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Deutsche Sprichworte
Über 15.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
El bis Er
Elendiglich ausgesehen ist genug gebeten.

Elend ist unbegrabener Tod.

Elternliebe ist oft Affenliebe.

Eltern sollen den Zaum, solange sie leben, nicht aus den Händen geben.

Eltern verachten ist ein Stück von einem gottlosen Menschen.

Ende gut, alles gut.
(Sprichwort mit der gleichen Bedeutung in Russland: Alles ist gut, was gut endet.)

Endlich bleibt nicht ewig aus.

Endlich ist nicht ewig.

Enge Schornsteine ziehen besser als weite.

England ist der Weiber Paradies, der Knechte Fegefeuer und der Pferde Hölle.

Eng Recht ist ein weit Unrecht.

Eng und wohl ist besser als weit und wehe.

Entbehr und genieße.

Entfloh`ner Augenblick kommt nie mehr zurück.

Entschuldigen sie, sagte der Teufel und gab einem einen Fußtritt.

Entweder, oder!

Entzwei und gebiete.
Er barbiert jemanden über den Löffel.
(Sprichwort in Polen mit ähnlicher Bedeutung: Er seift jemandem die Augen ein.)

Erbarmen heißt verarmen.

Er bedarf keiner Brille, der wohl durch die Finger sieht.
(Wer durch die Finger sieht, sieht nicht so genau hin und drückt ein Auge zu. Er rügt nicht jede Kleinigkeit und sieht großmütig über kleine Fehler hinweg ohne sie zu beachten.)

Er bessert sich wie der Pelz im Waschen.

Er bessert sich wie der Riemen im Feuer.

Er bessert sich wie junge Wölfe.

Er bessert sich wie Kolers Most, der ist Essig worden.

Er bessert sich wie sauer Bier.

Erbettelter Pfennig ist besser denn gestohlener Taler*30.

Erbherr, Oberherr.

Er bietet es an wie sauer Bier.

Er bindet Gott einen flächsernen Bart um.
(Mit Scheinheiligkeit und falschen Behauptungen wird Betrug begangen.)

Er bläst kalt und warm aus einem Munde.
Er bläst warm und kalt aus einem Munde.

Er bleibt aus wie Röhrwasser.

Er bleibt bei dem Mann wie der Has(e) bei dem Hunde.

Er bleibt bei seinen Worten wie der Hase bei der Trommel (bei seinen Jungen).

Er bleibt bei seinen Worten wie ein Pelz auf dem Ärmel.

Er bleibt lang aus, der nicht kommt.

Er bohrt gern Löcher in andrer Leute Haut.

Er brät den Hering wegen des Rogens.
(Mit der Wurst nach dem Schinken werfen, kleine Opfer bringen wegen eines größeren Vorteils.)

Er brockt mehr ein, als zehn ausessen können.

Erbschaft ist oft kein Gewinn.

Er bummelt wie eine fette Gans.

Er darbt`s am Halse und frisst`s selber.

Er darf nicht Kiefen kaufen, sein Weib gibt ihm zu Weihnachten genug.
(Aus dem Altdeutschen: Kiefen, Kieferbsen (auch Küfen) = grüne Erbsen in Schoten; kiefen (auch küfen) = keifen, zanken oder mühsames kauen. Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird.)

Er darf sich sehen lassen, wie finster es auch ist.

Er denkt drei Meilen*20 hinter Gott.

Er denkt länger als seine Mutter.

Er denkt nicht, dass Dreck sein Vetter ist.

Er dreht die Bolzen und lässt andere schießen.

Erfahren kommt mit den Jahren.

Erfahren wir`s nicht neu, so erfahren wir`s doch alt.

Erfahr`s, so wirst du klug.

Er fährt hinein wie der Bauer in die Stiefel.

Erfahrung geht vor Unterricht.

Erfahrung ist das, was man kriegt, wenn man nicht bekommt, was man will.


Erfahrung ist der Narren Vernunft.

Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.

Erfahrung ist eine teure Schule.


Erfahrung ist ein langer Weg und eine teure Schule.


Erfahrung ist Meister.

Erfahrung macht klug.

Erfahrung trügt nicht.


Er findet jeder Flasche den Stöpsel.
(Das Sprichwort bezeichnet einen Vorwitzigen, der meint, alles zu wissen und zu können.)

Er flickt andern die Schuh und geht selber barfuß.

Er flieht den Rauch und fällt ins Feuer.

