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Alle enthaltenen Informationen sind bestmöglich und so genau wie möglich wiedergegeben. Sie sind aus vielen unterschiedlichen Quellen zusammengetragen oder aus fremden Sprachen übersetzt und teilweise erstmalig hier in deutscher Sprache veröffentlicht. Falls trotzdem Angaben ungenau oder falsch sind oder nicht den Tatsachen entsprechen, bitte ich um eine Benachrichtigung.

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Einzelne Sprichwörter kann man für andere Zwecke benutzen.

Es ist aber verboten und strafbar, größere Mengen, ganze Listen oder Länder zu kopieren und in anderen LIsten, Sammlungen oder Sprichwörtersammlungen im Internet, Büchern, Schriften, Computern oder anderswo in anderer, gleicher oder ähnlicher Art und Weise in elektronischen, gedruckten oder anderen Medien zu speichern, zu verarbeiten oder zu veröffentlichen.
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Keine
deutschen Sprichwörter

Sprichwörter aus dem Deutschen Sprichwörter Lexikon
von Karl Friedrich Wilhelm Wander  (1867 - 1880)
die keine deutschen Sprichwörter sind
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Seit über 100 Jahren stehen in etlichen deutschen Sprichwörterbüchern viele angeblich deutsche Sprichwörter, die es tatsächlich aber nicht sind. Das liegt am Deutschen Sprichwörter Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander, das er zwischen 1867 und 1880 in 5 Bänden veröffentlichte, aus dem nachfolgende Autoren abgeschrieben haben.

Im Deutschen Sprichwörter Lexikon stehen viele Sprüche, die keine deutschen Sprichwörter sind. Quellen sind mehrere Bücher mit von Wander selbst produzierten Sprüchen, die er mit als Quelle für das Sprichwörter Lexikon benutzte.
Dazu gehören die Bücher, mit Erscheinungsjahr: ■ Scheidemünze 1831 ■ Weihnachtsnüsse 1832 ■ Nüsse für Kinder aufs ganze Jahr 1835 ■ Allgemeiner Sprichwörterschatz 1836 ■ Der Sprichwörtergarten 1838 ■ Politisches Sprichwörterbrevier 1872 (unter Pseudonym Dove).
Des weiteren zog er viele Sprüche aus der Literatur, angefangen aus den Werken von Abraham a Sancta Clara, die er schon 1838 unter dem Titel Abrahamisches Parömiakon herausbrachte.

Etliche Werke, Romane, Zeitungsartikel und anderes von anderen Autoren lieferten ebenfalls reiche Ausbeute, die er mit dem sich selbst attestierten „Sprichwörterohr“ erkannte. Es sind dann meist Zitate der Autoren aus dem jeweiligen Text, aber keine Sprichwörter. Diese Zitate können Sprichwortähnlich, 
Aphorismen, Maximen, Sentenzen und anderes sein, aber keine Sprichwörter, da sie nie im Volk als Sprichwort gebraucht wurden oder bekannt waren.
Das schließt nicht aus, das Sancta Clara und andere Autoren an anderen Stellen auch Sprichwörter gebraucht haben. Die sind aber dann unabhängig von ihnen auch bei anderen Autoren als Sprichwörter zu finden.

Einige Fehler kommen schon von anderen Autoren, Beispielsweise aus dem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ von Eduard Graf und Mathias Dietherr aus dem Jahr 1864, die ihrerseits aus fremden Texten einige falsche Sprichwörter produzierten. Zum Glück haben sie Quellenangaben beigefügt, so das man ihre falschen Sprüche nach einigem Suchen in den Quellen, wenn man sie im Original einsehen kann, entlarven kann.


Hinzu kommen noch viele fremdsprachige Sprichwörter aus Sammlungen diverser anderer Länder. Von anderen übersetzte Sprichwörter bekamen teilweise den Hinweis auf das Ursprungsland, einige nur den Namen des Autors als Quelle, ohne Angabe der Herkunftsländer, oder blieben ganz ohne eine Bemerkung.

Dazu gehören:
  • Arabische Sprichwörter, Burckhardt 1834;
  • Jenseits der Schären, (finnische Sprichwörter) Bertram 1854;
  • Osmanische Sprichwörter, Schlechta 1865 
  • Sprichwörter aus Bulgarien, Rumänien, Russland und andere.
   
Dazu kommen weitere, die er selbst übersetzte, wie
  • A Polyglot of foreign proverbs (englische Sprichwörter), Bohn 1857;
  • Spreekwoordenboek der Nederlandsche, Harrebomée 1858 und andere.
   
Die fremden Sprichwörter setzte Wander als Ergänzung unter vergleichbare deutsche Sprichwörter. Oft fügte er die in die deutsche Sprache übersetzten fremden Sprichwörter aber erst alleine ohne ein deutsches Sprichwort ein, als Platzhalter für vergleichbare, die er erst zu finden hoffte. Viele dieser fremden Platzhalter blieben alleine, da kein deutsches Sprichwort gefunden wurde und stehen dort im Lexikon als vermeintlich Deutsches, sind aber nur verweiste Platzhalter und Übersetzungen anderssprachiger Sprichwörter. Wander war sich dessen zwar bewusst, konnte es aus Zeitmangel beim Druck und Korrekturlesen nicht mehr rückgängig machen. In der Vorrede zum 1. Band auf Seite XIII hielt Wander diesen Mangel nicht für wesentlich und hoffte, sie bei einer späteren Auflage zu beseitigen:


„Es sind dies indess Mängel von, wie ich glaube, nicht wesentlicher Bedeutung und lassen sich sehr leicht bei einer spätern Auflage beseitigen. Ich muss hier überhaupt bemerken, dass es einer spätern Bearbeitung vorbehalten bleiben muss, das Ziel zu erreichen, welches mir selbst aus Mangel an geeigneter Unterstützung zu erreichen versagt war. Jede menschliche Kraft hat eine Grenze; und ich musste, wenn nicht die ganze dreissigjährige Arbeit verloren sein oder unvollendet bleiben sollte, manches unausgeführt lassen, was zu meinen eigenen Wünschen gehörte.“

Leider verstarb Wander 1880 vor dem Druck des 5. Bandes und konnte keine weitere Bearbeitungen durchführen. Ebenso bearbeitete es niemand anderes oder verbesserte Fehler. Bis heute sind die mehrfachen Nachdrucke unverändert wie die 1. Ausgabe, mit den darin enthaltenen Fehlern und Mängeln.

Zusätzlich veränderte Wander oft auch den Wortlaut seiner Quellen, bei deutschen und fremdsprachigen Sprichwörtern gleichermaßen. Aus manchen längeren Sprichwörtern machte er zwei, aus verschiedenen Versionen eines Sprichwortes setzte er eine neue eigene zusammen und anderes mehr. Mehrere Versionen mit verschiedenen Wortzusammenstellungen oder Reihenfolge eines Sprichworts aus verschiedenen Quellen führte Wander öfters als verschiedene Sprichwörter auf, manche über 10 Mal.

Ähnliche Kritik wurde schon von Wanders Zeitgenossen Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld in der Zeitschrift für Politik, Literatur und Kunst, dem Grenzboten, 1873, 1. Band geäußert.
Im Internet die Seiten 105 bis 112:
https://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten/periodical/pageview/129105?query=Reinsberg.
Wanders Antwort darauf im Vorwort seines Deutschen Sprichwörter Lexikons, Band 3 aus dem Jahr 1873, ab Seite VIII:
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=Category:Wander_DSL_3/ . . /_0008.jpg



Hier stehen Sprichwörter, die in Wanders Deutschen Sprichwörter Lexikon mangels Hinweis fälschlich als deutsche Sprichwörter angesehen werden können, es aber nicht sind. Diese Sprichwörter stehen in manchem anderen Sprichwörterbuch der letzten 140 Jahre als vermeintlich Deutsches, da sie von Wander abgeschrieben wurden.

Von diesen ursprünglich fremdsprachigen Sprichwörter oder Zitaten, die in jüngeren deutschen Sprichwörterbüchern öfters fälschlich als deutsche Sprichwörter aufgeführten werden, sind hier einige. Diese Liste ist nicht vollständig, da es im Deutschen Sprichwörter Lexikon mehrere Tausend gib, zu viele für diese Seite.


Als Hinweis stehen hier
   
  • das Stichwort mit der Nr. in Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon
  • das Fehlen einer Quelle
  • Zitat oder Auszug aus anderen Quellen, die keine Sprichwörter sind
  • Ursprungssprache des Sprichworts, aus der Wander übersetzt hat. Etliche Male hat Wander Sprichwörter aus anderen Sprachen als deutsches Sprichwort eingefügt
   
(Hinweis - in Wanders Hinweisen, Quellenangaben und anderen Angaben befinden sich etliche Fehler)  
   
Die deutschen Übersetzungen von Wander entsprechen nicht immer dem fremdsprachigen Original oder sie sind gar nicht wiederzuerkennen. Das Sprichwort in den jeweiligen fremdsprachigen Originalquellen habe ich nicht überprüft, es sind die Angaben aus dem Sprichwörter Lexikon.


Sprichwörter aus Büchern, die schon damals von anderen in die deutsche Sprache übersetzt wurden, stehen nicht hier, sondern unter dem jeweiligen Land (Ägypten, Bulgarien, Finnland, Russland und andere), wenn mir die Originalquelle vorliegt.

Auch die Sprüche ohne Quellenangabe sind hier. Von einigen habe ich die Quelle in einer älteren (vor 1867 - 1880) Sprichwörtersammlung (Körte, Braun, Simrock und andere) gefunden und sie unter die deutschen Sprichwörter einsortiert. Falls es weitere Sprichwörter in dieser Liste geben sollte, die in einer älteren Sammlung mit deutschen Sprichwörtern gefunden werden können, bitte eine Nachricht mit der genauen Quellenangabe.

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Abwarten, sagt der Schulmeister, bis der Teufel den Pfaffen holt.
Abwarten 2  (ohne Quelle)

Abwechslung stärkt den Appetit.
Abwechselung 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Alexander der Große war klein zu Rosse.
Alexander 1  (ohne Quelle)

Allzu fein bricht leicht ein Bein.
Fein 32  (ohne Quelle)

Allzu fein ist eitel Schein.
Allzu fein 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Allzu fromm ist Nachbars Spott.
Allzu fromm (ohne Quelle, im Sprichwörter Lexikon auf Plattdeutsch: Allto fram is Nabers Spott.)

Alte Bienen geben wenig Honig.
Biene 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Alte Freunde und Wege sollte man nicht verlassen.
Freund (Subst.) 11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen, Italienischen.)

Alte Geschichten zu erzählen macht neuen Zorn.
Geschichte 2 (ohne Quelle.)

Alte Ochsen machen gerade Furchen.
Ochs 7 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen und anderen Sprachen.)

Alter Schmutz ist schwer wegzuwaschen.
Schmuz 14  (ohne Quelle!)

Alt ist drum nicht Recht.
Alt (Adj.) 75 (Kein Sprichwort, sondern ein Satz aus der Erklärung zu einem anderen Sprichwort. Wander hat das angebliche Sprichwort aus der Erklärung, die Georg Tob. Pistorius 1716 in seinem Buch „Thesaurus paroemiarum germanico juridicarum (Teutsch Juristischer Sprichwörter Schatz) zum Sprichwort „Alte Gewohnheit soll man nicht brechen.“ gegeben hat. (Seite 283, LXXXIX, 5.) Unter 5. führt er (meist auf Lateinisch) aus: „Rationem illud verbum suppeditar“ (Ein Hinweis darauf, dass) „Alt ist drum nicht Recht.“ . . weiter: „sed immodicis & nimium duris; hoc ipso injustis“ (Aber übertrieben und zu hart; das ist sehr ungerecht) „Missbrauch ist keine Gewohnheit.“)

Altwerden, das ist Gottes Gunst. Jung bleiben, das ist Lebenskunst.
Alt (Adj.) 84  (Pfeilerinschrift im Bierkeller des roten Rathhauses in Berlin, als es neu erbaut war.)
Erbaut wurde das Rote Rathaus in Berlin zwischen 1861 und 1869 nach Plänen (19. Juli 1860 bestätigt) Hermann Friedrich Waesemanns (*1813 in Danzig - †1879 in Berlin) im Rundbogenstil. Der Magistrat tagte nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes hier erstmals am 30. Juni 1865. Das Richtfest wurde am 9. November 1867 begangen und am 6. Januar 1870 fand die erste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im roten Rathaus statt.
In den Kellerräumen war eine Gastronomie mit Ratstrinkstube, Bernauer Keller und mehr vorhanden. Der neue Ratskeller erstreckte sich parallel zur Königstraße in ganzer Gebäudebreite und eröffnete am 5. Oktober 1869. Wänden, Säulen und anderen Stellen wurden im Rathaus vom Turm bis zum Keller überall mit Sinnsprüchen geschmückt, welche auf Veranlassung des ehemaligen Oberbürgermeisters Seidel und des Rathaus Erbauers Wäsermann von Dr. Rudolf Löwenstein (1819 - 1891) teils gesammelt, teils neu verfasst worden sind und im Keller meist das Trinken beinhalteten. Die Sinn- und Trinksprüche wurden vom Pächter des Ratskellers Frieske im Selbstverlag unter dem Titel „Gedenkbüchlein an den Berliner Rathskeller“ als Buch veröffentlicht. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon hat Wander bei ca. 70 Sprüchen dieses Gedenkbüchlein als einzige Quelle angegeben, das heißt, Sprüche aus der Feder von Löwenstein. In 150 Jahren wurde das Berliner Rathaus mehrfach umgebaut und renoviert, ebenso der ehemalige Ratskeller, so das wohl nicht mehr viel von den Sinnsprüchen erhalten ist. 1991 wurde der Ratskeller geschlossen und Teilflächen in eine Kantine umgebaut.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Rotes_Rathaus
            Gedenkbüchlein an den Berliner Rathskeller, G. H. Frieske, Berlin 1878

Am Ende findet man die Wahrheit.
Ende 10 (Kein Sprichwort, sondern der Abschlusssatz des 38. Kapitels, Seite 76 im 2. Buch von „Das Keyserrecht nach einer Handschrift von 1372“ von Dr. Hermann Ernst Endemann 1846 veröffentlicht. Eduard Graf hat in seinem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ den Originalsatz von Endemann: „Sint in dez riches recht gesc. stet: an dem ende findet man die warheit, die nieman irren mag.“ in obiges vermeintliche Sprichwort umgeändert, von wo Wander den Spruch fälschlich als Sprichwort in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon übernommen hat.)

An dem Schwachen will sich jeder reiben.
Schwacher 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

An den Augen sieht man, was einer ist und was er kann.
Auge 3  (ohne Quelle)

An den Tod denken ist der Weg zur Weisheit.
Tod 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen, Italienischen.)

An der Armen Truh wischt jedermann die Schuh.
Arme (der) 3  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

An der Ausdauer erkennt man den Mann.
Ausdauer 1  (Quelle nicht nachprüfbar. Andere Quellen nicht auffindbar.)

Anderer Kopf, andere Gedanken.
Kopf 6  (ohne Quelle)

Anderer Meinung soll man hören und mit Verstand sich daran kehren.
Meinung 1  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Böhmischen, Polnischen.)

An der Glückseiche wächst die Hochmutsflechte.
Glückseiche  (ohne Quelle)

An drei Dingen erkennt man einen Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.
Ding 54  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

An einem runden Tisch ist jeder Platz der erste.
Tisch 8  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen, Französisch, Italienischen.)

An fremden Fehlern erkennt man die eigenen.
Fehler 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

An vielem Fragen erkennt man einen Narren.
Fragen 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen. Variation in einem neueren Buch: Am vielen Fragen erkennt man den Narren.)

