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Einzelne Sprichwörter kann man für andere Zwecke benutzen.

Es ist aber verboten und strafbar, größere Mengen, ganze Listen oder Länder zu kopieren und in anderen LIsten, Sammlungen oder Sprichwörtersammlungen im Internet, Büchern, Schriften, Computern oder anderswo in anderer, gleicher oder ähnlicher Art und Weise in elektronischen, gedruckten oder anderen Medien zu speichern, zu verarbeiten oder zu veröffentlichen. Jede Verwertung oder Speicherung von Inhalten bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Anbieters oder jeweiligen Rechteinhabers.
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Keine
deutschen Sprichwörter

Sprichwörter aus dem Deutschen Sprichwörter Lexikon
von Karl Friedrich Wilhelm Wander  (1867 - 1880)
die keine deutschen Sprichwörter sind
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Seit über 100 Jahren stehen in etlichen deutschen Sprichwörterbüchern viele angeblich deutsche Sprichwörter, die es tatsächlich aber nicht sind. Das liegt am Deutschen Sprichwörter Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander, das er zwischen 1867 und 1880 in 5 Bänden veröffentlichte, aus dem nachfolgende Autoren abgeschrieben haben.

Im Deutschen Sprichwörter Lexikon stehen viele Sprüche, die keine deutschen Sprichwörter sind. Quellen sind mehrere Bücher mit von Wander selbst produzierten Sprüchen, die er mit als Quelle für das Sprichwörter Lexikon benutzte.
Dazu gehören die Bücher, mit Erscheinungsjahr: ■ Scheidemünze 1831 ■ Weihnachtsnüsse 1832 ■ Nüsse für Kinder aufs ganze Jahr 1835 ■ Allgemeiner Sprichwörterschatz 1836 ■ Der Sprichwörtergarten 1838 ■ Politisches Sprichwörterbrevier 1872 (unter Pseudonym Dove).
Des weiteren zog er viele Sprüche aus der Literatur, angefangen aus den Werken von Abraham a Sancta Clara, die er schon 1838 unter dem Titel Abrahamisches Parömiakon herausbrachte.

Etliche Werke, Romane, Zeitungsartikel und anderes von anderen Autoren lieferten ebenfalls reiche Ausbeute, die er mit dem sich selbst attestierten „Sprichwörterohr“ erkannte. Es sind dann meist Zitate der Autoren aus dem jeweiligen Text, aber keine Sprichwörter. Diese Zitate können Sprichwortähnlich, 
Aphorismen, Maximen, Sentenzen und anderes sein, aber keine Sprichwörter, da sie nie im Volk als Sprichwort gebraucht wurden oder bekannt waren.
Das schließt nicht aus, das Sancta Clara und andere Autoren an anderen Stellen auch Sprichwörter gebraucht haben. Die sind aber dann unabhängig von ihnen auch bei anderen Autoren als Sprichwörter zu finden.

Einige Fehler kommen schon von anderen Autoren, Beispielsweise aus dem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ von Eduard Graf und Mathias Dietherr aus dem Jahr 1864, die ihrerseits aus fremden Texten einige falsche Sprichwörter produzierten. Zum Glück haben sie Quellenangaben beigefügt, so das man ihre falschen Sprüche nach einigem Suchen in den Quellen, wenn man sie im Original einsehen kann, entlarven kann.


Hinzu kommen noch viele fremdsprachige Sprichwörter aus Sammlungen diverser anderer Länder. Von anderen übersetzte Sprichwörter bekamen teilweise den Hinweis auf das Ursprungsland, einige nur den Namen des Autors als Quelle, ohne Angabe der Herkunftsländer, oder blieben ganz ohne eine Bemerkung.

Dazu gehören:
  • Arabische Sprichwörter, Burckhardt 1834;
  • Jenseits der Schären, (finnische Sprichwörter) Bertram 1854;
  • Osmanische Sprichwörter, Schlechta 1865 
  • Sprichwörter aus Bulgarien, Rumänien, Russland und andere.
   
Dazu kommen weitere, die er selbst übersetzte, wie
  • A Polyglot of foreign proverbs (englische Sprichwörter), Bohn 1857;
  • Spreekwoordenboek der Nederlandsche, Harrebomée 1858 und andere.
   
Die fremden Sprichwörter setzte Wander als Ergänzung unter vergleichbare deutsche Sprichwörter. Oft fügte er die in die deutsche Sprache übersetzten fremden Sprichwörter aber erst alleine ohne ein deutsches Sprichwort ein, als Platzhalter für vergleichbare, die er erst zu finden hoffte. Viele dieser fremden Platzhalter blieben alleine, da kein deutsches Sprichwort gefunden wurde und stehen dort im Lexikon als vermeintlich Deutsches, sind aber nur verweiste Platzhalter und Übersetzungen anderssprachiger Sprichwörter. Wander war sich dessen zwar bewusst, konnte es aus Zeitmangel beim Druck und Korrekturlesen nicht mehr rückgängig machen. In der Vorrede zum 1. Band auf Seite XIII hielt Wander diesen Mangel nicht für wesentlich und hoffte, sie bei einer späteren Auflage zu beseitigen:


„Es sind dies indess Mängel von, wie ich glaube, nicht wesentlicher Bedeutung und lassen sich sehr leicht bei einer spätern Auflage beseitigen. Ich muss hier überhaupt bemerken, dass es einer spätern Bearbeitung vorbehalten bleiben muss, das Ziel zu erreichen, welches mir selbst aus Mangel an geeigneter Unterstützung zu erreichen versagt war. Jede menschliche Kraft hat eine Grenze; und ich musste, wenn nicht die ganze dreissigjährige Arbeit verloren sein oder unvollendet bleiben sollte, manches unausgeführt lassen, was zu meinen eigenen Wünschen gehörte.“

Leider verstarb Wander 1880 vor dem Druck des 5. Bandes und konnte keine weitere Bearbeitungen durchführen. Ebenso bearbeitete es niemand anderes oder verbesserte Fehler. Bis heute sind die mehrfachen Nachdrucke unverändert wie die 1. Ausgabe, mit den darin enthaltenen Fehlern und Mängeln.

Zusätzlich veränderte Wander oft auch den Wortlaut seiner Quellen, bei deutschen und fremdsprachigen Sprichwörtern gleichermaßen. Aus manchen längeren Sprichwörtern machte er zwei, aus verschiedenen Versionen eines Sprichwortes setzte er eine neue eigene zusammen und anderes mehr. Mehrere Versionen mit verschiedenen Wortzusammenstellungen oder Reihenfolge eines Sprichworts aus verschiedenen Quellen führte Wander öfters als verschiedene Sprichwörter auf, manche über 10 Mal.

Ähnliche Kritik wurde schon von Wanders Zeitgenossen Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld in der Zeitschrift für Politik, Literatur und Kunst, dem Grenzboten, 1873, 1. Band geäußert.
Im Internet die Seiten 105 bis 112:
https://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten/periodical/pageview/129105?query=Reinsberg.
Wanders Antwort darauf im Vorwort seines Deutschen Sprichwörter Lexikons, Band 3 aus dem Jahr 1873, ab Seite VIII:
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=Category:Wander_DSL_3/ . . /_0008.jpg



Beispiel: Julius Altmann und russische Sprichwörter:
Julius Altmann sammelte über mehrere Jahre russische und andere Sprichwörter und veröffentlichte sie in mehreren Ausgaben des Jahrbuchs für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft und im Magazin für die Literatur des Auslandes zwischen 1852 und 1855. Darin enthalten mehrere Tausend russische Sprichwörter, die Wander in das Deutsche Sprichwörter Lexikon übernahm. 99 % davon mit eigener Nr. ohne ein vergleichbares deutsches Sprichwort und oft mit verändertem Wortlaut. Mal mit dem Zusatz: „Aehnlich die Russen“, „Aehnlich russisch“, mal auch „Die Russen“ oder „Altmann“ und mal das russische Sprichwort unter dem veränderten Text von Wander. Da bei über 99% eine Quellenangabe für den von Wander vorangestellten Text des veränderten russischen Sprichworts fehlt (über 4000 von Altmann), wird der Laie es fälschlich für ein wirkliches Deutsches halten, was es nicht ist.


Hier stehen Sprichwörter, die in Wanders Deutschen Sprichwörter Lexikon mangels Hinweis fälschlich als deutsche Sprichwörter angesehen werden können, es aber nicht sind. Diese Sprichwörter stehen in manchem anderen Sprichwörterbuch der letzten 140 Jahre als vermeintlich Deutsches, da sie von Wander abgeschrieben wurden.


Von diesen ursprünglich fremdsprachigen Sprichwörter oder Zitaten, die in jüngeren deutschen Sprichwörterbüchern öfters fälschlich als deutsche Sprichwörter aufgeführten werden, sind hier einige. Diese Liste ist nicht vollständig, da es im Deutschen Sprichwörter Lexikon mehrere Tausend gib, zu viele für diese Seite.


Als Hinweis stehen hier
   
  • das Stichwort mit der Nr. in Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon
  • das Fehlen einer Quelle
  • Zitat oder Auszug aus anderen Quellen, die keine Sprichwörter sind
  • Ursprungssprache des Sprichworts, aus der Wander übersetzt hat. Etliche Male hat Wander Sprichwörter aus anderen Sprachen als deutsches Sprichwort eingefügt
   
(Hinweis - in Wanders Hinweisen, Quellenangaben und anderen Angaben befinden sich etliche Fehler)  
   
Die deutschen Übersetzungen von Wander entsprechen nicht immer dem fremdsprachigen Original oder sie sind gar nicht wiederzuerkennen. Das Sprichwort in den jeweiligen fremdsprachigen Originalquellen habe ich nicht überprüft, es sind die Angaben aus dem Sprichwörter Lexikon.


Sprichwörter aus Büchern, die schon damals von anderen in die deutsche Sprache übersetzt wurden, stehen nicht hier, sondern unter dem jeweiligen Land (Ägypten, Bulgarien, Finnland, Russland und andere), wenn mir die Originalquelle vorliegt.

Auch die Sprüche ohne Quellenangabe sind hier. Von einigen habe ich die Quelle in einer älteren (vor 1867 - 1880) Sprichwörtersammlung (Körte, Braun, Simrock und andere) gefunden und sie unter die deutschen Sprichwörter einsortiert. Falls es weitere Sprichwörter in dieser Liste geben sollte, die in einer älteren Sammlung mit deutschen Sprichwörtern gefunden werden können, bitte eine Nachricht mit der genauen Quellenangabe.

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Abwarten, sagt der Schulmeister, bis der Teufel den Pfaffen holt.
Abwarten 2  (ohne Quelle)

Abwechslung stärkt den Appetit.
Abwechselung 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Alexander der Große war klein zu Rosse.
Alexander 1  (ohne Quelle)

Allzu fein bricht leicht ein Bein.
Fein 32  (ohne Quelle)

Allzu fein ist eitel Schein.
Allzu fein 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Allzu fromm ist Nachbars Spott.
Allzu fromm (ohne Quelle, im Sprichwörter Lexikon auf Plattdeutsch: Allto fram is Nabers Spott.)

Alte Bienen geben wenig Honig.
Biene 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Alte Freunde und Wege sollte man nicht verlassen.
Freund (Subst.) 11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen, Italienischen.)

Alte Geschichten zu erzählen macht neuen Zorn.
Geschichte 2 (ohne Quelle.)

Alte Ochsen machen gerade Furchen.
Ochs 7 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen und anderen Sprachen.)

Alter Schmutz ist schwer wegzuwaschen.
Schmuz 14  (ohne Quelle!)

Alte Vögel werden nicht mit Spreu gefangen.
Vogel 12(Im Deutschen Sprichwörter Lexikon ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein englisches Sprichwort. In Wanders Quellen findet man die englische Herkunft im Buch Sprichwörter germanischer Sprachen vergleichend zusammengestellt“ von Ida von Düringsfeld und Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld aus dem Jahr 1872 auf Seite 23, Nr. 49 und und im Buch „A Hand book of Proverbs“ an reppublication of Ray's collection of english Proverbs, 1855 von Henry G. Bohn herausgegeben, auf Seite 467.)

Alt ist drum nicht Recht.
Alt (Adj.) 75 (Kein Sprichwort, sondern ein Satz aus der Erklärung zu einem anderen Sprichwort. Wander hat das angebliche Sprichwort aus der Erklärung, die Georg Tob. Pistorius 1716 in seinem Buch „Thesaurus paroemiarum germanico juridicarum (Teutsch Juristischer Sprichwörter Schatz) zum Sprichwort „Alte Gewohnheit soll man nicht brechen.“ gegeben hat. (Seite 283, LXXXIX, 5.) Unter 5. führt er (meist auf Lateinisch) aus: „Rationem illud verbum suppeditar“ (Ein Hinweis darauf, dass) „Alt ist drum nicht Recht.“ . . weiter: „sed immodicis & nimium duris; hoc ipso injustis“ (Aber übertrieben und zu hart; das ist sehr ungerecht) „Missbrauch ist keine Gewohnheit.“)

Altwerden, das ist Gottes Gunst. Jung bleiben, das ist Lebenskunst.
Alt (Adj.) 84  (Pfeilerinschrift im Bierkeller des roten Rathhauses in Berlin, als es neu erbaut war.)
Erbaut wurde das Rote Rathaus in Berlin zwischen 1861 und 1869 nach Plänen (19. Juli 1860 bestätigt) Hermann Friedrich Waesemanns (*1813 in Danzig - †1879 in Berlin) im Rundbogenstil. Der Magistrat tagte nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes hier erstmals am 30. Juni 1865. Das Richtfest wurde am 9. November 1867 begangen und am 6. Januar 1870 fand die erste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im roten Rathaus statt.
In den Kellerräumen war eine Gastronomie mit Ratstrinkstube, Bernauer Keller und mehr vorhanden. Der neue Ratskeller erstreckte sich parallel zur Königstraße in ganzer Gebäudebreite und eröffnete am 5. Oktober 1869. Wänden, Säulen und anderen Stellen wurden im Rathaus vom Turm bis zum Keller überall mit Sinnsprüchen geschmückt, welche auf Veranlassung des ehemaligen Oberbürgermeisters Seidel und des Rathaus Erbauers Wäsermann von Dr. Rudolf Löwenstein (1819 - 1891) teils gesammelt, teils neu verfasst worden sind und im Keller meist das Trinken beinhalteten. Die Sinn- und Trinksprüche wurden vom Pächter des Ratskellers Frieske im Selbstverlag unter dem Titel „Gedenkbüchlein an den Berliner Rathskeller“ als Buch veröffentlicht. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon hat Wander bei ca. 70 Sprüchen dieses Gedenkbüchlein als einzige Quelle angegeben, das heißt, Sprüche aus der Feder von Löwenstein. In 150 Jahren wurde das Berliner Rathaus mehrfach umgebaut und renoviert, ebenso der ehemalige Ratskeller, so das wohl nicht mehr viel von den Sinnsprüchen erhalten ist. 1991 wurde der Ratskeller geschlossen und Teilflächen in eine Kantine umgebaut.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Rotes_Rathaus
            Gedenkbüchlein an den Berliner Rathskeller, G. H. Frieske, Berlin 1878

Am Ende findet man die Wahrheit.
Ende 10 (Kein Sprichwort, sondern der Abschlusssatz des 38. Kapitels, Seite 76 im 2. Buch von „Das Keyserrecht nach einer Handschrift von 1372“ von Dr. Hermann Ernst Endemann 1846 veröffentlicht. Eduard Graf hat in seinem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ den Originalsatz von Endemann: „Sint in dez riches recht gesc. stet: an dem ende findet man die warheit, die nieman irren mag.“ in obiges vermeintliche Sprichwort umgeändert, von wo Wander den Spruch fälschlich als Sprichwort in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon übernommen hat.)

An dem Schwachen will sich jeder reiben.
Schwacher 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

An den Augen sieht man, was einer ist und was er kann.
Auge 3  (ohne Quelle)

An den Tod denken ist der Weg zur Weisheit.
Tod 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen, Italienischen.)

An der Armen Truh wischt jedermann die Schuh.
Arme (der) 3  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

An der Ausdauer erkennt man den Mann.
Ausdauer 1  (Quelle nicht nachprüfbar. Andere Quellen nicht auffindbar.)

Anderer Kopf, andere Gedanken.
Kopf 6  (ohne Quelle)

Anderer Meinung soll man hören und mit Verstand sich daran kehren.
Meinung 1  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Böhmischen, Polnischen.)

An der Glückseiche wächst die Hochmutsflechte.
Glückseiche  (ohne Quelle)

An drei Dingen erkennt man einen Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.
Ding 54  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

An einem runden Tisch ist jeder Platz der erste.
Tisch 8  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen, Französisch, Italienischen.)

An fremden Fehlern erkennt man die eigenen.
Fehler 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

An vielem Fragen erkennt man einen Narren.
Fragen 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen. Variation in einem neueren Buch: Am vielen Fragen erkennt man den Narren.)

Arbeit, die vorüber, ist uns umso lieber.
Arbeit 8 (ohne Quelle.)

Arbeite brav, das gibt guten Schlaf.
Arbeiten 2  (ohne Quelle.)

Arbeiten im Lande ist besser als in der Wüste beten.
Arbeiten 15  (ohne Quelle.)

Arbeit erhält die Gesundheit.
Arbeit 176  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Arbeit ohne Lohn ist halb Spott, halb Hohn.
Arbeit 52  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Arbeit, Sorg und Herzeleid ist der Erde Alltagskleid.
Arbeit 199 (ohne Quelle.)

Argwohn ist der Freundschaft Gift.
Argwohn 5  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen, Französischen.)

Argwohn stellt auf und der Teufel fängt.
Argwohn 17  (ohne Quelle.)

Argwohn tötet die Freundschaft.
Argwohn 18  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Argwohn und Feindschaft sind Nachbarn.
Argwohn 19  (ohne Quelle.)

Argwohn und unbedacht hat manchen in groß Leid gebracht.
Argwohn 20  (ohne Quelle.)

Argwohn weicht nicht, es scheine ihm denn die Wahrheit ins Gesicht.
Argwohn 21  (ohne Quelle.)

Arm an Gelde, arm an Begierden.
Arm (Adj.) 2  (ohne Quelle.)

Arme und Kranke müssen viel ertragen.
Arme (der) 10  (ohne Quelle.)

Arm im Beutel, krank im Herzen.
Arm (Adj.) 5  (ohne Quelle.)

Arm ist nur, wer sich für arm hält.
Arm (Adj.) 70  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Portugisischen.)

Arm ist, wer nirgendwo zu bleiben hat.
Arm (Adj.) 10  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Arm ist, wer sich nicht begnügen lässt.
Arm (Adj.) 11  (ohne deutsche Quelle. Aus dem Lateinischen)

Arm sein ist keine Schande, wenn man nur Geld genug hat.
Arm (Adj.) 18  (ohne Quelle.)

Arm und frei ist besser als ein voller Kragen (Kropf) und eine Kette um den Hals.
Arm (Adj.) 21  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen, Ungarischen.)

Armut bei (in) bösen Jahren lehrt einem viel erfahren.
Armuth 5  (ohne Quelle.)

Armut bleibt verschmäht.
Armuth 8  (ohne Quelle.)

Armut braucht leichtes Blut, sagte der Geizhals, und speiste den Bettler ab.
Armuth 9  (ohne Quelle.)

Armut ernährt, aber sie macht nicht fett.
Armuth 15  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Armut hat Eselskleid und Pfauenstimm'.
Armuth 27  (ohne Quelle.)

Armut hat keine Scham.
Armuth 28  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Armut heilt Hochmut.
Armuth 34 (Wander gibt sein eigenes Buch Sprichwörtergarten, Nr. 50, (1838) als Quelle an, zusätzlich ein etwas abweichendes italienisches Sprichwort.)

Armut hinkt, Reichtum (Wohlstand) springt.
Armuth 36  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Armut im Lande macht der Regierung oft Schande.
Armuth 241  (Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Armut in Ehren ist besser als Reichtum mit Schande.
Armuth 39  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Armut ist der Gesundheit Mutter.
Armuth 44  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen)

Armut ist des Unfriedens Mutter.
Armuth 244 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Armut ist die größte Untugend (Sünde).
Armuth 52  (ohne Quelle.)

Armut ist die Mutter der Demut.
Armuth 53 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen und Italienischen.)

Armut ist die Tochter der Faulheit.
Armuth 54 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)
Armut ist ein böser Ratgeber.
Armuth 55  (ohne Quelle.)

Armut ist ein brennend Hemd.
Armuth 56 (Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Armut ist eine böse Krankheit.
Armuth 67 (ohne Quelle.)

Armut ist ein Gut, das alle Menschen hassen.
Armuth 60  (ohne Quelle.)

Armut muss zu Fuß gehen.
Armuth 113 (ohne Quelle. Wander gibt hier nur die 2. Hälfte eines anderen Sprichworts von Simrock (Nr. 3274) wieder: „Geld fährt auf hohen Schlitten, Armut muss zu Fuß gehn.“)

Armut prüft Freundschaft.
Armuth 114 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Armut schadet dem Adel nicht.
Armuth 115 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Armut schärft den Verstand.
Armuth 117(ohne Quelle.)

Armut steigt, Reichtum fällt.
Armuth 122 (ohne Quelle.)

Armut sticht überall.
Armuth 123 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Armut trägt den Kopf nie hoch (er- und überhebt sich nicht).
Armuth 129 (ohne Quelle.)

Armut treibt zur Arbeit.
Armuth 131 (ohne Quelle.)

Auch auf breitem Wege kann man sich verirren.
Weg (Subst.) 13  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Schwedischen, Lateinischen. Bei ca. 600 Einträgen wird dieselbe Quelle genannt, meist ohne ein wirkliches deutsches Sprichwort.)

Auch auf hinkendem Pferde kann man musterhaft reiten.
Pferd 12  (ohne Quelle.)

Auch Bücher haben ihr Schicksale.
Buch 64  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)
Wanders Quelle ist das Buch Novus thesaurus adagiorum latinorum von Wilhelm Binder (1861) mit lateinischen Zitaten verschiedener Autoren. Für das Lateinische: „Habent sua fata libelli“ gibt er keine Quelle an.
Der lateinische Spruch stammt aus einem nur unvollständig überlieferten Lehrgedicht des antiken Grammatikers Terentianus Maurus (wahrscheinlich 150 - 200). Der Vers 1286 lautet vollständig „Pro captu lectoris habent sua fata libelli“. Die zitierte 2. Hälfte wurde 1888 zum Wahlspruch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Habent_sua_fata_libelli

Auch der Geizige öffnet den Schrank, dauert das Bitten zu lang.
Geiziger 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Auch die Heiligen haben ihre schwachen Augenblicke.
Heiliger 3 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Auch ein Armer hat noch einen Lappen, den ihm das Unglück abschneiden kann.
Arme (der) 17  (ohne Quelle.)

