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Deutsche Sprichworte
Über 13.000 deutsche Sprichwörter auf 35 Seiten
Er bis Es h
Er barbiert jemanden über den Löffel.
(Sprichwort in Polen mit ähnlicher Bedeutung: Er seift jemandem die Augen ein.)

Erbarmen heißt verarmen.

Er bedarf keiner Brille, der wohl durch die Finger sieht.
(Wer durch die Finger sieht, sieht nicht so genau hin und drückt ein Auge zu. Er rügt nicht jede Kleinigkeit und sieht großmütig über kleine Fehler hinweg ohne sie zu beachten.)

Er bessert sich wie der Pelz im Waschen.

Er bessert sich wie junge Wölfe.

Er bessert sich wie Kolers Most, der ist Essig worden.

Er bessert sich wie sauer Bier.

Erbettelter Pfennig ist besser denn gestohlener Taler*27.

Erbherr, Oberherr.

Er bietet es an wie sauer Bier.

Er bindet Gott einen flächsernen Bart um.
(Mit Scheinheiligkeit und falschen Behauptungen wird Betrug begangen.)

Er bläst kalt und warm aus einem Munde.
Er bläst warm und kalt aus einem Munde.

Er bleibt bei dem Mann wie der Has(e) bei dem Hunde.

Er bleibt lang aus, der nicht kommt.

Er bohrt gern Löcher in andrer Leute Haut.

Er brät den Hering wegen des Rogens.
(Mit der Wurst nach dem Schinken werfen, kleine Opfer bringen wegen eines größeren Vorteils.)

Er brockt mehr ein, als zehn ausessen können.

Erbschaft ist oft kein Gewinn.

Er bummelt wie eine fette Gans.

Er darbt`s am Halse und frisst`s selber.

Er darf nicht Kiefen kaufen, sein Weib gibt ihm zu Weihnachten genug.
(Aus dem Altdeutschen: Kiefen, Kieferbsen (auch Küfen) = grüne Erbsen in Schoten; kiefen (auch küfen) = keifen, zanken oder mühsames kauen. Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird.)

Er denkt drei Meilen*20 hinter Gott.

Er denkt länger als seine Mutter.

Er denkt nicht, dass Dreck sein Vetter ist.

Er dreht die Bolzen und lässt andere schießen.

Erfahren kommt mit den Jahren.

Erfahren wir`s nicht neu, so erfahren wir`s doch alt.

Erfahr`s, so wirst du klug.

Er fährt hinein wie der Bauer in die Stiefel.

Erfahrung geht vor Unterricht.

Erfahrung ist das, was man kriegt, wenn man nicht bekommt, was man will.


Erfahrung ist der Narren Vernunft.

Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.

Erfahrung ist eine teure Schule.


Erfahrung ist ein langer Weg und eine teure Schule.


Erfahrung ist Meister.

Erfahrung macht klug.

Erfahrung trügt nicht.


Er findet jeder Flasche den Stöpsel.
(Das Sprichwort bezeichnet einen Vorwitzigen, der meint, alles zu wissen und zu können.)

Erfolg bindet, Misserfolg trennt.

Er fragt, ob man's noch tue.

Er fragt viel darnach, was das Korn gelte!

Er freit die Person und meint das Geld.

Er frisst Hobelspäne und sch– Tannenbord.

Er gäbe Gott und allen seinen Heiligen nicht einen Heller*14.

Er gab' einen guten Kriegsmann ab, hinter dem Ofen.

Er geht beim Teufel zur Beichte.
(Er verrät Geheimnisse den Feinden.)

Er geht darüber hin wie der Hahn über die Kohlen.

Er geht durch den Wald und sieht keine Bäume.
(Jemand ist so zerstreut, dass er das Wesentliche nicht erkennt.)


Er geht nicht gern bei einem Leinfeld vorüber.
(Damit ist der Dieb gemeint, der an den Hanf oder Leinen denkt, aus dem der Strick gemacht wird, um ihn aufzuhängen.)

Er gewinnt das Kratzen hinter den Ohren.

Er gibt gern - seinem Maul, wenn ihn hungert.

Er gibt gern zu essen, aber nur seinen Schweinen.

Er gibt mit dem Mund, aber die Hände halten fest.

Er gibt nicht gerne mehr, als er im Auge leiden kann.

Er grüßt gern, wo unser Herrgott einen Arm herausstreckt.

Erhalten ist schwerer als erwerben.

Erhalten ist so löblich, als erwerben.

Er hält ihm den Daumen.

Er hält's mit den kurzen Gänsefedern.

Er hängt der Katze die Schelle um.
(Er setzt alle über eine Sache in Kenntnis.)

