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Deutsche Sprichworte
Über 16.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
Ein G bis Ei z
Ein Gast ist wie ein Fisch, er bleibt nicht lange frisch.

Eingebracht Gut ergreift auch Erbgut.
(Dies ist ein altes Rechtssprichwort. Bevor Gesetze alles regelten, wurden Rechtsgrundsätze in Sprichwörtern festgelegt und auch danach geurteilt. Dieses Sprichwort bedeutet, das bei einer Ehescheidung die Frau ihre eigene Mitgift und Erbgut von den Eltern plus dem zwischenzeitlich eingebrachten Gut (eine Mehrung des ehefräulichen Vermögens während der Ehe) wieder bekommt (das Frauengut soll kein Schaden leiden, des Mannes Gut steht ihm zu Pfande vor allen anderen Schulden. Der Brautschatz geht vor jeder Schuld.). Erst mit dem restlichen Vermögen des Mannes muss er seine eigenen Schulden begleichen. Das Vermögen der Frau wurde früher immer vom Mann verwaltet, denn nach früherem Recht: „erschien der Ehemann vom Anbeginn der Ehe als der natürliche Vormund seiner Frau und hatte um deswillen die gesamte Vermögensverwaltung in seiner Hand.“ (Zitate aus „Deutsche Rechtssprichwörter von Eduard Graf und Mathias Dietherr“ von 1864, Seite 155 und 159))

Ein Geheimnis juckt auf der Zunge.

Ein Geiger zerreißt viele Saiten, ehe er Meister ist.


Ein geil alt Weib ist des Todes Fastnachtspiel.

Ein Geist hat nicht Fleisch und Bein.
(Ursprung des Sprichwortes ist das Evangelium nach Lukas 24, 39)

Ein Geizhals gäbe nicht dem Teufel ein Messer, wenn er ihn gleich damit selbst schinden sollte.

Ein Geizhals ist auf der Seite taub, wo er’s Geld hat.

Ein Geizhals ist gleich dem Quecksilber, so keine Ruhe, als nur im Golde findet.

Ein Geizhals wird auch eine Mücke schinden, das Blut von ihr zu pressen.

Ein Geizhals wird eher einen Zahn aus dem Munde, als einen Groschen aus dem Beutel verlieren.

Ein Geizhals wird reich, indem er den Armen spielt; der Verschwender verarmt, indem er Reichtum markiert.

Ein Geizhals wird sich eher die Ader an seinem Leibe als an seinem Beutel schlagen lassen.

Ein gelehrter Kopf redet auch nach dem Tode.

Eingenoß baut, zweigenoß reißt nieder.

Ein Gerechter ist Gottes Augapfel.

Ein Gerücht wächst bald.

Ein geschlagener Feind ist noch nicht überwunden.

Ein geschwätzig Maul verwirrt ein ganzes Land.

Ein gesprochenes (versprochenes) Wort ist ein verschossener Pfeil.

Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
(Der römische Satiriker Juvenal meinte, um mehr braucht man nicht zu beten, alles andere ist töricht, da es von den Göttern und dem Schicksal bestimmt wird (Man muss darum beten, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper wohne. Satiren X, 356). Im 19. Jahrhundert wurde das verkürzte Zitat von Friedrich Ludwig Jahn für seine Turnerbewegung neu aufgegriffen und bekannt gemacht. Jahn wollte die Kraft des deutschen Volkes gegen die napoleonische Herrschaft stärken, was zur Teilnahme vieler Turner in Freiwilligenverbänden im Befreiungskrieg führte. Der Nationalsozialismus macht sich das gekürzte Zitat ebenfalls zu eigen: Nur in einem gesunden Körper entwickelt sich ein gesunder Geist. Das führte zwangsläufig zum Umkehrschluss: In einem kranken Körper kann kein gesunder Geist sein, mit der bekannten Folge, „der Ausmerzung unwerten Lebens“, den Vernichtungslagern und allen anderen Verbrecherischem im Nationalsozialismus. Man sieht daran, das mit verdrehten und verfälschten harmlosen Zitaten und Sprichwörtern als Begründung die schlimmsten Verbrechen begangen werden konnten.
Selbst heute wird das verkürzte Zitat und das Sprichwort oft falsch gebraucht und zitiert, um sportliche Leistung in Schulen oder Fitnesseinrichtungen zu propagieren. Erstens ist es falsch und zweitens ist es eine Diskriminierung von Kranken, Körperbehinderte und allen, die nicht sportlich genug zu sein scheinen. Juvenal meinte, man soll um Gesundheit und Geist Beten und nichts von den verdrehten und hineininterpretierten sportlichen Leistungen und allem anderen. Nachfolgend zwei Quellen zum Nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mens_sana_in_corpore_sano
www.zeit.de/1982/33/tratschkes-lexikon-fuer-besserwesser

Ein Gesunder ist geschickt zu wandeln, ein Weiser zu handeln, ein Sanftmütiger zu überkommen.

Ein Gewiss ist besser als zehn Ungewiss.

Ein geworfener Stein, ein verschossener Pfeil, ein gesprochnes Wort sind nicht zu widerrufen.

Ein Glas Wein auf die Suppe ist dem Arzt einen Taler*32 entzogen.

Ein Glaube ohne Tat ist ein Feld ohne Saat.

Ein Gleiches und ein Ungleiches machen ein Gerades.

Ein Gleichnis hat nicht alle vier Füße.

Ein glückliches Herz macht hüpfende Beine.

Ein graues Haupt ist von weniger Achtbarkeit, wenn der Verstand ohne Bart ist.
(Das bedeutet nicht, dass alte Menschen einen Bart haben müssen, um geachtet zu werden. Es bedeutet, der Verstand muss so alt und gereift sein, das in dieser Zeit ein langer Bart hätte wachsen können. Wenn der Verstand alter Menschen wie so oft dem eines Kindes entspricht, wird er allgemein nicht geachtet.)