Auch in einer elfenbeinernen Scheide steckt oft ein bleiern Messer.
Scheide 1 (Kein Sprichwort, sondern ein von Wander etwas veränderter Satz aus dem Buch „Affentheurlich Naupengeheurliche Geschichtklitterung“ von Johann Fischart (1546/1547 - 1591) aus dem Jahre 1575 aus dem 6. Cap. von der Gurgelmilta Kindsgenesung. Original bei Fischart: „das inn solcher sauberer Herberg können wüster Wirt oder Gast hausen; oder in einer Helffenbynen Scheiden ein bleien Messer stecken;“)

Auch rote Äpfel sind wurmstichig.
Apfel 6 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen und Italienischen.)

Auch vom Feinde kann man lernen.
Feind 4  (Kein Sprichwort, sondern ein altes lateinisches Zitat von Ovid. Von Wander aus dem Buch „Kleines lateinisches Converſationslexicon“ von Ferdinand Philippi (1825) herausgezogen. Das Buch enthält vorwiegend Zitate römischer Autoren, wie sie oft in deutschen Schriften vorkommen. Dieses stammt von Ovid, aus den Metamorphosen, IV, 428. Das Zitat ist in verschiedenem Wortlaut verbreitet.)

Auf allen Gassen findet man Unglück (Schlimmes) feil.
Gasse 1  (ohne Quelle.)

Auf den Gräbern wachsen die schönsten Rosen.
Grab 1 (Diesen Spruch hat Wander aus dem Buch „Käthi, die Grossmutter“ von Jeremias Gotthelf (Pseudonym des Schweizer Schriftstellers und Pfarrers Albert Bitzius, 1797 - 1854), Band 2, Seite 138 mit einem wirkliches Sprichwort als 2. Teil: „Wenn die Not am höchsten ist, ist Gottes am nächsten.“ als einleitenden Spruch vor dem 23. Kapitel. Der 1. Teil mit den schönsten Rosen auf den Gräbern findet sich nur im Zusammenhang mit Jeremias Gotthelf und seinem Roman und mit Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon und wenigen , die von ihm abgeschrieben haben. Als Sprichwort gebraucht ist der Spruch nirgends zu finden. Er ist damit kein Sprichwort, sondern ein Zitat aus dem Buch von Jeremias Gotthelf.)

Auf den man nicht wartet, von dem hält man nichts.
Warten 1 (ohne Quelle.)

Auf der schwächsten Schulter ruht oft die schwerste Last.
Schulter 1 (Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Auf gute Anrede folgt guter Bescheid.
Anrede 1 (Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort. Wander ergänzt nur das russische Original in lateinischen Buchstaben, gibt aber keine Quelle an.)

Aufschub in Gefahr bringt oft ein böses Jahr. (oder: kann bringen graue Haar).
Aufschub 7 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Auf unfruchtbar Land muss man nicht erst säen.
Land 10 (ohne Quelle.)

Aus altem Groll wird Hass.
Groll 2  (ohne Quelle.)

Aus alten Eichen lässt sich viel Holz schlagen.
Eiche 1 (ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort. Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 129.)

Aus Bösem kommt nichts Gutes.
Böse (das) 94 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt nur einen dänischen und einen lateinischen Spruch an. Der Lateinische ist laut Wanders Quelle ein Zitat von Ovid.)

Aus Bösen Gedanken entspringen böse Taten.
Gedanke 119 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt nur ein Ähnliches russisches Sprichwort mit Altmann als Quelle an.)

Aus dem Busche in den Wald kommen.
Busch *42 (ohne Quelle.)

Aus dem Munde kommen Worte und Worte sind Wind.
Mund 13 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Aus einem Mops wird kein Jagdhund.
Mops 1(Kein deutsches Sprichwort. Wanders Übersetzung des französischen Sprichworts „D'une buse on ne saurait faire an épervier.“ (Wander transformiert hier Vögel zu Hunden) Die bessere Übersetzung wäre: „Aus einem Bussard kann man keinen Falken machen.“)

Aus einem Schweinsohr kann man keinen seidenen Geldbeutel machen.
Schweinsohr (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen und Holländischen.)

Aus einem (jungen) Wolfe wird kein Lamm.
Wolf 15 (Kein deutsches, sondern nur ähnlich einem türkischen oder schwedischem Sprichwort. Wander gibt nur ein osmanisches (türkisches) Sprichwort aus dem Buch „Osmanische Sprichwörter“ (Nr. 365: „Der Sohn des Wolfes wird kein Lamm.“) durch die k. k. orientalische Akademie in Wien 1865 herausgegeben und ein schwedisches Sprichwort (Af ulfen bliver aldrig lam.) als Hinweise an. In heutigen Büchern, die Wander als Quelle benutzten, wird das „(jungen)“ auch weggelassen.)

Aus Fäden werden Stricke.
Faden 2 (ohne Quelle.)

Aus fremden Landen kommen üble Sitten.
Land 11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen)

Aus kaltem Herzen kommt kein warmes Wort.
Herz 8  (ohne Quelle!)

Aus schlechtem Fass kann man nichts Gutes zapfen.
Fass 6 (ohne Quelle.)

Aus Tropfen werden Flüsse, aus Flüssen wird das Meer.
Tropfen (Subst.) 2 (ohne Quelle.)

Auswendig fein, inwendig ein Schwein.
Auswendig 2 (ohne Quelle.)

Bär bleibt Bär, führt man ihn auch übers Meer.
Bär 3 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen. In Büchern, die Wander als Quelle benutzten, steht anstelle von „führt“ manchmal „schickt“.)

Bäurisch gefahren ist besser als herrisch gelaufen.
Fahren 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Bei drei Dingen lernt man den Menschen kennen: in der Liebe, beim Spiel und beim Wein.
Ding 88(ohne Quelle.)

Bei großen Sachen soll man wenig Worte machen.
Sache 6 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Beim Fass ist der Boden keine Nebensache.
Fass 8 (ohne Quelle!. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort.Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 129. Zusätzlich hat Wander einige Worte des Originaltextes von Altmann: „Der Boden ist beim Fass keine Nebensache.“ umgestellt, wahrscheinlich, um es unter dem Stichwort „Fass“ einzuordnen.)

Besser den Anker verlieren, als das ganze Schiff.
Anker 37 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Besser ein bös' Weib als ein faules.
Besser 123 (ohne Quelle.)

Besser eine Stunde zu früh als eine Minute zu spät.
Stunde 5 (ohne Quelle.)

Besser ein kleiner Herr, als ein großer Knecht.
Besser 143 (Wander ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quellen: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 328 und das Buch „Aus der Walachei. Rumänische Gedichte, Sprichwörter“ aus dem Jahr 1852 von Johann Karl Schuller Seite 36)

Besser gerechter Tadel als falsches Lob.
Tadel 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Beständigkeit bricht Glückes Neid.
Beständigkeit 4  (Kein Sprichwort, Zitat aus dem Buch „Poetische Ubersetzungen und Gedichte“ aus dem Jahr 1704 von Hans Aßmann Freiherr von Abschatz (1646 - 1699))

Betrug betrügt sich selbst.
Betrug 3 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Bewahren ist so gut wie erwerben.
Bewahren 9 (Kein Sprichwort. Wander gibt anstelle einer Quellenur einen lateinischen Spruch an, den er dem Buch „Sprüchwöterbuch in sechs Sprachen“ von Georg von Gaal entnommen hat. Dort steht er unter Nr. 374 als vergleichbarer Spruch unter dem deutschen Sprichwort „Erhalten ist so große Kunst, wie Erwerben.“ Der steht aber schon unter Erhalten Nr. 6 im Deutschen Sprichwörter Lexikon, so das der Spruch unter Bewahren Nr. 9 wahrscheinlich eine weitere produzierte Neuschöpfung Wanders ist. Überflüssigerweise hat Wander noch die fast gleichlautende Version von Lehmann, die er ebenfalls als Quelle angibt (lediglich das Wort „Gut“ ist eingefügt) als zusätzliches eigenständiges Sprichwort unter Erhalten Nr. 7 eingefügt, diesmal ohne Quellenangabe.)

Brüder lieben einander wie Messerspitzen.
Bruder 4  (ohne Quelle.)

Da ist 's heilige Grab wohl verwahrt.
Grab *28 (ohne Quelle.)

Dankbarkeit und Weizen gedeihen nur auf gutem Boden.
Dankbarkeit 6 (ohne Quelle.)

Das Alter ist weiser als die Jugend, aber der Morgen ist klüger als der Abend.
Alter (das) 146 (Kein deutsches Sprichwort. Wander hat dies Sprichwort aus dem französischen Buch „Quelque six mille proverbes et aphorismes usuels“ von Le P. Ch. Cahier aus dem Jahr 1856 übernommen. Das Buch enthält 4844 Sprichwörter aus 13 Sprachen und 1885 Axiome. Das obige Sprichwort ist laut diesem Buch aus Russland.)

Das beste Pferd geht nicht über seine Kraft.
Pferd 47 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Das beste Pferd kann straucheln.
Pferd 48 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und Schwedischen.)

Das beste Pferd wird einmal zur Mähre.
Pferd 50 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Das Böse straft sich selbst.
Böse (das) 35 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Das Glück hat seine Launen.
Glück 72  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Das Gotteshaus verliert sein Recht in 100 Jahren nicht.
Gotteshaus 1 (Kein Sprichwort. Wander hat diesen Spruch aus dem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ von Eduard Graf aus dem Jahr 1864 (Seite 95, Nr. 186) entnommen.Eduard Graf wiederum hat den Spruch aus einem mundartlichen Text aus dem Buch „Weisthümer 1. Teil“ von Jacob Grimm aus dem Jahr 1840. Graf nimmt aus dem Satz: „Wa oder wie dem gotzhus lützel oder vil entfrömdet oder verlorn wirt, wirt das erforschet vber kurtz oder lang, so verlürt das gotzhus nit sin reht in hundert iaren, als ouch andri gotzhüser, da si kuntschaft vmb hänt.“ in Mundart einen Teil und ändert ihn ins Hochdeutsche. Dieser Teil wird damit aber kein Sprichwort.)

Das Grab öffnet sich jeden Augenblick, aber es schließt sich nur einmal für immer.
Grab 5 (ohne Quelle.)

Das Grab verschlingt alles.
Grab 6 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Das größte Pferd ist oft zur Arbeit wenig wert.
Pferd 51 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Das größte Schiff ist ein kleiner Bissen fürs Meer.
Schiff 8 (ohne Quelle.)

Das gute Pferd will den Sporen und das schlechte doppelt, so will gut Weib und böses den Stock.
Pferd 52 (ohne Quelle.)

Das ist eben das Unglück der Könige, dass sie die Wahrheit nicht hören wollen.
(Kein Sprichwort, sondern ein Zitat (das nicht bei Wander steht) von Johann Jacoby (1805 - 1877), Arzt und Politiker aus Königsberg. Eine Deputation der preuß. Nationalversammlung übergab am 2.11.1848 dem preuß. König eine Adresse, die vor dem soeben ernannten Ministerium Brandenburg warnte und um Einsetzung einer volkstümlichen Regierung bat. Der König nahm die Adresse schweigend an. Auf die Frage: „Wollen eure Majestät uns gehör schenken?“ antwortete er nur „nein“. Darauf rief Jacobi als Mitglied der Deputation die zitierten Worte.)

Das Kamel ging um Hörner zu suchen aus und kam ohne Ohren nach Haus.
Kamel 4 (Ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Originaltexte in Wanders Quellen: (aus dem Buch „Vom Don zur Donau“ von Karl Emil Franzos, Seite 333) „Das Kamel hat die Ohren verloren, weil es Hörner haben wollte.“ und (aus dem Buch „Aus der Walachei. Rumänische Gedichte, Sprichwörter“ von Johann Karl Schuller Seite 38) „Weil's Hörner haben wollte, hat die Ohren einst das Kamel verloren.
Ursprung des Sprichworts ist eine Fabel von Äsop: Die Kamele sahen einen Stier und waren neidisch auf dessen stolzen Hörner. Sie gingen zum Gott Zeus und verlangten ebensolche Hörner. Der Wurde böse, da sie ja schon so groß und stark waren und das reichen würde. Um die Kamele wegen ihrer Unverschämtheit zu strafen, nahm er ihnen eine große Länge ihrer Oren und schickte sie weg. Das bedeutet, wer schon viel hat und nach noch mehr strebt, bekommt es nicht und verliert möglicherweise obendrein noch seinen bisherigen Besitz.
Die Fabel von Äsop im Internet: https://www.projekt-gutenberg.org/aesop/fabeln/chap077.html )

Das Pferd ist gut, aber lahm.
Pferd *831 (ohne Quelle.)

Das Pferd muss man anders satteln.
Pferd *836 (ohne deutsche Quelle. Aus Wanders eigenem Buch „Abrahamisches Parömiakon“ (Nr. 1575), in dem er vermeintliche Sprichwörter, die er aus dem Text von Abraham a Sancta Clara herausgelesen haben will, 1838 veröffentlichte.)

Dem Armen beschert Gott alle Jahre ein Kind und dem Reichen ein Rind.
Arme (der) 20
Gott beschert dem Armen alle Jahre ein Kind und dem Reichen ein Rind.
Gott 314 (Wander ohne Quelle gleich zwei Mal!Mur die Worte ein bisschen umgestellt und man kann denselben Spruch unter 2 verschiedenen Stichworten einfügen. Das beschert dem Deutschen Sprichwörter Lexikon gleich viele neue Einträge. Wander wollte anfangs nicht wie Harrebomée (Spreekwoordenboek der Nederlandsche taal 1858-66), den er dafür kritisierte, mehrere Einträge für ein Sprichwort, nur weil es mehrere Möglichkeiten gab. Durch Änderungen werden scheinbar die Sprichwörter vermehrt, hier wird aus 1 durch Worttausch 2, bei anderen gibt es bis über zehn! und fehlende Quellen verhindern eine Nachprüfung.)

Dem blinden Vogel baut Gott das Nest.
Vogel 54 (ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein türkisches Sprichwort aus dem zu Wanders Quellen gehörende Buch „Türkische Sprichwörter“ von A. Merx aus dem Jahr 1877.)

Dem, der früh aufsteht, hilft Gott und leitet ihm die Hand.
Aufstehen 5 (ohne Quelle.)

Dem Esel träumt von Disteln, wenn man ihn auch mit Hafer füttert.
Esel 45 (Kein deutsches Sprichwort. Den 1. Teil gibt Wander unter Esel Nr. 44 schon richtig als deutsches Sprichwort mit Henisch Spalte 942 an. Dieses mit einem zusätzlichen 2. Teil gibt er fälschlich ebenfalls mit Petri, II, 73 als Quelle unter Esel Nr. 45 an. Der von Wander angefügte 2. Teil ist aber die Übersetzung vom Anfang eines niederländischen Sprichworts, das zusätzlich im Original mit Harrebomée als Quelle angegeben ist. Die von Wander angegebene Quelle bei Petri enthält genau wie bei Henisch nur den 1. Teil.
Original Niederländisch: „Geef een' ezel haver, hij loopt tot de distels.“ (Harrebomée, I, 188.) wird von Google so übersetzt: „Geben Sie einem Esel Hafer, er läuft zu den Disteln.“)

Dem Mutigen hilft Gott.
Muthiger 2 (Kein Sprichwort, sondern ein Zitat aus dem Drama „Wilhelm Tell“ von Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 - 1805), 1. Akt, 2. Szene, Gertrud zu Staufacher.)

Dem Toten tut kein Zahn mehr wehe.
Todte (der) 6 (Kein deutsches Sprichwort. Wander gibt als Quelle Binder III, 3726 an, was falsch ist. Unter der angegebenen Nr. steht das Sprichwort: „Man fragt zuerst: was trägt es ein? und dann erst, ob es recht und fein.“. Obiger Spruch ist Wanders eigene Schöpfung von einem anderen Sprichwort, in das er gleich die Erklärung mit integriert hat: „Es tut ihm kein Zahn mehr weh.“. Dieses Sprichwort existiert tatsächlich (bei Wander ebenfalls vorhanden unter Zahm Nr. *187), und es bedeutet, er ist verstorben. Wanders Version ist in keinem deutschen Buch zu finden. Einzige Ausnahme ist das „Lettische Wörter- und Namen Lexikon“ von Gothard Fridrich Stender, zweiter Teil, aus dem Jahr 1789, Seite 590. Dort steht es unter dem Stichwort Todte, der, als Übersetzung des lettischen Textes. Dieses Buch war Wander nicht bekannt.)

Den einen sticht man mit der Nadel, den anderen mit der Heugabel.
Stechen 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Den Männern, die zu viel befehlen, wird selten gehorcht.
Mann 1917 (ohne Quelle.)

Den Müßigen sticht das Bett überall.
Müssiger 1 (ohne Quelle. Wander gibt nur eine Erklärung aus dem Narrenschiff von Brant: Narren „sei anderen Leuten, was Rauch in den Augen und Essig den Zähnen.“ aber keine Quelle.)

Den Narren macht die Hoffnung reich.
Narr 86 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Den Sack aufhalten ist leichter als ihn füllen.
Sack 344 (ohne Quelle.)

Den Stolz hat man umsonst, das Brot muss man kaufen.
Stolz (Subst.) 2 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt einen lateinischen Text aus dem Buch Chaos (Seite 399) von Andreas Sutor an (Melius est labi pedipus, quam oculis.), von dem der deutsche Text aber keine Übersetzung ist. Wahrscheinlich wurde er von Wander erst produziert. In den letzten Jahren wurde der Spruch einige Male im Zusammenhang mit Stolz und Brot gebraucht, er ist trotzdem kein deutsches Sprichwort.)

Den Teufel zur Tür hinauswerfen und seine Großmutter zum Fenster einlassen.
Teufel *1247  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Den trägen Mann spornt der Hunger an.
Mann 1918 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Der Abt ist ein Mönch, kein Herr.
Abt 29 (Kein Sprichwort. Der Spruch ist von Wander aus Worten eines anderen Sprichwortes neu und anders zusammengesetzt worden. Als Quelle gibt Wander Eduard Graf, „Deutsche Rechtssprichwörter“ von 1864, Seite 535, Nr. 9 an. Dort steht aber: „Gott ist ein Herr und der Abt ein Mönch.“ mit Agricola Nr. 218 als Quellenangabe. Bei Agricola steht 1530 unter Nr. CCXVIII (218) fast wortgleich: „Gott ist ein Herr, der Abt ist ein Mönch.“ Ebenso fast wörtlich haben das Sprichwort Simrock, Henisch, Petri, Sailer und andere (ebenso auch Wander unter dem Stichwort Gott Nr. 713) von Agricola übernommen. Der obige Spruch ist so nachweisbar von Wander selbst zusätzlich für sein Sprichwörter Lexikon selbst produziert.)

Der Appetit muss sich nach dem Beutel richten.
Appetit 24  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Der ärgste Feind ist in uns selbst.
Feind 21  (Kein Sprichwort. Aus dem Lateinischen übersetztes Zitat von Publilius Syrus.)

Der Arme ist überall im Wege.
Arme (der) 231 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Der arme Mann ist gesund, er lebt von der Hand in den Mund.
Mann 1920 (ohne Quelle.)

Der Arme muss halten, was man ihm gestellt, der Reiche hält, was ihm gefällt.
Arme (der) 235 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Der Arme muss sein Wort halten und der Reiche hält's, wenn er Gewinn (Nutzen) davon hat.
Arme (der) 58 (ohne Quelle.)

Der Arzt ist ein geschickter Mann, der sich selber heilen kann.
Arzt 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Der Arzt ist krank, wenn ein jeder gesund ist.
Arzt 97 (Kein Sprichwort. Wanders Quelle ist das Buch „Compendiöses Lexikon Apophtegmaticum Oder stark fliessende Quelle künstlicher Redensarten und sinnreicher Lehren“ von Georg Philipp Harsdörfer (1607 -1658) aus dem Jahr 1718, eine Neuaflage von Ars Apophthegmatica aus dem Jahr 1655. Wie der Untertitel sagt, eine Quelle künstlicher Redensarten und sinnreicher Lehren, aber keiner Sprichwörter. Da es nur die einzige Quelle von ca. 300 von Wanders Sprüchen ist, sind sie alle keine Sprichwörter.)

Der Arzt ist oft mehr zu fürchten als die Krankheit.
Arzt 98 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Der Ausgang ist oft besser als der Anfang.
Ausgang *2(ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Der beste Acker bringt allein keine Frucht.
Acker 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Der beste Honig verdirbt im unreinen Glas.
Honig 4 (ohne Quelle.)

Der beste Steuermann ist zuerst im Hafen.
Steuermann 4 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Der Galgen gibt es viel, der Galgenstricke aber noch mehr.
Galgen 8  (ohne Quelle.)

Der Glaube lässt sich nicht zwingen.
Glaube 36 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Der gute Name ist der beste Same.
Name 5 (ohne deutsche Quelle. Aus Wanders eigenem Buch „Abrahamisches Parömiakon“ (Nr. 2568), in dem er vermeintliche Sprichwörter, die er aus dem Text von Abraham a Sancta Clara herausgelesen haben will, 1838 veröffentlichte.)

Der hat gut ratgeben, dem es wohl geht.
Rathgeben 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Schwedischen.)

Der Hätti und der Wetti haben beide nichts.
Hättich 3 (Kein deutsches Sprichwort. Wanders Quelle ist, auch wenn er sie nicht angibt, das Buch „Wahrheit und Dichtung“ aus dem Jahr 1824 mit schweizerischen Sprichwörtern von Melchior Kirchhofer, Seite 185. Ander haben später aus dem Deutschen Sprichwörter Lexikon abgeschrieben und ins Hochdeutsche übertragen: „Der Hättich und der Wolltich haben beide nichts.“)

Der heißt mit Unrecht mir ein Mann, der seine Frau nicht meistern kann.
Mann 1925(ohne Quelle.)

Der höchste Berg ist die Türschwelle.
Berg 125 (ohne Quelle.)

Der Honig des Reichtums kommt aus dem Bienenstock des Fleißes.
Honig 5 (ohne Quelle.)

Der Honig geht schwer ein, wenn man ihn essen muss.
Honig 6 (ohne Quelle.)

Der ist arm gewisslich, der spricht: hätt' ich.
Arm (Adj.) 36 (ohne Quelle.)

Der ist beredt, den man gern hört.
Beredt 2 (ohne Quelle.)

Der ist doppelt arm, der reich gewesen ist.
Arm (Adj.) 85 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Der ist ein verständig Mann, der nicht alles will, was er kann.
Mann 1928 (ohne Quelle.)

Der ist ein weiser Mann, der sich selber raten kann.
Mann 276 (ohne Quelle.)