Er hat alle Sinne bis auf fünf.

Er hat den Flicken neben das Loch gesetzt.

Er hat den rechten Schlüssel zur Harfe gefunden.

Er hat den Wolf zur Schafherde gestellt.
(Gleiche Bedeutung wie: Den Bock zum Gärtner setzen.)

Er hat die Gicht im Daumen.

Er hat die Weisheit mit Schaumlöffeln gegessen.

Er hat drei Buchstaben auf einem Lebkuchen gegessen.

Er hat ein Buch durch ein Nachbarloch gesehen.

Er hat einen anschlägigen Kopf, wenn er die Treppe herunterfällt.

Er hat einen Christoffel, der ihn übers Wasser trägt.

Er hat einen Deckel auf dem Kopf.
(Man ist ertappt worden und wird zur Verantwortung gezogen, muss für mögliche Schäden haften.)

Er hat einen Korb bekommen.

(Sein Antrag ist ablehnt worden.)


Er hat einen Lappen als Wappen auf dem A–.

Er hat einen pommerischen Magen, er kann Kieselsteine vertragen.

Er hat ein Leben wie Gott in Frankreich.

Er hat ein Loch zurückgesteckt.

Er hat ein Maul, man sollte besch– Windeln drin waschen.

Er hat ein scharf Gesicht, er sieht durch eine eichene Tür.

Er hat es im Griff wie der Bettler die Laus.

Er hat Geld wie Heu, nur nicht so lang.

Er hat ihm eine Perle aus der Krone gestoßen.

Er hat keinen Löffel dabei zu waschen.

Er hat läuten gehört, aber nicht zusammenschlagen.

Er hat läuten gehört, weiß aber nicht, wo die Glocken hangen.

Er hat Lunte gerochen.
(Bei den ersten Schusswaffen oder bei Sprengungen mussten die Ladungen mit einer Zündschnur, der Lunte, gezündet werden. Das langsame Abbrennen dieser Lunte konnte man bei günstigem Wind riechen und sich vor dem Schuss oder der Explosion in Sicherheit bringen. Wer Lunte riecht, kann sich so meist vor der drohenden Gefahr in Sicherheit bringen. Das Sprichwort meint heute nicht mehr Schusswaffen, die inzwischen ohne Lunte funktionieren, sondern jede von anderen drohende Gefahr.)

Er hat mehr auf dem Balg, als das Fleisch wert ist.

Er hat mehr in sich, als ein leerer Hering.
(Es gibt einen tieferen Sinn, als oberflächig zu erkennen ist.)

Er hat Mosen und die Propheten.

Er hat noch große Rosinen im Sack.

Er hat nur zwei Hände, eine zum Nehmen, eine zum Behalten; die zum Geben fehlt ihm.

Er hat Rudolfs Redlichkeit [Ehrlichkeit] (nicht).
(Rudolf I. war von 1273 bis 1291 der erste römisch-deutsche König aus dem Hause Habsburg und beendete die Zeit des „Interregnums“. Er war für seine Redlichkeit und Verlässlichkeit bekannt, die andere vor und nach ihm nicht hatten. Wer sein Wort gab und es nicht hielt, der hatte Rudolfs Redlichkeit oder Ehrlichkeit nicht. Wer zu seinem Wort stand, hatte sie.)

Er hat Schwalben unterm Hute, dass er nicht grüßen darf.

Er hat seinen Meister gefunden.
(Sprichwort mit der gleichen Bedeutung in Polen: Da traf die Sense auf den Stein.)

Er hat sein Gütlein unter der Nase vergraben.

Er hat sein Schäfchen im trocknen.

Er hat`s faustdick hinter den Ohren.

Er hat sich breitschlagen lassen.

Er hat sich selber die Rute auf den Rücken gebunden.

Er hat um eine Note zu hoch gesungen.

Er hat was um und an, zu beißen und zu brocken.

Er hat, was vor dem Daumen hergeht.

Er hat weder Geschick noch Gelenk.

Er hat wohl was, wenn der arme Kaiser nur was hätte.

Er hebt den Löffel auf und zerbricht die Schüssel.

Er heult mit den Wölfen im Busch (Wald) und blökt mit den Schafen im Felde.

Erholung tut Leib und Seele wohl.


Er hört die Flöhe husten.

Er hört gern mit der Sauglocke läuten.

Er hört wie ein Esel auf die Leier.
(Menschen ohne Bildung können sich kein Urteil über Dinge machen, von denen sie nichts verstehen.)


Er irrt sich wie Johann Niklas sein Kater: als er meinte, er säß' auf der Katze, saß er auf einem Torfkuchen.

