben und veröffentlicht wurde. Dann ist es möglicherweise HIER zu finden.

Wenn trotzdem noch ein bestimmtes, besonderes, wichtiges, häufiges, anderes oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt. Möglicherweise kann ich auch noch nicht aufgeführte alte Sprichwörter in einem der alten Bücher oder Quellen finden.

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Ein Ochse verlässt sich auf seine Hörner.

Ein Ochse wollte gern ein Pferd, ein Pferd gern ein Ochse sein.

Ein Ochs kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn.

Ein offnes Ohr kann jeder haben.

Ein paar gute Ohren ermüden hundert Zungen.

Ein Pfaff im Harnisch, ein Esel in Ehren und ein blinder Leiter sind drei lächerliche Dinge.
(Bei Wander steht dieses Sprichwort als zwei Sprichwörter: Einmal wie oben in Band 3, Spalte 1228 unter Pfaffe Nr. 103 gleichlautend wie die angegebenen Quellen und ein weiteres Mal in Band 1, Spalte 631 unter Ding Nr. 688 umgestellt mit „Drei lächerliche Ding“ am Anfang, mit demselben Quellenhinweis wie beim anderen. So werden aus einem schnell zwei oder manchmal mehr Sprichwörter.)

Ein Pfeiffer lobt den andern Reigen nicht.

Ein Pfeiffer macht dem andern wohl einen Tanz umsonst.

Ein Pfeil dringt auch wohl durch einen Harnisch.

Ein Pfennig allein macht nicht reich.

Ein Pfennig, der einem treuen Arbeiter abgezwackt wird, schreit Zeter über den geizigen Herrn.

Ein Pfennig errettet oft hundert.

Ein Pfennig gespart ist auch gewonnen.
Ein Pfennig ist eben so bald erspart, denn gewonnen.

Ein Pfennig in der Büchse macht ein größeres Geräusch, als wenn sie voll ist.
Ein Pfennig in der Sparbüchse macht mehr Gerassel, als wenn sie voll wäre.

Ein Pfennig klingt allein nicht viel.
Ein Pfennig klingt nicht.

Ein Pfennig lässt sich eher verzehren als (er)werben.

Ein Pfennig lockt oder (er)wirbt den andern.

Ein Pfennig mit Recht ist besser denn tausend mit Unrecht.

Ein Pfennig weist den andern nicht aus.

Ein Pferd, das zu viel Futter kriegt, schupft seinen Herrn.
(schupfen = stoßen, anstoßen: Jemanden von hinten stoßen.)

Ein Pferd ist nicht älter, denn sein Schwanz, ein Mensch nicht älter denn sein kleinster Finger.

Ein Pferd kennt seinen Mann.

Ein Pferd schont den Menschen gern und ist des Menschen Freund.

Ein Pferd setzt oft einen mutwilligen Reiter aus dem Sattel.

Ein Pferd versteht die Füße im Stall.

Ein Pflugeisen arbeitet wohl in der Erde und wird endlich verzehrt, bleibt aber fein rein und blank: Arbeitet es nicht so verrostet es.

Ein Pfund Federn wiegt so viel (schwer) als ein Pfund Blei.

Ein Pfund Mutterverstand ist besser als ein Stein Buchweisheit.

Ein Pfund Sorgen zahlt kein Lot Borgen.
Ein Pfund Sorgen bezahlt nicht ein Quäntchen Borgen.

Ein Politicus (Politiker) ist ein Mann, der eine Lüge in Folio kann in 24 einbinden, an dem Schnitt vergolden und mit seidenen Bändern zieren.

Ein Privilegium und Freiheitsbrief ist weder Mauer noch Schutz wider ausgerüstetem Feind.
(Privilegium = lateinisch für Privileg - einem Einzelnen, oder einer Gruppe vorbehaltenes Vorrecht oder Sonderrecht.)

Ein Punkt ist einem wohl verziehen, aber nicht vergessen.

Ein Quäntchen Gunst gilt mehr als ein Scheffel*29 Recht.

Ein Quäntchen Gunst tut mehr denn ein Pfund Gerechtigkeit.
Ein Quäntlein Gunst wiegt mehr denn ein Zentner Recht.
Eine Unze Gunst und ein Quäntlein Gold wiegt mehr als ganze Schiffe und Wagen voll Recht.

Ein Quäntchen Mutterwitz ist besser als ein Zentner Schulwitz.

Ein Quäntlein Glück ist besser als ein Pfund Weisheit.
Ein Tröpflein Glück gilt mehr, denn ein Fass voll Weisheit.

Ein Quäntlein Goldes wohl bereit überwiegt ein Zentner Gerechtigkeit.
Ein Quäntlein Gold wiegt mehr als ein Zentner Recht.

Ein Quäntlein Kunst in einer guten Sach wiegt mehr denn ein Zentner in böser Sach.

Ein Quäntlein Wein vertreibt im Leib viel Pein.

Ein Rabe zeugt kein Zeislein.

Ein Rab heckt kein Taube aus.

Ein Rauch, ein bös Weib und ein Regen sind einem Haus überlegen.

Ein räudiges Kamel trägt vieler Esel Bürde.

Ein räudiges Schaf steckt die ganze Herde an.
Ein räudiges Schaf verdirbt die ganze Herde.
Ein räudig Schaf macht die ganze Herde räudig.

Ein räudig Ross leidet nicht lang, dass man's hart striegelt.

Ein rauschend Blatt hat keine Hörner, hat auch keinen erschlagen, gleichwohl fürcht sich der Gottlose für ihm.

Ein rauschend Blatt soll sie jagen.

Ein rechter Bergman fährt nicht ein ohne Licht, Feuerzeug und Kompass.

Ein rechter Hausvater ist der Erste auf, der Letzte nieder.

Ein rechter Held ein treuer Schatz.

Ein rechter Tappinsmus!
Er ist ein Hans Tapps ins Mus. (Es ist ein Hans Dapp ins Mus.) (Ein Tapp ins Mus.)
Ein Platz in Brei. (Es ist ein Platzinbrei.)
(Gemeint ist jemand, der ungeschickt und plump ist und in wichtigen Dingen unüberlegt handelt. Es ist aber nicht mehr das Mus, in das man hineintappt, heute stehen überall die Fettnäpfchen, in die man hineintappen kann.)