Der ist glücklich genug, der keine Zeit hat, unglücklich zu sein.
Glücklich 43  (ohne Quelle.)

Der ist nicht arm, der nichts hat, sondern der, welcher viel verlangt.
Arm (Adj.) 37 (ohne Quelle.)

Der ist nicht arm, der nie gehabt, sondern der besessen und verloren hat.
Arm (Adj.) 86 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Der ist nicht arm, der wenig hat, arm ist allein der Nimmersatt.
Arm (Adj.) 89 (ohne Quelle.)

Der ist und bleibt arm, der nicht praktizieren, lügen und trügen kann.
Arm (Adj.) 39 (ohne Quelle.)

Der ist wohl ein echter Geck, der streiten will mit einem Dreck.
Geck (Subst.) 65 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Der kann sich der Armut nicht erwehren, der mehr will verzehren, als sein Pflug kann ernähren.
Armuth 157 (ohne Quelle.)

Der kleine Spaziergang hat mir wohl getan, sagte der Mann, als er vom Begräbnis seiner Frau zurückkam.
Spaziergang 5 (ohne Quelle.)

Der Klügere gibt nach, sagte der Fuchs, als ihm der Jäger das Fell über die Ohren zog.
Kluge (der) 34 (ohne Quelle.)

Der Kluge träumt nur, wenn er schläft, der Dumme auch, wenn er wacht.
Kluge (der) 25 (ohne Quelle.)

Der letzte Becher straft den Zecher.
Becher 28 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Der Morgen ist klüger als der Abend.
Morgen (Subst.) 25 (Kein deutsches, sondern ein finnisches Sprichwort. Wanders Quelle für dieses Sprichworts ist das Buch „Jenseits der Schären“ (Eine Sammlung filmischer Volksmärchen und Sprichwörter, Seite 45) von Georg Julius von Schultz (1808 -1875), einem deutschbaltischen Arzt, Dichter und Publizist, der es 1854 unter dem Pseudonym „Dr. Bertram“ 1854 in Leipzig veröffentlichte.)

Der muss eine glückliche Hand haben, der das Glück fassen (ergreifen) will.
Hand 37 (ohne Quelle.)

Der muss nicht pfeifen wollen, der den Mund nicht spitzen kann.
Pfeifen 3 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen und Italienischen.)

Der Neid ist die schlimmste Krankheit.
Neid 13 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Der Ofen des Nachbars wärmt auch.
Ofen 14 (Bei Wander ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort, von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) auf Reisen in Russland gesammelt, von ihm übersetzt und 1855 in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, Seite 391 in Deutschland veröffentlicht. Altmanns original Sprichwort lautet: „Des Nachbars Ofen wärmt auch.“)

Der Pflug am Morgen macht die besten Furchen.
Pflug 5 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Der Rute entweichen und unter die Prügel schleichen.
Ruthe *68 (Wander ohne deutsche Quelle. Aus Wanders eigenem Buch „Abrahamisches Parömiakon“ (Nr. 2341), in dem er vermeintliche Sprichwörter, die er aus dem Text von Abraham a Sancta Clara herausgelesen haben will, 1838 veröffentlichte.)

Der Saft der Reben, der kann geben ein Freudenleben.
Saft 2 (Kein Sprichwort. Ursprung ist eine Inschrift auf Gläsern, Pokalen, Kelchen und Krügen. Wanders Quelle ist das Buch „Deutsche Inschriften an Haus und Geräth“ von L. Forck. In der 1. Auflage von 1865 steht er auf Seite 62, in der 2. vermehrte Auflage von 1875 auf Seite 94 und der 3. sehr vermehrte Auflage von 1880 auf Seite 111. Nach Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon stand der Spruch noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in einigen Sprüchesammlungen, war aber nie ein Sprichwort.)

Der Satan ist ein Meister im Plaudern, wenn er nicht wohl antworten kann.
Satan 4 (ohne Quelle.)

Der Schneider trägt zerrissene Kleider.
Schneider 19 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Polnischen.)

Der Starke hat viele Feinde.
Starke (der) 5  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Der Tapfere versteht das Prahlen nicht.
Tapfere (der) 4 (Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort, gesammelt zwischen 1838 und 1843 von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) auf Reisen in Russland, von ihm übersetzt und später in Deutschland veröffentlicht. Wander hat über 4000 von J. Altmann übersetzte Sprichwörter ins Deutsche Sprichwörter Lexikon aufgenommen, oft nur Altmann dazu geschrieben, selten mit dem Hinweis auf Russland oder anderes östliches Land und etliche Male ohne jede Angabe einer Quelle. Unbesehen kann man die über 4000 Sprichwörter fast alle fälschlich für deutsche Sprichwörter halten, was sie aber nicht sind. Zudem hat Wander den Text von diesem Sprichwort so verändert, dass man einen anderen Sinn daraus erkennen kann. Originaltext bei Altmann: „Ein Tapferer versteht nicht zu prahlen.“)

Der Teufel spricht mit den Gelehrten Latein und mit den Deutschen deutsch.
Teufel 310 (Kein deutsches Sprichwort. Wie viele andere mit eigener Nr. aber ohne Quellenangabe ist es ein von Wander etwas verändertes russisches Sprichwort, das Julius Altmann in Russland gesammelt und 1855 in Deutschland veröffentlicht hat. Wander bemerkt dazu nur „Auch russisch Altmann VI, 390“ Es ist nicht nur ähnlich, es ist seine Quelle! Das russische Original lautet: „Der Teufel spricht mit den Gelehrten Latein und mit den Bauern Russisch.“ und steht 1855 in den Jahrbüchern für slavische Literatur, Kunst und Wissenschaft auf Seite 390.)

Der Tod allein kann die Hoffnung töten.
Tod 38 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Der Tod hat noch keinen vergessen.
Tod 79 (Kein deutsches Sprichwort. Wanders Quelle, das Buch „Kleines lateinisches Conversationslexiko“ von Ferdinand Philippi aus dem Jahr 1825, ist dieser Spruch die Übersetzung eines lateinischen Zitats von Properz.)

Der Tod und die Herrschaft brechen Kauf und Miete.
Tod 186 (Kein Sprichwort, sondern ein von Eduard Graf für seine deutschen Rechtssprichwörte ins Hochdeutsche übertragener Satz aus dem wendisch rugianischen Landbrauchs von Normann aus dem Jahr 1777.)

Der Trost kommt oft aus Winkeln, wo man ihn mit dem Haarbesen nicht sucht.
Trost 1 (ohne Quelle.)

Der Trunkene weiß nicht, was er tut.
Trunkene (der) 17 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen oder Tschechischen.)

Der Verliebten Weh heilt weder Arzt noch Tee.
Verliebter 6 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Der war nie ein wahrer Freund, der wegen eines Katzendrecks aufhört, es zu sein.
Freund (Subst.) 89 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Der wenig beherrscht, behält viele zu Freunden.
Beherrschen 1 (Ein falsch von Wander verändertes Sprichwort ohne Quellenangabe. In Wanders Quelle für viele seiner Sprichwörter „Der Teutschen Weissheit“ von Petri (Friedrich Peters, 1549 - 1617, deutscher evangelischer Theologe und Sprichwortsammler) aus dem Jahr 1605 steht das Sprichwort: „Der wenig beschert behält viel zu Freunden.“, das wohl durch eine kleine Veränderung eines Wortes zu seinem Spruch wurde.)

Der Zwerg bleibt immerdar ein Zwerg und ständ` er auf dem höchsten Berg.
Zwerg 2 (Kein Sprichwort. Übersetzung eines lateinischen Zitats von Seneca (4 v.Chr. - 65 n. Chr.). Wanders Quellen sind Bücher von Wilhelm Binder. Das Buch „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ mit lateinischen Zitaten, 1861 von Wilhelm Binder herausgegeben. Binder nennt in dem Buch eindeutig Seneca als Autor. Trotzdem zitiert Binder selbst 1873 dieses Seneca-Zitat in seinem Buch „Sprichwörterschatz der Deutschen aus mündlichen und schriftlichen Quellen gesammelt“ fälschlich unter Nr. 4229 als Sprichwort. Im ersten Buch von 1861 übersetzt er seinen lateinischen Text außerdem mit „Der Zwerg wird nicht größer, auch wenn er sich auf einen berg stellt.“ Diese Übersetzung steht so auch in etlichen Sammlungen mit Seneca-Zitaten, ebenso auf der Internetseite https://de.wikiquote.org/wiki/Seneca_d.J mit der Quellenangabe: Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IX, LXXVI, 31. Das angebliche Sprichwort ist so wahrscheinlich eine weitere Präzisierung dieses Sachverhalts von Binder.)

Des Armen Tränen erweichen keine Steine.
Arme (der) 252 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Des Bösen Wohlstand ist der Frommen Jammer.
Böse (der) 22 (ohne Quelle.)

Dicke Bücher und reiche Freunde trösten oft am meisten.
Buch 13 (ohne Quelle.)

Die Ansicht eines Weisen und den Rat eines Greisen soll man nicht von sich weisen.
Ansicht 2 (ohne Quelle.)

Die Apotheke ist eine teure Küche.
Apotheke 1  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Die Armen müssen geben, dass die Reichen können leben.
Arme (der) 84 (ohne Quelle.)

Die Armut ist so klebend, dass man sich davon nicht losmachen kann.
Armuth 159 (ohne Quelle.)

Die Augen hungern noch, wenn auch der Bauch platzt.
Auge 80 (ohne Quelle.)

Die Ausgabe ist die Tochter der Einnahme.
Ausgabe 7 (Kein deutsches Sprichwort, sondern ein türkisches. Wander gibt als Quelle Schlechta, 69 an. Das ist das Buch „Osmanische Sprichwörter“, 1865 herausgegeben von der K. und K. orientalischen Akademie in Wien mit einem Vorwort von Vinzenz Ferdinand Xaver Baptist Freiherr von Schlechta Ritter zu Wssehrd (1798 - 1879). Das Buch enthält 500 Sprichwörter der Osmanen (Türken). Bei diesem und vielen anderen fehlt bei Wander der Hinweis auf die Osmanen und Schlechta nennt er nur ca. 430 mal.)

Die Axt ist ein Rufer und kein Dieb.
Axt 37 (Kein Sprichwort, sondern aus einer Erklärung zu einem Gesetz aus dem Buch „Die Gesetze der Angelsachsen“ von Dr. Reinhold Schmid,Professor der Rechte zu Bern, aus dem Jahr 1858. Eduard Graf hat den Text fälschlich als Sprichwort in sein Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ aus dem Jahr 1864 auf Seite 363 unter Nr. 424 aufgenommen: „Die Axt ist ein Melder und kein Dieb.“. Von dort hat es Wander abgeschrieben (Axt Nr. 37) und etwas verändert. Damit ist erwiesen, es ist weder ein Sprichwort, noch aus Deutschland. Der Originaltext in Buch der gesetze der Angelsachsen steht auf Seite 41 unter Kapitel 43, §1: „Wenn Jemand im Walde mehrere Bäume fällt und es später bekannt wird, so vergelte er drei Bäume, jeden mit 30 Schillingen. Er braucht ihrer nicht mehr zu gelten, es mögen so viel sein als es wollen, denn die Axt ist der Anzeiger und nicht der Dieb.“)

Die Beine sind leicht, wenn der Wille gut ist.
Bein 13 (ohne Quelle.)

Die böse Rut' tut bösen Buben gut.
Ruthe 110 (ohne Quelle.)

Die Ente lacht über das Watscheln der Gans.
Ente 3 (Kein deutsches Sprichwort. Wanders Quelle für dieses Sprichwort ist das Buch „Das Sprichwort als Humorist“ von Ida von Düringsfeld aus dem Jahr 1863, Seite 47. Dort steht aber: „Die Ente lacht über das Hinken der Gans. (r.)“ Zum einen hat Wander das Wort „Hinken“ durch das Wort „Watscheln“ vertauscht und außerdem bedeutet das „r“ in Klammern, das es sich um ein russisches Sprichwort handelt (Hinweise auf den Ursprung im Buch auf Seite VI). Bestätigt wird der russische Ursprung durch Julius Altmann, der dieses Sprichwort wörtlich identisch mit Ida von Düringsfeld auf Seite 129 der Jahrbücher für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 2.und 3. Heft von 1853 aufführt. In dem Jahrbuch hat Altmann den Artikel „Die provinciellen Sprichwörter der Russen“ von Seite 65 bis 135 veröffentlicht.
Als gleichbedeutende deutsche Sprichwörter gibt Ida von Düringsfeld „Ein Esel schimpft den anderen Langohr.“ (ebenso das Maultier oder als Sackträger) und „Es sagt ein Storch dem anderen: Langhals.“ an, die bei Wander auch verzeichnet sind.)

Die Ernte hängt von der Saat ab.
Ernte 5 (ohne Quelle.)

Die Flinte kennt ihren Herrn nicht.
Flinte 5 (ohne Quelle.)

Die Frauen sind die Schlauen.
Frau 104 (ohne Quelle.)

Die Frau macht oft ein bös Gesicht und der Mann verdient es nicht.
Frau 79 (ohne Quelle.)

Die Gabe, die zurückgenommen, wird in Besitz des Teufels kommen.
Gabe 77  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Die Gefahr flieht, wenn man ihr ins Auge sieht.
Gefahr 62 (Kein Sprichwort. Laut Wanders Quelle Philippi die Übersetzung eines lateinischen Zitats von Seneca.)

Die Gefahr ist da, auch wenn man sie nicht sieht (wenn man sie leugnet).
Gefahr 63 (ohne Quelle.)

Die Gefahr ist nicht vorbei, liegt neben dem Feuer das Heu.
Gefahr 4 (ohne Quelle.)

Die großen Gedanken kommen aus dem Herzen.
Gedanke 24(Kein deutsches Sprichwort, sondern mein Zitat von Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715 - 1747). Wander war sich nicht sicher und fügte hinzu: „Vielleicht der bei uns sprichwörtlich gewordene Ausspruch des Franzosen Vauvenergues: »Les grandes pensées viennent du coeur.«“. Heute findet man das Zitat in deutscher und französischer Sprache, mal mit Vauvenargues als Quelle, mal ohne jeden Hinweis.)

Die Hand, die man nicht abhauen kann, muss man küssen.
Hand 53 (ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein türkisches Sprichwort aus dem Buch „Türkische Sprichwörter“ von A. Merx aus dem Jahr 1877.)

Die Kirche hat einen Straußenmagen, sie kann die härtesten Dinge vertragen.
Kirche 29 (ohne Quelle.)

Die kleinste Zehe verhindert oft die größte Reise.
Zehe 2 (ohne Quelle.)

Die Kranken haben oft die besten Gedanken.
Kranke 25 (ohne Quelle.)

Die Liebe ist nicht blind, aber sie sieht nichts.
Liebe 151 (ohne Quelle.)

Die Liebe springt oft vom Juli in den Februar.
Liebe 180 (Kein Sprichwort! Wanders Quelle ist sein eigenes Buch „Abrahamisches Parömiakon“ aus dem Jahr 1838, in dem er angeblich die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten aus den Werken von Abraham a Sancta Clara gezogen hat. Dieser Spruch hat darin die Nr. 2445 und stammt aus dem Buch „Heilsames Gemisch : Gemasch, das ist: Allerlei seltsame und verwunderliche Geschichten“ aus dem Jahr 1704. Darin steht aber auf Seite 69 der etwas andere Text, „der Teufel soll sie hohlen, wann sie einen anderen nehme: weil nun der Mensch meistens beständig in der Unbeständigkeit, auch gar oft die Lieb von Julio ein Sprung macht in den Februari, also ist es auch geschehen bei dieser Braut, bei welcher die vorhin gefaste Lieb gegen diesen Jüngling nach und nach erkaltet, also zwar, das sie ihr getanenes Versprechen nicht allein in die Vergessenheit gesetzt, und des frechen Fluchs nicht mehr gedenkt, sondern sich wirklich mit einem anderen verbunden.“ aus dem Wander seinen etwas veränderten Spruch quasi an den Haaren „herausgezogen“ hat. Zudem ist sein vergleichendes Sprichwort der Venezianer (Die Liebe ist eine Zikade, die leicht vom Herzen auf die Zunge hüpft. Wanders Quelle: Reinsberg I, 64) tatsächlich ein russisches Sprichwort, wie es bei Reinsberg richtig steht.
Der originale Text von Abraham a Sancta Clara im Internet nachzulesen:
https://books.google.de/books/ . . /false)

Die meisten glücklichen Ehen werden seufzend, die meisten unglücklichen jubelnd geschlossen.
Ehe (Subst.) 87  (Kein Sprichwort, Zitat von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (1761 - 1819): Aus „Gedanken, Bemerkungen und Witzworte“, 1819, Seite 29)

Die Nacht ist der Menschen Feind und der Studenten Freund.
Nacht 36  (ohne Quelle. Der 1. Teil ist von Joseph von Eichendorff: Gedicht Nachtwanderer.)

Die Narren schwatzen viel, die Klugen schweigen still.
Narr 264 (ohne Quelle.)

Die Rasenbank ist des Armen Sofa.
Rasenbank (Wahrscheinlich gar kein Sprichwort, sondern nur Wanders eigene Version eines russischen Sprichworts, dass er als Ergänzung anführt: „Gott breitet den Rasen als Teppich für den Armen aus.“ Die Quelle dafür (fehlt bei Wander) ist Julius Altmann, Jahrbuch für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, Heft 6 und 7 aus dem Jahr 1855, Seite 477.)

Die Rosen verblühen, aber die Dornen bleiben.
Rose 16 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen und Italienischen.)

Die sich mit Huren befassen, müssen Federn lassen.
Hure 33 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Die Strenge des Feldhüters macht die Sensen der Schnitter stumpf.
Strenge 1 (ohne Quelle!. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort.Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 129. Außerdem hat Wander die Wörter des Sprichworts umgestellt, das Original bei Altmann lautet: „Des Feldhüters Strenge macht die Sensen der Schnitter stumpf.“, wahrscheinlich, weil er es unter Strenge einordnen wollte, ein Stichwort Feldhüter fehlt bei ihm.)

Die Ziege, die am meisten meckert, gibt die wenigste Milch.
Ziege 16 (ohne Quelle.)

Die Ziege muss weiden, wo sie angebunden ist.
(Die Ziege muss grasen, wo sie angebunden ist.)
Ziege 27 (Kein deutsches Sprichwort, sondern Übersetzung aus dem Französischen. Wander hat dieses Sprichwort dem Buch „Nouveau dictionaire des proverbes François-Allemand, oder neues französisch-deutsches Sprich-Wörter-Buch“ von von Christian Wilhelm Kritzinger aus dem Jahr 1742 entnommen.
Aus dem Text unter dem Titel der Originalausgabe: „Worinnen alle franzöſische Sprichwörter und Gallicismi, nebst mit einfliesenden denkwürdigen und sinnreichen Reden, . . . , und in das reineste Teutsch übersetzt, auch die übrigen hin und wieder vorkommenden schweren Redensarten und Wörter, samt deroselben viel- und mannigfaltigen Bedeutungen,“. Daraus ist klar erkennbar, das Buch handelt von französischen Sprichwörtern. Das genannte Sprichwort steht auf Seite 138, rechte Spalte, 3. Zeile und nach Seite 732 im Register unter dem Stichwort „Ziege“. Text im Buch: „Où la chèvre est liée, oder là- où la chévre est attachée, il faut qu'elle broute, die Geis, Ziege, muß sich weiden, wo sie angebunden ist.“ Die Erklärung direkt dahinter: „man muß mit dem zufrieden seyn, was sich nicht ändern läßt“. Bei Internet nachzulesen:
https://books.google.de/books?id= / . . /=Die+Ziege+muss+weiden,+wo+sie+angebunden+ist
Auf einigen deutschen Internetseiten wird dieses Sprichwort nur als Sprichwort bezeichnet, da sie es wahrscheilich won Wander abgeschrieben haben. Andere bezeichnen es als Chinesisches Sprichwort oder Zitat von Nietzsche (1844 - 1900), Honoré de Balzac (1799 - 1850) oder Molière (1622 - 1673). Nietzsche und Balzac sind eindeutig falsch, da das Sprichwort schon vor deren Geburt nachweisbar ist. In dem Stück „Der Arzt wider Willen“ (Uraufführung am 6. August 1666 im Palais Royal in Paris) von Molière ist es tatsächlich enthalten: 3. Akt, 3. Szene, gesprochen von Jacqueline. So könnte es ein Zitat von ihm sein, wenn er nicht ein ihm bekanntes französisches Sprichwort eingefügt hätte, wie es eine Veröffentlichung 10 Jahre vorher beweist. Im Buch „Curiositez françoises pour supplément aux dictionnaires ou recueil de plusieurs belles propriétez, avec une infinité de proverbes et quolibets pour l'explication de toute sorte de livres“ von Antoine Oudin, veröffentlicht im Jahr 1656 in Paris, steht es in französischer Sprache „pû la chevre est liée, il faut qu'elle Broute.“ auf Seite 51.
Im Internet zum nachzulesen:
https://books.google.de/books?id/ . . /+la+chevre+e%C5%BFt+li%C3%A9e,+il+faut+qu%27elle+Broute+,

Die Zuschauer sehen mehr als die Spieler.
Zuschauer 3 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Disteln sind dem Esel lieber als Rosen.
Distel 10 (ohne Quelle.)

Durch Schlechtmachen lernt man das Rechtmachen.
Schlechtmachen (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Durch Traurigkeit wird das Herz gebessert.
Traurigkeit 3  (ohne Quelle.)
Ehebruch scheidet nach Gottes Recht.
Ehebruch 2 (Kein Sprichwort, sondern ein von Eduars Graf veränderter Teil eines Absatzes aus dem Buch„Staats- und Rechtsgeschichte der schweizerischen Demokratien“ 2. Teil, Band 2, Seite 163 von J. J. Blumer. Der Originaltext: „Die Appenzeller Ehesatzung von 1655 führt folgende Scheidungsgründe am: a) Ehebruch, dieweil er einen Riß in das Eheband machet und nach Gottes Gesetz scheidet.“ Das angebliche Sprichwort hat Wander aus dem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ von Graf (Seite 550, Nr. 120) in das Deutsche Sprichwörter Lexikon übernommen.)