Er ist am kurzen Atem gestorben.

Er ist aus Saulus worden ein Paulus.

Er ist darauf erpicht wie der Teufel auf eine arme Seele.

Er ist dazu gekommen wie Pilatus ins Credo.

Er ist der erste Edelmann von seinem Geschlecht.

Er ist Doktor, sie ist Meister.

Er ist eben nur so viel gesalzen, dass er nicht faule.

Er ist eigen wie Johann Fink, der wollte nicht am Pranger stehen.

Er ist ein guter Narr, ich wollte Holz auf ihm hacken.

Er ist ein Hund, wenn er nur einen Schwanz hätte.

Er ist ein kluger Maler, geraten ihm die Engel nicht, so macht er Teufel daraus.

Er ist ein Narr, wenn er gleich die Stube voll Geld hätte.

Er ist ein Pfeilbeißer.
(Er ist ein scheinheiliger Heuchler.)


Er ist fertig bis aufs Leimen.

Er ist Gott einen armen Mann schuldig.

Er ist in der Kluppe wie eine Laus zwischen zwei Daumen.

Er ist in Harnisch gebracht.
(Er ist zornig und aufgebracht geworden.)

Er ist in Rom gewesen und hat den Papst nicht gesehen.
(Das bedeutet, man ist an einem Ort gewesen und hat das wichtigste, sehenswerteste und eindrucksvollste seiner Art an dem Ort nicht gesehen. Wenn einem das Beachtenswerteste seiner Art entgangen ist, ist es so, als wäre man nicht dort gewesen.)

Er ist kein Kaufmann, er bietet die Hälfte.

Er ist kein Leckermaul, frisst auch roh und faul.

Er ist Meister, wenn sie nicht daheim ist.

Er ist mild auf der nehmenden Seite, auf der andern aber hart.

Er ist mir verwandt, aus der neunten Suppe ein Tünklein.

Er ist mit allen Hunden gehetzt.

Er ist mit der Pelzkappe geschossen.

Er ist nicht der Letzte, wenn er vorangeht.

Er ist nicht von Gebingen, sondern von Nehmingen.

Er ist nicht wert eine Prise Tabak.
(Ähnlich in Polen: Er ist dunkel, wie der Tabak im Horn. Wer mit dem Sprichwort gemeint wird, mit dessen Verstand ist es nicht weit her. Er ist ein Narr oder Dummkopf.)

Er ist noch gelb um den Schnabel.

Er ist noch nicht trocken hinter den Ohren.

Er ist nur eben so viel gesalzen, dass er nicht faule.

Er ist reich daheim, weiß aber sein Haus nicht.

Er ist sein so mild wie St. Lienhard seines Eisens: er gibt es niemand, es stehl' es ihm denn ein Dieb.

Er ist so faul, dass ein anderer für ihn niesen muss, wenn er schnupft.

Er ist so klug, er hört das Gras wachsen.

Er ist Storch und Klappermaul.

Er ist unmäßiger als 's Käterli Künzli, die saß neun Jahr in einer Badstube zu Haus und hatte nie Zeit, sich zu waschen.

Er ist unterm Besen getraut.
(Er ist ohne kirchlichen Segen getraut.)

Er ist vom Regen in die Traufe gekommen.

(Ein schlimmer Zustand wird noch weiter verschlimmert, der Unglückliche wird noch unglücklicher oder wenn man erst kein Glück hat kommt auch noch Pech dazu.)


Er ist vom Rost in die Glut gefallen.

(Aus dem Regen in die Traufe.)


Er ist von dem Adel, der die Nas am Ärmel wischt.


Er ist weder Fuchs noch Hase.

Er ist worden rot, nun hat es keine Not.

Er ist zwischen dem Brotschrank und der Molkenkammer groß geworden.

Er kam dazu wie der Hund zur Bratwurst.

Er kam gezogen wie die Flieg aus der Buttermilch.

Er kann durch ein Brett sehen, wenn`s ein Loch hat.

Er kann einer Laus ein Paar Stelzen machen.

Er kann nichts dazu, dass die Frösche keine Schwänze haben.

Er kann Pferdeeier essen, wo unsereins mit Hühnereiern vorlieb nehmen muss.

Er kann's kleine Hexenwerk - und's große treibt er.

Erkannter Irrtum führt zur Wahrheit.

Er kann vor Gewinn nicht reich werden.

Er kann weder gatzen noch Eier legen.

Er kauft bei reichen Jungfern Seide.

Er kauft den Haber (Hafer) von der Gans.
Er lässt sich keine Spinne überm Maul wachsen.
Er klagt sich wie eine rinnende Pfanne.

