Logo Sprichworte der Welt
____________

Wetterkarte

Zitate und
Sprichworte
in anderen
Sprachen:

Sprichwörter in Originalsprachen

____________

Diese Internetseite wird mehrmals wöchentlich aktualisiert und ergänzt. Diese Internetseite erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und alle Angaben sind ohne Gewähr.
Alle enthaltenen Informationen sind bestmöglich und so genau wie möglich wiedergegeben. Sie sind aus vielen unterschiedlichen Quellen zusammengetragen oder aus fremden Sprachen übersetzt und teilweise erstmalig hier in deutscher Sprache veröffentlicht. Falls trotzdem Angaben ungenau oder falsch sind oder nicht den Tatsachen entsprechen, bitte ich um eine Benachrichtigung.

____________
0202-scroll delete
Einzelne Sprichwörter kann man für andere Zwecke benutzen.

Es ist aber verboten und strafbar, größere Mengen, ganze Listen oder Länder zu kopieren und in anderen LIsten, Sammlungen oder Sprichwörtersammlungen im Internet, Büchern, Schriften, Computern oder anderswo in anderer, gleicher oder ähnlicher Art und Weise in elektronischen, gedruckten oder anderen Medien zu speichern, zu verarbeiten oder zu veröffentlichen. Jede Verwertung oder Speicherung von Inhalten bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Anbieters oder jeweiligen Rechteinhabers.
____________



Deutsche Sprichwörter
Über 21.000 deutsche Sprichwörter
Die K bis
Die S
Flagge von Deutschland
Auf diesen Seiten stehen über 20.000 neuere und Jahrhundert alte deutsche Sprichwörter. Bei der großen Zahl ist es aber unmöglich, alle existierenden Sprichwörter aufzuführen. Manchmal ist ein scheinbar bekanntes deutsches Sprichwort hier nicht zu finden, weil es wegen verschiedener Versionen, anderer Schreibweise oder unterschiedlichen Formulierungen unter anderen Anfangsbuchstaben steht, unter dem es zu finden ist.

Manchmal steht ein Sprichwort überhaupt nicht bei den deutschen Sprichwörtern, da es in der Vergangenheit fälschlich als deutsches Sprichwort ausgegeben und veröffentlicht wurde. Dann ist es möglicherweise HIER zu finden.

Wenn trotzdem noch ein bestimmtes, besonderes, wichtiges, häufiges, anderes oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt. Möglicherweise kann ich auch noch nicht aufgeführte alte Sprichwörter in einem der alten Bücher oder Quellen finden.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Die Kanzlei ist eines Fürsten Herz.

Die Kapaunen*18 werden doch keine Hahnen mehr, darum muss man ihnen das Krähen mit dem Bratspieß vertreiben.

Die Kappe macht keinen zum Mönch.
Die Kapuze macht den Mönch nicht.
Kappen machen keine Mönche.
(Ähnlich Sprichwörter gibt es auch mit Kutte oder Kleid. Wahrscheinlich haben alle ähnlichen Sprichwörter den gleichen Ursprung oder Anlass und sind nur zeitlich oder vom Ort unterschiedlich. Das Sprichwort bedeutet, oft wird etwas nur vorgetäuscht und der äußere Anschein trügt.)

Die Karte gibt's nicht.

Die Kart' und die Kanne macht manchen zum armen Manne.

Die Katze fängt die Mäuse nicht in Handschuhen.

Die Katze frisst gern Fische, sie will aber nicht ins Wasser.
Die Katze möchte der Fische wohl, sie mag aber die Füße nicht nass machen.

Die Katze hat bald vergessen, dass sie das Licht halten muss.

Die Katze hats gerne, wenn man sie streichelt
Die Katze ist am liebsten da, wo man sie streichelt.
Die Katze ist gerne, wo man sie streichelt.
Wo man die Katze streichelt, da ist sie gern.
(Das Streicheln verursacht eine angenehme Empfindung (meinen die Menschen) und sie sind verständlicherweise gerne dort, wo sie sich wohlfühlen und ihnen Gutes getan wird (Futter, Wärme, Schlafplatz). Übertragen wird das auch von Menschen angenommen.)

Die Katze ist hungrig, wenn sie ans Brot geht.

Die Katze lässt das Mausen nicht.

Die Katze liest in der Bibel.

Die Katze mag so begierig sein, als sie will, so macht sie sich doch an keine heißen Suppen.

Die Katze nach dem Specke schicken.

Die Katzen wünschten, das alle Mäuse Narren sein (wären).

Die Katze sieht den Bischof an, ist doch ein geweihter Mann!
Sieht doch die Katze einen Bischof an.

Die Katze spielt mit den Mäusen, wenn sie satt ist.

Die Katze will auch Bratwürste.

Die Katz ist hungrig, wenn sie ans Brot geht.

Die Kerze, die vorgeht, leuchtet schön.

Die Kerze ist auf den Nagel gebrannt.

Die Kinder muss man in sauberen Wasser baden, nicht in Mistlachen.

Die Kirche hat in allen Dingen den Vorrang.

Die Kirche wird nicht in Anschlag gebracht.

Die Kirch ist kein Hase.

Die Kitzlein heißen alle wie ihre Mutter, Geiß.

Die kleinen Bächlein laufen in die großen.

Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen.