Arbeit, die vorüber, ist uns umso lieber.
Arbeit 8 (ohne Quelle.)

Arbeite brav, das gibt guten Schlaf.
Arbeiten 2  (ohne Quelle.)

Arbeiten im Lande ist besser als in der Wüste beten.
Arbeiten 15  (ohne Quelle.)

Arbeit erhält die Gesundheit.
Arbeit 176  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Arbeit ohne Lohn ist halb Spott, halb Hohn.
Arbeit 52  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Arbeit, Sorg und Herzeleid ist der Erde Alltagskleid.
Arbeit 199 (ohne Quelle.)

Argwohn ist der Freundschaft Gift.
Argwohn 5  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen, Französischen.)

Argwohn stellt auf und der Teufel fängt.
Argwohn 17  (ohne Quelle.)

Argwohn tötet die Freundschaft.
Argwohn 18  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Argwohn und Feindschaft sind Nachbarn.
Argwohn 19  (ohne Quelle.)

Argwohn und unbedacht hat manchen in groß Leid gebracht.
Argwohn 20  (ohne Quelle.)

Argwohn weicht nicht, es scheine ihm denn die Wahrheit ins Gesicht.
Argwohn 21  (ohne Quelle.)

Arm an Gelde, arm an Begierden.
Arm (Adj.) 2  (ohne Quelle.)

Arme und Kranke müssen viel ertragen.
Arme (der) 10  (ohne Quelle.)

Arm im Beutel, krank im Herzen.
Arm (Adj.) 5  (ohne Quelle.)

Arm ist nur, wer sich für arm hält.
Arm (Adj.) 70  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Portugisischen.)

Arm ist, wer nirgendwo zu bleiben hat.
Arm (Adj.) 10  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Arm ist, wer sich nicht begnügen lässt.
Arm (Adj.) 11  (ohne deutsche Quelle. Aus dem Lateinischen)

Arm sein ist keine Schande, wenn man nur Geld genug hat.
Arm (Adj.) 18  (ohne Quelle.)

Arm und frei ist besser als ein voller Kragen (Kropf) und eine Kette um den Hals.
Arm (Adj.) 21  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen, Ungarischen.)

Armut bei (in) bösen Jahren lehrt einem viel erfahren.
Armuth 5  (ohne Quelle.)

Armut bleibt verschmäht.
Armuth 8  (ohne Quelle.)

Armut braucht leichtes Blut, sagte der Geizhals, und speiste den Bettler ab.
Armuth 9  (ohne Quelle.)

Armut ernährt, aber sie macht nicht fett.
Armuth 15  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Armut hat Eselskleid und Pfauenstimm'.
Armuth 27  (ohne Quelle.)

Armut hat keine Scham.
Armuth 28  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Armut heilt Hochmut.
Armuth 34 (Wander gibt sein eigenes Buch Sprichwörtergarten, Nr. 50, (1838) als Quelle an, zusätzlich ein etwas abweichendes italienisches Sprichwort.)

Armut hinkt, Reichtum (Wohlstand) springt.
Armuth 36  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Armut im Lande macht der Regierung oft Schande.
Armuth 241  (Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Armut in Ehren ist besser als Reichtum mit Schande.
Armuth 39  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Armut ist der Gesundheit Mutter.
Armuth 44  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen)

Armut ist ein böser Ratgeber.
Armuth 55  (ohne Quelle.)

Armut ist die größte Untugend (Sünde).
Armuth 52  (ohne Quelle.)

Armut ist ein Gut, das alle Menschen hassen.
Armuth 60  (ohne Quelle.)

Auch auf breitem Wege kann man sich verirren.
Weg (Subst.) 13  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Schwedischen, Lateinischen. Bei ca. 600 Einträgen wird dieselbe Quelle genannt, meist ohne ein wirkliches deutsches Sprichwort.)

Auch auf hinkendem Pferde kann man musterhaft reiten.
Pferd 12  (ohne Quelle.)

Auch Bücher haben ihr Schicksale.
Buch 64  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)
Wanders Quelle ist das Buch Novus thesaurus adagiorum latinorum von Wilhelm Binder (1861) mit lateinischen Zitaten verschiedener Autoren. Für das Lateinische: „Habent sua fata libelli“ gibt er keine Quelle an.
Der lateinische Spruch stammt aus einem nur unvollständig überlieferten Lehrgedicht des antiken Grammatikers Terentianus Maurus (wahrscheinlich 150 - 200). Der Vers 1286 lautet vollständig „Pro captu lectoris habent sua fata libelli“. Die zitierte 2. Hälfte wurde 1888 zum Wahlspruch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Habent_sua_fata_libelli

Auch der Geizige öffnet den Schrank, dauert das Bitten zu lang.
Geiziger 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Auch die Heiligen haben ihre schwachen Augenblicke.
Heiliger 3 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Auch ein Armer hat noch einen Lappen, den ihm das Unglück abschneiden kann.
Arme (der) 17  (ohne Quelle.)

Auch vom Feinde kann man lernen.
Feind 4  (Kein Sprichwort, sondern ein altes lateinisches Zitat von Ovid. Von Wander aus dem Buch „Kleines lateinisches Converſationslexicon“ von Ferdinand Philippi (1825) herausgezogen. Das Buch enthält vorwiegend Zitate römischer Autoren, wie sie oft in deutschen Schriften vorkommen. Dieses stammt von Ovid, aus den Metamorphosen, IV, 428. Das Zitat ist in verschiedenem Wortlaut verbreitet.)

Auf allen Gassen findet man Unglück (Schlimmes) feil.
Gasse 1  (ohne Quelle.)

Aus altem Groll wird Hass.
Groll 2  (ohne Quelle.)

Aus alten Eichen lässt sich viel Holz schlagen.
Eiche 1 (ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort. Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 129.)

Aus Bösem kommt nichts Gutes.
Böse (das) 94 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt nur einen dänischen und einen lateinischen Spruch an. Der Lateinische ist laut Wanders Quelle ein Zitat von Ovid.)

Aus Bösen Gedanken entspringen böse Taten.
Gedanke 119 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt nur ein Ähnliches russisches Sprichwort mit Altmann als Quelle an.)

Aus dem Busche in den Wald kommen.
Busch *42 (ohne Quelle.)

Aus dem Munde kommen Worte und Worte sind Wind.
Mund 13 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Aus einem Schweinsohr kann man keinen seidenen Geldbeutel machen.
Schweinsohr (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen und Holländischen.)

Aus Fäden werden Stricke.
Faden 2 (ohne Quelle.)

Aus fremden Landen kommen üble Sitten.
Land 11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen)

Aus kaltem Herzen kommt kein warmes Wort.
Herz 8  (ohne Quelle!)

Aus schlechtem Fass kann man nichts Gutes zapfen.
Fass 6 (ohne Quelle.)

Aus Tropfen werden Flüsse, aus Flüssen wird das Meer.
Tropfen (Subst.) 2 (ohne Quelle.)

Bäurisch gefahren ist besser als herrisch gelaufen.
Fahren 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Beim Fass ist der Boden keine Nebensache.
Fass 8 (ohne Quelle!. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort.Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 129. Zusätzlich hat Wander einige Worte des Originaltextes von Altmann: „Der Boden ist beim Fass keine Nebensache.“ umgestellt, wahrscheinlich, um es unter dem Stichwort „Fass“ einzuordnen.)

Besser ein bös' Weib als ein faules.
Besser 123 (ohne Quelle.)

Besser eine Stunde zu früh als eine Minute zu spät.
Stunde 5 (ohne Quelle.)

Besser ein kleiner Herr, als ein großer Knecht.
Besser 143 (Wander ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quellen: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 328 und das Buch „Aus der Walachei. Rumänische Gedichte, Sprichwörter“ aus dem Jahr 1852 von Johann Karl Schuller Seite 36)

Beständigkeit bricht Glückes Neid.
Beständigkeit 4  (Kein Sprichwort, Zitat aus dem Buch „Poetische Ubersetzungen und Gedichte“ aus dem Jahr 1704 von Hans Aßmann Freiherr von Abschatz (1646 - 1699))

Brüder lieben einander wie Messerspitzen.
Bruder 4  (ohne Quelle.)

Da ist 's heilige Grab wohl verwahrt.
Grab *28 (ohne Quelle.)

Dankbarkeit und Weizen gedeihen nur auf gutem Boden.
Dankbarkeit 6 (ohne Quelle.)

Das Alter ist weiser als die Jugend, aber der Morgen ist klüger als der Abend.
Alter (das) 146 (Kein deutsches Sprichwort. Wander hat dies Sprichwort aus dem französischen Buch „Quelque six mille proverbes et aphorismes usuels“ von Le P. Ch. Cahier aus dem Jahr 1856 übernommen. Das Buch enthält 4844 Sprichwörter aus 13 Sprachen und 1885 Axiome. Das obige Sprichwort ist laut diesem Buch aus Russland.)

Das beste Pferd geht nicht über seine Kraft.
Pferd 47 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Das beste Pferd kann straucheln.
Pferd 48 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und Schwedischen.)

Das beste Pferd wird einmal zur Mähre.
Pferd 50 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Das Böse straft sich selbst.
Böse (das) 35 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Das Glück hat seine Launen.
Glück 72  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Das ist eben das Unglück der Könige, dass sie die Wahrheit nicht hören wollen.
(Kein Sprichwort, sondern ein Zitat (das nicht bei Wander steht) von Johann Jacoby (1805 - 1877), Arzt und Politiker aus Königsberg. Eine Deputation der preuß. Nationalversammlung übergab am 2.11.1848 dem preuß. König eine Adresse, die vor dem soeben ernannten Ministerium Brandenburg warnte und um Einsetzung einer volkstümlichen Regierung bat. Der König nahm die Adresse schweigend an. Auf die Frage: „Wollen eure Majestät uns gehör schenken?“ antwortete er nur „nein“. Darauf rief Jacobi als Mitglied der Deputation die zitierten Worte.)

Das Kamel ging um Hörner zu suchen aus und kam ohne Ohren nach Haus.
Kamel 4 (Ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Originaltexte in Wanders Quellen: (aus dem Buch „Vom Don zur Donau“ von Karl Emil Franzos, Seite 333) „Das Kamel hat die Ohren verloren, weil es Hörner haben wollte.“ und (aus dem Buch „Aus der Walachei. Rumänische Gedichte, Sprichwörter“ von Johann Karl Schuller Seite 38) „Weil's Hörner haben wollte, hat die Ohren einst das Kamel verloren.
Ursprung des Sprichworts ist eine Fabel von Äsop: Die Kamele sahen einen Stier und waren neidisch auf dessen stolzen Hörner. Sie gingen zum Gott Zeus und verlangten ebensolche Hörner. Der Wurde böse, da sie ja schon so groß und stark waren und das reichen würde. Um die Kamele wegen ihrer Unverschämtheit zu strafen, nahm er ihnen eine große Länge ihrer Oren und schickte sie weg. Das bedeutet, wer schon viel hat und nach noch mehr strebt, bekommt es nicht und verliert möglicherweise obendrein noch seinen bisherigen Besitz.
Die Fabel von Äsop im Internet: https://www.projekt-gutenberg.org/aesop/fabeln/chap077.html )

Das Pferd ist gut, aber lahm.
Pferd *831 (ohne Quelle.)

Das Pferd muss man anders satteln.
Pferd *836 (ohne deutsche Quelle. Aus Wanders eigenem Buch „Abrahamisches Parömiakon“ (Nr. 1575), in dem er vermeintliche Sprichwörter, die er aus dem Text von Abraham a Sancta Clara herausgelesen haben will, 1838 veröffentlichte.)

Den Männern, die zu viel befehlen, wird selten gehorcht.
Mann 1917 (ohne Quelle.)

Den Müßigen sticht das Bett überall.
Müssiger 1 (ohne Quelle. Wander gibt nur eine Erklärung aus dem Narrenschiff von Brant: Narren „sei anderen Leuten, was Rauch in den Augen und Essig den Zähnen.“ aber keine Quelle.)

Den Narren macht die Hoffnung reich.
Narr 86 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Den Sack aufhalten ist leichter als ihn füllen.
Sack 344 (ohne Quelle.)

Den Stolz hat man umsonst, das Brot muss man kaufen.
Stolz (Subst.) 2 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt einen lateinischen Text aus dem Buch Chaos (Seite 399) von Andreas Sutor an (Melius est labi pedipus, quam oculis.), von dem der deutsche Text aber keine Übersetzung ist. Wahrscheinlich wurde er von Wander erst produziert. In den letzten Jahren wurde der Spruch einige Male im Zusammenhang mit Stolz und Brot gebraucht, er ist trotzdem kein deutsches Sprichwort.)

Den Teufel zur Tür hinauswerfen und seine Großmutter zum Fenster einlassen.
Teufel *1247  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Den trägen Mann spornt der Hunger an.
Mann 1918 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Der Abt ist ein Mönch, kein Herr.
Abt 29 (Kein Sprichwort. Der Spruch ist von Wander aus Worten eines anderen Sprichwortes neu und anders zusammengesetzt worden. Als Quelle gibt Wander Eduard Graf, „Deutsche Rechtssprichwörter“ von 1864, Seite 535, Nr. 9 an. Dort steht aber: „Gott ist ein Herr und der Abt ein Mönch.“ mit Agricola Nr. 218 als Quellenangabe. Bei Agricola steht 1530 unter Nr. CCXVIII (218) fast wortgleich: „Gott ist ein Herr, der Abt ist ein Mönch.“ Ebenso fast wörtlich haben das Sprichwort Simrock, Henisch, Petri, Sailer und andere (ebenso auch Wander unter dem Stichwort Gott Nr. 713) von Agricola übernommen. Der obige Spruch ist so nachweisbar von Wander selbst zusätzlich für sein Sprichwörter Lexikon selbst produziert.)

Der Appetit muss sich nach dem Beutel richten.
Appetit 24  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Der ärgste Feind ist in uns selbst.
Feind 21  (Kein Sprichwort. Aus dem Lateinischen übersetztes Zitat von Publilius Syrus.)

Der arme Mann ist gesund, er lebt von der Hand in den Mund.
Mann 1920 (ohne Quelle.)

Der Arme muss halten, was man ihm gestellt, der Reiche hält, was ihm gefällt.
Arme (der) 235 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Der Arme muss sein Wort halten und der Reiche hält's, wenn er Gewinn (Nutzen) davon hat.
Arme (der) 58 (ohne Quelle.)

Der Arzt ist ein geschickter Mann, der sich selber heilen kann.
Arzt 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Der Arzt ist oft mehr zu fürchten als die Krankheit.
Arzt 98 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Der Ausgang ist oft besser als der Anfang.
Ausgang *2(ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Der beste Acker bringt allein keine Frucht.
Acker 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Der beste Honig verdirbt im unreinen Glas.
Honig 4 (ohne Quelle.)

Der beste Steuermann ist zuerst im Hafen.
Steuermann 4 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Der Galgen gibt es viel, der Galgenstricke aber noch mehr.
Galgen 8  (ohne Quelle.)

Der Glaube lässt sich nicht zwingen.
Glaube 36 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Der gute Name ist der beste Same.
Name 5 (ohne deutsche Quelle. Aus Wanders eigenem Buch „Abrahamisches Parömiakon“ (Nr. 2568), in dem er vermeintliche Sprichwörter, die er aus dem Text von Abraham a Sancta Clara herausgelesen haben will, 1838 veröffentlichte.)

Der hat gut ratgeben, dem es wohl geht.
Rathgeben 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Schwedischen.)