Ein rechtschaffener Heldenmut hat sein Vorteil an der Gerechtigkeit seiner Waffen, seine Waffen beruhen an der Gottesfurcht und sein Sieg auf der Ehre.

Ein redlicher Kriegsmann ist Ehren wert.

Ein redlicher Richter sieht weder Gabe noch Bitte an.

Ein Regen kommt wohl, wenn es dürre ist.

Ein Regent soll fromm und grade sein.

Ein reicher Bauer kennt seine Verwandtschaft nicht.

Ein reicher Geizhals hat weder Freunde noch Verwandte.

Ein reicher Geizhals ist ein goldener Brunnen ohne Wasser.

Ein Reicher ist ein Schelm oder eines Schelmen Erbe.
Ein Reicher ist ungerecht, oder eines ungerechten Erben.

Ein reicher Kaufmann wird wohl arm, ein Armer wird wohl reich.

Ein Reicher muss klug sein, wenn er schon ein Narr ist.

Ein Reicher ohne Nutzen ist wie ein Baum ohne Frucht.

Ein Reicher sieht, wie er seinem Schaden nachkomme, der Arme muss sich leiden.

Ein Reicher soll sich nicht vermessen.

Ein reifer Unflat und weiter Leib sind wohl zu scheiden.

Ein reines Ferkel wird selten fett und eine saubere Hand fährt allezeit in mageren Beutel.

Ein reines Herz, wahrer Mund und heilig Sinn gesellt Gott besser, denn Gold und Opfer.

Ein rein Gewissen ist an jeder Freude der beste Bissen.

Ein Reiter rühmt und redt von seinem Pferde.

Ein Richter, dem mit Geiz ist eil, ist ärger als ein Krokodeil.

Ein Richter nicht soll schließen bald, obgleich der Kläger fast anhalt. Die Sach sei denn erwogen wohl, des über die man sprechen soll.

Ein Richter soll sprechen nach dem, das vorgebracht und beweiset ist.

Ein Riss in die Ehr heilt nimmermehr.

Ein Ross bleibt selten gut, wenn man's übertreibt.

Ein Ross ohn ein Zaum, ein Junger ohn ein Rut, täten nie kein gut.
Ein Ross ohn Zaum, ein Junger ohn Rut, die beiden täten nie kein gut.
Pferd ohne Zaum, jung ohne Rut taten nimmermehr gut.
Pferd ohne Zaum, Kind ohne Rut tun nimmer gut.

Ein roter Bart und ehren Bogen, wenn sie geraten, sind sie zu loben.

Ein Roter traut dem andern nicht.
(Gegen rote Haare und Bärte gab es schon immer unbegründete Vorurteile. Im Zweifel oder bei unbekannter Ursache waren immer andere Schuld, oder anders aussehende. Da rote Haare und Bärte im Vergleich zu anderen Haarfarben eine Minderheit sind (nur ca. 2 %), war und ist es einfach, ihnen für alles Unglück oder Schlechte die Schuld zu geben. Gegen Vorurteile helfen die besten Beweise nichts, sieh heute in der Politik und den Parteien! Meist schreien diejenigen „Lügenpresse“, die selbst die größten Unwahrheiten verbreiten. Viele Menschen versuchen auch heute noch andere für eigenes Versagen oder Unvermögen haftbar zu machen, auch wenn es nur die Aufdeckung eigener Täuschungsversuche ist.)

Ein rotköpfiger Mann ist Weibern ein lieber Nachtkumpan.

Ein Sack voll Flöhe ist leichter zu hüten als ein Weib.
Es ist leichter eine Herde Flöhe, denn eine Frau zu hüten.
Es ist leichter eine Wanne mit Flöhe hüten, denn ein Weib, das nicht will fromm sein.
Leichter einer Wanne Flöhe hüten als eines Weibes.

Ein salziger Brunnen kann nicht süße Wasser geben.

Einsamkeit bringt Traurigkeit.

Einsamkeit ist eine Schule der Weisheit.
Die Einsamkeit ist die Schule der Weisheit.

Einsamkeit ist eine schwere Last, wenn du Gott nicht bei dir hast.

Ein Sammler will einen Verschwender haben.

Ein sanfter Mut gewinnt seinen Feind.

Ein Saukoch ist ein verdrießlich Ding im Haus.

Ein Saumross macht seine Gewohnheit groß.

Ein schabicht Füllen wird oft das beste Pferd.
(schabicht = alter Ausdruck für: voller Schaben, mit Schaben behaftet oder anders unrein oder schlecht; heute = schäbig, unrein)


Ein schäbig Pferd leidet keinen Striegel.

Ein Schaden bringt den andern und wächst aus dem andern.

Ein Schädlein klein lass frei betrachten, verbergt's, so tut man's größer achten.

Ein Schaf folgt dem andern.

Ein Schaf gedeiht auf dem trockenen, Schweine auf dem nassen.

Ein Schaf hat einen gülden Fuß, es düngt wohl, wo es hergeht.
Ein Schaf lässt sich schelten und gibt nicht desto weniger Wolle und Milch und lebt sein Leben mit Geduld.
Ein Schaf ist ein frommes Tier, aber doch streitig.

Ein Schaf ist wohl fromm, es graset aber genau.
Das Schaf ist gewiss fromm, aber es grast genau.
(Wo Schafe hingekommen sind, da findet das Rindvieh nichts mehr.)

Ein Schaf lässt sich schelten und
gibt nicht desto weniger Wolle und Milch
und lebt sein Leben mit Geduld.

Ein Schalk besagt oder verrät den andern nicht.

Ein Schalk betrügt oft den andern.

Ein Schalk denkt immer, andere sind auch Schälke.

Ein Schalk lässt seine Tücke nicht.

Ein Schalk macht (heckt) den andern.

Ein Schalk muss oft ein ganzes Land entgelten.

Ein Schalk tut allenthalben wie ein Schalk.

Ein Schalk verrät oft den andern.

Ein Schalk war gestern so fromm als jetzt.

Ein Schalk weiß, wie's dem andern ums Herz ist; oder wo es dem andern liegt.