Die kleinen Krebse und Fische sind die besten, wenn man große nicht haben kann.

Die kleinen Leute hat Gott erschaffen, und die großen Bengel wachsen im Wald.

Die kleinsten Räder tragen die größten Lasten.

Die klingende Meinung, die Beste.

Die Konkurrenz schläft nicht.

Die köstlichsten Schiffe sind die nächsten am Hafen.

Die Krähe lässt ihr Hüpfen nicht.

Die Krähe will's mit dem Adler wagen.

Die Krankheiten kommen zu Pferd und mit Extrapost, und gehen zu Fuß mit Schneckenschritten wieder weg.
Die Krankheit kommt zu Pferde und geht zu Fuß wieder weg.

Die Krankheit sagt uns, was wir sind.

Die Krieg ohne Not anfangen, werden geschlagen.

Die Krume der Muhme, die Rinde dem Kinde.
(Muhme = aus dem Altdeutschen bedeutet, die Schwester der Mutter = Tante des Kindes.)

Die krumme Hand kennt man zu Hofe.

Die Kugel läuft, es kann noch Kegel geben.

Die Kühe, die am meisten brüllen, geben am wenigsten Milch.
Kühe, die am lautesten brüllen, geben am wenigsten Milch.

Die Kühe melkt man durch den Hals.

Die Kuh leckt kein fremdes Kalb.

Die Kuh milcht durchs Maul.

Die Kuh muss mit dem Kalbe gehen.

Die Kuh stirbt auf dem Wege, ehe man sie in den Stall bringt.

Die Kuh stößt den Kübel um.

Die Kuh will auf Stelzen gehen.

Die künftigen Herren machen die vorigen fromm.
(Druckfehler in der Sammlung von Karl Simrock. Unter Nr. 4636 steht bei ihm falsch: . die vorigen „Frauen“.)

Die Kunst bedarf des Glücks, und das Glück bedarf der Kunst.

Die kurze Qual ist die beste.

Die kürzeste Torheit ist die beste.

Die Kutte macht den Mönch nicht aus.
(In etlichen Ländern, wie z. B. Frankreich Italien, Spanien oder anderen tragen auch Leute eine Kutte, ohne damit Mönche zu sein. Oft wird etwas nur vorgetäuscht und der äußere Anschein trügt.)


Die Lacher hat Gott lieb.

Die Ladung bringt das Geleit mit sich.

Die Lahmen und die Blinden sind allezeit dahinten.
Krüppel und die Blinden, bleiben überall dahinten.

Die lange Haar am Hals hat, bekommt einen reichen Mann.

Die Länge hat die Fährde.
(Fährde, Fährnis = aus dem Althochdeutschen; kann Gefahr, Gefährdung, Risiko, Unsicherheit, drohendes Unheil, Unsicherheit oder Arglist bedeuten.)

Die Langeweile ist die Not derer, die keine Not kennen.

Die langsamen Turniere werden gern gut.

Die Laster stehlen der Tugend die Kleidung.

Die Lästerzunge ist ein Schwert, das mit einem Streich drei zugleich tötet: Sich selbst, den Beleidigten und den Zuhörer.

Die lateinische Küche ist die kostbarste.

Die Laterne leuchtet andern, sich selber nicht.

Die Laus, die erst in den Pelz kommt, ist schlimmer, als die darin gewachsen ist.
Die Laus, die in den Grind (Pelz) kommt, ist stolzer, als die schon drin sitzt.

Die Laus läuft ihm über die Leber.

Die Laus weidet im Grinde sich fett und geht im alten Pelz auf Stelzen.

Die letzten Kinder nehmen der Mutter Brautschatz.

Die Letzten werden die Ersten sein.
(Sprichwort aus der Bibel, aus dem Evangelium nach Matthäus 19,30.)

Die Leute führen das Recht in der Tasche.

Die Leute geben der Tugend die Hände, aber nicht das Herz.

Die Leute leben eines Gottes, aber nicht eines Kopfes.

Die Leute sagen immer: die Zeiten werden schlimmer; die Zeiten bleiben immer, die Leute werden schlimmer.
Die Menschen denken immer, die Zeiten würden schlimmer; die Zeiten bleiben immer, die Menschen werden schlimmer.
Die Menschen klagen immer, die Zeiten würden schlimmer. Doch nein! die Zeiten bleiben immer; die Menschen werden schlimmer.
Die Zeiten bleiben immer, die Leute (Menschen) werden schlimmer.
(Ein Sprichwort, das seit dem 18. Jahrhundert in etlichen Veröffentlichungen dokumentiert ist. Trotzdem wurde es in den letzten 20 Jahren mehrfach fälschlich Joachim Ringelnatz untergeschoben. Das es kein Zitat von Joachim Ringelnatz ist, beweist schon seine Lebenszeit von 1883 bis 1934. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander stehen schon 10 Jahre vor der Geburt von Ringelnatz 1873 zwei Versionen des Sprichwortes unter Leute Nr. 450 in Spalte 67 und unter Mensch Nr. 282 in Spalte 603. Im Internet Nachzulesen:
https://upload.wikimedia.org/ . . /Wander_DSL_3_0068.jpg
https://upload.wikimedia.org/ . . /Wander_DSL_3_0604.jpg
Ebenso schon am 20. August 1807 in Bildungsblätter oder Zeitung für die Jugend, Spalte 794:
https://books.google.de/ . . Menschen%20werden%20schlimmer%22&f=false)

Die Leute schänden und schmähen, tut oder leidet kein Biedermann.
Was unter „Die Liebe“ nicht gefunden wird, könnte auch unter „Liebe“ stehen.