Der Hätti und der Wetti haben beide nichts.
Hättich 3 (Kein deutsches Sprichwort. Wanders Quelle ist, auch wenn er sie nicht angibt, das Buch „Wahrheit und Dichtung“ aus dem Jahr 1824 mit schweizerischen Sprichwörtern von Melchior Kirchhofer, Seite 185. Ander haben später aus dem Deutschen Sprichwörter Lexikon abgeschrieben und ins Hochdeutsche übertragen: „Der Hättich und der Wolltich haben beide nichts.“)

Der heißt mit Unrecht mir ein Mann, der seine Frau nicht meistern kann.
Mann 1925(ohne Quelle.)

Der höchste Berg ist die Türschwelle.
Berg 125 (ohne Quelle.)

Der Honig des Reichtums kommt aus dem Bienenstock des Fleißes.
Honig 5 (ohne Quelle.)

Der Honig geht schwer ein, wenn man ihn essen muss.
Honig 6 (ohne Quelle.)

Der ist arm gewisslich, der spricht: hätt' ich.
Arm (Adj.) 36 (ohne Quelle.)

Der ist beredt, den man gern hört.
Beredt 2 (ohne Quelle.)

Der ist doppelt arm, der reich gewesen ist.
Arm (Adj.) 85 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Der ist ein verständig Mann, der nicht alles will, was er kann.
Mann 1928 (ohne Quelle.)

Der ist ein weiser Mann, der sich selber raten kann.
Mann 276 (ohne Quelle.)

Der ist glücklich genug, der keine Zeit hat, unglücklich zu sein.
Glücklich 43  (ohne Quelle.)

Der ist nicht arm, der nichts hat, sondern der, welcher viel verlangt.
Arm (Adj.) 37 (ohne Quelle.)

Der ist nicht arm, der nie gehabt, sondern der besessen und verloren hat.
Arm (Adj.) 86 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Der ist nicht arm, der wenig hat, arm ist allein der Nimmersatt.
Arm (Adj.) 89 (ohne Quelle.)

Der ist und bleibt arm, der nicht praktizieren, lügen und trügen kann.
Arm (Adj.) 39 (ohne Quelle.)

Der ist wohl ein echter Geck, der streiten will mit einem Dreck.
Geck (Subst.) 65 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Der kann sich der Armut nicht erwehren, der mehr will verzehren, als sein Pflug kann ernähren.
Armuth 157 (ohne Quelle.)

Der kleine Spaziergang hat mir wohl getan, sagte der Mann, als er vom Begräbnis seiner Frau zurückkam.
Spaziergang 5 (ohne Quelle.)

Der Klügere gibt nach, sagte der Fuchs, als ihm der Jäger das Fell über die Ohren zog.
Kluge (der) 34 (ohne Quelle.)

Der Kluge träumt nur, wenn er schläft, der Dumme auch, wenn er wacht.
Kluge (der) 25 (ohne Quelle.)

Der letzte Becher straft den Zecher.
Becher 28 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Der Morgen ist klüger als der Abend.
Morgen (Subst.) 25 (Kein deutsches, sondern ein finnisches Sprichwort. Wanders Quelle für dieses Sprichworts ist das Buch „Jenseits der Schären“ (Eine Sammlung filmischer Volksmärchen und Sprichwörter, Seite 45) von Georg Julius von Schultz (1808 -1875), einem deutschbaltischen Arzt, Dichter und Publizist, der es 1854 unter dem Pseudonym „Dr. Bertram“ 1854 in Leipzig veröffentlichte.)

Der muss eine glückliche Hand haben, der das Glück fassen (ergreifen) will.
Hand 37 (ohne Quelle.)

Der muss nicht pfeifen wollen, der den Mund nicht spitzen kann.
Pfeifen 3 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen und Italienischen.)

Der Neid ist die schlimmste Krankheit.
Neid 13 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Der Pflug am Morgen macht die besten Furchen.
Pflug 5 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Der Rute entweichen und unter die Prügel schleichen.
Ruthe *68 (Wander ohne deutsche Quelle. Aus Wanders eigenem Buch „Abrahamisches Parömiakon“ (Nr. 2341), in dem er vermeintliche Sprichwörter, die er aus dem Text von Abraham a Sancta Clara herausgelesen haben will, 1838 veröffentlichte.)

Der Saft der Reben, der kann geben ein Freudenleben.
Saft 2 (Kein Sprichwort. Ursprung ist eine Inschrift auf Gläsern, Pokalen, Kelchen und Krügen. Wanders Quelle ist das Buch „Deutsche Inschriften an Haus und Geräth“ von L. Forck. In der 1. Auflage von 1865 steht er auf Seite 62, in der 2. vermehrte Auflage von 1875 auf Seite 94 und der 3. sehr vermehrte Auflage von 1880 auf Seite 111. Nach Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon stand der Spruch noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in einigen Sprüchesammlungen, war aber nie ein Sprichwort.)

Der Satan ist ein Meister im Plaudern, wenn er nicht wohl antworten kann.
Satan 4 (ohne Quelle.)

Der Starke hat viele Feinde.
Starke (der) 5  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Der Tapfere versteht das Prahlen nicht.
Tapfere (der) 4 (Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort, gesammelt zwischen 1838 und 1843 von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) auf Reisen in Russland, von ihm übersetzt und später in Deutschland veröffentlicht. Wander hat über 4000 von J. Altmann übersetzte Sprichwörter ins Deutsche Sprichwörter Lexikon aufgenommen, oft nur Altmann dazu geschrieben, selten mit dem Hinweis auf Russland oder anderes östliches Land und etliche Male ohne jede Angabe einer Quelle. Unbesehen kann man die über 4000 Sprichwörter fast alle fälschlich für deutsche Sprichwörter halten, was sie aber nicht sind. Zudem hat Wander den Text von diesem Sprichwort so verändert, dass man einen anderen Sinn daraus erkennen kann. Originaltext bei Altmann: „Ein Tapferer versteht nicht zu prahlen.“)

Der Tod allein kann die Hoffnung töten.
Tod 38 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Der Tod hat noch keinen vergessen.
Tod 79 (Kein deutsches Sprichwort. Wanders Quelle, das Buch „Kleines lateinisches Conversationslexiko“ von Ferdinand Philippi aus dem Jahr 1825, ist dieser Spruch die Übersetzung eines lateinischen Zitats von Properz.)

Der Tod und die Herrschaft brechen Kauf und Miete.
Tod 186 (Kein Sprichwort, sondern ein von Eduard Graf für seine deutschen Rechtssprichwörte ins Hochdeutsche übertragener Satz aus dem wendisch rugianischen Landbrauchs von Normann aus dem Jahr 1777.)

Der Trost kommt oft aus Winkeln, wo man ihn mit dem Haarbesen nicht sucht.
Trost 1 (ohne Quelle.)

Der Trunkene weiß nicht, was er tut.
Trunkene (der) 17 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen oder Tschechischen.)

Der Verliebten Weh heilt weder Arzt noch Tee.
Verliebter 6 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Der war nie ein wahrer Freund, der wegen eines Katzendrecks aufhört, es zu sein.
Freund (Subst.) 89 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Der Zwerg bleibt immerdar ein Zwerg und ständ` er auf dem höchsten Berg.
Zwerg 2 (Kein Sprichwort. Übersetzung eines lateinischen Zitats von Seneca (4 v.Chr. - 65 n. Chr.). Wanders Quellen sind Bücher von Wilhelm Binder. Das Buch „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ mit lateinischen Zitaten, 1861 von Wilhelm Binder herausgegeben. Binder nennt in dem Buch eindeutig Seneca als Autor. Trotzdem zitiert Binder selbst 1873 dieses Seneca-Zitat in seinem Buch „Sprichwörterschatz der Deutschen aus mündlichen und schriftlichen Quellen gesammelt“ fälschlich unter Nr. 4229 als Sprichwort. Im ersten Buch von 1861 übersetzt er seinen lateinischen Text außerdem mit „Der Zwerg wird nicht größer, auch wenn er sich auf einen berg stellt.“ Diese Übersetzung steht so auch in etlichen Sammlungen mit Seneca-Zitaten, ebenso auf der Internetseite https://de.wikiquote.org/wiki/Seneca_d.J mit der Quellenangabe: Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IX, LXXVI, 31. Das angebliche Sprichwort ist so wahrscheinlich eine weitere Präzisierung dieses Sachverhalts von Binder.)

Des Armen Tränen erweichen keine Steine.
Arme (der) 252 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Des Bösen Wohlstand ist der Frommen Jammer.
Böse (der) 22 (ohne Quelle.)

Dicke Bücher und reiche Freunde trösten oft am meisten.
Buch 13 (ohne Quelle.)

Die Ansicht eines Weisen und den Rat eines Greisen soll man nicht von sich weisen.
Ansicht 2 (ohne Quelle.)

Die Apotheke ist eine teure Küche.
Apotheke 1  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Die Armen müssen geben, dass die Reichen können leben.
Arme (der) 84 (ohne Quelle.)

Die Armut ist so klebend, dass man sich davon nicht losmachen kann.
Armuth 159 (ohne Quelle.)

Die Augen hungern noch, wenn auch der Bauch platzt.
Auge 80 (ohne Quelle.)

Die Ausgabe ist die Tochter der Einnahme.
Ausgabe 7 (Kein deutsches Sprichwort, sondern ein türkisches. Wander gibt als Quelle Schlechta, 69 an. Das ist das Buch „Osmanische Sprichwörter“, 1865 herausgegeben von der K. und K. orientalischen Akademie in Wien mit einem Vorwort von Vinzenz Ferdinand Xaver Baptist Freiherr von Schlechta Ritter zu Wssehrd (1798 - 1879). Das Buch enthält 500 Sprichwörter der Osmanen (Türken). Bei diesem und vielen anderen fehlt bei Wander der Hinweis auf die Osmanen und Schlechta nennt er nur ca. 430 mal.)

Die Beine sind leicht, wenn der Wille gut ist.
Bein 13 (ohne Quelle.)

Die Ente lacht über das Watscheln der Gans.
Ente 3 (Kein deutsches Sprichwort. Wanders Quelle für dieses Sprichwort ist das Buch „Das Sprichwort als Humorist“ von Ida von Düringsfeld aus dem Jahr 1863, Seite 47. Dort steht aber: „Die Ente lacht über das Hinken der Gans. (r.)“ Zum einen hat Wander das Wort „Hinken“ durch das Wort „Watscheln“ vertauscht und außerdem bedeutet das „r“ in Klammern, das es sich um ein russisches Sprichwort handelt (Hinweise auf den Ursprung im Buch auf Seite VI). Bestätigt wird der russische Ursprung durch Julius Altmann, der dieses Sprichwort wörtlich identisch mit Ida von Düringsfeld auf Seite 129 der Jahrbücher für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 2.und 3. Heft von 1853 aufführt. In dem Jahrbuch hat Altmann den Artikel „Die provinciellen Sprichwörter der Russen“ von Seite 65 bis 135 veröffentlicht.
Als gleichbedeutende deutsche Sprichwörter gibt Ida von Düringsfeld „Ein Esel schimpft den anderen Langohr.“ (ebenso das Maultier oder als Sackträger) und „Es sagt ein Storch dem anderen: Langhals.“ an, die bei Wander auch verzeichnet sind.)

Die Ernte hängt von der Saat ab.
Ernte 5 (ohne Quelle.)

Die Flinte kennt ihren Herrn nicht.
Flinte 5 (ohne Quelle.)

Die Frauen sind die Schlauen.
Frau 104 (ohne Quelle.)

Die Frau macht oft ein bös Gesicht und der Mann verdient es nicht.
Frau 79 (ohne Quelle.)

Die Gabe, die zurückgenommen, wird in Besitz des Teufels kommen.
Gabe 77  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Die Gefahr flieht, wenn man ihr ins Auge sieht.
Gefahr 62 (Kein Sprichwort. Laut Wanders Quelle Philippi die Übersetzung eines lateinischen Zitats von Seneca.)

Die Gefahr ist da, auch wenn man sie nicht sieht (wenn man sie leugnet).
Gefahr 63 (ohne Quelle.)

Die Gefahr ist nicht vorbei, liegt neben dem Feuer das Heu.
Gefahr 4 (ohne Quelle.)

Die großen Gedanken kommen aus dem Herzen.
Gedanke 24(Kein deutsches Sprichwort, sondern mein Zitat von Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715 - 1747). Wander war sich nicht sicher und fügte hinzu: „Vielleicht der bei uns sprichwörtlich gewordene Ausspruch des Franzosen Vauvenergues: »Les grandes pensées viennent du coeur.«“. Heute findet man das Zitat in deutscher und französischer Sprache, mal mit Vauvenargues als Quelle, mal ohne jeden Hinweis.)

Die Kirche hat einen Straußenmagen, sie kann die härtesten Dinge vertragen.
Kirche 29 (ohne Quelle.)

Die kleinste Zehe verhindert oft die größte Reise.
Zehe 2 (ohne Quelle.)

Die Kranken haben oft die besten Gedanken.
Kranke 25 (ohne Quelle.)

Die Liebe ist nicht blind, aber sie sieht nichts.
Liebe 151 (ohne Quelle.)

Die meisten glücklichen Ehen werden seufzend, die meisten unglücklichen jubelnd geschlossen.
Ehe (Subst.) 87  (Kein Sprichwort, Zitat von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (1761 - 1819): Aus „Gedanken, Bemerkungen und Witzworte“, 1819, Seite 29)

Die Nacht ist der Menschen Feind und der Studenten Freund.
Nacht 36  (ohne Quelle. Der 1. Teil ist von Joseph von Eichendorff: Gedicht Nachtwanderer.)

Die Narren schwatzen viel, die Klugen schweigen still.
Narr 264 (ohne Quelle.)

Die Rasenbank ist des Armen Sofa.
Rasenbank (Wahrscheinlich gar kein Sprichwort, sondern nur Wanders eigene Version eines russischen Sprichworts, dass er als Ergänzung anführt: „Gott breitet den Rasen als Teppich für den Armen aus.“ Die Quelle dafür (fehlt bei Wander) ist Julius Altmann, Jahrbuch für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, Heft 6 und 7 aus dem Jahr 1855, Seite 477.)

Die sich mit Huren befassen, müssen Federn lassen.
Hure 33 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Die Strenge des Feldhüters macht die Sensen der Schnitter stumpf.
Strenge 1 (ohne Quelle!. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort.Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 129. Außerdem hat Wander die Wörter des Sprichworts umgestellt, das Original bei Altmann lautet: „Des Feldhüters Strenge macht die Sensen der Schnitter stumpf.“, wahrscheinlich, weil er es unter Strenge einordnen wollte, ein Stichwort Feldhüter fehlt bei ihm.)

Die Ziege, die am meisten meckert, gibt die wenigste Milch.
Ziege 16 (ohne Quelle.)

