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Alle enthaltenen Informationen sind bestmöglich und so genau wie möglich wiedergegeben. Sie sind aus vielen unterschiedlichen Quellen zusammengetragen oder aus fremden Sprachen übersetzt und teilweise erstmalig hier in deutscher Sprache veröffentlicht. Falls trotzdem Angaben ungenau oder falsch sind oder nicht den Tatsachen entsprechen, bitte ich um eine Benachrichtigung.

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Einzelne Sprichwörter kann man für andere Zwecke benutzen.

Es ist aber verboten und strafbar, größere Mengen, ganze Listen oder Länder zu kopieren und in anderen LIsten, Sammlungen oder Sprichwörtersammlungen im Internet, Büchern, Schriften, Computern oder anderswo in anderer, gleicher oder ähnlicher Art und Weise in elektronischen, gedruckten oder anderen Medien zu speichern, zu verarbeiten oder zu veröffentlichen.
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Keine
deutschen Sprichwörter

Sprichwörter aus dem Deutschen Sprichwörter Lexikon
von Karl Friedrich Wilhelm Wander  (1867 - 1880)
die keine deutschen Sprichwörter sind
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Seit über 100 Jahren stehen in etlichen deutschen Sprichwörterbüchern viele angeblich deutsche Sprichwörter, die es tatsächlich aber nicht sind. Das liegt am Deutschen Sprichwörter Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander, das er zwischen 1867 und 1880 in 5 Bänden veröffentlichte, aus dem nachfolgende Autoren abgeschrieben haben.

Im Deutschen Sprichwörter Lexikon stehen viele Sprüche, die keine deutschen Sprichwörter sind. Quellen sind mehrere Bücher mit von Wander selbst produzierten Sprüchen, die er mit als Quelle für das Sprichwörter Lexikon benutzte.
Dazu gehören die Bücher, mit Erscheinungsjahr: ■ Scheidemünze 1831 ■ Weihnachtsnüsse 1832 ■ Nüsse für Kinder aufs ganze Jahr 1835 ■ Allgemeiner Sprichwörterschatz 1836 ■ Der Sprichwörtergarten 1838 ■ Politisches Sprichwörterbrevier 1872 (unter Pseudonym Dove).
Des weiteren zog er viele Sprüche aus der Literatur, angefangen aus den Werken von Abraham a Sancta Clara, die er schon 1838 unter dem Titel Abrahamisches Parömiakon herausbrachte.

Etliche Werke, Romane, Zeitungsartikel und anderes von anderen Autoren lieferten ebenfalls reiche Ausbeute, die er mit dem sich selbst attestierten „Sprichwörterohr“ erkannte. Es sind dann meist Zitate der Autoren aus dem jeweiligen Text, aber keine Sprichwörter. Diese Zitate können Sprichwortähnlich, 
Aphorismen, Maximen, Sentenzen und anderes sein, aber keine Sprichwörter, da sie nie im Volk als Sprichwort gebraucht wurden oder bekannt waren.
Das schließt nicht aus, das Sancta Clara und andere Autoren an anderen Stellen auch Sprichwörter gebraucht haben. Die sind aber dann unabhängig von ihnen auch bei anderen Autoren als Sprichwörter zu finden.

Einige Fehler kommen schon von anderen Autoren, Beispielsweise aus dem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ von Eduard Graf und Mathias Dietherr aus dem Jahr 1864, die ihrerseits aus fremden Texten einige falsche Sprichwörter produzierten. Zum Glück haben sie Quellenangaben beigefügt, so das man ihre falschen Sprüche nach einigem Suchen in den Quellen, wenn man sie im Original einsehen kann, entlarven kann.


Hinzu kommen noch viele fremdsprachige Sprichwörter aus Sammlungen diverser anderer Länder. Von anderen übersetzte Sprichwörter bekamen teilweise den Hinweis auf das Ursprungsland, einige nur den Namen des Autors als Quelle, ohne Angabe der Herkunftsländer, oder blieben ganz ohne eine Bemerkung.

Dazu gehören:
  • Arabische Sprichwörter, Burckhardt 1834;
  • Jenseits der Schären, (finnische Sprichwörter) Bertram 1854;
  • Osmanische Sprichwörter, Schlechta 1865 
  • Sprichwörter aus Bulgarien, Rumänien, Russland und andere.
   
Dazu kommen weitere, die er selbst übersetzte, wie
  • A Polyglot of foreign proverbs (englische Sprichwörter), Bohn 1857;
  • Spreekwoordenboek der Nederlandsche, Harrebomée 1858 und andere.
   
Die fremden Sprichwörter setzte Wander als Ergänzung unter vergleichbare deutsche Sprichwörter. Oft fügte er die in die deutsche Sprache übersetzten fremden Sprichwörter aber erst alleine ohne ein deutsches Sprichwort ein, als Platzhalter für vergleichbare, die er erst zu finden hoffte. Viele dieser fremden Platzhalter blieben alleine, da kein deutsches Sprichwort gefunden wurde und stehen dort im Lexikon als vermeintlich Deutsches, sind aber nur verweiste Platzhalter und Übersetzungen anderssprachiger Sprichwörter. Wander war sich dessen zwar bewusst, konnte es aus Zeitmangel beim Druck und Korrekturlesen nicht mehr rückgängig machen. In der Vorrede zum 1. Band auf Seite XIII hielt Wander diesen Mangel nicht für wesentlich und hoffte, sie bei einer späteren Auflage zu beseitigen:


„Es sind dies indess Mängel von, wie ich glaube, nicht wesentlicher Bedeutung und lassen sich sehr leicht bei einer spätern Auflage beseitigen. Ich muss hier überhaupt bemerken, dass es einer spätern Bearbeitung vorbehalten bleiben muss, das Ziel zu erreichen, welches mir selbst aus Mangel an geeigneter Unterstützung zu erreichen versagt war. Jede menschliche Kraft hat eine Grenze; und ich musste, wenn nicht die ganze dreissigjährige Arbeit verloren sein oder unvollendet bleiben sollte, manches unausgeführt lassen, was zu meinen eigenen Wünschen gehörte.“

Leider verstarb Wander 1880 vor dem Druck des 5. Bandes und konnte keine weitere Bearbeitungen durchführen. Ebenso bearbeitete es niemand anderes oder verbesserte Fehler. Bis heute sind die mehrfachen Nachdrucke unverändert wie die 1. Ausgabe, mit den darin enthaltenen Fehlern und Mängeln.

Zusätzlich veränderte Wander oft auch den Wortlaut seiner Quellen, bei deutschen und fremdsprachigen Sprichwörtern gleichermaßen. Aus manchen längeren Sprichwörtern machte er zwei, aus verschiedenen Versionen eines Sprichwortes setzte er eine neue eigene zusammen und anderes mehr. Mehrere Versionen mit verschiedenen Wortzusammenstellungen oder Reihenfolge eines Sprichworts aus verschiedenen Quellen führte Wander öfters als verschiedene Sprichwörter auf, manche über 10 Mal.


Hier stehen Sprichwörter, die in Wanders Deutschen Sprichwörter Lexikon mangels Hinweis fälschlich als deutsche Sprichwörter angesehen werden können, es aber nicht sind. Diese Sprichwörter stehen in manchem anderen Sprichwörterbuch der letzten 140 Jahre als vermeintlich Deutsches, da sie von Wander abgeschrieben wurden.

Von diesen ursprünglich fremdsprachigen Sprichwörter oder Zitaten, die in jüngeren deutschen Sprichwörterbüchern öfters fälschlich als deutsche Sprichwörter aufgeführten werden, sind hier einige. Diese Liste ist nicht vollständig, da es im Deutschen Sprichwörter Lexikon mehrere Tausend gib, zu viele für diese Seite.