Die Liebe befindet sich so vergnügt unter der Wolle als unter der Seide.

Die Liebe fängt von sich selbst an.

Die Liebe geht unter sich, nicht über sich.
(Das bedeutet, sie geht mehr zu den Kindern als zu den Eltern.)

Die Liebe hat die Angel eingeschluckt,

Die Liebe hat Sonnen-Art; fällt sowohl auf 'nen Kuhdreck, als auf 'n Rosenblatt.

Die Liebe ist blind und macht blind.

Die Liebe ist nicht blind, aber sie sieht nichts.

Die Liebe ist wie der Tau, sie fällt auf Rosen und Kuhfladen.

Die Liebe lässt sich an einem schlechten Faden fangen, aber nicht mit Prügeln vertreiben.

Die Liebe macht Lappen.
(Lappen vom mittelhochdeutschen lappe. = schlaff. Herabhängendes, verw. mit schlafen, schlaff werden.)

Die Liebe treibt die Furcht aus.

Die Liebe trinkt nicht Rotwein.

Die Liebe verblendet die Herzen der Menschen, auch der Weisen.
Die Liebe verblendet auch der Weisen Herz.

Die Liebe vertreiben ist dumm getan, man schnallt ihr nur die Sporen an.
Wer die Liebe verbietet, gürtet (legt) ihr Sporen an.

Die Liebe von seinem eigenen Hause verschlingt die Liebe zu Gottes Haus.

Die Liebe will was zu zanken haben.

Die Lieb ist süß, bis ihr wachsen Hand und Füß.

Die Lieb ist übel angelegt, die keine Lieb herwider trägt.

Die liebsten Gäste kommen von selbst.

Die linke Hand geht von Herzen.


Die Löwen, Bären, wilde Schweine, drei böse Tier zusammen sein.

Die Luft bläht die Sackpfeifen auf und Hoffart den Narren.

Die Luft macht frei.
Stadtluft macht frei.
(Dazu im Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ von Julius Hubert Hillebrand aus dem Jahr 1858 „Dieses antiquierte Sprichwort bezieht sich auf einen wichtigen Grundsatz des mittelalterlichen Städterechts, demzufolge ein Unfreier (Leibeigener), welcher Jahr und Tag (ein Jahr, sechs Wochen und drei Tage) unangefochten in einer Stadt gewohnt hatte, von niemand mehr als Höriger in Anspruch genommen werden kann. Eine Abwandlung des Sprichwortes wurde von den Nationalsozialisten im 3. Reich für ihre Konzentrationslager missbraucht: Arbeit macht frei. Diese Abwandlung verhöhnte die Opfer und hat nichts mit dem Sprichwort und dessen Bedeutung zu tun.)

Die Luft macht leibeigen.
(Im Mittelalter war das Land unter den Herrschenden und Adligen aufgeteilt. Wer kein eigenes freies Land besaß, war ein Leibeigener des Landbesitzers. Nur in den Städten war man frei davon, daher auch der Spruch: Stadtluft macht frei. Selbst, wenn ein freier Mann eine leibeigene Frau heiratete, wurde der Mann dadurch ebenfalls zum Leibeigenen.)

Die Lüge bedarf gelehrter, die Wahrheit einfältiger Leute.

Die Lüge hängt zusammen wie Sand, man kann ihn nicht ballen.

Die Lüge ist das Schild des Feigen.

Die Lüge krümmt sich, wie eine Schlange, sie gehe oder stehe, so ist sie nimmer gerad.

Die Lüge mag so geschwinde sein als sie will, so kommt ihr doch die Wahrheit stets voran.

Die Lust baut das Land.

Die lustigsten Studenten geben die besten Pfarrer.

Die Mädchen beten gern vor dem Spiegel.

Die Mägdchen (Mägde) sind von dem gleichen Zeug, daraus Knechtgen (Knechte) gemacht werden.

Die Männer beim Schmause, die Weiber zu Hause.

Die Männer machen die Gesetze und die Frauen die Mode.

Die Marterwoch lass still vergehn, dein Heiland wird schon auferstehn.


Die Mauern machen das Kloster nicht.

Die Maus hat das Pech, der Vogel den Leim versucht.

Die Maus soll das Loch suchen, nicht das Loch die Maus.

Die Maus weiß viel, die Katze noch mehr.

Die Meile*23 hat der Fuchs gemessen und den Schwanz dreingegeben (zugegeben).

Die Meinung von heute ist nicht immer die Meinung von gestern.

Die meisten Stimmen gelten.

Die Melancholie ist das Element eines guten Verstandes und die Mutter der Weisheit.

Die Menschen sind des Herrgotts Spielkarten.
Die Menschen sind unsres Herrgotts Kartenspiel.
Die Welt ist unseres Herrgotts Spielkarte (Kartenspiel).

Die Menschen wenden größere Mühe an in die Hölle, als in den Himmel zu kommen.

Die Metzger sagen, es ist nichts mehr mit den Bauern zu machen, seit sie in der Bibel lesen und die Kinder selbst machen.