Ein Schandbrocken ist bald gegessen.

Ein schändlicher Schelm der Bauch ist, der um Tellerleckens willen Buben macht.

Ein scharf Messer und ein Filzhut gehören zusammen.

Ein schartig Beil verdirbt alles, was man damit haut.

Ein Schelm darf seiner Schelmerei nicht allzeit gebrauchen.

Ein Schelm gibt mehr, als er hat (tut mehr, als er kann).

Ein Schelm lobt den andern.

Ein Schelm macht's besser, als er kann.

Ein Scherer schiert den andern.

Ein Schiff auf dem Rhein ist ein Nachen zur See.

Ein Schiff das streicht am Lande her, ist sicher denn auf hohem Meer.

Ein Schifflein, dass in kleinem Wasser kann durchkommen, muss sich drum nicht gleich ins wilde Meer wagen.

Ein Schiff steht an zwei Ankern fester, denn an einem.

Ein Schimmel trabt so weit als ein Hengst.

Ein Schläfer (Siebenschläfer) muss zerrissen Kleider tragen.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 23, 21: „20: Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern; 21: denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muss zerrissene Kleider tragen.“)

Einschlagen ist den Bergleuten zuträglicher denn umschlagen.
(Einschlagen bedeutete bei den Bergleuten das Anlegen neuer Stollen und Schächte.)

Ein schlechter Fuhrmann, der nicht auf allen Straßen umkehren kann.

Ein schlechter Handel, wo niemand gewinnt!

Ein schlechter Hering gibt einen guten Bücking.

Ein schlechter Korporal, der nicht denkt, General zu werden.

Ein schlechter Mann hat auch seinen Sinn.

Ein schlechter Schmied, der den Rauch nicht vertragen kann.

Ein schlechter Schütze, der keine Ausrede weiß.

Ein schlechter Stein im Wege wirft einen großen Wagen um.
Es kann auch ein kleiner Stein einen großen Wagen umschmeißen.

Ein schlechter Wirt, der nicht eine Zeche borgen kann.

Ein schlechtes Ei verdirbt den gesamten Pudding.

Ein schlechtes Fass zerbricht nicht leicht.


Ein schlechtes Handwerk, das seinen Meister nicht ernährt.


Ein schlechtes Schaf, das mit dem Wolf spazieren geht.

Ein schlechtes Spiel, da der eine lacht und der andere weint.

Ein schlecht Pferd, das sein Futter nicht verdient.

Ein schlimmer Vertrag kann nicht bestehen.
(„Manchmal hindert Recht und Gesetz das Entstehen einer Schuld, indem manche Verträge aus den verschiedensten Gründen überhaupt verboten oder doch unter Umständen für rechtlich nicht verfolgbar erklärt sind“ Quelle: „Deutsche Rechtssprichwörter von E. Graf und M. Dietherr, 1864, Seite 232“)

Ein schlimmes Pfand, das seinen Herrn bezwingt.

Ein schmeichelndes Kalb saugt zwei Mütter aus.

Ein Schmeichler - ein Heuchler.

Ein Schmeichler hat eine vergiftete Zunge.

Ein Schmerz stillt den andern.

Ein Schnarcher find allzeit seinen Meister.

Ein schneller Rat und jähe Tat oft manchen Mann verdorben hat.

Ein schöner Leib voll untreu ziert übel.

Ein schöner Rock ziert den Stock.

Ein Schöner soll einen Hässlichen nicht verachten.

Ein schöner Tag macht keinen Sommer.

Ein schöner Wintertag macht keinen lustigen Vogel.

Ein schönes Angesicht verkauft oft einen faulen Hintern.
(Sprichwort 1685 in der Sprichwörtersammlung von Paul Winkler. Schlimmer stand es schon 1605 bei Friedrich Peters (Petri), bei dem ein ganzer grindiger Leib verkauft wurde:
Ein schön Angesicht verkauft wohl einen grindigen Leib.
Bei Simrock war es 1846 ebenfalls nur das Hinterteil:
Schönes Angesicht verkauft einen grindigen A. . . ..
Bei Wander verkauft das schöne Gesicht, bzw. Angesicht ab 1867, vier Mal einen grindigen/räudigen Arsch/Gesäß (Angesicht Nr. 14 und Nr. 33, Gesicht Nr. 49 und Nr. 75), 3 Mal ohne eine Quellenangabe. Es bleibt aber nur ein Sprichwort, das von Zeit zu Zeit etwas angepasst wurde. Es bedeutet, man sollte immer etwas genauer hinsehen und nicht die Katze im Sack kaufen. Oft stecken auch heute wie früher hinter den verlockensten Schnäppchen und günstigen Angeboten nur wertlose Dinge.)

Ein schönes Gesicht ist ein heimlicher Verräter.

Ein schönes Gesicht ist halbe Mitgift.

Ein schönes Gesicht ist statt (wie) ein Trommelschläger.

Ein schönes Gesicht und eigensinniger Kopf gehen gemeiniglich miteinander.

Ein schönes Gesicht wird keine alte Jungfer.

Ein schönes Kleid deckt auch wohl einen Schalck.

Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem gülden Haarbande.

Ein schön und unzüchtig Weib ist wie ein Wein mit tödlichem Gift vermischt.

Ein schön Weib ist nur ein Bubenspiegel.

Ein Schreiber ohne Feder,

ein Schuster ohne Leder,
ein Landsknecht ohne Schwert
sind keinen Heller wert.

Ein Schuh ist nicht jedermann (jedem) gerecht.

Ein Schüler ist in der Schule ein Marterer, in der Kirche ein Engel.

Ein Schüler muss nicht flugs wollen Junker sein, sondern ein wenig der Rute Strafe und Armut leiden.

Ein Schuster, der schlechte Stiefel macht, kommt in die Hölle.

Ein Schuster soll nicht weiter klügeln, denn von seinem Leisten.

Ein schwach blöd Gewissen ist eine große Krankheit.

Ein schwacher Grund wirft den schönsten Turm über den Haufen.

Ein Schwager ist oft ein Spieß.