Als Hinweis stehen hier
   
  • das Stichwort mit der Nr. in Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon
  • das Fehlen einer Quelle
  • Zitat oder Auszug aus anderen Quellen, die keine Sprichwörter sind
  • Ursprungssprache des Sprichworts, aus der Wander übersetzt hat. Etliche Male hat Wander Sprichwörter aus anderen Sprachen als deutsches Sprichwort eingefügt
   
(Hinweis - in Wanders Hinweisen, Quellenangaben und anderen Angaben befinden sich etliche Fehler)  
   
Die deutschen Übersetzungen von Wander entsprechen nicht immer dem fremdsprachigen Original oder sie sind gar nicht wiederzuerkennen. Das Sprichwort in den jeweiligen fremdsprachigen Originalquellen habe ich nicht überprüft, es sind die Angaben aus dem Sprichwörter Lexikon.


Sprichwörter aus Büchern, die schon damals von anderen in die deutsche Sprache übersetzt wurden, stehen nicht hier, sondern unter dem jeweiligen Land (Ägypten, Bulgarien, Finnland, Russland und andere), wenn mir die Originalquelle vorliegt.

Auch die Sprüche ohne Quellenangabe sind hier. Von einigen habe ich die Quelle in einer älteren (vor 1867 - 1880) Sprichwörtersammlung (Körte, Braun, Simrock und andere) gefunden und sie unter die deutschen Sprichwörter einsortiert. Falls es weitere in dieser Liste geben sollte, bitte eine Nachricht mit der genauen Quellenangabe.

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Abwarten, sagt der Schulmeister, bis der Teufel den Pfaffen holt.
Abwarten 2  (ohne Quelle)

Abwechslung stärkt den Appetit.
Abwechselung 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Alexander der Große war klein zu Rosse.
Alexander 1  (ohne Quelle)

Allzu fein bricht leicht ein Bein.
Fein 32  (ohne Quelle)

Allzu fein ist eitel Schein.
Allzu fein 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Allzu fromm ist Nachbars Spott.
Allzu fromm (ohne Quelle, im Sprichwörter Lexikon auf Plattdeutsch: Allto fram is Nabers Spott.)

Alte Bienen geben wenig Honig.
Biene 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Alte Freunde und Wege sollte man nicht verlassen.
Freund (Subst.) 11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen, Italienischen.)

Alte Geschichten zu erzählen macht neuen Zorn.
Geschichte 2 (ohne Quelle.)

Alte Ochsen machen gerade Furchen.
Ochs 7 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen und anderen Sprachen.)

Alter Schmutz ist schwer wegzuwaschen.
Schmuz 14  (ohne Quelle!)

Alt ist drum nicht Recht.
Alt (Adj.) 75 (Kein Sprichwort, sondern ein Satz aus der Erklärung zu einem anderen Sprichwort. Wander hat das angebliche Sprichwort aus der Erklärung, die Georg Tob. Pistorius 1716 in seinem Buch „Thesaurus paroemiarum germanico juridicarum (Teutsch Juristischer Sprichwörter Schatz) zum Sprichwort „Alte Gewohnheit soll man nicht brechen.“ gegeben hat. (Seite 283, LXXXIX, 5.) Unter 5. führt er (meist auf Lateinisch) aus: „Rationem illud verbum suppeditar“ (Ein Hinweis darauf, dass) „Alt ist drum nicht Recht.“ . . weiter: „sed immodicis & nimium duris; hoc ipso injustis“ (Aber übertrieben und zu hart; das ist sehr ungerecht) „Missbrauch ist keine Gewohnheit.“)

Altwerden, das ist Gottes Gunst. Jung bleiben, das ist Lebenskunst.
Alt (Adj.) 84  (Pfeilerinschrift im Bierkeller des roten Rathhauses in Berlin, als es neu erbaut war.)
Erbaut wurde das Rote Rathaus in Berlin wischen 1861 und 1869 nach Plänen (19. Juli 1860 bestätigt) Hermann Friedrich Waesemanns (*1813 in Danzig - †1879 in Berlin) im Rundbogenstil. Der Magistrat tagte nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes hier erstmals am 30. Juni 1865. Das Richtfest wurde am 9. November 1867 begangen und am 6. Januar 1870 fand die erste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im roten Rathaus statt.
In den Kellerräumen war eine Gastronomie mit Ratstrinkstube, Bernauer Keller und mehr vorhanden. Der neue Ratskeller erstreckte sich parallel zur Königstraße in ganzer Gebäudebreite und eröffnete am 5. Oktober 1869. Wänden, Säulen und anderen Stellen wurden im Rathaus vom Turm bis zum Keller überall mit Sinnsprüchen geschmückt, welche auf Veranlassung des ehemaligen Oberbürgermeisters Seidel und des Rathaus Erbauers Wäsermann von Dr. Rudolf Löwenstein (1819 - 1891) teils gesammelt, teils neu verfasst worden sind und im Keller meist das Trinken beinhalteten. Die Sinn- und Trinksprüche wurden vom Pächter des Ratskellers Frieske im Selbstverlag unter dem Titel „Gedenkbüchlein an den Berliner Rathskeller“ als Buch veröffentlicht. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon hat Wander bei ca. 70 Sprüchen dieses Gedenkbüchlein als einzige Quelle angegeben, das heißt, Sprüche aus der Feder von Löwenstein. In 150 Jahren wurde das Berliner Rathaus mehrfach umgebaut und renoviert, ebenso der ehemalige Ratskeller, so das wohl nicht mehr viel von den Sinnsprüchen erhalten ist. 1991 wurde der Ratskeller geschlossen und Teilflächen in eine Kantine umgebaut.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Rotes_Rathaus
            Gedenkbüchlein an den Berliner Rathskeller, G. H. Frieske, Berlin 1878

Am Ende findet man die Wahrheit.
Ende 10 (Kein Sprichwort, sondern der Abschlusssatz des 38. Kapitels, Seite 76 im 2. Buch von „Das Keyserrecht nach einer Handschrift von 1372“ von Dr. Hermann Ernst Endemann 1846 veröffentlicht. Eduard Graf hat in seinem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ den Originalsatz von Endemann: „Sint in dez riches recht gesc. stet: an dem ende findet man die warheit, die nieman irren mag.“ in obiges vermeintliche Sprichwort umgeändert, von wo Wander den Spruch fälschlich als Sprichwort in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon übernommen hat.)

An dem Schwachen will sich jeder reiben.
Schwacher 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

An den Augen sieht man, was einer ist und was er kann.
Auge 3  (ohne Quelle)

An den Tod denken ist der Weg zur Weisheit.
Tod 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen, Italienischen.)

An der Armen Truh wischt jedermann die Schuh.
Arme (der) 3  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

An der Ausdauer erkennt man den Mann.
Ausdauer 1  (Quelle nicht nachprüfbar. Andere Quellen nicht auffindbar.)

Anderer Kopf, andere Gedanken.
Kopf 6  (ohne Quelle)

Anderer Meinung soll man hören und mit Verstand sich daran kehren.
Meinung 1  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Böhmischen, Polnischen.)

An der Glückseiche wächst die Hochmutsflechte.
Glückseiche  (ohne Quelle)

An drei Dingen erkennt man einen Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.
Ding 54  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

An einem runden Tisch ist jeder Platz der erste.
Tisch 8  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen, Französisch, Italienischen.)

An fremden Fehlern erkennt man die eigenen.
Fehler 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Appetit ist die beste Soße.
Appetit 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Arbeit, die vorüber, ist uns umso lieber.
Arbeit 8 (ohne Quelle.)

Arbeite brav, das gibt guten Schlaf.
Arbeiten 2  (ohne Quelle.)

Arbeiten im Lande ist besser als in der Wüste beten.
Arbeiten 15  (ohne Quelle.)

Arbeit erhält die Gesundheit.
Arbeit 176  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Arbeit ohne Lohn ist halb Spott, halb Hohn.
Arbeit 52  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Argwohn ist der Freundschaft Gift.
Argwohn 5  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen, Französischen.)

Argwohn stellt auf und der Teufel fängt.
Argwohn 17  (ohne Quelle.)

Argwohn tötet die Freundschaft.
Argwohn 18  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Argwohn und Feindschaft sind Nachbarn.
Argwohn 19  (ohne Quelle.)

Argwohn und unbedacht hat manchen in groß Leid gebracht.
Argwohn 20  (ohne Quelle.)

Argwohn weicht nicht, es scheine ihm denn die Wahrheit ins Gesicht.
Argwohn 21  (ohne Quelle.)