Die Milch balgt wohl, aber sie talgt nicht.
(Das bedeutet, wer viel Milch trinkt, bekommt wohl einen dicken Balg (Bauch), aber er bekommt keinen Talg (Fett, in der Milch immer unter 4%), kein Fett und keine Kraft. Man bekommt als keine Muskeln und Kraft vom Milchtrinken, man wird nur dick.)

Die Minne verkehrt die Sinne.

Die mit Eitelkeit schwanger sind, gebären meist ein Lügenkind.

Die Mittelstraß', der beste Pass.

Die Mittelstraß' ist die sicherst und die Beste.

Die mit Unglück schwanger sind, gebären mühe.

Die Mönche fahren allzeit mit paaren zum Teufel.

Die Mönche teilen sich in Stadt und Land.

Die Mönche verneigen sich nicht vor dem Abt, sondern vor seinen Schüsseln.

Die Morgenröt und stille Zeit, Luft, Hülf und Lieb zum Lernen gibt.

Die Morgensonne hat mehr Anbeter als die Abendsonne.

Die Morgenstunde hat die Arbeit im Munde.

Die Mücke fliegt so lang ums Licht, bis sie sich versengt.

Die Mücken fliegen in kein Feuer.
(Erklärung dazu 1630 von Christoph Lehmann in seinem Buch „Florilegium politicum. Politischer Blumengarten“, die 1873 auch Wander ins Sprichwörter Lexikon übernommen hat: „Etliche halten eine feurige Werkstatt von Arbeit und Andacht für ein Rezept wider böse Gedanken, und sagen: Die Mücken fliegen in kein Feuer.“)

Die Mücken sehn all einander gleich.
Die Mücken sehen einander alle gleich.

Die Mühle dreht sich nicht vom gestrigen Wind.

Die Mutter alles dem Kind anhängt, ob sie gleich Dreck zu Lohn empfängt.

Die Mutter eine Hexe, die Tochter auch eine Hexe.

Die (Deine) Mutter ein Hur, der Vater ein Dieb, hast du Geld, so bist du lieb.

Die Mutter gibt's teuer und die Tochter nicht wohlfeil.

Die Mutter sagt's, der Vater glaubt's, und ein Narr zweifelt daran.
(Dies Sprichwort ist die Erwiederung auf Geschwätz über die Vaterschaft eines Kindes.)

Die Nachbarn sind ihm fern; er muss sich selbst loben.

Die nächsten Freunde, die ärgsten Feinde.

Die nächste Niftel erbt die Gerade.

Die Nächsten treten einem die Schuhe aus.

Die Nacht beschützt ihre Kinder.

Die Nacht hat bessern Frieden als der Tag.

Die Nacht ist keines Menschen Freund.

Die Nacht ist niemals Freund.


Die Narbe bleibt, wenn auch die Wunde heilt.

Die Narren bedürfen keiner Schelle: Min' und Gebärde verraten sie.
Die Narren brauchen keine Schellem, man kennt siean den Gebärden und Kleidern.
Narren bedürfen der Schellen nicht, man kennt sie an ihren Sitten.
Narren bedürfen keiner Schellen, man kennt's an ihren Sitten.
Narren haben keine Schellen vonnöten, sie lassen sich von selber wohl hören.

Die Narren haben Gastereien, die Weisen essen sich satt.

Die Narren haben mehr Glück als Recht.

Die Narrenhaut hält zwar Stich, lässt sich aber nicht flicken.

Die Narren meinen.
(Sie meinen, aber wissen es nicht und später reden sie sich heraus. Für Unglück und Missgeschick sind nachher immer die anderen verantwortlich, nicht die wirklich Schuldigen, die haben ja nur gemeint und nichts gesagt.)

Die Narrenschellen klingen laut, tun aber den Ohren weh.

Die Narrenschellen klingen vielen besser als Kirchenglocken.


Die Narrheit geht um den Erdkreis wie die Sonne.

Die Natur bringt gutes Geld, die Kunst macht falsches.

Die Natur hängt jedem eine Schelle an.

Die Natur ist die beste Lehrmeisterin.

Die Natur ist Meister.

Die Natur ist mit wenigem zufrieden.

Die Natur lässt sich biegen, aber nicht brechen.

Die Natur lässt sich leicht sättigen, das Auge nimmer.

Die Natur muss den ersten Stein legen.

Die Natur weiß ihre Ware wohl zu verkaufen.

Die Natur will geübt sein, sonst wird sie schimmlig.

Die neidisch wie die Hunde sein, verzehren selbst ihr Mark und Bein.

Die Neige ist für die Frommen.

Diener sind wie Rechenpfennige: wie sie der Herr legt, so gelten sie.

Die neuen Schuhe drücken am meisten.

Die Neuigkeit blüht wohl schön, sie trägt aber böse Früchte.

Diene und folge der Zeit.