Ein gräuliches Weib und ein Fleischklotz werden selten aus dem Hause gestohlen.
Ein guter Batzen, der einen Gulden erspart.
Ein grindiger Bock ist einer goldenen Ziege wert.

Ein Grindiger kratzt den andern.

Ein gut Alter ist besser denn eine böse Jugend.

Ein guter Amboss fürchtet keinen Hammer.


Ein guter Arzt bedarf keiner Posaune.


Ein guter Batzen*2, der einen Gulden*12 erspart.

Ein guter Bezahler ist Meister über eines andern Beutel.

Ein guter Freund im Unglücksstand am allerbesten wird erkannt.

Ein guter Freund ist mehr wert als hundert Verwandte.

Ein guter Fürst soll eine Feder, eine Zunge und ein Herz haben.

Ein guter Gaul zieht dreimal.

Ein guter Gedanke verzinst sich reichlich.

Ein guter Hahn kräht auch zweimal.

Ein guter Hahn wird selten fett.

Ein guter Hausvater muss drei Pfennige haben: einen Ehrenpfennig, Zehrpfennig und Notpfennig.

Ein guter Hirte scherrt seine Schafe, ein übler zieht ihnen das Fell ab.

Ein guter Jäger lässt sich nicht aufs Rohr sehen.

Ein guter Koch ist ein guter Arzt.

Ein guter Mann in dieser Welt ist mehr denn alles Gold und Geld.

Ein guter Mann ist besser als ein Kasten voll Geld.

Ein guter Nachbar ist besser als ein Bruder in der Ferne.
Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

Ein guter Nachbar ist ein edel Kleinod*19.

Ein guter Name, die schönste Mitgift.

Ein guter Namen ist besser als bares Geld.

Ein guter Namen ist besser als Reichtum.

Ein guter Reitersmann füttert, eh er tränkt.

Ein guter Sparer ist gleich einem guten Gewinner.

Ein guter Tag fängt des Morgens an.

Ein guter Tag vertreibt zehn schlechte.


Ein guter Trunk macht alle jung.

Ein guter Zaum verbessert das Pferd.

Ein gut erzogen Kind ist eine Rechnung ohne Probe.

Ein gutes Buch lobt sich selber.

Ein gutes Feuer macht einen schnellen Rauch.

Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.

Ein gutes Mahl ist Henkens wert.

Ein gutes Wort bringt die Schlange aus der Höhle.

Ein gutes Wort kostet nichts.


Ein gut gespielter Ball findet immer sein Loch.

Ein gut Gewissen ist ein guter Brustfleck.

Ein gut Lied mag man dreimal singen.

Ein gut Lied soll man nicht aussingen.

Ein gut Pferd ist seines Futters wert.

Ein gut Pferd sucht man im Stall, ein brav Mädchen in seinem Haus.

Ein gut Schlafen ist so gut wie ein gut Essen.

Ein gut Spiel soll bald aufhören.

Ein gut Wort richtet mehr aus als ein Fähnlein Landsknechte.

Ein Haben ist besser als zwei Kriegen.

Ein Hader*12 geht bald an, langsam kommt man davon.

Ein Hahn hat so viel Flügel als der Falk und kann doch nicht so hoch fliegen.

Ein Hahn zwingt zwölf Hennen, ein Weib halb so viel Männer.

Ein halbes Ei ist besser als eine ganze Schale.

Ein Handwerk, ein täglicher Gülden.

Ein Handwerker sollte zehn Rentner überzehren.
(überzehren = mehr Nahrung finden, mehr haben, als.  Das Sprichwort bedeutet danach, einem Handwerker sollte mehr Nahrung zustehen als zehn Rentner. Bei so einer Regelung ist es wohl kein Wunder, wenn früher die Menschen nicht sehr alt geworden sind, das würde bedeuten, arbeiten bis zum umfallen und danach verhungern. Da ist es heute doch besser als in der guten alten Zeit, aus der dieses Sprichwort stammt.)

Ein Handwerk ist ein guter Reispfennig, man trägt sich niemals müde daran.
Handwerk ist ein guter Zehrpfennig, man trägt nicht schwer daran.

Ein Handwerksmann kann einen Rentner ausziehen.

Ein hässliches Weib ist ein guter Zaun um den Garten.

Ein hässlich Weib ist eine gute Haushälterin.

Ein Haus darin zwei Frauen sind, wird nicht rein gefegt.

Ein Haus, ein Brand.

Ein Haus ist leichter angezündet als gelöscht.

Ein Haus kann nicht zwei Hunde nähren.

Einhelligkeit macht Gedeihen.

Ein Herr büßt den andern nicht.

Ein Herr, kein Herr; zwei Herrn, ein Herr.

Ein Herr von Stroh, von Heu oder von Butter frisst (und tötet) einen Vasallen von Stahl und Eisen.
Es kann ein stroherner Herr einen Untertanen von Eisen fressen.
(Das Sprichwort zeugt vom Absolutismus, in dem jeder Herr, Herrscher und Obrigkeit von Gottes Gnaden das absolute und willkürliche Recht über die Untertanen und Untergebenen bis zum Töten hatte. Bei manchen Politikern und Präsidenten, Kapitalisten oder internationalen Großkonzernen hat man bisweilen den Eindruck, das sie sich in demselben Irrglauben befinden.)

Ein Herz ist des andern Spiegel.

Ein Heute ist besser denn zehn Morgen.

Ein Hirt muss seine Schafe kennen.

Ein Holzapfel schmeckt wie der andere.

Ein Huhn und Reben tun nichts vergeben.

Ein Hund, der mit den Wölfen geht, wird mit den Wölfen erschlagen.

Ein Hund, der nach zwei Hasen jagt, fängt keinen.


Ein Hund ist nicht lang an eine Bratwurst gebunden.

Ein Hund riecht am andern, ob er den Pfeffer nicht habe.

Ein Hund schnappt nach einer Fliege.

Ein hungriger Bauch hat keine Ohren.

Ein hungriger Bauch hat keine Scham.

Einigkeit ein festes Band, hält zusammen Leut und Land.