Erfolg bindet, Misserfolg trennt.

Er fragt den Wirt, ob er guten Wein hat.

Er fragt, ob man's noch tue.

Er fragt viel darnach, was das Korn gelte!

Er freit die Person und meint das Geld.

Er frisst Hobelspäne und sch– Tannenbord.

Er gäbe Gott und allen seinen Heiligen nicht einen Heller*14.

Er gab' einen guten Kriegsmann ab, hinter dem Ofen.

Er gehört zur verlornen Schildwache.

Er geht beim Teufel zur Beichte.
(Er verrät Geheimnisse den Feinden.)

Er geht darüber hin wie der Hahn über die Kohlen.

Er geht drei Heller*14und schnaubt sieben Batzen*2.

Er geht durch den Wald und sieht keine Bäume.
(Jemand ist so zerstreut, dass er das Wesentliche nicht erkennt.)


Er geht nicht gern bei einem Leinfeld vorüber.
(Damit ist der Dieb gemeint, der an den Hanf oder Leinen denkt, aus dem der Strick gemacht wird, um ihn aufzuhängen.)

Er gewinnt das Kratzen hinter den Ohren.

Er gibt gern - seinem Maul, wenn ihn hungert.

Er gibt gern zu essen, aber nur seinen Schweinen.

Er gibt mit dem Mund, aber die Hände halten fest.

Er gibt nicht gerne mehr, als er im Auge leiden kann.

Er grüßt gern, wo unser Herrgott einen Arm herausstreckt.

Erhalten ist schwerer als erwerben.

Erhalten ist so löblich, als erwerben.

Er hält ihm den Daumen.

Er hält's mit den kurzen Gänsefedern.

Er hängt der Katze die Schelle um.
(Er setzt alle über eine Sache in Kenntnis.)

Er hat alle Sinne bis auf fünf.

Er hat dem Schulmeister einmal guten Morgen geboten.

Er hat den Flicken neben das Loch gesetzt.
Er hat den Platz neben das Loch gesetzt.

Er hat den rechten Schlüssel zur Harfe gefunden.

Er hat den Wolf zur Schafherde gestellt.
(Gleiche Bedeutung wie: Den Bock zum Gärtner setzen.)

Er hat der Sehnen mehr an seiner Geige.

Er hat die Gicht im Daumen.

Er hat die Weisheit mit Schaumlöffeln gegessen.

Er hat drei Buchstaben auf einem Lebkuchen gegessen.

Er hat ein Buch durch ein Nachbarloch gesehen.

Er hat einen anschlägigen Kopf, wenn er die Treppe herunterfällt.

Er hat einen Christoffel, der ihn übers Wasser trägt.

Er hat einen Deckel auf dem Kopf.
(Man ist ertappt worden und wird zur Verantwortung gezogen, muss für mögliche Schäden haften.)

Er hat einen Korb bekommen.

(Sein Antrag ist ablehnt worden.)


Er hat einen Lappen als Wappen auf dem A–.

Er hat einen pommerischen Magen, er kann Kieselsteine vertragen.

Er hat ein Leben wie Gott in Frankreich.

Er hat ein Loch zurückgesteckt.

Er hat ein Maul, man sollte besch– Windeln drin waschen.

Er hat ein scharf Gesicht, er sieht durch eine eichene Tür.

Er hat ein Schelmenbein im Rücken.

Er hat ein Stück vom Schulsack gefressen.

Er hat es im Griff wie der Bettler die Laus.

Er hat Geld wie Heu, nur nicht so lang.

Er hat gewiss Vögel unterm Hut, dass er nicht grüßt.

Er hat ihm eine Perle aus der Krone gestoßen.

Er hat keinen Löffel dabei zu waschen.

Er hat läuten gehört, aber nicht zusammenschlagen.

Er hat läuten gehört, weiß aber nicht, wo die Glocken hangen.

Er hat Lunte gerochen.
(Bei den ersten Schusswaffen oder bei Sprengungen mussten die Ladungen mit einer Zündschnur, der Lunte, gezündet werden. Das langsame Abbrennen dieser Lunte konnte man bei günstigem Wind riechen und sich vor dem Schuss oder der Explosion in Sicherheit bringen. Wer Lunte riecht, kann sich so meist vor der drohenden Gefahr in Sicherheit bringen. Das Sprichwort meint heute nicht mehr Schusswaffen, die inzwischen ohne Lunte funktionieren, sondern jede von anderen drohende Gefahr.)