Ehe du ein Haus kaufst, erkundige dich nach den Nachbarn.
(Kein deutsches Sprichwort, sondern die Hälfte eines arabischen Sprichworts. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon gleich 3 Mal in veränderten Versionen enthalten.)
Ehe du ein Haus kaufst, frag' nach dem Nachbar, und nach dem Gefährten, ehe du dich auf den Weg machst.
Haus 80 (ohne Quelle.)
Erst muss man nach dem Nachbar fragen, ehe man ein Haus kauft, und nach dem Gefährten, ehe man sich auf den Weg macht.
Nachbar 59 (ohne Quelle, nur ein kleiner Hinweis: (Arab.))
Auf der Reis' ein guter Gefährt ist so gut wie ein Pferd.
Reise 3 (ohne Quelle, aber mit 4 zusätzlichen fremdsprachigen Sprichwörtern und einem Hinweis auf das Arabisches Sprichwort: „Die Araber geben daher den Rath: Erkundige dich vor der Reise nach dem Begleiter und nach dem Nachbar, ehe du das Haus kaufst. (Cahier, 2453.)“ Erst hier gibt Wander seine Quelle an: das Buch „Quelque six mille proverbes et aphorismes“ in französischer Sprache von Charles Cahier aus dem Jahr 1856. Die arabischen Sprichwörter stehen dort ab Seite 133 mit den Nr. 2226 bis 2468. Das betreffende Sprichwort hat die Nr. 2453 und lautet: „Informe - toi du compagnon avant d'entreprendre un voyage; et du voisin, avant d'acheter une maison.“
Das obige vermeintlich deutsche Sprichwort ist die nach 150 Jahren etwas veränderte erste Hälfte von Wanders Sprichwort „Haus Nr. 80“. Es steht heute nur in einigen Sprichwörter-Büchern mit deutschen Sprichwörtern und ist ebenso auf einigen Internetseiten zu finden. Es ist trotzdem nicht volksläufig in Deutschland verbreitet und deshalb auch kein in deutscher Sprache verbreitetes Sprichwort geworden. Es ist deshalb kein deutsches, sondern ein Teil eines arabischen Sprichworts. Vom Linguisten August Seidel wurde das Sprichwort in seinem 1898 erschienenen Buch „Anthologie aus der asiatischen Volkslitteratur.“ bei den Arabern in Syrien verortet.)

Ehemänner, deren Frauen nicht schelten, sind im Himmel.
Ehemann 2 (ohne Quelle.)

Ehre hat Schwere.
Ehre 135 (ohne Quelle.)

Ehrgeiz und Flöhe springen gern in die Höhe.
Ehrgeiz 8 (ohne Quelle.)

Ehrlich ist beschwerlich.
Ehrlich (Adj.) 6 (ohne Quelle.)

Ehrlichkeit bleibt der beste Reisepass.
Ehrlichkeit 11 (ohne Quelle.)

Eigensinnig ist ärger als unsinnig.
Eigensinnig 1 (Nur ein Hinweis auf Bayern, aber ohne Quelle.)

Ein armer Mann kann oft nicht finden, was er braucht.
Mann 1955 (ohne Quelle.)

Ein armer Mann soll keine schöne Frau haben.
Mann 1957 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Ein Armer mit Tugend ist besser als ein Reicher mit einem Narrenkopf.
Arme (der) 96 (ohne Quelle.)

Ein Armer muss sich nach seiner Decke strecken.
Arme (der) 97 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Ein Armer wirft eine Erbse durch ein Nadelöhr.
Arme (der) 99 (ohne Quelle.)

Ein Bach ist leichter aufzuhalten als ein Strom.
Bach 36 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und Schwedischen.)

Ein Bett darf nicht alles sagen, was es weiß.
Bett 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Ein bisschen schief ist ehrlich.
Schief 3 (Nur ein Hinweis auf Berlin, aber ohne Quelle.)

Ein bisschen zu viel schadet mehr als ein bisschen zu wenig.
Zuviel 3 (Ohne deutsche Quelle, wahrscheinlich Wanders Version des von ihm angeführten lateinischen Spruches.)

Ein bitteres Wort kommt aus bitterem Herzen.
Wort 1004 (Kein deutsches, sondern ein türkisches Sprichwort. Wanders Quelle ist das Buch „Türkische Sprichwörter“ (Sprichwort Nr. 216), das Ernst Otto Adalbert Merx ins deutsche übersetzt und 1877 veröffentlicht hat.)

Eine Amme kann die Mutter nicht ersetzen.
Amme 3 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen und Polnischen. Eine heutige Variation von Wanders Spruch: Die beste Amme ersetzt keine Mutter.)

Eine Frau sei noch so klein, sie stellt dem Teufel ein Bein.
Frau 241  (ohne Quelle.)

Einem Aushängeschilde ist nicht zu trauen.
Aushängeschild 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Einem bösen Menschen kommt auch sein böser Tag.
Mensch 448 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Einem Schwätzer glaubt man nicht, wenn er auch die Wahrheit spricht.
Schwätzer 11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Einem schweigenden Munde ist nicht zu helfen.
Mund 83 (ohne Quelle.)

Einen Armen schmähen, ist leicht geschehen.
Arme (der) 103 (Kein Sprichwort. Laut der Ergänzung von Wander die Übersetzung eines lateinischen Spruchs von Plautus, ohne weitere Quellenangabe.)

Einen Toten beneidet man nicht.
Todte (der) 56  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Einer jungen Witwe weiß jeder einen Klex anzuhängen.
Witwe 25 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Einer will sauer, der andere süß, der eine Haupt, der andere Füss'.
Sauer 2  (Kein Sprichwort. Ähnlicher Text in Eiseleins Sprichwörtern und Sinnreden, von Wander verändert. Eiselein wiederum hatte aus der fünfbändigen Gedichtesammlung Liedersaal von Freiherrn von Laßberg abgeschrieben.)

Eines anderen Schaden macht keinen Kopfschmerz.
Schade 62 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen und Schwedischen.)

Eine schöne Frau bringt den gescheitesten Mann aus dem Text.
Frau 293 (ohne Quelle.)

Eine schöne Hure ist der Augen Paradies, der Börse Fegfeuer und der Seele Hölle.
Hure 52 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und Französischen.)

Eine schöne Wirtin macht einen teuren Gasthof.
Wirthin 4 (Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort, von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) zwischen 1838 und 1843 auf Reisen in Russland gesammelt, von ihm übersetzt und später in Deutschland veröffentlicht.)

Eine verlorene Freundschaft ist eine gewonnene Feindschaft.
Freundschaft 25 (Bei Wander ohne Quelle. Tatsächlich ist es ein russisches Sprichwort, gesammelt zwischen 1838 und 1843 von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) auf Reisen in Russland, von ihm übersetzt und später in Deutschland veröffentlicht. Wander hat über 4000 von J. Altmann übersetzte Sprichwörter ins Deutsche Sprichwörter Lexikon aufgenommen, oft nur Altmann dazu geschrieben, selten mit dem Hinweis auf Russland oder anderer Länder, dessen Sprichwörter Altmann ebenfalls veröffentlichte, und etliche Male ohne jede Angabe einer Quelle. Unbesehen kann man die über 4000 Sprichwörter sehr oft fälschlich für deutsche Sprichwörter halten, was sie aber nicht sind.)

Ein froher Mut geht über Geld und Gut.
Muth 19 (Kein Sprichwort, sondern ein von Wander verkürzter Spruch aus einer Geschichte von Ludwig Aurbacher (1784 -1847), die der im Buch „Ein Volksbüchlein: Probeblätter Ausg. für Volksfreunde“ 1827 veröffentlicht hat. Der Spruch ist aus der Geschichte „Mut über Gut“ in der ein armer Strumpfwirker sich sein Singen für viel Geld nicht abkaufen lassen wollte. Am Schluss der Geschichte singt er, nachdem er das Geld dem reichen Kaufmann mit den Worten „da habt ihr Euren Plunder wieder; der Kobold lässt mich nicht schlafen.“ vor die Füße geworfen hatte den Text: „Ein frischer, froher Mut geht über Geld und Gut. Trilirum, tralarum!“ Selbst bei Eiselein, von dem Wander abgeschrieben hat, steht der korrekte Text in dessen Sprichwörtern und Sinnreden mit Auerbacher als Urheber verzeichnet.)

Ein Geheimnis juckt auf der Zunge.
Geheimniss 8 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Ein Geizhals ist auf der Seite taub, wo er’s Geld hat.
Geizhals 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Ein Gottloser, der über ein arm Volk regiert, das ist ein brüllender Löwe und gieriger Bär.
Gottloser 1 (Kein Sprichwort, sondern ein von Wander veränderter Teil aus der Erklärung zum 122. Sprichwort in Agricolas Buch „Dreyhundert Gemeyner Sprichwörter“ aus dem Jahr 1529. Das betreffende Sprichwort Nr. 122 lautet: „Es gilt ihm ein Mensch so viel als ein Hund.“ Der letzte Satz der Erklärung lautet: „Denn ein Gottloser Fürst oder König ist wie ein brüllender Löwe und hungriger Bär gegen seinem Volke.“ Als Quelle gibt Wander außerdem die falsche Fundstelle „Agricola II, 227“ an, richtig wäre: „Agricola I, 122“)

Ein großer Maler, der sich selber trifft.
Maler 5 (Kein Sprichwort, sondern ein von Wander selbst produzierter Spruch, 1838 veröffentlicht in seinem Buch „Der Sprichwörtergarten“, (Seite 220,Nr.374) in dem er 500 selbst gemachte Sprüche, den Sprichwörtern nachempfunden, als solche ausgibt und Erklärungen dazu gibt.)

Ein guter Arzt bedarf keiner Posaune.
Arzt 41 (ohne Quelle.)

Ein halber Laib ist besser als gar kein Brot.
Laib 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen. Es steht wie mehrere tausend andere englischen Sprichwörter im Deutschen Sprichwörter Lexikon nur mit dem Hinweis „Bohn“ und kann deswegen leicht irrtümlich für ein deutsches gehalten werden. Vergleichbares deutsches Sprichwort ist: „Besser ein halbes Ei als gar keins.“)

Ein Heiliger schläft nicht auf weichen Betten.
Heiliger 36 (Wander ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quelle: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 324: „Was ein Heiliger ist, schläft nicht auf weichen Betten.“)

Ein Hund, der mit den Wölfen geht, wird mit den Wölfen erschlagen.
Hund 417 (Kein deutsches, sondern ein von Wander verändertes russisches Sprichwort, gesammelt von Julius Altmann und in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft 1853 veröffentlicht. Original von Altmann: „Der Hund, der sich zu den Wölfen gesellt, kann leicht mit ihnen erschlagen werden.“)

Ein Hund, der nach zwei Hasen jagt, fängt keinen.
Hund 420 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen und Portugisischen.)

Ein hungriger Bauch hat keine Scham.
Bauch 188 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Ein Kind, das eine Stiefmutter bekommt, bekommt auch einen Stiefvater.
Kind 216 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Ein Kind, das nicht spielt und dem nicht wackelt der Mund, ist nicht gesund.
Kind 221 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Ein lahmes Pferd findet auch seinen Mieter.
Pferd 957 (Wander ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quellen: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 327 und das Buch „Aus der Walachei. Rumänische Gedichte, Sprichwörter“aus dem Jahr 1852 von Johann Karl Schuller Seite 47)

Ein Mensch ohne Bildung ist ein Spiegel ohne Politur.
Mensch 403 (Kein Sprichwort. Nach Wanders Quelle, das Buch „Die Weisheit auf der Gasse“ von Johann Michael Sailer aus dem Jahr 1810 ist das ein Zitat von Albrecht Dürer (1471 - 1528). Dieses Zitat wird nur nach Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon im 20. und 21. Jahrhundert in einigen wenigen Sammlungen als Sprichwort bezeichnet. Außer bei Sailer gibt es keinen auffindbaren Beleg für diesen Spruch.)

Ein Nein zur rechten Zeit erspart viel Widerwärtigkeit.
Nein 4  (ohne deutsche Quelle. Eine nicht korrekte Übersetzung aus dem Dänischen: „Nej ere gode svar naar de kommer i tide.“)

Ein Paar, dass man an allen Orten finden kann, ist eine schöne Frau und ein gehörnter Mann.
Paar 1 (ohne Quelle.)

Ein Pferd vertritt sich, ein Mensch verspricht sich.
Pferd 298 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Einsammeln mit Scheffeln und aussgeben mit Löffeln.
Einsammeln 1 und Scheffel *16 (Kein Sprichwort, sondern Teil eines Satzes aus den Tischreden Martin Luthers. In der Buchausgabe aus dem Jahr 1577, Seite 457a steht der Text: „Er hat eingesammelt mit Scheffeln und ausgegeben mit Löffeln, das ist, er ist genau und kark gewesen und hatte wohl Hausgehalten. Aber jetzt geschieht an den Höfen das Gegenspiel.“ Mit „Er“ ist der Kurfürst zu Sachsen, gestorben den 5. Mai 1525 gemeint.)

Ein Übel, das man kennt, ist halb geheilt.
Uebel (Subst.) 19 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Ein Übel, das man nicht kennt, kann man nicht heilen.
Uebel (Subst.) 20  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Ein Weib, das fremde Männer lobt, steigt bald in ein fremdes Bett.
Weib 556 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen. Variation aus einem neueren Buch mit deutschen Sprichwörtern: Eine Frau, die fremde Männer lobt, steigt bald in ein fremdes Bett.)

Er fackelt im Frost und fährt mit der Stange im Nebel umher.
Fackeln *3 und Frost *19 (Kein Sprichwort. Ein Spruch, der einzig nur bei Körte als Zusatz unter anderen Sprichwörtern steht und sonst nirgends vorkommt.Bei Körte 1837 steht er unter Nr. 1632: „Wo Frösche sind, da sind auch Störche. Dem Frosche Wein zu trinken geben. Er blähet sich auf, wie der Frosch im Mondschein.“ Bei Körte 2. Ausgabe 1861 Nr. 2025: „Für den Frost hilft kein Zittern.“)

Erfahrung geht vor Unterricht.
Erfahrung 10 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Er gebraucht seinen Verstand so oft, wie der Bettler die Goldwaage.
Verstand *173 (Kein Sprichwort, sondern die falsche Übersetzung eines lateinischen Zitats von Cicero, das Wander so aus dem Buch „Latinum Chaos“ von Andreas Sutor aus dem Jahr 1716 abgeschrieben hat. Das Zitat stammt aus „Gespräche in Tusculum“. Lateinisch: „Tuo tibi iudicio est utendum; tibi si recta probanti placebis, tum non modo tete viceris, quod paulo ante praecipiebam, sed omnes et omnia.“, andere Übersetzung: „Dein eigenes Urteil musst du heranziehen; wenn du in der Billigung des Rechten mit dir selbst zufrieden bist, hast du nicht bloß dich selbst überwunden, wozu ich eben aufforderte, sondern alle und alles.“)

Er ist so faul, dass ein anderer für ihn niesen muss, wenn er schnupft.
Faul *20  (ohne Quelle.)

Erkannter Irrtum führt zur Wahrheit.
Irrthum 9  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Ernst und Scherz sind oft Nachbarn.
Ernst 4  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Erschrockene sind schon halb geschlagen.
Erschrockene  (ohne Quelle.)

Es beten nicht alle, die die Hände falten.
Beten 29  (Wander gibt sein eigenes Buch Sprichwörtergarten, Nr. 200, (1838) als Quelle an, andere Quellen nicht auffindbar. Wahrscheinlich auch von ihm selbst produzierter Spruch und kein Sprichwort.)

Es gibt mehr Hasen als Jäger.
Hase (Lepus) 56 (Bei Wander ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort, von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) auf Reisen in Russland gesammelt, von ihm übersetzt und 1855 in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, Seite 391 in Deutschland veröffentlicht.)

Es hat alles seinen Preis.
Preis *11  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Es hat alles seine Ursache.
Ursache 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Es hat nicht immer den besten Umgang, der nur mit sich selber umgeht.
Umgang 5  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Es ist besser, zweien zu nützen, als hundert zu gefallen.
Nützen 5 (ohne Quelle.)

Es ist eine böse Hand, die den Kopf nicht schützen mag.
Hand 143 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Es ist eine üble Prozession, bei der der Teufel die Kerzen hält.
Procession 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Es ist ein müßiger Prophet, der verkündet, was in allen Kalendern steht.
Prophet 10  (ohne Quelle.)

Es ist ein seltener Mann, der im Feuer nicht verbrennt und unter den Bösen gut bleibt.
Mann 1994 (Wander ohne deutsche Quelle. Wander gibt nur eine lateinische Quelle an: Nil sanctius quam inter malos bene vivere. in „Sprüche der Weisen“ (1813) von J. M. Sailer, Nr. 197. Als deutsche Übersetzung steht dort: Im Feuer unverbrannt - Im Chor der Bösen gut, Ist nur der Heilige. Weder vom lateinischen oder vom deutschen Text ist bei Sailer eine Quelle angegeben. Wahrscheinlich hat Wander den Sinn von Sailers Spruch mit einem eigenen Text interpretiert und als Sprichwort bezeichnet, was er nicht ist.)

Es ist ein verlorener Schenkwirt, der Bier führt, das dem Gutsherrn schmeckt.
Schenkwirth  (ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort.Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 129. Zusätzlich hat Wander einige Worte des Originaltextes von Altmann: „Es ist ein verlorener Schenkwirt, der sich Bier hält, was dem Gaumen des Gutsherrn behagt.“ geändert.)

Es ist jeder blind für seinen eigenen Buckel.
Blind 9  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Es ist keine Tanne so klein, sie hofft, eine Zeder zu werden.
Tanne 8 (Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort. Da Wander kein entsprechendes deutsches Sprichwort gefunden hat, steht das russisches Sprichwort aus der Sammlung von Julius Altmann allein unter einer eigenen Nr. ohne Quellenangabe und wird fälschlich für ein deutsches gehalten. Das Original steht bei Altmann in den Jahrbüchern für slavische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 6. und 7. Heft von 1855 auf Seite 397.)

Es ist leicht abzuwehren, was davonläuft.
Abwehren  (ohne Quelle.)
Was (wer) davonläuft, ist leicht abzuwehren.
Davonlaufen 4  (ohne Quelle.)  Zwei Mal dasselbe, die Worte nur umgestellt und beide Male ohne eine Quellenangabe.

Es ist leicht predigen unter dem Galgen.
Predigen 8  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Es ist leicht zu haben, was niemand begehrt.
Haben 35  (Kein Sprichwort, sondern falsche Wiedergabe aus einem längeren Text. Wanders Quelle aus: „Sprüchwörter und sonderbare Einfälle berühmter Gelehrten und Künstler“, Prag, bei Johann Herrl, 1794, Seite 92. Originaltext: „Nimmst du ein hübsche [Frau], so begehren sie andere Leut auch und ist hart zu behüten, dass viel Leut ihr begehren. Nimmst du ein ungestalt [hässliche Frau], es ist leidlich zu haben, das niemand begehrt. Also nimmst du ein reich Weib, so hast du ein Frauen ein Meister überkommen und ein ewig verweisen.“ Möglicher Urheber des Textes ist Johann Geiler von Kaysersberg (1445 - 1510), da ein Hinweis auf ihn mehreren Sentenzen vorangestellt ist.)

Es ist nicht gut, wenn die Bänke (über den Tisch) hüpfen wollen.
Es ist nicht gut, wenn die Bänke auf den Tischen hüpfen wollen.
Bank 7  (ohne Quelle.)

Es ist nicht jeder aufgelegt zum Scherz.
Scherz 13  (Kein deutsches Sprichwort, sondern die Übersetzung eines lateinischen Zitats des römischen Dichters Martial (um 40 - um 103). Früher wurde das lateinische Original „Non cuicunque datum est habere nasum“ als Zitat von Martial zitiert. Wander veröffentlichte die deutsche Übersetzung aus dem lateinischen Conversationslexikon von Ferdinand Philippi im Sprichwörter Lexikon und die meisten hielten es danach fälschlich für ein deutsches Sprichwort, was es aber nicht ist. Heute wird es deswegen falsch als Sprichwort gebraucht. Google übersetzt es heute etwas anders: „Es ist nicht jedem gegeben, eine Nase zu haben.“)

Es ist niemals zu spät, Gutes zu tun.
Spät 7  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Es ist niemand ohne Sorge.
Sorge 22  (Kein Sprichwort. Einer Zeile aus dem Text von Freidanks Bescheidenheit nachempfunden.)

Es ist schlechte Zeit, wenn der Teufel Fliegen fangen muss.
Zeit 297  (ohne Quelle.)

Es ist schlimm, Feuer im Schoße tragen.
Schlimm 8 (Wander ohne Quelle! Wahrscheinlich eine von Wander erzeugte Abwandlung des Sprichworts: „Es ist schwer, Feuer im Schoße tragen.“, das in mehreren Sammlungen zu finden ist und seinen Ursprung in der Bibel hat: Die Sprüche Salomos 6, 27. In anderer Reihenfolge steht der Spruch unter Feuer Nr. 90 ein zweites Mal im Deutschen Sprichwörter Lexikon, ebenfalls ohne Quellenangabe: „Feuer im Schos tragen, ist böse (schwer).“)

Es klagt mancher über Brot, und sein Nachbar leidet Not.
Klagen 7 (ohne Quelle.)

Es kommen nicht alle Tränen aus dem Herzen.
Thräne 13  (ohne Quelle.)

Es schläft sich keiner zu einem großen Manne.
Schlafen 28  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Es schwatzt (oft) einer den andern von der Bank und setzt sich dann selber darauf.
Bank 9  (ohne Quelle.)

Es schweigen mehr kluge als dumme Leute.
Schweigen 27  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Es sind nicht alle Tage Feiertage.
Tag 254  (ohne Quelle.)

Es sind nur die kleinen Sünden, die man beichtet.
Sünde 84  (ohne Quelle.)

Es sind viele tapfer, wenn die Feinde fort sind.
Tapfer 4  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem italienischen)

Es wird nicht aller Thon zu Pfeifen verdreht.
Thon 2 (Wander ohne Quelle!. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort.Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 128.)

Eulen und Licht vertragen sich nicht.
Eule 35  (ohne Quelle.)

Falscher Leute Rat führt auf schlimmen Pfad.
Leute 555 (Kein Sprichwort. Aus einem altdeutschen Text von Ignaz Zingerle übernommen und zum hochdeutschen Spruch verändert. Zeingerle hatte seinerseits den altdeutschen Text aus den Texten von Heinrich von Meißen (zwischen 1250 und 1260 - 1318), genannt Frauenlob.)

Falsches Mitleid ist schlimmer als Neid.
Mitleid 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischem.)

Falschheit hat bei der Hoftafel den ersten Sitz.
Falschheit 3 (Kein Sprichwort. Der Satz ist aus dem von Wander geschrieben Buch „Abrahamisches Parömiakon“(Nr. 1241) mit Texten von Abraham a Sancta Clara. Ein von Wander etwas veränderter Satz aus desen Buch „Judas der Ertz Schelm“, 3. Teil aus dem Jahr 1691, Seite 277. Im Original: „Ich sah also gar scheinbar, dass die Falschheit bei der Hoftafel fast den ersten Sitz hatte und lobte beinebens die Lateiner, . .“)

Falschheit ist des Teufels Tochter.
Falschheit 4  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Falschheit, Latein und böses Geld gehen durch die ganze Welt.
Falschheit 5 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Falschheit liebt die geraden Wege nicht.
Falschheit 6 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Falschheit, List und Trug ist Neidhards bestes Meisterstück.
Falschheit 7 (ohne Quelle.)