Die Ziege muss weiden, wo sie angebunden ist.
(Die Ziege muss grasen, wo sie angebunden ist.)
Ziege 27 (Kein deutsches Sprichwort, sondern Übersetzung aus dem Französischen. Wander hat dieses Sprichwort dem Buch „Nouveau dictionaire des proverbes François-Allemand, oder neues französisch-deutsches Sprich-Wörter-Buch“ von von Christian Wilhelm Kritzinger aus dem Jahr 1742 entnommen.
Aus dem Text unter dem Titel der Originalausgabe: „Worinnen alle franzöſische Sprichwörter und Gallicismi, nebst mit einfliesenden denkwürdigen und sinnreichen Reden, . . . , und in das reineste Teutsch übersetzt, auch die übrigen hin und wieder vorkommenden schweren Redensarten und Wörter, samt deroselben viel- und mannigfaltigen Bedeutungen,“. Daraus ist klar erkennbar, das Buch handelt von französischen Sprichwörtern. Das genannte Sprichwort steht auf Seite 138, rechte Spalte, 3. Zeile und nach Seite 732 im Register unter dem Stichwort „Ziege“. Text im Buch: „Où la chèvre est liée, oder là- où la chévre est attachée, il faut qu'elle broute, die Geis, Ziege, muß sich weiden, wo sie angebunden ist.“ Die Erklärung direkt dahinter: „man muß mit dem zufrieden seyn, was sich nicht ändern läßt“. Bei Internet nachzulesen:
https://books.google.de/books?id= / . . /=Die+Ziege+muss+weiden,+wo+sie+angebunden+ist
Auf einigen deutschen Internetseiten wird dieses Sprichwort nur als Sprichwort bezeichnet, da sie es wahrscheilich won Wander abgeschrieben haben. Andere bezeichnen es als Chinesisches Sprichwort oder Zitat von Nietzsche (1844 - 1900), Honoré de Balzac (1799 - 1850) oder Molière (1622 - 1673). Nietzsche und Balzac sind eindeutig falsch, da das Sprichwort schon vor deren Geburt nachweisbar ist. In dem Stück „Der Arzt wider Willen“ (Uraufführung am 6. August 1666 im Palais Royal in Paris) von Molière ist es tatsächlich enthalten: 3. Akt, 3. Szene, gesprochen von Jacqueline. So könnte es ein Zitat von ihm sein, wenn er nicht ein ihm bekanntes französisches Sprichwort eingefügt hätte, wie es eine Veröffentlichung 10 Jahre vorher beweist. Im Buch „Curiositez françoises pour supplément aux dictionnaires ou recueil de plusieurs belles propriétez, avec une infinité de proverbes et quolibets pour l'explication de toute sorte de livres“ von Antoine Oudin, veröffentlicht im Jahr 1656 in Paris, steht es in französischer Sprache „pû la chevre est liée, il faut qu'elle Broute.“ auf Seite 51.
Im Internet zum nachzulesen:
https://books.google.de/books?id/ . . /+la+chevre+e%C5%BFt+li%C3%A9e,+il+faut+qu%27elle+Broute+,

Durch Schlechtmachen lernt man das Rechtmachen.
Schlechtmachen (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Durch Traurigkeit wird das Herz gebessert.
Traurigkeit 3  (ohne Quelle.)
Ehemänner, deren Frauen nicht schelten, sind im Himmel.
Ehemann 2 (ohne Quelle.)

Ehre hat Schwere.
Ehre 135 (ohne Quelle.)

Ehrgeiz und Flöhe springen gern in die Höhe.
Ehrgeiz 8 (ohne Quelle.)

Ehrlich ist beschwerlich.
Ehrlich (Adj.) 6 (ohne Quelle.)

Ehrlichkeit bleibt der beste Reisepass.
Ehrlichkeit 11 (ohne Quelle.)

Eigensinnig ist ärger als unsinnig.
Eigensinnig 1 (Nur ein Hinweis auf Bayern, aber ohne Quelle.)

Ein Bach ist leichter aufzuhalten als ein Strom.
Bach 36 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und Schwedischen.)

Ein Bett darf nicht alles sagen, was es weiß.
Bett 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Ein bisschen schief ist ehrlich.
Schief 3 (Nur ein Hinweis auf Berlin, aber ohne Quelle.)

Eine Amme kann die Mutter nicht ersetzen.
Amme 3 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen und Polnischen. Eine heutige Variation von Wanders Spruch: Die beste Amme ersetzt keine Mutter.)

Eine Frau sei noch so klein, sie stellt dem Teufel ein Bein.
Frau 241  (ohne Quelle.)

Einem Schwätzer glaubt man nicht, wenn er auch die Wahrheit spricht.
Schwätzer 11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Einem schweigenden Munde ist nicht zu helfen.
Mund 83 (ohne Quelle.)

Einen Armen schmähen, ist leicht geschehen.
Arme (der) 103 (Kein Sprichwort. Laut der Ergänzung von Wander die Übersetzung eines lateinischen Spruchs von Plautus, ohne weitere Quellenangabe.)

Einen Toten beneidet man nicht.
Todte (der) 56  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Einer jungen Witwe weiß jeder einen Klex anzuhängen.
Witwe 25 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Einer will sauer, der andere süß, der eine Haupt, der andere Füss'.
Sauer 2  (Kein Sprichwort. Ähnlicher Text in Eiseleins Sprichwörtern und Sinnreden, von Wander verändert. Eiselein wiederum hatte aus der fünfbändigen Gedichtesammlung Liedersaal von Freiherrn von Laßberg abgeschrieben.)

Eines anderen Schaden macht keinen Kopfschmerz.
Schade 62 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen und Schwedischen.)

Eine schöne Frau bringt den gescheitesten Mann aus dem Text.
Frau 293 (ohne Quelle.)

Eine schöne Hure ist der Augen Paradies, der Börse Fegfeuer und der Seele Hölle.
Hure 52 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und Französischen.)

Eine schöne Wirtin macht einen teuren Gasthof.
Wirthin 4 (Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort, von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) zwischen 1838 und 1843 auf Reisen in Russland gesammelt, von ihm übersetzt und später in Deutschland veröffentlicht.)

Eine verlorene Freundschaft ist eine gewonnene Feindschaft.
Freundschaft 25 (Bei Wander ohne Quelle. Tatsächlich ist es ein russisches Sprichwort, gesammelt zwischen 1838 und 1843 von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873) auf Reisen in Russland, von ihm übersetzt und später in Deutschland veröffentlicht. Wander hat über 4000 von J. Altmann übersetzte Sprichwörter ins Deutsche Sprichwörter Lexikon aufgenommen, oft nur Altmann dazu geschrieben, selten mit dem Hinweis auf Russland oder anderer Länder, dessen Sprichwörter Altmann ebenfalls veröffentlichte, und etliche Male ohne jede Angabe einer Quelle. Unbesehen kann man die über 4000 Sprichwörter sehr oft fälschlich für deutsche Sprichwörter halten, was sie aber nicht sind.)

Ein Geizhals ist auf der Seite taub, wo er’s Geld hat.
Geizhals 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Ein guter Arzt bedarf keiner Posaune.
Arzt 41 (ohne Quelle.)

Ein halber Laib ist besser als gar kein Brot.
Laib 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen. Es steht wie mehrere tausend andere englischen Sprichwörter im Deutschen Sprichwörter Lexikon nur mit dem Hinweis „Bohn“ und kann deswegen leicht irrtümlich für ein deutsches gehalten werden. Vergleichbares deutsches Sprichwort ist: „Besser ein halbes Ei als gar keins.“)

Ein Heiliger schläft nicht auf weichen Betten.
Heiliger 36 (Wander ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quelle: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 324: „Was ein Heiliger ist, schläft nicht auf weichen Betten.“)

Ein hungriger Bauch hat keine Scham.
Bauch 188 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Ein Kind, das eine Stiefmutter bekommt, bekommt auch einen Stiefvater.
Kind 216 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Ein Kind, das nicht spielt und dem nicht wackelt der Mund, ist nicht gesund.
Kind 221 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Ein lahmes Pferd findet auch seinen Mieter.
Pferd 957 (Wander ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quellen: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 327 und das Buch „Aus der Walachei. Rumänische Gedichte, Sprichwörter“aus dem Jahr 1852 von Johann Karl Schuller Seite 47)

Ein Mensch ohne Bildung ist ein Spiegel ohne Politur.
Mensch 403 (Kein Sprichwort. Nach Wanders Quelle, das Buch „Die Weisheit auf der Gasse“ von Johann Michael Sailer aus dem Jahr 1810 ist das ein Zitat von Albrecht Dürer (1471 - 1528). Dieses Zitat wird nur nach Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon im 20. und 21. Jahrhundert in einigen wenigen Sammlungen als Sprichwort bezeichnet. Außer bei Sailer gibt es keinen auffindbaren Beleg für diesen Spruch.)

Ein Nein zur rechten Zeit erspart viel Widerwärtigkeit.
Nein 4  (ohne deutsche Quelle. Eine nicht korrekte Übersetzung aus dem Dänischen: „Nej ere gode svar naar de kommer i tide.“)

Ein Paar, dass man an allen Orten finden kann, ist eine schöne Frau und ein gehörnter Mann.
Paar 1 (ohne Quelle.)

Ein Übel, das man kennt, ist halb geheilt.
Uebel (Subst.) 19 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Ein Übel, das man nicht kennt, kann man nicht heilen.
Uebel (Subst.) 20  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Erfahrung geht vor Unterricht.
Erfahrung 10 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Er ist so faul, dass ein anderer für ihn niesen muss, wenn er schnupft.
Faul *20  (ohne Quelle.)

Erkannter Irrtum führt zur Wahrheit.
Irrthum 9  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Ernst und Scherz sind oft Nachbarn.
Ernst 4  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Erschrockene sind schon halb geschlagen.
Erschrockene  (ohne Quelle.)

Es beten nicht alle, die die Hände falten.
Beten 29  (Wander gibt sein eigenes Buch Sprichwörtergarten, Nr. 200, (1838) als Quelle an, andere Quellen nicht auffindbar. Wahrscheinlich auch von ihm selbst produzierter Spruch und kein Sprichwort.)

Es gibt mehr Hasen als Jäger.
Hase (Lepus) 56  (ohne Quelle.)

Es hat alles seinen Preis.
Preis *11  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Es hat alles seine Ursache.
Ursache 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Es hat nicht immer den besten Umgang, der nur mit sich selber umgeht.
Umgang 5  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Es ist eine böse Hand, die den Kopf nicht schützen mag.
Hand 143 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Es ist eine üble Prozession, bei der der Teufel die Kerzen hält.
Procession 2  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Es ist ein müßiger Prophet, der verkündet, was in allen Kalendern steht.
Prophet 10  (ohne Quelle.)

Es ist ein seltener Mann, der im Feuer nicht verbrennt und unter den Bösen gut bleibt.
Mann 1994 (Wander ohne deutsche Quelle. Wander gibt nur eine lateinische Quelle an: Nil sanctius quam inter malos bene vivere. in „Sprüche der Weisen“ (1813) von J. M. Sailer, Nr. 197. Als deutsche Übersetzung steht dort: Im Feuer unverbrannt - Im Chor der Bösen gut, Ist nur der Heilige. Weder vom lateinischen oder vom deutschen Text ist bei Sailer eine Quelle angegeben. Wahrscheinlich hat Wander den Sinn von Sailers Spruch mit einem eigenen Text interpretiert und als Sprichwort bezeichnet, was er nicht ist.)

Es ist ein verlorener Schenkwirt, der Bier führt, das dem Gutsherrn schmeckt.
Schenkwirth  (ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort.Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 129. Zusätzlich hat Wander einige Worte des Originaltextes von Altmann: „Es ist ein verlorener Schenkwirt, der sich Bier hält, was dem Gaumen des Gutsherrn behagt.“ geändert.)

Es ist jeder blind für seinen eigenen Buckel.
Blind 9  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Es ist leicht abzuwehren, was davonläuft.
Abwehren  (ohne Quelle.)
Was (wer) davonläuft, ist leicht abzuwehren.
Davonlaufen 4  (ohne Quelle.)  Zwei Mal dasselbe, die Worte nur umgestellt und beide Male ohne eine Quellenangabe.

Es ist leicht predigen unter dem Galgen.
Predigen 8  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Es ist leicht zu haben, was niemand begehrt.
Haben 35  (Kein Sprichwort, sondern falsche Wiedergabe aus einem längeren Text. Wanders Quelle aus: „Sprüchwörter und sonderbare Einfälle berühmter Gelehrten und Künstler“, Prag, bei Johann Herrl, 1794, Seite 92. Originaltext: „Nimmst du ein hübsche [Frau], so begehren sie andere Leut auch und ist hart zu behüten, dass viel Leut ihr begehren. Nimmst du ein ungestalt [hässliche Frau], es ist leidlich zu haben, das niemand begehrt. Also nimmst du ein reich Weib, so hast du ein Frauen ein Meister überkommen und ein ewig verweisen.“ Möglicher Urheber des Textes ist Johann Geiler von Kaysersberg (1445 - 1510), da ein Hinweis auf ihn mehreren Sentenzen vorangestellt ist.)

Es ist nicht gut, wenn die Bänke (über den Tisch) hüpfen wollen.
Es ist nicht gut, wenn die Bänke auf den Tischen hüpfen wollen.
Bank 7  (ohne Quelle.)

Es ist nicht jeder aufgelegt zum Scherz.
Scherz 13  (Kein deutsches Sprichwort, sondern die Übersetzung eines lateinischen Zitats des römischen Dichters Martial (um 40 - um 103). Früher wurde das lateinische Original „Non cuicunque datum est habere nasum“ als Zitat von Martial zitiert. Wander veröffentlichte die deutsche Übersetzung aus dem lateinischen Conversationslexikon von Ferdinand Philippi im Sprichwörter Lexikon und die meisten hielten es danach fälschlich für ein deutsches Sprichwort, was es aber nicht ist. Heute wird es deswegen falsch als Sprichwort gebraucht. Google übersetzt es heute etwas anders: „Es ist nicht jedem gegeben, eine Nase zu haben.“)

Es ist niemals zu spät, Gutes zu tun.
Spät 7  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Es ist niemand ohne Sorge.
Sorge 22  (Kein Sprichwort. Einer Zeile aus dem Text von Freidanks Bescheidenheit nachempfunden.)

Es ist schlechte Zeit, wenn der Teufel Fliegen fangen muss.
Zeit 297  (ohne Quelle.)

Es ist schlimm, Feuer im Schoße tragen.
Schlimm 8 (Wander ohne Quelle! Wahrscheinlich eine von Wander erzeugte Abwandlung des Sprichworts: „Es ist schwer, Feuer im Schoße tragen.“, das in mehreren Sammlungen zu finden ist und seinen Ursprung in der Bibel hat: Die Sprüche Salomos 6, 27. In anderer Reihenfolge steht der Spruch unter Feuer Nr. 90 ein zweites Mal im Deutschen Sprichwörter Lexikon, ebenfalls ohne Quellenangabe: „Feuer im Schos tragen, ist böse (schwer).“)

Es kommen nicht alle Tränen aus dem Herzen.
Thräne 13  (ohne Quelle.)

Es schläft sich keiner zu einem großen Manne.
Schlafen 28  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Es schwatzt (oft) einer den andern von der Bank und setzt sich dann selber darauf.
Bank 9  (ohne Quelle.)

Es schweigen mehr kluge als dumme Leute.
Schweigen 27  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Es sind nicht alle Tage Feiertage.
Tag 254  (ohne Quelle.)

Es sind nur die kleinen Sünden, die man beichtet.
Sünde 84  (ohne Quelle.)

Es sind viele tapfer, wenn die Feinde fort sind.
Tapfer 4  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem italienischen)

Es wird nicht aller Thon zu Pfeifen verdreht.
Thon 2 (Wander ohne Quelle!. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort.Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 128.)

Eulen und Licht vertragen sich nicht.
Eule 35  (ohne Quelle.)

Falscher Leute Rat führt auf schlimmen Pfad.
Leute 555 (Kein Sprichwort. Aus einem altdeutschen Text von Ignaz Zingerle übernommen und zum hochdeutschen Spruch verändert. Zeingerle hatte seinerseits den altdeutschen Text aus den Texten von Heinrich von Meißen (zwischen 1250 und 1260 - 1318), genannt Frauenlob.)

Falsches Mitleid ist schlimmer als Neid.
Mitleid 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischem.)