Er hat mehr auf dem Balg, als das Fleisch wert ist.

Er hat mehr in sich, als ein leerer Hering.
(Es gibt einen tieferen Sinn, als oberflächig zu erkennen ist.)

Er hat mit guten Zähnen übel zu beißen.

Er hat Mosen und die Propheten.

Er hat noch große Rosinen im Sack.

Er hat nur zwei Hände, eine zum Nehmen, eine zum Behalten; die zum Geben fehlt ihm.

Er hat Quecksilber im Hintern.

Er hat Rudolfs Redlichkeit [Ehrlichkeit] (nicht).
(Rudolf I. war von 1273 bis 1291 der erste römisch-deutsche König aus dem Hause Habsburg und beendete die Zeit des „Interregnums“. Er war für seine Redlichkeit und Verlässlichkeit bekannt, die andere vor und nach ihm nicht hatten. Wer sein Wort gab und es nicht hielt, der hatte Rudolfs Redlichkeit oder Ehrlichkeit nicht. Wer zu seinem Wort stand, hatte sie.)

Er hat's am Schnürchen.

Er hat Schultheißen-Ohren.

Er hat Schwalben unterm Hute, dass er nicht grüßen darf.

Er hat seinen Meister gefunden.
(Sprichwort mit der gleichen Bedeutung in Polen: Da traf die Sense auf den Stein.)

Er hat sein Gütlein unter der Nase vergraben.

Er hat sein Schäfchen im trocknen.

Er hat's faustdick hinter den Ohren.

Er hat sich breitschlagen lassen.

Er hat sich der Welt abgetan und zu den Leuten bekehrt.

Er hat sich selber die Rute auf den Rücken gebunden.

Er hat sich zur Ruh gesetzt und ist Bote geworden.

Er hat um eine Note zu hoch gesungen.

Er hat viel zu schaffen und wenig auszurichten.

Er hat viel zu schaffen, und wenig ist ihm befohlen.

Er hat vor der Taufe geniest.
(Ein Sprichwort aus dem Aberglauben. Angeblich soll ein Kind, dass vor der Taufe niest, ein überkluges oder altkluges Kind werden. Nach einem anderen Aberglauben muss man sogleich „Helfgott“ sagen, sonst kommt der Teufel und tauscht das Kind gegen einen Wechselbalg aus. Noch andere behaupten, wenn Kinder bei der Taufe schreien, werden sie nicht sehr alt. Aberglaube, aus dem sich auch heute noch jeder das heraussucht, woran einer glauben will.)

Er hat was um und an, zu beißen und zu brocken.

Er hat, was vor dem Daumen hergeht.

Er hat weder Geschick noch Gelenk.

Er hat wohl was, wenn der arme Kaiser nur was hätte.

Er hat zu schaffen wie Meta, die drei Bohnen auf dem Feuer hatte und sich nicht Zeit ließ, eine zu kosten.

Er hebt den Löffel auf und zerbricht die Schüssel.

Er heult mit den Wölfen im Busch (Wald) und blökt mit den Schafen im Felde.

Erholung tut Leib und Seele wohl.


Er hört die Flöhe husten.

Er hört gern mit der Sauglocke läuten.

Er hört wie ein Esel auf die Leier.
(Menschen ohne Bildung können sich kein Urteil über Dinge machen, von denen sie nichts verstehen.)


Er irrt sich wie Johann Niklas sein Kater: als er meinte, er säß' auf der Katze, saß er auf einem Torfkuchen.

Er ißt das Zicklein, eh die Geiß gelammt hat.

Er isst keine Schuhnägel.

Er ist am kurzen Atem gestorben.

Er ist auf dem Rücken zur Kirche gegangen.

Er ist aus Saulus worden ein Paulus.

Er ist aus Schilda!

Er ist bei der Hand wie der Spieß hinter der Türe.

Er ist darauf erpicht wie der Teufel auf eine arme Seele.

Er ist das fünfte Rad am Wagen.

Er ist dazu gekommen, wie der Hund zur Bratwurst.

Er ist dazu gekommen wie Pilatus ins Credo.

Er ist dem Teufel aus der Bleiche gelaufen.

Er ist der erste Edelmann von seinem Geschlecht.

Er ist Doktor, sie ist Meister.

Er ist eben nur so viel gesalzen, dass er nicht faule.

Er ist eigen wie Johann Fink, der wollte nicht am Pranger stehen.

Er ist eine Sonnenuhr, zeigt nur, solange die Sonne scheint.