Falschheit steckt auch hinter einem schönen Gesicht.
Falschheit 10 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Fass und Glas sind gern beieinander.
Fass 30 (ohne Quelle.)

Faule Leute haben die meiste Arbeit.
Leute 566 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Fette Erde macht den Menschen faul.
Erde 71 (ohne Quelle.)

Freier Mann hasst allen Zwang.
Mann 1113  (ohne Quelle.)

Fremde Sorgen hängt man an den Nagel.
Sorge 25 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Freundlich abgeschlagen ist halb zugesagt.
Abschlagen 10 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Freundlich Angesicht ist halb Zugemüse.
Angesicht 15 (ohne Quelle. Version in einem neueren Buch mit deutschen Sprichwörtern: Ein freundlich Angesicht ist's halbe Zugemüse.)

Freundschaft ist Liebe mit Verstand.
Freundschaft 52 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Froher Sinn ist der beste Doktor.
Sinn 20 (Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Slowakischen. In manchen Listen wir daraus „Frohsinn ist der beste Doktor.“ gemacht.)

Früh gewahrt ist halb bewahrt.
Gewahren 2 (ohne Quelle.)

Furcht gebiert kein' Ehr'.
Furcht 45 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen)

Furcht hält alle Speisen für Gift.
Furcht 47 (ohne Quelle.)

Furcht hat keinen Bestand.
Furcht 50(Kein deutsches Sprichwort, sondern die (falsche) Übersetzung eines lateinischen Zitats von Cicero aus dessen Buch „De officiis“, 2. Buch, Kapitel 7.5. Cicero meinte nicht die Furcht hat keinen Bestand, sondern für eine langdauernde Sicherheit ist Furcht eine gefährliche Leibwache (aus der Bearbeitung von Joh. Friedr. Degen, 1825). Die Übersetzung stammt aus dem Buch „Kleines lateinisches Conversationslexikon“ von Ferdinand Philippi aus dem Jahr 1825, 1. Band, Seite 240)

Furcht hat keine Ruhe.
Furcht 49 (Kein deutsches Sprichwort, sondern die Übersetzung eines lateinischen Zitats von Justin. durch Ferdinand Philippi, das von Wander verändert wurde.)

Furcht hat kein Gesetz.
Furcht 48 (ohne Quelle.)

Furcht hat mehr Götter gemacht als Frömmigkeit.
Furcht 51 (Kein deutsches Sprichwort, sondern die Übersetzung eines lateinischen Zitats von von Publilius Syrus durch Ferdinand Philippi.)

Furcht macht aus Mücken Elefanten.
Furcht 69 (ohne Quelle.)

Furcht sieht Gespenster am Tage.
Furcht 73 (Kein Sprichwort. Wander gibt zu diesem Spruch keine Quellenangabe, sondern zitiert aus den sämtlichen Werken vom Schriftsteller Arnold Ruge (1802 - 1880), 2. Band aus dem Jahr 1847, Seite 45: „Wer sich fürchtet, ist nicht frei; er sieht mit verblendeten Augen sein eigenes Wesen für ein Gespenst an.“ und ein lateinisches Zitat von Ovid aus „Kleines lateinisches Conversationslexikon“ von Ferdinand Philipi, 2. Band aus 1825. Wanders Spruch ist kein Sprichwort, sondern seine Zusammenfassung der Zitate.)

Furcht und Liebe sind des Lebens Getriebe.
Furcht 79 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen)

Furcht und Liebe wohnen nicht unter einem Dach.
Furcht 80 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung eines lateinischen Zitats von Cicero.)

Furcht und Scham machen manchem die Hände lahm.
Furcht 81 (ohne Quelle.)

Furcht und Sorge lassen nicht schlafen.
Furcht 82 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung eines lateinischen Zitats von P. Syrus. Wander hat zudem die Übersetzung von seiner Quelle Philippi etwas verändert.)

Furcht vergrößert die Gefahr.
Furcht 83 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und eines lateinischen Zitats von Seneca)

Für den Faulen ist jeder Tag Kirmes.
Faule (der) 74 (ohne deutsche Quelle. Als Hinweis gibt Wander nur ein Beispiel auf die Türken.)

Für den Trinker ist noch Rat, der Spieler geht des Teufels Pfad.
Trinker 12  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen, Schwedischen, Lateinischen.)

Für jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, wer's kennte.
Krankheit 25 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Gaben verblenden weiser Leute Augen.
Gabe 35 (Kein deutsches Sprichwort. Der Spruch ist ein von Graf (Deutsche Rechtssprichwörter, 1869) ins Hochdeutsche übertragener Text aus dem Holländischen Sachsenspiegel von 1493, in Frankfurt 1763 auf Platt veröffentlicht.)

Gaben vom Feind sind selten gut gemeint.
Gabe 37  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Gabe oder Kauf wandelt nicht das Gut, sondern die Herrschaft.
Gabe 25 (Kein deutsches Sprichwort. Der Spruch ist ein von Graf (Deutsche Rechtssprichwörter, 1869) ins Hochdeutsche übertragener Text aus „Rechtsdenkmäler des deutschen Mittelalters“ von Daniels und Gruben.)

Galgen und Orden werden oft auf demselben Wege erworben.
Galgen 19 (Kein Sprichwort. Wanders Quelle ist der Kommentar zu einem lateinischen Zitat von Juvenal aus dem Buch „Medulla iorum latinorum“ von Wilhelm Binder aus dem Jahr 1856. Das Zitat „ Ille crucem sceleris pretium tulit, hic diadema.“ wurde von anderen mit: „ Jener wurde für sein Verbrechen gekreuzigt, dieser gekrönt.“ übersetzt.)

Gänse und Weiber hören nicht auf zu schnattern und wenn man sie zu Tode füttert.
Gans 84 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Geduld ist das beste Kraut für (im) Unglück.
Geduld 32  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Geduld und Heiterkeit siegen allezeit.
Geduld 77 (ohne Quelle.)

Geduld und Zeit lindern alle Traurigkeit.
Geduld 81 (ohne deutsche Quelle. Wanders eigene abweichende Version der Übersetzung aus dem Italienischen und Lateinischem)

Geduld verdauet alle Not und verschlingt zuletzt den Tod.
Geduld 82 (ohne Quelle.)

Geehrt werden und kitzeln tut wohl.
Geehrt 1 (Kein Sprichwort. Es ist die von Wander veränderte Übersetzung eines lateinischen Verses aus der 1. Satire (Vers 28) von Aulus Persius Flaccus (4.12.34 - 24.11.62, römischer Dichter etruskischer Abstammung). Übersetzt wurde der Vers „Pulchrum est digito monstrari et dicier hic est.“ von Wilhelm Binder 1861 im Buch „Novus Thesaurus Adagiorum Latinorum“ (Nr.2689) in „Wie doch das Geehrtsein so wohl tut!“, von Wander 1867 in den obigen Spruch verändert und als Sprichwort ausgegeben. Unverständlich, da beide von Wander angegebenen Quellen den Spruch eindeutig als Zitat eines Verses von Persius bezeichnen. Schon 1822 wurde derselbe lateinische Vers von Ferdinand Wilhelm Kayser in desen Buch über die 6 Satiren des Persius (Seite 8) etwas anders übersetzt: „Doch ists schön, wenn des Volkes Ruf zeigt mit dem Finger, hier ist er.“)

Gefahr erhöht den Genuss.
Gefahr 14 (ohne Quelle.)

Geht’s, so ist es gut, geht’s nicht, so ists auch gut.
Gehen 71 (ohne Quelle.)

Geist ist gut, aber Verstand besser.
Geist 19 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Geld kann Tugend nicht ersetzen.
Geld 343 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt als Quelle ein polnisches Sprichwort bei Frischbier (Nr. 4266) an: „Tam niepomaga zlota, gdzie dziurawa cnota.“. Bei Frischbier steht es unter den Masurischen Sprichwörtern zusammen mit der deutschsprachigen Version: „Da hilft kein Geld, wo die Tugend durchlöchert ist.“ Beides sind demnach keine deutschen Sprichwörter, sondern masurische, auch der Spruch, den Wander in Anlehnung daran macht ist kein deutsches Sprichwort.)

Gemalte Rosen duften nicht.
Rose 41(Wander gibt diesen Spruch ohne Quelle an, bemerkt aber, „Aehnlich die Russen Altmann VI, 400“. Das bedeutet, dies ist kein deutsches, sondern ein von Wander verändertes russisches Sprichwort. Das Original ist von Julius Altman im Jahrbuch für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, Heft 6 und 7 im Jahr 1855, Seite 400 veröffentlicht worden. Es lautet Original: “Gemalte Rosen entbehren des Duftes.“ Seine deutsche Version des russischen Sprichworts hat Wander dem ähnlichen deutschen Sprichwort: „Gemalte Blumen riechen nicht.“ nachempfunden. Das deutsche Sprichwort findet sich bei Karl Simrock gleich zwei Mal (Nr. 1161 und 3378)

Gewinn geht über Scham.
Gewinn 41(Kein deutsches Sprichwort. Die Quelle ist das lateinische: „Lucrum pudori praestat.“ aus J. Eiseleins Buch „Die Sprichwörter und Sinnreden“, was Wander mit dem deutschen Spruch übersetzte. Bei Eiselein steht keine Herkunft des lateinischen Textes. Erstmals taucht der lateinische Spruch um 1500 bei Erasmus im „Adagiorum Collectanea“ auf, nachdem der einige Monate in England verbracht hatte.)

Gib lieber der Katze als der Maus, so bist du deiner Sorgen los.
Geben 75 (ohne Quelle.)

Glück gebiert Neid, Sicherheit gebiert Gefahr, Vertraulichkeit Verachtung, Wahrheit gebiert Verfolgung.
Glück 346  (ohne deutsche Quelle. Spruch aus dem Buch Abrahamisches Parömiakon, das Wander 1838 aus Textstellen der Werke von Abraham a Sancta Clara veröffentlicht hat.)

Großer Schein ohne Sein.
Schein 8 (ohne Quelle.)

Große Sager, kleiner Wager.
Sager (ohne Quelle.)

Große Schwätzer sind schlechte Ratgeber.
Schwätzer 15
Schwätzer sind schlechte Ratgeber.
Schwätzer 20
(Kein deutsches, sondern ein italienisches Sprichwort. Wander hat dasselbe italienische Sprichwort „Chi troppo parla, a pochi da consiglio.“ aus 2 verschiedenen Quellen zwei Mal in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon aufgenommen. Die 1. Quelle ist das französische Buch „Quelque six mille proverbes et aphorismes“ von Le P. Ch. Cahier aus dem Jahr 1856 (Nr. 3022), aus dem er die französische Übersetzung (Grand parleur sera peu consulté.) unter dem italienischen Sprichwort ins Deutsche übersetzte = Schwätzer Nr.15. Die 2. Quelle ist das italienische Buch „Ingresso al Viridario Proverbiale “ von Giov. Antonio Pazzaglia aus dem Jahr 1702. Darin hat der italienische Autor selbst alle Sprichwörter aus der italienischen Sprache in die deutsche Übersetzt (Nr. 264, 13) = „Wer zu viel redet, der gibt selten einen guten Rat.“, woraus Wander sein Sprichwort Schwätzer Nr. 20 machte.)

Gunst bekommt man nicht umsonst.
Gunst 14 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Gut aus(auf)gestellt ist halb verkauft.
Ausstellen (Dieser Spruch steht so ohne Quellenangabe als einziger Spruch unter dem Stichwort Ausstellen im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander. Der Spruch „Gut aufgestellt ist halb verkauft.“ steht ebenfalls ohne Quelle mit einem Niederländischen Sprichwort unter Aufstellen Nr. 2. Weiter findet sich „Gut ausgelegt ist halb verkauft.“ unter dem Stichwort Auslegen Nr. 5, ohne Quelle. Alle drei Sprüche im 1. Bamd. Im 5. steht eine Niederländische Ergänzung zum Letzten, ebenfalls unter Auslegen Nr. 5.)

Gute Aufsicht ist halbe Erziehung.
Aufsicht 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Gute Gedanken brauchen wenig Worte.
Gedanke 63 (Kein Sprichwort, sondern aus einem Streckvers von Wolfgang Menzel, 1823 in Heidelberg veröffentlicht im Buch „Streckverse“ Seite 39, im Internet: https://haab-digital.klassik-stiftung.de/viewer/image/1240081324/59/)

Gute Gedanken und gute Werke sind Geschwisterkinder, die einander immer bei der Hand führen.
Gedanke 67 (ohne Quelle.)

Gute Meinung ohne Taten geben einen magern Braten.
Meinung 17 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Gute Saat, gute Ernte.
Saat 16 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Gute Zeiten machen schlechte Menschen.
Zeit 332 (ohne Quelle.)

Gut schlafen ist so gut, wie gut essen.
Schlafen 35 (ohne Quelle.)

Hassen mich die einen, so lieben mich die anderen.
Hassen 3 (ohne Quelle.)

Hat der Apfel einen Wurm, so fällt er ohne Sturm.
Apfel 141 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Hat der Arme nicht vollen Tisch, so hat er guten Schlaf.
Arme (der) 283 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Hat der Bart Feuer gefangen, dann droht Gefahr dem Kopfe.
Bart 29 (ohne Quelle.)

Hat man die Gans lange genug gelobt, so schlachtet man sie.
Gans 88 (ohne Quelle.)

Herr Hochhinaus und Herr Habenichts passen nicht zusammen.
Hochhinaus  (ohne Quelle.)

Heuchelei bekommt`s Geld, und die Wahrheit geht betteln.
Heuchelei 1 (ohne Quelle.)

Heute ist heute, morgen ist ein unsicherer Tag.
Heute 76 (ohne Quelle.)

Hinter den Rosen steckt die Schlange.
Rose 43 (ohne Quelle.)

Hochmut liebt Demut - nämlich bei anderen.
Hochmuth 18 (Kein Sprichwort, sondern Wanders Kommentar zu einem Artikel in der Westdeutschen Zeitung Nr. 67 aus dem Jahr 1849.)

Hochmut macht dumm.
Hochmuth 19 (Kein Sprichwort, sondern ein aus dem Lateinischen übersetztes Zitat von Johannes Chrysostomos (344/349 - 407). Die Quelle dafür gibt Wander selbst an: Novus thesaurus adagiorum latinorum von Wilhelm Binder, 1861, Nr. 239.)

Hoffnung hilft die schwersten Lasten tragen.
Hoffnung 131 (Kein deutsches Sprichwort, sondern ein von Wander etwas veränderter Denkspruch des Abtes Janus Anisus in Versen. Johann Michael Sailer hat die lateinischen Denksprüche und deren 1561 von Simon Roth ins deutsche übersetzten Reime 1794 im Buch „Sprüche der Weisen, deutsch und latein“ herausgegeben.)

Hoffnung ist das Brot des Elenden.
Hoffnung 44 (Kein deutsches Sprichwort, sondern Wanders Version aus verschiedenen ähnlichen Sprüchen mehrerer anderer Sprachen.)

Hoffnung macht den Schwachen stark.
Hoffnung 66 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Hoffnung treibt das Schiff der Narren.
Hoffnung 72 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Hoffnung übergibt uns dem Totengräber.
Hoffnung 74 (Kein deutsches Sprichwort. Laut Wander entspricht sein deutscher Text einem lateinischen Zitat von Albius Tibullus (um 55 v. Chr. - 19/18 v. Chr.), das Pilippi 1825 in dessen Kleines lateinisches Conversationslexikon veröffentlichte.)

Hoffnung überredet sich, der alte Wolf werde noch fromm werden.
Hoffnung 75 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Hoffnung und Mut helfen über manchen Graben.
Hoffnung 76 (Kein Sprichwort, Text ohne den Zusammenhang aus einem Zeitungsartikel herausgenommen.)

Honig auf der Zunge macht den Mund nicht süß.
Honig 22 (ohne Quelle.)

Ich bin nicht so schadenfroh, sagte Hagestolz, als ihm ein Bräutigam zurief: Freu dich mit mir, morgen heirate ich.
Schadenfroh 3  (ohne Quelle.)

Im Ärger ist Wahrheit.
Aerger 7 (ohne Quelle.)

Im Bier- und Weinhaus denk nicht ans Beinhaus.
Bier 109 (Kein Sprichwort, sondern ein Spruch von Rudolf Löwenstein. Wände, Säulen und andere Stellen wurden im neuen Berliner Rathaus (Erbaut zwischen 1861 und 1869) vom Turm bis zum Keller überall mit Sinnsprüchen geschmückt, welche auf Veranlassung des ehemaligen Oberbürgermeisters Seidel und des Rathaus Erbauers Wäsermann von Dr. Rudolf Löwenstein (1819 - 1891) teils gesammelt, teils neu verfasst worden sind und im Keller meist das Trinken beinhalteten.)

Im Grab ist allen wohl gebettet.
Grab 11 (ohne Quelle.)

Im Grabe liegt der Fürst nicht bequemer als ein Tagelöhner.
Grab 13 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt nur ein anderes russisches Sprichwort aus einem französischen Buch mit anderem Inhalt an, das er mit dem anderen vergleicht.)

Im Grabe neidet man niemand.
Grab 14 (ohne Quelle.)

Immer sparen heißt immer darben.
Sparen 13 (ohne Quelle.)

Im Reich der Gecken ist die Vernunft ein Schrecken.
Geck (Subst.) 28 (ohne Quelle.)

Im Salze liegt die Klage, so lang der Kläger taugt.
Salz 8 (Kein Sprichwort, sondern ein Satz, den Eduard Graf für sein Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ 1864 aus einem dänischen Rechtsbuch übersetzte, etwas änderte und fälschlich als Sprichwort ausgibt. Den Spruch übernahm Wander fälschlich als Sprichwort in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon.)

In der Welt ist nichts so gemein als falsche Worte im guten Schein.
Welt 369 (Kein Sprichwort, sondern ein von Andreas Sutor 1716 in seinem Buch „Latinum chaos de, ex, et pro omni, Ein Teutsches durcheinander von unterschidlichen Sachen“ auf Seite 373 übersetztes lateinisches Zitats von Cicero.)

In die größten Segel fällt der meiste Wind.
Segel 4 (ohne Quelle.)

In eigenem Garten ist am besten grasen.
Garten 17 (ohne Quelle.)

In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf.
Geldsache 1 (Laut Büchmann, aus dem auch Wander dieses Zitat hat, ist es kein Sprichwort, sondern ein Zitat von David Hanseman (1790 - 1864). Der war Kaufmann, Bankier und Politiker und äußerte als Abgeordnete des Vereinigten Landtages, der preußischen und deutschen Nationalversammlung, am 8. Juni 1847 diesen Ausspruch. Richtig lautet das Zitat: „Bei Geldfragen hört die Gemütlichkeit auf.“, wurde aber in obiger Version zum „Geflügelten Wort“.)

In Häusern, wo Bildung herrscht und Sitte, da gehen die Frauen zuerst, die Männer folgen ihrem Schritte.
Haus 273 (ohne Quelle.)

In Mädchen soll der Teufel wohnen, in Weibern aber Legionen.
Mädchen 118  (ohne Quelle.)

Ist das Fass leer, gehen die Freunde quer.
Fass 42 (Kein Sprichwort. Eine von Wander verändertes von Wilhelm Binder 1861 sehr frei übersetztes lateinisches Zitats von Horaz!)

Ist das Leben noch so trüb, einmal scheint die Sonne lieb.
Leben (Subst.) 135 (Kein Sprichwort. Ein von Andreas Sutor 1716 aus dem Lateinischen übersetztes Zitat von Publilius Syrus.)

Ist das Wort erst aus Paul's Munde, dann bellen es schon Peter's Hunde.
Wort 376 (Wander gibt diesen Spruch ohne Quelle an, bemerkt aber, „Aehnlich russisch. (Altmann VI, 387.)“. Das halte ich für schlicht falsch! Wander hat das russische Sprichwort, das Julius Altman im Jahrbuch für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, Heft 6 und 7 im Jahr 1855, Seite 387 veröffentlichte: “Ist das Wort nur erst aus Pauls Munde, dann hätte es Peter auch sagen können.“ in seine Version geändert und das Original weggelassen. Ebenso findet auch Google nur diese beiden Versionen mit der jeweiligen Quelle, was ein weiterer Beweis für Wanders Änderungen von Sprichwörtern ist.)

Jede Gabe ist gut, die man in den Bettelsack tut.
Gabe 44 (ohne Quelle.)

Jede Gans schnattert nach ihrer Weise.
Gans 93 (ohne Quelle.)

Jeder bleibt bei seiner Weise.
Bleiben 19 (ohne Quelle.)

Jeder hat sein Teufelchen im Leibe.
Teufelchen  (Dies ist kein Sprichwort, sondern eine von Wander aus dem Text genommene Stelle aus dem Roman „Ein Schneider“, (Band 1, Seite 50) von Karl von Holtei (1798 - 1880). In keiner Sammlung seiner Zeit steht dieser Spruch als Sprichwort verzeichnet. Ca. 80 weitere Sprüche im Sprichwörter Lexikon von Wander sind aus den Romanen von Karl von Holtei „herausgezogen“. Genauso wie dieser sind auch andere Sprüche von Holtei aus dem Deutschen Sprichwörter Lexikon fälschlich als deutsches Sprichwort für Sprichwörtersammlungen im 20. Jahrhundert ungeprüft abgeschrieben worden.)