Arm an Gelde, arm an Begierden.
Arm (Adj.) 2  (ohne Quelle.)

Arme und Kranke müssen viel ertragen.
Arme (der) 10  (ohne Quelle.)

Arm im Beutel, krank im Herzen.
Arm (Adj.) 5  (ohne Quelle.)

Arm ist nur, wer sich für arm hält.
Arm (Adj.) 70  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Portugisischen.)

Arm ist, wer nirgendwo zu bleiben hat.
Arm (Adj.) 10  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Arm ist, wer sich nicht begnügen lässt.
Arm (Adj.) 11  (ohne deutsche Quelle. Aus dem Lateinischen)

Arm sein ist keine Schande, wenn man nur Geld genug hat.
Arm (Adj.) 18  (ohne Quelle.)

Arm und frei ist besser als ein voller Kragen (Kropf) und eine Kette um den Hals.
Arm (Adj.) 21  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen, Ungarischen.)

Armut bei (in) bösen Jahren lehrt einem viel erfahren.
Armuth 5  (ohne Quelle.)

Armut bleibt verschmäht.
Armuth 8  (ohne Quelle.)

Armut braucht leichtes Blut, sagte der Geizhals, und speiste den Bettler ab.
Armuth 9  (ohne Quelle.)

Armut ernährt, aber sie macht nicht fett.
Armuth 15  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Armut hat Eselskleid und Pfauenstimm'.
Armuth 27  (ohne Quelle.)

Armut hat keine Scham.
Armuth 28  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Armut heilt Hochmut.
Armuth 34 (Wander gibt sein eigenes Buch Sprichwörtergarten, Nr. 50, (1838) als Quelle an, zusätzlich ein etwas abweichendes italienisches Sprichwort.)

Armut hinkt, Reichtum (Wohlstand) springt.
Armuth 36  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Armut im Lande macht der Regierung oft Schande.
Armuth 241  (Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Armut in Ehren ist besser als Reichtum mit Schande.
Armuth 39  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Armut ist der Gesundheit Mutter.
Armuth 44  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen)

Armut ist ein böser Ratgeber.
Armuth 55  (ohne Quelle.)

Armut ist die größte Untugend (Sünde).
Armuth 52  (ohne Quelle.)

Armut ist ein Gut, das alle Menschen hassen.
Armuth 60  (ohne Quelle.)

Auch auf breitem Wege kann man sich verirren.
Weg (Subst.) 13  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Schwedischen, Lateinischen. Bei ca. 600 Einträgen wird dieselbe Quelle genannt, meist ohne ein wirkliches deutsches Sprichwort.)

Auch auf hinkendem Pferde kann man musterhaft reiten.
Pferd 12  (ohne Quelle.)

Auch Bücher haben ihr Schicksale.
Buch 64  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)
Wanders Quelle ist das Buch Novus thesaurus adagiorum latinorum von Wilhelm Binder (1861) mit lateinischen Zitaten verschiedener Autoren. Für das Lateinische: „Habent sua fata libelli“ gibt er keine Quelle an.
Der lateinische Spruch stammt aus einem nur unvollständig überlieferten Lehrgedicht des antiken Grammatikers Terentianus Maurus (wahrscheinlich 150 - 200). Der Vers 1286 lautet vollständig „Pro captu lectoris habent sua fata libelli“. Die zitierte 2. Hälfte wurde 1888 zum Wahlspruch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Habent_sua_fata_libelli

Auch ein Armer hat noch einen Lappen, den ihm das Unglück abschneiden kann.
Arme (der) 17  (ohne Quelle.)

Auch vom Feinde kann man lernen.
Feind 4  (Kein Sprichwort, sondern ein altes lateinisches Zitat von Ovid. Von Wander aus dem Buch „Kleines lateinisches Converſationslexicon“ von Ferdinand Philippi (1825) herausgezogen. Das Buch enthält vorwiegend Zitate römischer Autoren, wie sie oft in deutschen Schriften vorkommen. Dieses stammt von Ovid, aus den Metamorphosen, IV, 428. Das Zitat ist in verschiedenem Wortlaut verbreitet.)

Auf allen Gassen findet man Unglück (Schlimmes) feil.
Gasse 1  (ohne Quelle.)

Aus altem Groll wird Hass.
Groll 2  (ohne Quelle.)

Aus einem Schweinsohr kann man keinen seidenen Geldbeutel machen.
Schweinsohr (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen und Holländischen.)

Aus kaltem Herzen kommt kein warmes Wort.
Herz 8  (ohne Quelle!)

Besser ein kleiner Herr, als ein großer Knecht.
Besser 143 (Wander ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quellen: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 328 und das Buch „Aus der Walachei. Rumänische Gedichte, Sprichwörter“ aus dem Jahr 1852 von Johann Karl Schuller Seite 36)

Beständigkeit bricht Glückes Neid.
Beständigkeit 4  (Kein Sprichwort, Zitat aus dem Buch „Poetische Ubersetzungen und Gedichte“ aus dem Jahr 1704 von Hans Aßmann Freiherr von Abschatz (1646 - 1699))

Das Alter ist weiser als die Jugend, aber der Morgen ist klüger als der Abend.
Alter (das) 146 (Kein deutsches Sprichwort. Wander hat dies Sprichwort aus dem französischen Buch „Quelque six mille proverbes et aphorismes usuels“ von Le P. Ch. Cahier aus dem Jahr 1856 übernommen. Das Buch enthält 4844 Sprichwörter aus 13 Sprachen und 1885 Axiome. Das obige Sprichwort ist laut diesem Buch aus Russland.)

Das beste Pferd geht nicht über seine Kraft.
Pferd 47 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Das beste Pferd kann straucheln.
Pferd 48 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und Schwedischen.)

Das beste Pferd wird einmal zur Mähre.
Pferd 50 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Das Böse straft sich selbst.
Böse (das) 35 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Das Glück hat seine Launen.
Glück 72  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Das ist eben das Unglück der Könige, dass sie die Wahrheit nicht hören wollen.
(Kein Sprichwort, sondern ein Zitat (das nicht bei Wander steht) von Johann Jacoby (1805 - 1877), Arzt und Politiker aus Königsberg. Eine Deputation der preuß. Nationalversammlung übergab am 2.11.1848 dem preuß. König eine Adresse, die vor dem soeben ernannten Ministerium Brandenburg warnte und um Einsetzung einer volkstümlichen Regierung bat. Der König nahm die Adresse schweigend an. Auf die Frage: „Wollen eure Majestät uns gehör schenken?“ antwortete er nur „nein“. Darauf rief Jacobi als Mitglied der Deputation die zitierten Worte.)

Das Kamel ging um Hörner zu suchen aus und kam ohne Ohren nach Haus.
Kamel 4 (Ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Originaltexte in Wanders Quellen: (aus dem Buch „Vom Don zur Donau“ von Karl Emil Franzos, Seite 333) „Das Kamel hat die Ohren verloren, weil es Hörner haben wollte.“ und (aus dem Buch „Aus der Walachei. Rumänische Gedichte, Sprichwörter“ von Johann Karl Schuller Seite 38) „Weil's Hörner haben wollte, hat die Ohren einst das Kamel verloren.
Ursprung des Sprichworts ist eine Fabel von Äsop: Die Kamele sahen einen Stier und waren neidisch auf dessen stolzen Hörner. Sie gingen zum Gott Zeus und verlangten ebensolche Hörner. Der Wurde böse, da sie ja schon so groß und stark waren und das reichen würde. Um die Kamele wegen ihrer Unverschämtheit zu strafen, nahm er ihnen eine große Länge ihrer Oren und schickte sie weg. Das bedeutet, wer schon viel hat und nach noch mehr strebt, bekommt es nicht und verliert möglicherweise obendrein noch seinen bisherigen Besitz.
Die Fabel von Äsop im Internet: https://www.projekt-gutenberg.org/aesop/fabeln/chap077.html )

Den Teufel zur Tür hinauswerfen und seine Großmutter zum Fenster einlassen.
Teufel *1247  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Der Appetit muss sich nach dem Beutel richten.
Appetit 24  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Der ärgste Feind ist in uns selbst.
Feind 21  (Kein Sprichwort. Aus dem Lateinischen übersetztes Zitat von Publilius Syrus.)