Falschheit hat bei der Hoftafel den ersten Sitz.
Falschheit 3 (Kein Sprichwort. Der Satz ist aus dem von Wander geschrieben Buch „Abrahamisches Parömiakon“(Nr. 1241) mit Texten von Abraham a Sancta Clara. Ein von Wander etwas veränderter Satz aus desen Buch „Judas der Ertz Schelm“, 3. Teil aus dem Jahr 1691, Seite 277. Im Original: „Ich sah also gar scheinbar, dass die Falschheit bei der Hoftafel fast den ersten Sitz hatte und lobte beinebens die Lateiner, . .“)

Falschheit ist des Teufels Tochter.
Falschheit 4  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Falschheit, Latein und böses Geld gehen durch die ganze Welt.
Falschheit 5 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Falschheit liebt die geraden Wege nicht.
Falschheit 6 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Falschheit, List und Trug ist Neidhards bestes Meisterstück.
Falschheit 7 (ohne Quelle.)

Falschheit steckt auch hinter einem schönen Gesicht.
Falschheit 10 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Fass und Glas sind gern beieinander.
Fass 30 (ohne Quelle.)

Faule Leute haben die meiste Arbeit.
Leute 566 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Freier Mann hasst allen Zwang.
Mann 1113  (ohne Quelle.)

Fremde Sorgen hängt man an den Nagel.
Sorge 25 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Freundlich abgeschlagen ist halb zugesagt.
Abschlagen 10 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Freundschaft ist Liebe mit Verstand.
Freundschaft 52 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Furcht macht aus Mücken Elefanten.
Furcht 69 (ohne Quelle.)

Furcht sieht Gespenster am Tage.
Furcht 73 (Kein Sprichwort. Wander gibt zu diesem Spruch keine Quellenangabe, sondern zitiert aus den sämtlichen Werken vom Schriftsteller Arnold Ruge (1802 - 1880), 2. Band aus dem Jahr 1847, Seite 45: „Wer sich fürchtet, ist nicht frei; er sieht mit verblendeten Augen sein eigenes Wesen für ein Gespenst an.“ und ein lateinisches Zitat von Ovid aus „Kleines lateinisches Conversationslexikon“ von Ferdinand Philipi, 2. Band aus 1825. Wanders Spruch ist kein Sprichwort, sondern seine Zusammenfassung der Zitate.)

Furcht und Liebe sind des Lebens Getriebe.
Furcht 79 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen)

Furcht und Liebe wohnen nicht unter einem Dach.
Furcht 80 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung eines lateinischen Zitats von Cicero.)

Furcht und Scham machen manchem die Hände lahm.
Furcht 81 (ohne Quelle.)

Furcht und Sorge lassen nicht schlafen.
Furcht 82 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung eines lateinischen Zitats von P. Syrus. Wander hat zudem die Übersetzung von seiner Quelle Philippi etwas verändert.)

Furcht vergrößert die Gefahr.
Furcht 83 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und eines lateinischen Zitats von Seneca)

Für den Faulen ist jeder Tag Kirmes.
Faule (der) 74 (ohne deutsche Quelle. Als Hinweis gibt Wander nur ein Beispiel auf die Türken.)

Für den Trinker ist noch Rat, der Spieler geht des Teufels Pfad.
Trinker 12  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen, Schwedischen, Lateinischen.)

Für jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, wer's kennte.
Krankheit 25 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Gaben verblenden weiser Leute Augen.
Gabe 35 (Kein deutsches Sprichwort. Der Spruch ist ein von Graf (Deutsche Rechtssprichwörter, 1869) ins Hochdeutsche übertragener Text aus dem Holländischen Sachsenspiegel von 1493, in Frankfurt 1763 auf Platt veröffentlicht.)

Gaben vom Feind sind selten gut gemeint.
Gabe 37  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Gabe oder Kauf wandelt nicht das Gut, sondern die Herrschaft.
Gabe 25 (Kein deutsches Sprichwort. Der Spruch ist ein von Graf (Deutsche Rechtssprichwörter, 1869) ins Hochdeutsche übertragener Text aus „Rechtsdenkmäler des deutschen Mittelalters“ von Daniels und Gruben.)

Galgen und Orden werden oft auf demselben Wege erworben.
Galgen 19 (Kein Sprichwort. Wanders Quelle ist der Kommentar zu einem lateinischen Zitat von Juvenal aus dem Buch „Medulla iorum latinorum“ von Wilhelm Binder aus dem Jahr 1856. Das Zitat „ Ille crucem sceleris pretium tulit, hic diadema.“ wurde von anderen mit: „ Jener wurde für sein Verbrechen gekreuzigt, dieser gekrönt.“ übersetzt.)

Geduld ist das beste Kraut für (im) Unglück.
Geduld 32  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Geehrt werden und kitzeln tut wohl.
Geehrt 1 (Kein Sprichwort. Es ist die von Wander veränderte Übersetzung eines lateinischen Verses aus der 1. Satire (Vers 28) von Aulus Persius Flaccus (4.12.34 - 24.11.62, römischer Dichter etruskischer Abstammung). Übersetzt wurde der Vers „Pulchrum est digito monstrari et dicier hic est.“ von Wilhelm Binder 1861 im Buch „Novus Thesaurus Adagiorum Latinorum“ (Nr.2689) in „Wie doch das Geehrtsein so wohl tut!“, von Wander 1867 in den obigen Spruch verändert und als Sprichwort ausgegeben. Unverständlich, da beide von Wander angegebenen Quellen den Spruch eindeutig als Zitat eines Verses von Persius bezeichnen. Schon 1822 wurde derselbe lateinische Vers von Ferdinand Wilhelm Kayser in desen Buch über die 6 Satiren des Persius (Seite 8) etwas anders übersetzt: „Doch ists schön, wenn des Volkes Ruf zeigt mit dem Finger, hier ist er.“)

Gefahr erhöht den Genuss.
Gefahr 14 (ohne Quelle.)

Geht’s, so ist es gut, geht’s nicht, so ists auch gut.
Gehen 71 (ohne Quelle.)

Geist ist gut, aber Verstand besser.
Geist 19 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Geld kann Tugend nicht ersetzen.
Geld 343 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt als Quelle ein polnisches Sprichwort bei Frischbier (Nr. 4266) an: „Tam niepomaga zlota, gdzie dziurawa cnota.“. Bei Frischbier steht es unter den Masurischen Sprichwörtern zusammen mit der deutschsprachigen Version: „Da hilft kein Geld, wo die Tugend durchlöchert ist.“ Beides sind demnach keine deutschen Sprichwörter, sondern masurische, auch der Spruch, den Wander in Anlehnung daran macht ist kein deutsches Sprichwort.)

Gewinn geht über Scham.
Gewinn 41(Kein deutsches Sprichwort. Die Quelle ist das lateinische: „Lucrum pudori praestat.“ aus J. Eiseleins Buch „Die Sprichwörter und Sinnreden“, was Wander mit dem deutschen Spruch übersetzte. Bei Eiselein steht keine Herkunft des lateinischen Textes. Erstmals taucht der lateinische Spruch um 1500 bei Erasmus im „Adagiorum Collectanea“ auf, nachdem der einige Monate in England verbracht hatte.)

Glück gebiert Neid, Sicherheit gebiert Gefahr, Vertraulichkeit Verachtung, Wahrheit gebiert Verfolgung.
Glück 346  (ohne deutsche Quelle. Spruch aus dem Buch Abrahamisches Parömiakon, das Wander 1838 aus Textstellen der Werke von Abraham a Sancta Clara veröffentlicht hat.)

Großer Schein ohne Sein.
Schein 8 (ohne Quelle.)

Große Sager, kleiner Wager.
Sager (ohne Quelle.)

Große Schwätzer sind schlechte Ratgeber.
Schwätzer 15
Schwätzer sind schlechte Ratgeber.
Schwätzer 20
(Kein deutsches, sondern ein italienisches Sprichwort. Wander hat dasselbe italienische Sprichwort „Chi troppo parla, a pochi da consiglio.“ aus 2 verschiedenen Quellen zwei Mal in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon aufgenommen. Die 1. Quelle ist das französische Buch „Quelque six mille proverbes et aphorismes“ von Le P. Ch. Cahier aus dem Jahr 1856 (Nr. 3022), aus dem er die französische Übersetzung (Grand parleur sera peu consulté.) unter dem italienischen Sprichwort ins Deutsche übersetzte = Schwätzer Nr.15. Die 2. Quelle ist das italienische Buch „Ingresso al Viridario Proverbiale “ von Giov. Antonio Pazzaglia aus dem Jahr 1702. Darin hat der italienische Autor selbst alle Sprichwörter aus der italienischen Sprache in die deutsche Übersetzt (Nr. 264, 13) = „Wer zu viel redet, der gibt selten einen guten Rat.“, woraus Wander sein Sprichwort Schwätzer Nr. 20 machte.)

Gunst bekommt man nicht umsonst.
Gunst 14 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Gut aus(auf)gestellt ist halb verkauft.
Ausstellen (Dieser Spruch steht so ohne Quellenangabe als einziger Spruch unter dem Stichwort Ausstellen im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander. Der Spruch „Gut aufgestellt ist halb verkauft.“ steht ebenfalls ohne Quelle mit einem Niederländischen Sprichwort unter Aufstellen Nr. 2. Weiter findet sich „Gut ausgelegt ist halb verkauft.“ unter dem Stichwort Auslegen Nr. 5, ohne Quelle. Alle drei Sprüche im 1. Bamd. Im 5. steht eine Niederländische Ergänzung zum Letzten, ebenfalls unter Auslegen Nr. 5.)

Gute Aufsicht ist halbe Erziehung.
Aufsicht 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Gute Gedanken brauchen wenig Worte.
Gedanke 63 (Kein Sprichwort, sondern aus einem Streckvers von Wolfgang Menzel, 1823 in Heidelberg veröffentlicht im Buch „Streckverse“ Seite 39, im Internet: https://haab-digital.klassik-stiftung.de/viewer/image/1240081324/59/)

Gute Gedanken und gute Werke sind Geschwisterkinder, die einander immer bei der Hand führen.
Gedanke 67 (ohne Quelle.)

Gute Meinung ohne Taten geben einen magern Braten.
Meinung 17 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Gute Saat, gute Ernte.
Saat 16 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Gut schlafen ist so gut, wie gut essen.
Schlafen 35 (ohne Quelle.)

Hassen mich die einen, so lieben mich die anderen.
Hassen 3 (ohne Quelle.)

Hat der Apfel einen Wurm, so fällt er ohne Sturm.
Apfel 141 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Hat der Arme nicht vollen Tisch, so hat er guten Schlaf.
Arme (der) 283 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Hat der Bart Feuer gefangen, dann droht Gefahr dem Kopfe.
Bart 29 (ohne Quelle.)

Herr Hochhinaus und Herr Habenichts passen nicht zusammen.
Hochhinaus  (ohne Quelle.)

Heuchelei bekommt`s Geld, und die Wahrheit geht betteln.
Heuchelei 1 (ohne Quelle.)

Heute ist heute, morgen ist ein unsicherer Tag.
Heute 76 (ohne Quelle.)

Hochmut liebt Demut - nämlich bei anderen.
Hochmuth 18 (Kein Sprichwort, sondern Wanders Kommentar zu einem Artikel in der Westdeutschen Zeitung Nr. 67 aus dem Jahr 1849.)

Hochmut macht dumm.
Hochmuth 19 (Kein Sprichwort, sondern ein aus dem Lateinischen übersetztes Zitat von Johannes Chrysostomos (344/349 - 407). Die Quelle dafür gibt Wander selbst an: Novus thesaurus adagiorum latinorum von Wilhelm Binder, 1861, Nr. 239.)

Hoffnung hilft die schwersten Lasten tragen.
Hoffnung 131 (Kein deutsches Sprichwort, sondern ein von Wander etwas veränderter Denkspruch des Abtes Janus Anisus in Versen. Johann Michael Sailer hat die lateinischen Denksprüche und deren 1561 von Simon Roth ins deutsche übersetzten Reime 1794 im Buch „Sprüche der Weisen, deutsch und latein“ herausgegeben.)

Hoffnung ist das Brot des Elenden.
Hoffnung 44 (Kein deutsches Sprichwort, sondern Wanders Version aus verschiedenen ähnlichen Sprüchen mehrerer anderer Sprachen.)

Hoffnung macht den Schwachen stark.
Hoffnung 66 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Hoffnung treibt das Schiff der Narren.
Hoffnung 72 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Hoffnung übergibt uns dem Totengräber.
Hoffnung 74 (Kein deutsches Sprichwort. Laut Wander entspricht sein deutscher Text einem lateinischen Zitat von Albius Tibullus (um 55 v. Chr. - 19/18 v. Chr.), das Pilippi 1825 in dessen Kleines lateinisches Conversationslexikon veröffentlichte.)

Hoffnung überredet sich, der alte Wolf werde noch fromm werden.
Hoffnung 75 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Hoffnung und Mut helfen über manchen Graben.
Hoffnung 76 (Kein Sprichwort, Text ohne den Zusammenhang aus einem Zeitungsartikel herausgenommen.)

Honig auf der Zunge macht den Mund nicht süß.
Honig 22 (ohne Quelle.)

Ich bin nicht so schadenfroh, sagte Hagestolz, als ihm ein Bräutigam zurief: Freu dich mit mir, morgen heirate ich.
Schadenfroh 3  (ohne Quelle.)

Im Ärger ist Wahrheit.
Aerger 7 (ohne Quelle.)

Im Bier- und Weinhaus denk nicht ans Beinhaus.
Bier 109 (Kein Sprichwort, sondern ein Spruch von Rudolf Löwenstein. Wände, Säulen und andere Stellen wurden im neuen Berliner Rathaus (Erbaut zwischen 1861 und 1869) vom Turm bis zum Keller überall mit Sinnsprüchen geschmückt, welche auf Veranlassung des ehemaligen Oberbürgermeisters Seidel und des Rathaus Erbauers Wäsermann von Dr. Rudolf Löwenstein (1819 - 1891) teils gesammelt, teils neu verfasst worden sind und im Keller meist das Trinken beinhalteten.)

Im Grab ist allen wohl gebettet.
Grab 11 (ohne Quelle.)

Im Grabe liegt der Fürst nicht bequemer als ein Tagelöhner.
Grab 13 (ohne deutsche Quelle. Wander gibt nur ein anderes russisches Sprichwort aus einem französischen Buch mit anderem Inhalt an, das er mit dem anderen vergleicht.)

Im Grabe neidet man niemand.
Grab 14 (ohne Quelle.)

Immer sparen heißt immer darben.
Sparen 13 (ohne Quelle.)

Im Reich der Gecken ist die Vernunft ein Schrecken.
Geck (Subst.) 28 (ohne Quelle.)

Im Salze liegt die Klage, so lang der Kläger taugt.
Salz 8 (Kein Sprichwort, sondern ein Satz, den Eduard Graf für sein Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ 1864 aus einem dänischen Rechtsbuch übersetzte, etwas änderte und fälschlich als Sprichwort ausgibt. Den Spruch übernahm Wander fälschlich als Sprichwort in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon.)

In der Welt ist nichts so gemein als falsche Worte im guten Schein.
Welt 369 (Kein Sprichwort, sondern ein von Andreas Sutor 1716 in seinem Buch „Latinum chaos de, ex, et pro omni, Ein Teutsches durcheinander von unterschidlichen Sachen“ auf Seite 373 übersetztes lateinisches Zitats von Cicero.)

In die größten Segel fällt der meiste Wind.
Segel 4 (ohne Quelle.)

In eigenem Garten ist am besten grasen.
Garten 17 (ohne Quelle.)