Einigkeit macht Duldsamkeit, Duldsamkeit macht Einigkeit.

Einigkeit macht stark.

Ein Irrtum bringt den anderen.

Ein Jäger und ein Schütz tun manchen Gang unnütz.

Ein Jäger und sein Hund essen zu jeder Stund.

Ein Jäger unverdrossen hat es oft genossen.

Ein Jäher gibt keinen guten Jäger.

Ein Jäher ist kein guter Mäher.

Ein Jahr belehrt das andre nicht.

Ein Jahr böse, hundert Jahr böse.

Ein Jahrmarkt ohne Diebe, schön Mädchen ohne Liebe, eine Scheuer*30 ohne Mäuse, ein Bettler ohne Läuse, eine Vettel ohne Schelten: Die fünfe find't man selten.

Ein Jahr Rente ist hundert Jahr Rente.

Ein jeder denkt, sein Unglück sei das größte.

Ein jeder Dieb stiehlt Frauenlieb.

Ein jeder dingt so genau, als er kann.

Ein jeder für sich und Gott für uns alle.

Ein jeder hat je einmal seine Rasezeit.

Ein jeder hat seinen Wurm.

Ein jeder hat seinen Zwickel.

Ein jeder Herr ist Kaiser in seinem Lande.

Ein jeder Herr ist Papst in seinem Lande.

Ein jeder ist seines Gutes mächtig.

Ein jeder ist sich selbst der größte Feind.

Ein jeder kehr' vor seiner Tür, er find't wohl Kot genug dafür.

Ein jeder schläft bei seiner Frau auf seine Weise.

Ein jeder soll schwören nach seinem Gewissen.

Ein jeder tut, soviel er kann.

Ein jeder warte das Seine und laufe nicht weiter.

Ein jeder will Hahn im Korbe sein.

Ein Jetzt ist besser als zwei Dann.

Ein Jud lieh' keinen Pfennig auf alten Adel.

Ein junger Arzt muss drei Kirchhöfe haben.


Ein junger Knab muss leiden viel, wenn er zu Ehren kommen will.

Ein junger Mann kann neunmal verderben und doch nicht sterben (und dennoch wiederum genesen).

Ein junger Mann muss viermal verderben, eh er hausen lernt.

Ein Junger muss sieben Jahre nacheinander narren: Wenn er eine Viertelstunde davon versäumt, so muss er die Narrenjahre von vorn anfangen.

Ein junges Weib bei einem alten Mann ist des Tags eine Ehefrau und des Nachts eine Witwe.

Ein junges Weib und alter Wein, die schicken sich zum lustig sein.
Ein Kahler schilt den andern Glatzkopf.

Ein Kantor gäb' einen guten Küchenmeister.


Ein karger Reicher ist Salomons Esel.


Ein Keil treibt den andern.


Ein Kind, Angstkind, zwei Kinder, Spielkinder.


Ein Kind, das eine Stiefmutter bekommt, bekommt auch einen Stiefvater.

Ein Kind, das nicht spielt und dem nicht wackelt der Mund, ist nicht gesund.

Ein Kind, kein Kind; zwei Kind, ein halb Kind; drei Kind, ein Kind.

Ein Kind, kein Kind; zwei Kind, Spielkind; drei Kind, viel Kind; vier Kind, ein ganzes Haus voll Kinder.

Ein Kind merkt es, dass ein Kalb ein Vieh ist.

Ein Kind, Notkind.

Ein Kind ohne Mutter steht fern, auch wenn es neben der Stiefmutter steht.

Ein Kind redet, wie es weise ist.

Ein Kind wie eine Maus macht einen Hader*13 wie ein Haus.

Ein kläffend Weib ist selten stumm, ein still Weib liebt man um und um.

Ein klarer Tag vertreibt viel düstre Tage.

Ein kleiner Dieb an den Galgen muss, von großen nimmt man Pfennigbuß.

Ein kleiner Fisch auf dem Tisch ist besser als ein großer im Bach.

Ein kleiner Gewinn und oft ist besser als ein großer und selten.

Ein kleiner Leib kann keinen großen Schatten machen.

Ein kleiner Mann macht oft einen großen Schatten.

Ein kleiner Regen macht nicht nass.

Ein kleiner Riss ist besser zu flicken als ein großer.

Ein kleines Verzeihen bringt großes Gedeihen.

Ein König oder ein Esel; Bischof oder Bader*1.

Ein Krämer, der nicht Mausdreck für Pfeffer aufschwätzen kann, hat sein Handwerk nicht gelernt.

Ein Kranker ist gut schlagen.

Ein Krieger, der darniederliegt, sowohl ein Krieger, als der da siegt.

Ein Kuss in Ehren mag niemand wehren.

Ein Kuss ohne Bart ist wie eine Supp ohne Salz

Ein Land trägt nicht alles.

Ein Laster kostet mehr denn zwei Kinder.

Ein Lautenist bricht viel Saiten, eh er Meister ist.
Es hat wohl ein guter Lautenist viel Saiten gebrochen, ehe er Meister geworden.

Ein Leben, das keine Widerwertigkeit hat, muss man unter denen suchen, die nur von Morgen bis Abend gelebt.

Ein lebendiger Hund ist böser als ein toter Löwe.

Ein Leben ohne Freunde ist wie ein Leben ohne Sonne.

Ein leerer Sack bleibt nicht stehen.

Ein leerer Topf am meisten klappert, ein leerer Kopf am meisten plappert.

Ein liederlich Weib kann in der Schürze mehr verschleppen, als der Mann auf dem Wagen in das Haus führen kann.

Ein lindener Herr überdauert einen eichenen Knecht.

Ein Lockvogel singt den andern ins Garn.

Ein Löffel voll Tat ist besser als ein Scheffel*28 voll Rat.

Ein Löwe geht mit keinem Hasen schwanger.

Ein Lügner muss ein gutes Gedächtnis haben.

Ein Mädchen bekommt so leicht ein Leck, als ein weißes Kleid ein Fleck.