Die nicht helfen wollen, hindern gern.
(Früher wie heute das Gleiche, heute teilweise noch schlimmer: Bei Unfällen und Katastrophen schon zigmal passiert, Neugierige und Sensationslüsterne behindern die Rettungskräfte. Auf Autobahnen werden keine Rettungsgassen für Einsatz und Rettungsfahrzeuge gebildet, sind sie ausnahmsweise vorhanden, gibt es immer jemanden, der sie missbräuchlich nutzt und so behindert. Auf den Gegenfahrbahnen entstehen durch Neugierige extra Staus und Unfälle. Das Unglück anderer wird mit Smartphones gefilmt, und sofort als Sensation überall veröffentlicht, ohne Rücksicht auf die Privatsphäre der Opfer. Nach Bekanntwerden von Unglücken gibt es teilweise Katastrophentourismus von einzelnen oder Gruppenreisen, um sich am Unglück anderer zu ergötzen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge werden behindert und teilweise angegriffen. Wahrscheinlich meinen jene, selbst nie in eine Notlage zu kommen, wenn doch, wird weitergeschimpft.)

Die nicht hoch genug sind, muss man höher oder kürzer machen.

Die nicht will eine Hure sein, sollt' auch nicht führen Huren-Schein.

Die niedrigen Stauden weichen dem Wind, das er darüber hingeht; die starken Bäume widerstehen und werden umgeworfen.

Die Nonne deckt sich gern mit einer fremden Kutte.

Die Nonnen fasten, dass ihnen die Bäuche schwellen.

Die Nordsee ist eine Mordsee.
(Ein Sprichwort, das verkürzt „Nordsee ist Mordsee“ 1976 auch der Titel eines Films des Regisseurs Hark Bohm war. Das Sprichwort war schon im 19. Jahrhundert in gebrauch. Es entstand wahrscheinlich nach den großen Sturmfluten der vorangegangenen Jahrhunderte, den sogenannten Mandränken (auch Mandrenke, Grote Mandränke „Großes Ertrinken“). Dazu gehören die erste Marcellusflut vom 16. Januar 1219, die zweite Marcellusflut (Erste Mandränke) vom 15. bis 17. Januar 1362 und die Burchardiflut (Zweite Mandränke) in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 1634, bei welchen jeweils bis zu 50.000 Menschen in der Nordsee ertrunken sein sollen. Jedes Mal gingen große Landstriche an die Nordsee verloren. 1219 entstand dadurch die Zuiderzee (‚südliche See‘), das heute künstlich von der Nordsee getrennte IJsselmeer. 1362 ging das sagenumwobene Rungholt unter. 1634 Zertrennung der Insel Strand in mehrere kleinere Inseln. Liste der Sturmfluten an der Nordsee)

Die Not dient dem Menschen und bricht das Gesetz.

Die Notschlang ist über alles Geschütz.
(Die Notschlange gehört als Geschütz zu den Feldschlangen-Typen. Die Namen richteten sich nach Kaliber- und Geschossmaßen. Die Ganze Feldschlange hatte ein Geschossgewicht von ca. 18 Pfund, die Notschlange war ein16-Pfünder. Weiter Typen gingen herunter bis unter 1 Pfund.)

Die Not treibt die Ochsen in den Brunnen.

Die Not zankt gern.

Dienstjahre sind keine Herrenjahre.

Dienst um Dienst ist keine Kuppelei.

Dienst um Geld ist Welt.

Dienst wird um Dienst zu Hause geladen.

Die nüchternen Räte sind die besten.

Die Nürnberger henken keinen, sie hätten ihn denn.
Nach dem Nürnberger Recht hängt man den Dieb nicht eher, als man ihn hat.

Die Obrigkeit, so Freiheit, Gesetz und Ordnung gibt, das solche nicht drum geben, das man sie damit fesseln und binden soll, sondern ist und bleibt derselben allweg ihr vorbehalten.

Die Ohren, Augen, haben auch ihre Zungen.
(Bei Wander zwei Mal, einmal unter Auge und einmal unter Ohr.)

Die Orgel pfeift, so man ihr einbläst.

Die Pfaffen haben zwei Hände, eine zum Nehmen und eine zum Behalten.

Die Pfaffen und die Hunde Verdienen ihr Brot mit dem Munde.

Die Pfanne ist so schwarz wie der Hafen*15.

Die Pfarrer bauen den Acker Gottes und die Ärzte den Gottesacker.

Die Pferde belaufen die Einkünfte und die Esel genießen sie.

Die Pferde verstehen die Füße im Stall.

Die Pforte zur Hölle steht immer offen.
Die Tür zur Hölle steht immer offen.
(Beide Sprüche, einer mit Pforte und einer mit Tür, stehen im Sprichwörter Lexikon von Wander, einmal unter Pforte Nr. 2 und einmal unter Tür Nr. 5. Bei beiden steht dieselbe Quelle: „Kleines lateinisches Conversationslexicon“ 2. Band, Seite 29 von Ferdinand Philippi aus dem Jahr 1825. Dort steht die deutsche Übersetzung des lateinischen Originals: „Die Pforte zur Hölle steht immer offen“ aus dem Wander gleich zwei gemacht hat. Das lateinische Original lautet: „Noctes atque dies patet atri janua ditis“ und stammt von Vergil (70–19 v.Chr.) aus der Aeneis 6. Teil (in der Unterwelt), Vers 127, was meist mit „Tag und Nacht steht offen das Tor zum finsteren Pluto.“ (Pluto ist der römischen Gott der Unterwelt) übersetzt wird. Damit ist der Spruch nur ein Vers des römischen Dichters und kein deutsches Sprichwort.)