Er klagt über den Nagelwurm und leidet am Krebs.

Er kommt aus dem Grabe und fragt nach dem Tod.
(Sprichwort auch in Frankreich)

Er kommt vom Pferd auf den Esel.

Er lässt den Schwanz hängen wie ein begossener Hund.

Er lässt die Welt auf seinem Daumen tanzen.
(Er bestimmt alles und die ganze Welt tanzt nach seiner Pfeife.)

Er lässt nichts liegen als Mühlsteine und heiß Eisen.

Er lässt sich keine Spinne überm Maul wachsen.

Er läuft darüber wie der Hahn über die Kohlen.

Er läuft davon wie's Hündlein von Bretten.
(Das bedeutet, jemand ist treu bis in den Tod und es wird im zu Lebzeiten nicht gedankt. Nach einer Version kaufte der Hund für seinen Herrn mit einem Korb alleine alles ein und bekam zum Lohn nur einen Knochen. Einmal wurde ihm von einem Schlachter der Schwanz abgeschnitten und als Geschenk für seinen Herrn in den Korb gelegt. Zurück zu Hause legte er den Korb ab und starb. In einer anderen Version rettete er seine Heimatstadt vor Feinden, die ihm dafür ebenfalls den Schwanz abschnitten. Beides in dem Buch „Badisches Sagen-Buch“, Seite 411 - 414, aus dem Jahr 1846.)

Er läuft mit der Latte (oder mit dem Hölzchen).

Er läuft wie Klaus mit Säcken.

Er lebt im Stand der geflickten Hosen.

Er leckt die Finger darnach bis an den Ellenbogen.

Er legt gern Eier in Andermanns Nester.

Erlenholz und rotes Haar sind auf gutem Boden rar.
Erlenholz und rotes Haar sind aus gutem Grunde rar.
(Gegen rote Haare und Bärte gab es schon immer unbegründete Vorurteile. Im Zweifel oder bei unbekannter Ursache waren immer andere Schuld, oder anders aussehende. Da rote Haare und Bärte im Vergleich zu anderen Haarfarben eine Minderheit sind (nur ca. 2 %), war und ist es einfach, ihnen für alles Unglück oder Schlechte die Schuld zu geben. Gegen Vorurteile helfen die besten Beweise nichts, sieh heute in der Politik und den Parteien! Meist schreien diejenigen „Lügenpresse“, die selbst die größten Unwahrheiten verbreiten. Viele Menschen versuchen auch heute noch andere für eigenes Versagen oder Unvermögen haftbar zu machen, auch wenn es nur die Aufdeckung eigener Täuschungsversuche ist.)

Er liegt in der Andacht wie der Pfaff vor dem Palmesel.

Er liest gern in Büchern, wo man die Blätter mit dem Knie umwendet.

Er lobt den Storch, damit er ihm übers Jahr rote Schuhe bringe.

Er lobt sich, weil seine Nachbarn nicht zu Hause sind.

Er lohnt ihnen wie der Henker.

Er lügt das Blaue vom Himmel herunter.

Er lügt, wie wenn`s gedruckt wär`, und stiehlt, wie wenn`s erlaubt wär`.


Er macht aus einem F– einen Donnerschlag.

Er macht den Kalender fürs verwichene Jahr.

Er macht's wie der Bäcker, der steckt das Brot in den Ofen und bleibt selber draußen.

Er macht's wie Fuggers Hund.

Er mag sich nicht bücken, ihm steckt ein Schelmenbein im Rücken.

Er meint, er sei des großen Hunds Großvater.

Er muss das Mus essen.

Er muss ein scharf Gesicht haben, der eine Jungfrau kennen soll.

Er muss es hinnehmen, als wenn ihn ein Hund gebissen hätte.

Er muss Hunde führen bis Bautzen.

Er muss Lehrgeld geben, sagen die Spieler.

Er nagt immer an einem Knochen herum.
(Er bleibt immer bei derselben Sache und wiederholt sich dauernd.)

Er nähme bis an die Hölle zu, und wenn ihm die Haare und die Beine brennten, so nähme er doch.

Er nährt sich aus dem Stegreif wie ein Müller.

Er nimmt kein Blatt vors Maul.

Ernst und Scherz sind oft Nachbarn.

Ernst mit Scherz trifft das Herz.


Er prangt wie die Laus auf einem Samtkragen.

Er putzt gern das Licht, er wird wollen ein schön Weib haben.

Er reitet einen bösen Esel: das Geckenpferd.

Er rennt mit dem Kopf gegen die Wand.
(Man versucht etwas Unmögliches und stößt sich den Kopf an unüberwindlichen Hindernissen.)