Ein Mädchen darf nicht so lange müßiggehen, als 'ne Taube ein Korn aufnimmt.

Ein Mädchen macht keinen Tanz.

Ein Mädchen (Mädchen müssen) muss nach einer Feder über drei Zäune springen.

Ein Mädchen muss nicht so lange müßiggehen, als eine Taube ein Korn aufnimmt.

Ein magerer Vergleich ist besser als ein fetter Prozess.

Einmal betroffen, neunmal getan.

Einmal Bürgermeister, allzeit Bürgermeister.

Einmal des Jahres ist nicht oft.

Einmal erröten, macht zehnmal erblassen.

Einmal geben und wieder nehmen, ist schlimmer als stehlen.

Einmal gegeben, einmal genommen, den dritten Tag in die Hölle gekommen.

Einmal geht hin.

Einmal geht hin, kommt aber zum andermal nicht wieder.

Einmal geschrieben ist so gut wie zehnmal gelesen.

Einmal (ge)sehen ist besser als zehnmal hören.

Einmal getan heißt noch nicht wirklich gekonnt oder gar schon verinnerlicht!

Einmal Hure, immer Hure.

Einmal in der Leute Mund, kommt man schwer wieder heraus.

Einmal ist genug, das zweite Mal ist der Tod.

Einmal ist immer das erste Mal.

Einmal ist keine Gewohnheit.

Einmal ist keinmal.
(Egal, wie oft man dieses Sprichwort wiederholt, oder wie verbreitet es ist, einmal ist einmal und bleibt einmal. Nach geschehener Tat kann nichts rückgängig gemacht werden. Man kann es so oft versuchen, wie man will, das Sprichwort ist falsch und hat schon oft Unglück über manchen gebracht. Man probiere es, einen Euro zweimal auszugeben, es gelingt nur mit Betrug, und warum gibt es so viel Abtreibungen? Auch nach einem tödlichen Unfall oder Mord, der einmal geschehen ist, gibt es kein zurück. Man muss sich vorher vorsehen und das eine Mal nicht geschehen lassen. Ganz aktuell wird gerade die einzige Chance, das Klima in annehmbare Grenzen zu halten vertan. Das eine Mal war nur vor 10 Jahren möglich, der Zeitpunkt ist verstrichen und hat schon Milliarden gekostet.)

Einmal ist keinmal, sagte der Arzt und amputierte auch das gesunde Bein.

Einmal ist nicht immer, zweimal ist schon schlimmer, dreimal ist nicht wohlgetan, viermal fängt die Sünde an.
(Das bedeutet, erst nach dem 4. Seitensprung des Mannes wertet es dieses Sprichwort als eine Sünde. Dagegen war die Frau schon beim ersten Mal eine Ehebrecherin. Manche Sünden wurden je nach Mann oder Frau früher anders bewertet und verurteilt. Trotz etlicher Sprichwörter, die es relativieren, Tatsache ist: Einmal ist einmal, ähnlich einem anderen Sprichwort: Schande ist Schande, man halte sie dafür oder nicht.)

Einmal müssen wir alle dran.

Einmal Unrecht, allzeit Unrecht.

Ein Mann, ein Wort.
Ein Mann ein Wort, ein Wort ein Mann.
Ein Mann ist nicht besser als ein Wort.
Ein Wort dringt so tief wie sieben Brief.
Ein Wort ein Wort, ein Mann ein Mann.
Ein Mann ein Mann, ein Wort ein Wort.
Mann ein Mann, Wort ein Wort.
Ein Wort muss ein Wort sein.
Das Wort muss stehen.
Ein Wort muss so gut sein, als Brief und Siegel.
(Früher galt das Wort eines jeden mehr als heute, es war praktisch gleichbedeutend mit dem Mann (Menschen). Das Wort stand für die Ehre und Ehrlichkeit des Sprechers, daher auch das Sprichwort: „Ein Mann, ein Wort!“
Erklärung zu den obigen Sprichwörtern aus dem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter von E. Graf und M. Dietherr, 1864“ auf Seite 231: „Das Wort des Mannes muss für ihn so unwandelbar sein, wie seine eigene Persönlichkeit trotz des Wechsels der Verhältnisse stets als die gleiche erscheint, denn des Mannes Wort ist seine Ehre, steht also so aufrecht wie der Mann selbst; Wort und Mann wird geradezu für gleichbedeutend genommen oder doch für dessen beste Handhabe erklärt die Zuverlässigkeit des verpflichteten Teiles vertritt zugleich die Beweisförmlichkeit.“
Nach dieser Aussage sind sehr viele Beiträge und Kommentare in diversen sogenannten „Sozialen Netzwerken“ ehrlos, ohne Ehre, wie es im deutschen Recht früher verstanden wurde, und demnach auch die Schreiber. Selbst erfahrene Politiker reden unbedacht (oder absichtlich?), obwohl sie es besser wissen müssten, und sprechen hinterher von Missverständnissen oder fehlenden Informationen. Bei „Missverständnissen“ wird man auf andere Posten versetzt, möglicherweise befördert, aber Verantwortung will keiner haben.)


Ein Mann - ein Wort, eine Frau - ein Wörterbuch.

Ein Mann ein Wort, ein Wort ein Mann.

Ein Mann kann keinen Tanz machen.

Ein Mann kann machen, dass ihn seine eigenen Hunde beißen.

Ein Mann kann nicht mehr denn mit einem Mund essen.

Ein Mann kann sich eher zu Tode grämen als eine Frau.

Ein Mann, kein Mann.

Ein Mann macht keinen Markt.

Ein Mann macht keinen Tanz.

Ein Mann mag wohl Gewalt mit Gewalt vertreiben.

Ein Mann soll immer mehr wollen, als er leisten kann.

Ein Mann wiegt zehn Weiber auf.

Ein Mantel und ein Haus decken viel Schande.

Ein Mensch, der gegen seinen Willen überzeugt wird, hat immer noch seine Meinung.

Ein Mensch ist des andern Gott.

Ein Mensch ist des andern Teufel.