Ein Schwager macht keinen andern.
(Altes Rechtssprichwort, das bedeutet, wenn schon ein Schwägerschaftsverhältnis besteht, ist die Heirat innerhalb dieses Verwandtschaftsverhältnisses verboten. Es dürfen keine Ehen zwischen engen Blutsverwandten geschlossen werden, auch wenn diese Verwandtschaft durch andere entstanden ist oder durch kirchliche oder staatliche Regeln besteht.)

Ein Schwager stellt dem andern oft ein Bein.

Ein Schwager und ein Erlenbogen, eine schnelle Tat nicht wohl bewogen. Eine alte Brücke, ein fahles Pferd, wenn sie bestehen, sind lobenswert.
Alte Brück', ein falbes Pferd, schnelle Tat, nicht wohl erwogen, ein Schwager und ein Erlenbogen, wenn die bestehen, sind lobenswert.

Ein Schwager und ein fahles Pferd, wenn sie bestehn, ist's lobenswert.

Ein Schwager und ein Hund beißen den andern gern ab, wo er kann.

Ein schwarzes Kind find auch wohl einen weißen Groschen.

Ein Schwätzer hört sich selbst gern reden.

Ein schwatzhaftiger Mann, ein unleidlicher Mann.

Ein schwatzig Maul verwirrt alles und schafft keinen Frieden im Haus.

Ein schweigender Mund steht nicht zu strafen.

Ein Schweinkoben in einer Stadt ist fester, denn ein wohlgebautes Haus auf dem Dorf.

Ein schwerer Stein ist einen nicht wohl zu heben.

Ein Schwert wetzt das andere.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 27, 17: „Ein Messer wetzt das andre und ein Mann den andern..“)

Ein sehendes Aug und hörendes Ohr kommt beides von Gott dem Herrn.

Ein Sehen ist besser denn zehn Hören.

Ein sehr überladenes Pferd kann nicht aufstehen, wenn's fällt.

Ein seidenes Kleid speist übel.

Ein selbst gewachsener Lehrer ist wie ein selbst gewachsener Baum.

Ein seltener Genuss erhöht das Vergnügen.

Eins folgt aus dem andern wie das Kalb aus der Kuh.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

Einsiedler sind nicht alle so fromm, als sie sich stellen.

Eins ist besser denn uneins.

Ein Skorpion ist gut für Skorpionsstiche.

Eins macht keins.
(Genau wie das Sprichwort: „Einmal ist keinmal.“ ist es falsch und bleibt es auch. Eins und Einmal sind eben Eins und bei mehreren Einzelnen kommt immer etwas zusammen. Und auch wenn es nur Eins ist, etwas ist besser, als nichts zu haben.)

Eins macht keins, was sich aber paart, das dreit sich gern.

Eins nach dem andern, so isst der Bauer seine Wurst.

Eins nach dem andern, so wird man kahl.

Ein solcher Löffel gehört in solch Futteral.

Ein solcher Topf kann keinen anderen Deck leiden.

Ein sorgfältiger Hauswirt hat alt Heu, Korn und Holz.

Ein später Sohn, eine frühe Waise.

Ein Spieler ist entweder reich, arbeitsam oder ein Dieb.

Ein Sprichwort, ein Wahrwort.

Ein Stahl bricht den andern.

Ein standhafter Mann soll sich nicht eher fürchten, bis ihm der Kopf vor den Füssen liegt.

Ein starker Bart und ein keckes Herz ziert den Mann wohl.

Ein Starker find wider einen Starken.

Ein Starker oft nicht kann, was vermag ein schwacher Mann.

Ein Stein ist auch fromm, doch stößt man sich übel daran.
Ein Stein ist auch fromm, man stößt sich aber übel daran.

Ein Stich ist bald geschehen in einen nackenden Menschen.

Ein Stich, so nicht blutet, wird mit drei Hellern vergutet.

Ein stinkend Fellchen gibt klinkend Geldchen.

Ein Stock bleibt ein Stock, wenn der Anhang abfällt, so gibt er endlich Feuerholz und wird ausgerottet.

Ein Stock weicht nicht, aber ein Rosensträuchlein weicht oder muss weichen.

Ein stolzer Kopf richtet viel Hader*14 und Unlust an.

Ein stolzer Pfaff, ein junger Aff, ein unverschämtes Weib und Kind, die sind des Teufels Hofgesind.

Ein Stolzer wäre gern alleine Herr.

Ein Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit.

Ein Stoß ans Schienbein macht lautre Augen.

Ein Stottrer versteht einen Stammler.

Ein Streich macht den Stockfisch nicht weich.
(Anders sieht es mit vielen Streichen aus. Siehe das Sprichwort: „Von viel Streichen wird der Stockfisch gelind.“ Streiche = Schläge; gelind = weich)

Ein Streit oder Krieg ist bald angefangen, aber es ist nicht in unserer Macht, aufhören.

Ein Stück Brot in der Tasche ist besser als eine Feder auf dem Hut.

Ein stumpf Messer ist keiner samtnen Scheide wert.

Eins ums andre, nichts umsonst.

Ein sündiges Herz macht den Leib krank.

Ein süsser Gesang hat manchen Vogel betrogen.

Ein Tag folgt dem andern.

Ein Tag geht nach dem andern hin, dass wir immer dem Ende näher kommen.

Ein Tag ist des andern Lehrmeister (Schulmeister).

Ein Tag ist des andern Schulknabe (vorigen Schüler).

Ein Tag jagt den andern.

Ein Tag kann bringen, was ein Jahr nicht bringen mag.

Ein Tag lehrt den andern.

Ein Tag vergeht nach dem andern, bis der Letzte kommt.

Ein Tag verleiht, was das ganze Jahr weigert.
Ein Tag leiht wohl, was ein ganzes Jahr weigert.

Ein Tag verschoben, wird oft ein Jahr verschoben.

Ein Tag zeigt an, wer sei der Mann.

Ein Teufel ist so gut als der ander.
Ein Teufel wie der andere.