Er richtet gern an - aus andrer Leute Häfen*12.

Er riecht nach Moschus wie der Teufel nach Muskaten.

Er rührt's durcheinander wie der Sudelkoch allerlei Brühen.

Er sagt immer ja, damit er kein krummes Maul mache.

Er sagt: Wollt ihr's lassen, so lasst's, wo nicht, so lasst's bleiben.

Er sammelt die Asche und verstreut das Mehl.

Er sattelt den Ochsen und koppelt die Pferde.

Er schickt sich wie der Esel zum Lautenschlagen.

Er schimpft wie ein Rohrsperling (Rohrspatz).

Er schindet die Laus des Balges wegen.

Er schlägt auf den Sack und meint den Esel.

Er schlägt einen Esel heraus und zehn herein.

Er schlägt nichts aus als Stöß und Schläge

Er schlägt sich an einen goldenen Galgen.

Er schlug zwei Fliegen unter einer Klappe.

Erschrockener Feind ist auch erschlagen.

Erschrockene sind schon halb geschlagen.

Er schüttelt es ab wie der Hund den Regen.

Er schüttet den Brunnen zu, wenn das Kalb ertrunken ist (das Kind in den Brunnen gefallen ist).
(Erst, wenn es zu spät ist und das Unglück passiert ist, wird etwas für die Sicherheit getan.)

Er setzt den Bock auf die Haberkiste (Haferkiste).

Er sieht, als hätt' er Senf gegessen; wenn er lacht, fällt ein Turm um.

Er sieht anderer Leute Splitter, aber nicht seine eigenen Balken.

Er sieht aus wie der Tod zu Basel.

Er sieht, dass die Milch davon sauer wird.

Er sieht den Wald vor Bäumen nicht.

Er sieht die Stadt vor Häusern nicht.

Er sieht durch die Finger.
(Wer durch die Finger sieht, sieht nicht so genau hin und drückt ein Auge zu. Er rügt nicht jede Kleinigkeit und sieht großmütig über kleine Fehler hinweg ohne sie zu beachten.)

Er sieht einen weißen Hund für einen Bäckersknecht an.

Er sieht gern tanzen, aber mit den Zähnen nicht.

Er sieht's an wie die Kuh ein neu Scheuertor*26.

Er sieht's der Kuh am A– an, was die Butter in Mainz gilt.

Er sieht sich um wie ein Hund, der das Fleisch aus dem Topfe gestohlen hat.

Er sitzt wie eine Laus zwischen zwei Nägeln.

Er sitzt wie eine Made im Speck.
(Das bedeutet, man sitzt im Wohlstand und kann gut leben, da man von allem genug hat.)

Er sitzt zwischen zwei Stühlen in der Asche.

Er soll Vergebung seiner Sünden finden, wenn der Teufel sie erlangt.

Er spannt die Ochsen hinter den Pflug.

Erspart ist so gut als erworben.

Er spricht aus zwei Mündern.
(Er ist unaufrichtig und spricht so, wie der eigene Vorteil es gerade will.)

Erst besinn's, dann beginn's.


Erst den Balken aus dem eigenen Auge und dann den Splitter aus des Nachbars Auge.

Erst der Magen, dann der Kragen.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Erst die Last, dann die Rast.


Erst die Pfarre, dann die Quarre.
(Quarre = aus dem Niederdeutschen: eine quarrende Person, weinerliches Kind; zänkische Frau. Das Sprichwort bedeutet, man braucht erst eine feste Anstellung, ein Auskommen, bevor man sich eine Frau nehmen kann. Es kann auch als Warnung dienen, vor verfrühten (un)ehelichen Freuden, aus denen kleine und viel weinende Kinder entstehen. Für einen Geistlichen gesagt, bedeutet es, er muss die Witwe des Amtsvorgängers heiraten, um die Pfarrstelle zu erhalten.)

Er steckt das Messer neben die Scheide.

Er steckt einen Stock ins Rad.
(Er schadet und behindert andere, indem er Knüppel zwischen die Beine wirft.)

Er steckt Reifen auf, wenn kein Bier mehr im Keller ist.

Er steckt voll Lurren und Schnurren.

Er steht bei der Wahrheit wie der Has bei der Pauke.

Er steht da wie St. Näf mit dem steinernen Mantel.
(Sprichwort in der Schweiz: Er steht da wie St. Näf mit dem steinernen Hosenladen.)

Er steht in Gnaden, wie der Weihkessel hinter der Tür.

Er steht wie Butter an der Sonne.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Erst gerecht, dann wohltätig.

Erst in der Gefahr merkt man, was am Manne war.