Ein Mensch ist des andern wert.

Ein Mensch ist so gut wie der andere.

Ein Mensch ist viel teurer denn ein großer Teil Guts.

Ein Mensch mit bewältigtem Pflichtenkreis und gutem Gewissen gleicht einem geordneten Hause mit aufgeräumtem Keller.

Ein Mensch mit Geist ist viel, mit Charakter mehr, mit Herz alles.

Ein Mensch ohne Bildung ist ein Spiegel ohne Politur.

Ein Messer wetzt das andere.

Ein Metzger tut manchen vergebnen Sprung, ein Hund noch mehr.

Ein Mietling achtet der Schafe nicht.

Ein Mitnehmer ist besser als zwei Nachbringer.

Ein Mohr schwärzt den andern nicht.

Ein Mönch ist nirgends besser als im Kloster.

Ein Müßiggänger kostet mehr als (denn) zehn Arbeiter.

Ein mutiger Ernst ist die Seele vom Werk.

Ein Nachbar an der Hand ist besser als ein Freund über Land.

Ein Nachbar ist dem andern einen Brand schuldig.

Ein Nagel bewahrt ein Eisen, ein Eisen ein Pferd, ein Pferd einen Mann, ein Mann eine Burg, eine Burg ein Land.
Ein Nagel erhält ein Eisen, das Eisen ein Ross, das Ross den Mann, der Mann eine Burg und die Burg das ganze Land.

Ein Narr denkt, dass andere nichts denken.

Ein Narr, der fragen darf, sieht gescheiter aus als ein Gescheiter, der antworten muss.

Ein Narr fragt in einer Stunde mehr, als zehn Gescheite in einem Jahr beantworten können.

Ein Narr ist genug im Haus, der Kluge müßte sonst hinaus.

Ein Narr kann einen Stein in den Brunnen werfen, den zehn Weise nicht herausziehen.
Es kann ein einziger Narr einen Stein in einen Brunnen werfen, den zehn Weise nicht herauszuziehen vermögen.
Wenn ein Narr einen Stein in den Brunnen wirft, können ihn zehn Weise nicht wieder herausnehmen.

Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise sagen.

Ein Narr kann mehr fragen als zehn Gescheite beantworten.

Ein Narr kann mehr verneinen, als zehn Gescheite behaupten können.

Ein Narr lässt sich nicht raten.

Ein Narr lobt den andern.

Ein Narr macht eine Tür auf, die er nicht wieder zumachen kann.

Ein Narr macht zehen.

Ein Narr macht zehn Narren, aber tausend Kluge noch keinen Klugen.

Ein Narr schüttet alles auf einmal aus.

Ein nasses Land bedarf keines Wassers.

Ein neidischer Mann gäb gern ein Auge hin, wenn der Nachbar auf beiden nicht sähe.

Ein neidisch Herz hat Qual und Schmerz.

Ein Nein zur rechten Zeit erspart viel Widerwärtigkeit.

Ein Nimmhin ist besser denn zehn Helfgott.

Ein Notschlag, kein Totschlag.

Ein offnes Ohr kann jeder haben.

Ein Paar, dass man an allen Orten finden kann, ist eine schöne Frau und ein gehörnter Mann.

Ein paar gute Ohren ermüden hundert Zungen.

Ein Pfaff im Harnisch, ein Esel in Ehren und ein blinder Leiter sind drei lächerliche Dinge.
(Bei Wander steht dieses Sprichwort als zwei Sprichwörter: Einmal wie oben in Band 3, Spalte 1228 unter Pfaffe Nr. 103 gleichlautend wie die angegebenen Quellen und ein weiteres Mal in Band 1, Spalte 631 unter Ding Nr. 688 umgestellt mit „Drei lächerliche Ding“ am Anfang, mit demselben Quellenhinweis wie beim anderen. So werden aus einem schnell zwei oder manchmal mehr Sprichwörter.)

Ein Pfeil dringt auch wohl durch einen Harnisch.

Ein Pfennig in der Büchse macht ein größeres Geräusch, als wenn sie voll ist.
Ein Pfennig in der Sparbüchse macht mehr Gerassel, als wenn sie voll wäre.

Ein Pfennig klingt nicht.

Ein Pferd, das zu viel Futter kriegt, schupft seinen Herrn.
(schupfen = stoßen, anstoßen: Jemanden von hinten stoßen.)

Ein Pferd vertritt sich, ein Mensch verspricht sich.

Ein Pfund Federn wiegt so viel als ein Pfund Blei.

Ein Pfund Mutterverstand ist besser als ein Stein Buchweisheit.

Ein Pfund Sorgen zahlt kein Lot Borgen.

Ein Quäntchen Gunst gilt mehr als ein Scheffel*28 Recht.

Ein Quäntchen Gunst tut mehr denn ein Pfund Gerechtigkeit.

Ein Quäntchen Mutterwitz ist besser als ein Zentner Schulwitz.

Ein Quäntlein Glück ist besser als ein Pfund Weisheit.

Ein Quäntlein Gold wiegt mehr als ein Zentner Recht.

Ein Rauch, ein bös Weib und ein Regen sind einem Haus überlegen.

Ein räudiges Kamel trägt vieler Esel Bürde.

Ein räudiges Schaf steckt die ganze Herde an.
Ein räudiges Schaf verdirbt die ganze Herde.

Ein rechter Hausvater ist der Erste auf, der Letzte nieder.

Ein rechter Tappinsmus!
Er ist ein Hans Tapps in's Mus. (Es ist ein Hans Dapp ins Mus.) (Ein Tapp in's Mus.)
Ein Platz in Brei. (Es ist ein Platzinbrei.)
(Gemeint ist jemand, der ungeschickt und plump ist und in wichtigen Dingen unüberlegt handelt. Es ist aber nicht mehr das Mus, in das man hineintappt, heute stehen überall die Fettnäpfchen, in die man hineintappen kann.)

Ein reicher Bauer kennt seine Verwandtschaft nicht.