Der Galgen gibt es viel, der Galgenstricke aber noch mehr.
Galgen 8  (ohne Quelle.)

Der ist glücklich genug, der keine Zeit hat, unglücklich zu sein.
Glücklich 43  (ohne Quelle.)

Der muss eine glückliche Hand haben, der das Glück fassen (ergreifen) will.
Hand 37 (ohne Quelle.)

Der Starke hat viele Feinde.
Starke (der) 5  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Die Apotheke ist eine teure Küche.
Apotheke 1  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Die Ausgabe ist die Tochter der Einnahme.
Ausgabe 7  (Kein deutsches Sprichwort, Wander hat es wie viele andere aus einem Buch mit Osmanischen Sprichwörtern übernommen. Bei diesem und vielen anderen fehlt bei ihm der Hinweis auf die Osmanen. Das Buch, welches Wander benutzte, enthält 500 osmanische Sprichwörter, den Autor nennt er aber nur ca. 430 mal.)

Die Flinte kennt ihren Herrn nicht.
Flinte 5 (ohne Quelle.)

Die Frauen sind die Schlauen.
Frau 104 (ohne Quelle.)

Die Frau macht oft ein bös Gesicht und der Mann verdient es nicht.
Frau 79 (ohne Quelle.)

Die Gabe, die zurückgenommen, wird in Besitz des Teufels kommen.
Gabe 77  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Die Kirche hat einen Straußenmagen, sie kann die härtesten Dinge vertragen.
Kirche 29 (ohne Quelle.)

Die Liebe ist nicht blind, aber sie sieht nichts.
Liebe 151 (ohne Quelle.)

Die meisten glücklichen Ehen werden seufzend, die meisten unglücklichen jubelnd geschlossen.
Ehe (Subst.) 87  (Kein Sprichwort, Zitat von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (1761 - 1819): Aus „Gedanken, Bemerkungen und Witzworte“, 1819, Seite 29)

Die Nacht ist der Menschen Feind und der Studenten Freund.
Nacht 36  (ohne Quelle. Der 1. Teil ist von Joseph von Eichendorff: Gedicht Nachtwanderer.)

Die Narren schwatzen viel, die Klugen schweigen still.
Narr 264 (ohne Quelle.)

Durch Schlechtmachen lernt man das Rechtmachen.
Schlechtmachen (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Durch Traurigkeit wird das Herz gebessert.
Traurigkeit 3  (ohne Quelle.)
Ehemänner, deren Frauen nicht schelten, sind im Himmel.
Ehemann 2 (ohne Quelle.)

Ehre hat Schwere.
Ehre 135 (ohne Quelle.)

Ehrgeiz und Flöhe springen gern in die Höhe.
Ehrgeiz 8 (ohne Quelle.)

Ehrlich ist beschwerlich.
Ehrlich (Adj.) 6 (ohne Quelle.)

Ehrlichkeit bleibt der beste Reisepass.
Ehrlichkeit 11 (ohne Quelle.)

Eigensinnig ist ärger als unsinnig.
Eigensinnig 1 (Nur ein Hinweis auf Bayern, aber ohne Quelle.)

Ein Bach ist leichter aufzuhalten als ein Strom.
Bach 36 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und Schwedischen.)

Ein bisschen schief ist ehrlich.
Schief 3 (Nur ein Hinweis auf Berlin, aber ohne Quelle.)

Eine Frau sei noch so klein, sie stellt dem Teufel ein Bein.
Frau 241  (ohne Quelle.)

Einen Toten beneidet man nicht.
Todte (der) 56  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Einer will sauer, der andere süß, der eine Haupt, der andere Füss'.
Sauer 2  (Kein Sprichwort. Ähnlicher Text in Eiseleins Sprichwörtern und Sinnreden, von Wander verändert. Eiselein wiederum hatte aus der fünfbändigen Gedichtesammlung Liedersaal von Freiherrn von Laßberg abgeschrieben.)

Eine verlorene Freundschaft ist eine gewonnene Feindschaft.
Freundschaft 25 (Bei Wander ohne Quelle. Tatsächlich ist es ein russisches Sprichwort, gesammelt zwischen 1838 und 1843 von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) auf Reisen in Russland, von ihm übersetzt und später in Deutschland veröffentlicht. Wander hat über 4000 von J. Altmann übersetzte Sprichwörter ins Deutsche Sprichwörter Lexikon aufgenommen, oft nur Altmann dazu geschrieben, selten mit dem Hinweis auf Russland oder anderer Länder, dessen Sprichwörter Altmann ebenfalls veröffentlichte, und etliche Male ohne jede Angabe einer Quelle. Unbesehen kann man die über 4000 Sprichwörter sehr oft fälschlich für deutsche Sprichwörter halten, was sie aber nicht sind.)

Ein Geizhals ist auf der Seite taub, wo er’s Geld hat.
Geizhals 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Ein Heiliger schläft nicht auf weichen Betten.
Heiliger 36 (Wander ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quelle: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 324: „Was ein Heiliger ist, schläft nicht auf weichen Betten.“)

Ein Übel, das man kennt, ist halb geheilt.
Uebel (Subst.) 19 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Ein Übel, das man nicht kennt, kann man nicht heilen.
Uebel (Subst.) 20  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Er ist so faul, dass ein anderer für ihn niesen muss, wenn er schnupft.
Faul *20  (ohne Quelle.)

Erkannter Irrtum führt zur Wahrheit.
Irrthum 9  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Ernst und Scherz sind oft Nachbarn.
Ernst 4  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Erschrockene sind schon halb geschlagen.
Erschrockene  (ohne Quelle.)

Es beten nicht alle, die die Hände falten.
Beten 29  (Wander gibt sein eigenes Buch Sprichwörtergarten, Nr. 200, (1838) als Quelle an, andere Quellen nicht auffindbar. Wahrscheinlich auch von ihm selbst produzierter Spruch und kein Sprichwort.)

Es gibt mehr Hasen als Jäger.
Hase (Lepus) 56  (ohne Quelle.)

Es hat alles seinen Preis.
Preis *11  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Es hat nicht immer den besten Umgang, der nur mit sich selber umgeht.
Umgang 5  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Es ist eine böse Hand, die den Kopf nicht schützen mag.
Hand 143 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Es ist eine üble Prozession, bei der der Teufel die Kerzen hält.
Procession 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Es ist ein müßiger Prophet, der verkündet, was in allen Kalendern steht.
Prophet 10  (ohne Quelle.)

Es ist ein seltener Mann, der im Feuer nicht verbrennt und unter den Bösen gut bleibt.
Mann 1994 (Wander ohne deutsche Quelle. Wander gibt nur eine lateinische Quelle an: Nil sanctius quam inter malos bene vivere. in „Sprüche der Weisen“ (1813) von J. M. Sailer, Nr. 197. Als deutsche Übersetzung steht dort: Im Feuer unverbrannt - Im Chor der Bösen gut, Ist nur der Heilige. Weder vom lateinischen oder vom deutschen Text ist bei Sailer eine Quelle angegeben. Wahrscheinlich hat Wander den Sinn von Sailers Spruch mit einem eigenen Text interpretiert und als Sprichwort bezeichnet, was er nicht ist.)

Es ist jeder blind für seinen eigenen Buckel.
Blind 9  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Es ist leicht abzuwehren, was davonläuft.
Abwehren  (ohne Quelle.)
Was (wer) davonläuft, ist leicht abzuwehren.
Davonlaufen 4  (ohne Quelle.)  Zwei Mal dasselbe, die Worte nur umgestellt und beide Male ohne eine Quellenangabe.