Erst in Gefahr lässt sich erkennen, wen man in Wahrheit Freund kann nennen.


Er stirbt sine lux sine crux.

Erst kneten, dann backen.

Erst komm ich und wieder ich und nochmals ich, und dann kommen die andern noch lange nicht.

Erst Näschen haben, dann Prischen nehmen.

Erst Pater, dann Mater, dann der ganze Konvent.

Erst reich werden, dann Gott dienen.

Erst schmeicheln, dann kratzen, das schickt sich für Katzen.

Erst schmieren sie dich mit Honig ein, dann fressen sie dich hinterdrein.

Erst wäg's, dann wag's.

Erwäg's, dann wag's.

Erst wenn der Brunnen ausgetrocknet ist, weiß man das Wasser zu schätzen.

Erst, wenn der Brunnen trocken ist, schätzt man das Wasser.

Er sucht den Esel und sitzt darauf.

Er sucht eine Stecknadel im Heuhaufen.

Er sucht und bittet Gott, dass er nicht finde.

Er traf den Hirsch - mit einer Kugel in die hintere Klau und durch beide Ohren hinaus.

Er trägt das Licht mit Körben an den Tag.
(Er vergeudet nutzlos seine Zeit)

Er trägt die Kirche ums Dorf.

Er treibt die Hunde aus und geht selbst mit.

Er tut, als wär' der Papst sein ärmster Vetter.

Er übersieht`s wie der Blinde das Dorf.

Er verkauft Blei für Gold.

Er wächst wie die reife Gerste.

Erwäg's, dann wag's.

Er wartet des Eis und lässt die Henne fliegen.

Er weiß so viel davon wie die Kuh vom Sonntage.

Er weiß, was Bisam ist und was Marderdreck.

Er weiß weder Gicks noch Gacks.

Er weiß, wie man die Kastanien aus dem Feuer holt (aus den Kohlen nimmt).
(Man lässt andere gefährliche Arbeiten erledigen und sich die Finger verbrennen.)

Er weiß, wo das Gold im Rheine liegt.

Er weiß, wo der Teufel den Schwanz (auch: sein Nest) hat.

Er weiß, woher das Wasser zur Mühle fließt.

Er weiß wohl, was er noch am Rocken hat.
(Rocken (auch Spinnrocken oder Kunkel) = ist ein meist stabförmiges Teil, an dem die noch unversponnenen Fasern befestigt werden, bevor sie am Spinnrad zu einem Faden versponnen werden. Kunkel ist aus dem Mittelhochdeutschen und geht auf lat. conucula zurück, der Verkleinerungsform von conus (Kegel), da der Spinnrocken meist diese Form hatte.)

Er wetzt mehr den Schnabel als den Säbel.

Er will den Bock melken.

Er will fliegen, eh er flügg ist.

Er will Gott und Teufel in ein Glas bannen.

Er will mit Stiefeln und Sporen in den Himmel.

Er wird ein gelehrter Kauz werden, wenn er unter die Stoßvögel kommt.

Er wird seine fünfzehn Heller*14 schon kriegen.

Er wirft überzwerch und gewinnt kreuzweis.
(überzwerch = aus dem Mittelhochdeutschem aus Süddeutschland und Österreich: quer; über Kreuz.)

Er wollt' einen Schnitt machen und hat sich geschnitten.

Er zäumt das Pferd beim Schwanz (von hinten) auf.

Er zecht auf den alten Kaiser.

Erzieh(e)st du dir einen Raben, so wird er dir zum Dank die Augen ausgraben.

Er zieht etwas durch das Auge der Schere.
(Durch die Grifföffnung ziehen, auf unehrliche Weise Gewinn machen.)

Er zieht einem das Fell über die Ohren.
(Das bedeutet, man nimmt ihm alle seine Habe, seinen ganzen Besitz.)

Er zieht eine Schlange im Busen auf.
(Das bedeutet, man fördert jemanden und tut ihm Gutes, der sich später als undankbar herausstellt und einem möglicherweise noch Schaden zufügt.)

Er ziert die Gesellschaft wie der Bock den Marstall.

Er ziert die Gesellschaft wie der Esel den Rossmarkt.
Er ziert sein Geschlecht wie der Esel den Rossmarkt.

Er zög` einem Dieb die Hosen vom Galgen aus, wie Kunz Zwerg.

Er zündet Kerzen für den Teufel an.
(Er schmeichelt sich auf allen Seiten ein und versucht, sich auf allen Seiten, auch gegnerischen, Freunde zu machen.)