Ein toller Hund läuft nicht über sieben Tage.
Ein toller Hund läuft keine sieben Jahr.
Kein toller Hund läuft sieben Jahr.
(Durch einen Druckfehler in der Neuauflage aus dem Jahr 2003 der deutschen Sprichwörter von Karl Simrock, die er 1846 veröffentlichte, wurde dieses Sprichwort verfälscht und so verfälscht wiederum zigfach von anderen abgeschrieben. Ebenfalls auf etlichen Internetseiten ist es falsch wiedergegeben. Der erste Buchstabe, das große „K“, wurde weggelassen, das das Sprichwort danach nur noch „Ein toller Hund läuft sieben Jahr.“ wiedergegeben und dadurch fälschlich ins Gegenteil verkehrt wird.
Hier dagegen stehen drei verschiedene richtige Versionen, wie sie über die Jahrhunderte in unterschiedlichen Sprichwörtersammlungen zu finden sind. Das Sprichwort bedeutet, das ein tollwütiges Tier nicht lange herumläuft. Entweder die Menschen bringen es zur Strecke oder es stirbt bald an der Krankheit. Auf den Menschen übertragen heißt das, vermeintlich große Verbrecher bleiben nicht lange in Freiheit und auch ungerechte Herrscher und Tyrannen werden bald vom Volk verjagt oder bestraft.)


Ein Topf hat den andern zerbrochen.

Ein toter Hund beißt nicht.

Ein Totschlag ist nicht so leicht verteidigt als getan.

Eintracht bringt Macht.

Eintracht das Kleine mehrt, Zwietracht das Große verheert.

Eintracht ernährt, Zwietracht verzehrt.

Eintracht hat große Macht.

Eintracht trägt ein.

Ein Traum gewährt, was man wachend begehrt.

Ein Traum ist ein Dreck; wer dran glaubt, ist ein Geck.


Ein Traum ist ein halber Prophet.


Ein Traum ist ein Trug, aber was man ins Bette macht, das findet man wieder.

Ein trauriger Geist verdorrt Mark und Bein.

Ein treuer Diener hat zehn Hände und Herren, die nach ihm trachten.

Ein treuer Diener ist ein Schatz im Haus, der mit Geld nicht zu bezahlen ist.

Ein treuer Freund, der dir ist hold, ist besser denn viel rotes Gold.

Ein treuer Freund, drei starke Brücken, in Freud, in Leid und hinterm Rücken.

Ein treuer Freund hilft gern aus Not und ist ein treuer Ratgeber und ein gut Pfand.

Ein treuer Freund ist ein starker Schutz und edler Schatz, der mit Geld und Gut nicht zu bezahlen ist.

Ein treuer Freund ist Schild und Schutz, wer den find, der find Gut und Nutz.

Ein treuer Rat frommt viel und ist besser denn Gold.

Ein treues Herz bringt ein großes Gewicht zum Geschenk.

Ein treues Weib tut mehr bei ihrem Manne, denn drei fromme Männer bei ihren Weibern.

Ein trocknes Jahr gibt zwei nassen zu essen.
(Wenn man sich Trockenheit und Klima 2018 in Nordeuropa ansieht, glaubt man, das die Menschen früher, die dieses Sprichwort machten, woanders gelebt haben müssen. Das stimmt sogar, sie lebten in einer Zeit vor dem Klimawandel!)

Ein Tropfen Honig macht das Meer nicht süß.

Ein Tropfen macht das Meer nicht voller.


Ein Tropfen Wasser verdirbt eine Flasche Wein nicht.


Ein Tropfen Wermut macht süßen Trank bitter.


Ein Tröpflein hilft dem andern.

Ein tröstliches Wort ist Arznei dem Trauernden.

Ein tröstlich Wort ist des Gemütes Speise.

Ein trotzig Weib zu aller fahrt, ihren Mann für Schläge hält Widerpart.
(Ein fast 500 Jahre altes Sprichwort, das Frauen für trotzig hält, die sich gegen schlagende Ehemänner wehren oder widersetzen. Man sollte es sich schon überlegen, bevor man sich die „gute alte Zeit“ zurückwünscht.)

Ein Trunk auf einen Salat
schadet dem Doktor einen Dukat;
ein Trunk auf ein Ei
schadet ihm zwei.

Ein trunken Haus speit den Wirt aus.

Ein trunken Mann, ein unlustiger Mann.

Ein trunken Richter speit ein Urteil heraus, wie es ihm ins Maul kommt.

Ein Trunk fordert den andern.
(Kommentar dazu 1863 im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander: „Jedes Laster wächst mit der Ausübung, ganz besonders gilt dies von dem des Trunks.“ Eine alte Erkenntnis, die heute scheinbar wieder in Vergessenheit geraten ist, trotz der negativen Folgen, die selbst in den vorangegangenen Sprichwörtern thematisiert sind.)

Ein Tuch ins Grab, damit schabab.
(Dazu schreibt Johann Georg Seybold 1677 in seinem Buch „Viridarium Selectissimis Paroemiarum & Sententiarum“ auf Seite 112: „Es kann keiner in seinem Tod nichts mitnehmen.“ und fügt ein 2. Sprichwort hinzu: „Was geizest du so für und für, es geht im Tod ja nichts mit dir.“)

Ein tugendreiches Alter ist des Regiments Erhalter.

Ein tugendsames Weib ist ihres Mannes Seel und Ehrenkranz.

Ein Übel, von dem der Nachbar nichts weiß, ist vom Himmel gekommen.

Ein übler Trost, im Unglück nicht allein zu sein.
Es ist ein übler Trost, im Unglück nicht allein zu sein.
(Bis Mitte des 19. Jahrhunderts stand in den Sprichwörtersammlungen die obere Version dieses Sprichwortes, auch 1846 bei Simrock. Wander änderte 1867 in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon den Wortlaut in die untere Version, die auch heute noch in verschiedenen Sammlungen zu finden ist.)

Ein übrig Zier und hoher Putz kost gar viel Geld, bringt wenig Nutz.

Ein unbedachter Augenblick zerstört oft unser ganzes Glück.

Ein unbeflecktes Leben ist das rechte Alter.

Ein Undankbarer ist nicht wert, dass man ihn mit einem Strohwisch ehrt.

Ein Undankbarer lässt seine Bürgen stecken.

Ein Undankbarer schadet zehn Armen.

Ein unerfahrner Arzt macht einen höckerigen Kirchhof.