Es ist leicht predigen unter dem Galgen.
Predigen 8  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Es ist leicht zu haben, was niemand begehrt.
Haben 35  (Kein Sprichwort, sondern falsche Wiedergabe aus einem längeren Text. Wanders Quelle aus: „Sprüchwörter und sonderbare Einfälle berühmter Gelehrten und Künstler“, Prag, bei Johann Herrl, 1794, Seite 92. Originaltext: „Nimmst du ein hübsche [Frau], so begehren sie andere Leut auch und ist hart zu behüten, dass viel Leut ihr begehren. Nimmst du ein ungestalt [hässliche Frau], es ist leidlich zu haben, das niemand begehrt. Also nimmst du ein reich Weib, so hast du ein Frauen ein Meister überkommen und ein ewig verweisen.“ Möglicher Urheber des Textes ist Johann Geiler von Kaysersberg (1445 - 1510), da ein Hinweis auf ihn mehreren Sentenzen vorangestellt ist.)

Es ist nicht gut, wenn die Bänke (über den Tisch) hüpfen wollen.
Es ist nicht gut, wenn die Bänke auf den Tischen hüpfen wollen.
Bank 7  (ohne Quelle.)

Es ist nicht jeder aufgelegt zum Scherz.
Scherz 13  (Kein deutsches Sprichwort, sondern die Übersetzung eines lateinischen Zitats des römischen Dichters Martial (um 40 - um 103). Früher wurde das lateinische Original „Non cuicunque datum est habere nasum“ als Zitat von Martial zitiert. Wander veröffentlichte die deutsche Übersetzung aus dem lateinischen Conversationslexikon von Ferdinand Philippi im Sprichwörter Lexikon und die meisten hielten es danach fälschlich für ein deutsches Sprichwort, was es aber nicht ist. Heute wird es deswegen falsch als Sprichwort gebraucht. Google übersetzt es heute etwas anders: „Es ist nicht jedem gegeben, eine Nase zu haben.“)

Es ist niemals zu spät, Gutes zu tun.
Spät 7  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Es ist niemand ohne Sorge.
Sorge 22  (Kein Sprichwort. Einer Zeile aus dem Text von Freidanks Bescheidenheit nachempfunden.)

Es ist schlechte Zeit, wenn der Teufel Fliegen fangen muss.
Zeit 297  (ohne Quelle.)

Es kommen nicht alle Tränen aus dem Herzen.
Thräne 13  (ohne Quelle.)

Es schläft sich keiner zu einem großen Manne.
Schlafen 28  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Es schwatzt (oft) einer den andern von der Bank und setzt sich dann selber darauf.
Bank 9  (ohne Quelle.)

Es schweigen mehr kluge als dumme Leute.
Schweigen 27  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Es sind nicht alle Tage Feiertage.
Tag 254  (ohne Quelle.)

Es sind nur die kleinen Sünden, die man beichtet.
Sünde 84  (ohne Quelle.)

Es sind viele tapfer, wenn die Feinde fort sind.
Tapfer 4  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem italienischen)

Eulen und Licht vertragen sich nicht.
Eule 35  (ohne Quelle.)

Falscher Leute Rat führt auf schlimmen Pfad.
Leute 555 (Kein Sprichwort. Aus einem altdeutschen Text von Ignaz Zingerle übernommen und zum hochdeutschen Spruch verändert. Zeingerle hatte seinerseits den altdeutschen Text aus den Texten von Heinrich von Meißen (zwischen 1250 und 1260 - 1318), genannt Frauenlob.)

Falsches Mitleid ist schlimmer als Neid.
Mitleid 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischem.)

Falschheit hat bei der Hoftafel den ersten Sitz.
Falschheit 3 (Kein Sprichwort. Der Satz ist aus dem von Wander geschrieben Buch „Abrahamisches Parömiakon“(Nr. 1241) mit Texten von Abraham a Sancta Clara. Ein von Wander etwas veränderter Satz aus desen Buch „Judas der Ertz Schelm“, 3. Teil aus dem Jahr 1691, Seite 277. Im Original: „Ich sah also gar scheinbar, dass die Falschheit bei der Hoftafel fast den ersten Sitz hatte und lobte beinebens die Lateiner, . .“)

Falschheit ist des Teufels Tochter.
Falschheit 4  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Falschheit, Latein und böses Geld gehen durch die ganze Welt.
Falschheit 5 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Falschheit liebt die geraden Wege nicht.
Falschheit 6 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Falschheit, List und Trug ist Neidhards bestes Meisterstück.
Falschheit 7 (ohne Quelle.)

Falschheit steckt auch hinter einem schönen Gesicht.
Falschheit 10 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Fass und Glas sind gern beieinander.
Fass 30 (ohne Quelle.)

Freier Mann hasst allen Zwang.
Mann 1113  (ohne Quelle.)

Furcht macht aus Mücken Elefanten.
Furcht 69 (ohne Quelle.)

Für den Trinker ist noch Rat, der Spieler geht des Teufels Pfad.
Trinker 12  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen, Schwedischen, Lateinischen.)

Gaben verblenden weiser Leute Augen.
Gabe 35 (Kein deutsches Sprichwort. Der Spruch ist ein von Graf (Deutsche Rechtssprichwörter, 1869) ins Hochdeutsche übertragener Text aus dem Holländischen Sachsenspiegel von 1493, in Frankfurt 1763 auf Platt veröffentlicht.)

Gaben vom Feind sind selten gut gemeint.
Gabe 37  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Gabe oder Kauf wandelt nicht das Gut, sondern die Herrschaft.
Gabe 25 (Kein deutsches Sprichwort. Der Spruch ist ein von Graf (Deutsche Rechtssprichwörter, 1869) ins Hochdeutsche übertragener Text aus „Rechtsdenkmäler des deutschen Mittelalters“ von Daniels und Gruben.)

Galgen und Orden werden oft auf demselben Wege erworben.
Galgen 19 (Kein Sprichwort. Wanders Quelle ist der Kommentar zu einem lateinischen Zitat von Juvenal aus dem Buch „Medulla iorum latinorum“ von Wilhelm Binder aus dem Jahr 1856. Das Zitat „ Ille crucem sceleris pretium tulit, hic diadema.“ wurde von anderen mit: „ Jener wurde für sein Verbrechen gekreuzigt, dieser gekrönt.“ übersetzt.)

Geduld ist das beste Kraut für (im) Unglück.
Geduld 32  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Geehrt werden und kitzeln tut wohl.
Geehrt 1 (Kein Sprichwort. Es ist die von Wander veränderte Übersetzung eines lateinischen Verses aus der 1. Satire (Vers 28) von Aulus Persius Flaccus (4.12.34 - 24.11.62, römischer Dichter etruskischer Abstammung). Übersetzt wurde der Vers „Pulchrum est digito monstrari et dicier hic est.“ von Wilhelm Binder 1861 im Buch „Novus Thesaurus Adagiorum Latinorum“ (Nr.2689) in „Wie doch das Geehrtsein so wohl tut!“, von Wander 1867 in den obigen Spruch verändert und als Sprichwort ausgegeben. Unverständlich, da beide von Wander angegebenen Quellen den Spruch eindeutig als Zitat eines Verses von Persius bezeichnen. Schon 1822 wurde derselbe lateinische Vers von Ferdinand Wilhelm Kayser in desen Buch über die 6 Satiren des Persius (Seite 8) etwas anders übersetzt: „Doch ists schön, wenn des Volkes Ruf zeigt mit dem Finger, hier ist er.“)

Gefahr erhöht den Genuss.
Gefahr 14 (ohne Quelle.)

Geht’s, so ist es gut, geht’s nicht, so ists auch gut.
Gehen 71 (ohne Quelle.)

Geist ist gut, aber Verstand besser.
Geist 19 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Geld kann Tugend nicht ersetzen.
Geld 343 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt als Quelle ein polnisches Sprichwort bei Frischbier (Nr. 4266) an: „Tam niepomaga zlota, gdzie dziurawa cnota.“. Bei Frischbier steht es unter den Masurischen Sprichwörtern zusammen mit der deutschsprachigen Version: „Da hilft kein Geld, wo die Tugend durchlöchert ist.“ Beides sind demnach keine deutschen Sprichwörter, sondern masurische, auch der Spruch, den Wander in Anlehnung daran macht ist kein deutsches Sprichwort.)