Die Poesie lacht selten süßer, als wenn sie von der Liebe redet.

Die Raben müssen einen Geier haben.
Die Raben wollen einen Geier haben.

Die Rache ist süß, aber man verdirbt sich leicht den Magen daran.
Die Rache ist süß, man verdirbt sich aber oft den Magen daran.
(Der 2. Teil ist wahrscheinlich von Wander produziert und angefügt und gehört nicht zum Sprichwort. In seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon schreibt er ihn unter Rache Nr. 6 ohne Quellenangabe. Als Beispiel nennt er nur etwas von den Arabern oder ein lateinisches Zitat von Juvenal an. Zitiert werden meist nur die folgenden drei Worte.)
Rache ist süß.

Die Rache wird nimmer zur Hure.

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.


Die Ratte weiß viel, die Katze noch mehr.

Die Reben erfordern einen Herrn.

Die rechten Toten muss man nicht in den Gräbern suchen.
(Sailer meint dazu 1810 in „Die Weisheit auf der Gasse“: „Denn der Tod des Geistes ist der rechte Tod.“)

Die Rechte sind links und rechts, wie man sie dreht.

Die Rechtlichkeit und der Palmesel kommen jährlich nur einmal ans Licht.

Die Rede ist des Gemüts Bote.

Die Rede ist des Mannes Bildnis.

Die Rede verrät das Herz.

Die Reichen haben den Glauben in der Kiste.

Die Reichen wissen nicht, wie dem Armen zumut ist.

Die Religion hat den Reichtum geboren, aber das Kind hat die Mutter verschlungen.

Die Ringe tragen, sind Gecken oder Prälaten.

Die Rose, die man lang in den Händen trägt und daran riecht, bleibt nicht.

Die Rose weiß nicht, in welchen Händen sie sticht, noch das Feuer, wessen Kappe brennt.
(Aus diesem einen Sprichwort von Winckler (1685) werden im Sprichwörter Lexikon bei Wander zwei gemacht: Die erste Hälfte steht unter Rose Nr. 14 im 3. Band und die zweite Hälfte steht im 1. Band unter Feuer Nr. 26.)

Die Rosse, die den Hafer bauen, fressen am wenigsten davon.

Die Rosse fressen den Hafer, die ihn nicht verdienen.

Die Rute bricht kein Bein entzwei.

Die Rute für die kleinen Kinder, den Stock für die großen Rinder, der Tod für die argen Schinder.

Die Rute ist neben dem Brot den Kindern so nötig als den Pferden die Sporen neben dem Futter


Die Rute Macht aus bösen Kindern gute.
Die Rute macht böse Kinder gut.

Die Rute macht die Kinder gut.


Die Rute macht fromme Kinder.

Die Rute macht gut.

Die Rute macht keine Beulen.

Die Rute trifft nur, es ist aber der Arm, der die Schläge gibt.

Die Sau findet eher einen Dreck, als ein Goldstück.

Die Sau gibt nicht Wolle wie ein Schaf.

Die Sau legt sich nach der Schwemme wieder in den Kot.

Die Sau muss die Trauben bezahlen.

Die Sau muss Haar lassen.

Die Sau singt nicht wie ein Zeislein.

Die Sau sticht den König.

Die Sau weiß nicht, wovon sie fett wird.

Die Scham ist in den Augen.

Die Schaufel macht keinen Bauer, noch die Lanze einen Ritter.

Die Scheide fürchtet keinen Degen.
Die Scheid fürchtet sich vor keinem Schwert (Degen).

Die Schemel wollen auf die Bänke steigen.

Die Schenkel empfinden's wohl, wenn man reitet.

Die Schildkröte trägt ihr Haus zu Wasser und zu Land mit sich, weil sie niemand traut.

Die Schlafsüchtigen sind ihres Lebens eigene Totengräber.

Die schlagenden Kühe geben auch Milch.

Die schlechten Nachrichten haben Flügel.

Die Schlüssel hängen nicht alle an einem Gürtel.

Die Schmeichler und Gleisner*11 sind die ärgsten Schelme.

Die Schnecke trägt ihr Haus bei sich, weil sie den Nachbarn nicht traut.
(Vergleichbares Sprichwort auch in Dänemark.)

Die schnellen Entschlüsse sind die besten.

Die Schönheit ist ein guter Empfehlungsbrief.

Die Schönheit, so keine Annehmlichkeiten mit sich führet, ist wie das Luder, so auf dem Wasser schwebt, nicht das es etwas fange, sondern, dass es gefangen werde.

Die Schreibfeder will Kaiserin bleiben.

Die Schulden liegen und faulen nicht.

Die Schulden sind der nächste Erbe.
Schulden sind der nächste Erbe.
Schulden sind die wahren Erben.
(Das bedeutet, von einem Erbe müssen erst alle Schulden des Erblassers bezahlt werden, bevor ein witerer Erbe etwas bekommen kann.)

Die Schuld kommt mit dem Tag, eh denn das Brot, ins Haus.

Die Schwaben und bös Geld führt der Teufel in alle Welt.

Die Schwaben werden vor dem vierzigsten Jahre nicht gescheit.

Die Schwalben fliegen nur dem Sommer, die Tauben insgemein den weißen Dächern und die Freunde dem Glücke nach.

Die schwarzen Trauben sind so süß, als die weißen.