Ein reicher Geizhals hat weder Freunde noch Verwandte.

Ein Reicher ist ein Schelm oder eines Schelmen Erbe.

Ein Reicher muss klug sein, wenn er schon ein Narr ist.

Ein Reicher und Geiziger ist Salomons Esel.

Ein reines Ferkel wird selten fett und eine saubere Hand fährt allezeit in mageren Beutel.

Ein Riss in die Ehr heilt nimmermehr.

Ein Roter traut dem andern nicht.
(Gegen rote Haare und Bärte gab es schon immer unbegründete Vorurteile. Im Zweifel oder bei unbekannter Ursache waren immer andere Schuld, oder anders aussehende. Da rote Haare und Bärte im Vergleich zu anderen Haarfarben eine Minderheit sind (nur ca. 2 %), war und ist es einfach, ihnen für alles Unglück oder Schlechte die Schuld zu geben. Gegen Vorurteile helfen die besten Beweise nichts, sieh heute in der Politik und den Parteien! Meist schreien diejenigen „Lügenpresse“, die selbst die größten Unwahrheiten verbreiten. Viele Menschen versuchen auch heute noch andere für eigenes Versagen oder Unvermögen haftbar zu machen, auch wenn es nur die Aufdeckung eigener Täuschungsversuche ist.)

Ein rotköpfiger Mann ist Weibern ein lieber Nachtkumpan.

Ein Sack voll Flöhe ist leichter zu hüten als ein Weib.
Es ist leichter eine Herde Flöhe, denn eine Frau zu hüten.
Leichter einer Wanne Flöhe hüten als eines Weibes.

Einsamkeit bringt Traurigkeit.

Einsamkeit ist eine Schule der Weisheit.
Die Einsamkeit ist die Schule der Weisheit.

Einsamkeit ist eine schwere Last, wenn du Gott nicht bei dir hast.

Einsammeln mit Schöffeln und ausgeben mit Löffeln.


Ein Sammler will einen Verschwender haben.

Ein schabicht Füllen wird oft das beste Pferd.
(schabicht = alter Ausdruck für: voller Schaben, mit Schaben behaftet oder anders unrein oder schlecht; heute = schäbig, unrein)


Ein schäbig Pferd leidet keinen Striegel.

Ein Schaf ist wohl fromm, es graset aber genau.
(Wo Schafe hingekommen sind, da findet das Rindvieh nichts mehr.)

Ein Schalk macht (heckt) den andern.

Ein Schalk weiß, wie's dem andern ums Herz ist.

Ein Schandbrocken ist bald gegessen.

Ein Schelm gibt mehr, als er hat.

Ein schelmischer Abt macht schurkische Mönche.

Ein Schelm macht's besser, als er kann.

Ein Schiff auf dem Rhein ist ein Nachen zur See.

Ein schlechter Fuhrmann, der nicht auf allen Straßen umkehren kann.

Ein schlechter Handel, wo niemand gewinnt!

Ein schlechter Hering gibt einen guten Bücking.

Ein schlechter Korporal, der nicht denkt, General zu werden.

Ein schlechter Schmied, der den Rauch nicht vertragen kann.

Ein schlechter Schütze, der keine Ausrede weiß.

Ein schlechter Wirt, der nicht eine Zeche borgen kann.

Ein schlechtes Ei verdirbt den gesamten Pudding.

Ein schlechtes Fass zerbricht nicht leicht.


Ein schlechtes Handwerk, das seinen Meister nicht ernährt.


Ein schlechtes Schaf, das mit dem Wolf spazieren geht.

Ein schlecht Pferd, das sein Futter nicht verdient.

Ein schlimmer Vertrag kann nicht bestehen.
(„Manchmal hindert Recht und Gesetz das Entstehen einer Schuld, indem manche Verträge aus den verschiedensten Gründen überhaupt verboten oder doch unter Umständen für rechtlich nicht verfolgbar erklärt sind“ Quelle: „Deutsche Rechtssprichwörter von E. Graf und M. Dietherr, 1864, Seite 232“)

Ein schmeichelndes Kalb saugt zwei Mütter aus.

Ein Schmeichler - ein Heuchler.

Ein schöner Rock ziert den Stock.

Ein schöner Wintertag macht keinen lustigen Vogel.

Ein schönes Angesicht verkauft oft einen faulen Hintern.
(Sprichwort 1685 in der Sprichwörtersammlung von Paul Winkler. Bei Wander wird 1867 ohne eine Quellenangabe daraus: Ein schönes Gesicht verkauft oft ein räudig Gesäß.)

Ein schön Weib ist nur ein Bubenspiegel.

Ein Schreiber ohne Feder,

ein Schuster ohne Leder,
ein Landsknecht ohne Schwert
sind keinen Heller wert.

Ein Schuh ist nicht jedermann (jedem) gerecht.

Ein Schuster, der schlechte Stiefel macht, kommt in die Hölle.

Ein Schwager und ein fahles Pferd, wenn sie bestehn, ist's lobenswert.

Ein Schwert wetzt das andere.

Ein Sehen ist besser denn zehn Hören.

Ein seltener Genuss erhöht das Vergnügen.

Eins folgt aus dem andern wie das Kalb aus der Kuh.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

Einsiedler sind nicht alle so fromm, als sie sich stellen.

Eins ist besser denn uneins.

Ein Skorpion ist gut für Skorpionsstiche.

Eins macht keins.
(Genau wie das Sprichwort: „Einmal ist keinmal.“ ist es falsch und bleibt es auch. Eins und Einmal sind eben Eins und bei mehreren Einzelnen kommt immer etwas zusammen. Und auch wenn es nur Eins ist, etwas ist besser, als nichts zu haben.)

Eins macht keins, was sich aber paart, das dreit sich gern.

Eins nach dem andern, so isst der Bauer seine Wurst.

Eins nach dem andern, so wird man kahl.

Ein solcher Löffel gehört in solch Futteral.

Ein Sprichwort, ein Wahrwort.

Ein Stahl bricht den andern.