Ein unerfahrener Mann ist ein ungesalzenes Kraut.

Ein Ungeduldiger wird seines Lebens nicht froh.

Ein ungelehrter Fürst und Herr ist ein geschnitztes Bild, nichts mehr.

Ein Ungelehrter kann keinen Gelehrten loben.

Ein ungelehrtes Kind, der man viele find, ist wie ein Kind, in Sachen blind.

Ein ungeratener Freund ist ärger den ein zorniger Feind.

Ein ungerechter Heller*17 frisst einen Taler*33.
Ungerechter Pfennig verzehrt gerechten Taler*33.

Ein ungerechter Pfennig frisst zehn andre.
Ein ungerechtfertigter Pfennig nimmt zehn gerechtfertigten weg.

Ein ungesunder Bissen mit lust gegessen schadet der Natur nicht.
(Die Betonung liegt hier auf „Ein“! Viele Krankheiten und das fast bevölkerungsweite Übergewicht kommen daher, dass das „Ein“ einfach weggelassen wird.)

Ein ungewaschen Maul bekommt allzeit das Faul.

Ein ungeziert Weib ist die beste Hausfrau.
(Mit ungeziert Weib ist eine Frau gemeint, die sich mit viel Zierrat schmückt, das heißt, sich viel Schmuck umhängt.)

Ein ungläubiger Mann wird geheiligt durch ein gläubiges Weib.
Ein ungläubig Weib wird geheiligt durch einen gläubigen Mann.

Ein Unglück das andre bringt auf dem Rück.

Ein Unglück, kein Unglück.

Ein Unglück kommt selten allein.

Ein Unglück öffnet insgemein dem anderen die Tür.

Ein Unglück sucht das andere.

Ein Unglück tritt dem andern auf die Fersen.

Ein unhäuslich Weib verzehrt des Mannes Schweiß.

Ein unkeusches Weib ist ein Schandtier.

Ein unnützes Wort gibt das andre.

Ein unreines Auge ist eines unreinen Herzens Zeuge.

Ein unschuldig Herz macht dem Mann Mut.

Ein unsteter Mensch kommt zu nichts.

Ein unverdienter Fluch trifft nicht.

Ein unverständiges Herz ist keinem gut, sondern gleich dem Feuer, das auch den verbrennt, der Weihrauch darein streut, wenn er ihm zu nahe kommt.

Ein unzüchtiges Weib ist des Mannes größtes Herzeleid.

Ein unzüchtig Herz ist des Teufels Wannenbad.

Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.
Es kann eher ein Vater zehn Kinder ernähren, als zehn Kinder einen Vater.

Ein Vater in einem Haus ist besser denn zehn Söhne.

Ein Vater soll seinen Stab nicht aus der Hand geben, so lang er ihn führen kann.

Ein verbrannter Hund fürchtet sich auch vor kaltem Wasser.
(Vergleichbares Sprichwort auch mit Katzen: Gebrühte Katze scheut auch das kalte Wasser.)

Ein verdorbener Bauer gibt einen guten Hof- und Schirrmeister ab.

Ein verdorben Maler gibt einen guten Konterfeier.

Ein verdorbener Student gibt einen guten Buchführer oder Landsknecht.

Ein Verehrer gibt gute Worte.

Ein verheirateter Mann ist ein Vogel im Käfig.

Ein verkehrter Mensch richtet Hader*14 an und ein Verleumder macht Fürsten uneins.
(Erklärung von Johannes Agricola 1548 (Zusammenfassung): Die Liebe bedeckt die Menge der Sünde und sie lehrt uns, das wir anderen tun, wie wir gerne von anderen hätten. Wer das nicht tut, der ist ein verkehrter Mensch, der macht Hader, Zank und Uneinigkeit, daraus dann folgt Mord, Krieg und Verderben des Landes und der Leute.)

Ein verlaufen Mönch und ein alt bös Weib dürfen tun, was der Teufel selbst nicht darf unterstehen.
(Möglicherweise war mit diesem Sprichwort ursprünglich Martin Luther gemeint, da er in einigen Büchern aus der damaligen Zeit sich selbst als verlaufenen Mönch bezeichnete haben soll.)

Ein Verleumder hat einen starken Rücken, er kam viele Leute zugleich eine Stiege hinan tragen.

Ein Verleumder ist ärger denn einer Schlange und schädlicher denn ein Dieb.

Ein Verleumder mit falschem Mund den Nächsten hart verwund.

Ein vermessen Mensch macht sich selbst viel Unglück.

Ein vernünftiger Mann behält den Glimpf*12; ein stürmender Neidhammel und Grunzer ist selbst bös und gibt Ursach zu viel Bösem.

Ein vernünftiger Mensch wird einer Hoffnung, die ins Wasser fiel, nie nachspringen.
(Seit etlichen Jahren wird dieser Spruch vielfach zitiert. Etliche Male wird er als deutsches Sprichwort bezeichnet, etwas öfter als russisches Sprichwort und auch immer wieder mit Quelle unbekannt. Eine wirkliche Quelle oder ein Beweis der Herkunft wird nirgends angegeben.)

Ein vernünftiger Mund ist ein edel Kleinod*20.

Ein vernünftiges Aufmerken ist niemand verboten.

Ein vernünftig Weib kann wohl aus einem Löwen ein Lamm machen.

Ein verruchtes Weib ist ein rechtes Fegefeuer.
(verrucht = aus dem mittelhochdeutschem: eigtl. = acht- oder sorglos. Meist in der Bedeutung gemein, schändlich; ruchlos, lasterhaft, sündig, verworfen gebraucht.)

Ein verschmähter Freund, ein hungriger Hund gehn traurig schlafen zu mancher Stund.

Ein Verständiger entgeht oft vielem Unglück.

Ein Verständiger hofft Gutes im Unglück und fürchtet des Falls im Wohlstand.

Ein verständiger Mann ist eine treue Seele.

Ein versungen Lied hört man nicht gern.

Ein vertulich Weib, ein verderblich Mann.
(vertulich = etwas ohne Not oder Grund vertun, verschwenderisch, oder eine falsche oder schlechte Handlung begehen, sich vergreifen. Das bedeutet, mit einer verschwenderischen Frau wird der Mann verdorben, er geht bankrott.)