Die Schwarzwälder bringen fremde Gelder.

Die schwerste Kunst, sich selber kennen.

Die Schwieger(mutter) liebt nie die Schnur (Schwiegertochter).

Die Schwieger(mutter) weiß nicht, dass sie Schnur (Schwiegertochter) gewesen.

Die Seegroppen sterben nicht, sie ertrinken.
(Sprichwort auch in der deutschsprachigen Schweiz. Seegroppen sind eine Fischfamilie, die zu den Steinfischen gehört und in vielen Binnengewässern vorkommen. Das Sprichwort meint aber die Bewohner an den Ufern der Seen, die vom Fischfang leben und deren Leben auch sonst mit den Gewässern zu tun hat. Da diese Menschen viel auf dem Wasser sind, verunglücken etliche von ihnen und ertrinken. Das Sprichwort meint, das die meisten nicht an Land sterben, sondern im Wasser.)

Die Seele eines Kindes ist ein reiner Spiegel.

Die Seele hat sich in ihm verirrt, sie weiss nicht, wo sie heraus soll.

Dieselbe Glocke läutet zu Gewitter und Hochzeit.

Diesem kommt der Honig zu teuer an, der ihn von den Dornen lecken muss.

Dieser jagt das Wild, jener isst den Braten.

Diese sind zum öfteren die größten Toren, die darauf besoldet werden, dass sie weise sein sollen.

Dieses ist das Hochzeitrecht: Du musst künftig sein der Knecht.

Dieses ist der elendste Mensch, den niemand einer Missgunst würdigt.

Dieses ist die schändlichste Dienstbarkeit, wenn einer sein eigener Sklave ist.

Dieses ist ein schlechter Fischer, der das kalte Wasser scheut.

Dieses ist gemeiniglich der Unterschied zwischen den Weisen und Narren, dass dieser zuletzt, was jener zuerst tut.

Dieses ist kein großer Fürst, der nicht aus einem kleinen Mann einen großen und aus einem großen einen kleinen Mann machen kann.

Dieses Jahr wächst wenig Wein – auf dem Schwarzwald.

Dieses sind die besten Pferde, die den Hafer von ihrem eignen Bauern fressen.

Dieses sind gottlose Weiber, welche sich mehr vor dem Spiegel kreuzigen, als an dem Gekreuzigten spiegeln.

Dieses Tor ist gesegnet, da eine tote Tochter ausgetragen wird.

Diese Suppe ist ihm zu fett.

Die sich aufs Küssen legt, legt sich auch wohl aufs Kissen.
Die sich legt auf's Küssen, legt sich auch wohl auf's Kissen.
Mit Weibern, die das Küssen erlauben, ist man bald auf dem Bette.
(Ein männliches Vorurteil über Frauen, dass die gleich alles erlauben, wenn sie die Männer nicht gleich von Anfang an auf Abstand halten und ablehnen. Wahrscheinlich auch eine Geringschätzung des anderen Geschlechts und Grund für Übergriffe.)

Die sich der Ehre wehren, woll'n sich der Ehre nähren.

Die sich großer Streiche rühmen, sind selten gute Fechter.

Die sich lassen sagen, denen mag man raten.

Die sich oft der Ehre wehren, wollen sich der Ehre näh`ren.

Die sich warten am besten, sind oft der Krankheit am nächsten.

Die Siechen und Gesunden haben ungleiche Stunden.

Die simulieren, wollen viel gewinnen und wenig verlieren.

Die sind mit einem Stempel geschlagen (geprägt).
(Gemeint ist der Stempel, mit dem früher die Münzen geschlagen wurden. Das bedeutet, alle, die mit dem gleichen Stempel (oder über einen Leisten) geschlagen sind, sind in ihrem Charakter oder Verhalten gleich.)

Die Sitten des Gerechten lassen allezeit einen guten Geruch zurück.

Die Söhne sind adeliger denn die Väter, denn sie haben ein Glied mehr.

Die Soldaten bringen nichts.

Die Sonne bringt es an den Tag.
(Sprichwort in Anlehnung an ein Märchen der Gebrüder Grimm von 1812/15: Die klare Sonne bringt's an den Tag. Ein Jude wird ermordet, der vor seinem Tod diesen Satz ausspricht. Jahre später wird der Mörder durch seine Frau im Zusammenhang mit dem Sonnenschein enttarnt und für sein Verbrechen bestraft. Etliche andere schrieben danach ebenfalls ähnliche Geschichten und Adelbert von Chamisso schrieb 1827 seine Ballade mit dem Titel: Die Sonne bringt es an den Tag.)
Die Sonnenuhr zählt nur die heiteren Stunden.
Die Sonne geht alle Tag gegen Abend.

Die Sonne geht auf über Böse und Gute.

Die Sonne hat noch keinen Bauern
zum Lande hinausgeschienen.


Die Sonne ist dem Blinden so Schwartz als die Nacht.

Die Sonne ist hell, wenngleich sie ein Blinder nicht sieht.

Die Sonnenuhr zählt nur die heiteren Stunden.

Die Sonne scheint allen Menschen und Tieren, Gott hilft frommen und bösen.