Ein Stein ist auch fromm, doch stößt man sich übel daran.

Ein Stich ist bald geschehen in einen nackenden Menschen.

Ein Stich, so nicht blutet, wird mit drei Hellern vergutet.

Ein stinkend Fellchen gibt klinkend Geldchen.

Ein Stoß ans Schienbein macht lautre Augen.

Ein Stottrer versteht einen Stammler.

Ein Streich macht den Stockfisch nicht weich.

Ein Stück Brot in der Tasche ist besser als eine Feder auf dem Hut.

Ein stumpf Messer ist keiner samtnen Scheide wert.

Eins ums andre, nichts umsonst.

Ein Tag ist des andern Lehrmeister.

Ein Tag ist des andern Schulknabe.

Ein Tag kann bringen, was ein Jahr nicht bringen mag.

Ein Tag lehrt den andern.

Ein Tag vergeht nach dem andern, bis der Letzte kommt.

Ein Tag verleiht, was das ganze Jahr weigert.

Ein toller Hund läuft sieben Jahr.

Ein Topf hat den andern zerbrochen.

Eintracht bringt Macht.

Eintracht das Kleine mehrt, Zwietracht das Große verheert.

Eintracht ernährt, Zwietracht verzehrt.

Eintracht hat große Macht.

Eintracht trägt ein.

Ein Traum gewährt, was man wachend begehrt.

Ein Traum ist ein Dreck; wer dran glaubt, ist ein Geck.


Ein Traum ist ein halber Prophet.


Ein Traum ist ein Trug, aber was man ins Bette macht, das findet man wieder.

Ein trauriger Geist verdorrt Mark und Bein.

Ein trocknes Jahr gibt zwei nassen zu essen.
(Wenn man sich Trockenheit und Klima 2018 in Nordeuropa ansieht, glaubt man, das die Menschen früher, die dieses Sprichwort machten, woanders gelebt haben müssen. Das stimmt sogar, sie lebten in einer Zeit vor dem Klimawandel!)

Ein Tropfen Honig macht das Meer nicht süß.

Ein Tropfen macht das Meer nicht voller.


Ein Tropfen Wasser verdirbt eine Flasche Wein nicht.


Ein Tropfen Wermut macht süßen Trank bitter.


Ein tröstliches Wort ist Arznei dem Trauernden.

Ein tröstlich Wort ist des Gemütes Speise.

Ein Trunk auf einen Salat
schadet dem Doktor einen Dukat;
ein Trunk auf ein Ei
schadet ihm zwei.

Ein Trunk fordert den andern.

Ein Tuch ins Grab, damit schabab.

Ein Übel, das man kennt, ist halb geheilt.

Ein Übel, das man nicht kennt, kann man nicht heilen.

Ein Übel, von dem der Nachbar nichts weiß, ist vom Himmel gekommen.

Ein übler Trost, im Unglück nicht allein zu sein.

Ein unbedachter Augenblick zerstört oft unser ganzes Glück.

Ein Undankbarer schadet zehn Armen.


Ein unerfahrener Mann ist ein ungesalzenes Kraut.

Ein ungerechter Heller*16 frisst einen Taler*32.

Ein ungerechter Pfennig frisst zehn andre.

Ein ungeziert Weib ist die beste Hausfrau.

Ein Unglück, kein Unglück.

Ein Unglück kommt selten allein.

Ein Unglück öffnet insgemein dem anderen die Tür.

Ein Unglück tritt dem andern auf die Fersen.

Ein unsteter Mensch kommt zu nichts.

Ein unverdienter Fluch trifft nicht.

Ein unverständiges Herz ist keinem gut, sondern gleich dem Feuer, das auch den verbrennt, der Weihrauch darein streut, wenn er ihm zu nahe kommt.

Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.

Ein verbrannter Hund fürchtet sich auch vor kaltem Wasser.
(Vergleichbares Sprichwort auch mit Katzen: Gebrühte Katze scheut auch das kalte Wasser.)

Ein verdorbener Bauer gibt einen guten Hof- und Schirrmeister ab.

Ein Verehrer gibt gute Worte.

Ein verheirateter Mann ist ein Vogel im Käfig.

Ein verkehrter Mensch richtet Hader*13 an und ein Verleumder macht Fürsten uneins.
(Erklärung von Johannes Agricola 1548 (Zusammenfassung): Die Liebe bedeckt die Menge der Sünde und sie lehrt uns, das wir anderen tun, wie wir gerne von anderen hätten. Wer das nicht tut, der ist ein verkehrter Mensch, der macht Hader, Zank und Uneinigkeit, daraus dann folgt Mord, Krieg und Verderben des Landes und der Leute.)

Ein Verleumder hat einen starken Rücken, er kam viel Leute zugleich eine Stiege hinan tragen.

Ein Verleumder ist ärger denn einer Schlange und schädlicher denn ein Dieb.

Ein Verleumder mit falschem Mund den Nächsten hart verwund.

Ein vermessen Mensch macht sich selbst viel Unglück.

Ein vernünftiger Mann behält den Glimpf*11; ein stürmender Neidhammel und Grunzer ist selbst bös und gibt Ursach zu viel Bösem.

Ein vernünftiger Mensch wird einer Hoffnung, die ins Wasser fiel, nie nachspringen.

Ein vernünftiger Mund ist ein edel Kleinod*19.

Ein vernünftiges Aufmerken ist niemand verboten.

Ein vernünftig Weib kann wohl aus einem Löwen ein Lamm machen.

Ein verrücktes Weib ist ein rechtes Fegefeuer.

Ein verschmähter Freund, ein hungriger Hund gehn traurig schlafen zu mancher Stund.

Ein Verständiger entgeht oft vielem Unglück.

Ein Vielfraß wird nicht geboren, sondern erzogen.

Ein Vielleicht sind anderthalb Lügen.

Ein Vogel den andern isst,
Ein Tier das andre frisst,
Ein Fisch den andern schlindet,
Ein Mensch den andern schindet.
(schlindet = schlucken, verschlingen)

Ein Weib den Edelknaben küsst, dass sie nicht ihres Manns vergisst.