In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf.
Geldsache 1 (Laut Büchmann, aus dem auch Wander dieses Zitat hat, ist es kein Sprichwort, sondern ein Zitat von David Hanseman (1790 - 1864). Der war Kaufmann, Bankier und Politiker und äußerte als Abgeordnete des Vereinigten Landtages, der preußischen und deutschen Nationalversammlung, am 8. Juni 1847 diesen Ausspruch. Richtig lautet das Zitat: „Bei Geldfragen hört die Gemütlichkeit auf.“, wurde aber in obiger Version zum „Geflügelten Wort“.)

In Häusern, wo Bildung herrscht und Sitte, da gehen die Frauen zuerst, die Männer folgen ihrem Schritte.
Haus 273 (ohne Quelle.)

In Mädchen soll der Teufel wohnen, in Weibern aber Legionen.
Mädchen 118  (ohne Quelle.)

Jeder bleibt bei seiner Weise.
Bleiben 19 (ohne Quelle.)

Jeder hat sein Teufelchen im Leibe.
Teufelchen  (Dies ist kein Sprichwort, sondern eine von Wander aus dem Text genommene Stelle aus dem Roman „Ein Schneider“, (Band 1, Seite 50) von Karl von Holtei (1798 - 1880). In keiner Sammlung seiner Zeit steht dieser Spruch als Sprichwort verzeichnet. Ca. 80 weitere Sprüche im Sprichwörter Lexikon von Wander sind aus den Romanen von Karl von Holtei „herausgezogen“. Genauso wie dieser sind auch andere Sprüche von Holtei aus dem Deutschen Sprichwörter Lexikon fälschlich als deutsches Sprichwort für Sprichwörtersammlungen im 20. Jahrhundert ungeprüft abgeschrieben worden.)

Jeder schiebt die Schuld gern auf andere.
Schuld (Ursache, Vergehen) 18 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Jeder seh' auf seine Sachen und nicht auf das, was andere machen.
Sache 159 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Jede Ware ist nach ihrem Gelde.
Waare 63 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen. Das Sprichwort wurde schon 1864 von Graf für sein Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ aus dem Niederländischen übersetzt. Original steht es 1858 im Buch „Spreekwoordenboek der Nederlandse taal“ von Harrebomée auf Seite I,216: „Alle waar is naar haar geld.“)

Je dürrer die Zeit, je grüner die Hoffnung.
Zeit 349 (Kein Sprichwort, sondern ein Zitat aus dem Roman „Soll und Haben“ 5. Buch, 1. Kapitel von Gustav Freyteg (1816 - 1895).
Der Text im Roman: „»Wohlan«, sagte Fink Beifall nickend, »das war gesprochen, wie ein Deutscher immer sprechen wird. Je dürrer die Zeit, desto grüner die Hoffnung. Aus allem sehe ich, Master Wohlfart, du hast keine Lust, jetzt mit mir zu gehen.«“)

Vier weitere Zitate aus Gustav Freytegs „Soll und Haben“ gibt Wander in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon fälschlich als Sprichwörter aus, was sie nicht sind. Darunter jeweils der entsprechende Text in den Ausgaben des 19. Jahrhunderts:
Eine Anfrage beißt niemand.
Anfrage 2,   „Soll und Haben“ 3. Buch, 3. Kapitel:
„»Gut,« sagte der Jude, »eine Anfrage beißt Niemanden,« und wandte sich zum Gehen. An der Thür hielt er noch einen Augenblick an.“
Es gibt Augenblicke, in denen kein Pfaffe einer armen Seele verwehren kann, den Teufel zu Hülfe zu bitten.
Augenblick 17,  „Soll und Haben“ 1. Buch, 9. Kapitel:
„Es war ein Augenblick, wo kein Pfaff einer armen Seele verwehren kann, den Teufel um Hülfe zu bitten. Wo das Land zulag, erkannte ich natürlich am Himmel.“

Mit Tanzen fängt's an, mit der Hochzeit hört's auf.
Tanzen 116,  „Soll und Haben“ 2. Buch, 1. Kapitel:
„»Ja, da wird wohl nichts helfen«, sagte der Vater kopfschüttelnd, »mit Tanzen fängt's an, mit der Hochzeit hört's auf. Es ist mir auch so gegangen.«“

Unschuldig wie ein Holzklotz.
Unschuldig *20,  „Soll und Haben“ 5. Buch, 2. Kapitel:
„»Du?« frug Fink; »ja, das sieht dir ähnlich. Wenn eine ertrinkende Maus sich an einen Holzklotz klammert, du hältst ihr eine Rede über das Drückende moralischer Verpflichtungen und schleuderst sie in's Wasser zurück.« »Du bist nicht so unschuldig, wie ein Holzklotz,« sagte Anton wider Willen lachend.“

Je enger der Käfig, je süsser (schöner erscheint) die Freiheit.
Käfig 7 (ohne Quelle.)

Je fauler der Stamm, je wohler dem Wurm.
Stamm 18 (ohne Quelle.)

Je frecher die Tat, desto leichter gelingt sie.
That 43 (ohne Quelle.)

Je gefälliger jemand ist, je mehr wird ihm aufgebürdet.
Gefällig 2 (ohne Quelle. Diese Aussage mag möglicherweise stimmen, Wander hat aber keine Quelle für diesen Spruch angegeben und ihn möglicherweise selbst erst erfunden.)

Je grösser das Verbrechen, je weniger glaubt man dran.
Verbrechen (Subst.) 6 (Kein Sprichwort. Laut Wanders Quelle, das „Kleine lateinische Conversationslexikon“ 2. Lieferung von Phillipi (1825), Seite 13, ist es ein aus dem Lateinischen übersetztes Zitat von Seneca. Phillipi übersetzt ihn aber: „An große Verbrechen will immer niemand glauben.“)

Je heftiger die Krankheit, je schärfer die Arznei.
Krankheit 35 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Je höher Rang, je härter Zwang.
Rang 2 (ohne Quelle. In dieser Form ist der Spruch nur im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander und keiner anderen Veröffentlichung zu finden. Leider ohne Quellenangabe weil er den Spruch erfunden hat? Trotzdem haben einige heutige Autoren ihn in Büchern oder auf Internetseiten in Sprichwörtersammlungen eingefügt, aber in heutiges Deutsch angepasst: „Je höher der Rang, desto stärker der Zwang.“ Außerhalb von Sprichwörtersammlungen aber scheint der Spruch, der damit kein Sprichwort ist, in alter und neuer Form unbekannt zu sein.)

Je nach dem Winde dreht sich die Fahne.
Wind 118 (ohne Quelle.)

Jung zu bleiben und alt zu werden ist das höchste Gut.
Jung 46 (ohne Quelle. Wander zitiert nur aus einem Gedicht von österreichischen Schriftsteller Eduard von Bauernfeld (1802 - 1890): „Wer sich nicht jung erhält im Alter, der bete den Psalter.“ Wanders Spruch hört sich an, wie sein Kommentar zu diesem Zitat von Bauernfeld.)

Lieber ein bärtig Weib als ein gelehrtes.
Weib 784 (ohne Quelle.)

Mach aus deinen Ohren ein Grab und scharr's zu, bis Amt und Pflicht zu reden gebieten.
Ohr 41 (ohne Quelle.)

Mach den Gescheiten.
Gescheite (der) 8 (ohne Quelle.)

Mach dich erst sauber.
Sauber *15  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Mach dich mit keinem Hund gemein, wenn du nicht willst gebissen sein.
Hund 1834 (ohne Quelle.)

Man glaubt eher das Schlechte als das Gute.
Glauben 53  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Man kann arbeiten wie ein Ackergaul, für Zuschauer ist man immer zu faul.
Arbeiten 31 (ohne Quelle.)

Man kann auch mit müden Beinen noch weit gehen.
Bein 35(Kein deutsches Sprichwort. Wanders Übersetzung eines französischen Sprichworts.)

Man kann aus jedem Buche etwas lernen.
Buch 23 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Man kann davon so wenig sehen als Füße an einer Schlange.
Sehen *293 (ohne Quelle.)

Man kann den Schornstein nicht fegen, ohne sich die Hände schwarz zu machen.
Schornstein 13 (ohne Quelle.)

Man kann die Wahrheit drücken, aber nicht erdrücken.
Wahrheit 171 (ohne Quelle. Das gilt auch für Sprichwörter und Zitate. Irgendwann wird offenbar, das es kein Sprichwort oder das Zitat einer bestimmten Person ist, so wie die vielen Sprüche im Sprichwörter Lexikon, die keine deutschen Sprichwörter sind. Es wird an dem hängen bleiben, der etwas falsches behauptet.)

Man kann lange gähnen, ehe einem eine gebratene Taube ins Maul fliegt.
Gähnen 1 (ohne Quelle.)

Man kann lange sprechen, ohne etwas zu sagen.
Sprechen 16 (ohne Quelle.)

Man kann nicht aus sich selbst heraus.
Selbst 13 (ohne Quelle.)

Man kann nicht jede Gefahr vermeiden.
Gefahr 32 (In Wanders Quelle, dem Buch „Viridarium, Lustgarten von auserlesen Sprüchwörtern, auch schönen und denkwürdigen Sitten- und Lehrsprüchen“ von Johann Georg Seybold (1677), Seite 397 steht aber: „Gefahr ist keinmal zu vermeiden, man muss Gefahr dagegen leiden.“)

Man muss das Schamhütlein ablegen, wenn man zu etwas kommen will.
Schamhütlein 1 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen, Französischen und Niederländischen.)

Mann gegen Mann, aber zwei gegen den Teufel.
Mann 2016  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Man muss dem Nachbar keinen Brand ins Haus legen, man zündet sonst sein eigenes an.
Nachbar 88 (ohne Quelle.)

Man muss den Honig so aus dem Korbe nehmen, dass den Bienen auch was bleibt.
Honig 49 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Man muss die Kirschen erst reif werden lassen.
Kirsche 11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Man muss die Rose auf dem Stiel nicht verwelken lassen.
Rose 51 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Man muss nicht alles dem Zufall überlassen.
Zufall 11 (Kein deutsches Sprichwort. Wanders Version eines russischen Sprichworts (Man muss der Klugheit mehr vertrauen als dem Zufall.), von Julius Altmann in Russland gesammelt und 1855 in Deutschland veröffentlicht.)

Man muss nicht dem Nachbar das Korn abschneiden.
Nachbar 90 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Man muss nicht der Katze den Braten (die Milch) anvertrauen.
Katze 375 (ohne deutsche Quelle. Wanders eigene Version von einem Sprichwort aus Surinam, das er bei Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld gefunden hat.)

Man muss nicht mit jedem Brüderschaft trinken.
Brüderschaft 1 (Kein Sprichwort, sondern ein von Ferdinand Philippi (1825) übersetztes lateinisches Zitat von Plutarch. Von Wander aus dem 2. Band des „Kleines lateinisches Converſationslexicon“ nicht ganz wörtlich abgeschrieben.)

Man muss nichts riskieren, wo nichts zu gewinnen ist.
Riskiren 1 (Kein Sprichwort. Laut Wanders bemerkung hat er den Spruch aus dem Text von Varnhagen von Ense's Nachlass, den Ludmilla Assing 1865 veröffentlicht hat.)

Man muss nicht über des Nachbars Dach spotten, wenn das eigene Löcher hat.
Nachbar 91 (Kein deutsches Sprichwort. Wanders Version eines russischen Sprichworts (Schilt nicht deines Nachbars geborstene Mauer, wenn deine eigene in Trümmern liegt.), von Julius Altmann in Russland gesammelt und 1855 in Deutschland veröffentlicht.)

Man muss oft dulden, was man nicht will, um zu bekommen, was man will.
Dulden 7 (ohne Quelle.)

Man soll die Feinde nicht zählen, sondern schlagen.
Feind 243  (ohne Quelle.)

Man soll nicht von jemand sprechen, den man nicht kennt.
Sprechen 17 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Man soll nie eine Dame fragen, wie alt sie ist.
Dame 6 (ohne Quelle. Unabhängig vom guten Benehmen oder Sitten und allen gesellschaftlichen Regeln, wenn dies ein Sprichwort wäre, müsste es irgendwo zu finden sein. Selbst Google findet keinen Beleg für den Beweis als Sprichwortes, außer bei Wander selbst. Damit etwas sinnvoll ist oder zum guten Ton gehört, muss es kein Sprichwort sein.)

Man soll nur loben, was Lob verdient.
Loben 68 (Kein Sprichwort. Wanders Version eines französischen Spruchs aus einer Fabel von Marie de France (* um 1135 in Frankreich - † um 1200 wahrscheinlich in England) und einer Anekdote über Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781), die beide unter dem vermeintlichen Sprichwort im Deutschen Sprichwörter Lexikon stehen.)

Man soll seine Nase nicht in Nachbars Töpfe stecken.
Nase 61 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Mutiger Blick lockt das Glück.
Blick 7  (ohne Quelle. Ebenso ohne Quelle Blick Nr.8: Mutiger Blick verscheucht das Unglück.)

Narren machen den Bock zum Gärtner.
Narr 767 (ohne Quelle. Möglicherweise eine Variation der Redensart, von Wander produziert.)

Neid hat scharfe Augen.
Neid 58 (ohne Quelle.)

Neue Geschäfte, neue Kräfte.
Geschäft 32 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Nicht in jedem Baumstamm ist ein Bienennest.
Baumstamm 2 (ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort. Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 128.)

Nicht jedes Licht kommt von der Sonne.
Licht 81 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Nichts gleicht einem rechtschaffenen Menschen mehr als ein Schelm.
Gleichen (Verb.) 1 (ohne Quelle.)

Niemand ist mit seinem Schicksal zufrieden.
Schicksal 9 (Kein Sprichwort, sondern eine etwas umgestellte Übersetzung eines von Ferdinand Philippi 1825 sehr großzügig übersetzten Zitats aus Ciceros „Epistulae ad Familiares 6. 1“.)

Niemand ist so glücklich, dass ihm nicht etwas fehle.
Glücklich 31  (Kein Sprichwort, ohne deutsche Quelle. Aus einem Text von Abraham a Sancta Clara.)

Niemand zieht eines andern Fuß aus dem Feuer, um den eigenen hineinzulegen.
Fuss 98 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Nur Erde füllt das gierige Auge.
Erde 72 (ohne Quelle.)

Ohne Gebet soll man nichts wagen, mit Gebet nichts scheuen.
Gebet 70 (ohne Quelle.)

Ordnung erleichtert die Arbeit.
Ordnung 15 (ohne Quelle.)

Rauch, bös Weib und übel Dach sind drei große Ungemach.
Rauch (Subst) 55 (ohne Quelle.)

Reden und Tun ist zweierlei.
Reden 165 (ohne deutsche Quelle. Wahrscheinlich Wanders Erklärung von Texten anderer Autoren. Ähnlich anderer dänischer und französischer Sprichwörter. Vergleichbar mit dem deutschen Sprichwort „Sagen und tun ist zweierlei.“ bei Simrock Nr. 8668 und Körte Nr.5161.)

Reich und Arm sind wie Feuer und Wasser, beide sind notwendig.
Reich (Adj.) 191 (Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht dieses rumänische Sprichwort alleine unter dieser Nr. ohne ein deutsches und nur mit dem Quellenverweis auf die Neue Freie Presse. Wer nicht im Quellenverzeichnis nachschlägt, wird dieses rumänische Sprichwort unweigerlich fälschlich für ein deutsches halten.)

Richte erst, wenn du beide gehört.
Richten 16 (ohne Quelle.)

Richtiges Zahlen bringt williges Borgen, fördert den Handel und verscheucht die Sorgen.
Zahlen 38 (ohne Quelle.)

Ruhe erzwingt, was sonst nicht gelingt.
Ruhe 18 (Kein Sprichwort. Übersetzter lateinischer Spruch eines anderen Autors. 1794 und 1810 von Johann Michael Sailer ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung 1873 wurde von Wander mit dem 2. Halbsatz verlängert und ins Deutsche Sprichwörter Lexikon eingefügt.)