Es beiert so lange, bis es endlich Kirmes wird.
(beiern = mit dem Klöppel läuten, an die Glocke schlagen. Adem Niederländischen - beier =Glockenspiel. Es bezeichnet eine besondere Art des Läutens wie festliches Läuten zu Festtagen (Ostern, Pfingsten und andere) oder das Kirmesläuten.)

Es beißt kein Brack*5 eine Bräckin*5.

Es beißt kein Wolf den andern.

Es beten nicht alle, die die Hände falten.


Es beten nicht alle, die in die Kirche gehen.


Es bindet mancher eine Rute für seinen eigenen Hintern.

Es bleibt kein Mord verschwiegen.

Es braucht viel Mut, um sich nach Jahrhunderten von verhängnisvollen Vorstellungen zu befreien.

Es darf mir keiner ein Hofrecht in die Stube machen.

Es deckt mancher seine Armut mit Samt und Seide zu.

Es denkt jeder in seinen Sack.

Esel dulden stumm: Allzu gut ist dumm.

Eselsarbeit und Zeisigfutter ist des Überdrusses Mutter.

Esel singen schlecht, weil sie zu hoch anstimmen.

Es ertrinken mehr im Becher als in der Donau.

Es ertrinken mehr im Glas als in allen Wassern.

Es fallen keine Späne, man haue sie denn.

Es fällt kein Baum auf einen Hieb.
Es fällt keine Eiche vom ersten Streich.
Kein Baum fällt auf den ersten Streich.

Es fällt kein Doktor vom Himmel.

Es fällt keine Eiche vom ersten Streiche.

Es fällt kein Gelehrter vom Himmel.

Es fällt wohl ein Pferd und hat doch vier Füße.

Es fehlt ihm zwei Finger über der Nase.

Es findet wohl auch ein Blinder ein Hufeisen.

Es findet wohl auch ein blindes Huhn ein Weizenkorn.

Es fliehen nicht alle, die den Rücken wenden.

Es flog ein Gänslein über Meer und kam ein Gickgack wieder her.

Es freit sich am besten, wo der Kessel über dem Herde hängt.

Es führen viele Wege in die Hölle, aber keiner heraus.

Es führt mehr denn ein Weg ins Holz.

Es geben nicht alle Lumpen Papier.

Es gebührt sich wohl, dass ein armer Mann Konrad heiße.

Es gefällt ihm wie den Eulen das Tageslicht und den Dieben die Laternen.

Es gehen viele Freunde in ein kleines Haus.

Es gehen viel Lügen in einen Sack.

Es gehen viel Stierbuben auf einen rechten Ackersmann.


Es gehen viel Wege nach Darbstett und Mangelburg.

Es gehören nicht zwei Sättel auf ein Ross.

Es gehört mehr zum Laufen als Anrennen.

Es gehört mehr zum Tanz als rote Schuh.

Es gehört nicht auf alle Fragen Antwort.

Es gehört viel Wissen zum Glauben.

Es gehört viel zur Haushaltung, aber noch mehr zur Frömmigkeit.

Es gehört viel zur Haushaltung, der Tage sind viel im Jahr und der Mahlzeiten noch mehr.

Es geht alles mit dem Fastelabend*9 durch.

Es geht an die letzte Garbe.

Es geht dich auch an, wenn des Nachbarn Haus brennt.

Es geht einem so glatt ein wie dem Teufel eine Advokatenseele.

Es geht heimlich zu, St. Lucas schreibt nicht viel davon.

Es geht ihm wie dem Esel, der zwei Brüdern dient: jedweder meinte, er sei beim andern gefüttert worden.

Es geht ihm wie einer Laus zwischen zwei Balken.

Es geht klein her, sprach der Wolf, da er Schnaken fraß.

Es geht mehr Liebes zur Kirche als Schönes.

Es geht nicht mit rechten Dingen zu.

Es geht nichts für ein gut Butterbrot, es ist besser als den ganzen Tag nichts.

Es geht nichts über Reinlichkeit, sagte die alte Frau und wandte alle Weihnachten ihr Hemd um.

Es geht nicht wie bei der Äpfelfrau, dass man sich den dicksten heraussucht.

Es geht so blutig her wie im Fladenkrieg.
(Das bedeutet, ein Konflikt wird unblutig und einvernehmlich beigelegt, der zuerst sehr gefährlich aussah. Der Fladenkrieg fand im April 1542 in Wurzen und dem Wurzener Land zwischen dem ernestinischen Kurfürstentum Sachsen und dem Kollegiatstift Wurzen statt. Die aufgezogenen Soldaten wurden mit Osterfladen, einem Oster-Hausgebäck der Gegend, versorgt. Aus diesem Grund wurde der Konflikt, der auch durch die Vermittlung von Martin Luther beigelegt wurde, später Fladenkrieg genannt. Ausführlich unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Wurzener_Fehde)

Es geht vonstatten wie Pech von Händen.