Er ist ein gewanderter Gesell, einmal zu Markt, zweimal zur Mühle und dreimal zu Bade gewesen.

Er ist ein guter Narr, ich wollte Holz auf ihm hacken.

Er ist ein Hund, wenn er nur einen Schwanz hätte.

Er ist ein kluger Maler, geraten ihm die Engel nicht, so macht er Teufel daraus.

Er ist ein Narr, wenn er gleich die Stube voll Geld hätte.

Er ist ein Neidkragen.

Er ist ein Pfeilbeißer.
(Er ist ein scheinheiliger Heuchler.)


Er ist ein Prophet, der Brot isst.

Er ist fertig bis aufs Leimen.

Er ist Gott einen armen Mann schuldig.

Er ist gut nach dem Tode zu schicken.

Er ist in der Kluppe wie eine Laus zwischen zwei Daumen.

Er ist in Harnisch gebracht.
(Er ist zornig und aufgebracht geworden.)

Er ist in Rom gewesen und hat den Papst nicht gesehen.
(Das bedeutet, man ist an einem Ort gewesen und hat das wichtigste, sehenswerteste und eindrucksvollste seiner Art an dem Ort nicht gesehen. Wenn einem das Beachtenswerteste seiner Art entgangen ist, ist es so, als wäre man nicht dort gewesen.)

Er ist kein Kaufmann, er bietet die Hälfte.

Er ist kein Leckermaul, frisst auch roh und faul.

Er ist lange hier gewesen und kennt noch keine Gasse, darin er nicht schuldig ist.

Er ist Meister, wenn sie nicht daheim ist.

Er ist mild auf der nehmenden Seite, auf der andern aber hart.

Er ist mir verwandt, aus der neunten Suppe ein Tünklein.

Er ist mit allen Hunden gehetzt.

Er ist mit der Pelzkappe geschossen.

Er ist mit einer Sau durch die Schule gelaufen.

Er ist mit Schelm gefüttert.

Er ist nicht der Letzte, wenn er vorangeht.

Er ist nicht so gar voll Schellen als ein Schlittengaul.

Er ist nicht von Gebingen, sondern von Nehmingen.

Er ist nicht wert eine Prise Tabak.
(Ähnlich in Polen: Er ist dunkel, wie der Tabak im Horn. Wer mit dem Sprichwort gemeint wird, mit dessen Verstand ist es nicht weit her. Er ist ein Narr oder Dummkopf.)

Er ist niemand mehr schuldig als Herrn Jedermann.

Er ist noch gelb um den Schnabel.

Er ist noch nicht trocken hinter den Ohren.

Er ist nur eben so viel gesalzen, dass er nicht faule.

Er ist reich daheim, weiß aber sein Haus nicht.

Er ist seiner Protektion milder denn seiner Gaben.

Er ist sein so mild wie St. Lienhard seines Eisens: er gibt es niemand, es stehl' es ihm denn ein Dieb.

Er ist so faul, dass ein anderer für ihn niesen muss, wenn er schnupft.

Er ist so klug, er hört das Gras wachsen.

Er ist so weit gereist, dass er immer noch gerochen, ob seine Mutter Kuchen buk.

Er ist Storch und Klappermaul.

Er ist unmäßiger als 's Käterli Künzli, die saß neun Jahr in einer Badstube zu Haus und hatte nie Zeit, sich zu waschen.

Er ist unterm Besen getraut.
(Er ist ohne kirchlichen Segen getraut.)

Er ist verstockt wie der linke Schacher.

Er ist vom Regen in die Traufe gekommen.
(Ein schlimmer Zustand wird noch weiter verschlimmert, der Unglückliche wird noch unglücklicher oder wenn man erst kein Glück hat kommt auch noch Pech dazu.)


Er ist vom Rost in die Glut gefallen.

(Aus dem Regen in die Traufe.)


Er ist von dem Adel, der die Nas am Ärmel wischt.


Er ist weder Fuchs noch Hase.

Er ist wie der Hanswurst im Trauerspiel.

Er ist wie der Zeiger an der Uhr, er geht, wie man ihn stellt.

Er ist worden rot, nun hat es keine Not.

Er ist zufrieden titulo pro vitulo (der Titel des Stiers).

Er ist zwischen dem Brotschrank und der Molkenkammer groß geworden.

Er jagt dem Wolf das gefressene Schaf ab.

Er kam dazu wie der Hund zur Bratwurst.