Sänger sind arme Schlucker.
Sänger (Singer) 22 (ohne Quelle. Das Sprichwort stammt aus Rumänien und ist aus dem Buch „Vom Don zur Donau“ 1. Band Seite 316 von Karl Emil Franzos aus dem Jahr 1878. In dieser Quelle von Wander sind auf mehreren Seiten etliche rumänische Sprichwörter enthalten, die im Deutschen Sprichwörter Lexikon ohne Quelle verzeichnet sind und deshalb irtümlich als deutsche Sprichwörter angesehen werden könnten.)

Schlechte Ärzte machen aus kleinen Wunden große.
Arzt 61 (ohne Quelle.)

Schlechten Leuten missfallen ist kein Unglück.
Leute 1105  (ohne Quelle.)

Schlechtes Schild lockt keine Gäste.
Schild (das) 17 (Kein Sprichwort. Von Wander aus seinem eigenen Buch „Sprichwörtergarten“ mit selbst produzierten Sprüchen übernommen.)

Schmeichelworte sind nicht ohne Gift.
Schmeichelwort 2 (Kein Sprichwort. Aus dem Lateinischen übersetzter Spruch von Publilius Syrus (um 90 - 40 v. Chr.))

Schmerz auf Schmerz bricht das Herz.
Schmerz 25 (ohne Quelle.)

Schöne Schilder, schlechte Ware.
Schild (das) 18 (ohne Quelle.)

Schöne Töchter machen alte Mütter.
Tochter 60 (ohne Quelle.)

Schüchtern hat nie eine schöne Freundin und wird nie besungen von Dichtern.
Schüchtern 2 (ohne Quelle.)

Schulden machen ist keine Schande, es tun die feinsten Leute im Lande.
Schuld (Zahlungspflicht) 52 (ohne Quelle.)

Schulden sind keine Frösche, sie hüpfen nicht fort.
Schuld (Zahlungspflicht) 59 (ohne Quelle.)

Schwachheit ist der Menschen Los.
Schwachheit 4 (Kein Sprichwort, ohne deutsche Quelle. Wander weist auf ein ähnliches Zitat von Shakespeare im Schauspiel Hamlet (2. Zene, 1. Akt), einem italienischen Sprichwort und ein lateinisches Zitat von Tacitus hin. Tatsächlich ist es aber eine Zeile aus dem Gedicht „Gebet der Kinder zu ihrem ewigen Vater“ vom deutschen Dichter und Schriftsteller Siegfried August Mahlmann (13.5.1771 - 16.12.1826) aus Leipzig.)

Schwangerschaften bringen Schwägerschaften.
Schwangerschaft 3 (Kein deutsches Sprichwort. Wander gibt Altmann als Quelle an, der nur russische, bulgarische oder tatarische Sprichwörter gesammelt hat. Dieses ist ein russisches Sprichwort, von Julius Altmann in den „Jahrbüchern für slavische Literatur, Kunst und Wissenschaft“, 6. und 7. Heft 1855, Seite 400 veröffentlicht. Viele weitere Sprichwörter von Altmann werden bei Wander wegen fehlender Hinweise fälschlich für deutsche Sprichwörter gehalten, was sie nicht sind. Andere Sprichwörter von Altmann stehen nicht hier, sondern gegebenenfalls unter dem jeweiligen Land. Der Wortlaut kann ein anderer sein, da Wander bei etlichen den Wortlaut geändert hat. So steht bei Wander unter Korn Nr. 2: „Am eigenen Korn sieht man wohl, wenn des Nachbars Roggen reif ist.“ Bei Altmann lautet das russische Sprichwort aber: „An den eigenen Körnern lerne erkennen, wann anderer Roggen zeitig ist.“)

Schwankender Sinn hat keinen Gewinn.
Sinn 39 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Schwiegermutter und Schwiegertochter sind gleich Sturm und Hagelwetter.
Schwiegermutter 15 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Seelenwunden heilen schwer.

Seelenwunde  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen und Polnischen.)

Seinen Geldsack hat ein jeder lieb.
Geldsack *11 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Seltener Genuss erhöht das Vergnügen.
Genuss 4 (Kein Sprichwort, sondern ein von Wilhelm Binder 1861 in dessen Buch „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ unter der Nr. 3595 übersetzter lateinischer Spruch von Juvenal.)

Sich der Schlemmerei ergeben führet nicht zu langem Leben.
Schlemmerei (ohne Quelle.)

Sich selbst kennen ist die größte Weisheit.
Selbst 51 (Keine Sprichwort. Wander gibt als Quelle nur einen lateinischen Text (Multi multa sciunt, se ipsum nemo) aus dem Buch „Viridarium Lustgarten von auserlesen Sprichwörtern“ von Johann Georg Seybold aus dem Jahr 1677 an. Dort steht als Übersetzung: „Viel dünket wohl, sie wissen viel, doch keiner sich selbst kennen will.“ Andere Autoren übersetzten diesen Spruch mehrfach sinngemäß. Wanders Spruch entspricht nicht Seybolds Übersetzung noch der richtigen Übersetzung des lateinischen Spruchs, noch ist es ein Sprichwort.)

Spaß muss sein, sagte die Katze zur Maus.
Spass 3 (ohne Quelle.)

Sprich gut von deinen Freunden und schweig von deinen Feinden.
Sprechen 37  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Sprichwörter sind die Weisheit auf der Gasse.
Sprichwort 10 (Kein deutsches Sprichwort. Falsche Übersetzung aus dem Englischen und Niederländischen. Johann Michael Sailer hat 1810 seine Sammlung mit deutschen Sprichwörtern „Die Weisheit auf der Gasse“ nach der Bibelstelle, Die Sprüche Salomos 1, 20 benannt: „20 Die Weisheit klagt draußen und lässt sich hören auf den Gassen; 21 sie ruft in dem Eingang des Tores, vorn unter dem Volk; sie redet ihre Worte in der Stadt.“ Der Wortlaut der Lutherbibel ist von der Ausgabe 1545 bis 1912 gleich geblieben, nur die Rechtschreibung wurde angepasst. Der Text von Wanders „Quellen“ entspricht nicht seinem deutschen Text, er hatte wohl den Titel von Sailer im Sinn.)

Starke Hand fackelt nicht.
Hand 341 (Kein deutsches Sprichwort, sondern ein französisches. Wander hat das französische „Forte main n'attend le lendemain.“ aus dem Buch „Le livre de proverbes français“ (1841) von Antoine Le Roux de Lincy, der es wiederum aus dem Werk „Trésor de sentences dorées, dicts, prouerbes“ (1581) von Gabriel Meurier entnommen hatte.
Eigentliche Übersetzung: „Starke Hand wartet nicht auf den nächsten Tag.“)


Steinerne Herzen machen keine nassen Augen.
Herz 250 (ohne Quelle.)

Überfluss macht Übermut, und Übermut tut selten gut.
Ueberfluss 12 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tscheschischen.)

Um dem Rauche zu entgehen, muss man nicht ins Feuer springen.
Rauch (Subst) 72(Kein deutsches Sprichwort, sondern ein türkisches. Wander gibt als Quelle Schlechta, 187 an. Schlechta ist das Buch „Osmanische Sprichwörter“, 1865 herausgegeben von der K. und K. orientalischen Akademie in Wien mit einem Vorwort von Vinzenz Ferdinand Xaver Baptist Freiherr von Schlechta Ritter zu Wssehrd (1798 - 1879). Das Buch enthält 500 Sprichwörter der Osmanen (Türken). Dort steht als deutsche Übersetzung: „Um dem Rauche zu entgehen, springe nicht ins Feuer.“ Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht 430 Mal der Verweis auf Schlechta, aber nur 141 Mal mit dem Hinweis auf die Osmanen. Demnach wird man wahrscheinlich ca. 350 der Osmanischen Sprichwörter im Deutschen Sprichwörter Lexikon fälschlich für deutsche halten.)

Um Spielgeld hilft man keines Rechts.
Spielgeld (Kein Sprichwort. Dieser Spruch wurde so von Eduard Graf 1864 im Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ aufgenommen und daraus von Wander ins Deutsche Sprichwörter Lexikon übernommen. Tatsächlich ist es aber kein Sprichwort, sondern die erklärende Zusammenfassung eines Absatzes aus dem Buch „Deutsche Rechtsdenkmäler aus Böhmen und Mähren“ von Emil Franz Rössler 1845 herausgegeben, über das altprager Stadtrecht aus dem 14. Jahrhundert. Auf Seite 12 steht als Anmerkung zum Absatz 18 über verspieltes Geld in Glücksspielen: „vmb spilgelt sol man keines rechtes helfen.“ Das bedeutet, auch früher konnte man Spielschulden nicht vor Gericht einklagen oder rechtlich geltend machen.)

Unberufene Hände verbrennen sich die Hände am Topfe.
Hand 356 (Kein Sprichwort. Wanders Quelle ist sein eigenes Buch „Sprichwörtergarten“ mit selbst produzierten Sprüchen.)

Undankbarkeit ist ein Fass ohne Boden, wodurch alle Guttaben ausfließen.
Undankbarkeit 4 (Kein Sprichwort. Lateinisches Zitate des deutschen Humanist, Arzt, Autor, Philologe, Übersetzer und Hochschullehrers Janus Cornarius (1500 - 1558), von Andreas Sutor 1716 im Buch „Latinum Chaos“ ins Deutsche übersetzt und von Wander ins Sprichwörter Lexikon übernommen.)

Verachtung ist schlimmer als Hass.
Verachtung 9  (ohne Quelle.)

Vergessen und Vergeben macht freundlicher das Leben.
Vergessen 42 (ohne Quelle.)

Verräter kommen von hinten.
Verräter 11(Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Verschwendung ist ein Fass ohne Boden.
Verschwendung 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Versprechen und halten ist zweierlei.
Versprechen (Verb.) 51 (Kein Sprichwort. Von Wander produzierter Spruch im Buch „Politisches Sprichwörterbrevier“ unter Nr. 1201 von ihm selbst 1872 unter dem Pseudonym „Dove“ veröffentlicht.)

Verstand ist das beste Kapital.
Verstand 86 (Kein deutsches Sprichwort, sondern ein türkisches. Wander gibt als Quelle Schlechta, 323 an. Das ist das Buch „Osmanische Sprichwörter“, 1865 herausgegeben von der K. und K. orientalischen Akademie in Wien mit einem Vorwort von Vinzenz Ferdinand Xaver Baptist Freiherr von Schlechta Ritter zu Wssehrd (1798 - 1879). Das Buch enthält 500 Sprichwörter der Osmanen (Türken))

Vom Kuchen nascht man, vom Brote isst man.
Kuchen31 (ohne Quelle!. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort, bei dem Wander den zweiten Teil an den Anfang gestellt hat. Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 128. Das originale russischen Sprichwort von Altmann lautet: „Vom Brot ist man, vom Kuchen nascht man.“)

Was kann's helfen, wenn man den Bock zum Gärtner setzt.
Helfen 95 (Kein Sprichwort, sondern ein von Wilhelm Binder 1861 in seinem Buch „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ unter der Nr. 2607 übersetzter lateinischer Spruch von Juvenal (Pone seram, cohibe, sed quis, custodiet ipsos custodes?). Der Spruch stammt aus der Satire VI, Zeilen 347–348, und bedeutet eigentlich, aber wer bewacht die Bewacher, zum Problem der Gewährleistung der ehelichen Treue. Die Übersetzung von Binder ist recht frei interpretiert und war nie deutsches Sprichwort.)

Was man übel angefangen, ist selten glücklich ausgegangen.
Uebel (Adv.) 41  (Kein Sprichwort. Von Wander falsch abgeschriebene Übersetzung eines von Johann Georg Seybold (1620 - 1690) ins deutsche Übersetztes lateinischen Zitats. Text bei Seybold: „Selten wohl ist ausgegangen, was man übel angefangen.“)

Wehe der Gans, die dem Fuchse traut.
Gans 126  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Weiße Raben und treue Freunde findet man selten.
Rabe 82  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Wem das Glück aufspielt, der tanzt mit einem Bein.
Glück 661  (ohne Quelle.)

Wem das Glück lacht, der gewinnt im Traum.
Glück 677  (ohne Quelle.)

Wem's glückt, dem legt ein Hahn Eier.
Glücken 10  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Ukrainischen. Wanders Quelle ist Constant Wurzbach von Tannenberg (1818 - 1893), der als Ursprung die Ruthenen in der heutigen Ukraine angibt.)

Wen eine Schlange gebissen, den erschreckt eine Eidechse (Raupe).
Schlange 51 (ohne deutsche Quelle! Kein deutsches Sprichwort. Fast wortgleiche Übersetzungen liefern nur Ida von Düringsfeld und Otto Freiherr von Reinsberg-Düringsfeld in ihrem Buch „Sprichwörter der Germanischen und romanischen Sprachen vergleichend zusammengestellt“ aus dem Jahr 1872. Auf Seite 275 finden sich unter der Nr. 530 nur wenig abweichend gleich 10 vergleichbare Sprichwörter in deutscher Übersetzung aus dem Englischen, Dänischen, Italienischen, Spanischen und Rumänischen. Einen englischen und einen italienischen Text gibt Wander selbst zusätzlich an. Für alle Sprachen gibt es nachweisbare Quellen, nur als deutsches Sprichwort gibt es keinen Beleg. Selbst die „Raupe“ hat Wander falsch übersetzt, richtig wäre „Seil“ gewesen, wie bei Reinsberg-Düringsfeld)

Wenn das Herz fröhlich ist, so freut sich der Leib mit.
Herz 302 (ohne Quelle.)

Wenn der Argwohn hungert, reicht ihm der Teufel den Bissen.
Argwohn 31  (Wander ohne Quelle.)

Wenn der Arme dem Reichen gibt, so lacht der Teufel.
Arme (der) 131  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen)

Wenn der Arme ein Stück Brot bekommt, so reißt es ihm der Hund aus der Hand.
Arme (der) 134  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen.)

Wenn der Arme etwas hat, so gibt er gern.
Arme (der) 301  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Spanischen.)

Wenn der Arme kommt, ist der Reiche blind.
Arme (der) 135  (ohne Quelle.)

Wenn der Bettler wird zum Kavalier, so ists das stolzeste Tier.
Bettler 140  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Holländischen.)

Wenn der Beutel klingt, so tanzt der Kellner.
Beutel 74  (ohne Quelle.)

Wenn der Böse schläft, so wiegt ihn der Teufel.
Böse (der) 37  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wenn der Gatte nicht sieht und die Gattin nicht hört, so gibt's eine glückliche Ehe.
Gatte  (ohne Quelle.)

Wenn du mit Wölfen essen willst, musst du mit Wölfen heulen.
Wolf 432  (Wander gibt eine falsche Quelle an. Übersetzung aus dem Lateinischen oder Polnischen? Im lateinischen Text unbekannter Herkunft ist ein Wolf, aber ein andere Spruch. Der polnische Spruch lautet übersetzt: Wer unter die Krähen kommt, muss krächzen, wie sie. (Übersetzung von Ida von Düringsfeld)
Erstaunlicherweise wird derselbe polnische Text auch als Quelle für ein anderes Sprichwort genommen:
Wer unter die Krähen kommt, muss krächzen wie sie.
Krähe 112  (Bei beiden Sprichwörtern derselbe polnische Ursprungstext, nur Düringsfeld gibt Oberschlesien als Ursprungsort an. Da auch schon damals dort viele Polen lebten, meinen wahrscheinlich beide dasselbe Sprichwort. Das erstere hat Wander wohl selbst produziert.)