Es geht zu wie an König Artus Hof: die Hunde tragen ganze Köpfe davon.

Es gerät nicht alles und missrät nicht alles.

Es geschieht doch, was Gott will.

Es geschieht ihm wie dem Hündchen von Bretten.
(Das bedeutet, jemand ist treu bis in den Tod und es wird im zu Lebzeiten nicht gedankt. Nach einer Version kaufte der Hund für seinen Herrn mit einem Korb alleine alles ein und bekam zum Lohn nur einen Knochen. Einmal wurde ihm von einem Schlachter der Schwanz abgeschnitten und als Geschenk für seinen Herrn in den Korb gelegt. Zurück zu Hause legte er den Korb ab und starb. In einer anderen Version rettete er seine Heimatstadt vor Feinden, die ihm dafür ebenfalls den Schwanz abschnitten. Beides in dem Buch „Badisches Sagen-Buch“, Seite 411 - 414, aus dem Jahr 1846.)

Es geschieht nichts Neues unter der Sonne.

Es geschieht oft, dass die Kapuziner Haarbeutel tragen.
(Kapuziner sind ein franziskanischer Bettelorden in der römisch-katholischen Kirche. Der Name ist von der markanten Kapuze der Franziskaner abgeleitet.)

Es gibt alles gern an ihm, ohne die Hände.

Es gibt Blicke, es wären ihrer neun genug zum Tode.

Es gibt der Schlupfwinkel nirgends mehr, als im menschlichen Herzen.
(Der Mensch hat für alles immer einen Entschuldigungsgrund in Bereitschaft.)

Es gibt drei Recht: Recht und Unrecht, und wie man's macht, ist auch recht.

Es gibt eine dünne Wand zwischen Wahnsinn und Verstand.

Es gibt einen Reim auf alle Dinge.

Es gibt keinen schönen Kerker und keine hässliche Geliebte.

Es gibt keinen Speck in die Bratwurst.

Es gibt keinen Vorteil ohne Mühe.

Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unangepasste Kleidung.


Es gibt kein tödlicher Gift, denn einem Alten ein junges Weib.

Es gibt Mehl wie Korn.

Es gibt mehr als eine bunte Kuh.

Es gibt mehr als einen bunten Hund.

Es gibt mehr alte Weintrinker als alte Ärzte.

Es gibt mehr Diebe als Galgen.

Es gibt mehr Hasen als Jäger.


Es gibt mehr Narren als Pfundbrötlein.

Es gibt mehr Scheiden als Degen.

Es gibt nur eine böse Frau auf der Welt, aber jeder glaubt, er habe sie.

Es gibt nur ein böses Weib, aber ein jeder meint, er hätt' es.
(Sprichwort auch in Litauen)

Es gibt viel Büßer, aber wenig Lasser.

Es gibt viele Menschen, die bloß lesen, damit sie nicht zu denken brauchen.

Es gilt der Katze um den Schwanz.

Es gilt ihm ein Mensch so viel als ein Hund.

Es gilt keine andere Ware, wo Witzbold die seine auslegt.

Es gilt keine Arglist, wo sich findet Merklist.

Es gilt mir gleich eine Arme oder eine Reiche, wenn sie nur Geld hat.

Es gilt mir gleich, ob eine Hur mich lobt oder ein Dieb schilt.

Es gilt nicht überall die gleiche Münze.

Es glitzt wie Karfunkelstein im Ofenloch.

Es haben alle Tannen Ohren.

Es hält so lange geflickt als ganz.

Es hängt kein Geldsack hundert Jahr vor der Tür, aber auch kein Bettelsack.

Es hat alles seinen Preis.

Es hat alles seine Ursache.


Es hat alles zwei Seiten.


Es hat der Letzte noch nicht geschoben.

Es hat ein jeder sein Päckchen zu tragen.

Es hat keine Nachtigall so vollauf im Käfig, sie sucht ihr Futter lieber draußen.

Es hat mancher mehr Glück als Recht.

Es hat nicht immer den besten Umgang, wer mit sich selber umgeht.

Es hat noch nie ein gut Jungen- und Hundejahr gegeben.

Es hat wohl mehr denn ein König gebettelt.

Es heißt auch studiert, wenn man das Geld vertan hat.

Es hemmt keine Schuld die andre.

Es hilft kein Wasser wider die Wassersucht.

Es hilft nicht Maul spitzen, sondern pfeifen.

Es hilft nicht spannen, man muss abschießen.

Es hinkt keiner an des andern Fuß.

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