Er kam gezogen wie die Flieg aus der Buttermilch.

Er kann durch ein Brett sehen, wenn`s ein Loch hat.

Er kann einer Laus ein Paar Stelzen machen.

Er kann gut Rinken gießen.
(Rinken, Kesselrinken = alte Bezeichnung für einen Kesselring. Ein Griff am Kessel, der lose und beweglich oben am Kessel befestigt ist, um heiße Kessel gefahrlos greifen und transportieren zu können. Bevor es Türklingeln gab, wurden Ringe (Rinken) auch an Haustüren als Türklopfer verwendet.)

Er kann gut suchen, aber nicht gut finden.

Er kann nichts dazu, dass die Frösche keine Schwänze haben.

Er kann Pferdeeier essen, wo unsereins mit Hühnereiern vorlieb nehmen muss.

Er kann's kleine Hexenwerk - und's große treibt er.

Erkannter Irrtum führt zur Wahrheit.

Er kann vor Gewinn nicht reich werden.

Er kann weder gatzen noch Eier legen.
(gatzen = gackern, schnattern, schwätzen, stottern, stockend sprechen.)

Er kann weder singen noch sagen.

Er kauft bei reichen Jungfern Seide.

Er kauft den Haber (Hafer) von der Gans.

Er kehrt vor fremder Tür und hält seine eigne nicht rein.
Er lässt sich keine Spinne überm Maul wachsen.
Er klagt sich wie eine rinnende Pfanne.

Er klagt über den Nagelwurm und leidet am Krebs.

Er kommt aus dem Grabe und fragt nach dem Tod.
(Sprichwort auch in Frankreich)

Er kommt vom Pferd auf den Esel.

Er kommt vom schelmen auf den Dieb.

Er lässt den Schwanz hängen wie ein begossener Hund.

Er lässt die Welt auf seinem Daumen tanzen.
(Er bestimmt alles und die ganze Welt tanzt nach seiner Pfeife.)

Er lässt nichts liegen als Mühlsteine und heiß Eisen.

Er lässt sich keine Spinne überm Maul wachsen.

Er läuft darüber wie der Hahn über die Kohlen.

Er läuft davon wie's Hündlein von Bretten.
(Das bedeutet, jemand ist treu bis in den Tod und es wird im zu Lebzeiten nicht gedankt. Nach einer Version kaufte der Hund für seinen Herrn mit einem Korb alleine alles ein und bekam zum Lohn nur einen Knochen. Einmal wurde ihm von einem Schlachter der Schwanz abgeschnitten und als Geschenk für seinen Herrn in den Korb gelegt. Zurück zu Hause legte er den Korb ab und starb. In einer anderen Version rettete er seine Heimatstadt vor Feinden, die ihm dafür ebenfalls den Schwanz abschnitten. Beides in dem Buch „Badisches Sagen-Buch“, Seite 411 - 414, aus dem Jahr 1846.)

Er läuft mit der Latte (oder mit dem Hölzchen).

Er läuft wie Klaus mit Säcken.

Er lebt im Stand der geflickten Hosen.

Er lebt vom Profit und macht Staat vom Betrügen.

Er leckt die Finger darnach bis an den Ellenbogen.

Er legt gern Eier in Andermanns Nester.

Erlenholz und rotes Haar sind auf gutem Boden rar.
Erlenholz und rotes Haar sind aus gutem Grunde rar.
(Gegen rote Haare und Bärte gab es schon immer unbegründete Vorurteile. Im Zweifel oder bei unbekannter Ursache waren immer andere Schuld, oder anders aussehende. Da rote Haare und Bärte im Vergleich zu anderen Haarfarben eine Minderheit sind (nur ca. 2 %), war und ist es einfach, ihnen für alles Unglück oder Schlechte die Schuld zu geben. Gegen Vorurteile helfen die besten Beweise nichts, sieh heute in der Politik und den Parteien! Meist schreien diejenigen „Lügenpresse“, die selbst die größten Unwahrheiten verbreiten. Viele Menschen versuchen auch heute noch andere für eigenes Versagen oder Unvermögen haftbar zu machen, auch wenn es nur die Aufdeckung eigener Täuschungsversuche ist.)

Er liegt in der Andacht wie der Pfaff vor dem Palmesel.

Er liest gern in Büchern, wo man die Blätter mit dem Knie umwendet.

Er lobt den Storch, damit er ihm übers Jahr rote Schuhe bringe.