Ein verwöhntes Kind wird mutwillig.

Ein verzagter Mann geht keinen Kühnen an.

Ein Vielfraß hat mancherlei Plage.

Ein Vielfraß wird nicht geboren, sondern erzogen.
Fresser werden nicht geboren, sondern erzogen.
Kein Vielfraß wird geboren, sondern erzogen.

Ein Vielleicht sind anderthalb Lügen.

Ein Vogel den andern isst,
Ein Tier das andre frisst,
Ein Fisch den andern schlindet,
Ein Mensch den andern schindet.
(schlindet = schlucken, verschlingen)

Ein voller Bauch macht, dass man betet ohne Andacht.

Ein voller Bauch und grober Kopf richten wenig aus.

Ein voller Kropf, ein fauler Tropf, und toller Kopf.

Ein voller Mensch ist gar ein Schwein, was kann dazu der edle Wein.

Ein voller Sack muss einen Pfeifer haben.

Ein Voller und ein Hungriger singen nicht einerlei Gesang.

Ein voller Zapf ist zu allen Dingen ungeschickt.

Ein volles Fass klingt nicht viel und hat doch den Nachdruck.

Ein volles Land speit seinen Gast aus.

Ein volles Weib, ein garstig Leib.

Ein wacker Herz und ernster Mut hat Gottesfurcht in guter (rechte) Hut.

Ein wahrer Freund hat keine Galle bei sich.

Ein wahrhaftiger Mann kommt fort, ein Lügner verarmt.

Ein wahrhaftig Weib und ein Baderbecken klingen viel.

Ein Wandersmann sein Kleid verkehrt, wie ihn Wind und Wetter lehrt.

Ein wankelmütig(es) Herz ist ein Taubenhaus, ein Ding fliegt ein, das andre aus.

Ein warmes Bett und ein fauler Hintern sind wie zwei Verliebte, die schwerlich können voneinander kommen.

Ein Weib den Edelknaben küsst, dass sie nicht ihres Manns vergisst.

Ein Weib, ein Esel und eine Nuss, diese drei man klopfen muss.

Ein Weibermarkt ist fünf Schilling wert.

Ein Weiberschoppen ist neun Halbe.

Ein Weib hat nicht alle Schlüssel anhängen.
Es hat nicht eine Frau alle Schlüssel.

Ein Weib kann nicht Brot backen ohne Mehl.

Ein Weib soll weder geben noch nehmen.

Ein Weib verschweigt, was sie nicht weiß.

Ein Weib vertraut dem Mann beid` Gut und Haut.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet und sich ihm hingibt, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Ein weiser Mann ward nie genannt, an dem sich keine Torheit fand.

Ein wenig ausgehen könntest du, sagte die Frau, als ihr Mann sie fragte, was er zu ihrer Zerstreuung tun könne, weil sie sich langweile.

Ein wenig Magschaft hält gute Freundschaft, bei einem Schwager ist Freundschaft mager.
(Mage, Magschaft ist eine alte, bis ins 17. Jahrhundert, Bezeichnung für ein Verwandtschaftsverhältnis, gemeinsame Abstammung von einem Vorfahren oder Nachkommen von Geschwistern. Da Blutsverwandte nicht heiraten durften, wurde kirchlich und staatlich festgelegt, welches Verwandtschaftsverhältnis ein Ausschlusskriterium für eine Ehe ist. Alle, die danach untereinander nicht heiraten durften, gehörten zur Magschaft. Die Magschaft reichte damit wesentlich weiter als die Schwägerschaft und konnte auch entfernte, kaum bekannte Personen einschließen. Mit weitläufiger Verwandtschaft konnte man ruhig Freundschaft pflegen, da sie keinen persönlichen Einfluss hatten.)

Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Trog.

Ein wenig Schande wärmt und macht schöne Farbe.

Ein wenig Verwandtschaft hält gute Freundschaft.

Ein wenig Vorteils bringt den Mann aus den Kleidern.

Ein wenig Weigerns steht wohl.

Ein wenig zu spät ist viel zu spät.

Ein Wetzstein schneidet das Eisen nicht, er macht es nur scharf.

Ein wildes Tier ein Verleumder ist, ein Schmeichler wie ein zahmes beißt, doch beider Biss gleich giftig ist.

Ein Williger ist besser als viele Gezwungene.

Ein Williger ist gut zu bereden.

Ein williges Pferd bedarf des Spornens nicht.

Ein willig Pferd soll (muss) man nicht zu viel reiten.

Ein Witwer eine Witwe nahm, der Teufel zu seiner Großmutter kam.

Ein Witwer ist ein Stecken ohne Rebe.

Ein Wolf beschreit den andern nicht.

Ein Wolf im Schlaf fing nie ein Schaf.

Ein Wolf kennt den andern wohl.

Ein Wolf und eine Hure bessern nicht.

Ein Wort bricht einem kein Bein.

Ein Wort dringt so tief als sieben Briefe.

Ein Wort ein Wort, ein Mann ein Mann.

Ein Wort gibt das andere.
Ein Wort holt das andere.

Ein Wort ist ein Hauch, ein Hauch ist Wind.

Ein Wort ist ein Wind, wer's sehet, ist ein Kind.

Ein Wort ist für den Weisen mehr, als eine ganze Predigt für den Narren.

Ein Wort ist genug für den, der's merken mag.

Ein Wort ist kein Pfeil.

Ein Wort oft kann, Zorn richten an.

Ein Wort ohne Galle ist ein Ei ohne Salz.

Ein Wort wohl ein Ansehen hat, wenn drauf erfolgt die Tat.

Ein wunderlicher Streit, da ein Esel den anderen schimpft.

Ein wunderlich Mann stirbt nicht ehe er werde denn erst fromm vor seinem Ende.

Ein wüster Regent (König) verderbt Land und Leute.

Ein wütiger Hund läuft nur neun Tage.

Ein Zager legt nimmermehr Ehr ein.

Ein Zänker will immer das letzte Wort haben.

Ein zänkischer Mensch richtet nur Unglück an.

Ein Zank kommt aus dem andern.