Jeder schiebt die Schuld gern auf andere.
Schuld (Ursache, Vergehen) 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Jeder seh' auf seine Sachen und nicht auf das, was andere machen.
Sache 159 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Jede Ware ist nach ihrem Gelde.
Waare 63 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen. Das Sprichwort wurde schon 1864 von Graf für sein Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ aus dem Niederländischen übersetzt. Original steht es 1858 im Buch „Spreekwoordenboek der Nederlandse taal“ von Harrebomée auf Seite I,216: „Alle waar is naar haar geld.“)

Je dürrer die Zeit, je grüner die Hoffnung.
Zeit 349 (Kein Sprichwort, sondern ein Zitat aus dem Roman „Soll und Haben“ 5. Buch, 1. Kapitel von Gustav Freyteg (1816 - 1895).
Der Text im Roman: „»Wohlan«, sagte Fink Beifall nickend, »das war gesprochen, wie ein Deutscher immer sprechen wird. Je dürrer die Zeit, desto grüner die Hoffnung. Aus allem sehe ich, Master Wohlfart, du hast keine Lust, jetzt mit mir zu gehen.«“)

Vier weitere Zitate aus Gustav Freytegs „Soll und Haben“ gibt Wander in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon fälschlich als Sprichwörter aus, was sie nicht sind. Darunter jeweils der entsprechende Text in den Ausgaben des 19. Jahrhunderts:
Eine Anfrage beißt niemand.
Anfrage 2,   „Soll und Haben“ 3. Buch, 3. Kapitel:
„»Gut,« sagte der Jude, »eine Anfrage beißt Niemanden,« und wandte sich zum Gehen. An der Thür hielt er noch einen Augenblick an.“
Es gibt Augenblicke, in denen kein Pfaffe einer armen Seele verwehren kann, den Teufel zu Hülfe zu bitten.
Augenblick 17,  „Soll und Haben“ 1. Buch, 9. Kapitel:
„Es war ein Augenblick, wo kein Pfaff einer armen Seele verwehren kann, den Teufel um Hülfe zu bitten. Wo das Land zulag, erkannte ich natürlich am Himmel.“

Mit Tanzen fängt's an, mit der Hochzeit hört's auf.
Tanzen 116,  „Soll und Haben“ 2. Buch, 1. Kapitel:
„»Ja, da wird wohl nichts helfen«, sagte der Vater kopfschüttelnd, »mit Tanzen fängt's an, mit der Hochzeit hört's auf. Es ist mir auch so gegangen.«“

Unschuldig wie ein Holzklotz.
Unschuldig *20,  „Soll und Haben“ 5. Buch, 2. Kapitel:
„»Du?« frug Fink; »ja, das sieht dir ähnlich. Wenn eine ertrinkende Maus sich an einen Holzklotz klammert, du hältst ihr eine Rede über das Drückende moralischer Verpflichtungen und schleuderst sie in's Wasser zurück.« »Du bist nicht so unschuldig, wie ein Holzklotz,« sagte Anton wider Willen lachend.“

Je enger der Käfig, je süsser (schöner erscheint) die Freiheit.
Käfig 7 (ohne Quelle.)

Je fauler der Stamm, je wohler dem Wurm.
Stamm 18 (ohne Quelle.)

Je frecher die Tat, desto leichter gelingt sie.
That 43 (ohne Quelle.)

Je gefälliger jemand ist, je mehr wird ihm aufgebürdet.
Gefällig 2 (ohne Quelle. Diese Aussage mag möglicherweise stimmen, Wander hat aber keine Quelle für diesen Spruch angegeben und ihn möglicherweise selbst erst erfunden.)

Je grösser das Verbrechen, je weniger glaubt man dran.
Verbrechen (Subst.) 6 (Kein Sprichwort. Laut Wanders Quelle, das „Kleine lateinische Conversationslexikon“ 2. Lieferung von Phillipi (1825), Seite 13, ist es ein aus dem Lateinischen übersetztes Zitat von Seneca. Phillipi übersetzt ihn aber: „An große Verbrechen will immer niemand glauben.“)

Je heftiger die Krankheit, je schärfer die Arznei.
Krankheit 35 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Je höher Rang, je härter Zwang.
Rang 2 (ohne Quelle. In dieser Form ist der Spruch nur im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander und keiner anderen Veröffentlichung zu finden. Leider ohne Quellenangabe weil er den Spruch erfunden hat? Trotzdem haben einige heutige Autoren ihn in Büchern oder auf Internetseiten in Sprichwörtersammlungen eingefügt, aber in heutiges Deutsch angepasst: „Je höher der Rang, desto stärker der Zwang.“ Außerhalb von Sprichwörtersammlungen aber scheint der Spruch, der damit kein Sprichwort ist, in alter und neuer Form unbekannt zu sein.)

Je nach dem Winde dreht sich die Fahne.
Wind 118 (ohne Quelle.)

Jung zu bleiben und alt zu werden ist das höchste Gut.
Jung 46 (ohne Quelle. Wander zitiert nur aus einem Gedicht von österreichischen Schriftsteller Eduard von Bauernfeld (1802 - 1890): „Wer sich nicht jung erhält im Alter, der bete den Psalter.“ Wanders Spruch hört sich an, wie sein Kommentar zu diesem Zitat von Bauernfeld.)

Kein besser Werkzeug als Menschenhände.
Werkzeug 5 (ohne Quelle.)

Könige lieben den Verrat, aber nicht den Verräter.
König 120 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen und Spanischen.)

Kranke Beine und brave Frauen findet man daheim.
Bein 32 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Kummer macht alt vor den Jahren.
Kummer 17 (ohne Quelle.)

Lange Gebete haben wenig Andacht.
Gebet 63 (ohne Quelle.)

Lauter Honig verdirbt den Magen.
Honig 44 (ohne Quelle.)

Leben ohne Ehr` ist kein Leben mehr.
Leben (Subst.) 96 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen, Lateinischen und Schwedischen.)

Leerer Schein kann nicht erfreuen.
Schein 10 (ohne Quelle.)

Legt der Abt die Würfel dar, so spielen die Mönche ohne Gefahr.
Abt 7 (ohne Quelle.)

Lieber ein bärtig Weib als ein gelehrtes.
Weib 784 (ohne Quelle.)

Mach aus deinen Ohren ein Grab und scharr's zu, bis Amt und Pflicht zu reden gebieten.
Ohr 41 (ohne Quelle.)

Mach den Gescheiten.
Gescheite (der) 8 (ohne Quelle.)

Mach dich erst sauber.
Sauber *15  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Mach dich mit keinem Hund gemein, wenn du nicht willst gebissen sein.
Hund 1834 (ohne Quelle.)

Man braucht viel Heu, um allen Leuten das Maul zu stopfen.
Heu 24 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Manche Hand ist schwach zum Erwerben und stark zum Vertun.
Hand 277 (Kein deutsches, sonder ein ägyptisches Sprichwort aus dem Buch „Arabische Sprichwörter oder die Sitten und Gebräuche der neuern Aegyptier“ von Johann Ludwig Burckhardt, von H. G. Kirmß ins Deutsche übersetzt aus dem Jahr 1834.)

Mancher kehrt vor des Nachbars Tür und lässt den Schmutz vor der eigenen liegen.
Nachbar 95 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Schwedischen.)

Mancher möchte gern noch schlechter sehen, als er sieht.
Sehen 78 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen)

Mancher sucht Honig und findet Galle.
Honig 53 (ohne Quelle.)

Man glaubt eher das Schlechte als das Gute.
Glauben 53  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Man kann arbeiten wie ein Ackergaul, für Zuschauer ist man immer zu faul.
Arbeiten 31 (ohne Quelle.)

Man kann auch mit müden Beinen noch weit gehen.
Bein 35(Kein deutsches Sprichwort. Wanders Übersetzung eines französischen Sprichworts.)

Man kann aus jedem Buche etwas lernen.
Buch 23 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Man kann davon so wenig sehen als Füße an einer Schlange.
Sehen *293 (ohne Quelle.)

Man kann den Schornstein nicht fegen, ohne sich die Hände schwarz zu machen.
Schornstein 13 (ohne Quelle.)

Man kann die Fackel umkehren, die Flamme schlägt doch empor.
Fackel 5 (ohne Quelle.)

Man kann die Wahrheit drücken, aber nicht erdrücken.
Wahrheit 171 (ohne Quelle. Das gilt auch für Sprichwörter und Zitate. Irgendwann wird offenbar, das es kein Sprichwort oder das Zitat einer bestimmten Person ist, so wie die vielen Sprüche im Deutschen Sprichwörter Lexikon, die keine deutschen Sprichwörter sind. Es wird an dem hängen bleiben, der etwas falsches behauptet.)

Man kann lange gähnen, ehe einem eine gebratene Taube ins Maul fliegt.
Gähnen 1 (ohne Quelle.)

Man kann lange sprechen, ohne etwas zu sagen.
Sprechen 16 (ohne Quelle.)

Man kann nicht aus sich selbst heraus.
Selbst 13 (ohne Quelle.)

Man kann nicht jede Gefahr vermeiden.
Gefahr 32 (In Wanders Quelle, dem Buch „Viridarium, Lustgarten von auserlesen Sprüchwörtern, auch schönen und denkwürdigen Sitten- und Lehrsprüchen“ von Johann Georg Seybold (1677), Seite 397 steht aber: „Gefahr ist keinmal zu vermeiden, man muss Gefahr dagegen leiden.“)

Man mag den Raben waschen, wie man will, er bleibt doch schwarz.
Rabe 54 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Polnischen.)

Man muss das Schamhütlein ablegen, wenn man zu etwas kommen will.
Schamhütlein 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen, Französischen und Niederländischen.)

Mann gegen Mann, aber zwei gegen den Teufel.
Mann 2016  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Man muss dem Nachbar keinen Brand ins Haus legen, man zündet sonst sein eigenes an.
Nachbar 88 (ohne Quelle.)

Man muss den Honig so aus dem Korbe nehmen, dass den Bienen auch was bleibt.
Honig 49 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Man muss die Kirschen erst reif werden lassen.
Kirsche 11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Man muss die Rose auf dem Stiel nicht verwelken lassen.
Rose 51 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Man muss nicht alles dem Zufall überlassen.
Zufall 11 (Kein deutsches Sprichwort. Wanders Version eines russischen Sprichworts (Man muss der Klugheit mehr vertrauen als dem Zufall.), von Julius Altmann in Russland gesammelt und 1855 in Deutschland veröffentlicht.)

Man muss nicht dem Nachbar das Korn abschneiden.
Nachbar 90 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Man muss nicht der Katze den Braten (die Milch) anvertrauen.
Katze 375 (ohne deutsche Quelle. Wanders eigene Version von einem Sprichwort aus Surinam, das er bei Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld gefunden hat.)

Man muss nicht mit jedem Brüderschaft trinken.
Brüderschaft 1 (Kein Sprichwort, sondern ein von Ferdinand Philippi (1825) übersetztes lateinisches Zitat von Plutarch. Von Wander aus dem 2. Band des „Kleines lateinisches Converſationslexicon“ nicht ganz wörtlich abgeschrieben.)

Man muss nichts riskieren, wo nichts zu gewinnen ist.
Riskiren 1 (Kein Sprichwort. Laut Wanders bemerkung hat er den Spruch aus dem Text von Varnhagen von Ense's Nachlass, den Ludmilla Assing 1865 veröffentlicht hat.)

Man muss nicht über des Nachbars Dach spotten, wenn das eigene Löcher hat.
Nachbar 91 (Kein deutsches Sprichwort. Wanders Version eines russischen Sprichworts (Schilt nicht deines Nachbars geborstene Mauer, wenn deine eigene in Trümmern liegt.), von Julius Altmann in Russland gesammelt und 1855 in Deutschland veröffentlicht.)

Man muss oft dulden, was man nicht will, um zu bekommen, was man will.
Dulden 7 (ohne Quelle.)

Man soll die Feinde nicht zählen, sondern schlagen.
Feind 243  (ohne Quelle.)

Man soll nicht von jemand sprechen, den man nicht kennt.
Sprechen 17 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Man soll nie eine Dame fragen, wie alt sie ist.
Dame 6 (ohne Quelle. Unabhängig vom guten Benehmen oder Sitten und allen gesellschaftlichen Regeln, wenn dies ein Sprichwort wäre, müsste es irgendwo zu finden sein. Selbst Google findet keinen Beleg für den Beweis als Sprichwortes, außer bei Wander selbst. Damit etwas sinnvoll ist oder zum guten Ton gehört, muss es kein Sprichwort sein.)

Man soll nur loben, was Lob verdient.
Loben 68 (Kein Sprichwort. Wanders Version eines französischen Spruchs aus einer Fabel von Marie de France (* um 1135 in Frankreich - † um 1200 wahrscheinlich in England) und einer Anekdote über Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781), die beide unter dem vermeintlichen Sprichwort im Deutschen Sprichwörter Lexikon stehen.)

Man soll seine Nase nicht in Nachbars Töpfe stecken.
Nase 61 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Man sucht oft etwas in der Weite und hat`s an seiner Seite.
Suchen 16 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Misstrauen ist eine Axt an dem Baum der Liebe.
Mistrauen 6 (Nicht nur Wander, auch die von ihm abschrieben verfälschen teilweise die Sprichwörter. Unter dem Stichwort Mistrauen Nr. 6 verzeichnet Wander das Sprichwort „Misstrauen zertrennt Herzen und Hände.“ aus der Sammlung „Florilegium Politicum. Politischer Blumengarten“ von Christoph Lehmann aus dem Jahr 1630 richtig als deutsches Sprichwort. Darunter gibt er ein vergleichbares Sprichwort der Russen von Julius Altmann an: „Misstrauen ist eine Axt an dem Baum der Liebe.“ Dieses russische Sprichwort wird selbst heute in verschiedenen Versionen (am Baum, an den Baum, an dem Baum) in Büchern oder im Internet fälschlich als deutsches Sprichwort bezeichnet, was es nachweislich nicht ist. Manche lesen auch richtig und nennen den russischen Ursprung)

Misstrauen untergräbt die Freundschaft.
Mistrauen 12 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt nur 4 fremdsprachige Sprichwörter und ein weiteres russisches als vergleichbar an. Wahrscheinlich seine Übersetzung aus den anderen.)

Müßiggang begräbt den Menschen lebendig.
Müssiggang 55 (ohne Quelle.)

Mutiger Blick lockt das Glück.
Blick 7  (ohne Quelle. Ebenso ohne Quelle Blick Nr.8: Mutiger Blick verscheucht das Unglück.)

Narren machen den Bock zum Gärtner.
Narr 767 (ohne Quelle. Möglicherweise eine Variation der Redensart, von Wander produziert.)

Neid hat scharfe Augen.
Neid 58 (ohne Quelle.)

Neue Geschäfte, neue Kräfte.
Geschäft 32 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Nicht in jedem Baumstamm ist ein Bienennest.
Baumstamm 2 (ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort. Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 128.)

Nicht jedes Licht kommt von der Sonne.
Licht 81 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Nichts gleicht einem rechtschaffenen Menschen mehr als ein Schelm.
Gleichen (Verb.) 1 (ohne Quelle.)

Niemand ist mit seinem Schicksal zufrieden.
Schicksal 9 (Kein Sprichwort, sondern eine etwas umgestellte Übersetzung eines von Ferdinand Philippi 1825 sehr großzügig übersetzten Zitats aus Ciceros „Epistulae ad Familiares 6. 1“.)

Niemand ist so glücklich, dass ihm nicht etwas fehle.
Glücklich 31  (Kein Sprichwort, ohne deutsche Quelle. Aus einem Text von Abraham a Sancta Clara.)

Niemand zieht eines andern Fuß aus dem Feuer, um den eigenen hineinzulegen.
Fuss 98 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Nur Erde füllt das gierige Auge.
Erde 72 (ohne Quelle.)

Ohne Gebet soll man nichts wagen, mit Gebet nichts scheuen.
Gebet 70 (ohne Quelle.)

Ordnung erleichtert die Arbeit.
Ordnung 15 (ohne Quelle.)

Rauch, bös Weib und übel Dach sind drei große Ungemach.
Rauch (Subst) 55 (ohne Quelle.)

Rauch genug, aber keine Wärme.
Rauch (Subst) 58 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Rauch ist Rauch und wenn er von Weihrauch kommt.
Rauch (Subst) 62 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Rauch, schlimm Dach und böse Weiber können den Mann aus dem Hause treiben.
Rauch (Subst) 63 (ohne Quelle.)

Rauch und Wanzen machen die Leut' im Hause tanzen.
Rauch (Subst) 66 (ohne Quelle.)

Rebellen sind unruhige Gesellen.
Rebell  (ohne Quelle.)

Reden und Tun ist zweierlei.
Reden 165 (ohne deutsche Quelle. Wahrscheinlich Wanders Erklärung von Texten anderer Autoren. Ähnlich anderer dänischer und französischer Sprichwörter. Vergleichbar mit dem deutschen Sprichwort „Sagen und tun ist zweierlei.“ bei Simrock Nr. 8668 und Körte Nr.5161.)

Reich und Arm sind wie Feuer und Wasser, beide sind notwendig.
Reich (Adj.) 191 (Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht dieses rumänische Sprichwort alleine unter dieser Nr. ohne ein deutsches und nur mit dem Quellenverweis auf die Neue Freie Presse. Wer nicht im Quellenverzeichnis nachschlägt, wird dieses rumänische Sprichwort unweigerlich fälschlich für ein deutsches halten.)

Richte erst, wenn du beide gehört.
Richten 16 (ohne Quelle.)

Richtiges Zahlen bringt williges Borgen, fördert den Handel und verscheucht die Sorgen.
Zahlen 38 (ohne Quelle.)

Rosen auf den Wangen und Dornen im Gewissen (Gemüth).
Rose 60 („Rosen auf den Wangen“ war früher eine Redewendung, die bedeutete, dass jemand eine rote Färbung der Wangen, eine rosige Gesichtsfarbe hatte. Der Spruch aus dem Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander ist aber kein Sprichwort, sondern ein aus dem Zusammenhang gerissener Teil aus einem längern Text von Abraham a Sancta Clara aus Reim dich oder ich lies dich: „Allhier ist vielen Reichen begegnet, was sich mit dem Absalom zugetragen; dieser königliche Prinz hatte wohl ein schönes Haupt, aber keine Haupttugenden an sich, es waren seine schönen Haarlocken den geflochtenen Goldfaden nicht ungleich, wohl nicht, nennt man sie. Haarlocken, weil sie gar oft unbehutsame Augen pflegen zu locken, der schöne Absalom trug wohl Rosen auf den Wangen, aber Dörner in dem Gewissen, der wohlgestalte Prinz führte wohl Schnee auf der Stirn, aber Kohlen in dem Herzen, und gleicht er diesfalls den Pillen in der Apotheke, welche zwar auswendig vergoldet, inwendig aber: Pfui wie bitter!“
Nachzulesen in den Sämtlichen Werken von Abraham a St. Clara, Ausgabe von 1836, 8. Band, Reim dich oder ich lies dich, Seite 87:  https://archive.org/details/smtlichewerke08abrauoft/page/86/mode/2up)

Ruhe erzwingt, was sonst nicht gelingt.
Ruhe 18 (Kein Sprichwort. Übersetzter lateinischer Spruch eines anderen Autors. 1794 und 1810 von Johann Michael Sailer ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung 1873 wurde von Wander mit dem 2. Halbsatz verlängert und ins Deutsche Sprichwörter Lexikon eingefügt.)

Sänger sind arme Schlucker.
Sänger (Singer) 22 (ohne Quelle. Das Sprichwort stammt aus Rumänien und ist aus dem Buch „Vom Don zur Donau“ 1. Band Seite 316 von Karl Emil Franzos aus dem Jahr 1878. In dieser Quelle von Wander sind auf mehreren Seiten etliche rumänische Sprichwörter enthalten, die im Deutschen Sprichwörter Lexikon ohne Quelle verzeichnet sind und deshalb irtümlich als deutsche Sprichwörter angesehen werden könnten.)

Schlechte Ärzte machen aus kleinen Wunden große.
Arzt 61 (ohne Quelle.)

Schlechten Leuten missfallen ist kein Unglück.
Leute 1105  (ohne Quelle.)

Schlechtes Schild lockt keine Gäste.
Schild (das) 17 (Kein Sprichwort. Von Wander aus seinem eigenen Buch „Sprichwörtergarten“ mit selbst produzierten Sprüchen übernommen.)

Schmeichelworte sind nicht ohne Gift.
Schmeichelwort 2 (Kein Sprichwort. Aus dem Lateinischen übersetzter Spruch von Publilius Syrus (um 90 - 40 v. Chr.))

Schmerz auf Schmerz bricht das Herz.
Schmerz 25 (ohne Quelle.)

Schöne Schilder, schlechte Ware.
Schild (das) 18 (ohne Quelle.)

Schöne Töchter machen alte Mütter.
Tochter 60 (ohne Quelle.)

Schüchtern hat nie eine schöne Freundin und wird nie besungen von Dichtern.
Schüchtern 2 (ohne Quelle.)

Schulden machen ist keine Schande, es tun die feinsten Leute im Lande.
Schuld (Zahlungspflicht) 52 (ohne Quelle.)

Schulden sind keine Frösche, sie hüpfen nicht fort.
Schuld (Zahlungspflicht) 59 (ohne Quelle.)

Schwachheit ist der Menschen Los.
Schwachheit 4 (Kein Sprichwort, ohne deutsche Quelle. Wander weist auf ein ähnliches Zitat von Shakespeare im Schauspiel Hamlet (2. Zene, 1. Akt), einem italienischen Sprichwort und ein lateinisches Zitat von Tacitus hin. Tatsächlich ist es aber eine Zeile aus dem Gedicht „Gebet der Kinder zu ihrem ewigen Vater“ vom deutschen Dichter und Schriftsteller Siegfried August Mahlmann (13.5.1771 - 16.12.1826) aus Leipzig.)

Schwangerschaften bringen Schwägerschaften.
Schwangerschaft 3 (Kein deutsches Sprichwort. Wander gibt Altmann als Quelle an, der nur russische, bulgarische oder tatarische Sprichwörter gesammelt hat. Dieses ist ein russisches Sprichwort, von Julius Altmann in den „Jahrbüchern für slavische Literatur, Kunst und Wissenschaft“, 6. und 7. Heft 1855, Seite 400 veröffentlicht. Viele weitere Sprichwörter von Altmann werden bei Wander wegen fehlender Hinweise fälschlich für deutsche Sprichwörter gehalten, was sie nicht sind. Andere Sprichwörter von Altmann stehen nicht hier, sondern gegebenenfalls unter dem jeweiligen Land. Der Wortlaut kann ein anderer sein, da Wander bei etlichen den Wortlaut geändert hat. So steht bei Wander unter Korn Nr. 2: „Am eigenen Korn sieht man wohl, wenn des Nachbars Roggen reif ist.“ Bei Altmann lautet das russische Sprichwort aber: „An den eigenen Körnern lerne erkennen, wann anderer Roggen zeitig ist.“)

Schwankender Sinn hat keinen Gewinn.
Sinn 39 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Schwiegermutter und Schwiegertochter sind gleich Sturm und Hagelwetter.
Schwiegermutter 15 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Seelenwunden heilen schwer.

Seelenwunde  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Seinen Geldsack hat ein jeder lieb.
Geldsack *11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Seltener Genuss erhöht das Vergnügen.
Genuss 4 (Kein Sprichwort, sondern ein von Wilhelm Binder 1861 in dessen Buch „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ unter der Nr. 3595 übersetzter lateinischer Spruch von Juvenal.)

Sich der Schlemmerei ergeben führet nicht zu langem Leben.
Schlemmerei (ohne Quelle.)