Er lobt sich, weil seine Nachbarn nicht zu Hause sind.

Er lohnt ihnen wie der Henker.

Er lügt das Blaue vom Himmel herunter.

Er lügt, wie wenn`s gedruckt wär`, und stiehlt, wie wenn`s erlaubt wär`.


Er macht aus einem F– einen Donnerschlag.

Er macht den Kalender fürs verwichene Jahr.

Er macht's wie der Bäcker, der steckt das Brot in den Ofen und bleibt selber draußen.

Er macht's wie der Truthahn in Dresden; spricht er nicht, so denkt er desto mehr.

Er macht's wie Fuggers Hund.

Er mag sich nicht bücken, ihm steckt ein Schelmenbein im Rücken.

Er malt schwarz und weiß aus einem Tiegel.

Er meint, er sei des großen Hunds Großvater.

Er möchte wohl den Schild zu den Brüdern hängen.

Er muss das Mus essen.

Er muss ein scharf Gesicht haben, der eine Jungfrau kennen soll.

Er muss es hinnehmen, als wenn ihn ein Hund gebissen hätte.

Er muss Hunde führen bis Bautzen.

Er muss Lehrgeld geben, sagen die Spieler.

Er nagt immer an einem Knochen herum.
(Er bleibt immer bei derselben Sache und wiederholt sich dauernd.)

Er nähme bis an die Hölle zu, und wenn ihm die Haare und die Beine brennten, so nähme er doch.

Er nährt sich aus dem Stegreif wie ein Müller.

Er nimmt kein Blatt vors Maul.

Er nimmt's überhaupt, wie der Teufel die Bauern.

Er nimmt zu – wie ein Schürstecken.

Ernst und Scherz sind oft Nachbarn.

Ernst mit Scherz trifft das Herz.


Er passt gut ins Schlaraffenland, da gibt man einem fürs Schlafen ein Pfund die Stunde.
(Mit Pfund ist ein Geldbetrag gemeint.)

Er prangt wie die Laus auf einem Samtkragen.

Er putzt gern das Licht, er wird wollen ein schön Weib haben.

Er redet von der Sach wie der Blinde von der Farb.

Er reist wie des Müllers Karren: Der kommt allabends wieder zu Haus.

Er reitet einen bösen Esel: das Geckenpferd.

Er rennt mit dem Kopf gegen die Wand.
(Man versucht etwas Unmögliches und stößt sich den Kopf an unüberwindlichen Hindernissen.)

Errette einen Dieb vom Galgen, so wird er dir zum Ersten den Hals brechen.

Er richtet gern an - aus andrer Leute Häfen*12.

Er riecht nach Moschus wie der Teufel nach Muskaten.

Er riecht nach zwei Mal Sieben.

Er rühmt sich, dass er Milch geben möchte.

Er rührt's durcheinander wie der Sudelkoch allerlei Brühen.

Er sagt immer ja, damit er kein krummes Maul mache.

Er sagt: Wollt ihr's lassen, so lasst's, wo nicht, so lasst's bleiben.

Er sammelt die Asche und verstreut das Mehl.

Er sattelt den Ochsen und koppelt die Pferde.

Er schaut mit scheelen*25 Augen.

Er scheint sehr simpel, ist gleich sein Mantel doppelt.

Er schickt sich wie der Esel zum Lautenschlagen.

Er schimpft wie ein Rohrsperling (Rohrspatz).

Er schindet die Laus des Balges wegen.

Er schlägt auf den Sack und meint den Esel.

Er schlägt einen Esel heraus und zehn herein.

Er schlägt nichts aus als Stöß und Schläge

Er schlägt sich an einen goldenen Galgen.

Er schlug zwei Fliegen unter einer Klappe.

Erschrockener Feind ist auch erschlagen.

Erschrockene sind schon halb geschlagen.

Er schüttelt es ab wie der Hund den Regen.

Er schüttelt mit dem Kopfe, als hätte er Wasser in den Ohren.

Er schüttet den Brunnen zu, wenn das Kalb ertrunken ist (das Kind in den Brunnen gefallen ist).
(Erst, wenn es zu spät ist und das Unglück passiert ist, wird etwas für die Sicherheit getan.)

Er segnet sich zuerst wie die Pfaffen.

Er setzt den Bock auf die Haberkiste (Haferkiste).

Er sieht, als hätt' er Senf gegessen; wenn er lacht, fällt ein Turm um.

Er sieht anderer Leute Splitter, aber nicht seine eigenen Balken.