Ein Weib, ein Esel und eine Nuss, diese drei man klopfen muss.

Ein Weibermarkt ist fünf Schilling wert.

Ein Weiberschoppen ist neun Halbe.

Ein Weib hat nicht alle Schlüssel anhängen.

Ein Weib kann nicht Brot backen ohne Mehl.

Ein Weib soll weder geben noch nehmen.

Ein Weib verschweigt, was sie nicht weiß.

Ein Weib vertraut dem Mann beid` Gut und Haut.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet und sich ihm hingibt, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Ein weiser Mann ward nie genannt, an dem sich keine Torheit fand.

Ein wenig ausgehen könntest du, sagte die Frau, als ihr Mann sie fragte, was er zu ihrer Zerstreuung tun könne, weil sie sich langweile.

Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Trog.

Ein wenig Schande wärmt und macht schöne Farbe.

Ein wenig Verwandtschaft hält gute Freundschaft.

Ein wenig Vorteils bringt den Mann aus den Kleidern.

Ein wenig Weigerns steht wohl.

Ein wenig zu spät ist viel zu spät.

Ein Wetzstein schneidet das Eisen nicht, er macht es nur scharf.

Ein wildes Tier ein Verleumder ist, ein Schmeichler wie ein zahmes beißt, doch beider Biss gleich giftig ist.

Ein Williger ist besser als viele Gezwungene.

Ein Williger ist gut zu bereden.

Ein williges Pferd bedarf des Spornens nicht.

Ein willig Pferd soll (muss) man nicht zu viel reiten.

Ein Witwer eine Witwe nahm, der Teufel zu seiner Großmutter kam.

Ein Witwer ist ein Stecken ohne Rebe.

Ein Wolf beschreit den andern nicht.

Ein Wolf im Schlaf fing nie ein Schaf.

Ein Wolf kennt den andern wohl.

Ein Wolf und eine Hure bessern nicht.

Ein Wort dringt so tief als sieben Briefe.

Ein Wort ein Wort, ein Mann ein Mann.

Ein Wort gibt das andere.
Ein Wort holt das andere.

Ein Wort ist ein Hauch, ein Hauch ist Wind.

Ein Wort ist ein Wind, wer's sehet, ist ein Kind.

Ein Wort ist genug für den, der's merken mag.

Ein Wort ist kein Pfeil.

Ein Wort oft kann, Zorn richten an.

Ein Wort ohne Galle ist ein Ei ohne Salz.

Ein Wort wohl ein Ansehen hat, wenn drauf erfolgt die Tat.

Ein wunderlich Mann stirbt nicht ehe er werde denn erst fromm vor seinem Ende.

Ein wüster Regent (König) verderbt Land und Leute.

Ein wütiger Hund läuft nur neun Tage.

Ein Zager legt nimmermehr Ehr ein.

Ein Zänker will immer das letzte Wort haben.

Ein zänkischer Mensch richtet nur Unglück an.

Ein Zank kommt aus dem andern.

Ein Zaun dazwischen mag die Lieb erfrischen.

Ein Zaun währt drei Jahre,
ein Hund überwährt drei Zäune,
ein Pferd drei Hunde,
ein Mensch drei Pferde.

Ein zerbrochenes Schiff hat allezeit Gegenwind.

Ein Zeuge ist einäugig.

Ein Zeuge, kein Zeuge.

(Nicht nur einer, auch 10 Zeugen können falsch aussagen. Durch wiederholte Experimente und Tests ist bewiesen worden, dass Zeugen nur selektiv beobachten und nur Einzelteile von komplexen Vorgängen beobachten oder wiedergeben können, und teilweise nicht einmal das. Bei der Vorgabe, bestimmte Aktionen einer von zwei gleichzeitig agierenden Gruppen sehr weniger und gut unterscheidbaren Menschen zu beobachten und hinterher wiederzugeben, zeigten sich die Mängel der Zeugen. Keiner der vorbereiteten Beobachter bemerkte in dem nur 2 Minuten langen Test, dass von der anderen Gruppe am Ende Personen fehlten. Ebenso hat keiner bemerkt, dass ein Mensch in Affenkostüm langsam durch beide Gruppen ging und den Beobachtern zuwinkte. Erst ein Videobeweis überzeugte hinterher auch die, die es vorher kategorisch ausschlossen. Wie sollen denn Zeugen im Alltag unvorbereitet Dinge Aussagen können, die vor einem Unfall oder anderen Ereignis passierten oder Menschen beschreiben, wenn es selbst mit Vorbereitung und Hinweisen, sich auch Nebensachen zu merken, keinem gelingt?)

Einziger Sohn, liebes Kind.

Einzig Kind, liebes Kind.

Ein zorniger Kopf ist leicht blutend zu machen.

Ein zwanzigjährig Kalb gibt keine geschickte Kuh mehr.

Eisener Hafen*14 und irdener Topf ist ungleiche Gesellschaft.

Eisen kalt und hart, im Feuer schmeidig ward.

Eisen wetzt Eisen.

Eisern Vieh stirbt nie (nicht).

Eis hat keine Balken.
(Ebenso das Wasser, aus dem das Eis besteht. Allzu oft wird es von denen bemerkt, die sich auf zu dünnes Eis wagen, aber wenn es aus Ermangelung der Balken bricht, ist es zu spät. Mancher hat seinen Leichtsinn mit Gesundheit und Leben bezahlt, besser sind Umwege und Vorsicht vorher.)

Eitel Honigrede ist nicht ohne Gift.

Eitelkeit ein schlimmes Kleid.

Eitle Ehre ertrinkt bald.

Eitle Ehre überlebt (erlebt) den dritten Tag nicht.

Eitle Ehr ist ein bös Geschwär.

Eitle Ehr ist fahrende Hab, heute lieb, morgen schabab.

Ei, wer wollte das nicht? sprach der Abt von Posen.

Ei, wie lausig geht's zu, sagte jener, als man ihn hängte.