Sich selbst kennen ist die größte Weisheit.
Selbst 51 (Keine Sprichwort. Wander gibt als Quelle nur einen lateinischen Text (Multi multa sciunt, se ipsum nemo) aus dem Buch „Viridarium Lustgarten von auserlesen Sprichwörtern“ von Johann Georg Seybold aus dem Jahr 1677 an. Dort steht als Übersetzung: „Viel dünket wohl, sie wissen viel, doch keiner sich selbst kennen will.“ Andere Autoren übersetzten diesen Spruch mehrfach sinngemäß. Wanders Spruch entspricht nicht Seybolds Übersetzung noch der richtigen Übersetzung des lateinischen Spruchs, noch ist es ein Sprichwort.)

Spaß muss sein, sagte die Katze zur Maus.
Spass 3 (ohne Quelle.)

Sprich gut von deinen Freunden und schweig von deinen Feinden.
Sprechen 37  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Sprichwörter sind die Weisheit auf der Gasse.
Sprichwort 10 (Kein deutsches Sprichwort. Falsche Übersetzung aus dem Englischen und Niederländischen. Johann Michael Sailer hat 1810 seine Sammlung mit deutschen Sprichwörtern „Die Weisheit auf der Gasse“ nach der Bibelstelle, Die Sprüche Salomos 1, 20 benannt: „20 Die Weisheit klagt draußen und lässt sich hören auf den Gassen; 21 sie ruft in dem Eingang des Tores, vorn unter dem Volk; sie redet ihre Worte in der Stadt.“ Der Wortlaut der Lutherbibel ist von der Ausgabe 1545 bis 1912 gleich geblieben, nur die Rechtschreibung wurde angepasst. Der Text von Wanders „Quellen“ entspricht nicht seinem deutschen Text, er hatte wohl den Titel von Sailer im Sinn.)

Starke Hand fackelt nicht.
Hand 341 (Kein deutsches Sprichwort, sondern ein französisches. Wander hat das französische „Forte main n'attend le lendemain.“ aus dem Buch „Le livre de proverbes français“ (1841) von Antoine Le Roux de Lincy, der es wiederum aus dem Werk „Trésor de sentences dorées, dicts, prouerbes“ (1581) von Gabriel Meurier entnommen hatte.
Eigentliche Übersetzung: „Starke Hand wartet nicht auf den nächsten Tag.“)


Steinerne Herzen machen keine nassen Augen.
Herz 250 (ohne Quelle.)

Stille Wasser und stumme Hunde sind gefährlich.
Wasser 323 (ohne Quelle.)

Trunkenheit ist kleiner Wahnsinn.
Trunkenheit 37 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Überfluss macht Übermut, und Übermut tut selten gut.
Ueberfluss 12 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tscheschischen.)

Um dem Rauche zu entgehen, muss man nicht ins Feuer springen.
Rauch (Subst) 72(Kein deutsches Sprichwort, sondern ein türkisches. Wander gibt als Quelle Schlechta, 187 an. Schlechta ist das Buch „Osmanische Sprichwörter“, 1865 herausgegeben von der K. und K. orientalischen Akademie in Wien mit einem Vorwort von Vinzenz Ferdinand Xaver Baptist Freiherr von Schlechta Ritter zu Wssehrd (1798 - 1879). Das Buch enthält 500 Sprichwörter der Osmanen (Türken). Dort steht als deutsche Übersetzung: „Um dem Rauche zu entgehen, springe nicht ins Feuer.“ Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht 430 Mal der Verweis auf Schlechta, aber nur 141 Mal mit dem Hinweis auf die Osmanen. Demnach wird man wahrscheinlich ca. 350 der Osmanischen Sprichwörter im Deutschen Sprichwörter Lexikon fälschlich für deutsche halten.)

Um Spielgeld hilft man keines Rechts.
Spielgeld (Kein Sprichwort. Dieser Spruch wurde so von Eduard Graf 1864 im Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ aufgenommen und daraus von Wander ins Deutsche Sprichwörter Lexikon übernommen. Tatsächlich ist es aber kein Sprichwort, sondern die erklärende Zusammenfassung eines Absatzes aus dem Buch „Deutsche Rechtsdenkmäler aus Böhmen und Mähren“ von Emil Franz Rössler 1845 herausgegeben, über das altprager Stadtrecht aus dem 14. Jahrhundert. Auf Seite 12 steht als Anmerkung zum Absatz 18 über verspieltes Geld in Glücksspielen: „vmb spilgelt sol man keines rechtes helfen.“ Das bedeutet, auch früher konnte man Spielschulden nicht vor Gericht einklagen oder rechtlich geltend machen.)

Unberufene Hände verbrennen sich die Hände am Topfe.
Hand 356 (Kein Sprichwort. Wanders Quelle ist sein eigenes Buch „Sprichwörtergarten“ mit selbst produzierten Sprüchen.)

Undankbarkeit ist ein Fass ohne Boden, wodurch alle Guttaben ausfließen.
Undankbarkeit 4 (Kein Sprichwort. Lateinisches Zitate des deutschen Humanist, Arzt, Autor, Philologe, Übersetzer und Hochschullehrers Janus Cornarius (1500 - 1558), von Andreas Sutor 1716 im Buch „Latinum Chaos“ ins Deutsche übersetzt und von Wander ins Sprichwörter Lexikon übernommen.)

Verachtung ist schlimmer als Hass.
Verachtung 9  (ohne Quelle.)

Vergessen und Vergeben macht freundlicher das Leben.
Vergessen 42 (ohne Quelle.)

Verräter kommen von hinten.
Verräter 11(Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Verschwendung ist ein Fass ohne Boden.
Verschwendung 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Versprechen und halten ist zweierlei.
Versprechen (Verb.) 51 (Kein Sprichwort. Von Wander produzierter Spruch im Buch „Politisches Sprichwörterbrevier“ unter Nr. 1201 von ihm selbst 1872 unter dem Pseudonym „Dove“ veröffentlicht.)

Verstand ist das beste Kapital.
Verstand 86 (Kein deutsches Sprichwort, sondern ein türkisches. Wander gibt als Quelle Schlechta, 323 an. Das ist das Buch „Osmanische Sprichwörter“, 1865 herausgegeben von der K. und K. orientalischen Akademie in Wien mit einem Vorwort von Vinzenz Ferdinand Xaver Baptist Freiherr von Schlechta Ritter zu Wssehrd (1798 - 1879). Das Buch enthält 500 Sprichwörter der Osmanen (Türken))

Viel sprechen ohne Sinn, bringt wenig Gewinn.
Sprechen 54 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Viel versprechen, wenig halten, lässt die Freundschaft bald erkalten.
Versprechen (Verb.) 112 (ohne Quelle.)

Vom Kuchen nascht man, vom Brote isst man.
Kuchen31 (ohne Quelle!. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort, bei dem Wander den zweiten Teil an den Anfang gestellt hat. Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 128. Das originale russischen Sprichwort von Altmann lautet: „Vom Brot ist man, vom Kuchen nascht man.“)

Vom schwarzen Raben kommen keine weißen Tauben.
Rabe 76 (Wander ohne deutsche Quelle. Aus Wanders eigenem Buch „Abrahamisches Parömiakon“, in dem er vermeintliche Sprichwörter, die er aus dem Text von Abraham a Sancta Clara herausgelesen haben will, 1838 veröffentlichte.)

Vom Süßen darf man nicht zu viel genießen.
Süsses 24 (ohne Quelle.)

Vor bösem Nachbar uns Gott bewahr.
Nachbar 129 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen, Italienischen und Polnischen.)

Vor dem, der niemals lacht, nehm' man sich wohl in Acht.
Lachen 200 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen)

Vor dem Feuer kann man sich bewahren, aber nicht vor bösen Menschen.
Feuer 220 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Vor Drohungen muss man sich nicht fürchten und über Zusagen soll man sich nicht freuen.
Drohung 3 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen)

Vorn lecken, hinten kratzen ist die Weise falscher Katzen.
Lecken 14 (Keine Quelle mit Wanders Text.Wander Quelle Faselius, 11: der einzige, der das von Wander fälschlich angegebene lateinische Zitat von Plautus (Altera manu fert lapidem, panem ostentat altera.) sinngemäß richtig übersetzt: „In der einen Hand versteckt er den Stein, mit der andern zeigt er das Brot.")
Weiber sind Katzen, die vorn lecken und hinten kratzen.
Weib 1067 (Kein Sprichwort. Wanders Ableitung eines altdeutschen Spruchsvon Muskatblut aus Ignaz v. Zingerles Buch „Die deutschen Sprichwörter im Mittelalter“, das Zingerle selbst mit dem einzigen Sprichwort mit Weib und Katzen vergleicht, das er bei Simrock (Nr. 11340) gefunden hat: „Weiber sind Katzen mit glatten Bälgen und scharfen Tatzen.“ Anderes ist es mit dem tatsächlichen Sprichwort: „Das sind böse Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.“ unter dem auf der Seite mit deutschen Sprichwörtern einige Variationen der letzten 500 Jahre stehen.)

Vorrat ist der beste Rat.
Vorrath 12 (ohne Quelle.)

Was der Abt nicht essen kann, schenkt er dem armen Mann.
Abt 45 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Was die Hoffnung malt, hält nicht Farbe.
Hoffnung 95 (Kein deutsches, sondern ein von Wander verändertes russisches Sprichwort, dass von Julius Altmann in Russland gesammelt und 1854 veröffentlicht wurde.)

Was die Kinder hören im Haus, das plaudern sie auf der Straße aus.
Kind 869 (Kein deutsches Sprichwort, sondern Wanders Interpretation von mehreren verschiedener fremder ähnlicher Sprichwörter, die er im Buch „Das Kind im Sprichwort“ von O. Freiherrn von Reinsberg-Düringsfeld gelesen hat.)

Was die Rute tut, ist nicht immer gut.
Ruthe 52 (Wander ohne Quelle. Und was bei Wander steht, ist oft kein Sprichwort - müsste dahinter stehen.)

Was einer nicht hat, das kann er nicht verlieren.
Haben 106 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Was ist des Menschen Ruhm, des Weisen wahre Größe? Die Kenntnis seiner selbst, die Kenntnis seiner Blöße.
Aus „Der Sprichwörtergarten“, Seite 220, Nr. 374 (Kein Sprichwort, sondern ein von Wander selbst produzierter Spruch, 1838 veröffentlicht in seinem Buch „Der Sprichwörtergarten“, in dem er 500 selbst gemachte Sprüche, den Sprichwörtern nachempfunden, als solche ausgibt und Erklärungen dazu gibt.)

Was kann's helfen, wenn man den Bock zum Gärtner setzt.
Helfen 95 (Kein Sprichwort, sondern ein von Wilhelm Binder 1861 in seinem Buch „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ unter der Nr. 2607 übersetzter lateinischer Spruch von Juvenal (Pone seram, cohibe, sed quis, custodiet ipsos custodes?). Der Spruch stammt aus der Satire VI, Zeilen 347–348, und bedeutet eigentlich, aber wer bewacht die Bewacher, zum Problem der Gewährleistung der ehelichen Treue. Die Übersetzung von Binder ist recht frei interpretiert und war nie deutsches Sprichwort.)

Was man übel angefangen, ist selten glücklich ausgegangen.
Uebel (Adv.) 41  (Kein Sprichwort. Von Wander falsch abgeschriebene Übersetzung eines von Johann Georg Seybold (1620 - 1690) ins deutsche Übersetztes lateinischen Zitats. Text bei Seybold: „Selten wohl ist ausgegangen, was man übel angefangen.“)

Wehe der Gans, die dem Fuchse traut.
Gans 126  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wein hat Weiberart, lähmet einen gleich so hart.
Wein 480 (Kein deutsches Sprichwort! Wander gibt die falsche Quelle Simrock Nr. 11440 an, unter der tatsächlich folgendes Sprichwort steht: „Wein hilft dem Alten aufs Bein.“ Wanders Spruch, der gar kein Sprichwort ist, stammt aus dem Werk „Affentheurlich Naupengeheurliche Geschichtklitterung“ von Johann Baptist Friedrich Fischart (1546/47 - 1591) aus dem Jahr 1575. Es ist ein Halbsatz, der von Wander zusammenhanglos aus dem Text des 8. Kapitels genommen wurde. Wanders Quelle ist „Das Kloster, weltlich und geistlich“, 8. Band, von Johann Scheible aus dem Jahr 1847, in dem Fischarts Text abgedruckt ist. Der entsprechende Text steht auf Seite 159,
Im Internet nachzulesen: Band 8 von Das Kloster, Johann Fischart's "Geschichtklitterung"


Weiße Raben und treue Freunde findet man selten.
Rabe 82  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Wem das Glück aufspielt, der tanzt mit einem Bein.
Glück 661  (ohne Quelle.)

Wem das Glück lacht, der gewinnt im Traum.
Glück 677  (ohne Quelle.)

Wem Gott hilft, der kommt weiter, als wer früh aufsteht.
Gott 1848 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Wem man das Mehl gibt, der will auch noch Eier und Butter haben.
Mehl 38 (ohne Quelle.)

Wem's glückt, dem legt ein Hahn Eier.
Glücken 10  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Ukrainischen. Wanders Quelle ist Constant Wurzbach von Tannenberg (1818 - 1893), der als Ursprung die Ruthenen in der heutigen Ukraine angibt.)

Wen eine Schlange gebissen, den erschreckt eine Eidechse (Raupe).
Schlange 51 (ohne deutsche Quelle! Kein deutsches Sprichwort. Fast wortgleiche Übersetzungen liefern nur Ida von Düringsfeld und Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld in ihrem Buch „Sprichwörter der Germanischen und romanischen Sprachen vergleichend zusammengestellt“ aus dem Jahr 1872. Auf Seite 275 finden sich unter der Nr. 530 nur wenig abweichend gleich 10 vergleichbare Sprichwörter in deutscher Übersetzung aus dem Englischen, Dänischen, Italienischen, Spanischen und Rumänischen. Einen englischen und einen italienischen Text gibt Wander selbst zusätzlich an. Für alle Sprachen gibt es nachweisbare Quellen, nur als deutsches Sprichwort gibt es keinen Beleg. Selbst die „Raupe“ hat Wander falsch übersetzt, richtig wäre „Seil“ gewesen, wie bei Reinsberg-Düringsfeld)

Wenn das Herz fröhlich ist, so freut sich der Leib mit.
Herz 302 (ohne Quelle.)
Wenn das Pferd tot ist, kommt der Hafer zu spät.
Wenn das Pferd tot ist, kommt der Hafer zu spät.
Pferd 671 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Wenn das Wasser noch so still, der Schiffer muss an den Sturm denken.
Wasser 457 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wenn der Abt die Würfel legt, sich auch der Durst der Brüder regt.
Abt 14 (ohne Quelle.)

Wenn der Abt gähnt, so schlafen die Mönche.
Abt 46 (Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort. Da Wander kein entsprechendes deutsches Sprichwort gefunden hat, steht das russisches Sprichwort aus der Sammlung von Julius Altmann alein unter einer eigenen Nr.. und wird fälschlich für ein deutsches gehalten. Original steht bei Altmann „Archimandrit“, wo Wander „Abt“ schreibt.)

Wenn der Argwohn hungert, reicht ihm der Teufel den Bissen.
Argwohn 31  (Wander ohne Quelle.)

Wenn der Arme dem Reichen gibt, so lacht der Teufel.
Arme (der) 131  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen)

Wenn der Arme ein Stück Brot bekommt, so reißt es ihm der Hund aus der Hand.
Arme (der) 134  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Wenn der Arme etwas hat, so gibt er gern.
Arme (der) 301  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Wenn der Arme kommt, ist der Reiche blind.
Arme (der) 135  (ohne Quelle.)

Wenn der Bettler wird zum Kavalier, so ists das stolzeste Tier.
Bettler 140  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Wenn der Beutel klingt, so tanzt der Kellner.
Beutel 74  (ohne Quelle.)

Wenn der Böse schläft, so wiegt ihn der Teufel.
Böse (der) 37  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wenn der Gatte nicht sieht und die Gattin nicht hört, so gibt's eine glückliche Ehe.
Gatte  (ohne Quelle.)

Wenn die Tannen nicht so häufig wüchsen, sie wären so gerühmt wie Zedern.
Tanne 13 (Kein deutsches, sondern ein von Wander verändertes russisches Sprichwort. Da Wander kein entsprechendes deutsches Sprichwort gefunden hat, steht das russisches Sprichwort aus der Sammlung von Julius Altmann allein unter einer eigenen Nr. und wird trotz dem Zusatz „Altmann“ fälschlich für ein deutsches gehalten. Das Original „Die Tannen hätten den Ruhm der Zedern, wenn sie minder häufig wüchsen.“ steht bei Altmann in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 90.)

Wenn du mit Wölfen essen willst, musst du mit Wölfen heulen.
Wolf 432  (Wander gibt eine falsche Quelle an. Übersetzung aus dem Lateinischen oder Polnischen? Im lateinischen Text unbekannter Herkunft ist ein Wolf, aber ein andere Spruch. Der polnische Spruch lautet übersetzt: Wer unter die Krähen kommt, muss krächzen, wie sie. (Übersetzung von Ida von Düringsfeld)
Erstaunlicherweise wird derselbe polnische Text auch als Quelle für ein anderes Sprichwort genommen:
Wer unter die Krähen kommt, muss krächzen wie sie.
Krähe 112  (Bei beiden Sprichwörtern derselbe polnische Ursprungstext, nur Düringsfeld gibt Oberschlesien als Ursprungsort an. Da auch schon damals dort viele Polen lebten, meinen wahrscheinlich beide dasselbe Sprichwort. Das erstere hat Wander wohl selbst produziert.)

Wenn einer einmal fällt, so treten gleich alle auf ihn.
Fallen 44 (ohne Quelle.)

Wenn ein Haus einig ist, kann es wohl arm, aber auch glücklich sein.
Haus 423  (ohne Quelle.)

Wenn Liebe sich verkehrt in Hass, so weiß sie selten Maß.
Liebe 738  (ohne Quelle.)

Wenn man die Gänse nicht sieht, so hört man sie doch.
Gans 141 (ohne Quelle.)

Wenn Schäfchen am Himmel stehen, kann man ohne Schirm spazieren gehen.
Schäfchen 4 (ohne Quelle.)

Wenn viel gesprochen wird, hört man wenig Wahrheit.
Sprechen 68 (ohne Quelle. Bei manchen wird das „Wenn“ durch ein „Wo“ ausgetauscht.)

Wer bei der Schmiede wohnt, gewöhnt sich ans Hämmern.
Schmiede 7(ohne Quelle.)

Wer bei Frauen will Gunst behalten, leg nie das Gesicht in ernste Falten.
Frau 642 (Kein Sprichwort. Wahrscheinlich Wanders Kommentar zu einem Epigramm und Sinngedicht aus dem Buch „Welt und Zeit, Aus dem Nachlass eines russischen Diplomaten“, 1855 herausgegeben von Levin Schücking. Epigramm Nr. 234: „Willst du in Gunst bei Frauen bleiben, lerne vor allem Kurzweil treiben.“)

Wer betrügen will, spinnt feine Fäden.
Betrügen 20 (ohne Quelle.)

Wer böse Nachbarn hat, darf für Schande nicht sorgen.
Nachbar 158 (ohne Quelle. Wander bemerkt nur ein russisches Sprichwort, das er von Altmann abgeschrieben hat und von bösen Nachbarn handelt.)

Wer böse Nachbarn hat, muss sich selber loben.
Nachbar 159 (ohne Quelle.)

Wer das meiste Geld gibt, ist dem Gut am nächsten.
Geld 988 (Kein Sprichwort, sondern ein schon in Wanders Quelle, den Deutschen Rechtssprichwörtern (1864) von Graf veränderter Text aus der Sammlung der Teutschen Gemeinen Lehens Gesetze von Heinrich Christian Senckenberg aus dem Jahr 1740 /1760)

Wer dem Nachbarn Schaden tut, tut sich selbst kein Gut.
Nachbar 160 (ohne Quelle.)

Wer dem Schmeichler zuhört, muss ihn füttern.
Schmeichler 39 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wer den Armen verachtet, der verachtet Gott.
Arme (der) 162, (ohne Quelle.)

Wer den Rauch fängt, wird selbst schwarz.
Rauch (Subst) 87 (ohne Quelle.)

Wer den Rauch nicht will leiden, der mag auch das Feuer meiden.
Rauch (Subst) 90 (ohne Quelle.)

Wer den Teufel fürchtet, den holt er.
Teufel  967   (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wer die Ursache der Dinge erkennen kann, das ist ein weiser Mann.
Ursache 18 (ohne Quelle.)

Wer die Zeit der Saat verschläft, braucht in der Ernte nicht zu schwitzen.
Zeit 598 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Wer dir schmeichelt ins Gesicht, von hinten dir den Rücken bricht.
Schmeicheln 9 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen oder Italienischen.)

Wer einen Dieb bessern will, muss ihm vertrauen.

Dieb 228  (ohne deutsche Quelle. Etwas veränderte Übersetzung aus dem Italienischen.)

Wer einen Wolf zum Nachbar hat, geb' auf seine Schafe acht.
Wolf 489 (ohne Quelle.)

Wer einer Nachbarin seinen Kummer erzählt, den wird die andere auslachen.
Nachbarin 3(ohne deutsche Quelle. Da Wander nur ein ähnliches russisches Sprichwort aus der Sammlung von Julius Altmann dazu angibt, ist der Spruch wahrscheinlich seine eigene Version davon.)

Wer eine Schlange im Busen wärmt, der wird von ihr gebissen.
Schlange 67(Kein deutsches Sprichwort. Die falsche Übersetzung eines lateinischen Spruchs, die Wander aus dem Buch „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ von Wilhelm Binder aus dem Jahr 1861 abgeschrieben hat.)

Wer einmal trifft, ist noch kein Schütze.
Treffen 33 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Polnischen.)

Wer ein Mann ist, steht auf eigenen Füßen.
Mann 1609 (ohne deutsche Quelle. Falsche Übersetzung aus dem Französischen.)

Wer ein schlechtes Gedächtnis hat, muss gute Beine haben.
Gedächtniss 12 (ohne Quelle.)

Wer früh aufsteht, kann viel erfahren.
Aufstehen 69 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Schwedischen, Lateinischen.)

Wer früh aufsteht, oft wenig ermäht, wer lange schläft, den Gott berät.
Aufstehen 30 (ohne Quelle.)

Wer gesunde Beine hat, braucht keine Krücken.
Bein 52 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Wer Glück hat, dem legt der Hahn Eier.
Glück 840 (Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort, das Wander von Julius Altmann abgeschrieben hat. Weil Wander Altmann V, 131 als Quelle angibt und zusätzlich ein ähnliches russisches Sprichwort, mit Altmann VI, 480 als Quelle anfügt, könnte man aufgrund der zwei unterschiedlichen Quellenangaben das erste Sprichwort mit eigener Nr. fälschlich für ein deutsches halten, was es nicht ist. Nur wer beide Quellen von Altmann selbst kennt, kann wissen, das von Altmann keine deutschen Sprichwörter kommen können.)