Gewinn geht über Scham.
Gewinn 41(Kein deutsches Sprichwort. Die Quelle ist das lateinische: „Lucrum pudori praestat.“ aus J. Eiseleins Buch „Die Sprichwörter und Sinnreden“, was Wander mit dem deutschen Spruch übersetzte. Bei Eiselein steht keine Herkunft des lateinischen Textes. Erstmals taucht der lateinische Spruch um 1500 bei Erasmus im „Adagiorum Collectanea“ auf, nachdem der einige Monate in England verbracht hatte.)

Glück gebiert Neid, Sicherheit gebiert Gefahr, Vertraulichkeit Verachtung, Wahrheit gebiert Verfolgung.
Glück 346  (ohne deutsche Quelle. Spruch aus dem Buch Abrahamisches Parömiakon, das Wander 1838 aus Textstellen der Werke von Abraham a Sancta Clara veröffentlicht hat.)

Heuchelei bekommt`s Geld, und die Wahrheit geht betteln.
Heuchelei 1 (ohne Quelle.)

Ich bin nicht so schadenfroh, sagte Hagestolz, als ihm ein Bräutigam zurief: Freu dich mit mir, morgen heirate ich.
Schadenfroh 3  (ohne Quelle.)

In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf.
Geldsache 1 (Laut Büchmann, aus dem auch Wander dieses Zitat hat, ist es kein Sprichwort, sondern ein Zitat von David Hanseman (1790 - 1864). Er war Kaufmann, Bankier und Politiker und äußerte als Abgeordnete des Vereinigten Landtages, der preußischen und deutschen Nationalversammlung, am 8. Juni 1847 diesen Ausspruch. Richtig lautet das Zitat: „Bei Geldfragen hört die Gemütlichkeit auf.“, wurde aber in obiger Version zum „Geflügelten Wort“.)

In Mädchen soll der Teufel wohnen, in Weibern aber Legionen.
Mädchen 118  (ohne Quelle.)

Jeder hat sein Teufelchen im Leibe.
Teufelchen  (Dies ist kein Sprichwort, sondern eine von Wander aus dem Text genommene Stelle aus dem Roman „Ein Schneider“, (Band 1, Seite 50) von Karl von Holtei (1798 - 1880). In keiner Sammlung seiner Zeit steht dieser Spruch als Sprichwort verzeichnet. Ca. 80 weitere Sprüche im Sprichwörter Lexikon von Wander sind aus den Romanen von Karl von Holtei „herausgezogen“. Genauso wie dieser sind auch andere Sprüche von Holtei aus dem Deutschen Sprichwörter Lexikon fälschlich als deutsches Sprichwort für Sprichwörtersammlungen im 20. Jahrhundert ungeprüft abgeschrieben worden.)

Jede Ware ist nach ihrem Gelde.
Waare 63 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen. Das Sprichwort wurde schon 1864 von Graf für sein Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ aus dem Niederländischen übersetzt. Original steht es 1858 im Buch „Spreekwoordenboek der Nederlandse taal“ von Harrebomée auf Seite I,216: „Alle waar is naar haar geld.“)

Man glaubt eher das Schlechte als das Gute.
Glauben 53  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Mann gegen Mann, aber zwei gegen den Teufel.
Mann 2016  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Man soll die Feinde nicht zählen, sondern schlagen.
Feind 243  (ohne Quelle.)

Mutiger Blick lockt das Glück.
Blick 7  (ohne Quelle. Ebenso ohne Quelle Blick Nr.8: Mutiger Blick verscheucht das Unglück.)

Neid hat scharfe Augen.
Neid 58 (ohne Quelle.)

Neue Geschäfte, neue Kräfte.
Geschäft 32 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Nicht jedes Licht kommt von der Sonne.
Licht 81 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Nichts gleicht einem rechtschaffenen Menschen mehr als ein Schelm.
Gleichen (Verb.) 1 (ohne Quelle.)

Niemand ist mit seinem Schicksal zufrieden.
Schicksal 9 (Kein Sprichwort, sondern eine etwas umgestellt Übersetzung eines von Ferdinand Philippi 1825 sehr großzügig übersetzten Zitats aus Ciceros „Epistulae ad Familiares 6. 1“.)

Niemand ist so glücklich, dass ihm nicht etwas fehle.
Glücklich 31  (Kein Sprichwort, ohne deutsche Quelle. Aus einem Text von Abraham a Sancta Clara.)

Reden und Tun ist zweierlei.
Reden 165 (ohne deutsche Quelle. Wahrscheinlich Wanders Erklärung von Texten anderer Autoren. Ähnlich anderer dänischer und französischer Sprichwörter. Vergleichbar mit dem deutschen Sprichwort „Sagen und tun ist zweierlei.“ bei Simrock Nr. 8668 und Körte Nr.5161.)

Reich und Arm sind wie Feuer und Wasser, beide sind notwendig.
Reich (Adj.) 191 (Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht dieses rumänische Sprichwort alleine unter dieser Nr. ohne ein deutsches und nur mit dem Quellenverweis auf die Neue Freie Presse. Wer nicht im Quellenverzeichnis nachschlägt, wird dieses rumänische Sprichwort unweigerlich fälschlich für ein deutsches halten.)

Richte erst, wenn du beide gehört.
Richten 16 (ohne Quelle.)

Richtiges Zahlen bringt williges Borgen, fördert den Handel und verscheucht die Sorgen.
Zahlen 38 (ohne Quelle.)

Ruhe erzwingt, was sonst nicht gelingt.
Ruhe 18 (Kein Sprichwort. Übersetzter lateinischer Spruch eines anderen Autors. 1794 und 1810 von Johann Michael Sailer ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung 1873 wurde von Wander mit dem 2. Halbsatz verlängert und ins Deutsche Sprichwörter Lexikon eingefügt.)

Sänger sind arme Schlucker.
Sänger (Singer) 22 (ohne Quelle. Das Sprichwort stammt aus Rumänien und ist aus dem Buch „Vom Don zur Donau“ 1. Band Seite 316 von Karl Emil Franzos aus dem Jahr 1878. In dieser Quelle von Wander sind auf mehreren Seiten etliche rumänische Sprichwörter enthalten, die im Deutschen Sprichwörter Lexikon ohne Quelle verzeichnet sind und deshalb irtümlich als deutsche Sprichwörter angesehen werden könnten.)

Schlechte Ärzte machen aus kleinen Wunden große.
Arzt 61 (ohne Quelle.)

Schlechten Leuten missfallen ist kein Unglück.
Leute 1105  (ohne Quelle.)

Schlechtes Schild lockt keine Gäste.
Schild (das) 17 (Kein Sprichwort. Von Wander aus seinem eigenen Buch „Sprichwörtergarten“ mit selbst produzierten Sprüchen übernommen.)

Schmeichelworte sind nicht ohne Gift.
Schmeichelwort 2 (Kein Sprichwort. Aus dem Lateinischen übersetzter Spruch von Publilius Syrus (um 90 - 40 v. Chr.))

Schmerz auf Schmerz bricht das Herz.
Schmerz 25 (ohne Quelle.)

Schöne Schilder, schlechte Ware.
Schild (das) 18 (ohne Quelle.)

Schöne Töchter machen alte Mütter.
Tochter 60 (ohne Quelle.)

Schüchtern hat nie eine schöne Freundin und wird nie besungen von Dichtern.
Schüchtern 2 (ohne Quelle.)

Schulden machen ist keine Schande, es tun die feinsten Leute im Lande.
Schuld (Zahlungspflicht) 52 (ohne Quelle.)

Schulden sind keine Frösche, sie hüpfen nicht fort.
Schuld (Zahlungspflicht) 59 (ohne Quelle.)

Schwachheit ist der Menschen Los.
Schwachheit 4 (Kein Sprichwort, ohne deutsche Quelle. Wander weist auf ein ähnliches Zitat von Shakespeare im Schauspiel Hamlet (2. Zene, 1. Akt), einem italienischen Sprichwort und ein lateinisches Zitat von Tacitus hin. Tatsächlich ist es aber eine Zeile aus dem Gedicht „Gebet der Kinder zu ihrem ewigen Vater“ vom deutschen Dichter und Schriftsteller Siegfried August Mahlmann (13.5.1771 - 16.12.1826) aus Leipzig.)