Er sieht aus wie der Tod zu Basel.

Er sieht, dass die Milch davon sauer wird.

Er sieht den Rauch und weiß nicht, wo es brennt.

Er sieht den Wald vor Bäumen nicht.

Er sieht die Stadt vor Häusern nicht.

Er sieht durch die Finger.
(Wer durch die Finger sieht, sieht nicht so genau hin und drückt ein Auge zu. Er rügt nicht jede Kleinigkeit und sieht großmütig über kleine Fehler hinweg ohne sie zu beachten.)

Er sieht einem Schelm gleicher als einem Entvogel.

Er sieht einen weißen Hund für einen Bäckersknecht an.

Er sieht gern tanzen, aber mit den Zähnen nicht.

Er sieht's an wie die Kuh ein neu Scheuertor*28.

Er sieht's der Kuh am A– an, was die Butter in Mainz gilt.

Er sieht sich um wie ein Hund, der das Fleisch aus dem Topfe gestohlen hat.

Er sieht so scharf als ein fränkischer Reiter: Der sah durch neun Kittel, wo Geld stecke.

Er sitzt wie eine Laus zwischen zwei Nägeln.

Er sitzt wie eine Made im Speck.
(Das bedeutet, man sitzt im Wohlstand und kann gut leben, da man von allem genug hat.)

Er sitzt zwischen zwei Stühlen in der Asche.

Er soll Vergebung seiner Sünden finden, wenn der Teufel sie erlangt.

Er spannt die Ochsen hinter den Pflug.

Erspart ist auch erobert.

Erspart ist so gut als erworben.

Er spielt Nummer sicher.

Er spricht aus zwei Mündern.
(Er ist unaufrichtig und spricht so, wie der eigene Vorteil es gerade will.)

Erst besinn's, dann beginn's.


Erst den Balken aus dem eigenen Auge und dann den Splitter aus des Nachbars Auge.

Erst der Magen, dann der Kragen.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Erst die Last, dann die Rast.


Erst die Pfarre, dann die Quarre.
(Quarre = aus dem Niederdeutschen: eine quarrende Person, weinerliches Kind; zänkische Frau. Das Sprichwort bedeutet, man braucht erst eine feste Anstellung, ein Auskommen, bevor man sich eine Frau nehmen kann. Es kann auch als Warnung dienen, vor verfrühten (un)ehelichen Freuden, aus denen kleine und viel weinende Kinder entstehen. Für einen Geistlichen gesagt, bedeutet es, er muss die Witwe des Amtsvorgängers heiraten, um die Pfarrstelle zu erhalten.)

Er steckt das Messer neben die Scheide.

Er steckt einen Stock ins Rad.
(Er schadet und behindert andere, indem er Knüppel zwischen die Beine wirft.)

Er steckt Reifen auf, wenn kein Bier mehr im Keller ist.

Er steckt voll Lurren und Schnurren.

Er steht bei der Wahrheit wie der Has bei der Pauke.

Er steht da wie St. Näf mit dem steinernen Mantel.
(Sprichwort in der Schweiz: Er steht da wie St. Näf mit dem steinernen Hosenladen.)

Er steht in Gnaden, wie der Weihkessel hinter der Tür.

Er steht wie Butter an der Sonne.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Erst gerecht, dann wohltätig.

Erst guter Wein, und wenn die Leute trunken sind, der schlechte, ist Wirtspraktik.

Erst in der Gefahr merkt man, was am Manne war.

Erst in Gefahr lässt sich erkennen, wen man in Wahrheit Freund kann nennen.


Er stirbt sine lux sine crux.

Erst kneten, dann backen.

Erst komm ich und wieder ich und nochmals ich, und dann kommen die andern noch lange nicht.

Erst Näschen haben, dann Prischen nehmen.

Erst Pater, dann Mater, dann der ganze Konvent.

Erst prächtig, jetzt verächtlich.

Erst reich werden, dann Gott dienen.

Erst schmeicheln, dann kratzen, das schickt sich für Katzen.

Erst schmieren sie dich mit Honig ein, dann fressen sie dich hinterdrein.

Erst wäg's, dann wag's.

Erwäg's, dann wag's.

Erst wenn der Brunnen ausgetrocknet ist, weiß man das Wasser zu schätzen.

Erst, wenn der Brunnen trocken ist, schätzt man das Wasser.

Er sucht den Esel und sitzt darauf.

Er sucht eine Stecknadel im Heuhaufen.