Wer Glück hat, fängt auch wohl mit einem Esel eine Gans, der Unglückliche selbst mit dem Königsfalken keine Maus.
Glück 847  (ohne Quelle.)

Wer Glück hat, spielt mit schlechten Karten gut.
Glück 850  (ohne Quelle.)

Wer horcht an der Wand, vernimmt seine Schand.
Horchen 4 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wer im Busch ist, muss mit den Wölfen heulen.
Busch 35  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Wer immer predigt, kriegt leere Bänke.
Predigen 22  (ohne Quelle.)

Wer in Ruhe leben kann, ist ein glücklich Mann.

Ruhe 73  (ohne Quelle.)

Wer in Schande kommt, zieht auch andere gern hinein.
Schande 67  (ohne Quelle.)

Wer kann bei sich ermessen, wie viel der Nachbar Fleisch gegessen.
Ermessen (ohne Quelle.)

Wer keine Gefahr fürchtet, ist in großer Gefahr.
Gefahr 53 (ohne deutsche Quelle. Scheinbar die Übersetzung eines italienischen Sprichworts, dass Wander angibt (Chi non teme, pericola.) und aus der Sammlung von Gaal stammt (Nr. 612). Der Übersetzt es aber mit: „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.“ Das hat Wander drei Nr. später ebenfalls aufgeführt unter Gefahr Nr. 56. Das Bedeutet, dieser Spruch ist kein Sprichwort, sondern wurde von Wander neu produziert.)

Wer keinen Feind hat, der hat auch keinen Freund.
Feind 179  (Falsche Übersetzung aus einem lateinischen Text.)

Wer keine Scham hat, der hat auch keine Ehre.
Scham 43 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wer klug ist, weiß es nicht.
Klug 76 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wer liegt, kann nicht fallen.
Liegen 51 (Kein Sprichwort! Wander gibt als Quelle Eiselein, Seite 430 an, auf der als ähnlichster Spruch eine Zeile aus dem Narrenschiff (1494) von Sebastian Brant steht (1457 - 1521): „Wer lit, der minder fallt.“ Daraus hat Wander wahrscheinlich seinen selbst produzierten Spruch abgeleitet.)

Wer lügen will, kann viel Neuigkeiten erzählen.
Lügen 129 (Bei Wander ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort, von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) auf Reisen in Russland gesammelt, von ihm übersetzt und 1855 in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, Seite 391 in Deutschland veröffentlicht. Das original Sprichwort bei Altmanns lautet: „Wer lügen will, kann viel Neues vorbringen..“ Wander veränderte es und schrieb unter seine Version: „Aehnlich russisch Altmann VI, 392.“)

Wer mit Frauen kauft, verliert sein Kaufgeld.
Frau 685 (Kein Sprichwort. Ein von Graf 1864 ins Hochdeutsche übertragener Satz und fälschlich als Sprichwort ausgegeben, aus dem Jütsche Low, einer Gesetzesordnung aus dem Jahr 1241 vom dänischen König Waldemar II (1170 - 1241), in der Ausgabe „Danmarks gamle Provindslove“ von P.G. Thorsen 1852.)

Wer mit Gott anfängt, dem tut der Teufel nichts.
Gott 2245  (ohne Quelle.)

Wer mit Wölfen umgeht, muss mit heulen.
Wolf 503  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wer nicht auf Gräbern gehen (tanzen) will, muss gar nicht gehen (tanzen).
Grab 24  (ohne Quelle.)
Wer nicht gefehlt, hat nicht gelebt.
Fehlen 25  (ohne Quelle.)

Wer nicht heucheln und schmeicheln kann, der ist nicht der Leute Mann.
Heucheln 7 (Kein Sprichwort, ohne Quelle. Wahrscheinlich ein von Wander selbst produzierter Spruch, da auch der von ihm angeführter lateinischer Spruch etwas anderes bedeutet.)

Wer nichts Arges denkt, ist leicht zu betrügen.
Arges 2 (Ohne deutsche Quelle. Kein deutsches, sonder die Übersetzung eines italienischen Sprichworts.)

Wer nicht schlafen kann, klagt über das Bett.
Schlafen 89 (Ohne deutsche Quelle. Übersetzung eines Chinesischen Sprichworts aus dem französischen Buch „Quelque six mille proverbes et aphorismes“ von Charles Cahier aus dem Jahr 1856, von Wander fälschlich als türkisches angegeben.)

Wer nicht schmeicheln kann, ist kein beliebter Mann.
Schmeicheln 21 (ohne Quelle.)

Wer regieren will, muss Leuten trauen.
Regieren 39 (Kein Sprichwort, sondern ein Teil eines Satzes des Buches „Grumbach“, 2. Band, von Ludwig Bechstein (1801 - 1860) aus dem Jahr 1839, Seite 275. Der Text des ganzen Absatzes: „͵Sagtest Du was?ʹ fragte der Herzog mit unwilligem Blicke, und Gobel war rasch mit der Antwort zur Hand: ͵Ja, Herr! Wer regieren soll, Herr, muss Leuten trauen, wer aber traut, wird leicht betrogen, Herr!ʹ“ Im Buch findet man mehrere Sprichwörter, genau wie den 2. Teil von Wanders herausgezogenem Spruch, den er hier nicht aufführt. Dieser von Wander aufgeführter Spruch findet sich nur bei Bechstein und im Zusammenhang mit seinem Roman.)

Wer reich werden will, muss große Sorge und klein Gewissen haben.
Reich (Adj.) 136 (ohne Quelle.)

Wer's Betteln nicht versteht, der lass' es bleiben.
Betteln 27 (ohne Quelle.)

Wer Schmähungen nicht beachtet, nimmt ihnen ihr Gift.
Schmähung 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen, Italienischen und Polnischen.)

Wer Schmeicheleien liebt, will betrogen sein.
Schmeichelei 10 (Kein Sprichwort, sondern eine Maxime von Rupert Kornmann. Rupert Kornmann (1757–1817) war bis zur Säkularisation 1803 letzter Abt der Benediktiner Abtei Prüfening bei Regensburg (heute Teil von Regensburg). In den gesammelten Werken Kornmanns, 8. Teil (Ausgabe 1826), sind „Tausend Maximen“ enthalten, diese ist die Nr. 861 auf Seite 106.)

Wer schmeichelt, der heuchelt.
Schmeicheln 13 (ohne Quelle.)

Wer schön ist, dem steht alles wohl.
Schön 73(Kein deutsches Sprichwort, sondern die von Wander veränderte Auslegung eines lateinischen Zitates von Plautus durch Ferdinand Philippi in dessen kleinen lateinischen Conversationslexikon, 2. Band, Seite 255. Der deutsche Text von Philippi lautet: „Weil du so schön bist, steht dir alles wohl an.“)

Wer schwach ist, findet bald seinen Tyrannen.
Schwach (Adj.) 7 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Wer sein Amt wie ein Fuchs erschlichen hat, wird es wie ein Wolf verwalten.
Amt 81 (ohne Quelle. Kein Sprichwort. Zitat vom Jurist und Schriftsteller Karl Friedrich Kretschmann (1738 - 1809). Aus dem Buch „Epigramme“ aus dem Jahr 1779, Seite 48 unter der Überschrift: „Amts - Regel“. Originaltext: „Wer wie der Fuchs ein Amt erschleicht, der wird es als ein Wolf verwalten.“. Auch andere Versionen sind verbreitet.)

Wer seine Hände rührt und Füß, dem hilft Gott gewiss.
Hand 981 (ohne Quelle.)

Wer seinem Feinde verzeiht, stirbt von ihm beweint.
Feind 191  (ohne Quelle.)

Wer seiner Schwäche nicht vergisst, unter den Schwachen der Stärkste ist.
Schwäche  (ohne Quelle.)

Wer seine Schmerzen klagt, erleichtert sie.
Schmerz 42 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Wer seine Traurigkeit nicht mit Geduld erträgt, der vermehrt sie.
Traurigkeit 13 (Kein Sprichwort. Wanders Quelle ist das Buch „Compendiöses Lexikon Apophtegmaticum oder stark fliessende Quelle künstlicher Redensarten und sinnreicher Lehren“ von Georg Philipp Harsdörfer (1607 -1658) aus dem Jahr 1718, eine Neuaflage von Ars Apophthegmatica aus dem Jahr 1655. Wie der Untertitel sagt, eine Quelle künstlicher Redensarten und sinnreicher Lehren, aber keiner Sprichwörter. Da es nur die einzige Quelle von ca. 300 von Wanders Sprüchen ist, sind sie alle keine Sprichwörter.)

Wer sein Geschäft nicht treibt, den treibt sein Geschäft.
Geschäft 43 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wer sich am wenigsten zeigt, wird am meisten gesucht.
Zeigen 9 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Wer sich ärgert, ist unglücklich.
Aergern 17  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Wer sich auf dem Schulweg verirrt, findet sich durchs ganze Leben nicht zurecht.
Schulweg 1 (Kein Sprichwort. Wander hat diesen Spruch 1838 für sein Buch „Der Sprichwörtergarten, oder kurze und fassliche Erklärung von 500 Sprichwörtern“ selbst produziert und von dort in das Deutsche Sprichwörter Lexikon übernommen. Möglicherweise ist dieser Spruch dem Umstand zu verdanken, dass Wander selbst Lehrer war.)

Wer sich für andere verbürgt, wird für andere gewürgt.
Verbürgen 1 (ohne Quelle.)

Wer sich heute freuen kann, sollte nicht bis morgen warten.
Freuen 11 (Kein Sprichwort, sondern Wanders zweifelhafte Teilübersetzung eines lateinischen Zitats von Horaz. Sat. 11. 6. 93.)

Wer sich nicht freuen kann, der ist ein armer Mann.
Freuen 12 (ohne Quelle. Wander gibt nur ein finnisches Sprichwort an, das er für ähnlich hält.)

Wer sich nicht schämt, tut, was ihm gelüstet.
Schämen 22 (ohne Quelle.)

Wer sich unter die Schafe mischt, der wird mit ihnen geschoren werden.
Schaf 307 (ohne Quelle!. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort.Nicht nur das beigefügte Sprichwort der Tschermissen (heutiger name des Volkes ist Mari.) ist aus der Sammlung mit Russischen Sprichwörtern von Julius Altmann, sondern auch das erste, das ohne den Hinweis fälschlich für ein deutsches Sprichwort gehalten werden muss. Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 129.)

Wer's nicht in der Jugend tut, der tut`s im Alter.
Jugend 190 (ohne Quelle.)

Wer viel Arbeit hat, schwatzt gern eine Stunde darüber.
Arbeit 311 (Kein deutsches, sonder ein russisches Sprichwort von Julius Altmann, veröffentlicht in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1855, 6. und 7. Heft, Seite 427. Der originale Text lautet: „Wer zu viel Arbeit hat, schwatzt gern eine Stunde darüber.“)

Wer will wissen, was die Tochter kann, der sehe sich die Mutter an.
Tochter 100 (ohne Quelle. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht dieses rumänische Sprichwort ohne Quellenangabe alleine unter dieser Nr. Ein gutgläubiger Leser wird dieses rumänische Sprichwort fälschlich für ein deutsches halten. Wanders Quelle ist das Buch „Aus der Walachei“ von Johann Karl Schuller aus dem Jahr 1851 (3. Auflage 1852, Seite 52) mit vielen rumänischen Sprichwörtern. Originaltext bei Schuller: „Willst wissen, was die Tochter kann? Schau dir die Mutter an.“)

Wer Zank und Zwietracht anstiftet, arbeitet in des Teufels Werkstatt.
Zank 22  (ohne Quelle.)
Wie das Land, so das Sprichwort.
Land 299 (ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Es ist kein deutsches Sprichwort, es ist überhaupt kein Sprichwort! Es ist der Kommentar von Karl Emil Franzos als Nachsatz am Ende seines Kapitels mit rumänischen Sprichwörtern im Buch „Vom Don zur Donau“ 1. Band, aus dem Jahr 1878 auf Seite 333:
und — fügen wir hinzu — wie die Sitte, so das Sprichwort!

Wörtlich gleich auch in der „Neue Freie Presse“, Nr. 4592 vom 9.6.1877, die er als Quelle für ein anderes, von ihm selbst mit Teilen eines rumänischen Sprichworts zusammengesetzt hat (Land Nr. 300): Wie das Land, so die Sitte; und wie die Sitte, so das Sprichwort.)

Wie das Land, so die Sitte; wie der Türke, so die Pistole; wie der Heilige, so der Weihrauch.
Land 301 (Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht dieses rumänische Sprichwort alleine unter dieser Nr. ohne ein deutsches und nur mit dem Quellenverweis „Schuller, 42“. Wer nicht im Quellenverzeichnis nachschlägt, wird dieses rumänische Sprichwort unweigerlich fälschlich für ein deutsches halten. Zudem macht Wander aus diesem einen und Teilen daraus gleich vier Sprichwörter: Land Nr. 300 und 301, Heiliger Nr. 198 und Türke Nr. 41.)

Wie der Acker, so das Getreide, wie die Wiese, so die Weide, wie der Herr, so der Knecht, wie der Krieger, so das Gefecht.
Acker 126 (ohne Quelle. Die einzelnen Aussagen sind teilweise auch als einzelnes Sprichwort oder mit anderer Zusammenstellung als sogenannte Sprichwörter bei Wander zu finden, mal mit und mal ohne Quellenangaben.)

Wie der Gärtner, so der Garten.
Gärtner 9 (ohne Quelle.)

Wie der Gast ist, so wird die Wurst gebraten.
Gast 157 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und Niederländischen.)

Wie der Pfarrer singt, so antwortet der Küster.
Pfarrer 34 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wie der Pfarrer, so der Küster.
Pfarrer 35 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wie man in die Pfeife bläst, so tönt es.
Pfeife 32 (Bei Wander ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein von Wander verändertes russisches Sprichwort, von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) auf Reisen in Russland gesammelt, von ihm übersetzt und 1855 in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, Seite 391 in Deutschland veröffentlicht. Das original Sprichwort von Altmanns lautet: „Danach man in die Pfeife bläst, danach gellt es.“ Wander veränderte es und schrieb unter seine Version: „Aehnlich russisch Altmann VI, 392.“)

Wie schön der Mensch nach außen ist, im innern ist's ein böser Mist.
Mensch 866 (Wander gibt als Quelle Bacmeister, 12 an. Adolf Bacmeister hat 1861 eine neudeutsch bearbeitete Fassung von Freidanks Bescheidenheit aus dem 13. Jahrhundert herausgebracht. Damit ist dieser Spruch kein Sprichwort, sondern ein Zitat aus Freidanks Bescheidenheit. Da es über die Jahrhunderte mehrere Bearbeitungen gab, kann dieses Zitat in verschiedenen Versionen vorkommen, genau wie anderes aus derselben Quelle.)

Wissen geht oft über Haben.
Wissen 383 (Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen und Italienischen.)

Wissen kostet Schweiß.
Wissen 389 (ohne Quelle.)

Wissen ohne Gewissen ist Tand.
Wissen 393 (Kein deutsches Sprichwort. Laut Wander soll es aus dem Buch „Die Devisen und Motto des späten Mittelalters“ von J. von Radowitz aus dem Jahr 1850 stammen. Darin sind aber keine Sprichwörter, sondern wie der Titel sagt, nur Devisen und Motto von Menschen aus dem Mittelalter enthalten. Weiter bietet er einen lateinischen Spruch ohne eine Quellenangabe an: „Qui proficit in literis et deficit in moribus, plus deficit quam proficit.“ der nicht dem deutschen Spruch entspricht. Derselbe lateinische Spruch soll laut Wander auch die Quelle eines anderen angeblichen Sprichworts sein. Kenntniss Nr. 6: „Wer an Kenntniss gewinnt und an guter Sitte verliert, der verliert mehr, als er gewinnt.“ Die angegebene lateinische Quelle: „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ 1861 von Wilhelm Binder. Unter Nr. 2796 gibt der bei diesem Spruch den reformierten Theologen und Reformator Wolfgang Musculus (1497 -1563) als Autoren an. Als Produzent des angeblichen Sprichworts bleibt nur Wander selbst.)

Wo Aas ist, da sind Fliegen.
Aas 9 (ohne Quelle.)

Wo alle närrisch sind, da lacht man keinen aus.
Närrisch 20(Kein Sprichwort. Dieser Spruch soll laut Wander von Andreas Gryphius (1616 - 1664) stammen. Keinen Beleg mit diesem Text gefunden. Der Spruch taucht seit Wander nur in Zusammenhang mit Wander auf aber in keiner Quelle mit zeitgenössischen Sprichwörtern.)

Wo Argwohn einzieht, zieht Freundschaft (Liebe) aus.
Argwohn 33 (ohne Quelle.)

Wo das Recht endet, da mag unser Wille nicht stadt haben.
Recht (Subst.) 347 (Kein Sprichwort. Ursprung dieses Spruches ist das Buch „Das gantze Sechsische Landrecht“ von Melchior Klingen aus dem Jahr 1572. Auf der Seite L,a wird das Recht der Ehehaften Not erklärt. Ehehafte Not war früher die Bezeichnung für das gesetzlich rechtmäßig entschuldigte Fernbleiben bei einer gerichtlich angeordneten Vorladung zu einem Gerichtstermin. Die vier rechtmäßig gültigen Gründe werden erklärt und alle anderen verneint. Am Ende der Seite steht als Zusammenfassung: „Fort mehr, wo das Recht endet, da mag unser Wille nicht stadt haben.“ Das bedeutet den Ausschluss aller sonstigen oder persönlichen Gründe und eigenem Willen und erklärt alle sonstigen Gründe zu unentschuldigtem Fernbleiben.
Diesen einen Satz führt Eduard Graf 1864 in seinem „Deutsche Rechtssprichwörter“ Buch fälschlich als angebliches Sprichwort auf (Seite 3, Nr. 45), von wo aus Wander es ins Sprichwörter Lexikon übernahm.)

Wo der Argwohn wurzelt, muss Liebe welken.
Argwohn 34 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wo der böse Vorsatz fehlt, da fehlt auch der üble Nachsatz.
Vorsatz 10 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wo der Mann das Geld zum Götzen macht, da macht der Götze den Mann zum Sklaven.
Mann 2050 (ohne Quelle.)

Wo die Armut klopft ans Haus, geht die Tugend zum Fenster hinaus.
Armuth 186 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Wo es an verständigen Männern fehlt, steigen die Narren im Kurse.
Mann 1675 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen, Französischen, Portugisischen und Spanischen.)

Wo Geizhälse gesät, da kann man lange auf die Ernte warten.
Geizhals 49 (ohne Quelle.)

Wo Hoffnung wohnt, da ist immer Frühling.
Hoffnung 113 (Kein Sprichwort. Kein deutsches, sondern ein von Wander verändertes russisches Sprichwort. Da Wander kein vergleichbares deutsches Sprichwort fand, veränderte er das russisches Sprichwort „ Im Reiche der Hoffnung gibt es keinen Winter.“, von Julius Altmann aus den Jehrbüchern für slavische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 6. und 7. Heft aus 1855 „Die Sprichwörter der Russen, die einen allgemeinen Charakter haben“, Seite 405.)

Wo keine Gefahr, da ist auch kein Ruhm.
Gefahr 58 (ohne Quelle.)

Wo keine Gefahr ist, da sind alle tapfer.
Gefahr 59 (ohne Quelle.)

Wo man der Armut einen Schemel bietet, da bleibt sie sitzen.
Armuth 187  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Wo man im vorigen Jahre Roggen gesäet, kann man dies Jahr keinen Weizen mähen.
Roggen 18 (ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein von Wander verändertes russisches Sprichwort.Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 128. Aus dem russischen Sprichwort von Altmann: „Man kann heut nicht Weizen säen, wo man im vorigen Jahr Roggen gesäet hat.“ Durch den Tausch von erstem und zweiten Teil und säen in mähen wird ein ganz neues unbekanntes Sprichwort produziert.)

Wo Mitleid ist, da ist auch Hilfe.
Mitleid 8 (ohne Quelle.)

Worte schlagen Wunden, die nicht bluten.
Wort 746  (ohne deutsche Quelle. Falsche Übersetzung aus dem Dänischen aus dem Buch: Dictionnaire des PROVERBES DANOIS, traduits en Francois, 1761, Seite 438. Originaltext: „Oord hugger og stikker intet, og dog saarer hiertet.“ Richtige Übersetzung: „Worte hacken und stechen nicht und verwunden doch das Herz.“)

Wo Sorge ist, da kehrt Sorge ein.
Sorge 152 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Wo's Rauch gibt, da ist's Feuer nicht weit.
Rauch (Subst) 108 (Laut Wander soll der Spruch aus „Der Bastasd“ von Karl Spindler stammen. In mehreren Ausgaben nicht gefunden, wahrscheinlich ein Spruch von Wander, da auch keine andere Quelle zu finden ist.)

Wo Trübsal zum Fenster heraussieht, sehen keine Freunde hinein.
Trübsal 12 (Kein Sprichwort. Ein Spruch, den Wander für sein Buch „Abrahamisches Parömiakon“ aus den Texten vonrübsal Abraham a Sancta Clara konstruiert hat (Seite 222, Nr. 1780). Diesen selbst produzierten Spruch hat Wander wie fast alle anderen in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon übernommen. Der Originaltext von Abraham a Sancta Clara lautet: „sobald es aber anfängt, kühl herzugehen, und die Noth bei der Tafel sitzt, die Armuth das Wammes flicket, die Trübsal beim Fenster ausschaut, und das Elend des Thormarkeisamt vertritt, so fliehen diese Freund wie die Schwalben hinweg, und zergehen wie das Salz im Wasser, und verschwinden wie der Schatten an der Sonnenuhr, wenn Abend ist.“ Der Text stammt aus dem Buch „Reim dich, oder ich lies dich“ aus dem Jahr 1684, nachzulesen in den Sämtliche Werken, Band 8, Seite 111, herausgegeben 1835: https://archive.org/details/smtlichewerke08abrauoft/page/110/mode/2up)

Wo zwei Schwägerinnen dienen, da bleiben die Töpfe ungewaschen.
Schwägerin 3  (ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quelle: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 330)

Zaun ist Friedensstifter unter den Nachbarn.
Zaun 82 (Kein deutsches Sprichwort. Wander hat diesen Spruch aus dem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ von Eduard Graf abgeschrieben (Seite 85, Nr. 114). Die Quelle von Graf ist das alte Gesetzbuch der Isländer Jarnsida, in dem der Spruch auf Isländisch und Lateinisch auf Seite 99 im Kapitel 20 steht. Die Übersetzung stammt von E. Graf. Sieben weitere Sprüche in Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon mit Graf und Jarnsida als Quelle sind ebenfals Sprüche aus dem alten isländischen Gesetzbuch.)