Wenn einer einmal fällt, so treten gleich alle auf ihn.
Fallen 44 (ohne Quelle.)

Wenn ein Haus einig ist, kann es wohl arm, aber auch glücklich sein.
Haus 423  (ohne Quelle.)

Wenn Liebe sich verkehrt in Hass, so weiß sie selten Maß.
Liebe 738  (ohne Quelle.)

Wer bei der Schmiede wohnt, gewöhnt sich ans Hämmern.
Schmiede 7(ohne Quelle.)

Wer bei Frauen will Gunst behalten, leg nie das Gesicht in ernste Falten.
Frau 642 (Kein Sprichwort. Wahrscheinlich Wanders Kommentar zu einem Epigramm und Sinngedicht aus dem Buch „Welt und Zeit, Aus dem Nachlass eines russischen Diplomaten“, 1855 herausgegeben von Levin Schücking. Epigramm Nr. 234: „Willst du in Gunst bei Frauen bleiben, lerne vor allem Kurzweil treiben.“)

Wer betrügen will, spinnt feine Fäden.
Betrügen 20 (ohne Quelle.)

Wer das meiste Geld gibt, ist dem Gut am nächsten.
Geld 988 (Kein Sprichwort, sondern ein schon in Wanders Quelle, den Deutschen Rechtssprichwörtern (1864) von Graf veränderter Text aus der Sammlung der Teutschen Gemeinen Lehens Gesetze von Heinrich Christian Senckenberg aus dem Jahr 1740 /1760)

Wer den Teufel fürchtet, den holt er.
Teufel  967   (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wer einen Wolf zum Nachbar hat, geb' auf seine Schafe acht.
Wolf 489 (ohne Quelle.)

Wer einer Nachbarin seinen Kummer erzählt, den wird die andere auslachen.
Nachbarin 3(ohne deutsche Quelle. Da Wander nur ein ähnliches russisches Sprichwort aus der Sammlung von Julius Altmann dazu angibt, ist der Spruch wahrscheinlich seine eigene Version davon.)

Wer eine Schlange im Busen wärmt, der wird von ihr gebissen.
Schlange 67(Kein deutsches Sprichwort. Die falsche Übersetzung eines lateinischen Spruchs, die Wander aus dem Buch „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ von Wilhelm Binder aus dem Jahr 1861 abgeschrieben hat.)

Wer Glück hat, fängt auch wohl mit einem Esel eine Gans, der Unglückliche selbst mit dem Königsfalken keine Maus.
Glück 847  (ohne Quelle.)

Wer Glück hat, spielt mit schlechten Karten gut.
Glück 850  (ohne Quelle.)

Wer in Ruhe leben kann, ist ein glücklich Mann.
Ruhe 73  (ohne Quelle.)

Wer in Schande kommt, zieht auch andere gern hinein.
Schande 67  (ohne Quelle.)

Wer einen Dieb bessern will, muss ihm vertrauen.
Dieb 228  (ohne deutsche Quelle. Etwas veränderte Übersetzung aus dem Italienischen.)

Wer im Busch ist, muss mit den Wölfen heulen.
Busch 35  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Niederländischen.)

Wer immer predigt, kriegt leere Bänke.
Predigen 22  (ohne Quelle.)

Wer keine Gefahr fürchtet, ist in großer Gefahr.
Gefahr 53 (ohne deutsche Quelle. Scheinbar die Übersetzung eines italienischen Sprichworts, dass Wander angibt (Chi non teme, pericola.) und aus der Sammlung von Gaal stammt (Nr. 612). Der Übersetzt es aber mit: „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.“ Das hat Wander drei Nr. später ebenfalls aufgeführt unter Gefahr Nr. 56. Das Bedeutet, dieser Spruch ist kein Sprichwort, sondern wurde von Wander neu produziert.)

Wer keinen Feind hat, der hat auch keinen Freund.
Feind 179  (Falsche Übersetzung aus einem lateinischen Text.)

Wer keine Scham hat, der hat auch keine Ehre.
Scham 43 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wer klug ist, weiß es nicht.
Klug 76 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wer liegt, kann nicht fallen.
Liegen 51 (Kein Sprichwort! Wander gibt als Quelle Eiselein, Seite 430 an, auf der als ähnlichster Spruch eine Zeile aus dem Narrenschiff (1494) von Sebastian Brant steht (1457 - 1521): „Wer lit, der minder fallt.“ Daraus hat Wander wahrscheinlich seinen selbst produzierten Spruch abgeleitet.)

Wer mit Frauen kauft, verliert sein Kaufgeld.
Frau 685 (Kein Sprichwort. Ein von Graf 1864 ins Hochdeutsche übertragener Satz und fälschlich als Sprichwort ausgegeben, aus dem Jütsche Low, einer Gesetzesordnung aus dem Jahr 1241 vom dänischen König Waldemar II (1170 - 1241), in der Ausgabe „Danmarks gamle Provindslove“ von P.G. Thorsen 1852.)
Wer Schmähungen nicht beachtet, nimmt ihnen ihr Gift.
Wer mit Gott anfängt, dem tut der Teufel nichts.
Gott 2245  (ohne Quelle.)

Wer mit Wölfen umgeht, muss mit heulen.
Wolf 503  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wer nicht auf Gräbern gehen (tanzen) will, muss gar nicht gehen (tanzen).
Grab 24  (ohne Quelle.)

Wer nicht gefehlt, hat nicht gelebt.
Fehlen 25  (ohne Quelle.)

Wer Schmähungen nicht beachtet, nimmt ihnen ihr Gift.
Schmähung 2 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Tschechischen, Italienischen und Polnischen.)

Wer Schmeicheleien liebt, will betrogen sein.
Schmeichelei 10 (Kein Sprichwort, sondern eine Maxime von Rupert Kornmann. Rupert Kornmann (1757–1817) war bis zur Säkularisation 1803 letzter Abt der Benediktiner Abtei Prüfening bei Regensburg (heute Teil von Regensburg). In den gesammelten Werken Kornmanns, 8. Teil (Ausgabe 1826), sind „Tausend Maximen“ enthalten, diese ist die Nr. 861 auf Seite 106.)

Wer schmeichelt, der heuchelt.
Schmeicheln 13 (ohne Quelle.)

Wer schön ist, dem steht alles wohl.
Schön 73(Kein deutsches Sprichwort, sondern die von Wander veränderte Auslegung eines lateinischen Zitates von Plautus durch Ferdinand Philippi in dessen kleinen lateinischen Conversationslexikon, 2. Band, Seite 255. Der deutsche Text von Philippi lautet: „Weil du so schön bist, steht dir alles wohl an.“)

Wer schwach ist, findet bald seinen Tyrannen.
Schwach (Adj.) 7 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Italienischen.)

Wer sein Amt wie ein Fuchs erschlichen hat, wird es wie ein Wolf verwalten.
Amt 81 (ohne Quelle. Kein Sprichwort. Zitat vom Jurist und Schriftsteller Karl Friedrich Kretschmann (1738 - 1809). Aus dem Buch „Epigramme“ aus dem Jahr 1779, Seite 48 unter der Überschrift: „Amts - Regel“. Originaltext: „Wer wie der Fuchs ein Amt erschleicht, der wird es als ein Wolf verwalten.“. Auch andere Versionen sind verbreitet.)

Wer seinem Feinde verzeiht, stirbt von ihm beweint.
Feind 191  (ohne Quelle.)

Wer sich ärgert, ist unglücklich.
Aergern 17  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Englischen.)

Wer sich unter die Schafe mischt, der wird mit ihnen geschoren werden.
Schaf 307 (ohne Quelle!. Kein deutsches, sondern ein russisches Sprichwort.Nicht nur das beigefügte Sprichwort der Tschermissen (heutiger name des Volkes ist Mari.) ist aus der Sammlung mit Russischen Sprichwörtern von Julius Altmann, sondern auch das erste, das ohne den Hinweis fälschlich für ein deutsches Sprichwort gehalten werden muss. Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 129.)

Wer will wissen, was die Tochter kann, der sehe sich die Mutter an.
Tochter 100 (ohne Quelle. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht dieses rumänische Sprichwort ohne Quellenangabe alleine unter dieser Nr. Ein gutgläubiger Leser wird dieses rumänische Sprichwort fälschlich für ein deutsches halten. Wanders Quelle ist das Buch „Aus der Walachei“ von Johann Karl Schuller aus dem Jahr 1851 (3. Auflage 1852, Seite 52) mit vielen rumänischen Sprichwörtern. Originaltext bei Schuller: „Willst wissen, was die Tochter kann? Schau dir die Mutter an.“)

Wer Zank und Zwietracht anstiftet, arbeitet in des Teufels Werkstatt.
Zank 22  (ohne Quelle.)
Wie das Land, so das Sprichwort.
Land 299 (ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Es ist kein deutsches Sprichwort, es ist überhaupt kein Sprichwort! Es ist der Kommentar von Karl Emil Franzos als Nachsatz am Ende seines Kapitels mit rumänischen Sprichwörtern im Buch „Vom Don zur Donau“ 1. Band, aus dem Jahr 1878 auf Seite 333:
und — fügen wir hinzu — wie die Sitte, so das Sprichwort!

Wörtlich gleich auch in der „Neue Freie Presse“, Nr. 4592 vom 9.6.1877, die er als Quelle für ein anderes, von ihm selbst mit Teilen eines rumänischen Sprichworts zusammengesetzt hat (Land Nr. 300): Wie das Land, so die Sitte; und wie die Sitte, so das Sprichwort.)

Wie das Land, so die Sitte; wie der Türke, so die Pistole; wie der Heilige, so der Weihrauch.
Land 301 (Im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht dieses rumänische Sprichwort alleine unter dieser Nr. ohne ein deutsches und nur mit dem Quellenverweis „Schuller, 42“. Wer nicht im Quellenverzeichnis nachschlägt, wird dieses rumänische Sprichwort unweigerlich fälschlich für ein deutsches halten. Zudem macht Wander aus diesem einen und Teilen daraus gleich vier Sprichwörter: Land Nr. 300 und 301, Heiliger Nr. 198 und Türke Nr. 41.)

Wie der Acker, so das Getreide, wie die Wiese, so die Weide, wie der Herr, so der Knecht, wie der Krieger, so das Gefecht.
Acker 126 (ohne Quelle. Die einzelnen Aussagen sind teilweise auch als einzelnes Sprichwort oder mit anderer Zusammenstellung als sogenannte Sprichwörter bei Wander zu finden, mal mit und mal ohne Quellenangaben.)

Wie der Gärtner, so der Garten.
Gärtner 9 (ohne Quelle.)

Wie der Gast ist, so wird die Wurst gebraten.
Gast 157 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen und Niederländischen.)

Wie der Pfarrer singt, so antwortet der Küster.
Pfarrer 34 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wie der Pfarrer, so der Küster.
Pfarrer 35 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen.)

Wissen geht oft über Haben.
Wissen 383 (Wander ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Französischen und Italienischen.)

Wissen kostet Schweiß.
Wissen 389 (ohne Quelle.)

Wissen ohne Gewissen ist Tand.
Wissen 393 (Kein deutsches Sprichwort. Laut Wander soll es aus dem Buch „Die Devisen und Motto des späten Mittelalters“ von J. von Radowitz aus dem Jahr 1850 stammen. Darin sind aber keine Sprichwörter, sondern wie der Titel sagt, nur Devisen und Motto von Menschen aus dem Mittelalter enthalten. Weiter bietet er einen lateinischen Spruch ohne eine Quellenangabe an: „Qui proficit in literis et deficit in moribus, plus deficit quam proficit.“ der nicht dem deutschen Spruch entspricht. Derselbe lateinische Spruch soll laut Wander auch die Quelle eines anderen angeblichen Sprichworts sein. Kenntniss Nr. 6: „Wer an Kenntniss gewinnt und an guter Sitte verliert, der verliert mehr, als er gewinnt.“ Die angegebene lateinische Quelle: „Novus thesaurus adagiorum latinorum“ 1861 von Wilhelm Binder. Unter Nr. 2796 gibt der bei diesem Spruch den reformierten Theologen und Reformator Wolfgang Musculus (1497 -1563) als Autoren an. Als Produzent des angeblichen Sprichworts bleibt nur Wander selbst.)

Wo Argwohn einzieht, zieht Freundschaft (Liebe) aus.
Argwohn 33 (ohne Quelle.)

Wo das Recht endet, da mag unser Wille nicht stadt haben.
Recht (Subst.) 347 (Kein Sprichwort. Ursprung dieses Spruches ist das Buch „Das gantze Sechsische Landrecht“ von Melchior Klingen aus dem Jahr 1572. Auf der Seite L,a wird das Recht der Ehehaften Not erklärt. Ehehafte Not war früher die Bezeichnung für das gesetzlich rechtmäßig entschuldigte Fernbleiben bei einer gerichtlich angeordneten Vorladung zu einem Gerichtstermin. Die vier rechtmäßig gültigen Gründe werden erklärt und alle anderen verneint. Am Ende der Seite steht als Zusammenfassung: „Fort mehr, wo das Recht endet, da mag unser Wille nicht stadt haben.“ Das bedeutet den Ausschluss aller sonstigen oder persönlichen Gründe und eigenem Willen und erklärt alle sonstigen Gründe zu unentschuldigtem Fernbleiben.
Diesen einen Satz führt Eduard Graf 1864 in seinem „Deutsche Rechtssprichwörter“ Buch fälschlich als angebliches Sprichwort auf (Seite 3, Nr. 45), von wo aus Wander es ins Sprichwörter Lexikon übernahm.)

Wo der Argwohn wurzelt, muss Liebe welken.
Argwohn 34 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wo der böse Vorsatz fehlt, da fehlt auch der üble Nachsatz.
Vorsatz 10 (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Dänischen.)

Wo der Mann das Geld zum Götzen macht, da macht der Götze den Mann zum Sklaven.
Mann 2050 (ohne Quelle.)

Wo man der Armut einen Schemel bietet, da bleibt sie sitzen.
Armuth 187  (ohne deutsche Quelle. Übersetzung aus dem Lateinischen.)

Wo man im vorigen Jahre Roggen gesäet, kann man dies Jahr keinen Weizen mähen.
Roggen 18 (ohne Quelle. Kein deutsches, sondern ein von Wander verändertes russisches Sprichwort.Wanders nicht vermerkte Quelle ist Julius Altmann, Die provinciellen Sprichwörter der Russen in den Jahrbüchern für slawische Literatur, Kunst und Wissenschaft, 1853, 1. Band neuer Folge 6. und 7. Heft, Seite 128. Aus dem russischen Sprichwort von Altmann: „Man kann heut nicht Weizen säen, wo man im vorigen Jahr Roggen gesäet hat.“ Durch den Tausch von erstem und zweiten Teil und säen in mähen wird ein ganz neues unbekanntes Sprichwort produziert.)

Worte schlagen Wunden, die nicht bluten.
Wort 746  (ohne deutsche Quelle. Falsche Übersetzung aus dem Dänischen aus dem Buch: Dictionnaire des PROVERBES DANOIS, traduits en Francois, 1761, Seite 438. Originaltext: „Oord hugger og stikker intet, og dog saarer hiertet.“ Richtige Übersetzung: „Worte hacken und stechen nicht und verwunden doch das Herz.“)

Wo zwei Schwägerinnen dienen, da bleiben die Töpfe ungewaschen.
Schwägerin 3  (ohne Quellenangabe im Deutschen Sprichwörter Lexikon. Kein deutsches, wie man nach Wander fälschlich annehmen könnte, sondern ein rumänisches Sprichwort. Original in Wanders Quelle: Das Buch „Vom Don zur Donau“ aus dem Jahr 1878 von Karl Emil Franzos, Seite 330)