Ein Zaun dazwischen mag die Lieb erfrischen.

Ein Zaun währt drei Jahre,
ein Hund überwährt drei Zäune,
ein Pferd drei Hunde,
ein Mensch drei Pferde.
(Dieses Sprichwort steht schon 1530 in der Sammlung von Agricola. Es beschreibt die durchschnittliche Länge des Lebens verschiedener Tiere im Vergleich zum Menschen. Wenn ein Zaun 3 Jahre hält, dann lebt ein Hund bis 9 Jahre, ein Pferd 27 Jahre und ein Mensch bis 81 Jahre. Agricola führt diese Aufzählung aber in seiner Erklärung weiter: „Ein Esel überlebt drei Menschen (243 Jahre), eine wilde Gans überlebt drei Esel (729 Jahre), eine Krähe überlebt drei wilde Gänse (2187 Jahre), ein Hirsch überlebt drei Krähen (6561 Jahre. Alexander der Große soll einen Hirsch gefangen haben, der einen goldenen Ring mit Angaben zu Olympiaden dieses Alters um den Hals getragen haben.), ein Rabe überlebt drei Hirsche (19683 Jahre) und ein Phönix überlebt neun Raben (177147 Jahre). Dass das Fantasiezahlen sind, wusste auch Agricola. Es ist aber vergleichbar mit manchen Rechenaufgaben in heutigen Schulbüchern, bei denen unmögliche Zahlen alltäglichen Umständen zugeschrieben werden. Dazu Agricola in seiner Erklärung: „Und wie wohl dies nicht möglich ist, so dienet es doch dazu, dass man lerne, was Multiplikation tut von dreien zu dreien, wie hoch der Numerus und die Zahl steigen.“)

Ein zerbrochenes Schiff hat allezeit Gegenwind.

Ein Zeuge ist einäugig.

Ein Zeuge, kein Zeuge.

(Nicht nur einer, auch 10 Zeugen können falsch aussagen. Durch wiederholte Experimente und Tests ist bewiesen worden, dass Zeugen nur selektiv beobachten und nur Einzelteile von komplexen Vorgängen beobachten oder wiedergeben können, und teilweise nicht einmal das. Bei der Vorgabe, bestimmte Aktionen einer von zwei gleichzeitig agierenden Gruppen sehr weniger und gut unterscheidbaren Menschen zu beobachten und hinterher wiederzugeben, zeigten sich die Mängel der Zeugen. Keiner der vorbereiteten Beobachter bemerkte in dem nur 2 Minuten langen Test, dass von der anderen Gruppe am Ende Personen fehlten. Ebenso hat keiner bemerkt, dass ein Mensch in Affenkostüm langsam durch beide Gruppen ging und den Beobachtern zuwinkte. Erst ein Videobeweis überzeugte hinterher auch die, die es vorher kategorisch ausschlossen. Wie sollen denn Zeugen im Alltag unvorbereitet Dinge Aussagen können, die vor einem Unfall oder anderen Ereignis passierten oder Menschen beschreiben, wenn es selbst mit Vorbereitung und Hinweisen, sich auch Nebensachen zu merken, keinem gelingt?)

Einziger Sohn, liebes Kind.

Einzig Kind, liebes Kind.

Ein zorniger Kopf ist leicht blutend zu machen.

Ein zwanzigjährig Kalb gibt keine geschickte Kuh mehr.

Eisener Hafen*15 und irdener Topf ist ungleiche Gesellschaft.

Eisen kalt und hart, im Feuer schmeidig ward.

Eisen wetzt Eisen.

Eisern Vieh stirbt nie (nicht).
(Das bedeutet, dauerhaftes und unveränderliches Inventar auf einem Bauernhof bleibt, wie es ist.)

Eis hat keine Balken.
(Ebenso das Wasser, aus dem das Eis besteht. Allzu oft wird es von denen bemerkt, die sich auf zu dünnes Eis wagen, aber wenn es aus Ermangelung der Balken bricht, ist es zu spät. Mancher hat seinen Leichtsinn mit Gesundheit und Leben bezahlt, besser sind Umwege und Vorsicht vorher.)

Eitel Honigrede ist nicht ohne Gift.

Eitelkeit ein schlimmes Kleid.

Eitle Ehre ertrinkt bald.

Eitle Ehre überlebt (erlebt) den dritten Tag nicht.

Eitle Ehr ist ein bös Geschwär.

Eitle Ehr ist fahrende Hab, heute lieb, morgen schabab.

Ei, wer wollte das nicht? sprach der Abt von Posen.

Ei, wie lausig geht's zu, sagte jener, als man ihn hängte.
Elendiglich ausgesehen ist genug gebeten.

Elend ist unbegrabener Tod.

Elternliebe ist oft Affenliebe.

Elternloses Gut mag weder wachsen noch schwinden.

Eltern sollen den Daumen oder Zügel in der Hand behalten, solang sie können.
Eltern sollen den Zaum, solange sie leben, nicht aus den Händen geben.

Eltern sollen den Kindern Schätze sammeln, nicht die Kinder den Eltern.

Eltern sollen viel tun und lassen um ihrer Kinder willen.

Eltern verachten ist ein Stück von einem gottlosen Menschen.

Ende gut, alles gut.
(Sprichwort mit der gleichen Bedeutung in Russland: Alles ist gut, was gut endet.)

Endlich bleibt nicht ewig aus.

Endliche Hand macht reich.

Endlich ist nicht ewig.

Enge Schornsteine ziehen besser als weite.

England ist der Weiber Paradies, der Knechte Fegefeuer und der Pferde Hölle.

Englische Angesichter bedecken oftmals teuflische Herzen.
(Englische Angesichter = schöne Angesichter)

Eng und wohl ist besser als weit und wehe.
Lieber eng und wohl, als weit und weh.

Entbehr und genieße.

Entferntes Wasser löscht kein Feuer.

Entfloh`ner Augenblick kommt nie mehr zurück.

Entgeht der Dieb an einem Ort, so hängt man ihn am andern.

Entläufst du mir, du entläufst dem Henker nicht.

Entschuldigen sie, sagte der Teufel und gab einem einen Fußtritt.

Entweder, oder!

Entzwei und gebiete.