Er sucht und bittet Gott, dass er nicht finde.

Er taugt weder zu sieden, noch zu braten.

Er traf den Hirsch - mit einer Kugel in die hintere Klau und durch beide Ohren hinaus.

Er trägt das Licht mit Körben an den Tag.
(Er vergeudet nutzlos seine Zeit)

Er trägt die Kirche ums Dorf.

Er trägt ein Scheit im Rücken.

Er traut seinen Schenkeln mehr als seinen Händen.

Er treibt die Hunde aus und geht selbst mit.

Er tut, als wär' der Papst sein ärmster Vetter.

Er übersieht`s wie der Blinde das Dorf.

Er verkauft Blei für Gold.

Er verspricht goldene Berge und ist keinen Heller wert.

Er wächst wie die reife Gerste.

Erwäg's, dann wag's.

Er wartet des Eis und lässt die Henne fliegen.

Er wechselt den Balg und behält den Schalk.

Er weiß so viel davon wie die Kuh vom Sonntage.

Er weiß, was Bisam ist und was Marderdreck.

Er weiß weder Gicks noch Gacks.

Er weiß, wie man die Kastanien aus dem Feuer holt (aus den Kohlen nimmt).
(Man lässt andere gefährliche Arbeiten erledigen und sich die Finger verbrennen.)

Er weiß, wo das Gold im Rheine liegt.

Er weiß, wo der Teufel den Schwanz hat.

Er weiß, wo der Teufel sein Nest hat.

Er weiß, woher das Wasser zur Mühle fließt.

Er weiß wohl, was er noch am Rocken*24 hat.

Er wetzt mehr den Schnabel als den Säbel.

Er will andrer Leute Ratten fangen und fängt sich selber nicht die Mäuse.

Er will den Bock melken.

Er will fliegen, eh er flügg ist.

Er will Gott und Teufel in ein Glas bannen.

Er will mit einer Tochter zwei Eidame*8 beraten.

Er will mit Stiefeln und Sporen in den Himmel.

Er will nach Rom und fährt den Rhein hinunter.

Er will seinen Vater lehren Kinder machen.

Er will überall mit im Troge liegen.

Er will uns weismachen, Gott heiße Gerhard.

Er wird den Rinken auch an der Türe lassen!
(Rinken, Kesselrinken = alte Bezeichnung für einen Kesselring. Ein Griff am Kessel, der lose und beweglich oben am Kessel befestigt ist, um heiße Kessel gefahrlos greifen und transportieren zu können. Bevor es Türklingeln gab, wurden Ringe (Rinken) auch an Haustüren als Türklopfer verwendet.)

Er wird ein gelehrter Kauz werden, wenn er unter die Stoßvögel kommt.

Er wird seine fünfzehn Heller*14 schon kriegen.

Er wirft überzwerch und gewinnt kreuzweis.
(überzwerch = aus dem Mittelhochdeutschem aus Süddeutschland und Österreich: quer; über Kreuz.)

Er wollt' einen Schnitt machen und hat sich geschnitten.

Er würde einem vor der Sonne stehen, wenn er könnte.

Er würd' ein guter Schultheiß, er kann tun, was die Leute verdrießt.

Er zäumt das Pferd beim Schwanz (von hinten) auf.

Er zecht auf den alten Kaiser.

Erziehst du dir einen Raben, so wird er dir ein Aug ausgraben.
Erzieh(e)st du dir einen Raben, so wird er dir zum Dank die Augen ausgraben.

Er zieht etwas durch das Auge der Schere.
(Durch die Grifföffnung ziehen, auf unehrliche Weise Gewinn machen.)

Er zieht einem das Fell über die Ohren.
(Das bedeutet, man nimmt ihm alle seine Habe, seinen ganzen Besitz.)

Er zieht eine Schlange im Busen auf.
(Das bedeutet, man fördert jemanden und tut ihm Gutes, der sich später als undankbar herausstellt und einem möglicherweise noch Schaden zufügt.)

Er ziert die Gesellschaft wie der Bock den Marstall.

Er ziert die Gesellschaft wie der Esel den Rossmarkt.
Er ziert sein Geschlecht wie der Esel den Rossmarkt.

Er zög` einem Dieb die Hosen vom Galgen aus, wie Kunz Zwerg.

Er zündet Kerzen für den Teufel an.
(Er schmeichelt sich auf allen Seiten ein und versucht, sich auf allen Seiten, auch gegnerischen, Freunde zu machen.)