Die Sonne scheint auch in unreine Orte und bleibt gleichwohl rein.
Die Sonne scheint in ein Schmeißhaus und wird doch nicht besudelt.
Es kommt nur der Sonne zu, ihre Strahlen auf Kot zu werfen, sonder (ohne) befleckt zu werden.
(Schmeißhaus = Abort)

Die Sonne scheint den Armen wie den Reichen.

Die Sonne scheint den Teufel an und scheidet doch rein von ihm.

Die Sonne scheint heller dann (als) der Mond.

Die Sonne scheint immerdar, ob sie wohl der Blinde nicht sieht.

Die Sonne scheint keinen Hunger ins Land.

Die Sonne scheint sich selber nicht.

Die Sonne scheint über Gerechte und Ungerechte.

Die Sonne schnäuzen und ein alt Weib bessern sind zwei vergebne Dinge.
Die Sonne schnäuzen und eine alte Frau bessern sind zwei vergebliche Dinge.
(Die Sonne ist unerreichbar, genauso unmöglich soll es sein, alte Frauen zu bessern, von denen man(n) von vornherein annahm, das sie schlecht oder böse sind. Manche Frauen sind tatsächlich halsstarrig und unverbesserlich, unabhängig vom Alter. Aber auch genauso viele Männer! Das Sprichwort bedeutet, es wurde vor Jahrhunderten von Männern mit Vorurteilen gemacht, die wohl selbst unverbesserlich waren. Das Obere steht bei Simrock (1846), wie unten würde es von heutigen Männern mit den gleichen Vorurteilen gemacht.)

Die Sonne vertreibt die Wolken.

Die Sonne wenig darnach fragt, was der Blinde von ihrem Schein sagt.

Die Sonne wird oft mit einer trüben Wolke bedeckt, aber nicht versehrt.
(Mit der Sonne wird im Sprichwort die Wahrheit gemeint, die man zwar mit trüben Lügen zeitweise verdecken kann, die Wahrheit wird dadurch aber nicht verändert oder geschädigt. Wie die Sonne kommt die Wahrheit wieder hinter den Wolken der Lügen hervor. Dieses Sprichwort steht deswegen schon im Sprichwörterbuch von Christoph Lehmann 1630 unter der Überschrift „Wahrheit“ und nicht unter Sonne.)

Die Sonne zwingt den Menschen mehr als der stärkste Wind.

Die Sorgen sind wie Gespenster; wer sich nicht vor ihnen fürchtet, dem können sie nichts anhaben.

Die Spanier sagen, dass eine Frau gut ist, wann sie nicht ärger wird oder, dass sie gut genug ist, wann sie nur öffentlich böse ist.
(So steht es in einer Quelle von Wander. Ist es ein deutsches oder ein spanisches Sprichwort? Das interessiert Wander nicht, er macht daraus zwei Sprüche aus je einer Hälfte und lässt den Spanier ganz weg und hat so zwei neue angebliche deutsche Sprichwörter für sein Sprichwörter Lexikon daraus gemacht.)

Die Sperlinge singen's von den Dächern.
(Sperling = Spatz)

Die Spindeln fallen in die Asche.
(Ein Vorhaben oder Plan ist fehlgeschlagen.)

Die Spinne saugt Gift, die Biene Honig aus allen Blumen.

Die Spritzen kommen, wenn das Haus abgebrannt ist.

Die Stärke wächst im Geduldgarten.
Der Starke wächst im Geduldgarten.
Stärke wächst im Geduldgarten am besten.

Die Steine auf der Gasse reden davon.

Die Sterben für Gewinn achten, sind schwer zu besiegen.

Die Stiege hinauffallen kostet die Elle drei Batzen.

Die Stimme ist größer als der Mann.

Die Stimme seines Gewissens sprach so laut, dass die Nachbarn im Schlaf gestört wurden.

Die Störche fliegen hoch und tragen im Schnabel Kröten und Schlangen.

Die Sünde büßt sich selbst.

Die Sünde geht süß ein, aber bitter wieder aus.

Die Sünde ist von Natur ein Gift der Seele, eine Angel des Todes und ein Brandschein des Zornes Gottes.

Die Sünden gehen mit Lachen ein, mit Weinen wieder aus.

Die Suppe, die man sich einbrockt, muss man auch auslöffeln.
Man muss die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat.
Wer die Suppe eingebrockt, muss sie auch ausessen.
(Nicht nur in die Suppe wird etwas eingebrockt, sondern überall wird es versucht. Meist wird versucht, die Suppe andere auslöffeln zu lassen, aber seit mehreren Jahrhunderten ist man sich in fast allen Sprichwörtersammlungen in etlichen Varianten einig, wer etwas einbrockt, soll es selbst auslöffeln.→ „ Hast du es eingebrockt, so musst du es auch ausessen.“ Das bedeutet, negative Folgen und Verantwortung für Handlungen und Entscheidungen soll jeder selbst tragen, mit allen resultierenden Folgen. Gleiches gilt auch für den Brei, den man selbst gekocht hat. Die Wirklichkeit sieht teilweise anders aus, wie der Dieselskandal zeigt, bei dem die Dieselfahrzeugkäufer die Suppe auslöffeln sollen, die die Autoindustrie mit der Schummelsoftware eingebrockt hat.)

Die Suppe in eines andern Schüssel ist allezeit feister.
(feister = besser)

Die Suppe ist versalzen, du bist verliebt.

Die süßesten Trauben hängen am höchsten.