Schwangerschaften bringen Schwägerschaften.
Schwangerschaft 3 (Kein deutsches Sprichwort. Wander gibt Altmann als Quelle an, der nur russische, bulgarische oder tatarische Sprichwörter gesammelt hat. Dieses ist ein russisches Sprichwort, von Julius Altmann in den „Jahrbüchern für slavische Literatur, Kunst und Wissenschaft“, 6. und 7. Heft 1855, Seite 400 veröffentlicht. Viele weitere Sprichwörter von Altmann werden bei Wander wegen fehlender Hinweise fälschlich für deutsche Sprichwörter gehalten, was sie nicht sind. Andere Sprichwörter von Altmann stehen nicht hier, sondern gegebenenfalls unter dem jeweiligen Land. Der Wortlaut kann ein anderer sein, da Wander bei etlichen den Wortlaut geändert hat. So steht bei Wander unter Korn Nr. 2: „Am eigenen Korn sieht man wohl, wenn des Nachbars Roggen reif ist.“ Bei Altmann lautet das russische Sprichwort aber: „An den eigenen Körnern lerne erkennen, wann anderer Roggen zeitig ist.“)

Schwankender Sinn hat keinen Gewinn.
Sinn 39 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Seinen Geldsack hat ein jeder lieb.
Geldsack *11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Sprich gut von deinen Freunden und schweig von deinen Feinden.
Sprechen 37  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Um Spielgeld hilft man keines Rechts.
Spielgeld (Kein Sprichwort. Dieser Spruch wurde so von Eduard Graf 1864 im Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ aufgenommen und daraus von Wander ins Deutsche Sprichwörter Lexikon übernommen. Tatsächlich ist es aber kein Sprichwort, sondern die erklärende Zusammenfassung eines Absatzes aus dem Buch „Deutsche Rechtsdenkmäler aus Böhmen und Mähren“ von Emil Franz Rössler 1845 herausgegeben, über das altprager Stadtrecht aus dem 14. Jahrhundert. Auf Seite 12 steht als Anmerkung zum Absatz 18 über verspieltes Geld in Glücksspielen: „vmb spilgelt sol man keines rechtes helfen.“ Das bedeutet, auch früher konnte man Spielschulden nicht vor Gericht einklagen oder rechtlich geltend machen.)

Unberufene Hände verbrennen sich die Hände am Topfe.
Hand 356 (Kein Sprichwort. Wanders Quelle ist sein eigenes Buch „Sprichwörtergarten“ mit selbst produzierten Sprüchen.)

Undankbarkeit ist ein Fass ohne Boden, wodurch alle Guttaben ausfließen.
Undankbarkeit 4 (Kein Sprichwort. Lateinisches Zitate des deutschen Humanist, Arzt, Autor, Philologe, Übersetzer und Hochschullehrers Janus Cornarius (1500 - 1558), von Andreas Sutor 1716 im Buch „Latinum Chaos“ ins Deutsche übersetzt und von Wander ins Sprichwörter Lexikon übernommen.)

Verachtung ist schlimmer als Hass.
Verachtung 9  (ohne Quelle.)

Vergessen und Vergeben macht freundlicher das Leben.
Vergessen 42 (ohne Quelle.)

Versprechen und halten ist zweierlei.
Versprechen (Verb.) 51 (Kein Sprichwort. Von Wander produzierter Spruch im Buch „Politisches Sprichwörterbrevier“ unter Nr. 1201 von ihm selbst 1872 unter dem Pseudonym „Dove“ veröffentlicht.)

Was man übel angefangen, ist selten glücklich ausgegangen.
Uebel (Adv.) 41  (Kein Sprichwort. Von Wander falsch abgeschriebene Übersetzung eines von Johann Georg Seybold (1620 - 1690) ins deutsche Übersetztes lateinischen Zitats. Text bei Seybold: „Selten wohl ist ausgegangen, was man übel angefangen.“)

Wehe der Gans, die dem Fuchse traut.
Gans 126  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Weiße Raben und treue Freunde findet man selten.
Rabe 82  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Wem das Glück aufspielt, der tanzt mit einem Bein.
Glück 661  (ohne Quelle.)

Wem das Glück lacht, der gewinnt im Traum.
Glück 677  (ohne Quelle.)

Wem's glückt, dem legt ein Hahn Eier.
Glücken 10  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Ukrainischen. Wanders Quelle ist Constant Wurzbach von Tannenberg (1818 - 1893), der als Ursprung die Ruthenen in der heutigen Ukraine angibt.)

Wen eine Schlange gebissen, den erschreckt eine Eidechse (Raupe).
Schlange 51 (ohne deutsche Quelle! Kein deutsches Sprichwort. Fast wortgleiche Übersetzungen liefern nur Ida von Düringsfeld und Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld in ihrem Buch „Sprichwörter der Germanischen und romanischen Sprachen vergleichend zusammengestellt“ aus dem Jahr 1872. Auf Seite 275 finden sich unter der Nr. 530 nur wenig abweichend gleich 10 vergleichbare Sprichwörter in deutscher Übersetzung aus dem Englischen, Dänischen, Italienischen, Spanischen und Rumänischen. Einen englischen und einen italienischen Text gibt Wander selbst zusätzlich an. Für alle Sprachen gibt es nachweisbare Quellen, nur als deutsches Sprichwort gibt es keinen Beleg. Selbst die „Raupe“ hat Wander falsch übersetzt, richtig wäre „Seil“ gewesen, wie bei Reinsberg-Düringsfeld)

Wenn der Argwohn hungert, reicht ihm der Teufel den Bissen.
Argwohn 31  (Wander ohne Quelle.)

Wenn der Arme dem Reichen gibt, so lacht der Teufel.
Arme (der) 131  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen)

Wenn der Arme ein Stück Brot bekommt, so reißt es ihm der Hund aus der Hand.
Arme (der) 134  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Wenn der Arme etwas hat, so gibt er gern.
Arme (der) 301  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Wenn der Arme kommt, ist der Reiche blind.
Arme (der) 135  (ohne Quelle.)

Wenn der Bettler wird zum Kavalier, so ists das stolzeste Tier.
Bettler 140  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Wenn der Beutel klingt, so tanzt der Kellner.
Beutel 74  (ohne Quelle.)

Wenn der Böse schläft, so wiegt ihn der Teufel.
Böse (der) 37  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wenn der Gatte nicht sieht und die Gattin nicht hört, so gibt's eine glückliche Ehe.
Gatte  (ohne Quelle.)

Wenn du mit Wölfen essen willst, musst du mit Wölfen heulen.
Wolf 432  (Wander gibt eine falsche Quelle an. Übersetzung aus dem Lateinischen oder Polnischen? Im lateinischen Text unbekannter Herkunft ist ein Wolf, aber ein andere Spruch. Der polnische Spruch lautet übersetzt: Wer unter die Krähen kommt, muss krächzen, wie sie. (Übersetzung von Ida von Düringsfeld)
Erstaunlicherweise wird derselbe polnische Text auch als Quelle für ein anderes Sprichwort genommen:
Wer unter die Krähen kommt, muss krächzen wie sie.
Krähe 112  (Bei beiden Sprichwörtern derselbe polnische Ursprungstext, nur Düringsfeld gibt Oberschlesien als Ursprungsort an. Da auch schon damals dort viele Polen lebten, meine wahrscheinlich beide dasselbe Sprichwort. Das erstere hat Wander wohl selbst produziert.)

Wenn einer einmal fällt, so treten gleich alle auf ihn.
Fallen 44 (ohne Quelle.)

Wenn ein Haus einig ist, kann es wohl arm, aber auch glücklich sein.
Haus 423  (ohne Quelle.)

Wenn Liebe sich verkehrt in Hass, so weiß sie selten Maß.
Liebe 738  (ohne Quelle.)

Wer das meiste Geld gibt, ist dem Gut am nächsten.
Geld 988 (Kein Sprichwort, sondern ein schon in Wanders Quelle, den Deutschen Rechtssprichwörtern (1864) von Graf veränderter Text aus der Sammlung der Teutschen Gemeinen Lehens Gesetze von Heinrich Christian Senckenberg aus dem Jahr 1740 /1760)

Wer den Teufel fürchtet, den holt er.
Teufel  967   (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wer Glück hat, fängt auch wohl mit einem Esel eine Gans, der Unglückliche selbst mit dem Königsfalken keine Maus.
Glück 847  (ohne Quelle.)

Wer Glück hat, spielt mit schlechten Karten gut.
Glück 850  (ohne Quelle.)

Wer in Ruhe leben kann, ist ein glücklich Mann.
Ruhe 73  (ohne Quelle.)

Wer in Schande kommt, zieht auch andere gern hinein.
Schande 67  (ohne Quelle.)

Wer keinen Feind hat, der hat auch keinen Freund.
Feind 179  (Falsche Übersetzung aus einem lateinischen Text.)

Wer einen Dieb bessern will, muss ihm vertrauen.
Dieb 228  (ohne deutsche Quelle. Etwas veränderte Übersetzung aus dem Italienischen.)

Wer im Busch ist, muss mit den Wölfen heulen.
Busch 35  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Wer immer predigt, kriegt leere Bänke.
Predigen 22  (ohne Quelle.)

Wer mit Frauen kauft, verliert sein Kaufgeld.
Frau 685 (Kein Sprichwort. Ein von Graf 1864 ins Hochdeutsche übertragener Satz und fälschlich als Sprichwort ausgegeben, aus dem Jütsche Low, einer Gesetzesordnung aus dem Jahr 1241 vom dänischen König Waldemar II (1170 - 1241), in der Ausgabe „Danmarks gamle Provindslove“ von P.G. Thorsen 1852.)

Wer mit Gott anfängt, dem tut der Teufel nichts.
Gott 2245  (ohne Quelle.)

Wer mit Wölfen umgeht, muss mit heulen.
Wolf 503  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wer nicht auf Gräbern gehen (tanzen) will, muss gar nicht gehen (tanzen).
Grab 24  (ohne Quelle.)

Wer nicht gefehlt, hat nicht gelebt.
Fehlen 25  (ohne Quelle.)

Wer seinem Feinde verzeiht, stirbt von ihm beweint.
Feind 191  (ohne Quelle.)

Wer sich ärgert, ist unglücklich.
Aergern 17  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Wer will wissen, was die Tochter kann, der sehe sich die Mutter an.
Tochter 100 (ohne Quelle. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht dieses rumänische Sprichwort ohne Quellenangabe alleine unter dieser Nr. Ein gutgläubiger Leser wird dieses rumänische Sprichwort fälschlich für ein deutsches halten. Wanders Quelle ist das Buch „Aus der Walachei“ von Johann Karl Schuller aus dem Jahr 1851 (3. Auflage 1852, Seite 52) mit vielen rumänischen Sprichwörtern. Originaltext bei Schuller: „Willst wissen, was die Tochter kann? Schau dir die Mutter an.“)

Wer Zank und Zwietracht anstiftet, arbeitet in des Teufels Werkstatt.
Zank 22  (ohne Quelle.)
Wie das Land, so das Sprichwort.
Land 299 (ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Es ist kein deutsches Sprichwort, es ist überhaupt kein Sprichwort! Es ist der Kommentar von Karl Emil Franzos als Nachsatz am Ende seines Kapitels mit rumänischen Sprichwörtern im Buch „Vom Don zur Donau“ 1. Band, aus dem Jahr 1878 auf Seite 333:
und — fügen wir hinzu — wie die Sitte, so das Sprichwort!

Wörtlich gleich auch in der „Neue Freie Presse“, Nr. 4592 vom 9.6.1877, die er als Quelle für ein anderes, von ihm selbst mit Teilen eines rumänischen Sprichworts zusammengesetzt hat (Land Nr. 300): Wie das Land, so die Sitte; und wie die Sitte, so das Sprichwort.)

Wie das Land, so die Sitte; wie der Türke, so die Pistole; wie der Heilige, so der Weihrauch.
Land 301 (Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht dieses rumänische Sprichwort alleine unter dieser Nr. ohne ein deutsches und nur mit dem Quellenverweis „Schuller, 42“. Wer nicht im Quellenverzeichnis nachschlägt, wird dieses rumänische Sprichwort unweigerlich fälschlich für ein deutsches halten. Zudem macht Wander aus diesem einen und Teilen daraus gleich vier Sprichwörter: Land Nr. 300 und 301, Heiliger Nr. 198 und Türke Nr. 41.)

Wissen geht oft über Haben.
Wissen 383 (Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen und Italienischen.)

Wissen kostet Schweiß.
Wissen 389 (ohne Quelle.)

Wissen ohne Gewissen ist Tand.
Wissen 393 (Kein deutsches Sprichwort. Laut Wander soll es aus dem Buch „Die Devisen und Motto des späten Mittelalters“ von J. von Radowitz aus dem Jahr 1850 stammen. Darin sind aber keine Sprichwörter, sondern wie der Titel sagt, nur Devisen und Motto von Menschen aus dem Mittelalter enthalten. Weiter bietet er einen lateinischen Spruch ohne eine Quellenangabe an: „Qui proficit in literis et deficit in moribus, plus deficit quam proficit.“ der nicht dem deutschen Spruch entspricht. Derselbe lateinische Spruch soll laut Wander auch die Quelle eines anderen angeblichen Sprichworts sein. Kenntniss Nr. 6: „Wer an Kenntniss gewinnt und an guter Sitte verliert, der verliert mehr, als er gewinnt.“ Die angegebene lateinische Quelle: „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ 1861 von Wilhelm Binder. Unter Nr. 2796 gibt der bei diesem Spruch den reformierten Theologen und Reformator Wolfgang Musculus (1497 -1563) als Autoren an. Als Produzent des angeblichen Sprichworts bleibt nur Wander selbst.)

Wo Argwohn einzieht, zieht Freundschaft (Liebe) aus.
Argwohn 33 (ohne Quelle.)

Wo das Recht endet, da mag unser Wille nicht stadt haben.
Recht (Subst.) 347 (Kein Sprichwort. Ursprung dieses Spruches ist das Buch „Das gantze Sechsische Landrecht“ von Melchior Klingen aus dem Jahr 1572. Auf der Seite L,a wird das Recht der Ehehaften Not erklärt. Ehehafte Not war früher die Bezeichnung für das gesetzlich rechtmäßig entschuldigte Fernbleiben bei einer gerichtlich angeordneten Vorladung zu einem Gerichtstermin. Die vier rechtmäßig gültigen Gründe werden erklärt und alle anderen verneint. Am Ende der Seite steht als Zusammenfassung: „Fort mehr, wo das Recht endet, da mag unser Wille nicht stadt haben.“ Das bedeutet den Ausschluss aller sonstigen oder persönlichen Gründe und eigenem Willen und erklärt alle sonstigen Gründe zu unentschuldigtem Fernbleiben.
Diesen einen Satz führt Eduard Graf 1864 in seinem „Deutsche Rechtssprichwörter“ Buch fälschlich als angebliches Sprichwort auf (Seite 3, Nr. 45), von wo aus Wander es ins Sprichwörter Lexikon übernahm.)

Wo der Argwohn wurzelt, muss Liebe welken.
Argwohn 34 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wo der böse Vorsatz fehlt, da fehlt auch der üble Nachsatz.
Vorsatz 10 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wo der Mann das Geld zum Götzen macht, da macht der Götze den Mann zum Sklaven.
Mann 2050 (ohne Quelle.)

Wo man der Armut einen Schemel bietet, da bleibt sie sitzen.
Armuth 187  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Worte schlagen Wunden, die nicht bluten.
Wort 746  (ohne deutsche Quelle. Falsche Übersetzung aus dem Dänischen aus dem Buch: Dictionnaire des PROVERBES DANOIS, traduits en Francois, 1761, Seite 438. Originaltext: „Oord hugger og stikker intet, og dog saarer hiertet.“ Richtige Übersetzung: „Worte hacken und stechen nicht und verwunden doch das Herz.“)

Wo zwei Schwägerinnen dienen, da bleiben die Töpfe ungewaschen.
Schwägerin 3  (ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quelle: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 330)